New Music Reviews Mai 2018
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
GHOST - Prequelle
Spinefarm Records/Universal
Auf dem aktuellen Titelblatt einer bekannten Rock- und Metalzeitschrift ist ein gewisser Tobias Forge auf dem Front-Cover abgebildet. Dazu die Überschrift: "Ghost - Die beste Band der Welt!" Dass dies entsprechende Reaktionen generieren wird, war klar und gleichzeitig voll beabsichtigt, wie es auf der Hand liegt, dass Ghost von der Fangunst her polarisieren, wie dies vorher schon bei Mercyful Fate/King Diamond oder The Darkness genau gleich war. Da gibt es nur Sekt oder Selters, schwarz oder weiss, go oder no go. Dass es bei mir zu allen genannten Combos ein klares "Ja" absetzt, steht nicht zur Debatte, aber was Ghost angeht, so setzt das Baby von Mr. Forge definitiv zum Wechsel auf die Überholspur an. Was vor ein paar Jahren nur als Vision im Raum stand und letztlich über MySpace (!) zum jetzigen Siegeszug ansetzte, ist der Stoff, aus dem Rock-Träume sind. Nach dem etwas holprigen aber nach wie vor kultigen Debüt «Opvs Eponymovs» (2010) fanden Ghost schon bald zu ihrem Signature-Sound, der vor allem beim Vorgänger «Meliora» (2015) um die poppigen Elemente ergänzt wurde, die den eigentümlichen Sound so einem breiteren Publikum zugänglich machte und dies im letzten Jahr bekanntlich zu einem Grammy in der Kategorie «Best Metal Performance» führte. "Was soll hier bitte Metal sein?" höre ich die Kritiker rufen. Über Sinn oder Unsinn von solchen Auszeichnungen zu diskutieren ist hier allerdings kein Platz. Genau so wenig, wie sich ehemalige Ghouls mit dem Chef vor Gericht um nichts anderes als Kohle zoffen. Tobias Forge schaut da lieber nach vorne und hat mit dem neuesten Wurf «Prequelle» schlicht alles richtig gemacht. Diese Scheibe wird das Tor des Erfolges weit aufstossen und sich weltweit in den Charts einnisten! Was für die Puristen nichts anderes als ein blosses Anbiedern an den Kommerz ist, fusst auf einem schwachen Argument, denn wer sich zu Beginn der Karriere mit so einer Aura des Geheimnisvollen und Teuflischen umgibt, muss sich weiterentwickeln, um nicht als Sternschnuppe im Haifisch-Becken des Music-Business unter zu gehen.«Prequelle» ist ein von vorne bis hinten durchorchestriertes Meisterwerk der Rockmusik, dessen wahre Grösse sich erst noch heraus schälen wird.

Schon auf «Meliora» gab es den stilistischen Spagat zwischen den Songs «Absolution» und «He Is». Was hierbei mehr die "laut/leise" Thematik abdeckte, wurde nun auf «Prequelle» weiter auf die Spitze getrieben. Eingebettet in ein Meer von griffigen Melodien fanden deutlich mehr poppige Zitate Einzug in den Sound von Ghost, die aber wohl immer noch zu "hart" für das Mainstream-Radio sind. Und genau das ist ja das Geniale an dieser Band. Der fetzige wie hart rockende Opener «Rats» setzt erstmal die Leitplanken, während «Faith» nicht minder abgeht und Ghost eigentlich so charakterisiert, was die Truppe bisher ausgemacht hat, inklusive dem Outro. Auch «See The Light» ist ein melodisches Bollwerk, dessen poppige Elemente genial eingeflochten wurden. Trotz Hammer-Refrain wird man diesen Song nie im (Mainstream-) Radio hören. Genau gleich ergeht es «Miasma», dem ersten Instrumental auf «Prequelle». Die abermals melodische Mischung zwischen Deathstars und Coldplay kommt letztlich auch nicht ohne die Gitarren aus, und das plötzlich einsetzende Saxophon hat man seit Foreigner und natürlich The Human Zoo nicht mehr gehört. «Dance Macabre» ist danach mehr Pop-Rock und schon gar kein Metal mehr, aber hier kratzen wir langsam aber sicher an der Radiotauglichkeit und spätestens bei «Pro Memoria» stoppen nur die Länge des Songs und womöglich die Lyrics den Einzug in die guten Stuben der "Normalos". Aber hier werden Konzerte in grossen Arenen dafür sorgen, dass die Leute einander erzählen werden, wie hammergeil es gewesen ist! Auf dieser Basis werden auch Songs wie «Witch Image» und vor allem «Life Eternal» auf der ganzen Linie abräumen. Letzterer Song fehlt bei den ersten Konzerten in den Staaten noch, aber der wird schon bald nachrücken und dem bisherigen Rausschmeisser «Montrance Clock» mächtig Konkurrenz machen. Nachzutragen bleibt der oberfette Sound, den Producer Tom Dalgety «Prequelle» wie auch schon dem letztjährigen Live-Album «Selections From Ceremony And Devotion» verpasst hat. Kritik? Höchstens «Helvetesfonster» als zweites Instrumental hätte es jetzt nicht zwingend gebraucht. Die knappen 42 Minuten Spielzeit sorgen jedoch für reges Replay, und somit ist es genau so, wie es sein muss, nämlich perfekt!
Rockslave 

Punkte: 10 von 10
DON AIREY - One Of A Kind (2 CDs)
Ear Music/Phonag
Da hat man sich doch erst noch über «inFinite», die neue Scheibe von Deep Purple, gefreut und stellt nun fest, dass dies ja bereits letztes Jahr war! Tja Leute, die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge, doch es gibt umtriebige Musiker wie Don Airey, die dann und wann wieder genug eigenes Material beisammen haben und dies zu gegebener Zeit veröffentlichen wollen. Obwohl gerade mit Ian Paice & Co. in Russland auf Tour, fand der Meister der weissen und schwarzen Tasten dennoch die nötige Musse, sein mittlerweile fünftes Solo-Album (ohne das Living Loud Projekt) einzutüten. Vor zehn Jahren erschien das Album «A Light In The Sky» und im Jahr darauf gastierte Don mit seiner Band bekanntlich in der Galery (R.I.P.) in Pratteln. Damals schon mit dabei waren unter anderem Frontmann Carl Sentance (Ex-Krokus, Persian Risk, Nazareth) und Bassist Laurence Cottle. Nun sind neu Gitarrist Simon McBride sowie Drummer Jon Finnigan an Bord, und was diese Besetzung mit «One Of A Kind» raus gehauen hat, ist so unfassbar geil, dass ich es kaum glauben kann! Während Don auf den vorangegangenen zwei Alben, zu denen das ebenso sehr gute Werk «All Out» (2011) gehört, stilistisch, respektive solistisch breiter ausgelegt war, ist «One Of A Kind» jedoch absolut kompakt und hört sich kompositorisch ein Stück weit wie der direkte «inFinite»-Nachfolger an. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied, und der liegt diesmal bei Carl Sentance. Dass dieser ein brillanter Sänger ist, wissen die Fans schon lange, aber was der Walise hier abliefert, ist schlicht und einfach von einem anderen Stern! Getragen vom ziemlich beeindruckend aufspielenden Satriani-Jünger Simon McBride und der musikalischen Seele von Maestro Don Airey hört sich alles wie aus einem Guss an.

Der Opener «Respect» legt in bester Rainbow-Manier los, rockt heftig und überrascht mit melodischen Bridges, die zu herrlichen Wechsel-Spielen zwischen Airey und McBride überleiten. «All Out Of Line» ist dann Deep Purple in Reinkultur, und auch hier agiert, wie zu Beginn schon, ein total spritziger Carl Sentance, den ich kaum jemals besser gehört habe. Beim nachfolgenden Titeltrack spürt man gleich zu Beginn, dass ein Spannungsbogen aufgebaut wird, der nachher wie die aufgehende Sonne in einen wunderbaren Refrain übergeht und hinten raus abermals etwas Raum für McBride und Airey übrig lässt. Tonnenweise Gänsehautmomente verursacht anschliessend die Halbballade «Every Time I See Your Face», besser geht es nicht! Beim Obergroover «Victim Of Pain» bleibt einem abermals die Spucke weg. Sentance in absoluter Bestform und die Hommage an ein Album namens «Slaves And Masters» könnte nicht eindrücklicher ausfallen. «Running Free» ist derweil kein Maiden-Cover, sondern eine lupenreine Verbeugung vor TOTO, genial. «Lost Boys» zeigt dann auf, welches Potenzial Deep Purple noch haben könnten, wäre Ian Gillan nicht schon bald 73 Jahre alt. Keiner der insgesamt elf Songs fällt auch nur ein Quäntchen ab, und jeder Durchgang fördert neue Highlights zu Tage! Don Airey agiert hier wesentlich banddienlicher als bisher und überlässt seinen Kollegen so viel Raum wie nie zuvor. Classic Rock und Deep Purple Fans werden ihren Ohren nicht trauen, «One Of A Kind» ist der Oberhammer! Auch das Jeff Beck mässige Instrumental «Remember To Call» passt wie Arsch auf Eimer, und wer sich das Digipak zulegt, kriegt noch eine feine Bonus Live-CD mit vier bekannten Rock-Klassikern, aufgenommen in Hamburg 2017, oben drauf.
Rockslave 

Punkte: 10 von 10
KENOS - Pest (CD)
My Kingdom Music
Wow, was für eine weitere Meisterklasse in progressivem, brutalen und todesblei-getränktem Violent/Death Metal zelebrieren uns die Italiener von Kenos uns da vor? Einfach nur goil, total in Ekstase, wie man so im High Speed-Tempo die sehr vertrakten Songs zelebriert. 8 Tracks auf ihrem mittlerweilen 4. Longplayer - 'Rigor Mortis' (2002, EP), 'Intersection' (2004), 'The Craving' (2007), 'X-Torsion' (2010) und 'Nightrain To Samara' (2011, EP) - mit so einer exzellenten, technischen Versiertheit und Wucht in die Gehörgänge reintättowiert, hellyeah! Kenos wurden im Jahre 2002 in Busto Arsizio (Varese, Lombardei), Italia, gegründet und bestehen aktuell aus Michele Spallieri (Vocals), Domenico Conte (Guitar, Backing Vocals), Marcello Fachin (Bass) und Sergio Gasparini (Drums). Unglaublich diese endlose Virtuosität, denn Michele's gutturaler Gesang ist sowas von böse und zeitgleich filigran. Domenico's exzellente, technisch hochstehende Gitarrenarbeit ist schlichtweg Meisterklasse-Würdig. Da wird progressiv gerifft, mit vielen Breaks, stets groovend und sägend, mit filigranen Soli, Tappings und Arpeggi garniert, einfach nur hammermässig goil. Marcello's tieftönige Seele kommt ebenfalls filigran daher, solomässig wie auch füllend in die vertrakt-progressiven Tracks hinein. Sergio's absolutes Power-Drumming ist ein weiteres Highlight, denn so gewaltig brutal blastend und grindcorend, doublebass-mässige Hyperblast-Attacken, groovend, ja teilweise sogar jazzige Patterns miteinbezogen, wie auch bei der Gitarre und dem Bass, einfach musikalische Weltklasse. Das Cover-Artwork ist beinahe Understatement, denn musikalisch ist's einfach der Hammer. Die Produktion ist ebenfalls sehr stark, sauber, druckvoll. Die Genialität der meist blastenden Songs, gepaart mit den filigranen, technischen und progressiven Elementen, jeder der vier Members ist ein Mosaikstein bei Kenos. Wie gesagt, alle 8 Tracks sind Anspieltipps, da fällt kein Mosaiksteinchen aus dem Rahmen, kein Zacken aus der Krone. Für mich sind die Italiener die Überraschung des Monats, wenn nicht des Jahres 2018. Ich weiss, ich lehne mich weit aus dem Fenster, aber der Sturz vom Fenster in Tiefe macht mir nichts aus, denn der wird nicht eintreffen. Progressive/Technical/Brutal/Violent/Death Metal vom Feinsten was es je gegeben hat. Im Stile von Nile, Spawn Of Possession, Suffocation, Cynic, Necrophagist, Beyond Creation, Deviant Process, Obscura, Adimiron und Konsorten. Meisterklasse!
Leopold 

Punkte: 9.8 von 10
COR SCORPII – Ruin (2 LPs)
Dark Essence Records
Wer der Auflösung der Band Windir immer noch mit einem blutenden Herzen nachtrauert, kann nun etwas aufatmen. Cor Scorpii, eine Nachfolgeband der ehemaligen Extreme Metal-Band, hat nun nach langer Wartezeit ihr zweites Album „Ruin“ herausgebracht, welches sie innerhalb von drei Jahren aufgenommen haben. Ich muss gestehen, ich habe mich gleich beim ersten Mal Reinhören in das Lied „Skuggevandrar“ verliebt. Es ist die perfekte Mischung, begonnen mit reissenden Instrumentals welche dann abwechslungsweise von Screams und Clean-Gesang unterstützt werden. Zudem ist das ganze Lied von einer beständigen Melodie geprägt, und der krönende Abschluss bietet der etwas raue Clean-Gesang einer Frau – pure Gänsehaut! Wie bereits von ihnen angekündigt, hat Cor Scorpii nun zwei etwas ungewöhnlichere Instrumente an Bord; die Mandoline und das Akkordeon, welche im Verlaufe des Albums immer wieder zu hören sind und die ganze Stimmung noch viel mystischer und einzigartiger gestalten. Diese immer wechselnde Stimmung von „Ruin“ und die perfekt geplanten Einsätze der jeweiligen Instrumenten schafft eine echt geile Abwechslung innerhalb des Albums, obwohl doch viele Songs ähnlich gespielt sind. Für mich persönlich ist dies ein fast perfektes Album, und ich werde es mir definitiv kaufen, wenn es dann erschienen ist!
Zoé 

Punkte: 9.6 von 10
SPOCK`S BEARD - Noise Floor (2 LPs & 2 CDs)
InsideOut Music
Es ist immer wieder eine Freude ein neues SB Album auf dem Tisch zu haben. Inzwischen das Dreizehnte und das Dritte mit Ted Leonard am Mic. Der Mann hat frischen Wind in die Band gebracht der bis heute anhält. So klingt der Opener "To Breathe Another Day" zwar nach einem typischen SB Song und trotzdem etwas anders. Ryo bringt hier fantastische Sounds in den Song, die rockigen Gitarren von Alan sind einfach saugeil und Dave Meros hat eh einen der besten Bass Sounds den ich je gehört habe. Und! jaaaa er ist wieder an den Drums zu hören Welcome back Mr. Nick DVirgilio. Ich liebe sein Drum Spiel, so unglaublich tight und knackig. Keine Ahnung was mit Jimmy Keegan passiert ist. Zurück zum Sound, "What Becomes A Day" eine Prog Nummer mit leichtem Zugang, was ich damit sagen will irgendwie haben es Die Herren geschafft, auf dem neuen Album Songdienlicher zu spielen, ohne den Prog Rock zu verlieren. Alles klingt etwas einfacher und leichter zugänglicher . Super Leistung echt. Hört euch nur das schöne "Somebody`s Home" an. Einfach ein perfekter Song, besser geht das nicht. Nur schon die verschiedenen Gitarrensounds von Zauberer Alan Morse, einfach genial und wunderschön. dazu Teds gefühlvoller Gesang, zum Abheben. Hier hinterlassen Zeitweise Yes ihre Spuren. Ebenso wie beim 8 Minuten Track "Have We All Gone Crazy Yet" auch eine Vorzeige Prog Rock Nummer auf höchstem Niveau. Total verspielt und sehr kurzweilig. Ich mag besonders die Spielereien zwischen Ryo und Alan in der Mitte des Songs. Die Pink Floyd angehauchte Nummer "So This Is Life" lädt zum Träumen ein herrlich da einzutauchen. Beim von Ryo Okumoto komponierten Instrumental Track "Box Of Spiders" zeigen die Proggies dann was sie Musikalisch draufhaben, hier toben sich die Bärte so richtig aus auf ihren Instrumenten. Es macht mal wieder Riesenspass das neue Album der Amis zu geniessen, man spürt die Spielfreude und das einmalige Zusammenspiel, ein Hörgenuss auf höchster Ebene. Übrigens die Digipack Version beinhaltet noch eine zweite CD mit vier zusätzlichen starken Songs, also unbedingt diese Version kaufen.
Crazy Beat 

Punkte: 9.3 von 10
RITUAL NECROMANCY - Disinterred Horror (CD)
Dark Descent Records
Schwerer, tödlichster, brutalster Death Metal aus Portland, Oregan, U.S.A. von Ritual Necromancy. 'Disinterred Horror' ist deren vierter Output seit ihrer Gründung anno 2008. Mit dem Demo namens 'Demo 2009' (2009) begann man die deathigen Pfade zu beackern, danach folgten 'Oath Of The Abyss' (2011) und 'Void Manifest' (2014, EP). Ritual Necromancy sind JF (Bass, Vocals), KS (Drums), AW (Guitars) und JR (Guitars). Verschrieben hat man sich dem brutalen Death Metal, so à la Cannibal Corpse, Suffocation, Deicide, Malevolent Creation, Origin, Nile, etc., jedoch eine Prise härter. Geht das" Yep, das geht bestens, in Form von Ritual Necromancy. Da kommt gitarrentechnisch einfach eine Wand, eine sowas von Soundwand. JR's & AW's Riffing ist sowas von Death-Metal, brutal, sägend, wandmässig, kombiniert mit ihren shredder-artigen, schnellen Soli, einfach der Hammer. Die blastenden, deathigen, grindcorigen, doublebass-attacken-lastigen Drums von KS zimmern die Soundwand vollends an die Wand. JF's Bassläufe untermalen die beiden Klampfen von AW & JR, sind das benötigte Bindeglied zu den Drums von KS. Die Growls von JF sind abermals das abartig-böseste und genialste, was mir im Death-Bereich so alles entgegenkommen ist. Brutal, hasserfüllt, sowas von böse, sehr tiefer, gutturaler Gesang, bestens gepaart mit den Songstrukturen und dem Gesamtsound ... und der Soundwand, hellyeah. Alle 5 Songs sind Anspieltipps, ohne Wenn und Aber. 5 Tracks auf dieser EP machen Lust auf den nächsten Longplayer, welcher bereits angekündigt ist. Hoffentlich lassen uns Ritual Necromancy nicht allzu lange warten, ... obwohl wir ja heute erfahren haben, dass 'Gut Ding will Weile haben' ja nicht fehl am Platze ist ... Hellyeah, einfach nur hammermässig!
Leopold  

Punkte: 9.2 von 10
INJECTOR – Stone Prevails
Art Gates Records
Diese Spanier haben etwas, was andere Bands nicht haben! Nämlich einen einmaligen Sound und die Gabe, wirklich zu begeistern. Zuerst fallen die absolut genialen Gitarren-Melodien auf. Dies betrifft sowohl die Soli wie auch die Rhythmus-Riffs. Dann überzeugt das druckvolle Zusammenspiel des Quartetts, gefolgt vom aussergewöhnliche Songwriting, dass irgendwie einfach und trotzdem progressiv auf den Hörer losgelassen wird. Zum Schluss wird der äusserst rüde, fast klassische Heavy- Thrash Metal mit einer unmelodischen und sehr rauen Stimme kombiniert. Dieser hebt Injector definitiv zwei bis drei Stufen höher. Nicht zu denken, wie das Ergebnis klingen würde, hätte eine hohe Stimme dieses Album zerstört. Injector sind also eine Kombination aus harter Stimme gepaart mit melodischem Riff-betontem Heavy Metal. Refrains höre ich auf Stone Prevails zwar keine. Aber wer braucht diese schon, wenn die hohe Musikalität der Spanier einem derart in den Bann zieht. Wer also richtig drückenden Heavy Metal, gespielt in der klassischen Heavy Metal-Besetzung mit Virtuosität und musikalisch hohem Anspruch hören möchte, kommt ab sofort an Injector nicht mehr vorbei. Reinhören, kaufen, geniessen! Und wer richtig genau hinhört, kann tatsächlich ein Keyboard im Gesamtsound ausmachen. Dieses ist aber derart in den Hintergrund gemischt, dass es die Musik nicht beeinträchtigt.
Roger W.  

