New Music Reviews Oktober 2018
Wertung:
  9.0 bis 10 Kaufempfehlung.         7.5 bis 8.9 Gut.
  4.0 bis 7.4 Vor Kauf reinhören.   0.0 bis 3.9 Nicht empfohlen.
AXXIS - Monster Hero (LP)
Phonotraxx
Seit 30 Jahren lenken und steuern Keyboarder Harry Oellers und Sänger Bernhard Weiss die Wege von Axxis. Eine Truppe, die in den letzten drei Jahrzehnten immer mit tollen Alben auf sich aufmerksam machte. Der Erfolg mit dem Debütalbum «Kingdom Of The Night» brachte ihnen nicht nur die Supporttour mit Black Sabbath ein, sondern auch das Bewusstsein die englische Truppe Abend für Abend an die Wand zu spielen. Noch heute ist die grosse Stärke der Jungs die Bühne. Da spielt es auch keine Rolle, wenn man einen jungen Burschen auf die Bühne holt und der vor Aufregung kurzerhand auf die Bühne reihert. Dank einer unbeschwerten Situationskomik, weiss Bernhard immer das Richtige zu sagen. Axxis sind über all die Jahre eins geblieben. Authentisch, auch wenn man mit dem Coveralbum («reDISCOverred») die Fangemeinde verwirrte. Mit «Monster Hero» rocken sich die Deutschen locker wieder in die Herzen der Fans. Das liegt einerseits am unglaublichen und unvergleichlichen Bassgroove von Rob Schomaker und dem kräftigen Tritt von Dirk Brand (Schlagzeug). Für die, wie immer geile Gitarrenarbeit ist Stefan Weber verantwortlich, der Unglaubliches aus seinen Saiten zaubert. Hört euch dazu nur den Überhit «Rock Is My Religion» an. Ein flotter Abgehtrack, der sich sofort in den Ohren festkrallt. Wie auch das von einer feinen Keyboardmelodie getragene «Love Is Gonna Get You Killed». Was für eine Hymne! Ebenso die Doublebass-Nummer «Glory Of The Brave», die locker aus der Session von «Paradise In Flames» (2006) stammen könnte. Auch hier ist die Gitarrenarbeit einfach nur fantastisch! Mit dem groovigen «Make Me Flight» erweitern die Jungs das Spektrum nochmals auf dem neusten Streich. Hier kommen, wie bei den anderen Songs auch, die Refrains sehr gut zum Tragen. «Gonna Be Tough» packt den Hörer bei den Eiern und lässt das Bein mit wippen. Während «Firebird» mit Trommelwirbel und flotten Rhythmen überzeugt und Bernie von seiner besten Seite zeigt. Das schleppende Element erklingt auf diesem Album mit «We Are Seven», während «Give Me Good Times» nur gute Laune verbreitet («Give me good times - ohooooh - no more bad times!»)! Mit «All I Want Is Rock» (was für ein Arschtritt), dem Titelsong und dem sehr interessanten «The Tragedy Of Mr. Smith», sowie «Living As Outlaws» (geiler Retrorock) hat der Fünfer das in meinem Augen beste Werk veröffentlicht. Dermassen kompakt und abwechslungsreich habe ich Axxis noch nicht erlebt. Jeder Track ist ein Hit, «Metal-Rock as its best» und aus diesem Grund gibt es zu Recht die volle Punktzahl. Wobei die noch zu wenig ist.
Tinu 

Punkte: 10 von 10
THE CRUEL INTENSIONS - No Sign Of Relief (LP)
Indie Recordings/Irascible
Wie geil ist das denn? Der Opener «Jawbreaker» ist kein Judas Priest-Cover, sondern eine sleazige Arschtrittnummer, wie sie Hardcore Superstar in ihren besten Tagen nicht hätten besser schreiben können. Sänger Lizzy DeVine könnte nicht nur gesanglich der Bruder von Jocke sein, sondern auch von der Phrasierung her. Unglaublich, wie er schreit und dennoch mit viel Kraft gesegnet ist. «Reckoning» schlägt in die gleiche Schublade. Arsch tretende Rhythmen (Mats Wernerson - Bass und Robin Nilsson - Schlagzeug) bilden ein Fundament, das dir den Allerwertesten nach Strich und Faden versohlt. Dabei kann sich Gitarrist Kristian Solhaug nach Lust und Laune mit seinen Riffs und seiner fantastischen Soloarbeit völlig ausleben. Hört euch dazu nur das Arrangement im Refrain zu «Genie's Got A Problem» an. «Weekend Suffering» hat schon fast eine punkige Attitüde, bekommt aber dank des Gitarrenriffs immer die rockige Kurve. Gepaart mit einem Refrain, der einfach perfekt passt - Sleaze-Herz was willst du mehr. «Check Your Head» besitzt eines dieser Riffs, das sofort punktet und nie mehr aus dem Kopf geht. Mit der Stimme von Lizzy und einem alles flach legenden Refrain, kommt das berühmte I-Tüpfchen dazu. Neben diesen Groove-Monstern haben die Norweger mit «Sick Adrenaline» auch viel Speed (Geschwindigkeit, nicht das andere!) auf dem Debüt. Wie auch das räudige «Go Fuck Yourself». «No Sign Of Relief» ist ein Album geworden, das ich mir nicht mehr erträumt habe zu hören. Mit Power, Frechheit, Attitüde und viel Rock in der Unterhose, posen die Vier los, als gäbe es kein Morgen. Puh, da haben Hardcore Superstar aber grosse Konkurrenz bekommen, und wenn sich Jocke und seine Jungs weiterhin mit den falschen Songs auf der Bühne präsentieren, dann ist der Thron bald von The Cruel Intentions besetzt! Einfach mit viel Spass in den Lenden ein paar Tracks geschrieben, den Regler auf 10 gedreht und vielen mitsingbaren Parts allen ein freudiges Grinsen ins Gesicht gezaubert. DANKE, DANKE, DANKE!
Tinu 

Punkte: 10 von 10
SLASH feat. MYLES KENNEDY AND THE CONSPIRATORS (2 LPS)
Living The Dream
Roadrunner Records/Warner
Gespannt war ich schon lange auf das neue Album von Slash (feat. Myles Kennedy and the Conspirators), und das Warten hat sich gelohnt. Soviel schon einmal vorweg. Slash auf Solopfaden fand ich noch nie wirklich prickelnd und auch Mr. Kennedy und seine Alter Bridge vermochten mich seit längerem nicht mehr zu begeistern. Wenn diese Solokünstler sich aber zusammenfinden, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen, so fand ich dies noch jedes Mal die perfekte Symbiose. Rocksound der Extraklasse! Groovige, unverkennbare Gitarrenklänge, harmonische Melodien, Gesangseinlagen die sich gewaschen haben und ein Gesamtkonzept, das einfach tierisch Biss hat. Auch auf dem neuesten Streich "Living The Dream" überzeugt die zusammengewürfelte Truppe um Saul Hudson einmal mehr. Es kann allerdings sein, dass es im Gegensatz zu "World On Fire" einen Hördurchgang mehr braucht, da stellenweise Tempo rausgenommen und dafür mehr Groove reingelegt wurde. Was zu Beginn etwas ungewöhnlich wirkt, ist schon beim zweiten Durchlauf nicht mehr von Bedeutung, da der Sound eine klare Sprache spricht und mitten ins Ziel trifft. Die 12 Track starke Platte ist bereits die dritte Zusammenarbeit mit Myles Kennedy und es scheint, dass sich hier ein "Erfolgsduo" gefunden hat. Während gut 50 Minuten wird die Hörerschaft mit satten Ohrwurmtiteln, herzschmelzenden Balladen und einfach genial rockigen Nummern bedient. Stücke wie "The Call Of The Wild" oder "Mind Your Manners" sorgen für die richtige Power und rücken bei genügend Lautstärke die Wohnzimmermöbel wieder ordentlich gerade. Wer Slash und Mr. Kennedy gut findet, der wird sich auch schnell mit diesem Werk anfreunden können, denn musikalisch sind sie auf "Living The Dream" keine neuen Wege gegangen, haben zwar hie und da etwas ausprobiert aber im Grossen und Ganzen ihre Wurzeln weiter gefestigt. Für mich ist die Platte ein persönliches Highlight des Jahres 2018, die mich bis zur nächsten Veröffentlichung immer wieder mal begleiten wird.
Oliver H. 

Punkte: 9.8 von 10
FIFTH ANGEL - The Third Secret (Limited Edition, LP)
Nuclear Blast/Warner
Was ist von den einstigen Helden Fifth Angel übrig geblieben? Schlagzeuger Ken Mary und Bassist John Macko, die auf dem dritten Streich vom singenden Gitarristen Kendall Bechtel unterstützt werden. Somit fehlen Sänger Ted Pilot und die beiden Saitenakrobaten James Byrd und Ed Archer. Nach fast 30 Jahren Sendepause sind die Amis wieder am Start und müssen beweisen, dass sie noch immer so tolles Material schreiben können wie damals zu Debüt-Zeiten. Der Opener bestätigt zumindest, dass das Trio handwerklich nichts von seiner Kreativität eingebüsst hat. Mit dem flotten «The Stars Are Falling» und den anschliessenden, groovigeren «We Will Rise» zeigen Fifth Angel, dass sie nichts verlernt haben und noch immer feinen, amerikanischen Metal schreiben. Dabei ist man nach wie vor weit davon entfernt wie Vicious Rumors zu klingen, sondern findet eher eine Affinität zu Riot, ohne dabei die eigene Identität einzubüssen. Man ist eben noch immer Fifth Angel. Das Trio spielt schnelle («Shame On You»), verspielte («Dust To Dust»), fette («Queen Of Thieves») und langsamere («Can You Hear Me») Tracks, die aber immer mit einem unheimlichen Potenzial an Melodien und tollen Arrangements versehen sind. Auch die Gitarrenarbeit sucht Seinesgleichen, denn was Kendall hier vom Stapel lässt, ist schon ganz grosses Kino! «This Is War» und «Hearts Of Stone» sind Paradebeispiele. Der Titeltrack lässt auch nichts anbrennen, und so kann ich als grosser Fan des Debütalbums sagen, dass die Herren auch ohne Ed Archer und Ted Pilot ein absolutes Killerwerk veröffentlicht haben. Vielleicht hatte es auf dem Debüt die besseren Einzelsongs, aber als Ganzes ist «The Third Secret» doch eine dicke Nase voraus.
Tinu 

Punkte: 9.7 von 10
BEHEMOTH - I Loved You At Your Darkest ( 2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
"Noch blasphemischer ist fast unmöglich", ist eine sehr passende Aussage von Frontmann Nergal über das neueste Werk von Behemoth. Alleine schon der Titel "I Loved You At Your Darkest" bestätigt das. Wer sich etwas mit der Bibel auseinandergesetzt hat weiss, dass dies ein Zitat von Jesus ist. Ich denke ich kann an einer Hand abzählen, wie viele Christen Freude an diesem Titel haben. (grins) Aber kommen wir nun zum musikalischen. Die drei Musiker eröffnen ihr Album mit dem Intro "Solve", in welchem Kinder über das Thema Vergebung singen, bzw. rufen. Oder auch nicht, denn ich zitiere: - Jesus Christ, I forgive you not. Hatten wir heute schon mal über Blasphemie gesprochen? Mit "Wolves Ov Siberia" geht es dann weiter, im gewohnten Stil, den wir schon von dem vorherigen Album "The Satanist" kennen. Mein liebstes Detail hier: wenn man genau hinhört kann man beim letzten Scream von Nergal im Hintergrund Wolfsgeheul hören."God = Dog" sollten mittlerweile schon einige kennen, zumal es ihr erster veröffentlichter Song war. Hier gefällt mir die gitarrengeprägte Stimmung sehr, wie man es von der Black Metal-Band schon so gut kennt. Das Gegenstück dazu bildet dann auch gleich der nächste Song "Ecclesia Diabolica Catholica" in dem mehrfach ein kurzes Drum-Solo zu hören ist. Mein persönlicher Favorit ist aber definitiv "Bartzabel", welches Clean- sowie Guturalgesang beinhaltet. Das ganze Lied ist etwas langsamer gespielt, was die ganze Atmosphäre aber nur noch besser unterstreicht. "Bartzabel" ist übrigens laut Aleister Crowley ein kabbalistischer Geist des Planeten Mars, dargestellt als tiefschwarzer Mann mit schwarzen Flügeln aber weisser Aura. Wenn ich das Lied personifizieren müsste, würde ich sagen, das passt doch perfekt! Meiner Meinung nach haben Behemoth ihr letztes Werk "The Satanist" getoppt. "I Loved You At Your Darkest" hat nicht die ganze Schnelligkeit seines Vorgängers, ist aber noch viel diabolischer, nicht zuletzt wegen der ironischer Textthematik. Ich werde mir dieses Album definitiv kaufen, nicht bloss, weil ich einfach ein kleines Behemoth-Fangirl bin, sondern auch, weil es mich einfach vom Hocker gehauen hat!
Zoé 

Punkte: 9.5 von 10
ORKAN - Element (CD)
Dark Essence Records
"Element" ist das dritte Album, welches die norwegische Black/Thrash Band Orkan hervorgebracht haben. Laut Aussagen der Band mussten die vier Jungs zwischen ihrem letzten Werk im Jahre 2015 und jetzt mit verschiedenen Problemen kämpfen, wie beispielsweise Krebs und einer seltenen Muskelkrankheit. Dann wollen wir mal schauen, wie sich das auf ihre Arbeit ausgewirkt hat. Der erste Song "Lenker" beginnt drastisch mit rasenden Drummblasts, dröhnenden Gitarren und krächzendem Geschrei vom Sänger, der übrigens auch der Gitarrist der Black Metal-Band Taake ist. Dieser Einfluss ist kaum überhörbar, denn das Gitarrenspiel ähnelt dem von Taake sehr, wie auch das Schlagzeug obwohl Orkan darin etwas schneller unterwegs ist. Der zweite Song "I Flammar Skal Du Eldast" beginnt mit einer geschredderten Melodie, welche ein sehr kraftvolles und düsteres Ambiente hervorbringt. Das Instrumentale wird dem Gesang übergestellt, die eintönigen Schreie des Sängers unterstreichen die Melodien umso mehr und der typische norwegische Spirit ist sehr gut heraushörbar. "Iskald" toppt die ersten zwei Songs an Geschwindigkeit und Brutalität. Dieses Tempo hält sich durch den ganzen Song durch und hebt sich durch diese Raserei total hervor. Gegen das Ende erkaltet dieser Zorn dann aber auch und die Melodie wird langsamer, bis sie dann verklingt. Gegenüber des vorherigen Songs erscheint die Nummer vier "Motstraum" schon beinahe langsam, obwohl er sich tempomässig nicht besonders von "Lenker" unterscheidet.

Ausschlaggebend ist aber definitiv das Schlagzeug, welches hier deutlich langsamer spielt als zuvor. Vermutlich gönnt sich Drummer Rune Nesse eine kurze Pause von der vorherigen Raserei. Durch diesen Tempowechsel scheinen die Screams jedoch viel mehr hervor, klingen schon beinahe dämonisch. Kaum gewöhnt man sich an diese Veränderung ist der Song aber auch schon vorbei, echt schade, denn diese ganze Mischung klang sehr interessant. Scheinbar hat sich der Schlagzeuger wieder erholt, denn im nächsten Lied "Avmakt" geht es wieder so weiter wie man es von ihm gewohnt ist. "Avmakt" ist der einzige Song von "Element" welches einen ständigen Wechsel an Tempo und Stilen in sich trägt. Geht es zuerst mit der bekannten Brutalität voran, wechselt es immer wieder zu gesangslosen, melodiösen Teilen. Dies verleiht dem Album eine ganz neue Atmosphäre und lässt es nicht mehr ganz so übermenschlich erscheinen. "Den Våte Grav" hält sich im selben Stil wie die vorherigen Songs und unterstützt so die ganze Atmosphäre des Albums. Der letzte Song "Heim" springt komplett aus der Reihe denn er beginnt akustisch. Und er hält sich akustisch. Ein totaler Kulturschock. Diese Melodien von der Gitarre gespielt bleiben so bis etwas über die Mitte des Songs, dann steigt der Rest der Band auch mit ein. Inklusive Gesang. Ja, ihr habt richtig gelesen: Gesang. Einar Fjedall singt Clean. Ich bin schockiert. Das ganze klingt so emotional und richtig beruhigend im Gegensatz zum Rest des Albums, welches so richtig eingeheizt hat. Aber auf alle Fälle ein richtig genialer Song! Meistens passen solche weissen Schafe ja nicht zum Rest aber hier haben Orkan es fertiggebracht, dass das Ganze eine Einheit bildet. Ich bin begeistert!
Zoé 

Punkte: 9.3 von 10
CITY OF THIEVES - Beast Reality (Gatefold LP)
Frontiers Records/Musikvertrieb
Schon Wayward Sons haben bei mir offene Türen eingerannt. So kann ich auch City Of Thieves viel Tolles abgewinnen. Die Städter gehen dabei eine Spur knackiger und rockiger ans Werk, während die Söhne mehr den Blues unter den Fingernägeln haben. Die aus London stammenden City Of Thieves rocken mit ihrem Debütalbum aus allen Rohren und könnten damit die Truppe sein, welche am Thron von Inglorious sägt. Herausragend ist das sich steigernde «Buzzed Up City», das schon fast AC/DC-like aus den Boxen knallt. Genau! Knallt ist das richtige Wort, mit welcher Wucht die Truppe den Track aus ihren Instrumenten feuert. Dank der rauchigen und leicht krächzenden Stimme von Jamie Lailey sticht der Sound des Trios sehr schnell aus einem Einheitsbrei heraus. Da Wayward Sons-Shouter Toby Jepson für die Produktion verantwortlich ist, darf man sich auch an einem verdammt tighten und urchigen Sound erfreuen. Tja, irgendwie scheint in UK wieder ein Heer an neuen, interessanten und talentierten Rock-Bands zu sein. Wie damals als die Little Angels, Thunder und The Quireboys von sich reden machten. «Lay Me To Wasted», das unglaublich geile «Control» (wer hier nicht alle Airbourne-Scheiben in die Tonne kickt, weiss nicht, was geiler Kick-Ass-Rock ist!), das wilde «Animal», das treibende «Born To Be Great» und der Hit «Something Of Nothing» (meine Güte, wie kann man nur solch brillante Lieder schreiben), sind alles Bestandteile eines Albums, das man sich angehört haben muss! Speziell «Something Of Nothing» rate ich jedem als Medizin, der gerade von Liebeskummer geplagt ist. Wer nach dieser unglaublichen Melodie nicht ein fettes Grinsen im Gesicht hat, geht zum Lachen definitiv in den Keller. Da fallen auch die leicht «schiefen» Klänge nicht auf!
Tinu 

Punkte: 9.3 von 10
REVOCATION - The Outer Ones (Gatefold, Poster, LP + Digital Copy)
Metal Blade/Sony
'The Outer Ones', dieses 7. Masterpiece des Bostoner 4-Pieces Revocation ist ein absolutes Blast-Teil! 9 Tracks vollendeten Reifeprozesses, auf technisch - im musikalischen Sinne - höchstem Niveau zelebrieren Revocation einen phantastischen progressiv-technischen Death-Metal, der seinesgleichen suchen kann ... und eben nicht gefunden wird ... ausser Revocation selbst. Da wird von den ersten Klängen bis zum Abgesang, von 'Unworldly Origin' bis zu 'A Starless Darkness', feinste Kost serviert. Absolute Saitenhexer, technisch hochwertige und melodiöse Soli, Hammer-On's/-Pull Off's, Tappings, Arpeggi, riffgewittrige Akkord- und Lineattacken geritten, gegrooved bis zum Abwinken, gethrashed und gedeathted, gegrowlt und gedouble-bässlet, getieftönert bis zu geslappten Basslines, geblastete Drumsattacken und -patterns in Kombination mit feinsten, unglaublichen Tempiwechsel, ohne jedoch den berühmt berüchtigen 'roten Faden' zu verlieren. Variabel, vielseitig, frisch, unvoreingenommen, straight to hell ... so soll, darf und will intelligent geschriebener progressive-technical Thrash-/Death-Metal gezockt werden, genauso. Gepaart mit einer satten, druckvollen, sauberen und einschlagenden Produktion, einem Cover-Artwork, welches die Genialität und die musikalischen Freiheiten von 'The Outer Ones' aufzeigt und auch gekonnt verbindet, die ab und an leicht fusionartigen, jazzigen Elementen eingegliedert in das geniale Songwriting. Vergleiche zu Bands wie Beyond Creation, Archspire, Deviant Process, Obscura, Gorod, Atheist, Cynic, Obliveon, aber auch zum thrashigen Genre à la Sadus darf selbstredend nicht fehlen ... und man dürfte und könnte noch so manches aufzählen. Revocation sind Revocation, das ist gut so. Sehr gut, sogar!
Leopold 

Punkte: 9.3 von 10
DEICIDE - Overtures Of Blasphemy (LP)
Century Media/Sony
12 Ouvertüren ergeben ein Meisterwerk, nach 'Adam Riese'. Nach all' den Jahren hechtet der floridianische Tampa-Vierer mit 'Overtures Of Blasphemy', dem mittlerweilen 12. Studioalbum, einem neuen Meisterwerk entgegen, und dies mit einer solch dargebotenen Lockerheit wie auch Frische. Yep, man braucht kein Sportfanatiker zu sein, man soll sich einfach den 'richtigen' Sound aussuchen, hehehe ... Nun gut, wie erwähnt sind 12 Tracks auf dem Zwölfling enthalten, die wahrlich die gesamte Death-Metal-Welt vereint, ohne Wenn und Aber. Will sagen, Deicide pflanzen gekonnt den typischen 'Morrisound-Florida-Death-Metal' - als Hommage und Honorierung gedacht - mit den verschiedenen weiteren Sparten und Tiefspalten des 'bösen Metals' miteinander. Da hat es blackadeske Momente enthalten 'One With Satan', deathige Kracher à la 'Compliments Of Christ', stamperische Hörnermosher 'Seal The Tomb Below', komprimierte Deather 'Destined To Blasphemy', blastbetontes à la 'Crawled From The Shadows' ... Und ich könnte bei jedem Song was 'passendes' finden, auch mit Leichtigkeit. Will sagen, blastende, treibende, moshende, deathig-blackige Doublebass-Attacken, gepaart mit shreddenden, death-thrashigen und kettensägenschwingenden Riffs sowie stets sehr technische und melodiöse Soli, welche als Aus- und Eingleich in die Songstrukturen passen, wummernde Tiefsaiten, ein gutturaler Wohlgenuss des gekonnten Röchelns und wütenden Growl-Shouts, ... eben, der typische Deicide-Sound. Wie man Deicide noch beschreiben kann" Reinhören, reinhören, reinhören, hellyeah! Dem guten, alten Lucifer mal das Pfötchen schütteln, wohlwollend auf die Schultern klopfen und dann gemeinsam headbangen. Auch satanische Götter des Death-Metals, ein immer noch astrein funktionierendes Urgestein besagter Stilrichtung. Wegweisend, durch all' die Jahrzehnte ihres Wirkens. Wie gesagt, im selben Atemzug zu nennen mit den Urgesteinen von Cannibal Corpse, Malevolent Creation, Immolation, Suffocation und Konsorten. Ein besagt goiles Cover-Artwork, saubere und sowas von druckvoll produzierte Mucke, ein Hochgenuss. Der Platz in der Hölle ist reserviert, freue mich schon auf den nächsten Besuch dort. Wird wahrscheinlich wieder sehr heiss werden, aber auch dort gibt's kühles Hopfenmalz. Na denn, Prösterchen und reinziehn', diese Ouvertüre, hellyeah!
Leopold  

Punkte: 9.2 von 10
VITJA - Mistaken
Century Media/Sony
Die deutsche Band Vitja, der Name stammt aus dem Russischen und bedeutet Gewinner, drehen den Zeiger mit ihrem dritten Album "Mistaken" zurück auf die Null. Die Musik soll nicht die Erwartungen von Aussenstehenden erfüllen, sondern die Musiker wollen genau die Musik schreiben und machen, die aus ihren Köpfen und Herzen kommt! So steht es zumindest im Beipackzettel des Labels. Im Endeffekt aber spielen Vitja eine ganz geile Interpretation von Metalcore, wie dieser sich im Jahre 2018 anhören sollte, nämlich absolut zeitgemäss und mit einer ausgewogenen Mischung von harten Elementen und zuckersüssen Melodien! Schon mit dem Auftakt "Mistaken" wird schon mal klar gemacht, wohin die Reise gehen soll, da werden Cleanvocals und Screams brüderlich aufgeteilt. Mit "Overdose" darf Andi Dörner, Frontmann von Caliban, sein Gastspiel geben und den Song veredeln, was bei dieser Dichte von Melodien sehr einfach ist! Schön romantisch kommt "Friends Don't Lie" direkt ins Herz und entpuppt sich als geniale Hymne! Der Refrain ist sowas von genial, dass er noch Tage nachhallen wird! Vitja warten mit wunderbaren Cleanvocals auf, so auch im Song "Down". Dieser Song muss als weiteres Highlight bezeichnet werden. Härter wird es mit dem Song "Anxiety", der Metalcore pur ist und alles bietet, was zu einem geilen Metalcore-Song zwingend gehören muss. Live wird dieser Song gewaltig, wie ein Komet, einschlagen. In eine ganz andere Kerbe haut "Black And Blue", denn jetzt wird im zeitlosen Postmetal gewildert, auch wenn die Screams ihre wahre Herkunft nicht verleugnen können. Einfach genial gespielt und mit viel Groove garniert. Erste Sahne ist auch "High On You", und genau so soll Modern Metal klingen! Diese Wahnsinnsmelodien haben allesamt Ohrwurm-Potential. Sehr ruhig und ganz anders kommt "To The Man" aus den Boxen, denn jetzt fehlen nur noch die Synthie's und der Vergleich zu Depeche Mode wäre perfekt! Über eine grossartige Melodie verfügt auch "Sedamine" und die Cleanvocals in diesem Song sind ganz grosses Kino! Bei "Filthy" hört man eine gewisse Nähe zu Eskimo Callboy, aber natürlich ist das keine Kopie, sondern da steckt 100% Vitja drin. Mit einem weiteren Höhepunkt namens "King Of Nothing" endet dieses Hammeralbum. Nochmals wird eine brachiale Hymne aus dem Hut gezaubert! Auch wenn der grosse Hype namens Metalcore langsam vorbei ist, so muss man Vitja zugestehen, dass sie mit ihrem Album "Mistaken" dem Metalcore wieder Leben eingehaucht haben! Alle, die auf modernen Metal oder Metalcore mit genialen Cleanvocals stehen, sollten dieses Album unbedingt antesten! Ihr werdet es nicht bereuen, Ehrenwort!
Roolf  

