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Dienstag, 03 Februar 2026 21:01

Lorna Shore – Whitechapel – Shadow Of Intent – Humanity's Last Breath in Zürich-Dübendorf Empfehlung

03. Februar 2026, Zürich-Dübendorf – The Hall
By Hans-Ruedi W.

Die Woche ist noch nicht alt und schon ist am Dienstag die erste Party angesagt. In "The Hall" in Dübendorf spielen heute Abend vier Deathcore Bands. Eröffnen werden Humanitys Last Breath aus Schweden, und dann folgen drei amerikanische Bands – Shadow Of Intent, Whitechapel und natürlich Lorna Shore.

Die Stilrichtung Deathcore ist noch nicht arg alt. Populär ist das Gerne seit den frühen 2000ern. Das mag auch einer der Gründe sein, warum ich heute locker zu den älteren Besuchern gehöre. Die heute Abend aufspielenden Bands ziehen erfreulicherweise ein sehr junges Publikum an.

"The Hall" als Veranstaltungsort liegt nicht nur gut für den Ballungsraum Zürich – Nordostschweiz – es ist meines Erachtens nach auch die Location mit der besten Akustik in der ganzen Schweiz für Rock-Konzerte. Das ist heute Abend besonders wichtig, weil niemand mag schnellen Metal hören, wenn es scheppert und dröhnt.

Humanity's Last Breath
Der Opener aus Schweden eröffnet das Deathcore Spektakel pünktlich. Der Abend beginnt mit schwerer Kost. Humanity's Last Breath spielen schwermütig und kraftvoll. Bei den meisten Songs wechselt der Rhythmus oft, was das Hörerlebnis sehr anspruchsvoll macht. Die Musik hat trotz aller Härte und Schwere etwas Meditatives an sich. Schon sehr harte Koste für den Start in den Abend. Der Saal ist auf jeden Fall schon gut gefüllt für die Uhrzeit, aber das Publikum verhält sich noch sehr ruhig.

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Shadow Of Intent
Jetzt wird es etwas schneller, aber nicht weniger hart. Die Songs von Shadow Of Intent sind sehr akzentuiert. Melodic Death Metal Passagen kommen öfters vor und verleihen der Musik der Band um Ben Duerr noch mehr Ausdruck. Die Gitarren-Soli von Chris Wiseman sind anspruchsvoll und präzise gespielt. Als alter Halo-Zocker bin ich natürlich etwas positiv vorbelastet. Aber ja, die Songs passen nicht nur vom Text her ausgezeichnet zum Masterchief, heisst wenn ich das nächste Mal als Spartan 117 unterwegs bin, werde ich mir dazu sicher Shadow Of Intent anhören. Die Halle wird langsam voll, aber die Aktivitäten im Publikum sind nach wie vor (zu) verhalten.

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Whitechapel
Seit knapp 20 Jahren ist Phil Bozeman als Leadsänger mit Whitechapel schon aktiv und verbreitet Freude bei den Freunden der schnellen und kraftvollen Musik. Das Publikum ist auch gleich vom ersten Song an schon voll mit dabei und zeigt sich jetzt (endlich) um einiges aktiver. Die Band zieht ihr Programm durch und lässt kaum was abreissen. Hier wird mit der groben Kelle angerührt und ordentlich was auf die Ohren geknallt. Hart, schnell und aggressiv.

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Lorna Shore
Nun geht es mit der Hauptband so richtig zur Sache in "The Hall". Die Band ist in den letzten Jahren voll im Aufwind, hauptsächlich seit dem Will Ramos als Sänger 2021 dazugestossen ist. Schon Wahnsinn, wieviel Energie dieser auch live abliefert. Mit «Oblivion» wird mit einem für Lorna Shores Verhältnisse eher melodischen Stück gestartet – das kommt gut beim Publikum an. Danach folgt mit «Unbreakable» einer meiner Lieblingstracks – ich stelle diesen gerne als eine ihrer Balladen vor. «War Machine» kommt als Nächstes, nicht mein Favorit, aber allen anderen gefällts. «Sun//Eater» ist dann schon eher wieder mein Geschmack – die langsameren, kraftvollen Passagen sind dabei brutal kraftvoll.

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Mit «Cursed To Die» und «In Darkness» folgen zwei weitere, starke Tracks, und dann kommt der Moment für den ich gekommen bin. Nämlich um «Glenwood» live zu hören, und auch hier enttäuscht die Band nicht – für mich einer der Top-5 Metalsongs von 2025. Das Publikum in "The Hall" scheint das genauso zu sehen und geht voll mit. Nach «Prison Of Flesh» als Zwischenstück steht jetzt die «Pain Remains» Triloge an. Das Gitarren-Solo auch bei dem Song – sackstark – präzise gespielt, schnell und trotzdem melodisch. Die ruhige Passage im zweiten Teil sorgt für eine interessante Abwechslung.

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Im dritten Teil wird das Werk immer melodischer, symphonischer und schliesst sehr harmonisch ab. Klasse Material, stark, kreativ und live top gespielt, ich bin begeistert. Als Zugabe wird noch «To The Hellfire» gezockt – erneut mit viel Pyro, damit auch allen warm ist, nicht nur denen im Circle-Pit. Beindruckende Live-Performance und auch eine tolle technische Show mit den Screens, die die Bühne in imposante Bilder tauchen lässt. Brachiale Energie, zusammen mit einer mitreissende Bühnen-Performance, wurde angepriesen – und ausnahmslos geliefert. Insgesamt melodischer als ich den Abend erwartet hätte, sprich Lorna Shore würde ich mir jederzeit nochmals anschauen gehen.

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