Punkte: 9.1 von 10
KHEMMIS - Desolation
Nuclear Blast/Warner
Mit ihrem dritten Album stehen Khemmis aus Denver in den Startlöchern. Der Vorgänger "Hunted" war noch solide Hausmannskost, bestehend aus treibendem Heavy Metal mit einigen doomigen Einlagen. Schon der erste Song "Bloodletting" atmet den Geist des traditionellen Heavy Metal's. Gekonnt wird mit Twin-Gitarren und geilem Riffing in die Schlacht gezogen. Auch die Stimme des Sängers ist sehr bemerkenswert! Zum Ende hin geht dieser Song richtig in die Vollen. In bester Maiden-Manier und wild vorwärts preschend, geht es mit "Isolation" weiter. Tolle Gitarrenharmonien en masse werden spielend aus dem Handgelenk geschüttelt. Dieser Song hat definitiv Hitpotential! In "Flesh For Nothing" demonstriert Sänger Phil Pendergast, dass er mit einer mega-genialen Stimme gesegnet ist und diese auch gekonnt einsetzen kann! Herrliche Harmonien für die Ewigkeit! Harsche Riffs begleiten uns auf "The Seer" und markieren bis jetzt den doomigsten Song und doch brennen die Gitarristen wieder ein Feuerwerk ab. Sehr atmosphärisch! "Maw Of Time" startet düster und doomig und dann zieht dieser Song einem bedrohlich in seinen Bann. Khemmis gelingt einen Volltreffer nach dem anderen und wäre dieses Album ein Boxkampf, so wäre der Gegner schon längstens zu Boden gegangen! Khemmis verpassen diesem eindrücklichen Album mit dem längsten Song "From Ruin" einen denkwürdigen Abschluss. Dieser Song ist im Doom verwurzelt und eher gemütlich unterwegs. Dafür kommen grosse Gefühle ins Spiel, zumindest in der ersten Hälfte, denn dann wird das Tempo nochmals angezogen und die Gitarristen dürfen sich so richtig austoben! Ein wirklich begeisterndes Album ohne Schwachpunkte, dafür mit dem Prädikat Spitzenklasse!
Roolf  

Punkte: 9.1 von 10
OVATE - Ovate
Soulseller Records
Bei den Norwegern von Ovate handelt es sich um ein Projekt von Aindiachai (Gitarre/Bass) und Brodd (Drums). Als Sänger konnten Berühmtheiten wie Hoest (Taake), Vigander (Helheim/Taake), Eld (Krakow/Aeternus/Gravdal), Ese (Slegest) und Odemark (The 3rd Attempt) rekrutiert werden. So handelt es sich bei Ovate schon fast um ein All-Star-Project. Mit dem bereits vorab veröffentlichten "Morgenstjerne" wird heftig auf der zweiten Welle des Black Metals geritten. Man hört vom ersten Ton an, dass da alte Hasen am Werk sind. Der Sound ist vom Allerfeinsten und enthält auch Spuren von Viking Metal. Nach dem vielversprechenden Einstieg, geht es mit "Song Til Ein Orm" genau so genial weiter, aber auch langsamer und frostiger, mit viel Raum für die Gitarrensoli und das Riffing. Man merkt sofort, dass Ovate nicht nur schnell können, sondern sich auch in langsameren Gefilden bestens auskennen. So wird gekonnt das Tempo variiert und für viel Abwechslung gesorgt. Dass Ovate sehr gute Songschreiber sind, merkt man, weil die Songs immer wieder in eine andere Richtung gehen und immer spannend bleiben. Grosses Schwarz/Weiss-Kino! Ich habe selten so geile Gitarrensoli auf einem Black Metal-Album gehört wie auf "Ovate". Weiter geht es mit "The Hounded King" und auch bei diesem Song handelt es sich um Black Metal der Güteklasse 1a! Von der frostige Atmophäre wird man immer dann kalt erwischt, wenn Ovate im Midtempo-bereich agieren! Dann können sie nämlich sämtliche Stärken entfalten. Gebührend wird man mit "Inst I Tanken" in neun Minuten verabschiedet. Ein genialer Abschluss eines genialen Albums, das sich die Bezeichnung "True Norwegian Black Metal" stolz an die Lederjacke hängen kann! Für Freunde von Taake und Konsorten stellt dieses Album wahrlich einen Pflichtkauf dar!
Roolf  

Punkte: 9.1 von 10
KATAKLYSM - Meditations (Digipack, CD & DVD)
Nuclear Blast/Warner
Die Franko-Kanadier von Kataklysm liefern bereits ihren 13. Longplayer ab namens 'Meditations' - nach 2 Split-Alben, 4 Compilations, 3 Demo's, 2 Live-Alben, 2 EP's, 5 Singles und 1 Video - und klingen nach all den Jahren, gegründet im Jahre 1991 in Montréal, immer noch unverbraucht und überraschen immer noch die/den geneigte/n Zuhörer/in mit Soundteppichen und Songwriting, welche einfach die Qualitäten dieser Death Metal-Combo stets aufzeigt, welche stets die Abwechslung der 10 Tracks auf 'Meditations' in die Gehörgänge pushen. Ich geb's zu, ich musste mich richtiggehend einhören in diesen neuen Output von Kataklysm, und je länger ich den 10 Songs Aufmerksamkeit schenkte, desto mehr Feinheiten, interessante Soundteppiche öffneten sich mir und das intelligente Songwriting auf 'Meditations' entdeckte ich beim x-ten Male genussvollen Reinhörens. Die vier Ahornianer, Maurizio Iacono (Vocals), JF Dagenais (Gitarre), Stephane Barbe (Bass) und Oli Beaudoin (Drums) ergänzen sich perfekt und haben wahrlich ein Meisterwerk deathigen Metals mit viel Freiräumen abgeliefert. Maurizios böse Growls, gepaart mit bösen, thrashigen Shouts passen perfekt in den düsteren, wie auch melancholischen Longplayer. JF's Gitarrenarbeit ist technisch brilliant, exzellente Fingerfertigkeit, ein deathiges Riff folgt auf das andere, und dennoch lässt es viel Freiraum für andere, soundtechnischen Einflüsse, welchen jedoch nicht immer im metallischen Bereich zu suchen sind. Sehr melodiös und doch wieder richtig deathig brutal, ein Machwerk von melodiösen Gitarrenlinien gepaart mit aggressiven und melodiösen Soli. Stephane's Bassläufe ergänzen JF's Klampfenarbeit hervorragend und tobt sich ebenfalls im teilweise vertrackten Songwriting aus. Oli's Drumming ist ebenfalls Meisterklasse, stets den Groove im Auge ... oder lieber dann auf den Fellen und in den Pedals ... mal blastend, grindcorend, dann wieder straight thrashend, deathend, doublebass-lastig unterwegs. Das geniale Cover-Artwork spricht bildlich die musikalische Gangart ineinanderschmelzend perfekt dar. Die Produktion ist hammermässig, brutal, sauber und einfach sehr druckvoll. Gestandene Death-Metaller/innen werden hier blind zugreifen. Anhaltspunktmässig à la Krisiun, Hypocrisy, Illdisposed, Legion Of The Damned, etc., aber Kataklysm sind einfach Kataklysm. Punkt. Anspieltipps wären alle Tracks, aber mir sind dabei doch Songs wie 'The Last Breath I'll Take Is Yours', 'Narcissist', 'Outsider' oder 'Bend The Arc, Cut The Cord' etwas mehr aufgefallen. Death Metal der Extraklasse, grosses Kino.
Leopold  

Punkte: 9.0 von 10
UADA – Cult Of A Dying Sun
Eisenwald
Oha, was für ein Start! Das Zweitgeborene der vierköpfigen Band aus Oregon, USA fängt ja schon mal echt gut an. Mit einer brutalen Schnelligkeit von Gitarren und Drums beginnt „Cult Of A Dying Sun“, nur um dann einige Takte später in einen leicht melodiöseren Part zu wechseln, welcher dann auch schon bald von den bestialischen Screams des Sängers unterstützt werden. Schon der erste Song dieses Werks lässt erahnen, dass hier keine kitschigen Bienchen und Blümchen vorkommen werden. Das zweite Lied „Snakes & Vultures“ hat mit seinen immer wiederkehrenden Melodien ein grosses Ohrwurm-Potential, was aber total cool ist, weil es überhaupt nicht so dämlich wie die üblichen Ohrwürmer ist. Im Gegenteil, auch hier wird man total mitgerissen, und so geht es weiter durch das Album, bis es plötzlich ruhig wird. Mit „The Wanderer“ hat die Melodic/Black Metal-Band ein Lied geschaffen, welches die Gänsehaut nur so spriessen lässt. Dieses Instrumental, welches durchzogen von einer Akustik-Gitarre gespielt wird, mit einer kurzen Ablösung durch die Elektro-Gitarre, ist die perfekte Abwechslung, um nachher wieder mit „Blood Sun Ash“ einzuheizen und mit derselben Brutalität weiter zu spielen wie zuvor. Meiner Meinung nach ist „Cult Of A Dying Sun“ ein total gelungenes Album, nicht zuletzt, weil es ein wenig an seinen Vorgänger „Devoid Of Light“ erinnert, aber dennoch ein grosses Stück ausgeklügelter geschrieben und gespielt wird. Mit drei Worten würde ich es so beschreiben: Brutal, melodiös und Gänsehaut.
Zoé  

Punkte: 9.0 von 10
THE KONSORTIUM - Rogaland
Agonia Records
Nach sieben Jahre in Tibet, ähm in Norwegen, lassen The Konsortium mit dem neuen Album "Rogaland" wieder von sich hören. Ein regenerisches Intro namens "Rogaland" eröffnet dieses Album und ist einfach nur ätzend! Richtig los geht es mit "Skogen" und das ist geiler Black Metal, der sehr eigen aus den Boxen quillt. Tempomässig wird geschickt variert und so ist von hektisch bis groovig von allem mit dabei! Chaotisch beginnt "Fjella" und gibt dann in der Folge gewaltig Gas. Abwechslung durch Tempowechsel wird bei The Konsortium gross geschrieben. Vielseitig ist auch die Bandbreite, die der Sänger von Gekeife bis Operngesang mühelos beherrscht. Rasend und auf Speed beginnt "Stormen". Und dieses irrwitzige Tempo wird gnadenlos durch gezogen, bis auf einige eingestreuten Hymnenpparts! Wie frisch gewetzte Messer schneiden sich die Riffs in die Gehörgänge. Gepoltert wird auch in "Hausten" und man kann schon von Speed/Black Metal sprechen. Hektik scheint ein steter Begleiter von The Konsortium zu sein, so ist auch "Arv" herrlich chaotisch und rasend schnell! Über diesem Song thront die mächtige Stimme des Sängers. Aber auch die anderen Musiker sind wahre Könner ihres Faches. Der Monstertrack dieses Albums ist "Havet", der über zehn Minuten dauert. Schleppend und hymnisch beginnt er, um dann gegen Ende nochmals an Fahrt aufzunehmen. Zum Schluss wird mit "Utferd" ein Stück traditionellen Metal geboten, bevor es am Ende für eine Minute einfach still wird. Ein bekanntes Phänomen, das auch auf den anderen Songs zum Einsatz gekommen ist und einfach nur nervt!! Abgesehen von diesem Kritikpunkt, ist "Rogaland" ein ganz starkes Album!
Roolf  

Punkte: 9.0 von 10
AT THE GATES – To Drink From The Night Itself  (Gatefold LP)
Century Media/Sony
Was habe ich diesem Output entgegengefiebert! Ohne all die ach so berühmten und gerühmten Vorgänger zu kennen, haute mich damals „At War With Reality“ nach und nach komplett aus den Stiefeln. Trotz oder vielleicht gerade wegen des etwas gewöhnungsbedürftigen Gesangs konnte ich mich mehr und mehr in die Lieder einfinden, und heute zählt die Scheibe für mich zu den Klassikern im Bereich des melodischen Todesmetalls. Nun, wie sieht es mit dem Nachfolger aus? „To Drink From The Night Itself“ startet nach einem instrumentalen Intro gleich mit dem Gassenhauer und Titeltrack fulminant ins Rennen. Griffige Hooklines, düstere Atmosphäre, packender Gesang, gelungene Breaks – alles da, was man braucht. Geht dann auch gleich mit einem ähnlichen Kracher namens „A Stare Bound In Stone“ weiter. Alles ganz ganz grosses Kino, die Produktion ist echt super, kann man kaum motzen, die Jungs geben alles – kommt auch super rüber. Allerdings, und hier gilt das, was ich über den Vorgänger geschrieben habe, noch mehr als sonst schon: Diese Scheibe ist einerseits eine, die sich entwickeln muss. Am Anfang könnte man das Gefühl bekommen, dass alles sehr ähnlich klingt, bis man die Details erkennt und die Songs quasi zu ‚sezieren‘ lernt. Ist nicht jedermanns Sache. Und andererseits muss man sich wirklich auch die Mühe machen, den Songs zu folgen – Geduld ist angesagt. Mag „At War With Reality“ eingängiger gewesen sein, so ist es „To Drink From The Night Itself“ irgendwie genau anders rum. Wer nicht einfach willenlos konsumieren will, sondern seine Musik geniesst, der könnte mit diesem Werk eine echte schwarze Perle vorfinden. P.S. Kauft die Media Book-Edition, die ist wie damals bei „At War With Reality“ echt hochwertig gemacht und jeden Rappen wert!
Toby S.  

Punkte: 9.0 von 10
WITCHSKULL - Coven's Will  (Purple Vnyl)
Rise Above Records
Vorsicht, Etikettenschwindel! Das australische Trio lässt bezüglich Bandname, Artwork und Albumtitel auf Occult Rock oder Artverwandtes schliessen, was sich aber schon nach den ersten Takten des grandiosen Openers „Raven“ als Trugschluss der angenehmen Art erweist. Diese Taktik hat die Band bereits auf dem vor rund anderthalb Jahren erschienenen Erstling „The Vast Electric Dark“ verfolgt, und genau wo diese Scheibe aufgehört hat, knüpft jetzt „Coven’s Will“ nahtlos an. Manche versuchen das Trio in die Stoner Rock-Ecke zu drängen, wieder andere sprechen in Zusammenhang mit Witchskull von Doom Rock. Ich bleibe bei meiner Meinung von 2016, nämlich, dass die Drei Retro Rock, Proto Metal und Blues Rock der dreckigsten Art auf geschickte Weise kombinieren, wobei diesmal der Metal–Anteil eindeutig überwiegt. Und genau dieser Umstand sollte „Coven’s Will“ jedem orthodox gläubigen Kuttenträger schmackhaft machen. Ich spreche hier freilich nicht von den neuen Judas Priest oder Saxon. Viel mehr denke ich in diesem Kontext an Bands wie Jaguar, Chateaux, Grim Reaper oder Savage, also an Bands, die in der Zeit des grossen Aufkeimens des Heavy Metal zwar in der zweiten Liga spielten, aber damals dennoch zeitlose Klassiker mit einem Spirit erschufen, der sich heute noch in manchen Veröffentlichungen aus dem metallischen Underground spürbar bemerkbar macht. Und genau Fans besagter Bands lege ich diese Scheibe wärmstens ans Herz. Wer das Witchskull-Debüt schon mochte, wird den Zweitling ohne jeden Zweifel lieben. Ich kann jedenfalls zwischen den beiden Scheiben beim besten Willen keinen qualitativen Unterschied ausmachen, dementsprechend gibt es von mir das wohlverdiente Schmankerl.
Mirko B.  

Punkte: 9.0 von 10
SUBSIGNAL - La Muerta (2 LPs)
Gentle Art Of Music
Bereits das fünfte Werk präsentieren uns hier die deutschen Proggies mit "La Muerta". Schon beim ersten Song "271 Days" erkennt man die typischen Merkmale der Band. Natürlich Arno Menses grandiose Stimme und Markus Steffens Gitarrensound. Leider sind ja die Gebrüder Holzwarth nicht mehr mit dabei. Aber Dirk Brand haut ebenso geile Drum-Files ohne Ende auf die Songs drauf. Ich hab das Gefühl die Songs auf "La Muerta" sind im Gesamten etwas verspielter und variabler, man experimentiert auch mehr. Subsignal stehen aber nach wie vor für sehr einen ständigen Prog Rock. Und immer wieder überrascht Arno die Zuhörer mit sehr melodiösen Gesangslinien, wie beim wunderbaren "Bells". Unglaublich was die Jungs alles in einen 5 Minuten Song reinpacken können. Oder hört euch mal den genialen Anfang an von "Every Able Hand" Ganz grosses Kino was hier auf höchstem Niveau musikalische geboten wird. Ich mag besonders die Synthie Spielereien, dies ist sicher eines der Highlights dieses genialen Rundlings. Spannend auch das sich das Album erst nach und nach dem Zuhörer offenbart, je mehr man es sich reinzieht umso mehr Begeisterung entsteht. Oder hört euch das knackige "Stars Don't Shine" an, Hammersong für Subsignal Verhältnisse sehr straight. Hat irgendwie einen RPWL touch. Ist ja auch nicht verwunderlich da als Gäste unter anderem Kalle Wallner, Markus Jehle und Yogi Lang mit dabei sind. Auch sehr schön das von Klavier getragene letzte Stück "Drowning" Hier teilt sich Arno das Mic mit Marjana Semkina. Ein wunderschönes Duett zum Träumen schön. Dieser Song beendet ein sehr spannendes Album, meiner Meinung nach das stärkste der sympathischen Subsignal. Arno Menses und seine Jungs haben hier ein wirklich grossartiges Prog Werk erschaffen. Absoluter Pflichtkauf für verwöhnte Proggies!
Crazy Beat  

Punkte: 9.0 von 10
MEGADETH - Killing Is Business - And Business Is Good - The Final Kill
Century Media/Sony
Das legendäre Debüt-Album von Megadeth wird wiederveröffentlicht und bekommt als Bonus ein paar Live-Songs, die aus den Jahren 1986, 1987 und 1990 stammen, sowie Demoaufnahmen von "Last Rides/Loved To Deth", "The Skull Beneath The Skin" und "Mechanix". Was soll man zu diesem Kult-Album noch gross sagen, als dass Dave Mustaine nach seinem Rausschmiss bei Metallica eine Scheibe voller Perlen veröffentlichte und den technisch versierten Part in den Songs noch eine Stufe komplexer gestaltete, als bei seinen alten "Feinden". Alleine die Geschwindigkeit beim Titelsong spricht eine klare Sprache. Oder das unglaubliche "Rattlehead", das mit seinen Gitarrenparts von Chris Poland und Dave den Hörer richtig schwindlig spielt. Welche einprägsamen Melodien, trotz aller Technik, Mustaine schon damals schreiben konnte, belegt "Chosen Ones". Die Live-Tracks sind sicher nicht mit der besten Qualität versehen, aber es sind nun mal Zeitdokumente, die unglaublich Spass machen. Dieses Album ist ein Klassiker, auch wenn mit dem Nachfolgewerk "Peace Sells - But Who's Buying" nochmals eine gehörige Schippe draufgelegt wurde und mit "Rust In Peace" verkaufstechnisch der Erfolg erst richtig Einzug hielt. Aber "Killing" ist einfach eine geile Thrash-Scheibe, die man haben muss!
Tinu 

Punkte:
keine Wertung
ANTHRAX - Kings Among Scotland (live)
Nuclear Blast/Warner
In Schottland haben die Mosher von Anthrax ihr neues Live-Album aufgenommen und spielten dazu das komplette "Among The Living"-Werk, würzten es mit anderen Klassiker und den Tracks des letzte Studioalbums "For All Kings". "Kings Among Scotland" beweist eindrücklich, dass die Herren noch immer ihre Sternstunden auf der Bühne haben. Sänger Joey Belladonna ist nach wie vor der beste Shouter für die Amis und mit Bassmonster Frank Bello und Rhythmusgitarrist Scott Ian kann nichts anbrennen. Charlie Benante am Schlagzeug tritt mächtig auf und Leadgitarrist Jonathan Donais ist schon lange kein Neuling mehr. Ein Song wie "Madhouse", bei dem das Publikum lautstark mitsingt, ist noch immer ein Klassiker, der seinesgleichen sucht. Das beweisen auch die lauten "Anthrax"-Rufe nach "Madhouse". Die Abrissbirne "Medusa" ist nach wie vor ein Gottes gleicher Hit. Nur wenige Truppen haben einen solchen Trumpf im Ärmel. Wie auch "Be All, End All", "Caugh In A Mosh", das selten gespielte "In My World", der Hit "N.F.L." (mit einem unglaublichen Scream von Joey), und den beiden unverwüstlichen "Indians" und "Antisocial". Anthrax durchschritten eine Zeit, in der nicht alles so einfach war für die Jungs. Im Hier und Jetzt haben sie sich aber wieder gefangen. Auch dank der Rückkehr von Joey, der vielleicht gesanglich schlechter ist als sein Vorgänger John Bush (Armored Saint), aber einfach besser in die Truppe passt. "Kings Among Scotland" ist ein Dokument, das man gehört haben muss. Leider kenne ich die dazugehörende DVD nicht, aber ich bin mir sicher, die macht noch mehr Spass, als die ohnehin schon geile Doppel-Live-CD der Thrash-Helden.
Tinu 