Punkte: 9.1 von 10
HELRUNAR - Vanitas Vanitatvm (White Vinyl, 2 LPs)
Lupus Lounge/Prophecy Productions
"Vanitas Vanitatvm" ist schon bereits das fünfte Album der deutschen Pagan-Black Metal Band Helrunar, welche nun auch schon beinahe 18 Jahre alt ist.
Das erste Lied bzw. Intro "Es ist ein sterbend Licht" beginnt klassisch. Also nicht Black Metal klassisch sondern richtig klassisch mit einem Streichorchester gespielt. Es verleiht dem Album jetzt schon ein melancholisches, düsteres Image. "Satvrnvs" zeigt dann doch ziemlich schnell, dass sich die Künstler nicht der Klassik zugewendet haben, denn der Song beginnt mit einem rauschenden Auftakt von Gitarren und endet im Geschrei vollkommener Wut. In der vierten Minute verändert sich der Song jedoch drastisch als alleine die akustische Gitarre eine Melodie spielt. Dieses Melodiöse wird dann beibehalten als die anderen Instrumente diese Gitarre wieder ablösen und nochmals so richtig loslegen als der Sänger auch wieder mit einsteigt. Der zweite Song "Lotophagoi" zieht sich im selben brachialen Stil weiter, die Gitarre spielt ihre abwechslungsreichen Riffs. Das Hervorstechendste des ganzen Liedes ist aber definitiv der Gesang, er erscheint sehr bösartig durch seine tiefe Tonlage und verleiht dem Song so eine gröbere Note. Ein grosser Kontrast wirft dann aber "Vanitas Vanitatvm", der beinahe gänzlich nur von der akustischen Gitarre gespielt wird bis dann die elektronische dazu einsteigt und der letzten Minute des Songs eine beinahe DSBM artige Stimmung verleiht.Ein weiterer Kontrast wird vom Lied "Nachzehrer" gebracht, welches wie das Vorherige relativ ruhig gehalten und gesangslos ist. Der Sänger spricht hier mit ruhiger, beherrschter Stimme, es scheint beinahe so als würde er direkt mit dem Hörer selber reden, während im Hintergrund langsame Melodien der Gitarre gespielt werden. Das Zusammenspiel zwischen den Instrumentals und dem Gesprochenen bewirkt eine sehr dramatische Atmosphäre. Mit "Necropolis" zeigt Helrunar noch einmal sein komplettes Können, begonnen mit einem langsamen Einstieg. Dieser hält natürlich nicht allzu lange bevor Gitarre und Schlagzeug rhythmisch einsetzen und die Band noch einmal richtig loslegt. Dieser Song hat alle Komponente des Albums in sich, seien es rasende Riffs oder ruhigere Pausen. Und natürlich das Streichorchester nicht zu vergessen, denn damit klingt dieser Song aus und anschliessend auch das ganze Album. Denn "Der Tag an dem das Meer seine Toten freigibt" ist das exakte Gegenstück zum ersten Song, es wird auch von einem Streichorchester gespielt und entlässt die Hörer so, wie sie auch begrüsst wurden. "Vanitas Vanitatvm" ist ein geniales Werk, man merkt, dass diese Jungs ihr Können in den Jahren, die es Helrunar schon gibt wirklich gemeistert haben und all dies in dieses Album verpackt haben.
Zoé  

Punkte: 9.0 von 10
CIRITH UNGOL - Witch“s Game (12" Maxi)
Metal Blade/Sony Music
Endlich wieder neuer Cirith Ungol - Stoff, wenn auch nur ein einziger Song. Und sollte sich die Band endlich dazu entschliessen, uns nach langen 27 Jahren (!) endlich wieder mal ein vollwertiges Album zu offerieren, dann bitte mit Tracks dieser Strickart! Episch, abwechslungsreich, vielschichtig, mit der nötigen Portion doomiger Schwere versehen, getragen und vollendet durch Tim Bakers unverändert kranke Vocals, enthält der überlange Titelsong sämtliche Elemente, welche die Einzigartigkeit der kauzigen US - Metaller jemals ausgemacht haben. Ich habe mir den Song jetzt sicher schon sechsmal hintereinander einverleibt, und dennoch entdecke ich bei jedem erneuten Durchlauf neue, kleine Details. Sollten die alten Säcke ihre Chance wirklich annehmen, noch einmal richtig durchzustarten, dann können sich die Fans auf ein ganz dickes Brett freuen. Die B-Seite dieser 12" Vinylsingle enthält eine wertige Liveversion des Bandklassikers "Doomed Planet" vom "One Foot In Hell" - Album (1986), mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Fans müssen hier einfach ohne Wenn und Aber zugreifen!
Mirko B. 

Punkte:
keine Wertung
VREID - Lifehunger (Colored LP)
Season of Mist/Irascible
Der "Black'n'Roll" ist zurück! Bei Vreid heisst es nicht "trve norwegian black metal" sondern "norwegian black'n'roll". Wenn das mal nicht ein geiles Genre ist! Das achte Werk der vier Jungs besteht aus auch acht Songs begonnen mit "Flowers & Blood". Was für ein dramatischer Titel, gefällt mir. "Flowers & Blood" ist ein rein akustisches Instrumental. Die melodiösen Klänge der Gitarre leiten in das Album ein und lassen die Frage stehen, auf was man sich da gefasst machen muss. Der nächste Titel "One Hundred Years" gibt dann aber auch schon die Antwort darauf als rauschende Gitarren erklingen und der Sänger mit einem Scream einsetzt. Dieses Lied ist deutlich fetziger, lädt zum Headbangen ein, halt düsterer gespielter Rock'n'Roll. Aber auch hier gibt es ruhigere Teile, als der Clean-Gesang einsetzt verlangsamt sich auch die Musik ein wenig und wird auch teils akustisch. Aber keine Sorge zum Schluss legen die Norweger noch einmal einen Zacken zu und schliessen das Lied so ab, wie es begonnen wurde. Der dritte Song trägt den gleichen Titel wie das Album selbst, die Gitarren leiten mit düsteren Riffs ein, begleitet vom Schlagzeug beginnt es mit einem tragenden Rhythmus. Kurz darauf wird die Melodie dann etwas leichter und spielerischer bis dann der Gesang einsetzt und das ganze komplett macht. In "The Death White" begrüsst ausnahmsweise das Schlagzeug die Hörer bis dann die Gitarre und der Sänger mit seinem krächzenden Gesang einsetzt. Rhythmisch, melodisch, typisch Rock'n'Roll. Als ich zum ersten Mal gelesen hab, dass der Sänger von Solstafir beim nächsten Song "Hello Darkness" mitsingt habe ich mich schon gefreut wegen seiner einzigartigen Stimme. Aber naja, Vreid x Tryggvason klang in meiner Vorstellung besser. Und zwar um Längen. Der fröhliche, rassige Klang der Musik passt nicht mit seiner melancholischen Stimme zusammen. Finde ich echt schade, vermutlich hätte nur der instrumentale Part etwas langsamer gespielt werden müssen und dann hätte das Ganze schon besser gepasst. Dieser verzweifelte, ruhige Stil kommt dann aber im nächsten Song "Black Rites In The Black Night" zum Vorschein. Dieses Lied lässt den Black Metal-Einfluss auf die Band am meisten hervorscheinen, gefällt mir denn es gibt einen interessanten Kontrast in das Album. "Sokrates Must Die" heisst das zweitletzte Lied. Wieso Sokrates und nicht Pythagoras? Das hätte mir die Schulzeit so viel einfacher gemacht. Okay, zurück zum Thema. Hier geben Vreid noch ein letztes Mal so richtig Gas, zeigen nochmals ihr ganzes Können in rasenden Gitarrenriffs, dröhnenden Drums und dem heiseren Gesang des Sängers. Der Abschluss bringt dann "Heimat", der passend wie der erste Song ruhig gehalten ist und ohne Gesang. Naja, beinahe ruhig, gegen den Schluss zu steigt dann E-Gitarre und Schlagzeug nochmals ein und bieten einen wunderbaren Ausklang von "Lifelover".
Zoé 

Punkte: 9.0 von 10
BE THE WOLF - Empress (CD)
Scarlet Records
Cheffe! Modern Hard Rock Band steht in grossen Buchstaben im Infoschreiben von Be The Wolf. Gibt gleich einen Verriss! Aber hey, was uns der Dreier hier vorspielt, hat verdammt viel Geiles zu bieten. Irgendwo bei dem ersten Album von Skid Row und der Räudigkeit von W.A.S.P. hat sich der Opener «Burn Me Out» vom dritten Album der Herren angesiedelt, der dann von dem modern angehauchten «Action» abgelöst wird. Was den Songs viel Positives verleiht, ist die Stimme von Frederico Mondelli, der ein richtig geiles Organ hat. Mit «Stallone» kratzen die Herren am ersten Album von Liv Sin. Okay, ich gebe es zu, dass die Produktion ab und zu ein modernes Flair hat. Aber dank der Gitarrenarbeit und der Stimme überwiegen immer die hart rockenden Momente. «Your My Demon Tonight» ist einer dieser Tracks bei dem sich viele Sleaze-Rock-Truppen freuen würden, wenn sie ihn geschrieben hätten. In die gleiche Kerbe schlägt «All Days I Missed» und das rotzigfreche «Move It». Speziell hier kommt der Gesang bestens zur Geltung, wie auch die riffige Gitarrenarbeit. Also, wer auf die letzten Alben von Hardcore Superstar steht, sich nicht an Sister Sin/Liv Sin satt hören kann und auch dem melodischen Elementen von Crazy Lixx positiv gegenüber steht, muss hier unbedingt rein hören. Lasst bei den zwei bis drei Tracks die modernen Tunes weg und konzentriert euch auf die Lieder. So abgefahren wie W.A.S.P.'s «Kill! Fuck! Die!» ist die Produktion nicht, und mit den beiden abschliessenden Tracks «Trigger Discipline» und «Jungle Julia II» hauen Be The Wolf nochmals fettes Kraftfutter für alle Hard Rock-Fans raus!
Tinu  
Punkte: 9.0 von 10
KINGCROW - The Persistence (2 LPs)
Sensory Records/Alive
Wow. Die aus Rom stammende Progressive / Alternative Metal-Band Kingcrow spart nicht an eingängigen Melodien und Energie. Das zehnte Album der sechsköpfigen Band liefert ein Meisterwerk für die Progressive-Szene. Das Werk besteht aus zehn Tracks, davon gleicht keines dem anderen. Die Musik ist wie auf mehreren Ebenen aufgebaut, während eine sehr ruhige Hauptmelodie dominiert, sind im Hintergrund schnelle Schlagzeugrhythmen und markante Gitarrenriffs zu hören. Diese Ebenen verschieben sich ständig, der Schwerpunkt wird immer anders gesetzt und so entsteht ein abwechslungsreiches Gemisch aus eindringlichen und fassbaren Melodien sowie mitreissenden Rhythmen und passend dazugegebene Synthis. Nicht nur auf die Klangebenen, sondern auch auf die anspruchsvoll eingesetzten Instrumente wird unterschiedlichen Fokus gesetzt. Der vierte Track «Folding Paper Dreams» beginnt zum Beispiel mit einer aufmüpfigen Klaviermelodie in Kombination mit innigem Gesang, was im Gesamten eine eher ruhige Stimmung erzeugt. Im Verlauf kommt eine genauso besinnliche Gitarrenlinie dazu und das Lied entwickelt sich zuerst balladenmässig. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und eine typische Prog-Gitarrenmelodie kommt auf, das Stück wird schneller und extremer, bis es sich wieder in den schönen Refrain zurückzieht. Dies soll ein Beispiel zur Veranschaulichung sein, wie komplex die Musik von Kingcrow ist. Jedes Lied hat diese Überraschungseffekte auf ganz verschiedene Art und Weisen eingebaut. Der Zuhörer bekommt das Gefühl, dass er nicht abschätzen bzw. erwarten kann, was für ein Tempo folgt oder in welche Richtung das Lied sich als Nächstes entwickelt. Diego Marchesi's Stimme ist voller Energie und wechselvollen Betonungen. Die Virtuosität der Künstler hält sich nicht in Grenzen - die Songs lösen durchgehend durch die schönen und z.T. träumerischen Verläufe ganz verschiedene Emotionen aus. Chapeau - ich habe für mich definitiv eine neue Band entdeckt!
Sina  
Punkte: 9.0 von 10
JAIL JOB EVE - The Mission (CD)
MIG Music
Ja Leute, für Fans von Blues Pills, Pristine & Co. kommt jetzt neues Kraftfutter aus deutschen Landen. Jail Job Eve nennt sich das Wunderkind, besteht aus ehemaligen Musikstudenten der Hochschule Osnabrück und steht auf einem soliden, doppelten Fundament. Da wäre zum Ersten die enorme musikalische Kompetenz der jungen Truppe. Bluesig, funkig, (hard-) rockig aber ebenso soulig spaziert die Band elegant durch die zwölf Songs ihres Debüts. Und die zweite Säule dieses soliden Fundaments? Nun, das hört auf den Namen Victoria "Toja" Semel und verfügt über eine kräftige, treffsichere Stimme, welche sämtliche Stilvariationen im Jail Job Eve Sound souverän meistert. Man kann diese Scheibe rauf und runter hören, der Spass will einfach nicht aufhören. Selbst im abschliessenden, eher ruhigen "What Remains" schafft es die Band, mit dem Spiel zwischen den Stimmungen den Zuhörer zu fesseln bis zur letzten Sekunde. Was soll ich noch mehr dazu schreiben? So lange junge Leute solche Bands gründen und solche Platten raushauen, mache ich mir keine Sorgen um die Zukunft der Rockmusik. Unbedingte Kaufempfehlung für Feinschmecker, die auch mal über den Metal - Tellerrand hinausschauen können!
Mirko B.  
Punkte: 9.0 von 10
JOE BONAMASSA - Redemption
(Limited Edition, Red Vinyl, 2 LPs + Digital Copy)
Provogue Records/Musikvertrieb
Der New Yorker Meister der Blues- und Bluesrock-Gitarre trägt Jahrgang 1977 und hat bisher eine schon ziemlich bemerkenswerte Karriere hingelegt. Nebst der bluesigen Seite von Joe ist natürlich auch das Mitwirken bei Black Country Communion ein Highlight, das nach zwischenzeitlichem Loslösen von der Supergroup um Glenn Hughes (Ex-Deep Purple, Ex-Trapeze), Jason Bonham (Ex-Bonham, Ex-Foreigner) und Derek Sherinian (Ex-Dream Theater) im letzten Frühherbst in der vierten Scheibe «BCCIV» mündete. «Redemption» ist hingegen die dreizehnte Solo-Scheibe (!) des äusserst kreativen Amerikaners, der durch sein kraftvolles Spiel immer wieder mal an den unvergessenen Gary Moore (R.I.P.) erinnert. Die Zusammenarbeit mit der Lansdkollegin Beth Hart mündete zudem in mehreren Live-Alben, die nur so vor Energie strotzen. Überhaupt gibt es inzwischen mehr (offizielle) Live- als Studio-Alben, wodurch das Schaffen des Guitar-Heros bereits jetzt auf immer und ewig glänzen wird. Ausserdem ist Mr. Bonamassa ein ganz ordentlicher Sänger, was auch auf «Redemption» mehrfach zu hören ist. Desweitern sind keine stilistischen Scheuklappen angesagt, und darum erklingt mitunter, wie beim Opener «Evil Mama», gleich ein Bläser-Arrangement. Als deutliches Zeichen für eine total open minded Produktion lesen sich auch die mitwirkenden Gäste, als da wären: Tom Hambridge, James House, Gary Nicholson, Richard Page und Dion Dimucci. Allesamt Nashville-Grössen und mit Produzent Kevin Shirley (Led Zeppelin, Iron Maiden, Aerosmith, Journey, Mr. Big) verbindet Joe eh eine langjährige Freundschaft von Berufes wegen. Dieser zeigt sich begeistert über die Varianz von «Redemption». Fans von Joe Bonamassa können hier eh blind zugreifen, und wer den Ausnahmemusiker allenfalls noch nicht kennen sollte und auf hochklassigen wie variantenreichen Bluesrock steht, sollte ebenfalls nicht lange zögern und sich dieses Genre-Juwel am besten gleich als DLP ins Regal stellen.
Rockslave  
Punkte: 9.0 von 10
BEYOND THE BLACK - Heart Of The Hurricane (2 LPs)
Airforce Records/Universal
Nachdem sich Beyond The Black nach ihrem zweiten Album getrennt haben, kehren sie nun in einer total neuen Besetzung, natürlich bis auf Sängerin Jennifer Haben, mit ihrem dritten Studioalbum «Heart Of The Hurricane» zurück. Mit fünfzehn Tracks ist das neue Werk der Symphonic Metal-Band sehr umfangreich und spannend zu durchleben. «Hysteria» heizt das Album als Eröffnung richtig ein. Ein melodiöser fesselnder Refrain, der von einem starken powerreichen Gitarrenriff umrahmt wird, lässt den Zuhörer aufblühen und in die Musik versinken. Nur die typischen orchestralen Einlagen für den Symphonic Metal sind hier noch nicht gross zu hören. «Hysteria» sowie der Titelsong «Heart Of The Hurricane» lassen sich eher als überzeugenden Power Metal kategorisieren, der eine energiereiche Sphäre bildet und definitiv mitreisst. Die folgenden zwei Lieder gehen dann eher in Richtung Hard Rock, es wird mit den schönen und ergreifenden Melodien sowie Texten eine emotionale Ebene geschaffen. «Song For The Godless» verblüfft mit plötzlichen mittelalterlichen Einschüben, die Beyond The Black in eine nochmals andere Ebene verschiebt und im Album für weiteres Erstaunen und vor allem für weitere Abwechslung sorgt. Der siebte Track, «Beneath A Blackened Sky», liefert uns eine Hymne im Epica Stil und ist meiner Meinung nach ein sensationeller Song auf dem Album. Das Lied beginnt mit einer epischen orchestral gespielten Melodie, die im Verlauf sich immer mehr aufbaut und mit einem Chor ergänzt wird. Der Refrain bildet eine zweistimmige Ebene aus Chor und Habens Leadstimme. Ein überwältigendes Stück, welches eine Basis für den zweiten Teil des Albums erschafft, in dem in allen darauffolgenden Liedern an symphonischen Einlagen bzw. Begleitungen nicht gespart wird. «Fairytale Of Doom» ist ein Ohrwurm! Ein eher düsteres episches Gitarrenriff, das über eine eher "erzählende" Strophe in einen energiereichen packenden Refrain übergeht, der definitiv hängen bleibt. Das Album liefert eine tolle Mischung aus schnellen harten, eher ruhigen sinnlichen, symphonisch komplexen und sehr ausschweifenden Melodien. Hier muss noch erwähnt werden, dass Jennifer Haben eine sensationelle Stimme besitzt. Ihre vokalrange ist enorm, ihr Gesang wirkt sehr emotional und direkt. Auch wenn das Album mit seinen fünfzehn Tracks ein bisschen langgezogen ist, muss ich doch sagen, dass es mich wirklich überzogen hat und mich die durch ihre Musik erzeugte Energie in ihren Bann zieht.
Sina  
Punkte: 9.0 von 10
SALATATIO MORTIS - Brot und Spiele (2 LPs + Digital Copy)
Universal Music
Ein Meisterwerk des Mittelalter-Deutschrock-Heavy Metals! Leider hatte ich Saltatio Mortis nach dem herausragenden "Aus der Asche"-Album aus dem Auge verloren. Das ändert sich jetzt sofort mit "Brot und Spiele". Denn dieses Album könnte zur Blaupause in Sachen Mittelalterrock werden. Und das obwohl in diesem Genre bereits einige Klassiker gibt. Die 13 regulären Lieder und die 13 Songs der Bonus-CD sind ein Lehrstück in Sachen Kreativität und Fokussierung. Während bei der normalen CD der Rock im Vordergrund steht, zeigen Saltatio Mortis auf der zweiten CD, dass sie nach wie vor auch ruhiger spielen können. Darauf sind auch einige Stücke ohne Gesang zu hören. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht aber das reguläre Album. Dieses ist mal laut, mal leiser, mal zeitkritisch, lustig und dann wieder nachdenklich. Eindrücklich ist das Zwiegespräch mit dem nicht gezeugten Kind bei "Spur des Lebens". Politische Äusserungen zur zunehmenden braunen Suppe in Europa sind bei "Europa" und "Besorgter Bürger" zu hören. Rassisten und Fremdenhasser werden Saltatio Mortis deshalb ins Fegefeuer wünschen. Daneben gibt es auch ein wenig Mythologie mit "Brunhild", Selbstreflexion bei "Mittelalter", in er dieses Wort aufs eigene Leben bezogen wird, und das bei Deutschrock-Band übliche Heraufbeschwören und Zurückerinnern an vermeintlich gute alte Zeiten. Diese Mischung gibt zusammen ein Album, an das man sich noch lange erinnern wird. Denn wer mag schon weghören, wenn hervorragende Texte auf herausragende Texte treffen?
Roger W.  
Punkte: 9.0 von 10
MIDNITE CITY - There Goes The Neighbourhood (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Nach nur einem Jahr kehren die Jungs von Midnite City mit dem Zweitwerk zurück. Noch immer sind es die L.A. geschwängerten Melodien, die gute Laune verbreiten und dir die Tristesse aus dem Schuhen blasen. Nehmt das Debütalbum von Danger Danger und ihr wisst, was euch erwartet. Coole Songs mit treibenden Bassläufen, lockeren Keyboardparts und als Krönung die Gitarre. Und wer ein Album mit den Klängen von Kiss «Rock'n'Roll All Nite» startet, hat bei mir sowieso gewonnen. So beginnt «Here Comes The Party» mit viel Spass auf den Backenzähnen und lässt mit den mitreissenden «Oh-oh-ohhhh-oh-oh»-Chören schon mal die Sause starten. Die Jungs aus Nottingham haben musikalisch mehr zu bieten als Tigertailz und sind mit den Refrains des Debütalbums von Bon Jovi im Bett gewesen. Herausragend Sänger Rob Wylde, der mit seiner ersten Truppe China Doll im Vorprogramm von Danger Danger spielte. Zwischenzeitlich war Wylde bei Tigertailz in Diensten, bevor er dann Midnite City gründete. Seine Zeit, war es nun in den Staaten oder UK, spiegelt sich in den Liedern des Zweitlings wieder. So ist «We're Gonna Make It» ein Gute-Laune-Track der mitreissendsten Sorte. Im Sleaze darf man die Truppe aber nicht ansiedeln, dafür rocken die Jungs zu sehr und haben eher die Sporen der US-Boys (Danger Danger, Slaughter) in den Arschbacken. «Hard To Get Over» lebt von dieser Coolness, bei der Refrain, Gitarrensolo und Rhythmus harmonisch zusammenpassen. «Take's One To Know One» und «Gave Up Giving Up» gehören in die gleiche Kategorie. Mit «You Don't Understand Me» und «Heaven's Falling» sind die obligaten Balladen an Bord, welche ein tolles Album abrunden. «Here comes the weekend! Here comes the party!»
Tinu  
Punkte: 8.9 von 10
ULTHA - The Inextricable Wandering (2 LPs)
Century Media/Sony
"The Inextricable Wandering" ist schon bereits das dritte Album, welches die Black Metal-Band aus Deutschland hervorgebracht haben, seit sie sich im Jahr 2014 gegründet haben. Die fünf Künstler setzen auf Einfachheit, sie haben keine grossen Künstlernamen sondern nennen sich einfach C / M / A / R / R. C Das Album selber besteht aus bloss sechs Songs, dafür geht aber keiner unter fünf Minuten. Der Erste "The Avarist (Eyes Of A Tragedy)" geht sogar ganze 14 ein halb Minuten. Das Lied beginnt ruhig mit tief gestimmten Gitarrenriffs und langsamen Growls und hält sich auch so bis zur dritten Minute. Ab dann verschnellert sich das ganze Tempo und die Atmosphäre wandelt sich eher ins Aggressive. Das aber auch nur bis zur neunten Minute, denn dort gibt es einen dritten Stimmungswechsel, das ganze Lied wird wieder melancholischer und verändert sich zu einer Mischung aus den ersten zwei Teilen, nicht zu langsam und nicht zu schnell, der ideale Abschluss. "With Knives To The Throat And Hell In Your Heart" beginnt schon wesentlich schneller, rasende Gitarrenriffs leiten in den 10-Minütigen Song ein und die verzweifelten Screams des Sängers unterstreichen das düstere Ambiente des Albums nur noch mehr. Das dritte Lied "There Is No Love High Up In The Gallows" ist der komplette Exot von "The Inextricable Wandering", denn es ist ein komplettes Instrumental. Obwohl Instrumental auch nicht wirklich passt, denn es ist keines der vorherigen Instrumente zu hören sondern bloss ruhige Hintergrundmusik.

