Nur wenige Künstler haben die visuelle Identität der Heavy Metal & Progressive-Musik so prägend beeinflusst wie Mark Wilkinson. Seine Arbeiten haben dem Metal/Prog einige seiner ikonischsten Gesichter verliehen – surreale, fiebertraumhafte Visionen, die die Grenze zwischen Album-Cover und Mythen-Bildung verwischen. Von der gespenstischen Theatralik von Marillion bis zur scharfkantigen Metal-Ästhetik von Judas Priest – Wilkinsons Kunst war nie blosse Dekoration, sondern die Welt, in der die Musik atmet, kämpft und träumt.
Dieses Jahr tritt Mark bei der "Fantasy Basel 2026" aus dem Schatten seines Atteliers heraus und begibt sich in das Gewusel des grössten Popkultur-Festivals Europas. Dort präsentiert er ein Universum aus Original-Kunstwerken, Sammlerdrucken und neu entwickelten Sammelkarten, die seine Bilder wie nie zuvor in die Hände der Fans bringen. Da Metal Factory an der "Fantasy Basel" schon seit je auch eine Präsenz hat, scheint es der perfekte Moment, um tiefer zu graben – nicht in den üblichen Geschichten über Album-Aufträge, sondern in schwerwiegendere Fragen: die Beziehung zwischen Metal und Mythos, die Psychologie hinter visueller Aggression und wie einer der einflussreichsten Illustratoren des Rock sich in einer Welt, die mit digitalen Bildern übersättigt ist, immer wieder neu erfindet.
Mark Wilkinson hat Metal & Prog episch, furchterregend, opernhaft, kosmisch erscheinen lassen – manchmal alles auf einmal. Jetzt ist es an der Zeit herauszufinden, wie die Kunst klingt.
MF: Kunst als Klang: Wie "hörst" du eine Band, bevor du sie zeichnest?
Mark: Viele Metal-Fans sagen, dass sie eine Band "hören" können, wenn sie ihre Kunstwerke betrachten. Wenn sie ein neues Werk beginnen, hören sie sich dann die Musik der Band an und setzen sie visuell um – oder erstellen sie zuerst das Bild und lassen die Musik folgen?
Als Metal-Musik noch in den Kinderschuhen steckte, wurde sie einfach als "Heavy Rock" bezeichnet, um sie von Psychedelic Rock (oder Space Rock..., Bands wie Pink Floyd zum Beispiel) zu unterscheiden. Die Bands, an die ich mich erinnere, die ich Ende der 60er-Jahre in der Londoner Club-Szene oder auf Festivals gesehen habe, waren Leute wie The Edgar Broughton Band, Mighty Baby, T2 und natürlich Black Sabbath. Sie spielten Heavy Rock, der Begriff "Metal" war noch nicht erfunden. Ich bin kein Experte für Musik-Genres und kann mich daher nicht erinnern, wann ich den Begriff "Heavy Metal" zum ersten Mal gehört habe, da ich ihn eher mit dem Fantasy-Comic "Heavy Metal" in Verbindung brachte, den ich begeistert gelesen habe. Künstler wie Richard Corbin, der mit Airbrush arbeitete, übten einen grossen Einfluss auf mich aus. Er malte später das berühmte Cover für «Bat Out Of Hell» (Meat Loaf).
Interessanterweise stammt auch der Begriff "Punk" ursprünglich aus einem Comic, der in den Hinterhöfen von New York verteilt wurde. Es ist interessant, wie diese Namen entstanden sind. Ich glaube, "Progressive Rock" wurde von einem britischen Journalisten des Magazins "Sounds" geprägt, und ein anderer, Geoff Barton, prägte den Begriff "NWOBHM", um die erste Welle des Heavy Rock (Sabbath, Priest u.s.w.) von der damals neueren Welle britischer Heavy Metal Bands wie Iron Maiden und Saxon zu unterscheiden. Ich versuche nicht alle Musik in eine Kategorie zu stecken, wenn ich es vermeiden kann. Judas Priest begannen als Progressive-Band, wurden aber mit ihrem zweiten und dritten Album heavier und meiner Meinung nach "entwickeln" sie sich bis heute weiter, sie stehen nicht still.