Punkte:
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MORTUORIAL ECLIPSE - Urushdaur (CD)
Art Gates Records
Südamerikanischer symphonischer Death/Black Metal aus Argentinien, genauer gesagt aus Cordóba, seit 2007 unterwegs und was für ein episch-symphonischer Death/Black Metal. 'Urushdaur' ist der zweite Longplayer der Argentinier, nach 'Ruin Empire' (2016, Single) und 'The Aethyrs' Call' (2012). Mortuorial Eclipse bestehen aus Nefass (Vocals & Guitar), Baal Herith (Orchestrations), Verin (Drums) und Radna (Bass). Meine Fresse, so ein progressiver und symphonischer Death/Black Metal ist mir noch nie untergekommen. Alle 9 Tracks wurden sehr sorgfältig ausgewählt, alle 9 Tracks zeichnen sich durch ein sehr ausgereiftes Songwriting aus. Da fliesst die Lava von Track zu Track, das muss man sich einfach zu Gemüte führen, von Track 1 'Lost Bloodline' bis zum Track 9 'Edge Of The Dark Potent', ein orchestralisches Meisterwerk. Klar, kommen doch sofort Bands wie Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth in den Sinn, wenn man sich dem musikalischen Erguss von Mortuorial Eclipse widmet, doch ehrlich gesagt, gefallen mir die Argentinier etwas besser, denn die Songs fliessen sowas von harmonisch ineinander, ein Opus. Deswegen wäre man ein musikalischer Un-Nerd, wenn man die Songs auseinanderreissen würde. Nefass' Vocals sind eher in den tieferen, gutturalen Welten zuhause. Auch seine exzellente Gitarrenarbeit passt perfekt zur Orchestration, Riffgewitter an Riffgewitter, Soli an Soli, Opus an Opus aneinandergereiht. Baal Herith's orchestraler Bodenteppich lässt einem nicht mehr los, zieht jede und jeden in den absoluten Bann, ein Orchester der mortualen Klagelieder. Verin's blastende und doublebass-mässige Donnerschläge treiben die Klagelieder durch jedes Gerippe und Gemäuer. Variantenreich, stets groovend. Radna's tiefertönische Weltanschauung gliedert sich nahtlos in die orchestrale Wucht von 'Urushdaur' ein. Für mich ein musikalischer Hochgenuss, ein Opus sondersgleichen. Das Cover-Artwork passt hervorragend in dieses schwarze Traumgedicht. Die Produktion kommt satt, druckvoll und verdammt powervoll rüber. Symphonic/Black Metal, hellyeah!
Leopold  
Punkte: 9.0 von 10
ACÂRASH – In Chaos Becrowned
Dark Essence Records
Zwei Raben, die miteinander kämpfend mit einer Krone davonfliegen – das scheint doch echt zu dem Namen „In Chaos Becrowned“ zu passen. Unter diesem Namen bringt die junge Band Acarash ihr Debütalbum diesen Juni heraus. Die vier Jungs aus Norwegen spielen „Occult Blackened Hard Rock“, und wem dieses Genre nicht so geläufig ist; Man kann es mit einer Mischung aus Hard Rock, Doom & Black Metal vergleichen. Die ersten Töne des Songs „Cadaver Dei“ erklingen und sofort wird man von den melodischen Riffs der Gitarre mitgerissen, welche sogleich auch von Bass und Schlagzeug unterstützt werden, eine echt abgefahrene Mischung, die mich im Takt mit dem Kopf nicken lässt – an einem Konzert würde ich jetzt Headbangen. Es dauert nicht lange, und auch der Sänger setzt mit seinen kratzigen Growls ein, und schon ist die Kombination perfekt. Auf diese Art zieht es die Band durch das ganze Album durch, manchmal etwas schneller und manchmal etwas langsamer, aber definitiv immer mit der gleichen rhythmischen Eleganz, welche mich leicht an Samael erinnert. Ich muss ehrlich sein, als ich das Album zum Ersten mal gehört habe, hätte ich nie erwartet, dass das ein Debütalbum ist. Wenn sie in diesem Stil weitermachen, dann kann ich ihre kommenden Werke kaum erwarten!
Zoé  
Punkte: 8.9 von 10
POSTHUMAN ABOMINATION - Transcending Embodiment
Comatose Music
Diesen Monat scheint es erneut eine italienische Brutal/Death Metal-Invasion zu geben, diesmal mit Posthuman Abomination und deren Erstling 'Transcending Embodiment', nach einem Demo namens 'Crafting Life' (2017). Seit 2014 ist der Vierer unterwegs, teils aus Milano (Lombardei), Italia, und Cagliari (Sardegna), Italia. Posthuman Abomination sind Max Santarelli (Guitars), Lorenzo Orru (Vocals), Marco Coghe (Drums) und Andrea Pillitu (Bass). Eingeschworen hat man sich - trotz distanzlicher Ferne und musikalischer Nähe - auf brutalen Death Metal, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes 'brutal'. Was da für eine Soundwand einem entgegenquillt, von den 9 Tracks, einfach unglaublich. Die Soundwand erdrückt umgehend jeden Widerstand, Aufmucksen sinnlos, denn du wirst so richtig platt gewalzt. Bös gesagt, man kann sich nun vorstellen, wie es sein könnte (... und ist), wenn man im Strassenbau von einer Dampfwalze - wo ist denn nur der Dampfkessel hin ... (?) - niedergemacht wird. Marco's erste Soundwelle folgt von seinen Drums aus, Blast, Grindcore, Doublebass-Attacken, alles brutal eingewalzt ... äh ... eingepackt und die Lawine beginnt zu rollen. Andrea's zweite Soundwelle folgt mit dem Viersaiter, perfekt getimt und gepaart zu ersten Drumwelle. Max' dritte Soundwelle folgt mit dem Sechssaiter, sehr tief gestimmt, Riff an Riff, Walze an Walze, Soundwand an Soundwand, heftige und wütende Gitarrensaiten, genial vertracktes Songwriting. Die vierte und letzte Soundwelle folgt von Lorenzo's wütenden, aggressiven, brutalen und sehr, sehr, sehr tiefen Growls, die einem dem Lucifer tatsächlich die Schamröte ins Gesicht treibt. Eine dämonisch-diabolische Soundwand, welches ebenfalls durch das geniale Cover-Artwork perfekt ergänzt wird, wie gesagt die Produktion walzenmässig brutal, sauber, druckvoll auch mit von der Partie. Fans von Suffocation, Skinless, Cannibal Corpse, Deicide, Devourment, Disavowed und Konsorten werden das breitgewalzte Grinsen auf den Lippen nicht mehr wegkriegen. Anspieltipps wären da 'Autogenetic', 'Transcending Embodiment', 'Posthuman' oder 'Crafting Life'. Brutal Death-Ouvertüre.
Leopold  
Punkte: 8.9 von 10
HAUNTED - Dayburner
Twin Earth Records
Die sizilianische Doomband Haunted präsentieren mit "Dayburner" ihr zweites Album. Geboten wir Zeitlupen-Doom der besten Machart. Schleppend beginnt "Mourning Sun" und an dieser Marschroute ändert sich in den folgenden acht Minuten auch nichts. Als gewisses Extra ist sicher die Sängerin Cristina Chimirri zu erwähnen, die mit ihrem Jammergesang Haunted ganz klar von anderen Bands unterscheidet und so schonmal ein Ausrufzeichen setzen kann. Wie es sich gehört, wird auch in "Waterdawn" im Zeitlupentempo operiert! Trotz Überlänge der Songs, kommt keine Langeweile auf, denn das geschickte Songwriting lässt alles offen, wohin die Reise gehen soll. Ungefähr so zähflüssig wie die Lava vom Ätna ist auch die Musik von Haunted. Mit dem Titeltrack "Dayburner" wird in fremden Gewässern gefischt und es wird plötzlich groovig! Der Gesang verleiht dem Song einen gewissen Zuckerguss und enthält ganz viel Soul! "Communion" ist ein komisches Intermezzo von kurzer Dauer und leider absolut unnütz! Mit "Orphic" gibt es den ersten Song, der länger als zehn Minuten dauert. Einige Parallelen zu Sinistro sind nicht von der Hand zu weisen, denn beide Bands leben von ausdrucksstarken Sängerinnen. Und auch bei Haunted macht Cristina den Reiz aus, wenn auch die Musik alles andere als schlecht ist, nur hätte dieser Song ein wenig kürzer ausfallen dürfen! Noch länger wird dann auf "Vespertine" musiziert, nämlich über dreizehn Minuten! Auch hier wird man von der Band richtig gehend hypnotisiert. Das hohe Niveau wird fast spielend gehalten. Mit einem dissonanten Zwischenspiel namens "No Connections" geht es weiter und leider ist das gar kein Burner! Der Langsamkeit hat sich "Lunar Grave" verschrieben und schleicht sich wie eine schleimige Schnecke ins Ohr! Ein wirklich gelungenes Album, das jeden Doom-Jünger glücklich machen wird!!
Roolf    
Punkte: 8.8 von 10
DEWOLFF - Thrust
Mascot Records/Musikvertrieb
Die psychedelisch gepolten Southern Rocker aus den Niederlanden gelten innerhalb ihrer Fangemeinde schon eine Weile als Geheimtipp. 2007 von den Gebrüdern Pablo und Luka van de Poel plus Kollege Robin Piso gegründet, folgte zwei Jahre später das Debüt-Album «Strange Fruits And Undiscovered Plants», das jedoch mehr oder weniger unterging, sprich zunächst eben nur eine überschaubare Fanbase beglücken konnte. Die Truppe liess sich jedoch nicht von ihrer Retro Rock Vision abbringen und hielt sich in den folgenden Jahren ran. Spätestens mit dem 2016er Output «Roux-Ga-Roux» wurde die Muse aber wachgeküsst und die längst überlaufene Szene um eine weitere Band bereichert. Von da an stieg die Resonanz auf dieses Trio merklich an und mit «Thrust», dem neuen Album, wird die Tradition überzeugend weitergeführt. Getragen von der entsprechenden Vintage-Produktion lässt das Trio die 70er in allen Farben wiederaufleben. Nebst mitunter soundmässigen Reminiszenzen an Led Zeppelin erfreut einen natürlich die mehrheitlich prägnante Hammond-Organ, ohne die einfach etwas fehlen würde. Bereits der Opener «Big Talk» gibt die Marschrichtung bekannt und beim fluffigen «California Burning» werden sogleich Erinnerungen an die Zeit rund um Woodstock herum wach. Dennoch klingt das Ganze keineswegs altbacken und spätestens mit dem stimmigen «Once I A Blue Moon» lässt man sich, an einem feinen Whiskey nippend, tief ins Sofa fallen, gewährt dem Wochenende den definitiven Einzug und lässt die Alltagssorgen hinter sich. Wer auf die Retro-Schiene abfährt und die Truppe bisher noch nicht gekannt hat, erhält eine wunderbare Alternative zu Graveyard, Scorpion Child, Honeymoon Disease, Ruby The Hatchet, Freedom Hawk und Konsorten. Cool auch die Mädel-Backings bei «Deceit & Woo», die unvermittelt eingeflochtene bluesige Bridge und was überhaupt noch alles in diesem Song passiert. Gleiches gilt für den zunächst total ruhigen Track «Freeway Flight», ehe dieser hinten raus doch noch etwas Fahrt aufnimmt, sprich für abwechselnde Stimmungen sorgt. «Thrust» ist pures Kraftfutter für die Fans dieser Stilecke schreit natürlich förmlich nach der Vinyl-Version, und wer es nicht weiss, würde beim Anhören bestimmt annehmen, dass die Jungs hundertprozentig aus den Staaten und nicht dem Land der Tulpen, Holzschuhe und den Edamer-Käselaiben stammen!
Rockslave    
Punkte: 8.7 von 10
ROSE TATTOO - Blood Brothers (2018 Bonus Re-Issue CD)
Golden Robot Records