Ich habe noch gemischte Gefühle zu diesem Song, mal schauen was der Rest dieses Werkes mit sich bringt. "Cyanide Lips" bringt zu Beginn diese Ruhe des letzten Songs mit sich, aber das verändert sich rasant wieder in die Richtung des zweiten Songs, jedoch mit mehr ruhigen Pausen und Einflüssen. Der Titel des zweitletzten Songs "We Only Speak In Darkness" passt ideal zum Inhalt selber, denn hier gibt es keinen richtigen Gesang, sondern der Sänger spricht mit düsterer, langsam gespielter Musik im Hintergrund und Orgeleinflüssen. Er spräche nur in der Dunkelheit oder die Sprache der Dunkelheit, je nachdem wie man den Satz auffassen möchte, klingt gar nicht so verkehrt. Okay, ich habe gelogen zwischendurch gibt es einen ganz kurzen gesungen Teil im Clean-Gesang aber meiner Meinung nach verbessert das das Ganze nur noch. "I Am Afraid To Follow You There" schliesst das Album ab und muss dem ganzen noch einmal etwas draufsetzen, denn dieser Song dauert ganze 18 Minuten. Ruhige Gitarrenklänge leiten in das Lied ein bis dann die Band nochmal komplett loslegt und zeigt was sie alle so drauf haben. Natürlich dürfen auch die ruhigeren Parts nicht fehlen, diese kommen dann ab der zwölften Minute wieder zum Spiel und begleiten anschliessend wieder mit den anderen Instrumenten bis zum Schluss. "The Inextricable Wandering" ist meiner Meinung nach ein echt starkes Album, obwohl der Song "There Is No Love High Up In The Gallows" echt nicht sein müsste, denn er passt überhaupt nicht ins Gesamtbild. Ansonsten gefällt mir dieses Werk sehr, vor allem die laufende Abwechslung zwischen ruhigen und schnellen Teilen.
Zoé  
Punkte: 8.9 von 10
HEIR APPARENT - The View From Below
No Remorse Records
«Graceful Inheritance», war eines jener Alben, das in den achtziger Jahren durch den Erfolg der ersten Queensr’che-Werke Aufmerksamkeit erhielt. Mit dem damaligen Sänger Paul Davidson stand ein Meister seines Faches in den Reihen der Seattle-Truppe. An der Gitarre bestach Terry Gorle mit seinem Können und Bassist Derek Peace war ein unglaubliches Tier an seinem Instrument. Wie auch Trommler Ray Schwartz. Mit Ausnahme von Paul sind alle wieder an Bord und gehen mit dem dritten Album, nach fast 30 Jahren, ein grosses Wagnis ein. Es sind Lieder wie «Another Candle», oder «Tear Down The Walls», welche die Latte sehr hoch gelegt haben. Diese gilt es zumindest wieder zu überqueren. Fraglich auch, was Neusänger Will Shaw zu bieten hat und wie sich Keyboarder Op Sakiya einbringt. Nehmen wir das Fazit gleich vorneweg. «The View From Below» ist ein ganz tolles Werk geworden, das vom handwerklichen Können der Ur-Apparenter lebt und durch das Können der Neuen bestens ergänzt wird. Auch wenn beim Titelsong das Gitarrenriff frappant an eines von Randy Rhoads erinnert, Terry ist noch immer auf der Höhe seiner Kreativität. Dabei können schwerfälligere Strukturen («Synthetic Lies») ebenso gefallen, wie schnellere Momente («Savior»). Herausragend «The Road To Palestine» und «Insomnia», die dank der Bassarbeit zu etwas ganz Speziellem werden. Derek spielt wie ein amerikanischer Steve Harris (Iron Maiden) und bekommt den Platz, den er benötigt. Heir Apparent haben ein sehr interessantes und starkes Album veröffentlicht, das vielleicht auch an alte Fates Warning-Scheiben mit John Arch erinnert. Auch hier, wie bei Fifth Angel, sind vielleicht die älteren Tracks besser, aber als Ganzes ist «The View From Below» ganz stark geworden!
Tinu  
Punkte: 8.9 von 10
THE SKULL - The Endless Road Turns Dark (LP)
Tee Pee Records
Hellyeah, Chicagoer Doom-Metal vom Allerfeinsten. Wer kennt die Band Trouble? Yep, dann erkennt ihr schon beim Einatmen, dass der gute Eric Wagner seine goldigen Stimmbänder hier zur Verfügung stellt und sein Kompagnon Ron Holzer am Tieftöner mitreisst, zusammen mit den zwei Klampfenmagier, welche die wunderbare Schwere vergöttern, zelebrieren in genialem Riffing, richtig goiler, schwerer Metalsound, mit melodiösen, durchdachten Soli, gepaart mit den perfekt getimten Drumbreaks, die schweren Double-Bass-Donner durch die tiefen und schweren Wolken treibend, mit ebem besagtem, perfekt ergänzenden und ebenfalls treibenden Tieftöner sowie Eric Wagner's Goldkehlchen ... Von mir aus kann der Weltuntergang - oder was auch immer kommen - ich hab' meinen Sound in 'The Endless Road Turns Dark' gefunden. Meine Fresse, wie lange haben wir auf dieses Masterpiece, erst der zweite Longplayer des Chicagoer Vierers, aber was für eines, gewartet? Yep, was lange währt, wird immer gut, keine Frage. Es beginnt mit dem Opener 'The Endless Road Turns Dark' und geht zähfliessend schwermetallisch in 'Ravenswood' rüber, der ein beinahe schon im Midtempo gehaltener, powervoller Knaller ist. Man kann, darf und soll jeden diesen Track sich reinziehen, einfach nur magisch, so muss schwerer Doom tönen, heilige Scheisse. Ehrlich, schon lange nicht mehr so goilen Doom-Metal mehr gehört, der von The Skull. Mystisch, apokalyptisch, untermalt mit passendem Cover-Artwork, druckvoll, sauber und wie eine Wand produziert. Jetzt muss ich langsam aufpassen, dass ich nicht noch zu sabbern beginne. 8 Doomer, welche sich zu einem Doom-Opus formen, langsam, auch weil man sich dieses goldene Scheibchen sich mehrmals reinzieht ... ah ... wie ein kühles Guinness, welches langsam sich den Weg in den Genuss fliesst.
Leopold  
Punkte: 8.9 von 10
CHTHONIC - Battlefields Of Asura (CD)
Ciong Zo Idea Corporation
Wie grenzenlos mittlerweilen das Metal-Universum ist, beweisen einmal mehr ChthoniC, die aus dem fernen Taiwan kommen. Und ChthoniC sind schon Altbekannte, auch wenn sie eine Pause zwischen der letzten und dieser Veröffentlichung eingelegt haben! Das achte Album "Battlefields Of Asura" handelt von der Reise der Untoten Taiwan's. Wie in einem Soundtrack entsprungen, beginnt mit "Drawning Omnipotence Night" diese Reise in Beisein der Untoten. Heftig geht es mit "The Silence One's Touch" zur Sache, aber es werden auch hochmelodischen Parts gekonnt in den Soundteppich eingeknüpft! Als Referenz hört man immer wieder Dani Filth und seine Band Cradle Of Filth raus. Sicher nicht der schlechteste Referenzpunkt! Durch den Einsatz von traditionellen Instrumenten, die in der westlichen Welt nicht so bekannt sind, bekommt dieses Soundgebräu eine eigene Note! Melodramatisch beginnt "Flames Upon The Weaping Winds" mit verhexten Geigen. ChthoniC finden die optimale Balance zwischen Streicheleinheit und Stahlfaust! Sehr asiatisch wird es mit "A Crimson Sky's Command" und beschert so ChthoniC eine Sonderstellung, denn so klingt nur eine Band auf diesem Planeten. Hymnenhaft und sehr erhaben geht es mit "Souls Of The Revolution" weiter und trotz dem horrenden Tempo gibt es immer wieder diese zuckersüssen Melodien zu geniessen. In diesem Song laufen ChthoniC zur Höchstform auf. Sehr eingängig ist dann "Taste The Black Tears" und stellt einen weiteren Hit dar! "One Thousend Eyes" zeigt sich von einer orchestralen Seite, und wieder stimmt die Feinabstimmung zwischen den verschiedenen Elementen auf beeindruckende Art und Weise! Der Chorgesang ist speziell zu erwähnen. Überhaupt sind bei ChthoniC durchs Band geniale Musiker am Werk. Zum Träumen wird man vom Instrumental ""Masked Faith" förmlich eingeladen. Der hohe Norden grüsst auf "Carved In Bloodstorm" und man meint, dass es die Wikinger sogar bis nach Taiwan geschafft hätten! Ein weiterer Höhepunkt stellt "Millennia's Faith Undone" dar! Nochmals werden alle Register gezogen. Als schräges Outro kann "Autopoiesis" bezeichnet werden. Dieses Outro ist leider der Schwachpunkt dieses genialen Albums und man hätte gerne auf dieses Outro verzichten können, denn wer braucht so ein Soundcollage denn wirklich? Alles in allem überwiegen aber die grossartigen Momente auf diesem Album, und so machen mir ChthoniC mit "Battlefields Of Asura" sehr viel Spass!
Roolf  
Punkte: 8.9 von 10
IMPELLITTERI - The Nature Of The Beast (Gatefold LP)
Frontiers Records/Musikvertrieb
Chris Impellitteri war in den achtziger Jahren eines der ganz grossen Gitarrenidole, das mit Yngwie Malmsteen, Jason Becker, Marty Friedman und Paul Gilbert in einem Atemzug genannt wurde. So gaben sich namhafte Musiker die Klinke in die Hand, um bei den Alben des Virtuosen mitzumachen. Sänger Graham Bonnet, die Schlagzeuger Ken Mary, Glen Sobel, Pat Torpey und Stet Howland, Keyboarder Claude Schnell, die Bassisten Dave Spitz oder Chuck Wright gehörten dazu. Chris spielte immer astreinen US-Metal, der von seinen Fähigkeiten lebte und speziell in Japan auf grosse Gegenliebe stiess. Nach drei Jahren seit dem letzten Studioalbum «Venom» ist der Saitenzauberer wieder zurück. Im Gepäck sein langjähriger Sänger Rob Rock (ehemals Axel Rudi Pell), erneut Trommler Jon Dette (ehemals Testament, Anthrax, Iced Earth und Slayer) sowie Bassist James Pulli. Anhand der Rhythmussektion lässt es sich erahnen, dass «The Nature Of The Beast» ein schnelleres Werk geworden ist, das nicht nur durch fette Doublebass und krachenden Tom-Attacken zu überzeugen weiss. «Run For Your Life», «Hypocrisy» und «Gates Of Hell» geben dabei heftig den Ton an, während «Man Of War» (zum Glück) etwas die Bremse drückt. Vielleicht hätte es dem Album nicht geschadet, wenn Chris ab und zu das Tempo ein bisschen gedrosselt hätte. Denn alleine das erwähnte «Man Of War», mit Abstrichen «Do You Think I'm Mad» und das schleppende «Kill The Beast» sind fast ein bisschen zu wenig. Ganz geil ist die Black Sabbath-Coverversion von «Symptom Of The Universe» geworden. Speziell, weil James hier fast gleich wie Sabbath-Tieftöner Geezer Butler klingt. «The Nature Of The Beast» ist von den Songs her gesehen aber um einiges besser ausgefallen als sein Vorgänger «Venom». Da klang ab und zu noch vieles ein bisschen zu unausgereift. Seit der Debüt-EP aus dem Jahre 1987 darf und muss man Chris aber bescheinigen, dass er nach wie vor ein ganz Grosser seines Faches ist. Seine filigranen Finger fliegen noch immer mit einer Leichtigkeit über die Saiten, dass dem Hörer schwindlig wird. Darum! Geiles Werk, einer homogenen Truppe mit tollen Songs und einem fantastischen Sänger.
Tinu  
Punkte: 8.8 von 10
HAMMER KING - Poseidon Will Carry Us Home (LP)
Cruz Del Sur Music
Eine kleine an Warnung an alle, die dieses Review lesen: Diese Meinung wird massgeblich durch den hammer Auftritt am diesjährigen Sicking High Rock-Festival beeinflusst. Diesen absolvierten Hammer King im Juni in ihrer Heimat. Damals entstand bereits zur frühen Abendstunde eine Party vor und auf der Bühne. Dazu kamen Lieder, die zwar von Klischees triefen, etwas rumplig unsauber gespielt wurden, aber über ein exzellentes Songwriting verfügen. Dass danach etliche Festivalbesucher mit Hammer King-T-Shirts rumliefen, sprach für die Band. Umso mehr freute ich mich, als ich zum ersten Mal in das dritte Werk der Deutschen rein hören konnte. Und ja: Die zwölf Lieder halten, was der Auftritt versprach. Hier treffen HammerFall auf Glory Hammer auf Manowar - und das ist gut so. Hammer King wollen nicht zwingend originell sein, sondern einfach nur Spass haben. Das zeichnet sich auch in Liedtiteln wie "Glorious Night Of Glory" oder "Where The Hammer Hangs" ab. Es braucht also ein gewisses Augenzwinkern beim Hören der Lieder. Wer sich dieser Art von Humor öffnen kann, erlebt zwölf abwechslungsreiche Lieder, die kompositorisch erstaunlich ausgereift klingen. Hammer King scheinen sehr genau zu wissen, was sie wollen. Damit dürften sie bei allen True Metal-Fans punkten - und von denen gibt es gerade in ihrem Heimatland Deutschland mehr als genug. Schaffen es Hammer King neben Beruf und (möglicherweise) Familie in gleicher Besetzung genügend Zeit und Geld für weitere Alben und ausgiebige Touren zu finden, steht der Szene grosses hervor. Dass das Quartett dabei live äusserst sympathisch und bodenständig wirkt, ist eine weitere Stärke, die Hammer King hoffentlich gnadenlos ausnutzen werden. Aber auch ohne die Band auf der Bühne, ist das dritte Hammer King-Album schlicht der Hammer. Wer dieses Gerne mag, wird Hammer King lieben.
Roger W.    
Punkte: 8.8 von 10
AVAST - Mother Culture (CD)
Dark Essence Records
"Mother Culture" ist das erste Album der norwegischen Post-Black Metal-Band Avast. Die vier norwegischen Jungs haben zuvor in 2016 eine EP herausgebracht mit zwei Songs drauf und dann haben sie die nächsten zwei Jahre im Studio verbracht für dieses Werk. Der erste Song trägt denselben Namen wie das Album und beginnt mit leichten Gitarrenklängen und einem interessanten Gemisch, das so klingt, als würde man eine grosse Metallplatte zusammenpressen, nur halt in gut klingend. Dann setzen abrupt der Gesang bzw. Screams und der Rest der Instrumente ein und es geht los. Die erste Hälfte des Songs setzt sich aus Brutalität und Schnelligkeit zusammen, bis es dann zu einem ruhigen Part kommt, der sich dann aber wieder aufschaukelt um im selben Stil weiterzuspielen wie zuvor, bloss etwas langsamer. "The Myth" ist ein reines Instrumental, welches sehr an die schottische Band Saor erinnert. Die Melodiösen Klänge der akustischen Gitarre und die reissenden Riffs der elektronischen harmonieren wundervoll zusammen und erschaffen so ein Lied, welches sich exotisch und wie der Titel schon besagt, mystisch aus dem Rest des Albums heraushebt, da es das einzige Gesangslose und auch ruhige Lied ist. Der dritte Song "Birth Of Man" kehrt dann wieder zum vorherigen, wilden und verzweifelten Stil zurück. Das ganze Lied ist ähnlich aufgebaut wie das Erste; einen ausgewogenen Kontrast von schnellen und langsamen Teilen, durchzogen von ständiger Melancholie. Die nächsten drei Songs "The World Belongs To Man", "Earnest Desire" und "Man Belongs To World" bestehen aus demselben Muster. Das Tempo wechselt sich ab, die Instrumentals sind melodiös und doch nicht zu weich und die Screams so verzweifelt, wie man es nur zu gut vom Black Metal kennt. Aber eine Kritik habe ich ja, ist Avast denn keine Songtitel mehr eingefallen, dass sie den drittletzten und den letzten nur noch umgedreht haben? "Mother Culture" ist ein sehr interessantes Album, welches auf den ersten Blick so scheint, als würde sich alles wiederholen aber wenn man genauer hinhört kann man die kleinen Feinheiten und Details raushören, welche jeden Song zu einem wunderschönen Unikat machen. Ich freue mich auf weitere Werke dieser norwegischen Band, denn wenn das erste schon so gut herausgekommen ist, werden die nächsten bestimmt noch besser.
Zoé    
Punkte: 8.7 von 10
VESSEL OF LIGHT - Woodshed (Colored LP)
Argonauta Records
Die Amis von Vessel Of Light präsentieren mit "Woodshed" ihr Debüt und dieses ist sehr überzeugend für einen Erstling. Mit Alan Lorenzo (Hades, Non-Fiction) und Nathan Opposition sind bei Vessel Of Light keine unbekannten Namen am Werke. Schleppend und in bester Danzig-Manier, kommt "Woodshed" aus den Boxen und verheisst einiges für die nächsten Songs! Noch schleppender und im staubigen Stoner-Look, geht es mit "Part Of My Plan" weiter. Sofort hört man die Erfahrung der Musiker, die wissen wie man gekonnt Songs schreibt, heraus. "A Love So True" gehört eindeutig in die Danzig-Schublade und ist von sehr kurzer Dauer. Direkt aus der Wüste, gibt sich der Stonersong "Son Of Man" die Ehre und überzeugt mit seinem endlosen Groove! Mit sentimentalem Klaviergeklimper führt "Watching Of The Fire" uns auf eine falsche Spur, denn ein garstiges Riff zeigt in eine ganz andere Richtung und erinnert abermals an Mister Danzig! "Beyong The Cellar Door" schippert im selben Fahrwasser wie der Vorgänger. Nur ist man jetzt deutlicher auf Doom-Pfaden unterwegs und das ergibt dann einen wirklich guter Song. Danzig ist dann mit "One Way Out" wieder einmal im Haus, aber mit deutlich mehr Stoner-Schlagseite und mit ganz viel Groove! Ein Groover vor dem Herrn, stellt "Man's Sin" dar und der Diesel-Motor von Vessel Of Light hat langsam die richtige Betriebstemperatur um so richtig in Fahrt zu kommen. Das Gütesiegel "Doom" passt zu "Day Of Rest" wie die Faust aufs Auge. Ein weiterer Danzig-Klon ist auch "End It All" und legt die Vermutung nahe, dass Danzig gewaltigen Eindruck bei Vessel Of Light hinterlassen haben! Man muss aber auch festhalten, dass Vessel Of Light die besten Danzig-Songs der letzten Jahre geschrieben haben! Dem grossen Johnny Cash ist der letzte Song gewidmet, und er hätte diesen nicht besser interpretieren können! Da trifft Countrygitarre auf Lagerfeuer-Stimmung und macht aus "Pray For A Cure" einen absoluten Burner und eines der Highlights dieses geilen Albums! Dieses Album ist ein Must-Have für alle Danzig-Fans und auch für Fans von Stoner Rock! Mein Geheimtipp dieses Soundchecks!
Roolf    
Punkte: 8.7 von 10
LETHAL INJURY - Melancholia (CD)
WormHoleDeath
Das Debüt 'Melancholia' nach erfolgtem, gleichnamigen Debüt ... "Lethal Injury" ... eben, schrieb ich doch, aus Oostende, der geneigten Leserschaft dem belgischen Staate zugeordnet, schiebt nun der belgische Fünfer nach. Und was für ein interessantes Debüt im thrashigen Bereich mit vielen einflussreichen Facetten, was das Genre denn auch so hergibt. Groovig, yep, moshend-thrashend groovig bis zum Abwinken, und zwar durchgehend, durch alle 9 Tracks. Erinnert zeitweise, mich vor allem, gesangstechnisch etwas an Children Of Bodom, was aber als Kompliment gelten soll. Ich lasse nun mal mein 08/15-Geblabber beiseite betreffend warum, wieso, weshalb und konsortentechnisch verwandte Wörter, denn diese Mischung aus Thrash-Metal, Speed-Metal (yep, auch das gibt's immer noch, zum Glück!), etwas melodiösem Death-Metal, kombiniert mit einer hervorragenden, sauberen, druckvollen Produktion, lässt 'Melancholia' zu einem wahren Hörgenuss emporblühen. Arpeggi, goiles Gitarrensoligefrickel, gepaart mit straightem, komplexen Thrash-Riffing, Doublebass-lastigen Drums, welche Blasts oder einfach straightem, moshendem Drumming nicht abgeneigt ist. Ein herauszuhörender Tieftöner, welcher sich hervorragend zu den zwei Saitenhexer gesellt und eben den extremen, thrashigen, leicht deathigen, Shouts. 'Melancholia' vereint all' diese formidablen Eigenschaften perfekt songtechnisch und -writerisch zusammen. Alle Songs sind empfehlenswert, denn wie schon erwähnt, wird bei Lethal Injury auf Abwechslung gesetzt, und das tut der Scheibe 'Melancholia' wohlwahrlich sehr gut und zeigt selbstredend den Belgiern ihre Fingerfertigkeiten, welche allesamt genügend davon besitzen. Mit 'Denounce' kann man perfekt headbangen und moshen; es wird davor empfohlen, den Bierbecher an einen sicheren Ort hinzustellen, wohlbemerkt. Ein passendes Coverartwork, welches die Gangrichtung klar definiert. Ein überraschendes und sehr gelungenes Debüt.
Leopold    
Punkte: 8.7 von 10
LEAH - The Quest (2 LPs)
Inner Wound Recordings
Die faszinierende Sängerin Leah McHenry teilt mit uns ihr sechstes Celtic Metal-Album und schenkt uns eine weitere Reise durch wundervolle eingängige Melodien. «The Quest», bestehend aus zehn Tracks, animiert, sich in eine Traumwelt zurückzuziehen und sich voll und ganz den atemberaubenden Zusammenklängen der keltischen Motive, klassischen Einlagen und deren Weiterentwicklung auf einer im Lied aufgebauten Metal-Basis hinzugeben. Die Musik der Band LEAH ist sich so vorzustellen, dass ein berauschendes Thema orchestral vorgestellt wird, die Melodie durch dazukommenden tiefen Gitarren- und Bass sowie Schlagzeugeinlagen unterstützt und immer tiefgründiger verarbeitet wird. Die Band ist eine Zusammenstellung aus Musikern, die wir aus anderen Bands sehr gut kennen (Blind Guardian; Nightwish; Ex- / Delain; Orphaned Land) und umso mehr ist die Zusammenarbeit und die Umsetzung der von Leah McHenry geschriebenen Lieder spannend zu durchleben. McHenrys starke Stimme wirkt wie ein weiteres Instrument in der Komplexität der Musik. Sie singt sehr emotional und eingängig - ihr Gesang erzeugt Hühnerhaut! Der Titelsong «The Quest», der auch das Album eröffnet, ist mit mehr als zehn Minuten das längste Lied auf ihrem Werk. Es beginnt sinnlich, mit einer wunderschönen Melodie, die unter die Haut geht. Im Verlauf kommen immer mehr Instrumente wie Harfe oder Pipes, von Troy Donockley gespielt, dazu und bauen eine elysische Atmosphäre auf, die durch abwechselnd gesetzte Schwerpunkte der Instrumente an Ausweitung gewinnt. Im vierten Song «Heir» kommt die Verarbeitung der Motive sehr gut zur Geltung. Das Lied beginnt mit einer fesselnden, von einem Orchester begleiteten groovigen Melodie, die in einen sinnlichen Refrain übergeht. In der Bridge kommen die Pipes mit einer Zusatzmelodie ein, welche von der Gitarre übernommen und weitergesponnen wird. Meiner Meinung nach ist jedes Lied wie eine einzelne Geschichte und mich persönlich hat die Musik viel an schöne Landschaften oder das Meer erinnert. «The Quest» würde ich jedem empfehlen, der auf idyllische, ausserordentlich ausgeschweifte Musik abfährt und eine Liebe für keltische Melodien hat.
Sina    
Punkte: 8.6 von 10
HATESPHERE - Reduced To Flesh (Limited Edition, LP)
Scarlet Records
Hehehe, die dänische Invasion hat nun definitiv Einzug gehalten, hab's euch schon immer gesagt ... ihr wolltet nicht hören, also schieben wir dies nun doch mal noch ... Quatsch mit Bölkstöff, das 10. Album namens 'Reduced To Flesh' enterte die geheiligten Redaktionshallen, vom dänischen Fünfer aus Aarhus. 10 Death-Mosher im berühmten Hatesphere-Look 'Corpse Of Mankind', gepaart mit frisch-wirkendem und abwechslungsreichem Songwriting, welche aber sowohl die/den gestandene/n Deather/in wie aber auch Thrashers und Corers vereint, und zwar problemlos, wie z.B. auf 'Nothing Is Definite'. Man paart gekonnt - und gewusst wie - gespielte 'Old School'-Parts mit neuerem, etwas technischerem Gefrickel zusammen, eint den straighten Death-Metal mit teilweise sehr thrashigen, leicht hardcorigen Elementen in headbangend-verleitende Songstrukturen, welche endlos erscheinen ... sind es auch, wenn man die Endlosschlaufe generiert. Trashig-deathig-kultige Riffs gepaart mit etwas längeren aber auch kürzeren Soli-Shred-Attacken, doublebass-lastige und stets powernde Drums, ein Tieftöner mit Saft sowie eben den nicht unbedingt rein gutturalen Vocals, nein, das macht es eben auch aus, mal halt richtig derbe Thrash- & Hardcore-Shouts. Tja, das Package macht es aus, den wenn man dem Albumtitel 'Reduced To Flesh' folgen würde, dann würde man eine hochkarätige Dänencombo nicht die verdiente Ehre erweisen. Frech? Nee, auf'n Punkt gebracht! Seht her: . Et voilà! Ein Cover-Artwork, welches auf die tatsächliche Fleischesreduzierung hinweist, treibend-druckvolle Produktion ... was will das Metaller-Herz mehr? Eben. Virtuoser Death-Metal, so à la Dew-Scented, Darkane, Shadows Fall, etc., um Vergleiche anstellen zu dürfen. Aber man weiss ja, ebenfalls 08/15-Geblabber, Musik ist und bleibt Geschmacksache, Vergleiche ebenfalls, aber man soll niemals vergessen, es gibt immer noch Leute unter uns, welche den Metal immer noch entdecken (wollen), dazu zähle ich mich auch, sich an 'ungewohntes' Terrain begeben, so, deshalb die erlaubten Assimilationen. Reinhören ist immer noch das best-empfehlendste Ritual.
Leopold   
Punkte: 8.6 von 10
KADAVAR - Live in Copenhagen (LP)
Nuclear Blast/Warner
Anlässlich der Veröffentlichung ihres vierten Albums "Rough Times" im September des letzten Jahres begaben sich Berlins Finest auf eine fünfwöchige Rundreise, um den Sprössling gebührend auf den Bühnen Europas zu promoten. Hierbei beehrten sie am 9. November 2017 das Copenhagener Pumpehuset, woraus diese Aufnahme resultiert. Kadavar sind live eine Bank, das ist einfach so und der geneigte Rockfan weiss das auch, viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Die Setlist setzt sich zu etwa gleichen Teilen aus Songs vom selbstbetitelten Debüt, dem Überalbum "Berlin" und dem neuesten Streich "Rough Times" zusammen. Warum der nicht minder wertige Zweitling "Abra Kadavar" mit nur gerade einem Track ("Doomsday Machine") bedacht worden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber egal, man kann es ja bekanntlich nie allen recht machen. Fakt ist, dass dieses hochenergetische Livedokument einen guten Einblick in das kreative Schaffen des Berliner Trios seit dem Erscheinen des Debüts im Jahr 2012 gibt und einen guten Eindruck davon abgibt, wie man klingt wenn man sich jahrelang den Arsch auf den Bühnen dieser Welt förmlich abgespielt hat. Einziger Wermutstropfen ist das extrem in den Hintergrund gemischte Publikum, dessen teils euphorische Reaktionen dadurch kaum wahrnehmbar sind. Ob sich passionierte Fans dieses Album wirklich auch anschaffen müssen, sei mal dahingestellt, es sei denn, sie sind überzeugte Komplettisten. Für Kadavar - Einsteiger hingegen dürfte gerade so ein Livealbum nicht die schlechteste Investition sein.
Mirko B.
   