Eines meiner Lieblings-Album-Cover aller Zeiten war das von Patrick Woodroffe für Priests «Sad Wings Of Destiny», es ist immer noch mein Lieblings-Album-Cover von Judas Priest. Als ich gefragt wurde, ob ich für Judas Priest arbeiten möchte, hatte ich vor allem Patricks Kunst im Kopf. Das erste Album, das ich für sie gemalt habe, war jedoch «Ram It Down» - und zunächst war die Idee ein Hammer, der auf einen Amboss schlägt und Funken sprüht. Am Ende änderte ich es in eine riesige Metallfaust, die auf die Erde niederschlägt..., was ziemlich genau visuell beschrieb, woher die Band kam.
Darauf folgte «Painkiller» und dann ging es los, wir flogen hoch in den Himmel von Hades auf einer Dragonised Harley mit Sägeblatthjul! Ich habe ein grossartiges Verhältnis zur Band, es ist so weit gekommen, dass sie mir vertrauen, dass ich mir etwas ausdenke, manchmal mit wenig Anleitung. Ich habe vielleicht einen Titel..., aber nie die Songs, und manchmal ist auch der Titel noch nicht ganz festgelegt. Iron Maiden..., ganz anders, denn Steve Harris hat eine ganz bestimmte Vorstellung von ihrem Album-Artwork.
Die beiden letzten Alben, an denen ich gearbeitet habe, hatten historische Themen. Das erste, «Book Of Souls», basierte auf der Maya-Zivilisation und ihrem Menschen-Opfer, dem ultimativen Blutopfer für ihre Götter. Bei «Senjutsu» waren es die japanischen Samurai-Krieger. Die kurze Antwort auf Ihre Frage lautet also: Ja, ich entwerfe zuerst ein Bild, weil ich die Musik selten vorher höre, zumindest bei den grösseren Bands. Aber ich "höre" mir ihre Musik auch an, wenn ich arbeite, ja, ich weiss, was gut zu ihrer Musik passt, nun, zumindest glaube ich das manchmal... :)
MF: Was lässt Metal dunkel & schwer erscheinen? Metal ist nicht nur klanglich aggressiv – visuell hat er eine Sprache aus Schatten, Symbolen und Mythen. Welche Elemente lassen aus deiner Sicht ein Kunstwerk schwer oder extrem wirken, noch bevor jemand eine einzige Note hört?
Mark: Der Teufel hat die besten Melodien, sagt man zumindest. Er hat auch die besten Mythen und damit die interessantesten Bilder. Wie Leonard Cohen schrieb: "In allem gibt es einen Riss, durch den das Licht hereinkommt." Es sind diese Risse in allem, die Heavy Metal als Genre voll auslotet. Wir wissen nicht wirklich, was im Schatten lauert oder wie man die Symbole entschlüsselt, aber das Artwork ist dein Wegweiser, es kann dich subtil anstupsen oder dich im Extremfall so stark erschüttern, dass du deinen Blick nicht mehr abwenden kannst. Der israelische Künstler Eliran Kantor macht das so gut, seine Arbeiten sind so originell, einzigartig und detailreich, dass er meiner Meinung nach einer der grössten jungen Albumcover-Künstler ist, die heute arbeiten.
MF: Deine Cover enthalten oft mehrere Ebenen versteckter Überlieferungen und Symbolik. Kannst du uns ein weniger bekanntes Detail oder Easter Egg in einem deiner bekannten Metal-Kunstwerke verraten, das Fans fast nie bemerken?
Mark: Ich mag symbolistische Malerei sehr, Künstler wie Munch, James Ensor und Gustave Moreau, deshalb habe ich versucht, ein wenig Symbolik in meine Arbeit einfliessen zu lassen. Mein erster grosser Auftrag als Album-Cover-Künstler war Marillions «Script For A Jester's Tear». Wenn man genau hinschaut, findet man dort jede Menge Symbolik, eingebettet in die Songtexte. Weitere Anspielungen auf Symbolik finden sich in meiner "Überarbeitung" dieses Cover-Gemäldes, die ich im Auftrag eines Kunden in New York angefertigt habe. Er gab mir freie Hand, «Script For A Jester’s Tear» neu zu interpretieren. Ich nannte es "The Fool". In diesem Gemälde ist ein Schlüssel zu sehen, der gerade den Käfig einer Elster aufgeschlossen hat, sodass sie durch das Fenster in die Freiheit fliegt, dem Licht draussen entgegen. Neben dem Schlüssel liegt eine weisse Feder, die als Symbol für den ersten Schritt auf einem Weg interpretiert werden kann..., den Beginn einer Reise.