Wer die australischen Kultrocker letztes Jahr live am BYH!!!-Festival in Balingen (D) gesehen und gehört hat, kann sich glücklich schätzen. Sänger Angry Anderson gehört nämlich mit Jahrgang 1947 mittlerweile auch zum Club der über 70-jährigen Musiker, und das bedeutet Alarmstufe 1, wenn man womöglich als Jung- oder Neufan diese Legende noch nie live gesehen hat. Die Schweiz kommt heuer am 13. Juni im Z7 gar zu einem seltenen Handkuss, und wer sich das wissentlich durch die Lappen und letztlich auch Lauscher gehen lässt, ist selber schuld! «Blood Brothers» ist natürlich kein neues Album der Tatts, sondern das bislang letzte Studiowerk aus dem Jahr 2007, das nun neu aufgelegt wird. Nachdem die Vinyl-Freunde bereits 2009 Grund zum Jubeln hatten, lässt den Sinn dieses Re-Release hinterfragen. Ein Blick auf die Songliste entkräftet danach jegliche Anwandlung in Richtung Abzocke, denn obwohl gerade letztes Jahr mit «Tatts - Live in Brunswick» eine offizielle Live-Scheibe erschienen ist, überschneiden sich die sechs hinten angehängten Live-Songs (allesamt vom «Blood Brothers» Album) mit keinem Titel! Somit kann man, ja muss man sich diese Version entweder überhaupt oder ergänzend zulegen. Obwohl die Studio-Tracks bereits nur so vor rock'n'rolligem Schweiss und Dreck triefen, legen die Live-Versionen, die von der anschliessenden Tour zum ursprünglichen Album-Release stammen, erwartungsgemäss noch ein paar Briketts nach. Somit buy or die, denn Rose Tattoo ist klar eine der besten Live-Bands der Welt und die Reibeisen-Stimme von Angry ist für seine Brothers and Sisters nichts anderes als das Evangelium des Rock'n'Rolls. Long live the Tatts!
Rockslave    
Punkte: keine Wertung
DOKKEN - Return To The East Live 2016
Frontiers Music/Musikvertrieb
Im klassischen Line Up, mit Don Dokken (Gesang), George Lynch (Gitarre), Jeff Pilson (Bass) und "Wild" Mick Brown (Schlagzeug) wurde diese Doppel-Live-CD im Land der aufgehenden Sonne eingespielt. Das Unternehmen, die beiden Streithähne Dokken und Lynch wieder auf eine Bühne zu stellen, war mutig und wird wohl keine Wiederholung finden. Musikalisch wurden neben den bekannten Dokken-Hits auch ein neuer Track eingespielt, der auf den Namen "It's Another Day" hört. Ein typischer Dokken-Track der Neuzeit, der sicher nicht das Hitpotential der alten Kracher hat, aber zu gefallen weiss. Die Livesongs überzeugen mit einem fett auftrumpfenden Bass und einem George, der sich in einen kleinen Rausch spielt. Der Schwachpunkt ist für viele sicher die Gesangsleistung von Don, der seine Parts bedeutend tiefer singt und die hohen Parts Jeff überlässt. Das gibt den Liedern ein anderes Flair, an das man sich ein bisschen gewöhnen muss. ABER! Die Jungs hätten, wie viele andere Bands auch, den Gesang per Band einspielen lassen können und alle hätten nur gestaunt, wie perfekt Mister Dokken noch immer singt. Diesen Weg ist das Quartett bewusst nicht gegangen. Und wer sich an die Support-Shows damals bei Accept und AC/DC in Europa zurückerinnert, wird nicht vergessen haben, dass schon zu diesem Zeitpunkt Don immer wieder (grössere) Probleme mit seinem Organ hatte. Die Dynamik, welche die Instrumentalisten noch immer an den Tag legen, ist beim Solopart vom Opener "Kiss Of Death" zu hören. Seien wir ehrlich, es macht noch immer Spass den Herren zu zuhören. Wer solche Hits im Repertoire hat wie "Unchain The Night", "When Heaven Comes Down", "Into The Fire", "Tooth And Nail", "It's Not Love", oder "In My Dreams" kann nur gewinnen. Mit den beiden Akustik-Versionen von "Heaven Sent", und dem leider oft aus der Setliste verbannten "Will The Sun Rise", macht Dokken alles bestens und enttäuscht keinen Fan.
Tinu    
Punkte: keine Wertung
TSJUDER – Throne Of The Goat (1997 – 2017) (Re-Release LP)
Season of Mist/Irascible
Welchen Unterschied können zwanzig Jahre bewirken? Ob sich das die norwegische Black Metal-Band wohl auch gefragt hat, als sie auf die Idee gekommen ist, ihr erstes Album „Throne Of The Goat“ neu aufzunehmen. Wer die erste Version aber noch nicht kennt, muss sich keine Sorgen machen, denn auf dem Re-Release ist auch diese zu hören, zuerst die Neue und dann die Alte. Meiner Meinung nach ist das eine ziemlich gute Idee, denn so kann man die beiden Werke auch direkt vergleichen. Wer das 1997er-Werk kennt, weiss, dass es sich dabei um eine rohe Masse an Gewalt handelt. Sehr gitarrenlastig mit schlechter Aufnahmequalität und heiseren Screams des Sängers – typischer Garagen-Black Metal halt. Nun spulen wir vor in das Jahr 2017: Schon beim Intro hört man heraus, dass die Anteile an Gewalt nicht kleiner geworden sind, einfach um einiges sauberer. Tsjuder spielt ihre Songs immer noch gleich, jedoch hört man schon heraus, dass die Jungs ihre Instrumente in den vergangenen zwanzig Jahren noch besser in den Griff bekommen haben. Ich bin selber ein grosser Fan von Re-Releases, und bei diesem hier find ich es besonders cool, dass man einen direkten Vergleich schon auf dem Album hat und man so nicht erst die gesamte CD-Sammlung durchwühlen muss, um in beide Werke reinhören zu können.
Zoé     
Punkte:
keine Wertung
KESS'KHTAK - Unwritten Rules Prevail (CD)
Art Gates Records
Nun gelangen wir ins heimische Musikschaffen, und zwar zu den Genfern von Kess'Khtak mit ihrer 3. EP namens 'Unwritten Rules Prevail'. Seit 2007 hat sich der Fünfer aus der Calvinstadt dem Brutal-Deathcore verschrieben. Kess'Khtak, das sind Florian Durand (Vox), Mathieu Mangola (Vox), Fouad Ilias (Guitars), Julien Leluc (Basses) und Adrien Roll (Drums). Nebst 'Unwritten Rules Prevail' releasten sie 'Kess'Khtak Meets Juggernaut' (2008, Split), 'May Not Be The One You Want' (2010, EP), 'Destruida Camagüey' (2012, Live-Album), 'Nurturing Conditions For Rupture' (2012, EP) und 'Elemental Nightmare - I' (2014, Split). Heftiger, brutaler, blastend-schneller Deathcore vom Feinsten wird auf den 7 Songs von 'Unwritten Rules Prevail' auf dem Silberling durchgeprügelt. Durchgeprügelt, aber mit System. Die Soundwucht bleibt der/dem Zuhörer/in stets prägnant und präsent in den Gehörgängen kleben. Die verdammt bösen und tiefen gutturalen Growls von Florian und Mathieu, welche an Boshaftigkeit kaum zu überbieten sind, welche sich gesanglich eine visuelle Prügelei anzetteln, ... bös. Fouad's Riffgewitter im Hyperspeed-Tempo, ein Riff nach dem anderen, lässt jedes noch so heftige Gewitter alt aussehen. Brutaler Gitarrensound bläst einem entgegen. Julien's Tieftöner gründet sehr tief und füllt die Gewitterwolken mit heftigem Hagel. Adrien's blastendes drumming macht den Sturm perfekt, Attacke um Attacke wird hierbei geritten, blastend, grindcorend, doublebass-mässig, aber stets groovend, eben mit System. Das Cover-Artwork passt perfekt zum Deathcore von Kess'Khtak, die Produktion rollt heftig, brutal, sauber und druckvoll daher. So à la Brutal Truth, Six Feet Under, Cannibal Corpse, Origin und Konsorten. Anspieltipps wären 'Born With A Curse', Algorithm Of Hate', 'The Ordeal' ... oder eben gleich alle 7 Tracks, ohne Wenn und Aber, schnörkellos brutal goil. Deathcore most brutal wanted.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
IMPENDING DOOM - The Sin And Doom Vol II
Eone Heavy/Musikvertrieb
Plötzlich einsetzende Angst und Verunsicherung kann mehr sein, als ein flüchtiges Gefühl, das die chronisch Verängstigten und Deprimierten ergreift. So könnte es einem auch gehen beim neuesten Streich der Kalifornier von Impending Doom. Ihr Sound hat sich über die Jahre gewandelt von einst Goregrind über Death Metal zu Deathcore. Trotz all der Wechsel hat ihre Musik nichts an Biss und Aggression eingebüsst. Es ergibt daher durchaus Sinn, dass eine Band, um vor dem unausweichlichen destruktiven Zusammenbruch der Gesellschaft zu warnen, den Namen "Impending Doom" (drohendes Unheil) gewählt hat. Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt entstand auf dem fruchtbaren Boden von Riverside, aus einer Gruppe junger Metalheads und Hardcorekids, die allesamt Veteranen lokaler Bands waren, eine neue Band mit einer einzigartigen Bestimmung. Ihr Rüstzeug waren nicht etwa leere Slogans oder sinnlose, schockierende Bildsprache, vielmehr handelten sie aus einer tiefen inneren Überzeugung und Stärke. Impending Doom sind nämlich Anhänger des christlichen Glaubens. Die Botschaften von Erweckungsprediger Brook Reeves sind allerdings sehr düster und werden ausschliesslich guttural unters Volk gebracht. Typisch für ihren Drumsound sind die häufig vorkommenden Blastbeats. Die zehn Song starke Platte "The Sin And Doom Vol II" ist ein echtes Brett, das höllisch stark produziert ist und das Unheil der Erde spürbar macht. Gitarren, Schlagzeug und Growls tanzen den ewigen Reigen von Gut und Böse. Am Ende gewinnt dieses Battle aber klar nur einer - der Hörer! Impending Doom erweisen Gott mit erdrückender Schwere, kranken Death Metal- und Grindcore-Riffs und unvergleichlich kehligem Knurren ihre unerschütterliche Ehrerbietung und kündigen das drohende Unheil an. Fans und Musikliebhaber der härteren Sorte wird's einfach freuen!
Oliver H.   
Punkte: 8.5 von 10
SCIENCE OF DISORDER - Private Hell (CD)
Fastball Music/Non Stop Music
Und nochmals ein einheimisches Produkt, diesmal von den Lausanner Science Of Disorder mit ihrem zweiten Longplayer namens 'Private Hell', nach ihrem Debut namens 'Heart, Blood And Tears ...' (2011), denn vorher nannten sie sich Soulless und veröffentlichten vier Longplayer, als die wären 'Lost Hopes' (1996), 'Life Extinction' (1997), 'New Era' (2002) und 'In The Maze Of Darkness' (2008). Nun, heute sind sie Science Of Disorder, gegründet 1989 eben als Soulless, bestehen aktuell aus Jérôme Thomas (Vocals), Sylvain 'Lord Pelthor' Pelletier (Guitar), Stéphane 'Steph' Grand (Guitar), Baptiste Maier (Drums) und Thierry Pinard (Bass). Fortan widmet man sich dem Death Metal 'alter Schule', so à la Dying Fetus, Massacre, Cannibal Corpse, Six Feet Under, Entombed, Dismember und Konsorten. 11 Songs haben den Weg auf den Silberling gefunden, welche sehr variantenreich und interessant gestaltet wurden, variables Songwriting sozusagen. Jérôme singt mit klarer Stimme, setzt aber auch seine gutturalen Stimmfähigkeiten ein. Wenn Jérôme mit klarer Stimme singt, kommt mir da sogleich Messiah Marcolin von Candlemass in den Sinn, klare, saubere Stimme. Sehr stark! Steph & Lord Pelthor's Gitarrenarbeit ist exzellent, sie riffen und deathen was das Zeugs hält, gepaart mit groovigen Elementen, gepaart mit kurzen, prägnaten Soli, aber stets immer nach vorne treibend am Abriffen. Thierry's Tieftöner treibt die beiden Sechssaiter nochmals mit Nachschlag nach vorne, allesamt sehr tief getuned, wie die schwedischen 'old school' Deather seinerzeit, à la Entombed, Dismember, Unleashed. Baptiste's drumming ist sehr druckvoll, treibend, groovend, patternd, doublebass-attackig. Teils gibt es auch etwas hardcorige Elemente, auf jeden Fall ist 'Private Hell' sehr abwechselnd und interessant geworden. Auch wieder ein Album, welches man sich oft anhören sollte, um den perfekten Zugang zu finden. Goiles Cover-Artwork, fette Produktion, perfekt. Anspieltipps wären da 'Lava Girl', 'Kingdom Comes', 'Light Bearer' und 'Half Life'. Goiler Death-Metal-Knochen 'alter Schule'. Passt.
Leopold   
Punkte: 8.5 von 10
MOS GENERATOR – Shadowlands (LP)
Listenable Records/Edel
Es gibt Bands, die gehören einfach zu den Felsen in der wilden Brandung der Rockmusik, und dazu gehören seit vielen Jahren auch die Amis Mos Generator. Die Truppe, deren Diskographie aufgrund der zahlreichen EPs, Split–CDs, Compilations und Live–CDs wohl nur noch absolut eingefleischte und eingeweihte Jünger des Trios lückenlos aufzählen können, versteht es meisterlich, Heavy Rock zeitgemäss modern zu spielen und dabei dennoch die traditionelle Authentizität der verzerrten Stromgitarrenmusik nicht missen zu lassen. Eigentlich wollte Mastermind Tony Reed diesmal etwas vielschichtigere, komplexere Songs kreieren, befand dann allerdings, dass es doch besser wäre, wenn diese etwas schneller auf den Punkt kämen, was schlussendlich zu einer Mischung aus beidem geführt hat. Einige Nummern sind für die Band typische, gradlinige Rocker irgendwo in der Schnittmenge zwischen Alternative und Stoner Rock. Diesen gegenüber stehen dann Tracks wie „Stolen Ages“ oder „The Wild & Gentle Dogs“, die mit ihren wilden Jam–Eruptionen an jene Zeiten erinnern, in denen noch wirklich musikalisches Neuland betreten werden konnte, ohne dabei Ohrenschmerzen und Zahnfäulnis zu verursachen (ist wirklich lange her, Kinder...). Insofern hat Meister Reed zusammen mit seiner Rhythmustruppe alles richtig gemacht, denn Hänger finde ich auf „Shadowlands“ keine. Diesbezüglich erinnert mich dieses Trio irgendwie immer an die stilistisch nicht allzu weit entfernten Clutch. Und wieder ein Glied, das sich naht- und schmerzlos in die unübersichtliche Diskographie dieser tollen Band einfügt, Fans werden das Teil schlicht lieben.
Mirko B.   
Punkte: 8.5 von 10
REFUGE - Solitary Man (Gatefold LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Peter "Peavy" Wagner (Gesang, Bass), Manni Schmidt (Gitarre) und Chris Efthimiadis (Schlagzeug) haben sich nach den paar Konzerten durchgerungen, nochmals ins Studio zu gehen und nach ihrer gemeinsamen Zeit als Rage zwischen 1988 bis 1993 nicht die Welt zu erobern, sondern einfach eine gute Zeit zu haben und Refuge als Gemeinschaftswerk zu sehen, bei dem der Spass im Mittelpunkt steht. Mit dem Bandnamen und dem Albumtitel hat man sich an zwei bekannte Rage-Tracks angelehnt und will auch gar nicht verheimlichen, dass man Stolz auf die Vergangenheit ist. Man erkennt bei "Summer's Winter" gleich die Handschrift von Manni, der nach seiner Rage-Zeit lange bei Grave Digger spielte. "Bleeding From Inside" hat viel Spass in den Noten und zeigt die Jungs noch immer aggressiv genug. Solistisch hat Manni nichts eingebüsst und es macht noch immer Freude, seinen solistischen Darbietungen zuzuhören. "From The Ashes" hätte auch gut auf dem 1988-Album "Perfect Man" stehen können, ebenso "We Owe A Life To Death", das an das Flair von "Trapped!" erinnert. Oder das lockere, aber vorantreibende "Hell Freeze Over". Cool auch das über sieben Minuten lange "Waterfalls". "Solitary Man" ist ein Album, das man sich gerne anhört, aber im Vergleich zu den früheren Scheiben in dieser Konstellation nicht ganz die Hitdichte hat wie "Trapped!" oder "The Missing Link". Dafür ist es sicher eingängiger als "Reflections Of A Shadow". Gut gemacht meine Herren. Ich bin jetzt mal gespannt, ob eine Tour folgen wird, oder man sich die Freiheiten raus nimmt zu spielen, wann und wo man will.
Tinu   
Punkte: 8.5 von 10
SUDDEN DEATH - Stillborn (EP)
Art Gates Records
Die nächste Death Metal-Attacke aus Italia, genauer gesagt aus Roma, seit 1997 im deathigen Fahrwasser unterwegs. Mit 'Stillborn' präsentiert uns der italienische Hauptstadt-Vierer den erst vierten Output, nach 'Monolith Of Sorrow' (2015), 'Injection Of Hate' (2004) und 'Devoured Inside' (2000). Aber was hat die/der geneigte Leser/in noch im Köcher? 'Was lange währt wird noch goiler'. Dies trifft auch auf Sudden Death zu, welche in Persona von Luis Maggio (Vocals), Pietro Sabato (Guitars), Giuseppe Ciurlo (Guitars), Daniele Marrocco (Bass) und Andrea Pro (Drums) bestehen und interessanten Death Metal zelebrieren. 5 Tracks sind auf 'Stillborn', davon ein Intro. Grooviger Death Metal, gut produziert, druckvoll, mit einem sehr goilen und gelungenen Cover-Artwork, welches die Marschrichtung deutlich vorgibt. Ja, Fans von Cannnibal Corpse, Suffociation, Immolation, Malevolent Creation und desweiteren werden ihre dunkle Freude an diesem Teilchen haben. Luis' Growls sind vielseitig, mal grell guttural, dann wieder sehr tief growlend, ein Wechselbad der Stimmbänder. Giuseppe's und Pietro's Death-Riffs sind wahrliche 'Old School'-Riffs, erinnern zeitweise doch an Cannibal Corpse, dennoch sind die Saitenkünstler eigenständig unterwegs, filigran, abwechselnd, rhythmisch-tanzend, abwechselnd solierend, beinahe doomig, um dann sogleich loszublasten. Daniele's Tieftöner untermalt die Rhythmuswechsel gekonnt, bildet das Bindeglied zwischen den Sechssaitern und dem Drum von Andrea, welches mit Blasts, Grindcores, Doublebass-Attacken, dann wieder beinahe doomigen Paradiddle's überrascht und auftritt. Anspieltipps wären da sowohl 'Too Dead to Fuck' als auch 'The Right To Kill'. Grundsolider Death Metal.
Leopold     
Punkte:
keine Wertung
HEKATE – Totentanz (CD)
Prophecy Productions
Das Neo Folk/ Classic Folk-Duo aus Koblenz lädt nach 7 Jahren Pause erneut zum Tanze. Der neue Silberling knüpft nahezu nahtlos an das letzte Album “Die Welt der dunklen Gärten” (2011) an – Hekate haben ihren Sound gefunden und bleiben auch dabei. “Totentanz” präsentiert einmal mehr eine traumhafte Mischung aus sphärischen Klängen, balladesker Mittelaltermusik, traditionellen Folk-Instrumenten sowie einem Hauch Dark Wave-Charme, verpackt in schwermütigen Melodien. Das neue Epos ist dem Tod gewidmet, in all seinen Facetten und Interpretationen. Dabei verlassen sich die Deutschen nicht nur auf ihre eigenen Worte, sondern bedienen sich auch dem berühmten Gedicht “Mondnacht” von Joseph von Eichendorff (1837). Auch das Albumcover stellt einen Kulturschatz dar: Es zeigt eine bisher unveröffentlichte Radierung des deutschen Symbolisten und Jugendstilkünstlers Franz Stassen (1869-1949). Dem Thema entsprechend ist die Grundstimmung eher düster und melancholisch, stellenweise leider aber auch etwas gar kitschig und bemüht lyrisch. Den Gesang teilen sich Axel Menzer und Susanne Grosche. Persönlich gefallen mir die Tracks am besten, in denen nur weibliche Vocals zu hören sind. Menzer hat einen eher monotonen Gesangsstil – klassisch Neo Folk eben – was auf Dauer etwas schleppend wirkt. Ist aber schwer Geschmackssache. Highlights sind der mittelalterlich angehauchte, klagende Titeltrack “Totentanz“, das etwas leichtherzigere “Spring Of Life“ sowie das schon fast postapokalyptisch anmutende “Embrace Of Light“. Fazit: Hekate verbinden Moderne Musik und historische Einflüsse auf gekonnte Weise und präsentieren ein erstaunlich abwechslungsreiches Album, das neben ein paar Kitscheskapaden durchaus auch seine tiefgründigen Momente hat. Wer auf sphärischen und zauberhaften Neofolk steht, der sollte hier unbedingt mal reinhören.
Patricia H.  
Punkte: 8.5 von 10
ELVELLON - Until Dawn
Reaper Entertaimment
Neuer Superstar des Symphonic-Genres? Schwer vorzustellen, denn schliesslich gibt es schon so viele würdige Vertreter dieser Richtung. Dennoch wage ich zu behaupten, dass nach bereits hochgelobten Singles und einer vielversprechenden EP auch das Debüt bombastisch genug ausgefallen ist, um die Szene ordentlich durchzuschütteln. Gänsehauterregende Orchesteralemente treffen auf soliden Metal und eine bezaubernde, sanfte Stimme. Die Mischung geht eindeutig unter die Haut und katapultiert das Album somit zu meinen persönlichen Favoriten des Jahres. Klare Kaufempfehlung für Genrefans und Einsteiger.
Mona M.   
Punkte: 8.5 von 10
BULLETS AND OCTANE - Waking Up Dead
BadMoFo Records/Cargo Records
Bereits im Jahr 2013 wurde die ursprünglich aus St. Louis, Missouri stammende, in Südkalifornien ansässige Band mit ihrem Debüt "One Night Stand Rock'N'Roll" vorstellig. Dieses wurde von Gilby Clark produziert und wies mindestens diesbezüglich ein hohes Level auf. Über die Jahre konnte sich die Truppe einen guten Ruf erspielen, unter Anderem mit Auftritten im Vorprogramm von Avenged Sevenfold, Stone Sour, Social Distortion, Bad Religion, Eagles Of Death Metal, Deftones, Korn und Flogging Molly. Nach einer fünfjährigen Pause erscheint nun mit "Walking Up Dead" das neuste Album der Formation. Dabei ist alles beim alten geblieben. Musikalisch frönt man nach wie vor dem Kick Ass Rock'n'Roll mit Hang zum Punk. Vor allem Social Distortion scheinen im Sound von Bullets And Octane immer wieder durch. Wie gehabt wurde das Augenmerk auf eingängige Songstrukturen gelegt. Herausgekommen sind substanzielle Track, wie der Titelsong und die weiteren Singleauskopplungen "Bad Motherfucker", "Walking Up Dead" und "Fires". Die Jungs geben bei der musikalischen Umsetzung mächtig Gas, brillieren dabei mit tonnenweise dreckigen Riffs und rauhen Vocals in der Schnittmenge von Dave Wyndorf von Monster Magnet und Lemmy (R.I.P.). Coole Band mit einem weiteren coolen Album.
Chris C.   
Punkte: 8.4 von 10
EXMORTUS - The Sound Of Steel
Prosthetic Records
Die kalifornischen Melodic-Thrasher von Exmortus waren mir bis zu ihrem Live-Support von Obituary völlig unbekannt, obwohl sie auch bereits seit 2006 ihr Unwesen in den Metalgefilden treiben. Ich habe nicht schlecht gestaunt über diesen geilen Mix aus knüppelnder Härte, wunderbaren Ohrwurm-Melodien und technischer Raffinesse. Dazu eine fette Produktion und die "grossen" Hits - eine herrliche Mischung. Um mir ein Bild machen zu können, hörte ich die Vorgängeralben "Slave To The Sword" und "Ride Forth" komplett an. Ersteres ist echt ein Kracher und letzteres ging irgendwie an mir vorbei. Jetzt steht mit "The Sound Of Steel" ein weiterer Longplayer in den Startlöchern, um sich mit den älteren Werken zu messen. Leider kann das nunmehr fünfte Album von Exmortus meiner Ansicht nach die Messlatte "Slave To The Sword" nicht erreichen. Kracher wie "Make Haste" oder das verspielte "A Minor Instrumental" sind Genuss pur, doch Luft nach oben ist definitiv noch vorhanden. Die Songs haben Speed und Aggression aber mit den typischen Überraschungsmomenten, den grossen Melodiebögen wird zu sehr gegeizt. "Strength And Honor" mit seinen Hey-Chören und "To The Ends Of The Earth" erreichen annähernd den 2014er-Status, gerät aber dann doch ins Wanken. Zugegeben, es ist ein Mäkeln auf hohem Niveau, denn für sich genommen ist "The Sound Of Steel" ein ordentliches Thrash Metal-Album mit dezenten Death-Elementen und zartem US Metal-Flair geworden. Der eine oder andere Schädelspalter ist auch dabei und was will man eigentlich mehr. Man kann "Conan" und Co. auch nicht vorwerfen, dass sie auf ihrem Stand stehengeblieben sind, und deshalb - Daumen hoch!
Oliver H.   
Punkte: 8.3 von 10
HALCYON DAYS - Rain Soaked Pavements & Fresh Cut Grass
Indie Recordings/irascible
Wir bleiben mal im nördlichen Europa, wechseln jedoch das Land und treten auf norwegischen Boden, genauer gesagt in die Hauptstadt Oslo und treffen da auf den Sechser von Halcyon Days, die mit 'Rain Soaked Pavements & Fresh Cut Grass' bereits ihren fünften Output zelebrieren. Seit ihrer Gründung veröffentlichten sie Alben wie '.moisture' (2012), 'True North' (2013), '.ELEVEATE' (2014) und 'Halcyon Days' (2016). Ach ja, verschrieben haben sie sich dem New 'Melodic' Metal mit Hardcore-Einflüssen. Mmh, interessante Mischung, und das ist es wahrlich auch. Denn Halcyon Days, in Persona à la Niklas Vestaby (Drums), Steffen Johansen (Bass), Robbe Madsen (Cleans/Vocals), Daniel Lorentsen (Vocals), Ulrik Linstad (Guitar) und André Sorensen (Guitar) jagen sich so sehr vertrackt und hardcorelastig durch die 10 Songs, von welchen ich sogleich 'Cerca Trova', 'In Memoriam', 'Friendship' und 'Fragments' als Anspieltipps wähle und gerne darauf hinweise, dass Fans von Architects, Underoath und Counterparts hier in die Vollen reinlangen dürfen und können. Robbe's und Daniel's Gesang ist wie ein Zwiegespräch, wie man es in der Theater- und Opernwelt bestens kennt, denn sowohl Robbe's Kelchen als auch Daniel's Kelchen ergänzen, duellieren und zwiegesprächen sich bestens, total aufeinander abgestimmt. André's und Ulrik's Gitarrenarbeit steht den beiden Gesangsbrüdern in Nichts nach, sie ergänzen, duellieren und riffen sich gegenseitig durch die Tracks, stets mit melodiösen Lines, mal der eine, mal der andere, kurzen, melodiösen Soli, abwechselnd mal mit Distortion und dann mal in cleanen Sphären. Steffen's Bassläufe ergänzen die Quetschbalkentänzereien bestens, er füllt die Lücken dazwischen und setzt auch noch markante Akzente mit dem Tieftöner. Niklas' Drumming entzückt, da stets immer sehr groovend unterwegs, mal mit Doublebass-Attacken, dann beinahe punkig und rockig, aber eben, stets mit sehr viel Groove und mit treibenden Fellen. Das Cover-Artwork lädt zum Nachdenken ein, interessant gestaltet, wie so oft in diesem Genre. Die Produktion kommt satt, sauber und sehr druckvoll rüber. Nun, eigenständig sind sie, Halcyon Days, deshalb ist ein Antesten allgemein nicht das Verkehrteste.
Leopold    
Punkte: 8.3 von 10
NILS PATRICK JOHANSSON - Evil Deluxe (CD)
Metalville/Musikvertrieb
Nach so vielen Jahren im Geschäft, bringt Nils Patrick Johansson endlich sein erstes Soloalbum raus. Man bekommt genau das, was vom Astral Doors-Frontmann zu erwarten ist; Markante Vocals, die irgendwie an Legende Ronnie James Dio erinnern, solide Riffs und hammerstarke Melodien. Ein Feuerwerk für die Ohren? Diesen Begriff kann man in der Tat verwenden. Etwas mehr als 50 Minuten werden unsere Ohren von typisch skandinavischem Hard Rock/Metal beschallt. Das Gesamtwerk ist definitv eine der interessanteren Erscheinungen des Monats. Definitiv eine Kaufempfehlung!
Mona M.    
Punkte: 8.0 von 10
FRAGMENTS OF UNBECOMING – Perdition Portal (CD)
Apostasy Records
Obwohl die Herren aus unserem „Grossen Kanton“ stammen, so orientiert sich ihre Darbietung ganz klar dem Todesblei aus Schweden, genauer an den frühen Anfängen des Göteborg Melodic/Death Metal. Kann man nun uninspiriert, langweilig und angestaubt finden, doch wäre dies nicht ganz fair, zumal Fragments Of Unbecoming mit „Perdition Portal“ ein sehr starkes Werk gelungen ist. Der Aspekt, dass man auf irgendwelche gerade angesagten Einflüsse verzichtet, schwülstiger Klargesang beiseite lässt und auch keine triefenden Keyboards zu hören sind, gibt der Scheibe eine teils brachiale Durchschlagskraft. Songs wie „All Light Swallowed“ und „Morbid Divinity“ hauen gnadenlos rein und es wird geknüppelt, so wie ich es schon sehr lange nicht mehr auf einer Melodic/Death Metal-Scheibe gehört habe. Der Schwerpunkt liegt mehr auf der Härte denn auf einprägsamen Melodien, dazu gesellt sich eine düstere Atmosphäre, die bereits durch das wundervolle Cover angedeutet und mittels etwas dezenter Zugabe von Black Metal vertieft wird. Abgesehen von diesem Tribut an At The Gates und Dissection drückt auch ab und zu die Erinnerung an frühere Amon Amarth-Werke durch, und bei der Todeswalze „Golgotha“ drängt sich sogar noch ganz dezent der Name Bolt Thrower in den Hinterkopf. Wenn es etwas zu beanstanden gibt, dann vielleicht beim Song „Calamity Choir“, bei dem der Härtegrad deutlich reduziert und mehr mit Melodien gearbeitet wird, zwar sind genau die Melodien die mit Abstand einprägsamsten der ganzen Scheibe, jedoch gegen die Dynamik der anderen Songs wirkt „Calamity Choir“ fast schon langweilig. Trotzdem, für Nostalgiker verspricht „Perditional Portal“ gepflegte Unterhaltung mit einer ordentlichen Portion Eiern.
R.K.    
Punkte: 8.0 von 10
MADBALL - For The Cause
Nuclear Blast/Warner
Die Hardcore-Veteranen von Madball müssen an dieser Stelle sicherlich nicht mehr näher vorgestellt werden, denn Dringlichkeit, Authentizität und Integrität aufrechtzuerhalten war noch nie ein Problem für New York Citys härteste und am härtesten arbeitende Band. Nach mittlerweile fünfundzwanzig Jahren zwischen Studios und Bühnen, schlagen Madball ihr nunmehr 9. Kapital mit 13 Hammertracks auf und veröffentlichen mit "For The Cause" eine Sammlung voller heldenhafter, groove-geladener, street-level New York Hardcore-Songs, wie sie eben nur Madball bringen können. "For The Cause" feiert zugleich die Rückkehr ihres Gitarristen Matt Henderson, der zuletzt auf "Hold It Down" (2000) in die Saiten griff und für das neue Album auch als Produzent fungierte. Einzigartig an diesem Album ist ebenfalls die brillante Produktion von Rancid's Tim Armstrong, der den unverwechselbaren Sound kraftvoll und dynamisch zum Ausdruck bringt, ohne das typische Markenzeichen der Band mit Füssen zu treten. Bemerkenswert auf "For The Cause" sind die zahlreichen Gastauftritte einiger Freunde der Band sowie einiger Künstler, mit denen sie sich jahrelangen gegenseitigen Respekt teilen. Einer davon ist der legendäre Ice-T, der auf dem Hardcore-Banger "Evil Ways" seinen Beitrag leisten durfte und dem Track eine echt gute und persönliche Note verpasst hat. Doch das vermutlich bemerkenswerteste am neuen Silberling sind sicher die verschiedenen musikalischen und stimmlichen unerwarteten Wendungen, die dazu dienen, Madball's NYHC-Image frischen Wind einzuhauchen. Die Truppe um Freddy Cricien ist beim neuesten Streich viel risikofreudiger ans Werk gegangen als bei jedem vorherigen Album und es zahlt sich definitiv aus! Wo Madball drauf steht, ist eben auch Madball drin!
Oliver H.     
Punkte:
8.0 von 10