Punkte: keine Wertung
ONCE - After Earth (CD)
Pride & Joy Music
Mit Once upon a time oder so ähnlich könnte die Scheibe der Dramatic-Metaller aus Nordrhein-Westfalen (Deutschland) beginnen. Der Opener "Act I (Overture)" ist wie dramatische Filmmusik inszeniert und man wartet als Hörer gespannt darauf, was als nächstes kommt. Einfach machen es sich Once mit dem Stil ihrer Musik nicht und auch der Hörerschaft wird einiges abverlangt, denn ihre Arrangements sind alles andere als gewöhnlich. Es ist Kunst! "Awake" gibt einen guten ersten Eindruck davon und "Phenomena" überschlägt sich dann schon förmlich. Man ertappt sich, während man "After Earth" hört immer wieder dabei, dass man die erahnte Songstruktur doch nicht erraten hat. Der Stil von Once ist stark von neoromantischer Filmmusik inspiriert und spielt mit den Elementen eines typischen aristotelischen Dramenaufbaus, kombiniert mit schweren Gitarren und Schlagzeug. Sowohl lyrisch, als auch musikalisch wird der Zuhörer in eine Geschichte reingesogen und damit verwoben und erhält Einblicke in die künstlerische Welt der Band. Die Gründung von Once erfolgte bereits im Jahr 2012 unter Alina Lesnik (Vocals & Lyrics), Marco Paulzen (Guitars, Bass & Grim Vocals), Frank Wypchol (Keyboard & Piano and Orchestrations) und Alexander Hey (Schlagzeug). Mit ihrem Musikvideo zu der Single "The Hour Of Eden's Fall" gaben sie einen ersten Einblick in das kommende Debüt-Album "After Earth", das nun darauf wartet, die Welt zu erobern. Once ist mit Sicherheit kein leichter Einstieg in die Welt des Metals, wenn man ihnen aber die Chance gibt, dann werden sie früher oder später überzeugend sein. Ihr Sound ist speziell, unkonventionell und genau das hebt sie von der breiten Masse der Symphonic-Metaller ab. Die Musik ist frisch, packend und gibt einem wieder einmal einen neuen Input, was Musik alles sein kann. Überraschend anders, überraschend dramatisch, überraschend gut!
Oliver H.   
Punkte: 8.5 von 10
NASHVILLE PUSSY - Pleased To Eat You
earMusic/Phonag
Oha, die Band mit einem der dezent anstössigsten Namen gibt sich erneut die Ehre. Und was können wir erwarten? Genau das, was man sich von dieser Truppe erhofft hat: Rock as fuck! Southern-Einflüsse, etwas Grunge, Rockabilly, Blues und sogar Jazz kann in den Songstrukturen ausgemacht werden. Über die Texte müssen wir nicht viele Worte verlieren, das Konzept wurde beibehalten und man verwendet sowohl eindeutig-zweideutige ("She Keeps Me Coming") wie auch zynische Ansagen ("Go Home And Die"). Erinnert vom Feeling her irgendwie an Sentenced oder S-Tool, halt einfach in einer anderen musikalischen Sparte. Sehr sympathisch rockt man sich durch die 13 Tracks und lässt kein Bierglas unberührt stehen. Macht Laune!
Toby S.   
Punkte: 8.5 von 10
SKULL FIST - Way Of The Road (LP)
Noise Art Records
Die Kanadier von Skull Fist kommen mit dem dritten Longplayer um die Ecke und starten gleich mit dem «Painkiller» Gedächtnis-Eröffnungstrommelwirbel «You Belong To Me». Traditioneller Metal, der seine Wurzeln eher bei Iron Maiden, Raven, Exciter und Judas Priest hat, das sind noch immer die Markenzeichen der Truppe und die tollen Gitarren-Duo-Soli. Packend sind Nummern wie «No More Running» (wer hier nicht freudig mitbangt, hat noch nie einen steifen Nacken gehabt!), «I Am A Slave» (nicht unserem Rockslave gewidmet, aber pfeilschnell!) «Witch Hunt» (erinnert von der Schwere her an Black Sabbath), «Heart Of Rio» (eine richtige Hymne!), «Better Late Than Never» (mit Tempo, als wolle man verspätete Zeit aufholen!) und «Stay True» (schon fast rockig!). Skull Fist ist eine Truppe, welche irgendwann das Loch schliessen kann, welches Judas Priest hinterlässt. Auch wenn der Qualitätslevel noch nicht ganz bei Alben wie «British Steel» oder «Defenders Of The Faith» angelangt ist, so macht es Laune, den Jungs von Skull Fist zu zuhören. Dass Kanadier geilen Metal spielen, wissen wir ja nicht erst seit Exciter, Razor und Annihilator.
Tinu   
Punkte: 8.5 von 10
MYCELIA - Apex
Eclipse Records
Bereits das 5. Machwerk der Eidgenossen Mycelia mit 'Apex', released beim U.S.-amerikanischen Label Eclipse Records. Der Sechser bedient uns mit 13 Songs, welche sowohl math-death-progressive-corige Elemente mit fusion-jazzigen Elementen kombiniert, ebenfalls eine gewaltige Soundsphäre, welche mit viel Geduld, Musse, Zeit und allem anderen genossen werden sollte, um den angestrebten Zustand zu den Songs zu erhalten. Technisch auf sehr hohem Niveau, tight wie eine Maschinerie ... äh Uhrwerk ... variabel wie ein Theaterstück mit vielen einzeln dargebotenen Persönlichkeiten. Ja, auch hierbei kommen die Pioniere von Cynic, Obscura oder Atheist zur Gemüte, ja, und doch sind Mycelia sowas von eigenständig und einfach einmalig im Metal-Genre. Für die/den geneigte/n Metaller/in ist ein Antesten unausweichlich, da dieses Gemisch, den Mycelia-Core einfach alle erdenklichen, musikalischen Stilrichtung im Metal und auch ausserhalb dieses Genres gekonnt zusammenfügt. Ein absoulut geniales Cover-Artwork sowie eine sauber-druckvolle Produktion vervollständigen 'Apex' zu einem musikalischen Opus. Gesangliche - ja, schauspielerisch-gesangliche - Darbietungen im cleanen wie auch im bös-gutturalen Bereich, gepaart mit leicht funk-fusionartig-jazzigem Tieftöner und ebenfalls Drumpatterns gestalteten Elementen, welche jedoch mit blastenden und Doublebass-lastigem Drumming komplettiert werden wie auch den riffenden, teils melodiösen, mit jazzigen Linien gespielten Mehr-Saiten-Als-Der-Tieftöner-Klampfen zelebriert wird. Ein vulkanspeiender, musikalischer Genussecken mit variablen, tempireichen und verspielten - im positiven Sinne - hervorgezauberter Klangwelten.
Leopold   
Punkte: 8.5 von 10
THRASH BOMBZ - Prisoner Of Disaster (CD)
Ironshield Records
Der sizilianische Vierer von Thrash Bombz mit ihrem zweiten Output namens 'Prisoner Of Disaster', präsentieren uns 7 Thrasher, sogenannte 'Fun'-Thrasher. Fun-Thrasher? Yep, Thrasher, die einfach Spass machen. Und Thrash Bombz - auch wenn der zweite Teil des Namens uns in ein irreführendes Genre, dem Glam-Metal, verführen bzw. verleiten möge, so ist es doch astreiner Thrash ohne Glam-Elementen in den 7 Songs. Die einen schnaufen erleichtert auf, andere wiederum beginnen die Idee von thrashigen Glam-Songs mal aufzunehmen ... Bleiben wir doch erstmal bei Schuster's Leisten und widmen uns 'Prisoner Of Disaster', welches neben dem Intro der Opener herhält. Schon bereits bei den nächsten Songs merkt man schnell mal, dass Agrigentiner sehr bewusst ans Songwriting und Machwerk rangegangen sind, will schreiben, da ist viel Schmackes mit an Bord genommen worden. Erinnert zeitweise an Havok oder Vio-lence, aber Thrash Bombz rulen ihr eigenes Ding den Olymp hinauf. 'Mafia Demonz' knallt ebenfalls ganz gewaltig aus den Loudspeakern und überraschend grinst mich mein Skateboard wieder an. Na ja, ein bisschen Suicidal Tendencies findet es sich beim genannten Song auch, um Anhaltspunkte geben zu dürfen. Meist wird richtig schön gethrashed, so im Bay-Area-Style, frisch von der Leber wech, double-bass-lastige und speedige Drumsattacken mischen sich mit sehr goilen, thrashigen Voices, einem treibenden Tieftöner und riffenden wie shreddenden Akkordgewitter den Gitarrenhals rauf und runter, kombiniert mit feinen, teils melodiösen, teils Slayer-liken Shred-Soli die sizilianische Form des Thrash-Metals in Reinkultur. Passendes Cover-Layout und eine sehr satte, saubere Produktion runden diesen Thrash-Event ebenfalls meisterlich ab. Macht Spass, Thrash Bombz-Mucke und nochmals ... da ist also gar kein Glam-Metal-Wölkchen zu sehen, nicht mal im Ansatz. Thrash-Metal at its best and fun!
Leopold   
Punkte: 8.5 von 10
XTASY - Second Chance (CD)
The Junction
Xtasy kommen aus Spanien und wenn ich ehrlich bin, wusste ich, dass nicht alle Alben, die ich für diesen Monat reviewe, den gleichen Standard haben können, wie jene von Axxis oder The Cruel Intentions. Doch auch Xtasy haben gute Momente zu bieten. Die Truppe lebt von Sängerin Silvia Idoate (Rockslave schraub dein Adrenalin runter!), die mit ihrer Stimme sehr zum Gelingen der Scheibe beiträgt. Die Lieder sind gute Rocknummern, die irgendwo zwischen den alten China und Saraya liegen. Dabei sind es schon mal die Gitarren, welche den Ton angeben und «One In A Million» veredeln. Wie auch «Under The Gun». Mit vielen positiven Elementen rocken sich die Spanier in die Herzen der Zuhörer. «Said And Done» hätten selbst Heart in ihren rockigeren Momenten nicht besser komponieren können. Singt Silvia von (ihrem?) «Broken Heart» steckt da viel mehr Kampfgeist drin, als bei vielen anderen Tracks. Logisch darf eine unter die Haut gehende Ballade («Fallen Angels») nicht fehlen, die aber sofort wieder mit «Get Out!» (was für geile Schreie von Silvia) und dem optimistischen «Speed Of Light» aufgefangen werden. «Open Your Eyes» könnte stellvertretend für viele Dinge sein, die so einfach sind im Leben, die man aber nicht sehen kann oder will. «Second Chance» ist ein richtig geiles Rock-Album geworden, das nicht nur durch die Stimme auf sich aufmerksam macht, sondern auch durch die musikalische Vielfalt und den schon mehrmals erwähnten, positiven Aspekt.
Tinu   
Punkte: 8.5 von 10
DARKNESS - First Class Violence (LP)
Massacre Records/Musikvertrieb
Die Essener Thrash Metal-Combo Darkness war zu Beginn der 80er Jahre, neben der Bay Area die kreativste Keimzelle der damaligen Thrash-Welle und mit ihren ersten drei Alben hinterliessen sie grosse Fussspuren in der Musikwelt. Ab 1991 wurde es aber merklich ruhiger um die Band und der spätere Tod von Sänger Oliver "Olli" Fernickel brachte schliesslich die absolute Dunkelheit mit sich. Seit 2014 wieder hörbar erblüht und jetzt 2018 stehen sie sogar mit einem neuen Album "First Class Violence" auf der Matte. Bereits das Intro "Prelude In E" zündet garstig die Thrasher-Rakete und spätestens beim Folgetrack "Low Velocity Blood Splatter" geht die typische Darkness-Post ab. Üble Riffs schneiden sich gegenseitig, in der Küche wird geknüppelt, was die Bude hergibt und ungehobelt und roh setzt Lees Gesang ein. Wer eine stolze Haarpracht vorzuweisen hat, darf sie hier in Hülle und Fülle schleudern, werfen, bangen und auch in den schweren musikalischen Momenten hängen lassen. Ein ganz kleiner Vergleich mit Tankard dürfte wohl an dieser Stelle angebracht sein, um einfach Mal das musikalische Treiben des Fünfers etwas einzugrenzen. Darkness geizen auf "First Class Violence" auch nicht mit Gastsängern und holten sich zur Verstärkung "Ventor" Reil von Kreator & Tom Angelripper von Sodom an Bord. Weiter läuft der heisse Doublebass-Motor wie geschmiert bis er nach 41 Minuten mit dem Granaten-Knaller "I Betray" ein fulminantes Ende findet, das in ein entspanntes Outro übergeht. Die Veteranen von Darkness bieten noch immer teutonisch, brachialen und kompromisslosen Thrash der alten Schule.
Oliver H.  
Punkte: 8.5 von 10
LOTRIFY - Resilience
Eigenvertrieb
Headbanger aufgepasst - Das Puzzle ist komplett! Die schweizerische Melodic Metal-Band LOTRIFY aus Baden (AG) veröffentlichen ihr zuvor in drei Teile unterteiltes erstes full length Album nun ganz und bieten uns damit eine Stunde harten, schnellen Metal! Nach dem sehr düsteren schwermütigen Intro «Origin» startet die Band mit Blastbeats und treibenden dumpfen Gitarrenriffen in «Prophecy» richtig durch. Schnell wird klar, dass ihre Vocals aus Scream- und Growl- sowie Cleangesang bestehen und diese sich fortlaufend immer passend abwechseln. Dies verleiht der Musik zusätzlich eine spannende Dynamik und bildet eine perfekte Kombination mit den aggressiven energiereichen Klängen. Dazu sind bruchartige Tempowechsel sehr zentral in LOTRIFYs Kompositionen. Ein Beispiel dafür ist der vierte Track «Life's I» - ein rein instrumentales Lied, welches eben genau durch diese Tempovariationen, ebenso wie durch die verschiedenen Gitarreninputs total spannend und erfüllend wirkt. Dazu kommt, dass das Lied mit einer schönen Klaviermelodie eine angenehme Wendung annimmt und einen Bruch erfährt, der dann durch ein geiles Gitarrensolo wieder aufgelöst wird. «Gravity» ist meiner Meinung nach ein Masterpiece auf dem Album. Es beginnt mit einer etwas schwermütigen sinnlichen Gitarrenmelodie, welche sich immer mehr steigert. Die vorerst allein eingesetzte Cleanvoice hinterlässt im Gesamten zuerst den Eindruck, dass es sich bei diesem Stück um eine Ballade handeln könnte. Doch die Melodien entwickeln sich immer weiter, schaukeln sich hoch, bis wir bei harten Riffen angekommen sind und Growlgesang eingesetzt wird. Es entsteht wie ein Höhepunkt, der sich durch das Einsetzen des melodiösen Refrains wieder abschwächt. Durch das ganze Konzeptalbum wird eine angenehme Spannung erzeugt, die den Zuhörer fesselt und neugierig macht, was sich die Band im nächsten Lied ausgedacht hat. LOTRIFY hat ein Gefühl, wie man mit dem Zuhörer spielen kann. Dazu kommt, dass die Aargauer sich im Genre nicht einschränken lassen. Es sind Black Metal, Metalcore, Heavy Metal sowie Punk-Einflüsse enthalten, was das Werk nochmals eine Stufe komplexer macht. Ich finde ihren Musikstil höchst interessant und denke, dass sie mit ihrem Debütalbum einen grossen Erfolg haben werden.
Sina   
Punkte: 8.5 von 10
EARTHLESS - From The West (Live LP)
Nuclear Blast/Warner
Gerade mal sieben Monate nach dem grossartigen Output "Black Heaven" veröffentlichen die ehemaligen Space / Blues / Psych / Stoner Rock - Instrumentalisten eine Liveauslese ihrer kreativen Ergüsse. Die im März dieses Jahres in der Great American Music Hall in San Francisco gemachten Aufnahmen zeigen wieder mal sehr eindrücklich, wieviel Druck ein simples, aber gut eingespieltes Trio auf einer Bühne erzeugen kann, wenn sich die Qualität der Songs auf Augenhöhe mit dem handwerklichen Geschick trifft. Verschnaufpausen gönnt das umtriebige Trio dem Publikum kaum, denn die meisten Songs gehen nahtlos ineinander über, allerdings sorgt die Band mit einem Wechselspiel aus heftigen und eher ruhigeren, getragenen Songs dafür, dass die Reizüberflutung nicht exzessiv wird. Der Anteil an gesungenen und rein instrumentalen Tracks hält sich in etwa die Waage, und ganz sympathisch wirkt sich aus, dass kleine stimmliche Schwankungen von Gitarrist Isaiah Mitchell nicht nachträglich im Studio korrigiert worden sind, was dem Live - Feeling absolut zuträglich ist. Aber obwohl der Kerl absolut über eine patente Charakterstimme verfügt, gefallen mir die Instrumentaltracks halt immer noch am besten. Im über 19 Minuten (!) langen "Uluru Rock" beispielsweise gibt das Trio nichts anderes als eine Lektion darüber ab, wie ein Song im Sinne einer konstant an Fahrt und Energie gewinnenden Jam Session zu funktionieren hat. Das ist nichts Minderes als die vertonte Version einer entfesselten Naturgewalt, danach biste erst mal platt. Und obwohl Isaiah Mitchell kein Robert Plant ist, funktioniert sogar das Zep - Cover "Communication Breakdown" dank eingebautem Improvisationsteil wirklich gut. Natürlich kann man wie immer über Sinn und Unsinn von Livealben streiten, aber solange diese auf unverfälschte Weise die Livequalitäten einer Band reproduzieren, finde ich sie völlig OK.
Mirko B.
   
