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Dienstag, 28 April 2026 21:38

Hardline – Sevi in Zürich Empfehlung

28. April 2026, Zürich - Komplex Klub
By Rockslave (rsl) und Tinu (tin) - All Pics by Rockslave

Nachdem sich unser Wörter-, Satzzeichen- und Rechtschreibemeister Rockslave und meine Wenigkeit mit frischem Salat eine kleine Speise gönnten (okay, den Hamburger den es dazu gab, war echt lecker), staunten wir Protagonisten nicht schlecht. Statt ins Komplex 457, bogen wir links in den Klub ein. Der Weg führte nach unten in die bedeutend kleinere Location, was nicht nur bei mir Verwunderung auslöste. Auch wenn der Klub über sehr viel Charme verfügt, so überraschte es, dass Hardline in diesen Gemäuern auftreten sollten. War die Truppe um den Axel Rudi Pell Sänger Johnny Gioeli zu oft in der Schweiz unterwegs? Gibt es aktuell bei uns einfach (zu) viele Gigs? Sind Konzerte, die zwischen Samstag und Donnerstag stattfinden, definitiv eine schlechte Option?

Fragen über Fragen. Der Klub schien sich zuerst kaum zu bevölkern, was meine Befürchtung, dass es sich heute Abend um eine Privat-Vorstellung handeln könnte, verhärtete. Dies änderte sich dann aber glücklicherweise, als Johnny plus sein Ensemble auf der kleinen Stage standen und den Klub in einen heissen Schuppen verwandelten (was dieser, der Schuppen, von seinen früheren Aktivitäten her bereits kannte). Hardline boten eine richtig geile Show, mit einer Truppe, die heiss auf ihr Lieblingsland (Originalton Johnny: "Gott würde hier leben") war. Bevor aber Johnny, Gitarrist Luca Princiotta (für mich einer der besten seiner Zunft), Bassistin Anna Portalupi (brachte viel Feuer auf die Bühne), Keyboarder Alessandro Del Vecchio (mit grandiosen Backing-Vocals) und Drummer Marco Di Salvia (mit wilder Performance) auf den Brettern, welche die Welt bedeuten standen, war es einmal mehr an Sevi, die den Support-Slot übernahmen. (tin)

Sevi
Die bulgarische Truppe um Namensgeberin Svetlana "Sevi" Bliznakova, Bassist Rally Velinov, Schlagzeuger Nick Nikolaev (der sein Geld mitunter auch als Model verdient) und der kurzfristig eingesprungene Gitarrist Alexy Khoury (Lokust) enterten pünktlich die Bühne, um mit ihrem Sound das Publikum auf ihre Seite zu ziehen. Dies gelang der Shouterin recht schnell, die stetig im Bewegung war und mit tänzelnden Einlagen sowie haarschwingenden Moves die Blicke schnell auf sich zog. Gesanglich bot Sevi einmal mehr eine vorzügliche Vorstellung, sprich sang die höheren Parts ebenso emotional und kraftvoll, wie die mittleren.

"You know, we love Switzerland?", liess die aus Sofia stammende Sängerin die Anwesenden wissen. Mit dem neuen, vom kommenden Album stammenden Track «Vampire Love» brachte die Truppe das Publikum auf seine Seite. Wie auch dank Schlagzeuger Nick, der mit seiner Stickshow und der Art wie er sein Instrument vermöbelte, beste Unterhaltung bot. Abgesehen davon "zerriss" er kurz vor Ende der Show noch eines seiner beschädigten Cymbals mit blossen Händen. Der leicht symphonische, alternative Hard Rock der Band gefiel den Anwesenden, konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass mit Hardline bald ein anderes Kaliber folgen würde, bei dem das Publikum erst so richtig ausrasten sollte. (tin)

Setliste: «Ghosts» - «Am I Alive?» - «The Art Of War» - «Unreality» - «Insane» - «Vampire Love» - «The Spell» - «Higher Than the Stars» - «Don't Hesitate» - «To Hell And Back» - «World That Doesn't Fit»

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Hardline
Wer gleichzeitig Fan von Axel Rudi Pell und Frontmann Johnny Gioeli ist, kam diesen Monat gleich zweimal zum Handkuss, denn ARP spielten am 6. April im Berner Bierhübeli auf. Dort war der Zuschaueraufmarsch um einiges höher als heute Abend in Zürich bei Hardline, und diese Affiche überraschte zunächst auch mich. Dazu kam, dass dies meine persönliche Premiere im Klub des Komplex 457 war! Nach dem gelungenen Auftritt von Sevi, der sich auch soundmässig ganz wacker, sprich gut schlug, "füllte" sich die Location mit mindestens den gut etwa 230 Leuten, die sich, zumindest gemäss Angaben des Veranstalters, ein Ticket im Vorverkauf zugelegt hatten.

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Wie eigentlich üblich an solchen Orten wie dem Klub, gab es keinen Fotograben. Das hiess für mich, dass ich mich rechtzeitig um die erste Reihe bemühen musste, um danach mit schummrigem und zunächst blau-rotem Licht wie Rauch beglückt zu werden. Was bei Sevi schon herausfordernd war, sollte sich anschliessend als mehr oder weniger "angenehme Tatsache" erneut bestätigen. Dazu kam, dass Johnny bekannt dafür ist, auf der Bühne immer aktiv unterwegs zu sein. Wer nun dachte, dass dieser Umstand den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden musste, sah sich getäuscht, denn Mr. Gioeli gab von Anfang an Vollgas und war innert kürzester Zeit bachnass.

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Auch wenn er stimmlich, vor allem oben weg, nicht immer ganz alles zu geben vermochte, legten er und seine MistreiterIn eine Wahnsinns-Show hin, die vom Publikum begeistert abgefeiert wurde. Tasten-Mann Alessandro hörte man dabei deutlich aus dem ebenso top abgemischten Sound heraus, und Ex-Doro Klampfer Luca gab sich als kompletter Gitarrist keinerlei Blösse, respektive brillierte mit seinem agilen wie filigranen Spiel. Die italienische Übermacht an Bandmembers wurde schliesslich durch die adrett aussehende Anna am Bass und den schlagkräftigen Marco am Schlagzeug komplettiert. Gemeinsam wurde der Klub heftigst in Grund und Boden gerockt!

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Interessant wie selbsterklärend dann die gespielten Songs, denn auf der Setliste standen nicht weniger als acht von zwölf Songs des legendären Debüts «Double Eclipse» von 1992! Material, das bald einmal satte 35 Jahre auf dem Buckel haben wird und überhaupt keine Patina angesetzt hat. Das spricht für die Qualität der Tracks, die vom gut antizipierenden Publikum oft lautstark mitgesungen wurden. Die beiden Zugaben, darunter «Takin' Home», mussten sich die Klub-Besucher unter der Führung von Master Del Vecchio zuerst "erschreien", was aber locker erreicht wurde. Unter dem Strich blieben astreine neunzig Minuten mit Nachschlag im November (Z7). (rsl)

Setliste: «Shout» - «Rise Up» - «Dr. Love» - «Bad Taste» - «When You Came Into My Life (Scorpions Cover)» - «Everything» - «Danger Zone» - «Life's A Bitch» - «Glow» - «In The Hands Of Time» - «Keyboard Solo Alessandro Del Vecchio)» - «31-91» - «Hot Cherie (Danny Spanos Cover)» - «Rhythm For A Red Car» -- «Takin' Me Home» - «Fever Dreams»

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