ROTTEN SOUND - Suffer To Abuse (EP)
Season Of Mist/Irascible
Finnlands finest knallen uns zur gerade abgelieferten Frühlings-Tour und ihrem 25jährigen (!) Jubiläum sieben neue Songs um die Ohren, welche gewohnt deathmetallisch orientierten Grindcore mit nach old school-HM2-Gitarrenverzerrung tönendem Klangbild bieten. Gewohnt fokussiert und mit einer glaubhaften Wut versetzt nehmen Rotten Sound keine Gefangenen und punkten einmal mehr mit ihrer Gabe auch kurze Gewaltausbrüche mit amtlich Atmosphäre zu versetzen und in den richtigen Momenten den Fuss vom Gas zu nehmen. Dazu gibt's wieder intelligente, beobachtende Texte und einen grobstolligen Stiefel in die Arschritze. Frisches, knapp zwölfminütiges Kraftfutter aus dem Norden, nicht zu verwechseln mit ihrem letzten Album "Abuse To Suffer" von 2016. Reinhören!
Hardy   
Punkte: keine Wertung
SUNSTORM - Road To Hell (Gatefold LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Allein durch das Mitwirken von Gesangslegende Joe Lynn Turner wird grundsätzlich jedes Album schon von vornherein auf ein beachtliches Niveau gehoben. Der gute Mann stellte seine hochkarätigen Vocals, wie allgemein bekannt, immerhin schon in die Dienste von Deep Purple, Rainbow und Yngwie Malmsteen, des weiteren bei zahlreichen Projekten und auf diversen Soloalben. Sunstorm nun ist die Baustelle vom Chef des italienischen Melodic-Labels Frontiers Music, Serafino Perugino. Bereits 2006 entstand unter seinen Fittichen der erste Output. "Road To Hell" ist bereits der fünfte Streich der Kollaboration. Einmal mehr zeichnet sich der Frontiers Haus und Hof-Produzent Alessandro Del Vecchio für den Sound verantwortlich, dessen erstklassigen diesbezüglichen Fähigkeiten kritiklos bleiben. Sunstorm war ursprünglich als ultimatives JLT AOR-Projekt gedacht, erfuhr aber bereits auf dem letzten Album "Edge Of Tomorrow" (2016) eine dezente Richtungsänderung in härtere Gefilde. "Road To Hell" nun ist die logische Fortsetzung. Man bewegt sich also im klassischen Hard Rock-Metier, wobei man mit knackigen Riffs und grandiosen Melodien brilliert. Die Songs wurden exakt auf die Stimme von JLT massgeschneidert und mit diversen grossen Hooks ausgestattet. Unter dem Strich ist der eine oder andere Track vorhanden, der sich durchaus in den Gehörgängen festzusetzten vermag. Das Gros weist aber wenig nachhaltige Substanz auf. So bleibt "Road To Hell" ein Album, dass im oberen Durchschnitt einzuordnen ist, aber in erster Linie durch das Mitwirken von Joe Lynn Turner zu überzeugen vermag.
Chris C.    
Punkte:
8.0 von 10
LUCA PRINCIOTTA BAND - Rough Blue (CD)
Metalville/Musikvertrieb
Der Doro-Gitarrist auf Solopfaden. Was serviert uns der bessere von beiden Doro-Gitarristen" Ein eher instrumentales Album, das mit einem Stück wie "Shake The Cake" an Joe Satriani-Tracks erinnert, oder mit "On Board" feinsten Blues Rock bietet. "What It Takes" rockt schwerfällig und mit Blues in den Venen los und präsentiert mit Matteo Bertini einen Shouter mit viel Kraft in den Stimmbändern und dem nötigen Whisky-getränkten Flair. Virtuos spielt sich Luca durch die Songs und verliert dabei aber nie den Bezug zum Song, sondern stellt sein Können dem Track unter. "When Everything's Right" ist eine instrumentale Ballade, die sich steigert. Der Titelsong erinnert an Mr. Big und "Ain't No Love" hat schon eine leichte Anlehne an Jimi Hendrix. "Rough Blue" ist ein hörenswertes Album geworden, vorausgesetzt, man gibt Instrumentalsongs auch die Möglichkeit, sich zu entfalten. Antesten lohnt sich!
Tinu     
Punkte:
8.0 von 10
EISREGEN – Satan liebt dich (EP) (LP)
Massacre Records/Musikvertrieb
Es scheint, als hätten sich die Deutschen nun noch mehr der Horror-Thematik zugewandt als eh schon – nur schon der Opener „Fahlmondmörder“ erinnert an die Pioniere The Vision Bleak, der Titeltrack stellt mit seinem sachte Dark Wave-Feeling und den vielen Einschüben ebenso ein entsprechender Wegweiser dar. „Onkel Fritze“ ist eine ‚Hommage‘ an den Massenmörder Fritz Haarmann und kommt Eisregen-typisch bitterbös und schwarzhumorig daher. Was danach folgt, sind Covers („For God Your Soul“ von Punchent Stench, Transilvanian Beef Club covern gleich selbst „Onkel Fritze“ und nennen das Resultat „Menschenmetzger Fritz“), eine neue Interpretation vonn „Mein Eichensarg“ sowie „13 russische Krebsschweine“. Wenn man sich nur die ersten 3 Tracks anhört, sind die Erwartungen ans neue, kommende Album recht hoch – die anderen Tracks sind ‚Beigemüse‘ und für Fans sowie Kenner.
Toby S.    
Punkte: keine Wertung
SLAPSHOT - Make America Hate Again (LP)
Bridge 9
Hardcore aus Boston, U.S.A. Die Hardcore-Legenden sind zurück mit 'Make America Hate Again'. Und Slapshot lassen nichts anbrennen. 11 Tracks haben Platz gefunden auf dem bereits 12. Album (11 Longplayers, 5 EP's, 2 Promo's und 2 Singles), wäre Slapshot's Palmares. Hardcore, melodiös, kurze und knackige Songs, straightes Songwriting, Rock'n'Corige Soli, Fun-Sound mit ernsten Lyrics. Punk'n'Core'n'Roll von der East-Coast. Slapshot sind aktuell Jack Kelly (Gesang), Ryan Packer (Bass), Craig Silverman (Guitars) und Corey Koniz (Schlagzeug). Gegründet wurde Slapshot 1985 und sie klingen immer noch unverbraucht und frisch. Jack's Gesang ist goiler Hardcore-Scream, wütend, rebellisch und klar. Ryan's Bass wummert klar und cool zu den restlichen Bandmembers. Craig's Klampfe distortioniert mal punkig, mal core-riffend, mal etwas metallischer, dann wieder mehr hardcoriger, untermalt mit einzelnen Soli, welche im erfrischenden Rock'n'Roll-Vibe gehalten sind. Corey's drumming lädt einfach zum Skaten ein, straight, groovend, treibend und Cymbals-betont. Das Cover-Artwork passt hervorragend zur Mucke, die Produktion kommt sauber und druckvoll rüber. Die 11 Songs sind mal sehr kurz 'I Got Your Number' (01:57), aber dann auch wieder etwas länger 'It's All About You (03:30), und da wären wir schon bei den Anspieltipps, wie desweiteren 'Trainwreck' und 'Alone', oder dann 'White Flag'. So à la Cro-Mags, Agnostic Front, etc. Nun, ich bemerke, wie mein Skateboard mich ankuckt. Wirklich, jetzt? Yep. Also, dann, mit Slapshot am Skaten. Cheers!
Leopold     
Punkte:
8.0 von 10
MASS - When 2 Worlds Collide (CD)
Escape Music/Non Stop Music
Die Mass hier haben nichts mit den deutschen Mass zu tun, sondern stammen aus dem USA und können auf die Hilfe von Michael Sweet (Stryper) bauen. Und wer sich die alten Dokken mit neuen Songs zurückwünscht, sollte sich mal "Just Can't Deny" anhören. Von der Dynamik her erinnert dieser Track sehr an "Kiss Of Death" mit einem kleinen Keyboardsolo a la Deep Purple. Positiv fällt auch Sänger Louis St. August auf, der einen sehr guten Job abliefert. Die Songs sind aber weit davon entfernt, im Sleaze Rock angesiedelt zu werden, sondern überzeugen mit einer würzigen Hard Rock-Mischung aus den Staaten und Europa. "Falling In Love" ist einer dieser tollen Tracks und hätte man die Keys noch ein bisschen zurückgeschraubt... Mein Gott, was wäre dies für eine Killer-Scheibe geworden. Mit einem akustischen Part beginnt "Alive", der dann in einen tollen Hard Rock-Song übergeht. Mit Geschwindigkeit überzeugt "Revenge For The Maiden", der schon ein bisschen an die eisernen Jungfrauen erinnert. "Some Time Ago" erinnert an die schweren Songs von "House Of Lords", welche damals mit einem feinen Led Zeppelin-Anstrich gespielt wurden, während "Time Marches On" mit schon fast spacigen Key-Parts überrascht. Der Titelsong ist dann am Schluss noch eine kleine Hymne und beendet ein wirklich tolles Album. Wer auf kernigen Hard Rock steht, sollte hier unbedingt reinhören.
Tinu 
Punkte:
8.0 von 10
DREADFUL FATE - Vengeance (CD)
I Hate Records/To The Death
Mit 'Vengeance' veröffentlichen die Schweden ihr Debutalbum, nach einem Demo namens 'The Sin Of Sodom' und schon darf man die ersten Parallelen zu eben besagten Sodom, Kreator, Destruction, Deströyer 666, Bathory, Venom und Konsorten machen, jedoch wahrlich nur jeweils deren erste Scheiben. Dreadful Fate jetzt als Kopierer dieses Genres zu betiteln ist dennoch fehl am Platze. 8 Tracks sind auf dem Erstling vertreten, die einfach richtig 'old school' thrashend, leicht mit Black- & Death-Elementen verziert, vor sich hin scheppern. Etwas salopp ausgedrückt, aber bei den vollzogenen Hörproben werdet ihr mir zustimmen. Klar orientiert man sich den Mitte 80ern, jedoch ist die Produktion neuzeitlich gestaltet. Dreadful Fate gibt es seit 2017 in Form von Total Destruction (Bass), Corpse Skelethor (Drums), Death Ripper (Guitars) und Bestial (Vocals), wobei man bereits mit der Namensgebung die nächsten Vergleiche ziehen darf. Bestial's Gesang ist echter 'old school' Thrash-Scream, Corpse Skelethor's drumming ebenfalls, straight, doublebass-lastig und stets groovend. Death Ripper's Gitarrenarbeit rifft sich stets in den schnelleren Tempi, kurz, schmerzlos, sägend, gepaart mit wilden und exzessiven, jedoch kurz gehaltenen Soli. Total Destruction's Bass wummert ebenfalls im Sound des 'old school' in den tiefen Lagen umher. Ein passendes Cover-Artwork, welches klar aufzeigt, in welche Richtung man tendiert. Auch die Produktion besteht den Härtetest. Wenn man den vier Schweden so zuhört, kommen einem doch stets neue Vergangenheits-Wölkchen so vorbeigezogen. Wie gesagt, Fans von besagten Bands werden hierbei ihre helle 'old school'-Freudentage feiern, Anspieltipps wären da 'Altar Of Cruelty', 'Witches Hammer' oder 'The Final Sacrifice'. Old School turns into New Old School.
Leopold  
Punkte:
8.0 von 10
NOVEMBER-7 – Overload 1.0
Eigenvertrieb
Die Schweizer Band November-7 bringt nach dem letzten Erfolg mit “Awaraxid 7mg“ (2014) endlich wieder einen neuen Silberling auf den Markt. “Overload 1.0“ heisst das gute Stück und ist ein Mini-Album mit 5 Tracks über eine Spielzeit von 23 Minuten. Auch diesmal erzählen sie eine Geschichte, die sich als roter Faden durch das Album zieht: Ihr neuer Producer Dyno, ein Dinosaurier der lebendig aus dem Gletschereis geborgen werden konnte, hat nur ein Ziel: Er möchte die gefährdete Spezies “Musiker“ vor dem Aussterben retten! Dazu hat er November-7 unter seine Fittiche genommen und will sie nun durch den kreativen Prozess zum Erfolg führen. Die Band aus Neuchâtel produziert dabei feinsten Female Fronted Industrial/Electro Rock und erinnert stellenweise stark an Lacuna Coil. Gemixt wurde das Ganze übrigens von Stefan Glaumann, der auch für den Mix bei Bands wie Rammstein verantwortlich ist. Entsprechend kriegt man hier sehr vernünftige Qualität auf die Ohren. Die 5 Tracks sind erstaunlich unterschiedlich. So gibt es bei dem sehr eingängigen Opener “Running Out Of Time“ sogar ein kleines Jazz/Blues-Zwischenspiel, dicht gefolgt von einem weiteren Intermezzo, diesmal aber als Synthiegewitter. “Divine“ klingt stark nach Lacuna Coil, während “Loose Connection“ sehr direkt und stellenweise fast schon brutal daherkommt. Mit “Time To Come“ wird das Tempo massiv gedrosselt und es punktet mit einer wirklich schönen Pianolinie. “Dare“ ist dann etwas düsterer und baut wieder mehr auf Electro-Elemente. Fazit: Tolles Album, das seinen Vorgängern in nichts nachsteht. Wirklich schade, ist es bloss ein solch kurzes Vergnügen! Kaum ist man mitten drin, ist es auch schon wieder vorbei. Hätte gerne mehr davon gehabt!
Patricia H.   
Punkte:
8.0 von 10
EMERALD SUN – Under The Curse Of Silence (CD)
Fastball Music/Non Stop Music
Bereits das fünfte reguläre Album veröffentlichen die griechischen Melodic Heavy Metaller Emerald Sun. Wie bereits früher glänzt auch das neue Werk mit tollen Liedern, die ein gewisses Niveau nicht unterschreiten und ihre Fans finden werden. Dabei lotsen sie die eigenen stilistischen Grenzen gekonnt aus, in dem sie rasende Lieder neben stampfenden platzieren und auch mal eine Ballade Platz hat. Mit dem Cover des 80er Disco-Hits „Fame“ zeigen sie eine weitere neue Seite. Anders als es Adagio 2005 es gemacht haben, halten sie Emerald Sun relativ stark ans Original. Prominente Unterstützung erhalten die Griechen bei „Blast“. Hier konnte als Gastsänger Rage-Chef Peavy Wagner gewonnen werden. Aber auch die restlichen Lieder überzeugen. Nur fallen diese nicht mehr derart aus dem Rahmen wie die bereits erwähnten. Und genau das ist Fluch und Segen gleichzeitig. Under The Curse Of Silence ist ein tolles Album und wird seine Hörer begeistern. Wieso ich allerdings genau diese Band hören soll, wenn es tausende ähnlich tolle Bands gibt, wird sich jeder Metaller fragen müssen. Wer sich für dieses Emerald Sun-Album entscheidet, kann wird es aber nicht bereuen.
Roger W.   
Punkte:
8.0 von 10
SPINE - Faith (LP)
Bridge 9
Hardcore aus Chicago & Kansas-City, kurz beschrieben im Stile von Infest, Siege, Agnostic Front, Youth Of Today oder Cro-Mags. 9 Songs im typischen East-Coast NYHC-Gewand, aber mit brutal-aggressiveren und wütenderem Gesang als die Labelkumpanen von Slapshot. Da kommt bei Spine doch mehr das Biohazard-mässige zum Zuge, im gesamten Soundteppich. Nun, mit 'Faith' veröffentlichen Spine deren 8. Output, nach 'Running Out Demo', 'Subhuman', 'Spine/The Repos' (Split), '2014 Promo', 'Time Has Gone', 'Deny' und '2017 LP Promo'. Spine sind Antonio Marquez (Vocals), Alex Tunks (Guitars), Dillion Bendetti (Bass) und John Hoffmann (Drums). Ihr glaubt es zwar vielleicht nicht, aber mich guckt mein Skateboard schon wieder so komisch an ... Ready? Yeah! John Hoffmann's drumming ist straigt, punkig, hardcorig, stets eine treibende Kraft hinter seinen Fellen. Antonio Marquez Gesang ist - wie schon bereits erwähnt - sehr wütend, schreiend, screamend und doch klar verständlich. Dillion Bendetti's Bassarbeit ist sehr punkig und hardcorig ausgelegt, währenddem Alex Tunks' Gitarrenarbeit zwischen Punk, Hardcore und Metal hin- und herschwebt. Allesamt sind stets auf Groove bedacht, mal wie bei Slapshot kürzere Songs, dann wieder etwas längere, einige kurze, intensiv-wütende Gitarrensoli von Alex. Ebenfalls sehr gelungenes Cover-Artwork und die Produktion kommt sehr druckvoll und corelastig rüber. Ich glaub, ich muss sogleich mein Skateboard 'Gassi' führen ... Bis denne!
Leopold   
Punkte:
8.0 von 10
FANTASY OPUS - The Last Dream (2 CDs)
Pure Steel Publishing/Musikvertrieb
Die Herren aus Portugal brettern sich hier durch 11 Power Metal-Nummern mit etwas Prog-Anteilen. Man rockt sich hier souverän durch (Kiske) Helloween, Gamma Ray, Angra und co. Leonel Silva singt vielseitig und kräftig, kann aber seine wahrscheinliche Liebe zu Stimmen wie die von Michi Kiske und Ralf Scheepers wohl nicht abstreiten. Leonel ist aber trotzdem ein toller Sänger, hört euch nur die akustische Ballade "Lust" an, ganz starker Song. Auch die Gitarristen glänzen mit starken Riffs und Soli auf hohem Niveau. Ich mag vor allem die abwechslungsreichen Tracks wie das geniale "Conquer The Seas" tolle Stakkato Riffs und spannender Gesang prägen den Song. Außerdem gefällt mir hier das immer die Gesangsmelodie im Vordergrund steht. Ich meine es gibt ja tonnenweise Power Metal-Bands auf diesem Planeten. Viele spielen auf sehr hohem musikalischen Niveau, da passiert es schnell, dass man in der grossen Flut untergeht. Vielleicht passiert das Fantasy Opus ja auch, keine Ahnung. Verdient hätten sie die Aufmerksamkeit der Metal Gemeinde auf jeden Fall. Die Portugiesen haben wirklich tolle Songs im Gepäck, bieten Abwechslung, man höre "Black Angels" und es macht Freude sich von der Musik mitreissen zu lassen. Reinhören sehr empfohlen.
Crazy Beat   
Punkte:
8.0 von 10
ABOVE US THE WAVES - Rough On High Seas (2 CDs)
Rough on High Seas/Growl Records
Neben weissen Steinhäusern mit blauen Dächern und jeder Menge Staatsschulden kommt da auch noch was Musikalisches aus dem griechischen Kavala. Die fünfköpfige Truppe hat sich ganz und gar den Elementen Hardcore und Melodic/Death Metal verschrieben und lässt keinen Zweifel an ihren harten Riffs und den starken Melodien aufkommen. Die Band wurde durch Vasilis (Gitarre) und Theodore (Schlagzeug) gegründet und nach ersten Memberwechseln mit George (Gitarre), Dinos (Bass) und Vangelis (Vocals) vervollständigt. Nach etlichen Promotapes konnten sie schliesslich 2013 ihr Debüt "Anchors Aweigh" veröffentlichen. Wirklich geholfen haben dem Fünfer aber klar ihre energiegeladenen Live-Shows, deren positives Feedback sich rasend schnell rumgesprochen hat. So durften die Jungs innert Kürze Acts wie Rotting Christ oder Paul DiAnno supporten. "Rough On High Seas" ist nun das zweite Album der Griechen, das mit acht brandneuen Songs aufwartet. Etwas wenig mag man vielleicht denken aber es ist gerade richtig. Die Tracks drücken ganz schön ab und bieten dort Abwechslung wo nötig. "Seaside Junk" ist mein Favorit der Platte, da er das musikalische Spektrum der Band schön darstellt. Den Albumtitel "Rough On High Seas" würde ich überraschenderweise als schwächsten Song der Platte einstufen, wogegen "Windcheater" wieder in alter Manier wütet. Above Us The Waves ist sicher eine Truppe, die Melodic/Death-Freunde sowie Metalcore-Freaks erfreuen wird.
Oliver H.  
Punkte:
7.9 von 10
MIST - Free Me Of The Sun (C)
Soulseller Records
Die slowenischen Doom-Prinzessinnen präsentieren mit "Free Me Of The Sun" ihr Debutalbum. Die Doom-Prinzessinnen spielen eine sehr traditionelle Variante des Dooms, und so startet "The Ghoul" handwerklich solide. Die beschwörende Stimme der Sängerin passt ausgezeichnet zum Sound. Beschwörend geht es mit "Ora Pro Nobis" weiter und die Riffs sind tonnenschwer und ziehen einen hypnotisch in ihren Bann! "White Torch" Hat auch diese Schwere in sich und wird mit verzweifelten Vocals passend abgerundet! Meinem Lieblingsmonat ist "December" gewidmet, leider entpuppt sich dieser Song als ein laues Lüftchen! Wieder heftiger geht es dann mit "Altar Of You" weiter. Das steht Mist definitiv besser zu Gesicht! Zähflüssiger, geiler Doom, der gekonnt dargeboten wird! Leider ist "Disembody Me" sehr unspektakulär und plätschert vor sich hin. Wenn Mist auf dem Bremspedal einschlafen, dann verliert ihre Musik an Reiz und gewinnt an Langeweile! "The Offering" lässt mich wieder aufwachen und die Gitarristinnen lassen endlich wieder ihre Äxte aufheulen! Richtig düster geht es mit "Demonized" weiter. Einer der besten Songs dieses Albums ist "Delirium", der die vertonte Langsamkeit ist! Sicher einer der Höhepunkte von "Free Me Of The Sun". Der Titeltrack "Free Me Of The Sun" kommt als Traumfänger und Schlusslicht daher! Leider ist dieser Song sehr einschläfernd und definitiv kein Glanzlicht! Dieses Album hat viele Höhen, aber genau soviel Tiefen und noch einige Luft nach oben!
Roolf
  
Punkte:
7.8 von 10
BIBEAU - Bibeau
Fade To Silence Records
Mit etwas Verspätung kommt, respektive muss hier ein interessantes Prog Rock/Metal Debüt-Album quasi nachrezensiert werden. Die Band nennt sich Bibeau nach Gitarrist Robin Bibeau, stammt aus Whitehouse in Texas (USA) und wird durch Drew Theiring (v), Casey Boyd (g), Chris Ray (b) und David Sweat (d) komplettiert. Auf die Band aufmerksam gemacht wurde ich durch Freund und Radiokollege Olivier "Oli4" Clausen von Radio Munot, der mir kurzerhand die direkt bei der Band georderte CD plus ein T-Shirt zukommen liess. Kürzlich führte er ein Interview mit Robin Bibeau, der sich natürlich riesig über den Support freute. Unserer Leserschaft möchte ich nun die unbestreitbaren Vorzüge dieser Klasse-Scheibe ebenso näher bringen. Angesprochen ist in erster Linie die Prog-Gemeinde, da die Amis bei der zahlreichen Nennung von einflussnehmenden Bands mitunter auch Queensrÿche und Rush nennen. Kurz auf den Punkt gebracht klingt Frontmann Drew, je nachdem, wie eine Mischung aus Geddy Lee (weniger) und Dave Mustaine (mehr), garniert mit einer Prise Geoff Tate (weniger) und Andrew Stockdale (mehr). Allerdings tauchen neben Porcupine Tree auch noch etliche Thrash-Grössen als Ideengeber auf, und dass selbst Pink Floyd, Genesis, King Crimson wie Deep Purple, Van Halen, KISS und Iron Maiden genannt werden, zeigt, dass die Jungs total "open minded" ans Werk gegangen sind. Der Opener «Titanium White» fördert dann sogleich ein paar Vibes der eisernen Jungfrauen zu Tage und überrascht mit einer wunderbar melodischen Bridge, bevor die harten Gitarren das Terrain zurück gewinnen. Das progressiv ausgerichtete Grundgerüst breitet sich auch auf «A Brand New Shade» aus, bevor rein akustische Gitarrenklänge (Titel «Gris Gris») instrumental als Intro für den Song «Leeway» dienen, wovon es auch ein Video gibt. Die Reminiszenzen an Queensrÿche und Rush sind nicht von der Hand zu weisen, und doch schält sich der Bibeau-Sound langsam aber sicher heraus, obwohl meine musikalischen Sinne mit Hochdruck versuchen, für alles eine "hört sich an wie" Schublade zu finden. Die prall gefüllte CD erfordert die entsprechende Musse, die Prog-Fans generell nicht fremd ist. Insgesamt wird mehr Rock als Metal geboten, wobei die Grenzen immer wieder variieren. Mit «The Phantom Of The Opera» deutet sich dann ein bekannter Song an, und er ist es tatsächlich. Bibeau bewegen sich dabei ziemlich nahe beim Original, und darüber, also ob es diese Cover-Version wirklich gebraucht hätte, kann durchaus diskutiert werden. Der Schlusstrack «Play By Feel» lässt schliesslich mit über zehn Minuten Spielzeit aber keine Zweifel mehr aufkommen, in welche Schublade die Amis vorweg gesteckt werden können. Herausragend ist die Gitarrenarbeit von Namensgeber Robin, während der Drum-Sound der Snare leider viel zu pappig ist. Insgesamt jedoch ein guter und hörenswerter Einstand, der die Zielgruppe mühelos erreichen dürfte.
Rockslave   
Punkte:
7.8 von 10
SINSID – Mission From Hell (CD)
Pitchblack Records
Die norwegische Heavy Metal-Band wurde 2012 gegründet und präsentiert nun endlich ihr Debütalbum “Mission From Hell“ - eine Mischung aus Heavy Metal mit ein paar Akzenten aus Power Metal und Viking sowie einem Hauch Doom und Thrash. Ein sehr ausgeglichener Mix! Frontmann ist der ehemalige Profi-Wrestler Terje S. Sidhu, der sich statt im Ring nun mit rauer Stimme durchs Album schlägt. Auffällig ist die sehr gelungene Aufnahmequalität – wunderbar klar und harmonisch ausbalanciert ergibt das Ganze ein sehr präzises Klangbild. Wirklich beeindruckend für ein Erstlingswerk! Die schweren Gitarren geben hier klar den Ton an, auch wenn sie mitunter fast schon ein wenig schwerfällig wirken und die Melodie mitunter auf der Strecke bleibt. Der Sound wirkt stellenweise fast schon dekonstruiert – Gitarre, Bass, Drums und Stimme folgen zwar der gleichen Linie, bleiben aber doch für sich. Der Effekt ist eigenartig minimalisitisch und doch irgendwie spannend und in sich stimmig. Neben klassischen Heavy Metal-Nummern wie “Hellhammer“ und dem Titeltrack “Mission From Hell“ gibt es mit z.B. “Revenge By Death“ auch immer wieder mal Abstecher in powermetallische Gefilde. Mit “The Land Of Doom“ wird es, wie der Name schon sagt, sehr Doom-lastig. Doch es gibt auch leichtere Kost, wie zum Beispiel “Union Sign“ oder auch “Lost & Lonely“, bei dem das Tempo etwas runtergeschraubt wird. Mit “Sons of the North“ gehen Sinsid eher in Richtung Iron Maiden. Fazit: Wer auf den guten alten Heavy Metal der 80er Jahre steht, der sollte bei Sinsid auf jeden Fall mal reinhören. Der minimalistische Sound ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, hat aber auch seinen ganz eigenen Charme. Allerdings wirkt es stellenweise etwas gar repetitiv und schleppend. Auf jeden Fall ein gelungenes Debüt!
Patricia H.   
Punkte:
7.8 von 10
BATTLEROAR – Codex Epicus
Cruz Del Sur Music
Epic/Classic Metal aus Griechenland – kriegt man auch nicht oft zu hören! Battleroar machen ihrem Namen jedenfalls alle Ehre und kreieren ein Heldenepos, in dem cineastische Chöre mit massigen Gitarren-Attacken und einem Sturm aus Drums um die Vorherrschaft kämpfen. Gerade die Percussion-Elemente kommen auf diesem Silberling besonders gut zur Geltung. Angeführt wird dieses Kampfgetümmel von der sehr klassischen Stimme von Sänger Gerrit Mutz, der allerdings meist in seiner vertrauten Stimmlage bleibt und weder besondere Höhen noch Tiefen erkundet. Umso angenehmer und willkommener ist daher die Abwechslung in Form von Gastsänger Mark Shelton. Der Frontmann von Manilla Road leiht seine warme und kräftige Stimme in dem wunderbar eindrucksvollen Track “Sword Of The Flame“, tatsächlich eins der Highlights des Albums. Trotz lediglich 8 Liedern erstreckt sich das Album über eine Spielzeit von 54 Minuten. Leider ist das Songwriting für die durchschnittliche Tracklänge von 6.5 Minuten meist etwas gar zu basic, und so fällt der Spannungsbogen zwischendurch immer wieder mal etwas ab, was das Ganze etwas langwierig erscheinen lässt. Und doch finden sich ein paar sehr schöne Momente auf dem Silberling. Ein weiteres Highlight ist sicherlich das eingängige “We Shall Conquer“, das live zum Mitgröhlen animiert. Fazit: Wer auf epischen, klassischen Metal steht, der sollte hier unbedingt mal ein Ohr riskieren. Die Griechen erfinden das Rad jetzt nicht unbedingt neu, doch “Codex Epicus“ hält, was er verspricht.
Patricia H.
  