Punkte: keine Wertung
HANK ERIX - Nothing But Trouble
Livewire/Cargo Records UK
Hank ist der Frontmann der schwedischen AOR-Truppe Houston. Singen kann der Gute! Musikalisch rockt der Junge aber heftiger, als so mancher seiner AOR-Kollegen. Das liegt auch daran, dass man dem Keyboard eine eher zweitplatzierte Rolle zuordnet und dafür den Gitarren den Platz am Bühnenrand gibt. «Last Chance To Love» hat sicherlich diese «Uh-uhhhh»-Refrains, aber nie so, dass sie langweilig, oder penetrant wirken. Hank lässt vieles aus den achtziger Jahren einfliessen, übertreibt dabei aber nie, sondern weiss genau, wann man mit gewissen «Klischees» stoppen muss. Das liegt auch an Leadgitarrist Michael Palace, der mit seiner Soloarbeit viel zur Qualität beiträgt. Die Songs sind mal schneller, dann wieder gemässigter, können aber immer überzeugen, gehen sofort ins Gehör und krallen sich dort fest. Ganz cool «Shadowdance», das mit balladesken Momenten und starken Rhythmen heraussticht. Wie auch das auf der Akustikgitarre vorgetragene «For The Restless And The Young». Das erinnert dabei an die guten alten Tage von Great White. Mister Erix hat ein Klassealbum veröffentlicht, das von seiner Stimme lebt und irgendwo zwischen Hard Rock und Hardpop liegt, dabei immer mit dem nötigen Druck versehen wird und durch schnellere Parts in «Affair Of The Heart» und «Electricity» über Plüschigem schwimmt.
Tinu   
Punkte: 8.4 von 10
NORTHWARD - Northward (CD)
Nuclear Blast/Warner
Sängerin Floor Jansen (Nightwish) und Gitarrist Jorn Viggo Lofstad (Pagan's Mind) veröffentlichen endlich ihre schon 2008 entstandenen kreativen Ideen. Northward ist ihr gemeinsames Sideprojekt, welches sich musikalisch in eine total andere Richtung bewegt, als die beiden Musiker in ihren Hauptbands spielen. Das Album liefert spannenden Hard Rock, der in einigen Songs auch mit Einflüssen anderer Stile verziert ist. Der Song «While Love Died», zu dem schon ein klasse Musikvideo veröffentlicht wurde, eröffnet ihr Werk mit einem fesselnden Gitarrenriff und mitreissenden Melodien. Durch diesen Opener ist für jeden offensichtlich, dass die beiden ein herausragendes Duo darstellen. Im gesamten Werk überzeugt Gitarrist und Virtuos Lofstad mit unterschiedlichen verblüffenden Gitarrensoli und Floor Jansen kann ihre sehr umfangreiche Stimme in vollen Zügen zeigen und die Musik so in verschiedene Richtungen lenken. Im vierten Song «Drifting Islands» überrascht Floors Schwester Irene Jansen mit einem Gastauftritt. Die Gesangskombination der Jansen-Schwestern ist packend und eine tolle Ergänzung zu dem dumpfen schweren Gitarrenriff und dem powerreichen Refrain, der im Kontrast zu den eher ruhigen und melodiösen Strophen steht. Das nächste Lied namens «Paragon» weist Progressive Rock-Einschübe auf. Durch die sehr speziellen Rhythmen des Schlagzeugs und dank dem Melodieverlauf der Gitarre ist der Track spannend zu durchleben. Floor präsentiert, wie in vielen Teilen des Albums, auch in diesem Refrain ihre eher raue und kratzige Stimmeinlage, was ein weiterer Grund ist, warum das Lied in Kombination mit dem spannenden Gitarrenriff als Gesamtwerk Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die beiden Musikgenies zeigen uns ihre Vorliebe zum Back-to-Basic-Hard Rock ausführlich und verfehlen mit ihrem abwechslungsreichen Album ihr Ziel kein bisschen. Es ist sehr schwierig, ihren Stil annähernd zu beschreiben - ich bin gespannt, was die Zukunft für Northward so bringt.
Sina   
Punkte: 8.4 von 10
ASHBURY - Eye Of The Stygian Witches (Silver Vinyl LP)
High Roller Records/Musikvertrieb
Die Amerikaner aus Tucson um die Gebrüder Randy und Rob Davis gründeten ihre Band um 1980 herum und haben es bis heute, inklusive dem brandneuen Album «Eye Of The Stygian Witches», nur gerade drei Alben (!) veröffentlicht. Dennoch wird die Truppe mittlerweile als totaler Kult gehandelt, wobei der letztjährige Auftritt am legendären «Keep It True» Festival in Lauda-Königshofen (D) zum absoluten, wenn auch späten Karriere-Highlight gezählt werden darf. Dies vor allem von dem Aspekt her, dass der Sound von Ashbury in seinem Grundwesen eigentlich ja nicht metallisch ist, sondern mehr in die Ecke Jethro Tull, Wishbone Ash und etwas Thin Lizzy gehört. Und trotzdem reichten die bisherigen zwei Alben «Endless Skies» (1983) und «Something Funny Going On» (2004) aus, um weltweit eine ganze Menge neuer Fans zu generieren, die sich wie Hyänen auf die Vinyl- und CD-Reissues gestürzt haben. Ganz zu schweigen von den Erstpressungen, die bei Discogs Höchstpreise erzielen. Dass sich die Truppe nun aber nochmals aufgerafft hat und tatsächlich mit einer neuen Scheibe um die Ecke huscht, hätten bis vor kurzem nicht wenige Sachverständige umgehend ins Reich der Träume verfrachtet. Doch es ist anders gekommen, und das ist gut so, sogar sehr gut! Der Opener «End Of All Time» zeigt nämlich auf, dass Ashbury keinerlei Experimente eingehen und nach wie vor mit massig Vibes von Jethro Tull unterwegs sind. «Good Guitar» geht anschliessend in die Southern Rock Ecke und rockt fluffig daher. Heavy Metal ist hier also nirgends in Sicht, und schon gar nicht bei der stimmigen Lagerfeuer-Ballade «Summer Fades Away». Keine Ahnung, warum eine Combo mit solcher Mucke offenbar locker vor Metalheads bestehen kann, aber das ist eigentlich auch völlig egal, denn musikalisch sind die Davis-Brothers auf jeden Fall stets überzeugend unterwegs. «Faceless Waters» rockt ebenso ohne Zweifel, und «Searchin'» wie der Titeltrack sind Ashbury pur. Wer die ersten beiden Alben mag, wird sich mit Sicherheit auch «Eye Of The Stygian Witches» zulegen.
Rockslave    
Punkte: 8.3 von 10
LANDMVRKS - Fantasy (CD)
Arising Empire/Warner
Erst 2014 gegründet, doch die Franzosen von Landmvrks scheinen bereits ihren Stil ziemlich genau gefunden zu haben. Ihr neues Album "Fantasy" hört sich an, als ob Urgesteine des Metalcore zum Angriff blasen. Das neue Werk schafft den Spagat, sowohl die Fans des Debütalbums abzuholen, als auch neue Fans für Landmvrks zu gewinnen. Das Quartett versucht sich im perfekten Dreischritt - "besondere Melodien", "grossartige Vocals" und "musikalische Ideenvielfalt". Es scheint zu klappen. Während Sänger Florent Salfati mit seinen Stakkato-Shouts Druck und Härte in die Songs bringt, sorgen die Instrumentalisten für die dynamischen Melodielinien der Tracks. Wenn Musik und Gesang dann auch noch in die gleiche Richtung schiessen, wird es richtig gut wie bei "Wake Up Call", der mit seiner Dynamik aus rasend-aggressiven Strophen und melodisch-fokussiertem Chorus vorantreibt und sich selber mit einem Sog aus Beatdown-Elementen und kraftvollen Growls krönt. "Blistering" bewegt sich soundmässig dann eher in entgegengesetzter Richtung und bringt viele Post-Hardcore-Elemente mit. Auf drei der elf Titel sind interessante Feature-Gäste zu hören und für Camille Contreras von Bliss Sigh haben sich die Jungs den überraschendsten Song auf "Fantasy" aufgehoben. "Alive" ist eine schön zartfühlende Alternative-Ballade, voll sanfter Emotion, bei der die klare, kraftvolle Stimme der Gastsängerin von einer kratzig-weichen Gesangsleistung von Florent Salfati umgarnt wird. "Dead Inside" vertreibt dann im Anschluss alle lieblichen Gedanken und besticht mit einer pop-punkigen Nummer. Das instrumentale Interlude "Kurhah" bietet dann eine kurze Verschnaufpause, bevor Landmvrks beim letzten Track "Disdain" nochmal alle ihre Stärken vereinen. "Fantasy" ist ein gekonnter Mix aus schönen Melodien, abwechslungsreicher Stimmarbeit und mitreissender Härte. Wieder einmal eine Metalcore-Platte, die nicht einfach unter den anderen Veröffentlichungen untergeht.
Oliver H.    
Punkte: 8.3 von 10
CARPE NOCTEM - Vitrun
code666
Carpe Noctem ist eine fünfköpfige Band welche isländischen Black Metal spielt, sprich also auch aus Island selber kommt. "Vitrun" ist ihr zweites Album, welches sie nach fünf Jahren Pause nun herausgebracht haben. Der erste Song "Söngurinn sem ómar á milli stjarnanna" beginnt direkt mit rauschenden Gitarrenriffs und gleich darauf setzen auch Schlagzeug, Bass und Gesang mit voller Kraft ein. Dieser Song zeigt die düstere Atmosphäre, wie man sie ach so gut von vielen anderen isländischen Bands kennt und auch die Verzweiflung und Melancholie des Black Metal. In der Hälfte des Liedes flacht dann aber die Brutalität etwas ab, die Melodie wird träger, bis sie dann kurz vor dem Schluss nochmal in den gleichen Stil vom Anfang zurückfallen. "Upplausn" beginnt ruhiger, beinahe schon verdächtig. Dann aber bricht die tosende Musik über den Zuhörern ein und die Isländer zeigen auf einer Länge von neun Minuten, was sie können. Mit langsam gespielten Gitarrenriffs leitet der dritte Song "Og hofiš fylltist af reyk" ein und bleibt das erste Drittel des Liedes etwas eintönig bis dann der Sänger einsetzt und die Melodien aufleben, sich hochsteigern bis zum Höhepunkt zu Beginn der fünften Minute wo die Gitarren in eine wilde Raserei verfallen, enden und sich die ganze Stimmung verändert schon beinahe in die Richtung des Atmospheric Black Metal, in dessen Stil sie auch beinahe ausnahmslos bis zum Ende des Songs weiterspielen. Ein echt geiles Lied, bis jetzt ist das mein persönlicher Favorit! "Hér hvílir bölvun" ist ähnlich aufgebaut wie die vorherigen zwei Songs: ruhiger Anfang mit einer anschliessenden Temposteigerung und atmosphärischen Einflüssen. Die Ausnahme birgt dann aber "Úr beinum og brjóski". Der zweitletzte Song von "Vitrun" ist ein komplett gesangsloses Stück, welches von der akustischen Gitarre, Bass und Schlagzeug gespielt wird. Die Melodie erklingt mystisch und düster, erinnert an die Stimmung von Island selber. Ein Kontrast, der die schnelleren Songs dieses Albums hervorscheinen lässt. Das letzte Lied trägt den Namen "Sá sem slítur vęngi flugunnar hefur náš hugljómun" und hier hauen die isländischen Künstler noch einmal total auf den Putz und drehen den Spiess um, denn hier beginnt der Anfang schnell und flacht dann ab bis der Song dann mit ruhigen Tönen ausklingt. "Vitrun" ist ein cooles Album, welches sich sehr gut für ruhigere Momente eignet. Es hat auch sehr einfallsreiche Details wie das oben genannte Gitarrenspiel in "Og hofiš fylltist af reyk". Jedoch fehlt mir dennoch das gewisse Etwas, welches das Werk aus der Menge hervorhebt.
Zoé    
Punkte: 8.3 von 10
SLAEGT - The Wheel (White Vinyl)
Ván Records
Kopenhagener im Anflug, Slaegt sind gelandet und präsentieren uns 'The Wheel', ihr drittes Longplayerwerk. 7 blacklastige Songs, mal blastend, mal beinahe 'Hard Rockig', dann wiederum mit cleanen Gitarren gespielt, um sogleich dann richtig gedistiortioniert in die Vollen zu langen, sprich in die Saiten geplekt. Ebenfalls sehr einfallsreich und vielseitig kommt der dänische Vierer angerollt. Da wird frisch fröhlich über cleane Parts soliert 'Being Born Is Going Blind', um dann so richtig Black-Metal-mässig Vollgas zu geben 'The Wheel'. Aber wie gesagt, immer mit der Prise des Unerwarteten, komplexen und überraschenden Momente, intelligentes Songwriting partout. Interessant sind die doch leicht 'Hard Rockig' gehaltenen, melodiösen Soli, welche perfekt zu den blackigen, blastigen Parts passen, wie sich die Melodien ineinander hineinverschlungen lückenlos ergänzen. Das blastende Drumming einerseits, die variantenreichen, gar tänzelnden Drumparts mit viel Ride ergeben eine interessante, blackig-balladeske Eigenart, welche selbst durch die double-bass-lastigen und blastenden Attacken ihren Reiz nicht verlieren. Tieftonartig ist man untermalend zum Sechssaiter unterwegs, unterstützt und duelliert sich gegenseitig auch mal und lässt den heiser anmutenden, leicht gutturalen Vokalakrobatiken ebenfalls mal genügend Luft. 'Citrinitas' ist ein - für mich - sehr interessantes, songwritertechnisches Musikalbeispiel, wie man Hard Rock mit Black-Metal gekonnt verbindet, ohne den Groove und die Härte, wie aber auch die Melodie und die Eingängigkeit zu verlieren. Das gelungene Cover-Artwork wiederspiegelt exakt diese interessante, blackig-balladeske Soundmischung aus dänischem Hause. D.A.D. meets Darkthrone, hellyeah, als Anhaltspunkt. Reinhören ist hier die vernünftigste Devise, aber diese Mucke macht einfach viel Spass.
Leopold    
Punkte: 8.2 von 10
KRAANIUM - Slamchosis (CD)
Comatose Music
Et voilà, die Labelkollegen von Kill Everything, Kraanium, mit ihrem 5. Opus namens 'Slamchosis'. 10 Tracks voller Gore, Blasts und Grinds, vom internationalen Fünfer (Norwegen, Finnland, Dänemark, United Kingdom und Türkei) ... eins, zwei, drei ... yep, fünf Nationen, dementsprechent eben ein Quintett, habe ich glücklicherweise nochmals richtig kombiniert ... und gezählt, schlussendlich ... Nun, gefühlsmässig, geht aus auf 'Slamchosis' heftiger und brutaler zu und her, als bei den genannten Labelkollegen, aber doch sind Kill Everything eine Spur schneller auf der Loipe. Ja, als Vergleich kann man beide ohne weiteres zusammennehmen, so auch wieder Devourment, Skinless oder Diesentomb, um die Freunde von Kraanium zu vereinen, jedoch auch wieder klar rezitiert, es handelt sich auch auf 'Slamchosis' um eigenständige Mucke mit halt besagten Einflüssen, welche wohl jede Band - egal welcher Stilrichtung - den Anstoss gegeben hat, eben besagt zelebrierte Mucke zu zocken. 'Blob Of Inhuman Metamorphic Transfusion' wäre so ein Zeitgenosse, auf welchem alle Einflüsse von Kraanium einfach perfekt zur Geltung kommen. Gorehaltigen, deathigen, blastenden und keuleschwingenden Lavawelle guttural-haltigen Sprachfetzen bis zu eben den blastenden Drums und ebenfalls sehr tiefen 6-, 7-, 8-Saitern - leider nicht genau definiert, jedoch hörbare Strukturen - und auch eben besagtem, wummernden Allertiefsttöner. Ein ganz goiles Cover-Artwork splattercorelastigem Ergusses kombiniert und gepaart mit einer fetten, sauberen und lawinenmässigen Gore-Produktion rundet den Fünftling ab. Reinhören und bei Gefallen reinziehen.
Leopold    
Punkte: 8.1 von 10
DEVILLE - Pigs With Gods
Fuzzorama Records
Verglichen mit dem vor drei Jahren erschienenen "Make It Belong To Us" hat die schwedische Truppe auf ihrem fünften Output ein paar Schippen hinzugelegt. Das der Band eigene wohldosierte Gerödel ist immer noch vorhanden, doch diesmal brilliert man durch eine hinzugewonnene Härte in Komposition und Soundqualität. Die Kombination aus bretthart und eingängig funktioniert also nach wie vor einwandfrei. Am Anfang der Scheibe könnte man fast meinen, Deville hätten sich zu einer Sludge Band entwickelt, aber das ist lediglich eines der vielen Gesichter des Schwedenvierers. Doch bereits ab dem zweiten Song wird klar, dass wir es hier wieder mit einer typischen Deville-Scheibe zu tun haben, und somit mit modernem Dicke-Klöten-Heavy Rock, der vor allem auf Abwechslung baut. Die Wurzeln, Stoner Rock vermischt mit dezenten Doom, Alternative und Grunge - Elementen, lassen sich zwar auch auf "Pigs With Gods" nicht leugnen, aber eindeutig einordnen lassen sich Deville schon lange nicht mehr. In dieser Hinsicht tut sich auch Sänger Andreas Bengtsson ganz besonders hervor, verfügt er doch über ein sehr variables Organ. Egal wonach der jeweilige Song verlangt, er liefert es. Das können emotionsgeladene, cleane Vocals sein, etwas grimmigere Klänge mit latenter Gene Simmons-Koloratur oder auch coole Gesangspassagen, die mal an Josh Homme, mal an Dave Grohl erinnern. Und damit der geneigte Fan zumindest schon erahnen kann, wohin die Reise künftig führen wird, kredenzt man ihm am Schluss der Scheibe "In Reverse" 06:22 Minuten Groove Rock, Ambient, Shoegaze, The Beatles und was weiss ich noch was alles gleichzeitig, harmonisch und schlüssig vereint in einem Song. Ich bin mir sicher, diese Band wird uns noch weiterhin überraschen und erfreuen.
Mirko B.      
Punkte:
8.1 von 10
CRIPPLED BLACK PHOENIX - Great Escape (White Vinyl, 2 LPs)
Season Of Mist/Irascible
Nachdem mich die britischen Proggies mit ihrem kleinen Cover - Abenteuer "Horrific Honorific" nicht ganz überzeugen konnten, zeigen sie jetzt mit "Great Escape" wieder, was wirklich in ihnen steckt. Und wie üblich setzt die zum Oktett angewachsene Band rund um Bandleader Justin Greaves nicht auf Frickelei und technische Kabinettstückchen, sondern auf Dynamik, Stimmungen und verträumte Soundscapes der Pink Floyd'schen Schule. Das ist mal mehr aber auch mal weniger spannend arrangiert, denn teilweise weist das Album auch die eine oder andere Länge auf. Ist auch kein Wunder, mit einer Spielzeit von 73:20 Minuten wurde die Standardlänge einer CD beinahe vollständig ausgereizt. Da ist es nicht wirklich einfach, den Zuhörer über die ganze Länge bei Laune zu halten, dafür fehlen halt einfach die richtigen Überraschungen. Dem hat man zwar mit einer Nummer wie dem schon beinahe militaristisch anmutenden Dark Wave Song "Uncivil War (pt 1)" oder dem sporadischen Einsatz von weiblichen Vocals oder Trompeten versucht entgegenzuwirken, und auch das eine oder andere Pink Floyd - Zitat (der Titelsong orientiert sich ja streckenweise überdeutlich an deren Göttergabe "Wish You Were Here", inklusive David Gilmour Signature - Gitarrensolo und -Sound) sollte wohl für ein "Aha!" sorgen; diese kleinen Überraschungen bleiben aber schlussendlich genau das, was sie eben sind. "Great Escape" ist ein Album, das man wachsen lassen muss, man muss sich ihm restlos widmen und hingeben, bis es sich einem vollends erschliesst, wobei ich hierfür keine definitive Erfolgsgarantie geben kann. Bin gespannt, wie die Fans das neue Werk aufnehmen werden. Das Grundrezept aus Dynamik, Dramatik, Melodie, Melancholie und Finsternis ist zwar immer noch praktisch dasselbe, Justin Greaves weiss zweifellos, wie man grosse musikalische Momente erschafft. Dennoch hat der Legitime Vorgänger "Bronze" (2016, das letztjährige Coveralbum nicht mitgezählt) in meinen Ohren die Nase immer noch knapp vorne. Aber das ist im Falle von Crippled Black Phoenix natürlich Jammern auf hohem Niveau.
Mirko B.      
Punkte:
8.1 von 10
MONSTER TRUCK - True Rockers (White Vinyl LP)
Mascot Records/Musikvertrieb
2009 fiel der Startschuss für die kanadischen Rocker von Monster Truck und seitdem sind sie ziemlich auf der Überholspur. Bereits mit ihrem Debüt "Furiosity" sorgten sie jenseits des grossen Teichs mächtig für Wirbel und schon im Februar 2016 erschien mit "Sittin' Heavy" bereits der Nachfolger, der in vielen Musikmagazinen zu einem Anwärter auf das Album des Jahres avancierte. Die Mannen um Sänger und Bassist Jon "Marv" Harvey spielen eine lässige Mischung aus Classic Rock, einem Hauch Southern Rock und einer modernen Note im Stil von Nickelback, was angeblich gut ankommt. Auf den folgenden ausgedehnten Tourneen wurde bereits fleissig an neuem Material gearbeitet und das Ergebnis steht nun unter dem fast schon prophetischen Titel "True Rockers" in den Läden. Schon beim Opener und Titelsong ist die unbändige Energie zu spüren, die lautstark aus den Boxen dröhnt und der gelungene Gastauftritt von Dee Snider ist da nur noch das Zückerchen oben drauf. Man ist beinahe versucht von Stoner-Punk zu sprechen, denn die Jungs nehmen auch bei den weiteren Songs den Fuss nicht vom Gas, sondern füllen das Paket mit noch mehr Zutaten und so schrammelt plötzlich die Hammond-Orgel auch noch gewaltig mit. Etwas besonders sind sicherlich die Songs "Evolution", "Young City Hearts" und "Hurricane", die Dank der Produzenten in einem etwas anderen Gewand daherkommen, somit den Sound noch bunter und abwechslungsreicher gestalten. Der Blues und Classic Rock geht aber in all den Experimenten nicht verloren und ist bei "Devil Don't Care" und "Undone" wirklich schön zu hören. Der Hit der Platte ist allerdings für mich "Being Cool Is Over". Der Vierer rockt hier gnadenlos die Hütte und walzt alles nieder, was sich ihnen vor den Truck stellt. Trotzdem reicht es aus meiner Sicht nicht ganz, den Erfolg von "Sittin' Heavy" zu toppen.
Oliver H.     
Punkte:
8.0 von 10
SAGA - So Good So Far (Live At Rock Of Ages - 2 LPs)
Ear Music/Phonag
Wenn man SAGA aktuell bei Wikipedia aufsucht, steht da mitunter "...war eine kanadische Rockband..."! In der Tat verabschiedeten sich letztes Jahr Michael Sadler (v, keyb), Ian Crichton (g), Jim Crichton (b, keyb, g), Jim Gilmour (keyb, v) und Mike Thorne (d) nach vierzig Jahren Karriere definitiv von ihren Fans. Das offiziell letzte Konzert fand dennoch heuer und zunächst am 24.02.2018 in der Heimat-Stadt Toronto statt. Die Organisatoren des "Edmonton Rock Music Festival 2018" brachten es jedoch irgendwie fertig, dass SAGA am 17.08.2018 noch einen zusätzlichen und wohl allerletzten Auftritt dranhängten. Somit bleibt die Erinnerung an eine grosse Band mit unzähligen Hammer-Songs vor allem durch die zahlreichen Live-Veröffentlichungen lebendig. Dazu gehört auch das vorliegende Doppelalbum, das am 29.07.2017 beim "Rock Of Ages" Festival in Seebronn (D) mitgeschnitten wurde. Interessanterweise traten die Canucks dort 2016 auf den Tag genau (!) auch als Headliner auf. Hätte man diesen Gig verwendet, so würden die hier sechzehn berücksichtigten Songs das ganze Konzert abdecken. Da SAGA hierbei aber den voraussichtlich letzten Festival-Gig auf deutschem Boden bestritten, waren es noch deren sechs mehr. Die fehlen somit leider auf «So Good So Far» und zwar betrifft dies «How Long», «Give 'Em The Money», «Book Of Lies», «Mouse In A Maze», «On The Air» sowie die zweite Zugabe «Social Orphan». Der Rest kann sich aber immer noch locker hören lassen und geizt nicht mit dem, was diese Mega-Band mit ihrem einzigartigen Sound schon immer ausgemacht hat. Einziger Wermutstropfen sind die zumeist ins Leere laufende Sing-a-longs, heisst, man hört nix vom Publikum, wenn Michael Sadler seine Parts entsprechend auslässt. Das hätte man lauter aufnehmen sollen, ja eigentlich müssen, aber es ist halt so wie es ist, und von der Performance her gibt es eh nichts zu mäkeln. Adios SAGA, ihr werdet uns fortan fehlen!
Rockslave    
Punkte: keine Wertung
PIAH MATER - The Wandering Daughter
Code666
Aus der brasilianischen Hauptstadt stammen Piah Mater, welche fast schon offensichtlich Opeth's "Watershed" als Blaupause für ihr aktuelles Werk auserkoren haben. Aufbauten, Phrasierungen, der Wechsel von harschen Growls zu klagendem Klargesang, die immer mit vielen abwechselnden Details versehenen Riffs wie auch die Produktion erinnert mich oft an das progressive Death-Rock Meisterwerk der Schweden. Und dass das Mastering zu "The Wandering Daughter" ebenfalls in den Fascination Street Studios (in welchem "Watershed" vor zehn Jahren entstand) durchgeführt wurde unterstreicht vielleicht ein bischen meine Theorie. Ob man Piah Mater deshalb als Abklatsch bezeichnen muss liegt aber im Ohr des Betrachters. Ich habe mich jedenfalls dazu entschieden die Band gut zu finden, denn für eine simple Kopie sind sie viel zu potent, die fünf überlangen Kompositionen zu stark und ihre musikalische Relevanz zu gross um das Maul zerreissen zu können. Wer also wie ich grosse Freude am genannten Werk unserer nördlichen Nachbarn hat und mit deren Nachfolgealben ebenfalls etwas Mühe bekundet, sollte als Ersatzdroge "The Wandering Daughter" unbedingt eine Chance geben. Cooles, irgendwie erfrischendes Album mit Intelligenz und Tiefgang. Reinhören!
Hardy     
Punkte:
8.0 von 10

STRATOVARIUS - Enigma: Intermission 2 (Compilation - Gatefold 2 LPs)
Ear Music/Phonag
Nach 2001 erscheint nun die zweite Raritäten-Sammlung der finnisch-schwedischen Truppe. Wenn ich ehrlich bin, gefallen mir die meisten Tracks fast besser, als das was die Herren in den letzten Jahren auf ihren Alben veröffentlichten. «Enigma» ist ein cooler Opener und «Hunter» ein schneller Arschtreter, die beide sofort Laune machen. Gesegnet durch tolle Gesangsparts (Timo Kotipelto) und packende Refrains steht die Band eigentlich wieder da, wo der Erfolg für sie begann. Selbst das schwere, fast düstere «Hallowed», mit einem passenden Rock-Anstrich, gefällt von Beginn weg. Auch das schon fast Galeeren artige «Last Shore» macht vieles wieder gut, was Stratovarius leider auch auf der Bühne in der letzten Zeit nicht mehr spielten. Einfach tolle Lieder mit viel Spielfreude in den Backen. «Kill It With Fire» schlägt mit Tempo in die gleiche Kerbe und lässt das Niveau weiterhin hoch bleiben. Das Zusammenspiel zwischen Gitarre (Matias Kupiainen) und Keyboard (Jens Johansson) kommt um einiges besser zum Tragen, als auf den teils uninspirierten letzten Scheiben. Nicht, dass dort alles schlecht war, aber leider auch nicht mehr mit dieser Lockerheit gesegnet, wie dies noch in den neunziger Jahren an der Tagesordnung war. «Fireborn», «Giants» (mit einem Ace Frehley Gedächtnis-Einstieg) und «Old Man And The Sea» (tolle Ballade) runden «Enigma» sehr gut ab. Die mit Orchester-Parts versehen Lieder, «Fantasy», «Shine In The Dark», «Unbreakable» und «Winter Skies», passen sich den tollen Level an. Vielleicht hätte man zuerst «Enigma: Intermission 2» veröffentlichen sollen, das hätte den Zugang zu den letzten vier Alben erleichtert. Eins scheint aber aus den Rillen dieser CD zu quillen. Das ist eine wiedergefundene Spielfreude.
Tinu   
Punkte: keine Wertung
ABSOLVA - Defiance (Vinyl-Release)
Rocksector Records
Yep, die/der eine oder andere mag sich verwundert die Augen reiben (... ich kann ja nicht, bin am 'töggele' ...), wurde doch schon im Juli 2017 der Release von eben besagter 'Defiance' bereits ausgeführt. Yep, korrekt, dies ist noch der Nachschlag für alle Vinylfetischistinnen & -fetischisten unter euch. Nun gut, Vinyl war ja nie 'tot' ..., 08/15-Geblabber, kennt mittlerweile jede & jeder in- und auswendig ..., doch kehren wir zum Eingemachten, der zelebrierten Mucke, zurück, sprich dem Album 'Defiance'. 12 Tracks finden sich auf 'Defiance', welche dem Heavy-Metal-/Power-Metal-Genre, mal etwas hymnenhafter und melodiöser, dann wieder etwas straighter und rauher, zugewandt ist. Absolva ist ein Manchester-based - U.K.-citizens-Vierer, alle Members spielen noch mit Blaze Bayley in 'seiner' Combo - die sich mit Absolva nun besagtem Metal mit Anklängen und Relations in die tiefen NWOBHM-Wurzeln verschrieben hat. Klar, Absolva sind keine 'Neulinge' mehr, mit 'Defiance' veröffentlichen bzw. veröffentlichten sie bereits ihren 5. Release. 'Defiance' ist eine sehr vielseitige Scheibe, mal etwas speedig, dann wieder hymnenhaft, dann wieder stampfend und straight, stets mit der gewünschten, proportionierten Melodienprise - will nicht sagen, gar mit 'Hitcharakter' - aber alleweil stets in jedem dieser 12 Tracks ein 'Mitgröhlfaktor' enthalten. Technisch höher avisierte Gitarrensoli, ein sauberer, cleaner Gesang in Kombination mit Background-Vocals aller Mitglieder (ausser dem Drummer ... und natürlich dem Leadvokalisten, selbstredend ...), d.h. bleiben noch der Rhythm-Saitenquetscher und dem Tieftonakrobaten, ... eben, wie gut durchdachter und komponierter, melodiöser Power-Metal nun mal klingt. Ein Cover-Artwork, welches nicht unbedingt auf die Stilrichtung hinweist, saubere Produktion, alles insgesamt sauberes, abgeliefertes Handwerk. Klar, Absolva sind eigenständig, dennoch lassen sich hörbare Einflüsse in die NWOBHM-Time stets heraushören, mal etwas nach Iron Maiden, dann mal nach Judas Priest, Saxon klingend, etwas Satan, Tysondog, Raven und Konsorten klingend. Alle 12 Songs sind antestbar, ja wirklich, denn nur so kann man die weiten Landschaften von Absolva entdecken, den stets gepflegten und empfehlenswerten Melodic-Power-Metal.
Leopold
   