Es ist auch bezeichnend, dass die letzte Botschaft aus dem "Land Oz" an die reale Welt auf einer weissen Feder geschrieben wurde und lautet: "Ihr werdet nie wieder etwas von Oz hören, denn wir sind nun für immer vom Rest der Welt abgeschnitten." Dies scheint die Gemütsverfassung des Narren zusammenzufassen. Der schwarze Hund bewacht den Eingang zu den anderen Räumen, vom Geist der verlorenen Kindheit in der Nähe bis zum mysteriösen, gespenstischen Raum dahinter. Der gezähmte Fleischfresser steht auf halbem Weg zwischen Tier und Mensch, Wildheit und Zivilisation, Natur und Kultur. Übernatürliche Hundewächter sind eines von mehreren charakteristischen Symbolen einer "Reise" in diesem Gemälde, der klassischen "Reise des Narren".
MF: Wenn du ein klassisches Metal-Album eines anderen Künstlers visuell neu interpretieren müsstest, welches würdest du wählen – und warum?
Mark: Ich war schon immer neugierig auf das Album-Cover von «Paranoid» von Black Sabbath. Ich finde es nicht besonders schlecht, aber es erinnert mich einfach nicht an diesen Song oder diese Band. Ich mag die anderen Album-Cover des Fotografen "Keef" sehr, insbesondere Rod Stewarts «Gasoline Alley», das ein Klassiker ist, und auch «Beggars Opera». Ich habe allerdings keine Ahnung, wie ich «Paranoid» persönlich "neu interpretieren" würde. Ich liebe diesen Song einfach, daher war ich überrascht, als ich das Cover sah. Also ja, wenn es darauf ankäme..., könnte ich mich vielleicht dazu überreden lassen, dieses Cover neu zu interpretieren. Aber erwartet nicht, dass es "besser" würde, es wäre einfach anders, und das ist nicht immer gut, oder?
MF: Angesichts deiner Präsenz an der "Fantasy Basel": Welche Metal-Band würde sich am besten für ein Graphic-Novel-Universum oder ein Fantasy-Weltbau-Projekt eignen, und wie würdest du deren Mythos visualisieren?
Mark: Ich habe Judas Priests Graphic Novel «Screaming For Vengeance» erhalten, und die Verleger haben mir vorgeschlagen, mich vielleicht irgendwann einmal mit Priests «Painkiller» zu beschäftigen. Aber ich würde so etwas nicht annehmen, weil ich so verdammt langsam bin, dass ich Jahre dafür brauchen würde! Ich habe mich nur einmal mit Comic-Kunst beschäftigt, für das "Judge Dredd Universum", und das war wirklich ein Zufall. Der Comic-Autor Alan Grant zog in den 80er Jahren in mein Dorf (er schrieb oft zusammen mit seinem Kumpel John Wagner viele der Batman- und Judge Dredd Geschichten) und wir wurden Freunde.
Seine Tochter war ein grosser Marillion-Fan, also kamen sie ab und zu in meinem Studio vorbei, um zu sehen, was ich gerade machte. Einmal fragte er mich, ob ich mit ihm zur "Comic Con" in London kommen wolle..., damals war das noch eine viel kleinere Veranstaltung, im Gegensatz zur "Fantasy Basel", die im Vergleich dazu riesig wirkt. Ich traf einige Verleger und wurde eingeladen, für "Fleetway Publications" zu arbeiten, die Dredd veröffentlichten. Aber ich wusste, dass ich niemals eine Deadline einhalten könnte, also lehnte ich ab. Also schlug Alan vor, dass ich nur die Cover zeichnen sollte, worauf ich mich einliess. Ich arbeitete mit David Bishop zusammen, als er Redakteur des Spin-offs "Judge Dredd The Megazine" war, und eines meiner Cover wurde im ersten Dredd-Film mit Sly Stallone gezeigt.
Danach sagte Alan, er würde eine spezielle einmalige Geschichte nur für mich schreiben, für die ich sechs "Splash Panels" malen könnte, also ganzseitige Illustrationen, die die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen und einem bestimmten Moment dramatisches Gewicht verleihen sollen. Im Gegensatz zu Standard-Panels, die die Handlung in kleine, aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilen (und meiner begrenzten Erfahrung nach ewig dauern), nimmt ein Splash Panel einen bedeutenden Teil oder die gesamte Seite ein.
Also schrieb er eine Geschichte namens "Voyage Of The Seeker", die tatsächlich eine ziemliche Reise war. Er wusste um meine Vorliebe für psychedelische Kunst, und diese Geschichte handelte von Judge Anderson, einer telepathischen Richterin, und ihrer Reise zum Zentrum des Universums, um (ähm) "sich selbst zu finden", nachdem sie in der vorherigen Geschichte entdeckt hatte, dass Gott in Wirklichkeit nur ein Ausserirdischer war! Das zieht einen ganz schön runter, oder?