Punkte:
7.8 von 10
NOCTURNAL BREED - The Whiskey Tapes Germany (Compilation CD)
Folter Records
16 Tracks aus dem norwegischen Underground, 16 Tracks von Nocturnal Breed, 16 Tracks aus ihrem bisherigen Bandschaffens, seit der Gründung im Jahre 1996 in Oslo, einer der Wegbereiter norwegischen Black Metal. Kult ist Kult und bleibt Kult, trotz eines grossen Bekanntheitsgrades in der Szene, immer noch Underground-Kult. Das Bandpalmares darf und kann sich sehen lassen, 2 Demo's, 3 EP's, 5 Longplayer, 1 Compilation, 1 Single, 1 Split, 1 Box-Set und eben mit 'The Whiskey Tapes Germany' eine Live-Studio-Remastered-Best Of-Compilation. Old School-Black Metal, da schepperts, rumorts, becherts, blackts, speedets und thrashets nur so durch die 16 Tracks. Nocturnal Breed, das sind aktuell S.A. Destroyer (Bass, Vocals), Axeman I. Maztor (Guitars), Tex Terror (Drums, Vocals) und V. Fineideath (Guitars). Wenn was richtig 'old school' ist, dann sicher 'The Whiskey Tapes Germany', denn obwohl remastered, teils sind die Songs tatsächlich auf Tapes-Niveau, aber genau das macht diese Compilation interessant, sowohl für Die-Hard-Nocturnal Breed-Fans als auch für solche, die es werden wollen. Die Gitarren von Axeman und Fineideath sind grell sägend und rasend schnell, gepaart mit wilden, ungestümen Soli. S.A.'s Bass ist ebenfalls grell sägend und steht den zwei Quetschbalken in Nichts, aber rein gar Nichts, nach. Tex's drumming scheppert im speedigen, doublebass-mässigen Rhythmus daher und treibt den Black Metal in die schwärzeste Glut seit Menschengedenkens. S.A's Growls und Shouts sind ebenfalls im höheren, gutturalen Gesang einzuordnen. 16 Tracks, welche die eine oder andere Überraschung für alle bereit hält. Das Cover-Artwork bzw. das Photo ist einfach Kult, richtig Underground, wiederspiegelt den Sound 1:1. Die Produktion, na ja, eben auch underground-mässig, will sagen, die seinerzeit gemachten Aufnahmen sind wirklich underground-kult-mässig, teils sehr dünn, teils wieder richtig fett, ein Wechselbad der schwarzen Gefühle, aber darum heisst's ja 'The Whiskey Tapes Germany', somit schliesst sich der Zirkel wieder. Real Underground-Kult.
Leopold  
   
Punkte: keine Wertung
GAZPACHO - Soyuz (LP)
KScope/Irascible
Die norwegischen Art Rock-Proggies kommen hier mit ihrem Brandneuen Album"Soyuz". Starten sehr ruhig und bedächtig mit "Soyuz One" mit Klavier, Synthies und melancholischem Gesang gesungen von Jan Henrik Ohme. Dazwischen tauchen immer wieder kurz verzerrte Gitarren auf, die das Ganze noch dramatischer machen. Ich höre hier eine Prise Muse raus. Wer Gazpacho kennt, der weiss, dass diese Stimmung sich durch alle acht Songs hindurch zieht. Bei "EmperorBespoke" bessert sich die Stimmung etwas durch eingestreute akustische Gitarren und tolle Gitarrensoli, aber der Gesang bleibt auch hier trüb und traurig. Aber Jan macht das sehr gut, mit sehr viel Gefühl. Hie und das schafft es Jan sogar in einzelnen Passagen ein tolles Freddie Mercury Feeling zu erzeugen, wie beim schönen "Fleeting Things". Solltet ihr in einer Depressiven Phase sein dann auf keinen Fall dieses Album reinziehen, das wäre nicht gut! Wollt ihr euch aber nach einem harten Arbeitstag entspannen auf dem Sofa mit einem Glas Rotwein, dann werdet ihr eintauchen in die geheimnisvolle Welt der Norwegen und euch wegtragen lassen von den wunderbaren Klängen von "Soyuz", viel Spass.
Crazy Beat
  
Punkte:
7.6 von 10
SVVAMP - Svvamp II (Colored LP)
RidingEasy Records
Classic Rock, Trio, Schweden, den Rest könnt ihr euch dann selber zusammenreimen. Keine Lust? OK, dann müsst ihr aber mit meinem Geschreibsel vorlieb nehmen. Keine Angst, ich werde mich dabei aufs Essenzielle beschränken, und das beginnt erst mal damit, dass die drei Schweden ihr Handwerk verstehen. Ihre Songs leben von den Vibes der glorreichen Siebziger, diese Lektion haben sie absolut verinnerlicht. Ich kann zwar nicht eine eindeutige Inspirationsquelle ausmachen, aber die grossen Klassiker dieser Zeit haben zweifellos ihre Spuren hinterlassen, seien dies nun Pink Floyd, die Rolling Stones, Cream, Golden Earring, Creedence Clearwater Revival, Nazareth oder ganz frühe Thin Lizzy. Es erwarten den Hörer also klassische Rock–Klänge, welchen der Odem des Blues noch deutlich anhaftet, was sich besonders in ruhigeren Nummern der Sorte „Sunshine Street“ und „Blues Inside“ bemerkbar macht. Und wenn der Herzschmerz thematisch eher zweitrangig ist, dann machen die drei Musiker mit guten Rocknummern Laune, die einen genug hohen Coolnessfaktor haben, um in die All Time Faves–Playlist des Rezensenten Einzug zu erhalten. Und natürlich haben sie sich bei den Aufnahmen um einen originalen Vintage–Sound bemüht, alles andere wäre der Selbstverortung des Trios nicht gerecht geworden. Diesbezüglich hat das Trio diesmal weder Mühen noch Kosten gescheut und hat aufnahmetechnisch in die Vollen gelangt. Wurde das Debüt noch auf einer Vier-Spur-Maschine aufgenommen, hat man sich diesmal auf neues Terrain gewagt und eine Sechs-Spur-Maschine eingesetzt, der Fortschritt macht also auch vor Classic Rock-Bands definitiv nicht Halt. Aber versteht mich jetzt bitte nicht falsch. Mein Sarkasmus in Bezug auf Svvamp ist keineswegs böse gemeint, er ist eher das Resultat aus schichtbedingter Übermüdung kombiniert mit dem einen oder anderen Bierchen und sonstigen geistreichen Getränken, da wird man gerne mal etwas übermütig. Tolle, absolut hörenswerte Band!
Mirko B.   
Punkte:
7.5 von 10
ALBERTO RIGONI feat. Marco Minnemann - EvoRevolution (CD)
AR Music Production
Der italienisch Bassist Alberto Rigoni, den man von einigen Projekten kennt hat hier zusammen mit Drummer Marco Minnemann (ua Paul Gilbert) ein 2 Song Instrumental Album gemacht, wobei das Hauptgewicht auf Song 1 "EvoRevolution" liegt. Einem knapp 34 Minuten Long Track. Wenn ich das recht raushöre geht es hier ausschließlich um Bass, Drums und einige Samples. Und trotzdem wird die Musik einigermaßen spannend gehalten. Natürlich auch durch die sehr spannende Drum Arbeit, Marco hat einen echt geilen Drum Sound und kann sich auf seinen Kesseln voll austoben. Auch die Vielseitigkeit des Basses kann sich sehen bzw. hören lassen. Tolle Sounds die Alberto hier aus seinem Bass zaubert. Natürlich ist das nicht jedermanns Sache, Instrumental Alben sowieso nicht. Ich sehe das Ganze so in Richtung Lehrstunde für Bass und Drums. Unter dem Motto, was kann man alles aus einem Bass rausholen oder so. Ich denke Drummer und Tieftöner werden hier schon gerne mal reinhören und etwas staunen. Auch Song 2 ist mit seiner 4 Minuten Spielzeit spannend und knackig, geht etwas in Richtung Fusion. Einfach mal reinhören und selber entscheiden obs gefällt oder nicht.
Crazy Beat   

Punkte:
7.5 von 10
SIMON STEENSLAND - A Farewell To Brains
Transubstans Records
Der schwedische Musiker lebt von der Musik die er für Theater Produktionen macht. Dies hier sei eher sein Hobby, so seine Aussage zu diesem Album. Die Musik ist voll crazy und total schräg. Fusionprogjazz um es mal vorsichtig zu beschreiben. Bei den ersten Hördurchgängen hat man oft das Gefühl, dass sich die vielen beteiligten Musiker einfach warmspielen und das zufällig aufgenommen wurde. Auch nach mehrfachem Durchhören hat es noch viel unerklärliches Chaos in meinem Gehirn. Der 16 Minuten lange Opener ist echt sehr schwer verdaulich. Bei den anderen vier Tracks ist das nicht anders. Und kommt es mal zu etwas Ruhe und Ordnung in der Songstruktur, dann ist das nur von kurzer Dauer. Sehr anspruchsvoll, was uns da der Schwede vorlegt ist sicher nix für AOR oder Bon Jovi Fans, die würden das hier ohne Gehirnüberlastung und Schäden nicht überstehen. Jazz Rocker und Extrem Proggies sollten hier mal reinhören, bin gespannt wie ihr das verdaut.
Crazy Beat   

Punkte:
7.5 von 10
CRYING STEEL – Stay Steel (CD)
Pride & Joy Music
Diese Italiener bilden eine grundehrliche Band. Denn der Bandname hält musikalisch was er verspricht. Am erstaunlichsten ist aber, dass immerhin drei von fünf Mitgliedern seit den Anfangstagen Anfangs 80er Jahren dabei sind. Dies trifft aber nicht auf Sänger Tony Mills. Dieser war von 2003 bis 2013 Teil der Norwegern TNT und ist jetzt zum ersten Mal bei Crying Steel zu hören. Zum klassischen Heavy Metal der Italiener passt er perfekt. Auch wenn sein Organ bei mir in den Höhen knapp an der Schmerzgrenze vorbei rasselt. Stay Steel bietet zwölf Lieder, die alle über ein gewisses Niveau verfügen und besonders Live Spass machen könnten. Hier wird nicht auf Teufel komm raus etwas vorgelebt, was die Band nicht ist, sondern die eigenen Stärken gezielt ausgespielt. Diese bestehen in einem erdig rhythmischen Heavy Metal, der zu gefallen weiss. Bei mehrfachem Hören kann er sogar teilweise begeistern. Trotzdem scheitert er an der Marke zwischen gut und genial. Oder anders: Stay Steel ist gut, ja sogar sehr gut, wird aber wohl an der noch stärkeren Konkurrenz scheitern. Mir persönlich fehlt das Alleinstellungsmerkmal. Wer aber ein abwechslungsreiches gutes Heavy Metal-Album hören möchte, kann mit diesem Werk nichts falsch machen.
Roger W.
    
Punkte:
7.5 von 10
ABRAHAM - Look, Here Comes The Dark (4 LPs)
Hummus Records
Abraham bilden die anzugtragende Edelpunkzunft des "Post Hardcore"-Nests im Grossraum Lausanne. Das neue Album enthält episches, über 111 Minuten langes Material auf allen Formaten (darunter eine fette 4-LP-Variante) und präsentiert sich rein gefühlsmässig sowohl verhalten wild wie auch auf eine falsche Art romantisch. Produktionstechnisch fällt einem auf alle Fälle bald mal die immer wieder überraschende, grosse Klangkathedrale auf, dynamisch und vielschichtig, chapeau. Die eigentlichen Songs sind tight gespielt und in ihrer eher gemächlichen, laudanumgetränkten Absinthlaune auch kontinuierlich auf hohem Niveau... aber der nicht bauch- sondern kopfgeführte Klangteppich mit wahnsinnig vielen Ebenen (öfters wirklich coole Elektrosounds) ist mir viel zu überlegt und schmerzlichst zu wenig erlebt. Dazu empfinde ich das Konzept um den anthropologischen Blick auf das Verschwinden des Lebens auf der Erde als schwere Kost. Und darüber hinaus nerven mich sämtliche Gesänge; zu wenig hasserfüllt, zu clean, zu schräg ("All The Sacred Voices"), zu gefällig, zu unglaubhaft. Nochmals zum Mitschreiben; Teuer (und gut) klingende Produktion sowie durchdachte, ausgearbeitete, vielschichtige, detailreiche Musik, welche eine absolute Daseinsberechtigung hat, aber leider sowas von überhaupt nicht meinen persönlichen Geschmack trifft. Nichtsdestotrotz kann ich "Look, Here Comes The Dark" einer bestimmten Hörerschaft warm empfehlen, reinhören.
Hardy
    
Punkte:
7.5 von 10
FORGE – Heimdall
Underground Records
„Heimdall“ ist das erste Album der Schweizer Symphonic/Dark Metal-Band. Ich muss ehrlich sein, ich musste das Genre erst googeln, ansonsten hätte ich es nicht erkannt. Mag sein, da mir Symphonic/Dark Metal auch nicht sonderlich geläufig ist, jedoch lenkt die Stimme des Sängers „Ragnar“ auch ziemlich ab, da seine Growls eher an Slam Metal erinnern, als an sonst was. Ihr Werk dreht sich rund um die nordischen Sagen, was sie auch sehr gut mit den Instrumentals vertonen. Die mystische Hintergrundmusik unterstreicht jede ihrer Erzählungen und gibt einen angenehmen Kontrast zum Gesang. Mich irritiert jedoch die Violine etwas – bei manchen Liedern passt sie perfekt in das Gesamtbild, bei anderen klingt es so, als wäre sie etwas verstimmt oder zu wenig Kolofonium auf dem Bogen. Möglicherweise ein Vertonungsfehler? Im Gesamtbild hat „Heimdall“ seine Höhen und Tiefen. Ich persönlich bin ein Riesenfan vom Lied Nummer 1 & 8, dazwischen wird es aber eher etwas eintönig, was auch auf den monoton klingenden Gesang zurück zu führen ist. Ich bin mir jedoch sicher, dass, wenn dieser zeitweise etwas verändert würde oder wenn es sogar einen Song mit Clean-Gesang gäbe, würde das ganze schon total anders aussehen! Ich sehe ein grosses Potential bei diesen vier Jungs, welche mit so viel Herzblut hinter ihrer Sache stehen und freue mich schon auf ihr nächstes Werk!
Zoé
    
Punkte:
7.4 von 10
OBSOLETE THEORY - Mudness (CD)
My Kingdom Music
Mit ihrem Debut-Album "Mudness" setzen sich die Italiener von Obsolete Theory gekonnt zwischen alle Stühle und Bänke. Obskur beginnt das Album mit "Salmedia III" mit Geplätscher und Gehauche, bis dann ein Riff in der Endlos-Schlaufe dreht. Sehr atmosphärisch, schleicht sich dieser Track vom Acker. Was auffällt, ist die Liebe von Obsolete Theory zu nie mehr endenden Songs. Mit dem Einsetzen des Gesanges nimmt der Song ein wenig Fahrt auf! Ein Stilbezeichnung für diese Art von Musik kommt mir nicht in den Sinn! Am Ehesten irgend etwas in Richhtung Post Metal. Bei "Six Horses Of Death" geht es ein wenig mehr zur Sache, schade ist nur, dass der Gitarrensound sehr verwaschen ist und überhaupt nicht knallt! Auch rauscht der Song an mir vorbei, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Wirklich langweilig, wird es dann mit "Dawn Chant", das von Anfang an im Plätscher-Modus verharrt! Gähn! Mit "Sirius Blood" gibt es den längsten Song des Albums auf die Ohren. Nach laschem Anfang zieht der Song ein wenig an, aber auch hier sind die Höhepunkte eher rar gestreut. Nur unwesentlich weniger lang kommt "The God With The Craying Mask" aus den Boxen. Schleppend beginnt der Song, um dann ein wenig schneller zu werden. Leider setzen dann Cleanvocals ein und der Song schippert sofort wieder in gewohnt ruhigen Gewässern. Dieses Album bietet eine grosse Bandbreite, die mir schon zuviel des Guten ist und so tanzt man für mich einfach auf zuvielen Hochzeiten!
Roolf
    
Punkte:
7.4 von 10
BLACK ROSE - A Light In The Dark
Sliptrick Records
Die Gründung der schwedischen Formation Black Rose geht auf das Jahr 1990 zurück, das erste Album erschien bereits 1993. Trotzdem fristet die Band ein eigentliches Schattendasein, obwohl man immer mal wieder eine neue Platte unter das Volk brachte. Die Erklärung dazu ist ganz einfach, die Jungs traten nur in ihrer Heimat im Livesektor in Erscheinung. Speziell, da ihre Musik keineswegs von schlechten Eltern ist. Mit dem Sängerwechsel vor drei Jahren hat sich die musikalische Ausrichtung zwar nicht grundlegend geändert, doch vor allem im softeren Bereich müssen dezente Einbussen toleriert werden. Sobald aber ein Gang höher geschaltet wird, sprich härter agiert wird, scheint sich der Neuzugang hinter dem Mikro wohler zu fühlen. Mit dem knackigen Hard Rock mit vorsichtiger Annäherung an Old School-Heavy Metal schlägt man in eine Kerbe die auf Gegenliebe stösst. Betreffend Songwriting schafft man es aber nur bedingt die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die satten Riffs, kombiniert mit filigranen Soli mögen die Songs zwar zu tragen, die Melodien haben aber wenig Potenzial sich nachhaltig zu manifestieren. Die Ausnahme bildet definitiv "Don't Fear The Fire", das mit einem ultraeingängigen Refrain auf breiter Linie begeistert. "A Light In The Dark" ist ein gutes Album typischer Skandinavischer Machart, bleibt aber im Mittelfeld hängen.
Chris C.   
Punkte:
7.3 von 10
MAGICAL HEART - Another Wonderland (CD)
Fastball Music
Nach Jahren des lokalen Herumtingelns im Raum des Freistaates Bayern entschloss sich das Quartett um Frontmann Christian Urner (Herezy, Old Age Revolution), Gitarrist Gernot Kroiss (Hammerschmitt), Bassist Robert Frenz und Drummer Charly Barth (Wayward) vor gut vier Jahren dazu, das Ganze im Rahmen einer neuen Band namens Magical Heart anzugehen. Herausgekommen ist jetzt mit «Another Wonderland» das Debüt-Album, mit dem man nun um erhöhte Aufmerksamkeit von potenziellen Fans buhlt. Da das Genre "Melodic Rock" auf dem Info-Blatt aufgeführt ist, kann man sich von der Mucke bereits eine Vorstellung machen, ohne vorher überhaupt einen Ton davon gehört zu haben. Das ist in einer gewissen Weise noch spannend, wohl wissend, dass die Welt damit bestimmt nicht aus den Fugen gerät. So here we go, denn für eine Überraschung kann vieles gut sein! Der Opener «Dream No More» legt dann schon mal kernig los und erinnert an die Schweizer von Crystal Ball oder auch die eher früheren Jaded Heart. Die grundsätzlich in der Midtempo-Zone gehaltene Mucke mit überaus fettem Mix und Mastering von Achim Köhler bedient die Zielgruppe mit gernetypischem Songwriting, das in erster Linie von Christian Urners wirklich guter Gesangsstimme profitiert und ab und an Fernando Garcia (Ex-Victory) erinnert. Was mir hier aber fehlt, sind Songs, die noch nachhaltiger als «We Are Not Lost» hängen blieben und das Drum-Spiel von Charly Barth ist etwas gar zu unauffällig, sprich 08/15-mässig. Immerhin setzt die Piano-Version von «Ocean» einen Farbtupfer, der insgesamt ganz gut passt. «Another Wonderland» ist unter dem Strich ganz annehmbar, aber in Sachen Songwriting muss eine Schippe drauf gelegt werden, und ein Wechsel innerhalb der Band wurde ja bereits vollzogen, denn neu sitzt Kilian Kellner auf dem Drumhocker.
Rockslave   
Punkte:
7.3 von 10
MONUMENT - Hellhound (LP)
Rock Of Angels Records
Ich bin völlig verwirrt. Da heisst der Opener "Wiliam Kid", erinnert dabei an "The Ballad Of William Kid" von Running Wild und musikalisch hat man das Gefühl, eine abgeänderte Version von "Blazon Stone" zu hören. Dies mit dem Gesang von Toby Sammet (Edguy). "The Calice" ist eine Nummer, die irgendwo zwischen Edguy, Freedom Call und Iron Maiden parkiert. "Death Avenue" geht dann rockiger zur Sache, und wer auf die obenstehende Truppe steht und sich UFO gerne anhört, sollte sich "Hellhound" mal anhören. Musikalisch sind die Tracks sicher nicht auf dem gleichen Qualitätslevel, haben aber genügend Potential, Spass zu machen. Der Titelsong hat schon fast ein frech geklautes "Fear Of The Dark"-Riff und mit "Wheels Of Steel" erklingt nicht eine Coverversion, des Saxon-Klassikers, sondern eine eigene Nummer mit einem coolen Refrain. "Attila" hat die galoppierenden Rhythmen, die an eine Mischung aus Iron Maiden und Iced Earth erinnern und "Straight Through The Heart" (kein Dio-Cover) hat Ähnlichkeiten mit Judas Priest. Die beiden Coverversionen von "Long Live Rock'n'Roll" (Rainbow) und "Deja Vu" (Iron Maiden) beschliessen das dritte Album von Monument. Wer auf die alten Helden steht, sollte hier rein hören, bei denen könnte sich "Hellhound" als ein kleines Juwel entpuppen.
Tinu
 