Punkte: keine Wertung
WE HUNT BUFFALO - Head Smashed In (LP)
Fuzzorama Records
Gleich der Opener "Heavy Low" beweist wieder einmal, wie wichtig eine gute Produktion in unserem Bereich ist. Wenn es dem Knöpfchendreher und Faderschieber gelingt, die rohe Urgewalt eines Liveauftrittes der Band, die gerade unter seinen Fittichen aufnimmt, einzufangen und zu reproduzieren, dann ist schon mal die halbe Miete bezahlt. Nur geben sich Vermieter bekanntermassen nicht mit der Bezahlung der halben Miete zufrieden, da muss dann schon etwas mehr rüberwachsen. In diesem Fall bedeutet das, dass neben der pfundigen Produktion auch auf der kompositorischen und handwerklichen Ebene mehr als bloss Durchschnittsware geboten werden muss. Und genau das tut das gemäss Eigeneinschätzung "Dirty, Grimy, Fuzz Rock" zockende Powertrio aus Vancouver. Und dabei ist die Band musikalisch nicht einmal wirklich einfach einzuordnen, denn kein Track gleicht dem anderen, manchmal hat man gar das Gefühl, auf dieser Scheibe seien verschiedene Bands am Werk, so abwechslungsreich agiert die Truppe. Da sind wirklich Spagate zwischen Doomrock, Alternative Rock mit Grunge-Einschlag, völlig unprätentiösem Gothic Rock und Stoner Rock dabei, die im ersten Augenblick unmöglich erscheinen, und im Gesamtbild dann doch völlig schlüssig klingen. Und vor allen Dingen vermittelt dieses Trio echte Emotionen. Da klingt nichts gekünstelt oder konstruiert, ganz im Gegenteil. Gitarrist und Sänger Ryan Forsythe setzt seine angenehm warme Stimme geschickt variabel ein, so dass die Stimmungen der verschiedenen Songs auch glaubwürdig rüberkommen. Für Leute, für die Rockmusik mit dicken Eiern und zugleich echten Gefühlen kein Widerspruch ist, ist diese Scheibe absolut empfehlenswert.
Mirko B.     
Punkte:
8.0 von 10
BLACKFIELD - Open Mind (The Best Of Blackfield - 2 LPs)
KScope/Irascible
Wie es der Titel schon vermittelt, wird auf diesem Doppeldecker das bisher Beste des Duos Steven Wilson und Aviv Geffen präsentiert. Die Kooperation zwischen dem Briten und dem Israeli setzt im Gegensatz zu den deutlich opulenteren Porcupine Tree, der vorherigen Wirkungsstätte von Steven, mehr auf melancholische Songs, die zudem von der Länge her nicht so ausladend arrangiert sind. Zwischen 2004 und 2017 sind insgesamt fünf Longplayer veröffentlicht worden, woraus die beiden Protagonisten die stärksten Momente für Leute wie mich zusammengestellt haben. Will heissen, dass man bei der quantitativen Flut an Bands unmöglich alles präsent haben kann. Fans von progressiven Klängen bis hin zum Volk der Prog-Nerds werden hierbei allerdings den Kopf schütteln und sich allenfalls fragen, warum der Rezensent, der im Übrigen einige Tonträger von eben Porcupine Tree im Regal stehen hat, hier eine unerklärliche Lücke offenbart. Fakt ist auf jeden Fall, dass Blackfield mit ihrem zumeist chilligen Sound bestens dazu geeignet sind, dass man als zuvor gestresster Mensch einfach loslassen und, gemütlich auf einem Sofa fläzend, für eine Weile alle Alltagssorgen weit von sich weg stösst. Der Gedanke, nach dem Genuss eines Glases schweren Rotweins zu «1'000 People» oder «44 To 48» sanft wegzunicken, muss somit bald einmal in die Tat umgesetzt werden. Gut möglich ist ausserdem, dass «Open Mind» dazu führen kann, dass man sich über kurz oder lang die ganze Diskographie von Blackfield einverleibt. Der Verfasser dieser Zeilen erkennt zudem die Notwendigkeit, sich grundsätzlich, respektive künftig mehr mit Steven Wilson und seinem umfangreichen Musikuniversum auseinander setzen zu müssen. Besser als mit dieser Auswahl lässt sich die Bandbreite von Blackfield kaum bis nicht entdecken.
Rockslave    
Punkte: keine Wertung
SHINEBACK - Dial (CD)
Bad Elephant Music
Das zweite Album des Amerikaners Simon Godfrey das unter dem Namen Shineback erscheint verwirrt mich. Der progressive, oft ruhigere und mit elektrischen Spielereien angereicherte Rock löst bei mir je nach Zeitpunkt des Hörens Begeisterung oder Langeweile aus. Leser, die mit progressiver Musik nicht warm werden, dürfen sofort zum nächsten Review wechseln. Denn was Godfrey mit seinen Mitstreitern hier auf die Menschheit loslässt, braucht ein Grundverständnis für langatmige, sich entwickelnde Lieder, die sich langsam steigern um dann wieder abzuflachen. "Dial" ist ein Album, das man schlecht nebenbei hören sollte. Wer sich aber auf dieses Album einlässt, erlebt eine musikalische Reise, die nur vermeintlich wenig mit hartem Rock zu tun hat. Zumal die Band zum Schluss mit Industrial Metal überrascht. Um die Intensität der elf Lieder zu erleben, braucht es in erster Linie Arbeit an sich selber. Wer das schafft, wird mit himmlisch schwelgerischen Melodien belohnt. Damit wird dieses Album weg vom vermeintlichen Mainstream in Richtung Kunst geschoben. Das dürfte bei vielen Hörern pure Abneigung und grosse Fragezeichen auslösen. Andere dürften hier ihr eigenes kleines Sounduniversum finden. Um die Musik einem grösserem Publikum zu öffnen, hätten die Lieder ruhig etwas kompakter und schneller auf den Punkt kommen können. Öfters eingesetzte eingängige Melodien wie bei "The Gentlemen" oder "My New Reward" würden sie Sache deutlich vereinfachen. So aber ist "Dial" ein Album von Freaks für Freaks. Und diese werden daran ihre wahre Freude haben.
Roger W.     
Punkte:
8.0 von 10
CREYE - Creye (CD)
Frontiers Records/Musikvertrieb
Gitarrist Andreas Gullstrand spielte bei Grand Slam - «Cool, dann muss Creye gut werden?», schoss es mir durch den Kopf. Und ja, Andreas hat nichts verlernt und bewegt sich mit Sänger Robin Jidhed auf den Pfaden von Work Of Art, Art Nation und One Desire. Somit ist das Keyboard immer ein prägendes Instrument, welches die Grundmelodie vorgibt. Wer nun mit AOR-Mucke nichts am Hut hat, kann getrost zur nächsten Review übergehen. Allen Anderen sei gesagt, dass Creye sehr tolles Material geschrieben haben. «All We Need Is Faith» geht dabei etwas fetziger zu Werke, während «Miracle» eher ein sanfter Rocker ist. Allerdings nicht zu vergleichen mit einer Ballade. «Love Will Never Die» könnte gut der nächste Song für eine Cola-Werbung sein. Am besten gefallen mit Creye aber wenn sie mit mehr Power ans Werk gehen. So sind es «Desperatly Lovin», «Still Believe In You», oder «Never Too Late», die punkten. Mit zunehmender Spielzeit wird der Sound aber doch ein bisschen zu bubblegummig. So lege ich mir lieber Grand Slam in den Player und überlasse Creye den Fans von One Desire.
Tinu 
Punkte:
8.0 von 10
WHITE WIDDOW - Victory (CD)
AOR Heaven/Non Stop Music
Die Australier White Widdow haben mit «Victory» ihr fünftes Album veröffentlicht. Wer auf guten Melodic Hard Rock steht, kommt an den Melbournern nicht vorbei. Mit tollem Bass-Groove und feinen Melodien, die Keyboards stehen hier niemandem im Weg, machen Sänger Jules Millis und seinen Hintermannschaft genau dort weiter, wo sie mit dem Vorgänger «Silhouette» aufhörten. Der Titelsong zeigt allen für was die Truppe steht. Tolle Gitarrenparts, speziell die Soli haben es in sich, sowie die feinen Rhythmen und typisch amerikanischen Gesangparts. White Widdow erfinden die Musik sicher nicht neu, aber was sie musizieren, ist toll. Klingt als Vergleich wie eine Mischung aus melodischeren Night Ranger und Honeymoon Suite. «Fight For Love» und «Second Hand Heart» sind weitere sehr interessante Songs. Man kann den Herren vielleicht vorwerfen, dass man mit «Late Night Liaison» zu stark den Weg der vorherigen Songs folgt und somit dem Ganzen ein bisschen den Überraschungseffekt raubt. Und ja, vielleicht wird das Album mit der Zeit etwas monoton. Trotzdem bleiben die Songs Ohrwürmer, die man sich gerne wieder anhört. Dabei trumpft «Run And Hide» gross auf. Also, wer sich gerne melodische Rockbands anhört, sollte sich «Victory» zu Gemüte führen. Rick Springfield-, Honeymoon Suite-, Survivor- oder Foreigner-Fans müssen hier sogar zugreifen.
Tinu 
Punkte:
8.0 von 10
OUTLAW - Marauders (Orange Vinyl LP)
High Roller Records/Musikvertrieb
Würde man einen Song von dieser Debüt-Scheibe im Rahmen eines Musik-Quiz in die Runde werfen und nach der Herkunft von Outlaw fragen, würde kaum jemand, wenn überhaupt, auf Finnland tippen! Dann schon eher auf Schweden oder das Vereinigte Königreich. Der Bastard aus Bullet (weniger) sowie Night Demon (mehr) wurde 2015 in Lappeenranta aus der Taufe gehoben und präsentiert sich als echt räudiger Haufen, der mitunter auch an die leider verblichenen Niederländer von Vanderbuyst erinnert. So galoppiert der Titeltrack herrlich vorne weg und lässt die Funken mit einem erdigen Sound sprühen. Nach der eigenen Einschätzung tummeln sich Outlaw zudem im Umfeld der frühen NWOFBHM und zitieren dabei mitunter die alten Saxon wie auch Judas Priest. Die so freigesetzte Energie versetzt einem umgehend in Party-Stimmung und schreit förmlich nach schweisstreibenden Club-Gigs, wie man dies zum Beispiel auch von den grandiosen Audrey Horne her kennt und liebt. Epischer und mit leichter Schlagseite hin zu Iron Maiden unterstreicht «Heroes Of Telemark» die anstehenden Ambitionen der Finnen. Frontmann Lee Anvel ist derweil gedanklich wie songtechnisch schon bei der zweiten Scheibe und möchte dem Vernehmen nach mehr in die Richtung Power Metal abdriften. «Maurauders» bereitet jedoch uneingeschränkte Freude, und mal schauen, wo die Reise der Nordländer noch hingehen wird. Dass «Vice» als zweiletzter Track von der Rhythmik her ziemlich dreist in den Gewässern von «I Stole Your Love» (KISS) fischt, sei dem Quintett gnädig verziehen.
Rockslave 
Punkte:
8.0 von 10
GAMA BOMB - Speed Between The Lines (Gatefold, Clear Red Vinyl
AFM Records/Musikvertrieb
Die Thrasher von Gama Bomb stehen mit ihrem sechstem Studioalbum "Speed Between The Lines" in den Startlöchern. Mit einer klaren, kraftvollen Produktion, unverwechselbaren Texten und unwiderstehlichen Hooks ist dieses Album ein absolutes Muss für Fans von Tankard, Municipal Waste, Havok und Warbringer. Das Album-Cover ist inspiriert von Sci-Fi und Horror-Taschenbuchromanen der 70er und 80er Jahre, während die Produktion einen satten, abgerundeten Sound aufweist, der an den Thrash der späten 80er Jahre erinnert. Bereits 2002 formierten sich Gama Bomb in Nordirland und bei Philly Byrne (Gesang), Domo Dixon (Gitarre), John Roche (Gitarre), Joe McGuigan (Bass und Gesang) und Paul Caffrey (Schlagzeug) sind Speed und Thrash direkt in den ersten Takten erkennbar. Trotz des roten Fadens gibt es doch Besonderheiten auf ihrem neuen Werk. "Give Me Leather" fällt durch gesangliche Vielfalt und kurze knackige Gitarrenarbeit auf und bei "A Hanging" überwiegen gesanglich zwei Extreme: Scream und harter "Sprechgesang". Die Gitarrenarbeit ist ebenfalls positiv zu bewerten und diesem Treiben fügt sich "666teen" problemlos an. Es wird zur Hälfte des Albums hin nicht nur düsterer und gruseliger, sondern auch temporeicher mit harten Breaks im schnellen Takt. Absolut überzeugend sind die Melodien von "Alt-Reich", die sich phasenweise etwas vom Speed lösen und so spannende Akzente setzen. "Speed Between The Lines" ist auch eine Art Sieg für die Band, denn nach einer Stimm-Verletzung im Jahr 2012 wurde Sänger Philly operiert und jahrelang der Rehabilitation unterzogen. Nach intensivem Training unter einem der besten Opern-Coaches Londons, sind Byrnes Vocals zu ihrer kreischenden Bestform zurückgekehrt. Der Fünfer verwendet nun diese Stimme, um schärfere Kommentare als je zuvor rauszuhauen. Ihre Texte beinhalten Themen wie die wachsende Armutslücke, Umweltkatastrophen, Konformität von Social Media bis hin zum Anstieg des Rechtspopulismus. Natürlich kommen auch die Gröhler-Songs, die Kurt Russell Tribut zollen oder Lieder über Leute, die andere bezahlen, um dir in die Eier zu treten, nicht zu kurz.
Oliver H.   
Punkte:
7.9 von 10
KILL EVERYTHING - Scorched Earth (CD)
Comatose Music
'Scorched Earth', texanischer Brutal Death aus Dallas, vom Vierer namens Kill Everything. Der Erstling mit 8 Tracks im moderneren Death-Metal-Style, will sagen viel Blasts, sehr tief-bösartigen Growls, vielen Tempiwechsel, vielen Riffchanges, um dann von den hyperblastigen Attacken in beinahe schon doomig-sumpfigem Moor zu versinken. Sehr viele Akkordverschiebungen, die Drums stets in doppeltem Hispeed an den restlichen Musiker vorbeiziehend, und dennoch sind es die Drums, welche durch die variablen Patterns immer wieder das beinahe auseinanderzubrechende Gefüge zusammenhalten. Nein, wie im Fussball oder American Football, ein Team besteht aus mehreren Individualisten, so auch bei Kill Everything. Tight wie eine texanische Barbecue-Wildsau prügeln sie sich durch die gorehaltigen Tracks 'Carnivorous Lunar Activities', doomen sich deathend in die Gore-Attacken 'Intrinsic Vexation'. Wenn man nach soloistischen Ausflügen sucht, wird man bei Kill Everything nicht fündig, ausser man betrachtet die extremen Grindnotationen als 'Solo', dann ja. 'Kill Everything' ist ebenfalls erwähnenswert, auch wegen der Idee mit dem Intro ... lasst euch überraschen, finde ich persönlich gelungen, sowie auch den extremen Tempiwechsel, welche man bei diesem Track vorfindet. Satte, brutale Produktion, sägende und blastende Rhyhtmen und Riffs in steter Abwechslung, sehr tief-brutale, gutturale Shouts und Vocals. Ein Cover-Artwork, welches aussagt, in welche Richtung das es geht, kompromisslos. Ach ja, noch was für diejenigen unter euch, welche sich instrumententechnisch interessieren: Beim texanischen Fünfer wird also auf 8-Strings-Klampfen durchgehend gezockt, also, in die Tiefe, Freunde des gepflegten Instrumenten-IG-Konsortiums. Fans von Devourment, Guttural Secret und ähnlichen Bands werden hierbei fündig und den Gefallen finden.
Leopold  
Punkte:
7.9 von 10
SEITA – Maledictus Mundi (CD)
Massacre Records/Musikvertrieb
Manchmal kann ich einfach nicht anders, als euch ein paar Auszüge aus dem Promo-Schreiben vorzusetzen, denn was sich die Profis da teils einfallen lassen tönt einfach zu schön: „SEITAs „Maldictus Mundi“ kombiniert Elemente aus dem Death, Thrash, Hardcore und Groove Metal und formt daraus einen alles zermalmenden Sound, mit dem es nur wenige andere Bands aufnehmen können. Die Songs werden mit hoher emotionaler Intensität und Überzeugung gespielt. Von heftigen Grooves bis hin zu Maschinengewehrsalven-artigen Blastbeats präsentiert sich „Maledictus Mundi“ als ein bis ins Mark erschütternder, rasender Trip in gewaltige musikalische Untiefen!“ Tja also ich hätte es nicht schöner schreiben können und zur Abwechslung ist dies nicht mal so ironisch gemeint, denn „Maledictus Mundi“ knallt in der Tat ordentlich rein und hämmert schweisstreibend auf die Seele ein. Ist die Scheibe am drehen, so gibt es keine Verschnaufpause, geschweige ein Halten auf den billigen Plätzen, doch so sehr der Sturm hier wütet und nichts als Zerstörung kennt, so hat in meinen Augen „Maledictus Mundi“ ein gewisses Problem in der Nachhaltigkeit. Drücke ich auf Stopp ist die Sache bereits wieder vergessen. Mag etwas übertrieben tönen und vielleicht ergeht es nur mir so, doch bei all den Rotationen die ich mir gönnte und dabei wirklich bestens unterhalten wurde, bleibt nicht viel mehr als die verbrannte Erde in der Erinnerung zurück. Vielleicht ergeht es euch ja anders und ihr werdet von der Sturmflut mitgerissen und nie wieder aus den Fängen der Zerstörung ausgespuckt. „Back Home“, „2299“, „Cowards The Lions“ und „Burn The Skies“ dürften hier für eine gesegnete Hörprobe ausreichend sein.
R.K. 
Punkte:
7.8 von 10
INFESTUS - Thrypsis
Debemur Morti Productions
Bei Infestus handelt es sich um die Ein-Mann-Armee von Andras, der die Bude als Alleinunterhalter abfackelt! Bedrohlich wird mit "Of Unhallowed Soil" begonnen und das mit einem massiven Soundteppich. Musikalisch absolut top, leider spielt die Gesangsperformance in einer viel tieferen Liga! Wer gerne wissen möchte, wie Rammstein im blackmetallischen Gewand klingen, der muss sich "Thron aus Trümmern" anhören. Das Resultat ist sehr interessant und geil gespielt, nur wird der Song in eine endlose Länge hinaus gezogen! Mit Englisch und "Seed Of Agony" wird ein intensives Stück Musik geboten, das ein wenig chaotisch ist. Das Hin- und Herhüpfen, von einem Stil zum anderen, lässt den roten Faden vermissen. Vielleicht bringt aber auch die Überlänge des Songs diesen Effekt mit sich. Gitarrengeklimper lassen "Nights" unspektakulär beginnen und der Gesang ist jetzt nur noch ein leises Gehauche, das den Song leider nicht verbessert! Dieser Song plätschert so richtig an mir vorbei! Den Stempel namens Post Metal kann dem nächsten Song "Psychnecrosis" bedenkenlos aufgedrückt werden und so ist dieser Song sehr modern und zugleich sehr melancholisch! "Pulse Of Annihilation" schlägt in die gleiche Kerbe wie der Vorgänger und man probiert mit ruhigen Tönen eine bedrückende Stimmung zu fabrizieren, was über weite Strecken auch gelingt. Man wagt sogar Ausflüge in progressive Gefilde. Andras will aber leider zuviele Dinge in einem Song verwursten, was immer wieder in einem Chaos endet. Den Ausklang wird mit "Separatist" gemacht. Eine Wundertüte ist auch dieser Song, denn jetzt wird wieder auf Deutsch gesungen. Das ganze Band-Programm wird in diesem Song nochmals abgespuhlt. Mir ist das einfach von Allem ein wenig zuviel dabei und der Gesang trifft keinen meiner Geschmacksnerven! Für Entdeckungsfreudige, die auf einem Album möglichst viele Facetten antreffen möchten, sollten dieses Album mal antesten!
Roolf 
Punkte:
7.8 von 10
MONUMENTS - Phronesis (CD&LP)
Century Media/Sony
Well, well, 'Phronesis' ist der dritte Longplayer von den Holländern Monuments, welches im progressiven, mathcore-geladenen Death-Metal-Core-Genre teilweise zuzuordnen sei ... oder doch nicht? Well, well, schwere Kost, kein Tolstoi, dafür Monuments. Allesamt sehr gute Musiker, der Sechser aus den Niederlanden. Sehr interessantes, abstraktes, teilweise melodeskes Songwriting - erinnert da zeitweise an Cynic und Konstellationsbands - um die Tragweite von 'Phronesis' mit den 10 Tracks umschreiben zu dürfen. Es geht klar in die 'moderne' Ecke, des mathematisch-algebraisch berechneten, strukturierten Songwritings 'Hollow King'. Da wechseln sich melancholische, cleane Momente mit heftigem, distortioniertem Riffgewitter ab 'Vanta', da tanzt, von der vokalistischen Ebenen aus betrachtet, man von gutturalen Exzessen hin zu cleanen Vocals das ganze Spektrum ab. Man kombiniert New Metal mit Metalcore, mit Mathcore, mit Deathcore und erhält dann 'Ivory' von Monuments um die Ohren geknallt. Alles, wirklich alles, sehr auf technisch hohem Niveau gespielt, sehr verstrakte und verschachtelte Songs - allgemein das Songwriting - und auch wieder ein Album, das Zeit, Musse und Geduld benötigt, um den Zugang hierzu zu finden. Klingt für mich sehr 'amerikanisch', das ganze Machwerk - positiv gedeicht - und zwar durchwegs. Abwechslungsreich, gesanglich eine Gratwanderung von zuckersüss bis bitterbös, riffig, beinahe fusion-funkige Bassläufe (nicht durchwegs, aber beim Reinhören wisst ihr schnell mal, was ich damit auszudrücken versuchte), ein wirbelndes Schlagzeug mit durchgezählten Patterns und Beats. Die Produktion ist klar und druckvoll, das mystische Coverartwork passt hervorragend zu den notationellen Songstrukturen. Also, kurz gesagt, nicht nur für 'Studierte' und 'Professoren/innen', sondern auch für den 'Normalo', ... wie mich ... irgendwie.
Leopold
  
Punkte:
7.7 von 10
BLAZE BAYLEY -
The Redemption Of William Black (Infinite Entanglement Part III)
2 LPs
Blaze Bayley Recording
Obwohl der ehemalige Shouter von Wolfsbane sowie der Teilzeit-Frontmann von Iron Maiden (1994 bis 1999) in den letzten Jahren keineswegs untätig war, nahm man ihn längst nicht mehr so wahr, wie noch zu Beginn der 2000er-Jahre. Die kompositorisch stärkste Solo-Phase ist halt schon eine Weile her und dauerte bis 2007, als der Bandname "Blaze" simpel durch den Vor- und Nachnamen des Briten aus Birmingham ausgetauscht wurde. Seither sind, das neue Werk «The Redemption Of William Black» eingeschlossen, sechs weitere Studioalben und auch einige Livedinger, darunter eine umfangreiche «Bootleg-Series» Reihe, erschienen. Trotzdem habe ich den werten Blaze schon lange mit totaler Ignoranz abgestraft, da die Qualität von «Silicon Messiah» (2000) oder «Tenth Dimension (2002) nie mehr erreicht wurde. Darum bekam ich mitunter auch den Beginn der «Infinite Entanglement» Trilogie ab 2012 nicht wirklich mit, die letztes Jahr mit «Endure And Survive (Infinite Entanglement Part II)» fortgesetzt wurde und nun aktuell ein weiteres Sci-Fi Metal Sequel erhält. Wiederum dringen auch hier deutliche Vibes der Eisernen Jungfrauen durch, getragen von starkem Guitar-Sound von Absolva-Klampfer Chris Appleton. Nebst flotteren Tracks gelangen, wie beim halbballadesken «Human Eyes», auch leisere Klänge ans Ohr. Die teils einleitend gesprochenen Speeches sind dem Konzept geschuldet, passen nicht immer und streifen zumindest so die Ecke Filmmusik etwas. Einige der schnelleren Tracks nutzen sich schneller ab als die, wo mehr Groove anzutreffen ist. Wer sich alle drei Alben der Trilogie hintereinander einverleibt, wird trotz diversen Highlights danach wohl eher wieder zu den beiden oben genannten Frühwerken greifen.
Rockslave   
Punkte:
7.5 von 10
ROAD WARRIOR - Power (CD)
Gates Of Hell Records
Rumplig riffiger Heavy Metal präsentieren das Südaustralische Trio Road Warrior auf ihrem Debütalbum. Die Webseite Metal Archives gibt bei der Herkunft gar Tasmanien an. Ob die Band von ihrem Exotenbonus profitieren kann, wird sich zeigen. Tatsache ist, dass die Lieder auf "Power" den Charme eines räudigen Hundes besitzen. Die acht Lieder wirken chaotisch und trotzdem strukturiert. Sie zeugen von einer hohen Musikalität und driften gar ein wenig in progressive Gefilde ab. Damit schaffen es Road Warrior, sich ein wenig von der Konkurrenz abzuheben. Die Lieder auf "Power" wollen nicht schön sein und sind es gerade deshalb. Wer Heavy Metal mit Ecken und Kanten sucht, liegt hier goldrichtig. Damit dürfte das Trio einen kleinen aber dafür eingefleischten Fankreis um sich scharen können. Wer authentischen Heavy Metal ohne Keyboards sucht, könnte mit diesem Album glücklich werden.
Roger W.   
Punkte:
7.5 von 10
REBELHOT - Uncomfortableness (LP)
Metalapolis Records/Phonag
Der vom italienischen Vierer gezockte Southern Rock zeugt fraglos von Liebe zum Detail und grosser Bemühung um Authentizität. Hierbei lassen die vier Musiker artverwandte Genres wie Blues, Funk, Boogie und Soul relativ geschickt einfliessen, so dass das Ganze zwar abwechslungsreich aber nie zerfahren klingt. Und obwohl in den Refrains neben den kompetenten Backing Vocals von Drummer Frank, Gitarrist Paul und Bassist Ze auch oft noch ein kleiner Gospelchor vernehmbar ist und in "Mad Train" die obligatorische Bluesharp die Pfeifen einer losfahrenden Dampflok imitiert, ist das Instrumentarium insgesamt schon fast asketisch aufs absolute Minimum beschränkt. Ich kann auf "Uncomfortableness" weder Keyboards noch gedoppelte Gitarren hören, nur ein Schlagzeug, einen Bass und eine Gitarre, fertig. Dazu hat die Truppe mit Husty einen Sänger in den eigenen Reihen, der zwar kein neuer Paul Rodgers oder Ronnie Van Zant ist, aber mit seinem sehr dezenten Biff Byford / Marc Storace - Timbre einen wirklich guten, soliden Job macht. Die zweite Scheibe von rebelHot (das ist tatsächlich die bandeigene Schreibweise) offeriert uns somit nichts Neues, aber das in guter Qualität und spürbar spritziger, enthusiastischer Spielweise. Wessen Herz beim Hören von Bandnamen wie Lynyrd Skynyrd, Rival Sons, ZZ Top, Rollings Stones oder Blackberry Smoke höher schlägt und sich diesen Sound auch etwas gemässigter vorstellen kann, der sollte hier unbedingt mal reinhören.
Mirko B.
  