MF: Gab es ein Projekt, bei dem eine vermeintlich "brutale" Band sich als zutiefst poetisch oder emotional visuell anspruchsvoll erwiesen hat?
Mark: Ich habe einmal für eine Metal-Band namens Brutal Deluxe gearbeitet – zählt das? Der poetischste Künstler, mit dem ich je zusammengearbeitet habe, ist jedoch Fish, der keineswegs Heavy Metal macht, obwohl er mit den Besten mithalten kann. Seine Arbeit, sein gesamtes "Œuvre" ist in der Tat sehr poetisch und manchmal sehr emotional, sodass seine Albumcover immer eine Herausforderung waren, da ich mir ungewöhnliche Bilder ausdenken musste, um diese brillanten Texte widerzuspiegeln. Das war meine befriedigendste Partnerschaft in Kunst und Musik, da ich seine Texte für aussergewöhnlich halte.
MF: Welches Metal-Kunstwerk hat dich persönlich emotional am meisten herausgefordert?
Mark: Die vier Reiter der Apokalypse für Judas Priest auf ihrem Album «Nostradamus» waren, gelinde gesagt, eine Herausforderung, aber ich denke, es ist eines der stärksten Werke, die ich je geschaffen habe. Aber auch die Illustration für das Innere des letzten Albums von Maiden, «Senjutsu», war jedoch ein riesiges Unterfangen, für das ich viele Monate gebraucht habe. Danach war ich völlig erschöpft.
MF: Wenn du ein Bühnenbild für eine moderne Metal-Band entwerfen könntest, wen würdest du wählen - und wie würde es aussehen?
Mark: Steve Harris bat mich, bei der Erstellung der «Triptychon» Illustration für das Album «Senjutsu» das Bühnenbild für dieses Album im Hinterkopf zu behalten. Der japanische Tempel/die Pagode musste ein zentrales Gebäude haben, in dem Nickos Schlagzeug untergebracht werden konnte, mit zwei Seitenwänden auf beiden Seiten für die Lautsprecherboxen. Die Bühnenbildner würden sich an meiner Illustration orientieren. Also habe ich mich lose am To-Ji-Tempel in Kyoto orientiert, musste ihn mir aber viel grösser vorstellen! Iron Maidens Musik schreit geradezu nach theatralischen, immersiven Performances.
MF: Welche Band würde am meisten von einem Bühnenbild von Mark Wilkinson profitieren, und was wären die zentralen, visuellen Themen?
Mark: Wenn ich mir meinen Traumjob aussuchen könnte (was nie passieren wird, da mir die erforderlichen modernen Multimedia-Kenntnisse fehlen), wäre es, etwas/irgendetwas für Tool zu entwerfen. Sie sind seit einiger Zeit meine Lieblings-Metal-Band oder, wenn man ihr Genre korrekt einordnen will, sind sie wohl eine "Prog Metal" Band. Aber selbst dieser Begriff wird ihnen kaum gerecht (und ich wette, Maynard hasst ihn)..., ähnlich wie Radiohead, die ich ebenfalls verehre..., wie kategorisiert man Bands wie sie oder Sleep Token? Sie alle existieren vollständig in einer Welt, die sie selbst erschaffen haben. Aber wenn Tool wirklich darauf angewiesen wären und ich den Auftrag bekäme, etwas für sie zu entwerfen, würde ich versuchen, die grösste, atemberaubendste psychedelische Bühnen-Kulisse zu schaffen, die man sich vorstellen kann..., aber ich würde viel Hilfe brauchen! Das wird allerdings nie passieren, denn der Künstler Alex Grey hat diesen Job fest in der Hand, er ist ein verdammtes Genie!
MF: Metal-Fans legen Wert auf Authentizität. Welche Rolle spielt deiner Meinung nach die von Menschen geschaffene Illustration noch bei der Gestaltung der Metal-Identität in einer Ära von KI-generierten Bildern?