Punkte:
7.2 von 10
MR. BISON - Holy Oak (Splatter Vinyl LP)
Subsound Records
Vor zwei Jahren habe ich beim italienischen Stonertrio das Fehlen eines Bassisten moniert, an diesem Umstand hat sich leider immer noch nichts geändert. Zwar gelingt den drei Jungs das Kaschieren des fehlenden Tieftöners diesmal etwas besser als auf dem Vorgänger „Asteroid“, dennoch kann ich das Prozedere nicht nachvollziehen, zumal ich mich wirklich frage, wie die Drei das Ganze live reproduzieren wollen. Alle drei heissen Matteo, alle drei können singen, warten sie jetzt etwa auf einen Bassisten mit den gleichen Eigenschaften? Bei dem ganzen Herumgemosere muss ich dem Trio dennoch eingestehen, dass es sich wirklich gemacht hat. Genrefremde Elemente wie der Einsatz von Bläsern und funkigen Elementen wurden diesmal gänzlich ausgelassen, und das zu Gunsten von teilweise wirklich langen Tracks, welche stets im Geiste eines als Inspirationsquelle fungierenden Jimi Hendrix eine wirklich tolle Atmosphäre verbreiten. Stoner Rock mit viel Herz und Hirn würde ich die Sache hier mal nennen, was „Holy Oak“ gegenüber dem Vorgänger ganz klar einen grossen Vorsprung verleiht. Die Band zeigt sich gereifter, tighter und findet langsam zu ihrer eigentlichen Identität, welche sich jetzt schon in einer kompositorisch höheren Komplexität offenbart. Wer Stoner Rock durchaus mit einem gewissen Anspruch verbindet, wird mit dieser Scheibe wahrscheinlich gut bedient, antesten!
Mirko B.  
Punkte:
7.2 von 10
AGRESSOR - Rebirth (Re-Issue + Bonus- Gatefold LP)
Season Of Mist/Irascible
Die französischen Death Metal-Pioniere schicken ihr '94er Grosswerk "Symposium Of Rebirth" nochmals ins Rennen. Einerseits in der Originalvariante und dazu in einer voll remasterten Version plus Demos, Rough Mixes, Guitar only Tracks, Radiowerbung und MIDI-Versionen. Unter dem Strich ergibt das fast 110 Minuten Geräusche, verteilt auf ein wahlweise 2CD-Digipack oder 2LP-Gatefold in verschiedenen Farben. Die Songs bestehen durchaus den Test der Zeit und zeigen auch anno 2018, dass Agressor verdient zur ersten Welle der ernstzunehmenden technischen Death Metal-Bands gezählt werden dürfen. Irgendwo in der Schnittmenge von alten Morbid Angel, Nocturnus und Dark Angel reüssieren die immer noch irgendwie aktiven Franzosen mit coolen Riffs und verspieltem Bill Andrews-Schlagzeug, vor allem die remasterte Variante tönt amtlich frisch. Dazu wird immer wieder mal die Akustikklampfe ausgepackt und die klassische Ausbildung zelebriert. Man hört dem gesamten Material an, dass hier Musiker abdrücken die ihr Handwerk verstehen und bereit für höhere Weihen sind. Für Sammler sicher ein Traum, alle anderen dürfen sich gerne über unsere metallischen Ursprünge informieren und in "Rebirth" reinhören.
Hardy  
   
Punkte: keine Wertung
CRYPT TRIP - Rootstock
Heavy Psych Sounds Records
Album Nummer Zwo (die 2016 erschienene EP “Mabon Songs“ nicht mitgezählt) für das texanische Powertrio Crypt Trip, und ich muss sagen, dass sich die drei Kerle inzwischen wirklich machen. Das Gute daran ist wie so oft das Gute darin. In diesem Fall bedeutet das musikalische Vielfalt. Man kann die drei Musiker zwar ganz profan einfach dem Retro Rock zuordnen, was ja an und für sich absolut nicht falsch ist, aber selbst in dieser Nische zeigen sie sich vielfältig und experimentierfreudig. In einzelnen Songs hört man hin und wieder den unverwechselbaren Einfluss von Tony Iommi im Speziellen und von der jazzig angehauchten Black Sabbath–Vorgängerband Earth im Allgemeinen. Handkehrum haben auch Blues Rock-Schwergewichte wie Blue Cheer oder Mountain, die Jamsession-Spezialisten von Cream sowie die Revoluzzer von MC5 ein Wörtchen mitzureden, wenn es um die Inspirationsquellen von Crypt Trip geht. Aber sollte ich schlussendlich die ultimative Kundschaft für diese Band definieren, dann kann ich nicht anders, als an die zahlreichen Kadavar–Fans denken, denn an diese Band erinnern mich die drei Texaner am meisten, und ich schreibe dies wirklich dem Zufall zu. Wie im Falle der drei Berliner verstehen es Crypt Trip meisterlich, die Balance zwischen ordentlichem, strukturiertem Songwriting und entfesselten Jamsessions zu halten. Gerade in Letzterem liegt die offensichtliche Stärke der Band. Nicht dass Gitarrist Ryan Lee ein schlechter Sänger wäre, aber erst wenn die Jungs instrumental loslegen, und das machen sie glücklicherweise oft und gerne, offenbart sich der eigentliche Spirit dieser Band. Geschmackssichere Schlaghosenträger der neueren Generation wie auch Althippies greifen hier treffsicher und reuelos zu.
Mirko B.   
Punkte:
7.0 von 10
MICK’S JAGUAR – Fame & Fortune (LP)
RidingEasy Records
Uralter Rock der Marke Steppenwolf, Led Zeppelin, Rainbow und wie sie alle noch heissen mögen erklingt aus den Boxen, wenn Mick’s Jaguar den Motor anschmeissen (geiles Wortspiel, übrigens!). Der Sound und der Gesang ist so richtig schön old school-mässig verrauscht, aber dennoch deutlich genug, dass man dennoch alles versteht. Einzig die Sache ist, dass die ganze Chose dank des Sängers etwas monoton wird. Er bewegt sich in einem sehr limitierten Spektrum. Wenn man diese Scharte noch ausmerzen könnte, hätten wir es hier mit einem superben Act zu tun. Was nicht ist, kann aber noch werden – seien wir mal zuversichtlich.
Toby S.   
Punkte:
7.0 von 10
INNER CORE - Soultaker (CD)
Echozone
Frisch-vertrauter Sound aus dem grossen Kanton! Die Lörracher Truppe spielt einen sehr angenehmen Mischung von Hard Rock und Symphonic Metal und alles von Annas Stimme bis zum Mix ist solide durchgeführt. Trotz allen guten Eindrücken kann man gewisse altbekannte Elemente nicht übersehen, was ein Wenig schade ist. Der Gesamteindruck ist aber auf jeden Fall positiv, und ich kann definitiv eine Kaufempfehlung abgeben.
Mona M.   
Punkte:
7.0 von 10
ONKEL TOM - Zwischen Emscher & Lippe (EP)
Steamhammer/Musikvertrieb
Nach dem Wechsel im Sodom-Bandgefüge erscheint vor einem neuen Sodom-Streich die neuste EP von Onkel Tom. Mit gewohnt deutschen Texten präsentiert der singende Bassist Lieder aus seiner Jugend mit Heimatgefühle und Tradition aus dem Ruhrpott. "Für die Ewigkeit" hat neben der blau-weissen Liebe zu Schalke 04 auch das Flair eines Toten Hosen-Tracks. Mit viel Rock im Blut kommt "Die Erben des S04" ans Tageslicht. Nicht käuflich sind sie, und wenn dies Tom singt, nimmt man ihm dies auch ab. Am Schluss erklingt "Ruhrpott" in einer Live-Version und beendet diese EP. Wer Onkel Tom mag, wird auch diese EP mögen, die aber sicher mit viel mehr romantischem Herzblut und heimatlichen Traditionsgefühlen verbunden ist, als alles, was Tom bis anhin gemacht hat.
Tinu 
   
Punkte: keine Wertung
PETYR – Smolyk (CD)
Outer Battery Records
Eigentlich könnte im Falle von Petyr das letztjährige Review zum damaligen Band–Debüt kopieren und hier einfügen, denn grundlegend hat sich nichts geändert im Stoner–Haufen rund um Skaterboy Riley Hawk. Zwar suggeriert das Intro ein Abrutschen in melancholischere Sphären des musikalischen Schaffens, aber das erweist sich nach wenigen Minuten glücklicherweise als Trugschluss. Abgesehen von wenigen eher semitollen Ergüssen („Sunrise Double“, „Zero Time Dark“) geben die Jungs ordentlich Gas, so dass selbst die zusammenhängende erste Albumhälfte bestehend aus den Titeln „Smolyk Part 1 – 4“ nicht ermüdend wird. Anders verhält es sich aber auch hier wieder mit dem Gesang. Während auf instrumentaler Ebene alles in Butter ist, kann ich mich immer noch nicht mit dem dünnen Schiefgesang von Mastermind Hawk anfreunden. Deshalb gibt es von mir diesmal weniger Punkte, obwohl „Smolyk“ dem selbstbetitelten Erstling locker das Wasser reichen kann. Zum Glück, das muss ich am Schluss noch anmerken, überwiegen die instrumentalen Songpassagen bei weitem, die Band wird wohl wissen, wieso.
Mirko B.   
Punkte:
7.0 von 10
TOLEDO STEEL – No Quarter (CD)
Dissonance Productions
Die britischen Toledo Steel klingen wie eine Band aus den 80er Jahren. Gegründet wurde das Quartett aber erst 2011. Nach drei Demos ist No Quarter jetzt ihr erstes richtiges Album. Dieses offenbart die Stärken und Schwächen der Briten. Überzeugen kann das Songwriting, das einer genauen Beobachtung der Vorbilder beweist. Hier wurden die klassischen 80er Jahre Heavy Metal-Helden genauestens studiert und aus deren Essenz was Eigenes kreiert. Nicht überragend aber solide rocken die Briten durch die acht Lieder, ohne dabei Begeisterungsstürme auslösen zu können. Vielleicht wäre dies aber der Fall, wenn sich Sänger Rich Rutter mit den hohen Tönen mehr zurück halten würde. Vielleicht liegt es aber auch an meinem eigenen Alter, dass ich auf dieses Frequenzen zunehmend allergisch reagiere. In den tiefen Lagen singt er allerdings songdienlich. Nur diese dünnen Schreie! Da hat es die Instrumentenfraktion besser, die ihre Gitarren und Bässe einfach mit dem entsprechenden Equipment versehen können. Wer also nichts gegen schräge hohe Töne hat, kann bei Toledo Steel nur wenig falsch machen. Wer aber erdige Klänge bevorzugt, kann aufs Reinhören verzichten. No Quarter ist guter Heavy Metal. Nicht mehr und nicht weniger!
Roger W.   
Punkte:
7.0 von 10
MOTORJESUS - Race To Resurrection (LP)
Drakkar Entertainment
Rotz Rock gemischt mit Classic Rock und das Ganze mit einer "leck mich am Arsch"-Attitüde vorgetragen, das sind Motorjesus. "King Collider" zeigt allen, wo der Hammer hängt und hat mehr Biker-Rock in sich, als so manche möchte gern Rockband der Neuzeit. Auf einen Harley-Ritt nimmt dich "Re-Ignite" mit und lässt dabei nicht nur den Motor aufheulen, sondern auch die Fahrt "zuckend" angehen. Mit modernen Tunes ist "Casket Days" auch ein bisschen der musikalische Farbtupfer, während das ruhige und balladeske "The Infernal" sich steigert, aber auch die "verletzliche" Seite der Truppe zeigt. "The Damage" hat eine punkige Attitüde und "Einiges Of War" ein The New Roses-Flair. Motorjesus sind sicher keine Thunderhead, die bedeutend metallener ans Werk gingen, haben aber diese Rotzigkeit, wie man sie von den alten Motörhead kennt und werden sicher wieder mit ihrem "neuzeitigen" Sound in die Charts einsteigen. Wer auf dreckigen Rock steht, kann mit Motorjesus fast nichts falsch machen.
Tinu   
Punkte:
7.0 von 10
MARC RIZZO - Rotation
Combat Records
Mit der vorliegenden Scheibe musste ich feststellen, dass mit der vergangenen Jugend auch Teilweise das Musikwissen flöten ging, denn wenn nicht mehr alles an Informationen aufgesaugt wird wie ein Schwamm, fällt einiges dazwischen herunter. Dass es sich bei Marc Rizzo nicht um einen italienischen Schmusebarden sondern um Soulfly- und Cavalera Conspiracy-Axtschwinger handelt, war für mich die erste Überraschung. Dass eine Instrumental-Platte so straight und hart sein kann, die zweite. Marc Rizzo's "Rotation" ist bereits der vierte Solo-Release nach "Colossal Myopia" (2004), "The Ultimate Devotion" (2006) und der LP "Legionnaire" (2010). Obwohl er hauptsächlich im Metal-Bereich tätig ist, weist Rizzo eine riesige Bandbreite an Stilen auf und kombiniert dabei verschiedene Genres wie Hard Rock, Metal und Jazz. Neben dem klassischen Spiel der Gitarre, sind auf "Rotation" auch Einflüsse aus dem Flamenco deutlich hörbar. Der Opener "Downside Up" ist ein echter Kracher und besticht durch Härte und melodiöse Passagen. Auch die weiteren Tracks der neun Songs starken Platte haben es in sich und fegen ganz schön den Staub von den Boxen. Was zu Beginn aber noch abwechslungsreich klingt und für Erhellung sorgt, ist leider mit der Zeit etwas langweilig und tönt nach Einheitsbrei. Technisch ist alles einwandfrei und der Mann versteht definitiv sein Handwerk. Leider fehlt es den Songs etwas an Individualismus und man kann sie, bis auf "Jungle Jam Slam" nicht wirklich auseinanderhalten. Joe Satriani, der ja bekanntlich in derselben Sparte kämpft, hat für dieses Problem einen besseren Ansatz gewählt. Dem Album "Rotation" hätte, um bei dieser Songauswahl zu bleiben, ein genialer Sänger wirklich gut getan. Meiner Ansicht nach nichts für jedermann - sondern Material für Kenner und Liebhaber.
Oliver H.   
Punkte:
7.0 von 10
SONS OF ALPHA CENTAURI – Continuum (LP&CD)
H42 Records
Elf Jahre nach dem Release des Debüts den langersehnten Nachfolger “Continuum” zu nennen, kann durchaus als augenzwinkernde Selbstironie interpretiert werden. Aber haben Briten, die sich zumindest teilweise dem Art Rock widmen, überhaupt Humor? Wie dem auch sei, mit „Continuum“ zeigen die vier Instrumentalisten, wie man progressive Rockmusik machen kann, ohne sich in übertechnisiertem Gefrickel zu verirren. Diese Band ist in ihrer Vorgehensweise viel mehr Pink Floyd als Dream Theater. Anstatt auf den Gitarrenhälsen und den Tastaturen waghalsige Fingerverknotungsakrobatik zu betreiben, ziehen es die vier Musiker vor, Klänge zu erzeugen und Stimmungen zu transportieren. Hierbei lassen sie keinerlei Dynamik missen, das Spektrum reicht von verträumten, fragilen Keyboard- und Pianoklängen bis hin zu relativ heftigen Gitarrenriffs. Dem Album fehlt allerdings etwas. Man kann es sich immer wieder anhören, aber es will einfach keine Nummer ganz besonders herausstechen. Dieser eine Monstersong, dieser eine epische Überhit, das grosse Finale, auf das habe ich bei „Continuum“ vergeblich gewartet. Schade drum, so bleibt dieses Album trotz der grossen Ambitionen schlussendlich auf seine Weise eher durchschnittlich, das aber qualitativ ganz klar im oberen Drittel der Bewertungsskala.
Mirko B.   
Punkte:
7.0 von 10
BURN THE PRIEST – Legion XX (CD)
Nuclear Blast/Warner
Ok, kann man machen – offenbar waren Lamb Of God zuerst Burn The Priest, dachten dann, der Name wäre zu kindisch, und benannten sich dann um. Nun sind die Jungs unter altem Namen zurück, um weitere Priester den Flammen zuzuführen. Was erwartet den geneigten Hörer? Thrash Metal mit einem Sänger, der am ehesten noch an Zak Tell von Clawfinger erinnert. Ist völlig ok, wirkt einfach ziemlich hektisch und gibt der ganzen Chose einen punkigen Anstrich, die Instrumentierung tut ihr Übriges, um diesem gerecht zu werden. Resultat? Thrash in Vermischung mit Punk und Groove – das kann man so stehen lassen. Ich würde mal sagen: Interessantes, aber anstrengendes Gemisch, das sich ohne Rücksicht durchprügelt. Kann man machen.
Toby S. 
   
Punkte:
7.0 von 10
ARCHITECTS OF CHAOZ - (R)evolution (2 LPs)
Metalville/Musikvertrieb
Schrie sich beim letzten Album noch Paul Di'Anno (ehemals Iron Maiden) die Stimmbänder heiser, so hat die Truppe nun mit Titta eine Sängerin in den Reihen, die ihren Job sehr gut macht, stimmlich aber nicht mit ihrem Vorgänger vergleichbar ist. "Dead Again" ist eine Mischung aus modernem Metal und traditionellen Grooves. Wie auch "Hitman", das mit traditionellen Klängen überzeugt. Auch wenn mir "The League Of Shadows" eine Spur besser gefiel, hat "(R)evolution" seine Momente, die zu Gefallen wissen, aber durch die eher modernere Ausrichtung dem Traditionalisten etwas die Freude trübt. Selbst wenn "All Play Dead" ein richtig geiler Metal-Track ist, am Ende des Albums bleibt eine gewisse Ernüchterung übrig, die auch der Gastbeitrag von Destructions Schmier nicht ändern kann.
Tinu
   