Punkte:
7.5 von 10
GUARDIANS Of TIME - Tearing Up The World (2 LPs)
ROAR! Rock Of Angels Records
Die Norweger Guardians Of Time überzeugen auf ihrem fünften Album mit Liedern, die man mehrheitlich dem klassischen Power Metal zuordnen kann. Dabei tappen sie nicht in die Falle, ihren Sänger in hohen Klängen trällern zu lassen, die er nicht erreichen kann. Vielmehr wird die Musik mit einem erdigen, rumpligen Gesang unterlegt. Das macht zusammen mit dem guten Songwriting eine runde Sache. Zwar ist auch hier nicht alles Gold was glänzt, trotzdem schaffen es die Norweger, über weite Strecke nicht zu nerven. Dass sie dabei auch mal beweisen, dass sie auch ausserhalb der schnell gespielten Noten bestehen können, dient der Sache zusätzlich. Wer sich auf das Album einlässt, kann gar kleine Hymnen wie "Brothers Of The North", das groovige "Light Won't Shine" oder Titelsong mit Gastsänger Abbath entdecken. Damit schaffen sie zwar kein Weltklasse-Album, aber eines, an dem Power Metal-Fans ihre Freude haben werden.
Roger W.   
Punkte:
7.5 von 10
HORRENDOUS - Idol (LP)
Dark Descent Records
Drei Amis gründeten vor neun Jahren eine Band um die immer glattpoliertere Musiklandschaft mit neuer Flamme zu entzünden. So stehts jedenfalls in der Bio. Und mit einer Tüte Butterpopcorn in der Hand lässt sich diese Aussage sogar zu einem happy end geiseln. Denn das entrückte, irgendwie coole Fretless Bass Intro gibt schon mal den eher verkopften Pfad vor, die nachfolgenden sechs Songs plus Interludium verfolgen die selbe Marschrichtung und glänzen eigentlich mit entspannter aber technisch hochstehender Instrumentierung aller Beteiligten sowie einem warmen, nach Analogaufnahme tönenden Mix. Die Schallgrenze wird dabei genau einmal(!) für zehn Sekunden Blastbeat auf "Devotion (Blood for ink)" durchbrochen, ansonsten herrscht tiefenentspanntes bis leicht schnelleres Musizieren irgendwo zwischen Cynic und bekifften Atheist mit dominantem Bass. Eigentlich eine echt runde Sache, mich stört jedoch der rauh gekrächzte Gesang welcher zwar stabil ist, aber mit der dargebotenen Musik nicht mithalten kann. Aber des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud, den "Idol" ist eine dieser Progressive (Death) Metal Perlen die entdeckt und genossen werden wollen. Empfehlenswert, unbedingt reinhören!
Hardy    
Punkte:
7.5 von 10
AETERNUS – Heathen (LP)
Dark Essence Records
Album Nummer Acht der Norweger, welche uns einmal mehr die Dunkelheit schmackhaft machen wollen ist perfektes Futter für den kommenden Spätherbst. Auch wenn als Darkmetal angepriesen, so sind die Wurzeln des Black Metal unüberhörbar selbst wenn die Truppe meist in einem überschaubaren Tempo unterwegs ist. Teils melancholisch, teils disharmonisch und immer schön düster geht es über die 36 Minuten zur Sache, die jedoch meiner Ansicht nach nicht zwingend der breiten Masse schmecken wird. „Heathen“ ist weder für den Blitzkonsum noch für fröhliche Parties geeignet. Es werden keine Schlager-Refrains abgeliefert und eingängig ist das Werk bei weitem nicht. Was die Faszination an „Heathen“ ausmacht sind die Feinheiten, die teils wundervollen Gitarren-Melodien die aus dem „Getöse“ herausbrechen und genau dann wenn die Truppe in eine besinnliche Stimmung verfällt, kann sich „Heathen“ richtig entfalten. Bestes Beispiel dafür „Conjurning Of The Gentiles“ oder „Boudica“ welche ich als Anspieltipps gleich mal stehen lassen möchte. Ja „Heathen“ braucht seine Zeit bis es wirkt und man muss sich drauf einlassen und bestimmt auch eine Vorliebe für die Melancholie besitzen, daher kann ich nur empfehlen hört erst in aller Ruhe in das Werk hinein bevor ihr in die Dunkelheit hinab taucht.
R.K.   
Punkte:
7.4 von 10
OUTLOUD - Virtual Hero Society (Limited Edition, Red Vinyl, 2 LPs)
Rock Of Angels Records
Seit 2009 sind die Herren von Outloud im Geschäft und sind nun mit dem vierten Album am Start. Aber so richtig scheint sich eine Vorwärtsbewegung bei den Herren nicht abzuzeichnen. Sprich, man kann sogar von einer kommerziellen Stagnation sprechen. Das wird sich auch mit «Virtual Hero Society» nicht ändern. Die Songs sind ansprechbar, haben ein gewisses Hitpotenzial, werden aber (wieder) in der Flut der Masse untergehen. Der melodische (Power-) Metal findet sicher bei jüngeren Fans offene Ohren, aber Traditionalisten werden sich lieber eine neue Truppe suchen, die mit Dreck unter den Fingernägeln musiziert. Lieder wie «My Promise», «Virtual Heroes», «I Am The One», «World Go Round», «We Got Tonite» oder «Borrow Time» sind alles gute Tracks, die sofort ins Ohr gehen, aber leider dieses «ich-will-dich-nie-mehr-verlassen»-Flair vermissen lassen. Wäre eine solche Truppe in der «der-Metal-ist-tot»-Zeit ans Tageslicht getreten, es hätten sich alle die Finger danach geleckt. Aber die Mischung zwischen HammerFall und Freedom Call ist heute sicher hörenswert, aber leider auch austauschbar.
Tinu
  
Punkte:
7.4 von 10
OHRENFEINDT - Tanz nackt (LP&CD)
Metalville/Musikvertrieb
Die Kiez-Rocker aus St. Pauli sind wieder mit einem neuen Werk am Start. Ihr 8. Album heisst "Tanz nackt" und erfüllt alle Erwartungen der Fans. Bleibt natürlich auch zu hoffen, dass diese tolle Band weiter Zuhörer dazu gewinnen kann. Die Musik von Ohrenfeindt könnte Fans von AC/DC, Airbourne oder 9MM gefallen. Also geradeaus Rock ohne Gnaden, mit deutschen Texten. Diese handeln davon, wie man Porsches killt, Herzschmerz, Scheidung, Schmutzigen Worten und natürlich über das entblösste Tanzen von sexy Damen. Das ganze gibt es auch als Videoclip. Nein, man sieht nichts, ihr Ferkel und Ferkelinen. Immer schön verdeckt und züchtig. Im Gegesatz zu dem reibeisernen Gesang von Frontkrähe Chris Laut. Ohrenfeindt schaffen es einmal mehr das Feeling von St. Pauli rüber zu bringen, ohne ihren Stil zu ändern. Ein ganz unterhaltsame Platte.
Roxx   
Punkte:
7.4 von 10
ANAAL NATHRAKH - A New Kind Of Horror (LP)
Metal Blade/Sony
Zum bereits zehnten Mal schlagen uns Anaal Nathrakh ihre spezielle Mischung aus Industrial und Black Metal gehörig um die Ohren! Das neue Album hört auf den Namen "A New Kind Of Horror" und bezieht sich textlich auf den ersten Weltkrieg. Mit einer unangenehmen Geräuschkulisse startet das Intro "The Road To". Dissonant und mit einer unmenschlichen Stimme wird sich mit "Obscene As Cancer" der barbarischen Raserei hingegeben. Alle Trademarks, die man schon von früheren Veröffentlichungen her kannte, werden wieder ausgiebig eingesetzt, so auch der hymnenhafte Gesang! "Reek Of Fear" ist Industrial pur und die Vokills, die auch in einer Oper zum Einsatz kommen könnten, sind noch verrückter als zuvor. Leider sind die Drums so künstlich und ballern einfach sinnlos drauflos. Als Steigerung in Sachen synthtischer Drums muss "Forward" hinhalten, denn jetzt wird die Grenze zu EBM zeitweise überschritten. Was gelungen ist, sind die ruhigeren Parts. Schade auch, dass sich die Songs in der Ausführung auf's Haar gleichen und der einzige Unterschiede zwischen den Songs die kurze Pause und der andere Titel ist! "New Bethlehem -Mass Death Futures" ist auch nicht reich an Überraschungen, sondern setzt auf Altbewährtes! Mit Geballer und Karacho, wird "The Apocalypse Is About You" aus den Boxen gepresst. Der Übergang zu "Vi Coactus" ist fliessend und man wähnt sich noch im vorangegangenen Song.Mit einem geilen Riff startet "Mother Of Satan", leider legt sich wieder einmal, wie ein unheilvoller Nebel, diese Computerdruming über den ganzen Song! Schade! Auf Atmosphäre anstelle von Raserei wird in "The Horrid Strife" gesetzt, was zum ersten Mal ein wenig Abwechslung aufkommen lässt! Zum Schluss versuchen es Anaal Nathrakh mit Ruhe und Besonnenheit im Song "Are We Fit For Glory Yet (The War To End Nothing)" und dieser Song ist sicher der untypischte Song auf diesem Album. Leider schaffen es Anaal Nathrakh nicht, sich irgendwie neu zu erfinden und so bringt dieses Album keine neuen Erkenntnisse, sondern nur Altbekanntes!
Roolf   
Punkte:
7.3 von 10
SIR REG – The Underdogs
Despotz Records/Cargo
Die schwedische Band SIR REG, im 2010 gegründet, gehört zu der ‘new wave of Celtic-punk’ Bewegung und veröffentlicht schon ihr fünftes Studio Album. Ihre Musik ist ziemlich einfach zu beschreiben. Man mische die typischen Punk Rock Rhythmen mit einer fröhlichen und melodiösen Geigenmelodien und fügt einfache Lyrics über Gemeinschaft sowie verschiedene Geschichten hinzu und schon haben wir diese muntere und partyreiche Musik beschrieben. «The Underdogs» ist ein Album, welches zu einem gemütlichen Abend unter Freunden in einem Pub mit vielem kühlen Bier passt – fröhlich, lustig und unterhaltsam. Brendan Sheehys mit seinem irischen Akzent verleiht dem heiteren und geselligen Gesang noch einen coolen Touch obendrauf. Mich hat ihre Stilrichtung an ein Gemisch aus Dropkick Murphys und Alestorm erinnert – deshalb auch meine Anmerkung mit dem dazugehörenden Bier! Die ersten vier Lieder sind festlich, haben ergreifende Melodien und kurzgefasst – sie machen gute Laune. Oftmals sind in den Refrains oder im Hintergrund der Musik Rufe zu hören, was dieses Gemeinschafts- und Festgefühl nochmals unterstreicht. Der fünfte Track «Cairbre» ist ein reines Instrumental und hat meiner Meinung nach, durch die zentralen Pipes, die die Melodie übernehmen, Züge von Mittelaltermusik. Die Melodie ist anfangs schön und sinnlich. Durch die hinzukommende treibende Perkussion und das allgemeine Schnellerwerden der Musik wird’s dann wieder festlich. Das sechste Lied «Take Me To Your Dealer» lässt den Punk Rock klar hervortreten und zeigt schon am Titelnamen schön, wie ihre Songtexte ziemlich in Richtung ‘erzählerisch’ und ‘komisch’ gehen. «Sinner Of The Century» als letzter Track fällt ein bisschen aus dem Konzept des Gesamtwerks. Das Lied beginnt mit einer schönen Flötenmelodie begleitet von Akustikgitarren und baut sich immer mehr auf. Dazu entwickelt sich der Song zu einem sehr schönen Duett, mich erinnert die Melodie irgendwie an die ruhigeren Gotthard Lieder. Allgemein ist zu sagen, dass SIR REG mit ihrer Musik aufheitern und Freude bereiten. Es ist überhaupt nichts kompliziertes, einfach simpler melodiöser Punk Rock.
Sina
    
Punkte:
7.3 von 10
GREEN DEATH - Hallowmass (CD)
Combat Records
Green Death ist eine Heavy Metal-Band aus Iowa, die klassischen Metal mit Thrash, Groove und einer Spur Death Metal würzt. Ihr dritter Silberling mit dem Namen "Hallowmass" wartet nun auf viele interessierte Hörer. Musikalische Abwechslung ist folglich ein hohes Gut, das Green Death sehr behutsam zu schützen wissen. Während zu Beginn des Albums vermehrt klassischer US-Metal mit einigen rasiermesserscharfen Gitarren angeboten wird, darf es im weiteren Verlauf auch mal ruhiger zugehen, ohne dass die Power und der Druck verloren geht. Die Truppe aus Des Moines bietet viele Facetten ihres Könnens auf dem vorliegenden Werk an. Einmal krachend abgebrüht bei "The Betrayed" oder mehr verspielt wie auf "Bad Omens" gut zu hören ist. Dazwischen bieten die Amerikaner immer wieder Instrumentals "Lament", "Messis Diaboli" an, die entweder als Pause oder als Intro zum nächsten Stück dienen. Das Material ist wirklich gut, das Album ist ein mehrfacher Grenzgang zwischen klassischem Metal und diversen anderen Subgenres. Die Darbietung in Sachen Gitarrenarbeit, Groove und Gesang lässt nur wenige Wünsche offen, wobei vielleicht einige bei den Vocals Abstriche machen könnten. Diese wirken nämlich zeitweilig etwas verloren und allzu harmlos. Fans von Vicious Rumors und Sacred Reich sollten aber wissen, wem sie den nächsten Lauschangriff widmen!
Oliver H.
    
Punkte:
7.3 von 10
A FOREST OF STARS - Grave Mounds And Grave Mistakes (2 LPs)
Lupus Lounge/Prophecy Productions
Mit dem mittelalterlichen Instrumental "Presistence Of All" öffnen A Forest Of Stars die Wundertüte zu ihrem fünften Album "Grave Mounds And Grave Mistakes" und mit Obskurem wird nicht gespart. Folkig und mit einem Hauch von Mittelalter, geht es mit "Precipice Pirouette" weiter. Während sich der Drummer um den Verstand trommelt, werden als Kontrast dazu immer wieder liebliche Klänge geboten. Als sehr sonderbar, kann der Gesang oder besser das Gesagte bezeichnet werden! Wenn dann alle miteinander musizieren, dann ist das Chaos komplett! Mit dissonanten und sehr synthetischen Klängen werden wir augenblicklich mit "Tombward Bound" von der Vergangenheit in die Zukunft bugsiert! Als Spielwiese dient jetzt das Weltall! Der Text wird vom Sprecher wie in einer Theateraufführung dramatisch inszeniert. Das ist ein Hörspiel und kein Musikstück im eigentlichen Sinne. Sehr, sehr speziell! Mit mystischen Flötenklängen geht es mit "Premature Invocation" ruhig zur Sache. Das hört sich wie ein Soundtrack zu einem Dokumentarfilm an, zumindest solange der Schalter auf ruhig gestellt ist. Ein kurzer Ausbruch von Geschwindigkeit wird aber schnell wieder eingedämmt, und so ist es abermals der Sänger/Sprecher, der seiner mehr als extravaganten Performance immer noch eins drauf setzt! Konfus und verwirrend, beginnt "Children Of The Night" und der stetige Wechsel von hart zu zart und wieder umgekehrt wird bis zum Exzess zelebriert. Für mich will diese Band einfach zuviel! Richtig romantisch und ohne Hektik, kommt "Taken By The Sea" aus den Boxen und wird von einer bezaubernden Sängerin sehr gekonnt dargeboten. Bis jetzt, für mich mit Abstand, der beste Song! "Scripturally Transmitted Disease" ist ein Song, der rasend schnell ist und im Chaos zu versinken droht! Leider ist auch hier wieder der Sänger/Sprecher, der auffällt und das nicht gerade positiv! Folkig wird das Album mit "Decomposing Deity Dancehall" beendet. Speziell in diesem Song ist der Synthie, der den Song in eine andere Umlaufbahn schickt! Der Ideenreichtum ist wirklich beachtlich, aber die Umsetzung leider nicht immer so toll und so ist das Gesamtpaket am Ende nicht wirklich zwingend!
Roolf
 
Punkte:
7.2 von 10
SACRAL RAGE - Beyond Celestial Echoes (LP)
Cruz Del Sur Music
Die vier griechischen Thrasher von Sacral Rage kündigen ihren dritten Longplayer "Beyond Celestial Echoes" an. Obwohl einige der Meinung sind, dass die glorreichen Tage von Metal hinter uns liegen, setzen Sacral Rage ein klares Zeichen dagegen. Sie zeigen auch eindeutig, dass nicht nur klassische Bands im Stande sind, ihren Beitrag zu guter Musik zu leisten. Schon ihr Zweitling "Illusions In Infinite Void" vermochte eine breite Masse zu begeistern. Jetzt sind sie wieder zurück mit ihrem neusten Baby im Arm, das noch schneller und beeindruckender ist als der Vorgänger. Das Typische an Sacral Rage sind die unverkennbar technisch, schnellen Gitarrenriffs, die auch nicht selten etwas abgespaced daherkommen, sich dann aber wieder zu klassischen Speed Metal-Riffs formieren. Die Jungs sind angeblich schwer durch Annihilator beeinflusst, lassen aber auf "Beyond Celestial Echoes" auch Passagen durchkommen, die eher Anlehnung bei Bands wie Voivod oder DBC finden. Eine klare Zuordnung lässt sich über die acht Songs sowieso nicht machen, da die Verrückten Dance-Einflüsse mit 70er Progressive Rock, Space Rock und frühem europäischen Power Metal paaren. Es ist eine tierisch wilde Mischung, die man entweder mag oder eben nicht. Genauso ist es mit der Stimme von Frontmann Dimitris K., die irgendwo zwischen Mike Muir (Suicidal Tendencies) und Michael Kiske (Helloween) anzusiedeln ist. Wirklich apokalyptisch und doch eher atypisch für ein Thrashalbum wird es mit dem 15-minütigen Schlussepos "The Glass". Ob besonders ausgefeilt oder doch einfach zu viel gewollt, das liegt ganz im Auge des Musikhörers. Wer aber auf klassische Sci-Fi-Comics à la "Captain Future" steht, muss das Album allein schon wegen des Coverartworks kaufen!
Oliver H.  
Punkte:
7.2 von 10
ENEMY INSIDE - Phoenix (Splatter Vinyl 2 LPs)
ROAR! Rock Of Angels Records
Enemy Inside aus dem bayrischen Aschaffenburg ist eine ganz frische Band, die sich erst 2017 gegründet hat und nun mit "Phoenix" ihr Debütalbum vorlegt. Sängerin Nastassja Giulia und Gitarrist Evan K. (Mystic Prophecy, Exit Eden) haben sich an der Popakademie kennengelernt und begonnen, gemeinsam Songs zu schreiben. Heraus kam nun die hier vorliegende Scheibe. Zehn Songs (plus "Summer Son", Texas-Cover), die sich stilistisch irgendwo zwischen Lacuna Coil und Evanescence bewegen, ohne jedoch nur als billige Kopie zu wirken. Bereits beim Opener "Falling Away" macht die Band ganz klar, was von Phoenix erwartet werden kann. Harte Riffs, die sich meistens im Mid Tempo-Bereich zuhause fühlen und die teilweise einen Kontrast zu den kraftvollen und sehr gefühlvollen Vocals der Frontfrau bilden. Auch wenn man zwischenzeitlich vielleicht geneigt ist etwas abzuhängen, reissen die oft eingängigen Refrains einem wieder aus der Trance. Besonders hörenswert finde ich die Ballade "Doorway To Salvation", die mit Serenity-Frontmann Georg Neuhauser eingesungene wurde, die hardrockige Hymne "Angels Suicide" und das stark an Evanescence angelehnte "Dark Skies". Mit "Summer Son", einer Coverversion der schottischen Band Texas, findet sich zudem ein toller neuinterpretierter Hit auf dem Album, der vielleicht nicht nur Metal-Infizierte auf sich aufmerksam macht und sich hervorragend in das Albumkonzept einfügt. Wie bereits schon kurz erwähnt, könnte Phoenix der Hörerschaft allerdings nicht lange in Erinnerung bleiben, da die Songs in Sachen Tempo und Songstruktur alle doch sehr ähnlich klingen und vielleicht ein wenig mehr Abwechslung am Platz gewesen wäre. Diese Kritik schmälert aber nicht die Tatsache, dass Enemy Inside mit "Phoenix" ein beachtliches Debüt hingelegt haben, das das Potential der Band widergibt, welches sicherlich noch lange nicht ausgeschöpft ist.
Oliver H.  
Punkte:
7.2 von 10
PROFESSOR BLACK - I Am The Rock, LVPVS, Sunrise
High Roller Records/Musikvertrieb
Chris Black, seines Zeichens Frontmann der eher kantenlosen chicagoer Heavy Rock-Band High Spirits, wagt ein interessantes Experiment. Da seine musikalischen Visionen bei weitem nicht alle zu besagtem Hauptact passen, veröffentlicht er über High Roller Records kurzerhand gleichzeitig drei Scheiben unter dem Professor Black-Banner, die sich allerdings wesentlich voneinander unterscheiden.

Bei "I Am The Rock" ist der Fall eigentlich sonnenklar. Schriftzug, Artwork, Album- und Songtitel sowie natürlich die Songs selbst sprechen eine einzige, deutliche Sprache, und die heisst Motörhead. Hier huldigt der gute Chris mehr als offensichtlich Lemmy, dessen Todestag sich bald bereits zum dritten Mal jährt. Natürlich erreicht das Songmaterial hier nie und nimmer die wüste Knarzigkeit von Motörhead, dazu fehlt es vor allem Chris selbst, der übrigens neben dem Gesang noch den stark verzerrten Bass und die Drums eingespielt hat, am essentiellen Warzen-Faktor in der Stimme, den einfach nur Lemmy innehatte. Da das ganze zudem etwas dünn abgemischt worden ist, klingt es in Kombination mit Chris" sauberen Vocals irgendwie wie Motörhead in salonfähig. Dennoch haben die Nummern durchaus ihren Reiz und machen zweifellos Spass.

Im Vergleich dazu ist danach "LVPVS" (Lat. Wolf) ein wirklich krasser Stilbruch. Vier Songs, jeder exakt 11:06 Minuten lang (entspricht übrigens jeweils genau 666 Sekunden, welch ein Zufall), verlangen einiges an Geduld und Toleranz ab. Diesmal rein instrumental unterwegs, tobt sich hier Meister Black offensichtlich schlichtweg musikalisch aus und versucht sich in überlangen Tracks, die sich irgendwo zwischen Ambient, Space Rock, Gary Numan - Huldigung, synthielastigem Prog Rock und Achtzigerjahre B-Movie Soundtrack bewegen. Auch wenn der eine oder andere Lichtblick erscheint und die Tracks wirklich eine spezielle Stimmung verbreiten, ist dies am Ende des Tages doch eine insgesamt sehr langatmige Angelegenheit, deren Sinn sich mir nicht wirklich erschliesst. Naja, wenn's ihm gut tut, sei es ihm gegönnt.