Mark: Ich sehe derzeit viel "unkonventionelle" digitale KI-Kunst. Meine eigene Meinung ist, dass die Zukunft so sein wird wie in dem Film "Der mit dem Wolf tanzt", in dem der Indianer-Häuptling am Ende Kevin Costners Figur fragt: "Wie viele weisse Männer werden noch kommen?" und Costner antwortet: "So viele wie Sterne am Himmel." KI wird "wie Sterne am Himmel" sein. Es ist die moderne, industrielle Revolution, und sie vollzieht sich so schnell, dass es keinen Teil der Menschheit geben wird, der davon nicht betroffen sein wird. Das ist einer der Gründe, warum ich für mein aktuelles Projekt (über Syd Barrett) wieder zur Leinwand zurückgekehrt bin – nicht weil ich muss, sondern weil ich es will, für meine geistige Gesundheit!
MF: Welche Eigenschaften müsste ein neues Maskottchen haben, damit eine aufstrebende Metal-Band damit 2026 wirklich bestehen kann?
Mark: Eddie war ein Meisterstück der "Markenidentität", das Maiden für so viele Fans auf der ganzen Welt so lange visuell stark "identifiziert" hat. Also glaube ich auf jeden Fall an dieses Maskottchen..., wer würde das nicht? Aber es ist nicht leicht, das zu wiederholen, denn der Künstler Derek Riggs hat eine Ikone geschaffen. Künstler wie Melvyn Grant, ich und jetzt Akirant sind die Hüter dieser brillanten Schöpfung.
MF: Wählst du die Musik nach dem Stil des Kunstwerks, dem emotionalen Ton – oder hörst du dir etwas völlig Unerwartetes an?
Mark: Ich mag Ambient-Musik, wenn ich morgens meine Gedanken sammeln muss, um eine Idee für ein Bild zu entwickeln. Ich liebe Electro-Musik wie Unkle, Massive Attack oder DJ Shadow, wenn ich nach dem Start etwas schneller werden muss. Ich höre viel Tool, Radiohead, Pink Floyd, Hendrix und Can. Ausserdem Jon Hassel, Sleep Token, Boards Of Canada, Steven Wilson und Crossbone Skully – die mächtigen Priest, Maiden, Mahavishnu, Miles (und das sind nur die Ms), Syd Barrett esp atm, aber ganz oben auf der Liste steht das gottgleiche Genie Alice Coltrane, insbesondere «Journey In Satchidananda», ein Werk für alle Zeiten, besonders in diesen unruhigen Zeiten, ah..., so viel unglaubliche Musik..., und so wenig Zeit!
MF: Stell dir vor, eine Band würde dich bitten, eine komplette visuelle Welt für ein Konzept-Album zu erschaffen, die vollständig auf deinen eigenen Bildern basiert. Wie würde die Geschichte lauten? Wer sollte den Soundtrack komponieren?
Mark: Meine Güte, was für eine Frage!! Es wäre wohl eine Geschichte über Traumzustände, weil ich in letzter Zeit offenbar viele davon habe. Die, an die ich mich erinnern kann, haben oft mit "What 3 Words" zu tun... (kurze Anmerkung von MF zu "what3words": ja, es wird jetzt ein wenig philosophisch): "what3words" ist ein 2013 entwickeltes britisches Geokodierungssystem, das die gesamte Erdoberfläche in drei × drei Meter grosse Quadrate einteilt.
Jedes dieser Felder wird eindeutig durch eine Kombination aus drei Wörtern bezeichnet. Ziel des Systems ist es, Orte präzise, einfach und sprachlich merkbar zu beschreiben – auch dort, wo es keine klassischen Adressen gibt. Nur, dass mein Konzept "What 3 Worlds" heissen würde. Regie würde Guillermo del Toro führen, die Kostüme würde Hussein Chalayan entwerfen und den Soundtrack würden James Lavelle und Syd Barrett komponieren.
MF: Oh, dies würde ich allerdings nur zu gern sehen und erleben, eine letzte Frage zum Abschluss, obwohl ich die Antwort wohl erahnen kann, da wir uns ja gut kennen. Wähle eins: Blast Beats oder 10-minütige Prog-Epen?”
Mark: 10-minütige Prog-Epen (du kennst mich zu gut, aber ich bevorzuge 30-minütige Prog-Epen)
MF: Danke für diese tolle Einsicht in deine Welt, und ich freue mich dich an der Fantasy Basel vom 14. bis 16. Mai 2026 zu sehen.
Mark: Ich danke dir, und ich freue mich auf diesen Trip sowie darauf, die Fans zu treffen.
Alle Freaks und Rockart-Fans sollten es nicht verpassen den Metal Factory Stand, als auch Mark Wilkinson in Person zu treffen. Mark wird auch mindestens bei einer Panel-Diskussion mit dabei sein. Kommt also an die diesjährige "Fantasy Basel 2026".