Punkte:
7.0 von 10
THE SOUL EXCHANGE - Edge Of Sanity (CD)
Pride & Joy Music
Der Opener "Stealing My Mind" ein cooler Hard Rock-Song geht sofort ins Gehör. Zeitlos, mit viel Melodie im Gesang und tollen Chören. Genau so geht’s auch weiter mit dem nicht weniger melodiösen "My Reflection" Toller Start in ein wirklich spannendes Hard Rock-Album. Die aus Schweden stammende Combo, macht gute Laune beim Anhören der 10 Tracks. Daniel John (Vocals und Keys) punktet mit seiner warmen melodiösen Stimme und gibt den einzelnen Songs einen überzeugenden touch. Das Ganze erinnert mich an ältere Domain. Auch sehr schön das langsamere "Master" mit fetten Keys und starkem Gitarrenriff. Oder das etwas schnellere "Quest For Life" auch ein cooler Hard-Rocker der schnell im Gehör hängen bleibt. Nur das zu lang geratene "End Of The Road" fällt etwas ab und erinnert an die langeiligeren Def Leppard Songs, zu Klischeehaft. Die Zweite Hälfte des Rundlings verliert dann im Gesamten an Spannung und kann das Niveau der ersten Tracks nicht halten. Etwas mehr Tempo hätte dem Rundling hier gut getan. Trotzdem ist "Edge Of Sanity" kein schlechtes Album geworden, wie der Refrain vom letzten Song "Try" zeigt, auch eine Mischung aus Def Leppard und Domain.
Crazy Beat   
Punkte:
6.9 von 10
AMANDA SOMERVILLE'S TRILLIUM - Tectonic (Gatefold LP)
Frontiers Music/Musikvertrieb
Amanda hat eine Wahnsinnsstimme, das ist nichts Neues. Als reine Metal-Lady durchzugehen, dafür experimentiert die Gute aber zu gerne und zu oft. "Tectomic" ist ein Album, das von der Stimme der Sängerin lebt, mit vielen (bombastischen) Keyboardparts auftrumpft und dabei eher bei Truppen wie Tarja, Lacuna Coil und The Murder Of My Sweet anzusiedeln ist. Dabei geht die Lady schwerfällig ans Werk ("Full Speed Ahead"), symphonisch ("Hit Me"), leicht metallisch ("Fighting Fate"), oder balladesk ("Eternal Spring"). Somit verlangt sie dem Hörer einiges ab, versucht trotzdem einen roten Faden ins Album zu bringen und sprintet am Schluss mit einem guten Werk über der Ziellinie. Wer bei den obenstehenden Truppen Freudentränen in den Augen hat, sollte sich "Tectonic" zulegen.
Tinu 
Punkte: 6.5 von 10
SEVENDUST – All I See Is War (LP)
Rise Records
Irgendwie sind Sevendust immer an mir vorbeigeschippert. Klar kannte man den Namen, und wenn es hoch kam, konnte man ein oder zwei Titel direkt zuordnen – das war’s aber schon von meiner Seite her. Klar, in den späten 90ern und Anfang der 2000er wurde dieser Sound neben artverwandter Mucke wie Korn, Mudvayne, Static-X oder Coal Chamber gerne gehört und gespielt. Aber wie es so kam, ging auch diese Soundrichtung irgendwann in der Welle der Veröffentlichungen einfach unter (hierbei ein fettes Dankeschön an die ‚Errungenschaften‘ des Internets). Egal. Sevendust spielen eingängigen, fetten Nu Metal mit angenehm rauhen und geschrieenen Vocals, man besinnt sich auf eine moderne Ausrichtung der Mucke, die schön glatt und gebügelt daherkommt. Aber mal im Ernst: So schön dies alles auch ist, und Sevendust machen geilen Sound, das steht ausser Frage – für mich ist das alles zu wenig individuell, um sich längerfristig bei mir Gehör verschaffen zu können. Wer auf diese Richtung steht, der wird mir jetzt garantiert widersprechen – diese Leute dürfen die Wertung gerne um ein oder zwei Punkte erhöhen. Mir fehlt halt einfach das gewisse Etwas bei dieser Art von Musik.
Toby S. 
Punkte: 6.5 von 10
DEFIANT – Insurrection Icon (CD)
Art Gates Records
Death/Black Metal aus Kroatien, der irgendwo im Fahrwasser zwischen Behemoth, Vader und Morbid Angel gondelt und dabei mächtig auf den Putz haut. Zwar reicht es Defiant nicht auf den höchsten Platz im Olymp, aber solide ist es allemal, was die Herren hier nieder knüppeln. Auch wenn „Insurrection Icon“ kein Feuerwerk der Abwechslung ist und nahezu jeder Song über den identischen Aufbau verfügt, so macht zumindest mir dieser rohe Death Metal, der meist mit ordentlich Tempo gewürzt, ist einfach Spass. Es muss ja auch nicht immer ein aufwendiges 5-Gänge-Menü sein, manchmal reicht Schnitzel mit Pommes einfach aus, und „Insurrection Icon“ ist genau dies. Zwischendurch versuchen die Jungs mit etwas gemässigteren Takten eine düstere Atmosphäre zu kreieren, was aber nicht wirklich so eindrucksvoll zu gelingen vermag, auch die teils kurzen Gitarrensoli sind eine nette Abwechslung, viel mehr aber nicht. Wenn euch „Phosphorus Venus“, „One With Chaos“ und „Of Eternity And Trembling“ total überzeugen, dann könnt ihr hier bedenkenlos zugreifen und den Knüppel aus dem Sack lassen.
R.K.      
Punkte: 6.5 von 10
HERE LIES MAN - You Will Know Nothing (LP)
RidingEasy Records
Wenn der entfesselte Funk von James Brown auf verzerrte Heavy Rock–Gitarren trifft und dabei teilweise noch den Charme von Seriensoundtracks aus den Siebzigerjahren einfliessen lässt (Shaft, Hawaii Five-0 & Co.), dann heisst das Resultat Here Lies Man. Die Truppe startete vor rund zwölf Jahren als Projekt von Afrobeat Musiker Marcos Garcia, und erst vor zwei Jahren konsolidierte sich die ganze Geschichte als richtige Band. „You Will Know Nothing“ ist die logische Fortsetzung des letztes Jahr erschienenen, selbstbetitelten Debüts. Den Hörer erwarten rhythmisch akzentuierte, sehr perkussive Sounds, welche typischerweise von Wiederholungen in Musik und Text leben. Insbesondere die anspruchsvolle Darbietung von Drummer Geoff Mann (kein Geringerer als Sohnemann von Jazz–Legende Herbie Mann) verdient besondere Erwähnung, verleiht er damit den Tracks doch die nötige Rasse. Des Weiteren finde ich interessant, dass dieses Album auf einem Tascam 388 aufgenommen worden ist, einer Aufnahmemaschine aus den mittleren Achtzigern, welche ein achtspuriges Mischpult und eine Bandmaschine in sich vereint, analoger und authentischer kann der daraus resultierende Sound kaum sein. Nach all dem Lob ob dem Traditionsbewusstsein von Here Lies Man folgt jetzt allerdings das spielverderbende Aber. Härtere Nummern und eher ruhiges Zeug halten sich auf der Scheibe in etwa die Waage, zudem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich viele der Titel wirklich sehr ähneln, was vor allem dem Festhalten an bewährten Strickmustern in den Arrangements zuzuordnen ist. Letztlich ist „You Will Know Nothing“ nichts anderes als ein gutes Stück härtere World Music mit Gewichtung auf afrikanische Rhythmen, was der Scheibe in Metallerkreisen eher bescheidene Resonanzen bescheren dürfte. Das handwerkliche Geschick der Musiker steht ausser Debatte, aber stilistisch bewegt sich diese Scheibe für den Kuttenträger ganz klar auf eher fremdem Terrain.
Mirko B.      
Punkte: 6.5 von 10
JON BUTCHER AXIS - Stare At The Sun (Re-Release)
Escape Music/Non Stop Music
Erst vor vier Monaten erschien das erste Album von Jon Butcher Axis als Re-Release. Nun erreicht uns das zweite Werk des Sängers und Gitarristen. "Stare At The Sun" erblickte ursprünglich 1984 das Licht der Welt und knüpfte mit allerwelts AOR an das Debüt an. Die Geschichte des Afroamerikaners ist schnell erzählt. Trotz fehlender Substanz der beiden Outputs konnte er zwischen 1983 und 1984 als Support von Rush, Def Leppard und Scorpions auf Tour gehen, verschwand aber nach dem dritten, ohne den Zusatz Axis, veröffentlichten Album in der Versenkung. Obwohl er als Musiker zweifellos über ein hohes Mass an Können verfügt, schaffte er es nicht als Songwriter durch nachhaltige Substanz Fuss zu fassen. Kein Wunder also kam die aufgenommene Fahrt schnell wieder ins Stocken. Der Name Jon Butcher geriet in Vergessenheit und es dauerte 35 Jahre bis zur Wiederveröffentlichung. Wie beim Debüt gilt: für AOR-Alleskäufer only.
Chris C. 
Punkte: keine Wertung
ECSTATIC VISION - Under The Influence (Compilation LP)
Heavy Psych Sounds Records
Jetzt wird es irgendwie sehr obskur. Ecstatic Vision aus Philadelphia sind eine jener zahlreichen Bands, die vor wenigen Jahren auf den gerade an Fahrt gewinnenden Heavy Psych–Zug aufgesprungen sind, allerdings ist diese Band dermassen Underground geblieben, dass ihr dritter Output bestenfalls Demoqualität erreicht. Ich habe mir die Sache erst mal in Ruhe angehört, und immerhin erkannte ich da schon den letzten Track „Come Together“ als MC5–Cover. Auch „Born To Go“ kam mir irgendwie bekannt vor, vor allem das ständige Gepiepse und Gefiepe aus dem Synthesizer. Als ich dann einige Durchläufe später das Infoblatt durchlas, ging mir endlich ein Licht auf. „Under The Influence“ – der Titel sagt es ja eigentlich schon – ist eine Ansammlung von Songs anderer Truppen, welche Ecstatic Vision in ihrem kreativen Schaffen beeinflussen, namentlich Bands aus Zambia, die so genannten „Zam Rock“ zockten, die Space Rock–Überväter Hawkwind und die Motor City-Rabauken MC5. Da das ganze natürlich durch den bandeigenen Fleischwolf gedreht worden ist, klingen die Songs um einiges räudiger und primitiver als die Originale, was man mögen kann oder auch nicht. Ich kann dieser Ansammlung von Simpelrock–Nummern in rumpliger Soundqualität eher wenig abgewinnen, zumal der „singende“ Gitarrist mit seinen derben Vocals eher nervt als fasziniert. Aber für hartgesottene Underground–Puristen und psychedelisch veranlagte Neuhippies ist „Under The Influence“ zweifellos eine Quelle des Glücks.
Mirko B. 
Punkte: keine Wertung
EGOKILLS - Mellowhead
My Fate Music
"Die spinnen die Finnen" oder so ähnlich könnte sich die Kritik nach dem ersten Hördurchgang der Metal-Hippies von Egokills zweitem Streich "Mellowhead" anhören. Acht Tracks, die unterschiedlicher kaum sein könnten zieren den zweiten Longplayer der aus Tampere (FIN) stammenden Band. Die Musik variiert von schlammigen Boogie-Riffs über schonungslosen Doublebass-Metal bis hin zu einem sensiblen Melodic Rock. Beim Opener "Nibiru" könnte man sich sogar hinreissen lassen, von einem Popsong zu sprechen. "White Flags" ist ein anständiger Rocksong à la Stone Temple Pilots und "P.D.M." oder "Hollow Promises" schaffen es sogar in die Metalliga. Auf "Mellowhead" wird so ziemlich jedes erdenkliche Feld beackert, was für die anschliessende Ernte doch eher hinderlich ist. Die Songs zünden zu wenig um darin aufzugehen und das Gefühl, dass die Band keine echte Identität hat ist auch ein Minuspunkt. Nach 38 Minuten Genre-Crossover und endgültiger Stille setzt totale Ratlosigkeit ein. Was war das gerade" Welchen Weg schlagen Egokills künftig ein" Wieso Growls in Mainstreammusik" Wobei ich sagen muss, dass ich diese aggressiven Parts unterstütze, denn sie sind viel weniger nervend als die nasalen Vocals, wenn sich der Trupp im Pop/Rock-Bereich aufhält. Alle verschiedenen Zutaten in eine Wurst zu stopfen ist vielleicht mutig, schmeckt aber sicherlich nicht jedem! Ich kann also abschliessend nur empfehlen, sich selbst ein Bild von Egokills "Mellowhead" zu machen.
Oliver H.    
Punkte: 6.1 von 10

MADSEN - Lichtjahre (Blue Vinyl, 3 LPs)
Arising Empire/Warner
Madsen gehören schon seit ein paar Jahren zum erfolgreichen Exportschlager Deutschlands und sind eine 2004 gegründete Indie Rock-Band um die Gebrüder Johannes, Sebastian und Sascha Madsen. Zusammen sind sie in der Kleinstadt Priesseck im Nordosten von Niedersachsen aufgewachsen. Mit ihrem letzten Album "Kompass", das im Sommer 2015 erschienen ist, schafften sie den Durchbruch und landeten direkt auf Platz 5 der offiziellen deutschen Album-Charts. Mit "Lichtjahre" präsentieren Madsen nun bereits ihren siebten Longplayer. Ihr Sound ist Gitarren-lastig und ihre Texte switchen zwischen kritisch, belanglos und witzig. Eine Parallele zu "Sportfreunde Stiller" ist kaum zu umgehen und beschreibt wohl auch am besten den Sound der Deutschen. Auch bei ihrem siebten Werk weiss der Fan was er bekommt, denn Madsen machen auch auf "Lichtjahre" keine Kompromisse oder versuchen sich an etwas Neuem. Auch der Gesang von Sebastian Madsen ist von Album zu Album wieder Thema, denn der Frontmann trötet seine eher belanglosen Texte mit einer Stimme vor, die blutleer klingt und ein echter Lustkiller ist. Mir geht es jedenfalls so! "Ich tanze mit mir allein" vermittelt sogar noch einen Hauch Neue Deutsch Welle, was man jetzt gut oder wirklich altbacken finden kann. Aus aktuell beschriebenem Anlass jetzt aber nur dem Sänger ans Bein zu pissen wäre doch etwas unfair, denn schliesslich hat der noch eine Truppe im Rücken, die sich auch nicht richtig mit Ruhm bekleckert. Abgesehen von vereinzelten Schüssen in die richtige Richtung "Ein paar Runden" oder "Athlet", zielt man nämlich auch in der zweiten Reihe in taktischer Regelmässigkeit meilenweit am Ziel vorbei. Gähn!
Oliver H.      
Punkte: 5.8 von 10
THE DARK RED SEED – Becomes Awake
Prophecy Productions
Das Duo, bestehend aus Tosten Larson und Shawn Flemming, ist ein Ableger der Dark/Folk-Band King Dude aus Seattle, USA. Mit ihrem neuen Projekt gehen sie aber noch einen Schritt weiter und mixen 70ies Rock mit Dark Folk und Heavy Psych. Das Ergebnis klingt wie kruder Garage Rock, gepaart mit nervösem Impro-Jazz mit einer Decke aus überbordendem Hindu-Folk darüber – seeehr gewöhnungsbedürftig. Thematisch nimmt das Album den Hörer mit auf eine lineare Reise von der Dunkelheit ins Licht. Gleichzeitig soll es aber auch einen Kreis bilden, einen immerwährenden Zyklus von Selbst-Reflexion, Erkenntnis und Erleuchtung... Die wohl absichtlich rohe Aufnahmequalität ist stellenweise hart an der Grenze – gerade das nervöse Getröte in den Impro-Parts kratzt scharf an Gehörgängen und Nerven. Gegen Ende des Albums wird‘s ein wenig ruhiger, da hat‘s dann sogar ein paar schöne Momente mit dabei. Gerade die vielen Gastmusiker mit den traditionellen Instrumenten verleihen dem Album Struktur und Tiefgang. Fazit: Grundsätzlich bin ich ja ein grosser Fan von der Verschmelzung von westlichen und östlichen Elementen in der Musik, doch diese psychedelische Mischung ist nur was für hartgesottene Heavy Psych-Fans, die sich auf eine spirituelle Reise einlassen wollen… Allerdings bringen The Dark Red Seed mit ihrem Debütalbum tatsächlich mal etwas gänzlich Neues mit, und diese Kreativität verdient einen Extra-Punkt.
Patricia H.     
Punkte: 5.5 von 10

WOLFEN - Rise Of The Lycans (CD)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Als Power-Thrash kann man den Sound der deutschen Wolfen betiteln. Nichts Welt bewegendes. Gut gemacht, aber auch die Hinzunahme von Chris Boltendahl als Gastsänger bei "Timekeeper" hilft nicht, dass man im Mittelmaas stecken bleibt. Auch wenn man mit "Genetic Sleepers" einen sofort ins Ohr gehenden Track hat, der Doublebass-Klopfer "Forgotten Dreams" und das schleppende "Science & Religion" gute Laune verbreiten und an den guten alten US-Metal erinnern, man steck fest... Vieles klingt ähnlich und scheitert auch ein bisschen an der eher monotonen Stimme von Andreas von Lipinksi. "Rise Of The Lycans" kann man sich anhören, muss man aber nicht.
Tinu     
Punkte: 5.5 von 10
GALACTIC EMPIRE - Episode II
Rise Records
Das (Metal) Imperium schlägt zurück! Die Star Wars-Metaller bieten mit ihrem zweiten Longplayer zwar eine gewisse Abewechslung, welche aber dennoch nicht dauerhaft zu überzeugen vermag. Ich weiss nicht, ob es ein Fluch der Filmmusik allgemein ist, dass man gewisse Kompositionen "einfach so" hören kann, während andere nur im Film selber gut klingen und alleinstehend eher langweilig zum Zuhören sind. Der Star Wars-Soundtrack, welcher von Galactic Empire in dem Sinne metalmässig gecovert wird, fällt für mich leider genau in die zweite Kategorie. Die Musik klingt zwar fantastisch im Film, aber sonst ist sie eher langweilig. John Williams und sein Talent zum Komponieren in allen Ehren, doch hier vermag nicht mal das Metal-Cover zu überzeugen. Der Fairness halber muss ich aber auch sagen, dass sich der Metal-Soundtrack wesentlich besser anhört als die originalen Kompositionen. Das Album klingt somit zwar sehr gut, hinterlässt aber keinen bleibenden Eindruck und eignet sich als Hintergrundbeschallung recht gut, zum Aktiven Zuhören kann man sich aber hier nicht wirklich bringen. Schade, wirklich schade.
Mona M.  
Punkte: keine Wertung
KOBRA AND THE LOTUS - Prevail II
N.Records/Universal
Was ursprünglich früher geplant war, hat sich nun doch noch etwas hingezogen. Die Rede ist von Kobra And The Lotus und dem Album «Prevail», das aufgrund der vielen fertigen Songs in zwei Veröffentlichungen aufgeteilt wurde. Teil eins wurde bei uns im Mai 2017 besprochen, was bedeutet, dass man das zweite Werk erst ein ganzes Jahr später ins Rennen schickt. Obwohl Frontfrau und Namensgeberin Kobra zweifellos eine sehr gute Sängerin und obendrein auch sehr attraktiv ist, konnte ich mich bisher kaum für die Canucks erwärmen. Das standardmässige Songmaterial mit dem auf typisch amerikanisch getrimmten Stadion Monster-Rocksound à la Five Finger Death Punch und Konsorten ermüdet sehr schnell, und ohne Kobra könnte man das Ganze eh gleich vergessen. Die besten Momente entstehen immer dann, wenn Breaks in Form von melodischen Einschüben auftauchen und aufzeigen, wie geil diese Band eigentlich sein könnte. Bestes Beispiel dafür ist balladeskeres Material wie das absolut geniale «Light Me Up», zu finden auf dem Vorgänger «Prevail I». Da holen mich Kobra und ihre Jungs zu 100% ab, aber der grosse Rest wirkt über die Distanz schlicht langweilig und einschläfernd. Dieses monoton vor sich hingaloppierende Riffing mit einer Prise Moderne ist überhaupt nicht meins, und nachdem ich mir «Prevail I» vor dieser Rezi extra nochmals angehört habe, befürchte ich keine Besserung für die zweite Sause, und genauso ist es! Die Songs lassen schon beim blossen Skippen erahnen, dass die Rezeptur die Gleiche ist. Erst bei der Halbballade «White Water», notabene dem zehnten Song (!), vermag ich zu verweilen und finde was Ansprechendes. Das Highlight ist allerdings der Bonus-Track «Let Me Love You» in der akustischen Version, wo die schöne Gesangsstimme von Kobra Paige am besten rüber kommt. Warum das Fleetwood Mac Cover «The Chain», auf «Prevail I» als Bonus drauf, hier nun als offenbar offizieller Track auftaucht, ist nicht wirklich nachvollziehbar. Fazit: Auch nach Album Nummer fünf werde ich nach wie vor kein Fan der Band!
Rockslave    
Punkte: 5.0 von 10
KING HEAVY - Guardian Demons (LP)
Cruz Del Sur Music
Diese belgisch-chilenische Doom–Connection versucht seit rund vier Jahren ihr Glück mit einem Sound, den ich als Mischung aus Candlemass, Solitude Aeturnus und Pentagram bezeichnen würde. Die primäre Absicht ist zweifellos ein ehrbares Unterfangen, nur die Umsetzung klappt nur teilweise. Der erste Knackpunkt ist die Tatsache, dass es schon viele andere Bands gibt, die stilistisch ähnlich veranlagt sind, jedoch technisch und vor allem aber kompositorisch die Nase deutlich weiter vorne haben. Der zweite Stein des Anstosses ist in meinen Ohren Sänger Luce Vee. Der Vader Abraham des Doom, der unter dem Namen Luther "Finlay" Veldmark nebenbei noch bei Hooded Priest jault und lamentiert, ist noch um einen guten Zacken kauziger und schiefer in der Spur liegend als Pentagram Fronter Bobby Liebling, und das will wahrlich was heissen. Er gehört mit seiner einzigartig exzentrischen Performance einfach zu jenen Sängern, die man entweder gut oder gar nicht mag, bei mir ist ganz ohne Abstriche das zweite der Fall. Rein musikalisch wäre „Guardian Demons“ ja durchaus hörbar, wenn auch nicht unbedingt sensationelle Tracks geliefert werden, aber der noch unnötigerweise sehr in den Vordergrund gemischte, affektierte Gesang kann einem mit seiner penetranten Art echt den letzten Nerv töten. Underground–Freaks werden vor dieser Scheibe auf die Knie fallen, ich finde sie, wenn wir schon von Untergrund sprechen, eher grottig.
Mirko B.      
Punkte: 5.0 von 10
NANCYBREATHING - Awake
Boersma Records
Eine ziemlich spannende, wenn auch nicht immer logische Mischung aus Growls und manchmal härterem und manchmal sanfterem Rock wird uns von der deutschen Band Nancybreathing geboten. Die ständigen wechsel zwischen "normalen", fast schon melancholischen Vocals und den härteren Parts sind teils passend, teils aber gar nicht. Höre ich da etwa experimentelle Musik? Lied um Lied habe ich das Achterbahngefühl, es klingt gut, es klingt nicht zu gut. Es ist wohl ein dauerhaftes Problem mit dem ganzen Nu Metal-Genre. Wenn teils weit voneinander entfernte Stile aufeinandertreffen, kann es entweder zu einem genialen oder einem nicht ganz hörbaren Ergebnis kommen. Interessanterweise treffen bei diesem Album beide Extremfälle zu. Jede Kunstform, jedes Produkt wird auf ein begeistertes Publikum treffen. In diesem Fall gehöre ich nicht wirklich dazu und möchte daher keine Note abgeben. Hört vor dem Kauf einfach mal rein!
Mona M.      
Punkte:
keine Wertung
FLORIAN GREY – Ritus
Echozone
Ohjeh… Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Klar spielen Florian Grey (da hat wohl jemand an ‚Dorian Grey‘ anspielen wollen) technisch soweit perfekten Dark/Gothic Rock mit elektronischen Spielereien, so, wie wir es seit Jahren kennen. Nix Neues in den Schatten also – ist so! Man schmachtet sich wie der olle Ville Valium durch die Tracks, die allesamt nach einer ewigwährenden Blaupause aufgebaut sind. Keinerlei Überraschungen, keine Individualität, keine Ecken und Kanten – „Blood In A Shell“ kommt sogar mit 2 Minuten Geräuschen am Ende aus. SO kann man natürlich Einzigartigkeit auch vorgaukeln. Hilft aber nix. Liebe Schwarzheimer: Wenn ihr richtigen Gothic Rock sucht, holt euch die Platten von beispielsweise The Mission, Dreadful Shadows, Paradise Lost zu „One Second“-Zeiten, [SOON] und wie sie alle noch heissen mögen. Florian Grey sind, so leid es mir auch tut, dies zu schreiben, euer Geld nicht wert. Nächstes Mal mit mehr Eigenständigkeit, weniger Pathos und viiiel weniger offensichtlichem Kopieren, und vielleicht – aber nur vielleicht – kann man euch auch ernst nehmen.
Toby S.      
Punkte: 2.0 von 10
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