"Sunrise" schliesslich sorgt bei mir für eine zumindest mittelgrosse Überraschung. Laut Labelinfo zollt hier Chris Black einigen seiner Metal - Heroen Tribut, namentlich Blackie Lawless (W.A.S.P.), Ace "Quorthon" Forsberg (Bathory) und, sieh an sieh an, Rolf Kasparek (Running Wild). Und bei dieser Scheibe muss ich feststellen, dass hier Chris Black wirklich seine zweite musikalische Heimat gefunden hat. Die Songs sind episch und verfügen über eine atmosphärische Dichte und Wärme, wie man sie beispielsweise von Monte Pittman kennt. Und die vordergründig seltsam anmutende Kombination W.A.S.P., Bathory, Running Wild funktioniert erstaunlich gut, da sich Black ausschliesslich auf deren epische Elemente konzentriert; Manowar hätten diesbezüglich auch ganz gut in diese Einteilung gepasst. Für mich geht somit "Sunrise" ganz klar als Sieger aus diesem Trio hervor, dicht gefolgt von "I Am The Rock". "LVPUS" bildet ob seiner experimentellen Ausrichtung das eher weit abgeschlagene Schlusslicht.
Mirko B.   
Punkte: 6.8 / 5.0 / 8.0
ALKYMIST - Alkymist (LP)
Indisciplinarian
Mit 'Alkymist' begehen die gleichnamigen Dänen aus Kopenhagen ihr Debütwerk, abgesehen von einer vorangegangen EP. Man hat sich dem Doom-Metal verschrieben, mit 6 Tracks, zum Teil sehr langen Epen, welche eine wunderbare Berg- und Talfahrt darbieten. Hä? Ja, der Vierer schwört auf Abwechslung im Songwriting sowie sehr langen Tracks, was mich wiederum begeistert, denn man kostet jeden gespielten Ton voll aus, man verziert jeden einzelnen Ton in ein langsames Spektrum eines Sounduniversums. Ja, man erzählt epische Geschichten, untermalt mit melodiösem, schwerem, melancholischem und heftigem Doom-Metal. Nun, was findet man denn auf 'Alkymist'? Well, teils avantgardistisch-atmosphärischen Parts, sehr schleppende Klangqualitäten, aber zuweil auch etwas forsches und treibendes Drumming, ruhige, gespenstische und mystische Sphären, cleane Voices bis zu beinahe erzwungene und verkrampfte Vocals, cleane Soundmomente gepaart mit heftig-schweren Gitarrenriffs, melodiöse Soli. Alle 6 Songs sollten mal angetestet werden, denn auch hier ist eine unglaubliche Brandbreite an Soundklängen, die auf einen Niederprasseln. Man wird nie alles gleich beim ersten Hinhören in sich hineinsaugen können, denn 'Alkymist' ist ein Album, welches Zeit, Geduld und Tiefenentspanntheit von einem verlangt, ... ja, ich weiss, in der heutigen Zeit beinahe ein 'Unding', sind nun mal meine Eindrücke davon. Ein ebenfalls ein nicht-auf-den-Soundstil-fixiertes-Cover-Artwork, druckvolle und klare Produktion runden diesen dänischen Erstling ab. Etwas von Celtic Frost, Black Sabbath, Candlemass, Saint Vitus und weiteren doomigen Zeitgenossen, als Anhaltspunkte. Wie gesagt, Zeit ist die Musse bei diesem Erguss schwerfälligen Metals.
Leopold   
Punkte:
7.0 von 10
VULCAIN - Vinyle (Shaped Double Vinyl, Limited Edition, 2 LPs)
Season of Mist/Irascible
Ja nee, is Lemmy etwa aus dem Grab auferstanden? Was nach dem feuchten Traum aller Klischee-Metaller klingt, ist nur bedingt wahr. Fakt ist, dass der Sänger von Vulcain eindeutig Tendenzen in die Richtung der ehemals berühmtesten Warze dieser Welt aufweist. Weniger kauzig, knarzig und etwas eingängiger, aber man dürfte sogleich wissen, was ich meine. Der Sound geht ebenfalls in die Motörhead-Richtung, ist aber auch etwas eingängiger und noch etwas rock'n'rolliger als die offensichtlichen Vorbilder. Mehr gibt's nicht zu sagen, wer eine musikalische Hommage benötigt, der bekommt sie mit "Vinyle".
Toby S.  
Punkte:
7.0 von 10
VANHELGD - Deimos Sanktuarium
Pulverised Records
Auch auf ihrem fünften Album ziehen die Schweden ihr "old school death metal mit doom einschlag"-Ding gnadenlos durch. Und das Ganze darf einmal mehr als gelungen bezeichnet werden. Cool, homogen, druckvoll, leicht obskur sowie dann und wann ein kleines Highlight. Was sie machen hat immer Hand und Fuss. Die Kompositionen sind schlüssig, die Instrumente kompetent eingespielt und der Gesamteindruck kommt ohne Modernitätsfirlefanz oder übersteuerten Mix-Pegeln aus, vorbildlich. Zumindest wenn du auf bewährte Kost abfährst, unübliche Songstrukturen Panik auslösen könnten oder Abweichungen von der Norm deinen Tag versauen. Denn bis auf auf den Track "Profaned is the blood of the covenant" vermögen Vanhelgd selten aufhorchende Akzente zu setzen, bieten sich sich aber durchgehend als grundstabile Energielieferanten mit Herz an. Eine dieser Platten die mich eigentlich nicht komplett überzeugen, aber trotzdem immer wieder mal gerne aufgelegt werden weil sie mir gute Gefühle bescheren. Reinhören und selbst entscheiden!
Hardy   
Punkte:
7.0 von 10
SHELTON/CHASTAIN - The Edge Of Sanity - 88 Demo Session (EP Vinyl)
Pure Steel Records/Musikvertrieb
Dass man so schnell Kapital aus dem Tod von Mark Shelton (Manilla Road) machen würde, überrascht sogar mich. Für wohl nur ganz Wenige hat Mark einen Legendenstatus schon zu Lebzeiten gehabt, der mit seiner Epic-Metal-Truppe Manilla Road den Metal-Zirkus farblich veränderte. Zusammen mit David Chastain erscheinen nun drei Tracks aus einer Session, die 1988 abgehalten wurde. Eigentlich sind es vier Tracks, wobei «Orpheus Descending» zwei Mal zu hören ist, der zweite Teil eine Extended-Version ist und über 21 Minuten dauert. Klassischer US-Power-Metal bietet uns das Duo, das soundtechnisch aber sehr rumpelt. Wer eine glasklare Produktion erwartet, wird sich getäuscht sehen. Für Freunde von kernigem Metal, wird diese EP ein gefundenes Fressen sein. Wer allerdings bis jetzt keine Chastain-, oder Manilla Road-Scheibe sein Eigen nennt, wird sich auch durch «The Edge Of Sanity» nichts ändern.
Tinu  
Punkte: keine Wertung
FVZZ POPVLI - Magna Fvzz (Limited Edition, Splatter Vinyl, LP)
Heavy Psych Sounds Records
Die römischen Feinde des "U" (dieser Buchstabe wird in den Titeln konsequent gemäss der antiken römischen Schreibweise durch das "V" ersetzt) lassen nichts anbrennen und schieben gerade dreizehn Monate nach Veröffentlichung des Erstlings "Fvzz Dei" den Nachfolger nach. Neuerungen, Überraschungen oder gar eine musikalische Neuorientierung kann ich nicht vermelden, hätte mich auch überrascht. Lediglich im über zwölfminütigen Instrumental "Magna Fvzz" wagt die Band das Experiment, den Zuhörer unter Zuhilfenahme von Giöbia-Tastenmagier Bazu in die weiten Sphären des unendlichen Alls zu entführen, indem sie zu gleichen Teilen Soundelemente von Hawkwind und frühen Pink Floyd einsetzt. Gerade dieser eine Song ruft mir schmerzhaft in Erinnerung, was mir schon beim Debüt sauer aufstiess. Das von Anfang an anvisierte Konzept des Powertrios geht gut auf. Auch wenn man produktionstechnisch ein paar Kohlen mehr hätte nachschieben können, braten Gitarre und Bass ganz ordentlich, und auch kompositorisch stimmt die Balance zwischen Heavyness und cooler Fuck U - Attitüde. Nur wenn Gitarrist Francesco "Pootchie" Pucci seinen Mund zum Singen öffnet, dann, ja dann scheiden sich die Geister. Viele Rezensenten finden offensichtlich an diesem nasalen, nach Ozzy im Quadrat klingenden Gesang Gefallen. Ich hingegen finde, dass diesbezüglich das Trio über den grünen Klee gelobt wird, denn dieser Gesang wird weiterhin polarisieren und dafür sorgen, dass Leute diese Band links liegen lassen werden, obwohl sie deren Musik eigentlich mögen. So überrascht es dann nicht, dass ausgerechnet der bereits erwähnte, überlange Titelsong das absolute Highlight des Albums darstellt und eine Ahnung davon abgibt, welches Potential in dieser Band steckt. Dass beispielsweise das Outro von "Cherry Bowl" an die selige Frühphase von Rush erinnert, ist ja eigentlich eine klare Ansage, oder? Jungs, überdenkt euer Power Trio - Konzept und holt euch einen etatmässigen Sänger in die Band, oder wandelt euch alternativ dazu zu einer italienischen Version von Karma To Burn um.
Mirko B.  
Punkte:
6.9 von 10
DUNBARROW - II (Colored LP)
RidingEasy Records
Die Norweger Dunbarrow sind Old School as Fuck, daran gibt es erstmal nichts zu rütteln. Wie man es immer nennen mag, Proto Doom, Retro Rock oder doch einfach nur Rock'n'Roll, ist heute eigentlich gleich egal wie damals in den späten Sechzigern, als es diese ganzen Kategorisierungen noch nicht gab und vieles einfach unter dem Label "Pop Musik" lief. Genau auf diese musikalische Epoche beruft sich das Quintett, und macht dies auch sehr gut. Das Klangbild der zweiten Dunbarrow - Langrille entspricht beinahe perfekt jenen oft unperfekten Aufnahmen von damals, sehr organisch, lebendig, mit Ecken und Kanten, beinahe wie eine Liveaufnahme. Der Grundtenor der Songs ist dabei düsterer, eher traditioneller, sehr schwach verzerrter Occult Rock, der sich viel mehr in der Blutlinie von Black Widow oder Coven befindet als im mit schweren Riffs beladenen Doom Rock der Marke Black Sabbath. Dennoch hat diese Scheibe einen kleinen Makel. Obwohl man sich redlich um Abwechslung bemüht und diese auch durchaus erreicht, sich dabei sogar ein Bisschen in der Led Zeppelin - Grabbelkiste bedient ("Ode To The Moon"), fehlt dem Album dieser eine Song, der sich im Ohr festbeisst, diese eine Hookline, die einen nicht mehr loslässt, dieser eine Refrain, den man nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Kurzum: Die Songs sind gut, die Darbietung stimmt, die Dynamik bringt Leben ins Spiel, aber am Ende des Tages bleibt nicht viel davon hängen, weil eben dieser eine Dunbarrow-Signature-Song fehlt. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden.
Mirko B.  
Punkte:
6.9 von 10
THE AMITY AFFLICTION – Misery
Roadrunner Records/Warner
Ist es eigentlich Mode geworden, dass alle Core Bands immer verweichlichter werden? Angefangen mit BMTH oder Suicide Silence und jetzt kommt The Amitiy Affliction auch noch dazu. „Misery“ ist das neuste Werk der australischen Post-Hardcore Band und es ist, wie schon zuvor angemerkt, viel weicher als die vorherigen Alben der fünfköpfigen Gruppe. Der erste Song „Ivy (Doomsday)“ beginnt mit Klavier, leichten Elektroeinflüssen und sanftem, klaren Gesang. Der Refrain schlägt dann schon um in leicht gescreamten Gesang, jedoch auch nichts Spektakuläres. So als Einleitung in das Album geht das voll in Ordnung, man muss ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen.
Der nächste Song „Feels Like I`m Dying“ geht im selben Stil weiter. Als Auftakt zum Refrain dient ein kurzer Growl, der richtig geil hätte sein können, wäre er nicht von einer Elektroeinlage unterbrochen worden. WAS SOLL DAS??? Die kommenden Lieder sind relativ simpel zu erklären: viel Clean-Gesang, Elektromusik. „Black Cloud“ klingt da schon etwas vielversprechender. Der Anfang beginnt schneller, rauschender. Beim Gesang wechseln sich Clean und Growl regelmässig ab, so klingt das doch schon viel besser! Auch passen hier die Elektroeinflüsse viel besser rein, da das ganze Lied viel Härter ist und sie so nicht so erschreckend herausstechen sondern mit dem Rest harmonieren. Der Rest des Albums ist dann wieder gleich aufgebaut wie zuvor. Meinem Geschmack nach viel zu ruhig, da bin ich definitiv ein Fan der früheren Werke.  Es ist wohl nicht allzu schwer zum herauslesen, dass ich nicht sehr begeistert von „Misery“ bin. Da ich aber nicht über den Musikgeschmack von jeder Person entscheiden kann, ist es von Vorteil erst reinzuhören.
Zoé  
Punkte:
6.8 von 10
SAPPHIRE EYES - Breath Of Ages (CD)
The Junction
AOR-Rock in Reinkultur war noch nie mein Ding, ausser wenn den Gitarren der nötige Raum gegeben wurde. Sind die Keyboard dermassen im Mittelpunkt und gehen die Refrains über den zuckersüssen Rand hinaus, dann bekundete ich oftmals Mühe. Sapphire Eyes stammen aus Schweden und stehen unter den Fittichen von Niclas Olsson (Alyson Avenue). Die Strukturen sind klar vorgegeben und werden durch Gastbeiträge verfeinert. So singt Anette Olzon (ehemals Nightwish) bei «I Won't Leave With A Lie» mit. Dieser Track hätte locker auf einem achtziger Filmsoundtrack stehen können. Herzschmerz und viel Emotionalität wird geboten. Als Gegenstück rockt «Chasing Dreams» aus den Boxen, das mit weniger Keyboard und mehr Gitarren ein richtig geiler Hit hätte werden können. Ebenso «Wherever You Go», das eine coole Halbballade ist. Daneben ist vieles, das man sich anhören kann, aber nicht muss. Und wenn der beste Track der Abschluss mit einer Rockversion von «I Won't Leave With A Lie» ist, hat man auch schon fast alles über dieses Album gesagt.
Tinu
 
Punkte:
6.5 von 10
THE PINEAPPLE THIEF - Dissolution (LP)
KScope/Irascible
Als ich den Bandname The Pineapple Thief (TPT) gelesen habe, dachte ich mir, ihre Musik wäre sicher munter und aufheiternd. Dem ist definitiv nicht so! Die Art-Rock / Progressive Rock Band aus Grossbritannien liefert uns mit «Dissolution» ein thematisch tiefgründiges, musikalisch sinnliches und sehr melancholisches Werk. Ihre Lieder sind beruhigend und regen durch ihre eher sanften Melodien sowie durch ihre Lyrics, in denen sie regelmässig Rhetorische Fragen über diverse Themen stellen, zum Nachdenken an. Als Einstieg verwendet TPT mit dem zwei minütigen Intro «Not Naming Any Names» ein sehr schwermütiges Klaviermotiv in Kombination mit ruhigem, fast schon träumerischem Gesang. «Try As I Might» beginnt mit einer packenden Melodie, die in einen dynamischen, sanften Refrain übergeht und in der Bridge ein schönes, zur Stimmung passendes Gitarrensolo aufweist. TPT hinterlässt den Eindruck, dass sie mit dem Motto "weniger ist mehr" arbeiten. Insbesondere in den Gitarrensoli ist dies bemerkbar. «Far Below» ist meiner Meinung nach ein sehr gut gelungenes Stück. Es ist rockiger als die restlichen Songs und bildet mit einem ergreifenden Gitarrenriff und einem sinnlichen mehrstimmigen Outro einen Rahmen um einen schönen Refrain und eine sehr fesselnde Bridge. Diese beinhaltet jazzige Elemente und baut sich stetig auf, verarbeitet Motive und hebt den Progressive Rock deutlich hervor. Die Stimme des Sängers und Gitarristen Bruce Soord ist sehr ruhig und gefühlsbetont, passend zum Gesamtwerk. Leider muss ich doch sagen, dass sie mir zum Teil zu monoton erscheint, mit dem Gesang wird nicht viel gespielt bzw. Betonungen gesetzt. Im Allgemeinen ist die Musik des neuen Albums «Dissolution» sehr eindringlich und zum Teil in einen Art Trance versetzend. Ich persönlich denke jedoch, dass das Gesamtwerk fast schon zu eintönig ist - ein bisschen mehr Abwechslung hätte die Musik noch um einiges spannender machen können.
Sina 
Punkte: 6.5 von 10
RISE OF THE NORTHSTAR - The Legacy Of Shi (2 LPs)
Nuclear Blast/Warner
Zum Ende des Jahres 2018 hin lassen auch die Franzosen von Rise Of The Northstar wieder mal etwas von sich hören. Zuletzt gaben sie sich mit dem retrospektiv langatmigen Album "Welcame" von 2014 die Ehre. Was über die Jahre an Erfahrungen gesammelt wurde, fliesst nun in den aktuellen Longplayer "The Legacy Of Shi" ein. Wenn man nicht nur die Musik als Massstab nimmt, dann ist ROTN eine richtig gute Band, wobei die Männer noch lange nicht ihre Essenz auf Platte gebannt, sondern erst einmal die Marschrichtung vorgeben. Das Vermarkten ist ihnen im Blut, den Japan-Einfluss leben sie überzeugend und auch das platte Gepose beherrschen sie wie die ganz Grossen. Musikalischen gesehen ist aber zumindest das erste Drittel des Albums kaum spannender als ein Butterbrot. Zur Mitte hin heisst es aber dann für Liebhaber von Hardcore-Metal und HipHop genau hinhören, denn da geht's erstmals richtig rund. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass Sänger Vithia noch immer kein Wort Englisch kann und die Songs stets auswendig lernt. Es ist einfach ein Brett und wer achtet dabei schon auf den Text. Gang Shouts, Breakdowns, Riffs en masse und gute Melodien, die immer wieder eine Spur an Pantera erinnern. Bei "This Is Crossover" ist der Name wahrlich Programm. Souverän wildert man in 80er Thrash Revieren, springt zurück in Hardcore-Gärten und pumpt und ballert dem Hörer eine fette Faust aufs Schädeldach. Hier zeigen die Herren echte Grösse aber für meinen Geschmack zündet die Aggro-Rakete viel zu spät und der lupenreine französische HipHop hat bis dahin bereits zu sehr seine Spuren hinterlassen. Auch das orkanartig, knackig produzierte "All For One" kann diese Tatsache nicht ungeschehen machen und so bleibt das Album "The Legacy Of Shi" bloss Durchschnitt mit ein paar Lichtblicken. Wer sich aber mehr mit der Vermarktung der Band auseinandersetzen möchte, dem sind einige Musikvideos zu empfehlen, denn insbesondere die älteren Songs sind teilweise sehr cool inszeniert und umgesetzt worden.
Oliver H. 
Punkte: 6.1 von 10
CREDIC – Agora
Green Zone Music
Abgesehen vom hohen Norden scheint sich der Melodic Death Metal auch bei unserem Nachbarland Deutschland sehr wohl zu fühlen und besorgt uns immer mal wieder mit neuem Kraftfutter. Credic aus Stuttgart ist dabei wohl nicht der prominenteste Name, doch was die Jungs hier mit „Agora“ abliefern ist grundsätzlich ein angenehmes Programm, wenn auch drastisch inspiriert von den kälteren Regionen Europas. Besonders Dark Tranquillity scheint bei den Herren mächtig Eindruck gemacht zu haben, was leider ein wenig die Eigenständigkeit einschränkt. Was ich jedoch Credic hoch anrechnen muss, das Material wirkt nie kitschig oder driftet derart in die Zuckerwatte ab, wie das letzte Dark Tranquillity Album „Atoma“, dies erfreut mich schon mal ungemein. Besonders wenn die Herren mal das Tempo steigern wie bei „Highspeed Claustrophobia“ und „Outbreak Of The Unknown“ oder stampfend mit „Alternate Ending“ und „The Masquerade“ durch die Lauscher marschieren macht „Agora“ mächtig Laune. Jedoch wird der Spass auch durch Mittelmässige Songs und einem langweiligen „Mind Over Matter“ ausgebremst. Schade denn Potential wäre vorhanden, was die besseren Nummern klar verdeutlichen, doch reicht es noch nicht aus um klar aus dem Schatten des Mittelfeldes empor zu ragen. „Agora“ ist sicherlich für jeden Freund des Melodic Death Metal ein gut verdaulicher Happen, auch wenn die Scheibe keine Zwangsanschaffung ist, so hat es die Band durchaus verdient auch mal angehört zu werden.
R.K.     
Punkte: 6.0 von 10
BLACK ALICE - Sons Of Steel (Re-Release CD)
Karthago Records / Soulfood
Nachdem letzten Monat die Wiederveröffentlichung des Debüts "Endangered Species" (1983) der Australier Black Alice bei mir relativ gut abgeschnitten hat, sieht es diesmal mit der 1988 veröffentlichten Nachfolgescheibe anders aus. Die Truppe hatte sich 1984 nach der EP "No Warning" aufgelöst, raufte sich aber vier Jahre später wieder zusammen, um den Soundtrack für das australische Science Fiction - Musical "Sons Of Steel" zu liefern. Was dabei herausgekommen ist, wird uns heute als "hervorragendes Rock Musical" verkauft. Nun ja, ich bin eher der Meinung, dass sich die Band damit etwas zu viel vorgenommen hat, denn dieses Album ist irgendwie weder Fisch noch Vogel. Ist eigentlich auch wenig verwunderlich, wie sollte man Geschichten wie "Hair", "The Rocky Horror Picture Show", "Tommy", "Grease", "The Wall" oder "Little Shop of Horrors", allesamt Jahre zuvor erschienen, auch toppen? Songs wie die eröffnende Stadionrock - Nummer "Something In The Air", der typische Aussie - Rock'n'Roller "You And Me" (Bonustrack) oder der straighte Titelsong gehen eigentlich ganz in Ordnung. Aber alles andere dazwischen ist entweder balladesk, eher uninspiriert oder einfach zu gewagt. "Walk In The Blues" beispielsweise swingt ganz lässig inklusive Bläsertruppe, aber Metal geht definitiv anders, "Mr. System" nervt mit seinem Reggae - Groove und der zweite Bonustrack "The Burn" langweilt mit seinen penetranten Spoken Word Passagen. Glücklicherweise befindet sich aber gerade dieser Track als Instrumental nochmal am Schluss des Albums, und siehe da, so funktioniert er plötzlich! Auch wenn es handwerklich nichts zu bemängeln gibt, war hier die Band insgesamt wohl etwas zu überambitioniert, da wäre ein vom Stil her ähnlicher Nachfolger von "Endangered Species" der klügere Schachzug gewesen.
Mirko B.
  
Punkte: keine Wertung

HEAVEN'S TRAIL - Lethal Mind (Red Vinyl)
Escape Music/Non Stop Music
Ex-Jaded Heart-Mitglied und Gitarrist Barish Kepic hat eine neue Band am Start. Mit dabei sind Jaded Heart-Bassist Michael Müller und die beiden (Ex-)At Vance- und Masterplan-Mitglieder Kevin Kott am Schlagzeug und Rick Altzi am Gesang. Zusammen haben sie ein hochstehendes Heavy Metal-Album geschaffen, mit dem ich trotz seiner zweifellos vorhandenen Klasse nicht wirklich warm werde. Woran das liegt, ist schwer zu sagen. Ist es die eher gleichförmige Produktion, die die abwechslungsreichen Lieder zu sehr in ein einheitliches Soundgewand presst? Ist es die Stimme von Rick Altzi, der hier immer wieder sehr angestrengt wirkt und bei mit gerade an den intensiver gesungenen Stellen Kopfschmerzen verursacht? Oder ist das Songwriting doch nicht so gut, wie es beim ersten Höreindruck wirkt? Fragen über Fragen. Tatsache ist, dass ich mir dieses Album wohl nach dem Schreiben dieser Zeilen kaum je nochmals anhören werde. Das ganze Album überhaupt am Stück durchzuhören, war bereits eine kleine Qual. Und dies obwohl ich sowohl Masterplan wie auch At Vance mag. Wer die aktuellen und die Ex-Bands der hier involvierten Musiker liebt, darf gerne ein Ohr riskieren. Für mich selber ist dieses Album trotz zweifelslos grossartiger Leistung zu schwach und ein weiteres Beweis dafür, dass die Zusammenarbeit ausgezeichneter Musiker nicht zwingend in tollen Alben münden muss.
Roger W.      
Punkte: 6.0 von 10
JUICER - Mach IV (Limited Edition, Pink Vinyl, LP)
All Good Clean Records
Heavy Metal trifft auf Boogie trifft auf Hard Rock der uralten Schule - ungefähr so könnte man Juicer beziehungsweise deren Sound beschreiben. Da werden stellenweise Erinnerungen an Iron Maiden wach, dann wiederum kann man beinahe punkige Einflüsse ("You Scared Me Straight") vorweisen, dann erscheinen Rainbow vor dem geistigen Auge... "Mach IV" ist nicht einfach ein schlichtes Rockalbum, sondern eines mit vielen Einflüssen und generell schöner Abwechslung. Einzig der Sänger erscheint mir persönlich zu sauber, zu geschniegelt, da hätte es eine rauhere, kratzigere Stimme gebraucht, um das Profil noch mehr zu schärfen. So bleibt dies einfach ein gutes Rockalbum, das man sich zwischendurch anhören kann.
Toby S.    
Punkte: 6.0 von 10
BLACK MAJESTY - The 10 Years Royal Collection (2 Best Of CDs)
Limb Music
Manchmal klafft zwischen dem eigenen Anspruch und der Realität ein weiter Graben. Die Australier Black Majesty möchten zum Beispiel hervorragenden Power Metal kreieren und spielen, bleiben aber im Durchschnitt hängen. Wer es nicht glaubt, erhält mit dieser Werkschau von 31 Liedern einen guten Überblick. Diese trägt den Zweittitel "Essential - Rare - Unreleased". Sind die zwei letzten Worte noch nachvollziehbar, ist für die gesamte Metalszene eigentlich nichts Essenzielles auf dieser Doppel-CD zu finden - wobei man da natürlich auch anderer Meinung sein darf. Die Lieder sind wie so oft alles andere als schlecht. Sogar eine gewisse Abwechslung und einige tolle Melodien haben die Aussies in der Hinterhand. Trotzdem fehlt mir das Element, das mich unweigerlich mitheadbangen lässt. Böse Zungen könnten jetzt behaupten, dass alles am Unvermögen des Sängers hängt, der deutlich höhere Töne von sich geben will, als er selber erreichen kann. Dass ein guter Sänger nicht unbedingt aus guten Liedern Klassiker macht, beweisen die ganzen All Star-Projekt. Anderseits zerstört ein schlechter Sänger auch nicht immer tolles Songwriting. Trotzdem sollte diese Werkschau auch der Band dienen und sie zum Schluss kommen lassen, dass da was gewaltig schief läuft. Wer es nicht glaubt, der höre in das bisher wohl zu Recht unveröffentlichte ruhige "Everlasting" rein, mit der eigentlich bereits alles gesagt wird. Wer Black Majesty mag, erhält hier ein tolles Packet aus Best Of, Raritäten und bisher nicht Gekanntem. Wer sich aber auf eine tolle "neue" Power Metal-Band freut, sollte hier einen riesigen Bogen machen. Denn Best Of hin oder her - wenn das hier zusammen gestellte wirklich die Sperrspitze des Black Majesty-Kataloges ist, dann spricht das definitiv nicht für die Qualität der Australier.
Roger W.   
Punkte: keine Wertung
THE LAST BAND - Hisingen
Gain Music/Sony
Oh hell - was soll denn das sein? Moderner Metal, quasi Nu Metal mit MetalCore-Geschrei eines Bubis, der seine Schokomilch nicht bekommt? Erinnert stellenweise an Rage Against The Machine, allerdings, ohne deren Klasse zu erreichen. Ganz ehrlich, solche Mucke ermüdet mich nur. Man schreit sich in gespielter Empörung die Seele aus dem Leib und macht dann trotzdem die hohle Hand bei den Labelriesen. Deswegen: Wer auf RATM und Konsorten steht, der darf sich "Hisingen" gerne mal anhören, aber für mich klingt das alles zu sehr nach Klischee, aufgesetzter und geheuchelter Sozialkritik. Deshalb: für Fans (vermutlich) empfehlenswert.
Toby S.   
Punkte: 5.0 von 10
NICK OLIVIERI - NO Hits At All-Vol. 5
Heavy Psych Sounds Records
Und er hat's wieder getan. Sieben Monate nach dem Release von "NICK OLIVIERI - NO Hits At All-Vol. 4" wirft der glatzköpfige Multiinstrumentalist und Sänger bereits den Nachfolger in dieser Reihe akustischer Reststoffverwertung nach. Da es sich wieder um eine Compilation von Nicks üblichen und zahlreichen Spielwiesen handelt (The Dwarfes, Mondo Generator, Svetlanas, Death Acoustic), fasse ich mich diesmal kurz. Auch diese Zusammenstellung zeigt das musikalische Spektrum des als chaotisch und unberechenbar geltenden Musikers jenseits seiner Kollaboration mit Kyuss und Queens Of The Stone Age. Das heisst, mal serviert er uns räudigen aber tödlich präzisen Punk ("Its You I Don't Believe"), wie ihn der verstorbene Slayer-Gitarrist Jeff Hannemann wohl gemocht hätte, mal ist es eher ein Ausflug in die Gefilde des Schweinerock gemäss der Lehre von The Hives ("976 Whore"). Und natürlich, das hat schon Tradition, sind da noch die akustischen Nummern, die entweder vor dem geistigen Auge einen verstaubten Roadmovie abspielen lassen ("Campfire") oder aber eher ironisch eingefärbt sind ("Head"). Und auch sonst verfolgt der Mann konsequent seine Linie; Wieder sind es acht Songs, die es auf rund zwanzig Minuten Spielzeit bringen, und all das wie üblich zum unschlagbaren Preis einer regulären Scheibe. Aber immerhin sind die Songs hierauf ein klitzekleines Bisschen weniger schräg als auf "Vol. 4". Ob das als Kaufargument für Zweifler und Zögerer ausreicht, wage ich stark zu bezweifeln. Bestenfalls für Hardcore-Fans und Komplettisten unentbehrlich.
Mirko B.  
Punkte: keine Wertung
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