Montag, 10. Mai 2021

Metal Factory since 1999

LP/CD-Reviews (544)

«Motörhead meets Tesla», so könnte man das Album von Trucker Diablo umschreiben. Das zumindest verkündet «BTKOR» («Big Trucks Keep On Rolling») als Opener.
Die Schweden starten mit einem starken, verspielten Prog Rock Song in das neue Album. Der abwechselnde Gesang von Jan Johansen und Sängerin Annica Svensson tut den Songs gut und sorgt für die nötige Abwechslung.
Die tschechische Band Inferno ist schon eine ganze Weile mit dabei und bleibt auch mit dem neuen Album «Paradeigma (Phosphenes Of Aphotic Eternity)» dem Black Metal treu.
Diese schmucke Doppel-LP (auch als Download erhältlich) ist der Nachruf auf einen stillen, unbesungenen Helden des amerikanischen Doom Metal. Am 10. Januar 2018 verstarb der Gitarrist Alfred Morris III infolge seiner Diabeteserkrankung im Alter von 60 Jahren. Zurückgelassen hat er uns nebst etlichen Demos und selbstproduzierten EPs auch eine Handvoll Alben, von denen mir insbesondere das letzte, namentlich «South Of The Earth», am Herzen liegt.
Es fällt schwer, dem Corona-Virus überhaupt etwas Positives abgewinnen zu können, was letztlich aber dennoch eine Frage des Blickwinkels ist. Die beschleunigte Digitalisierung als Folge davon ist das eine, und das andere ist ein überaus "opferdurchtränkter Gewinn" für uns Metalheads. Die gebeutelten Bands sehen das freilich anders, haben aber keine andere Wahl.
Robin McAuley gehört für mich noch immer zu den besten Sängern auf diesem Planeten. Dies hat er auch eindrücklich bei den letzten Michael Schenker Fest-Auftritten und Studioalben unter Beweis gestellt.
Auch wenn die Bandbio von Musik für Freunde von Iron Maiden, Judas Priest, Accept und Armored Saint spricht, kommen mir beim Anhören des Openers «Hangover Rider» als Erstes Grave Digger in den Sinn.
In Vermont (U.S.A.) erblickte 2016 diese sludgige, droneige, doomige und leicht deathige Masse der Langsamigkeit als 2-Mann-Band das Leuchten der Lavaströme und präsentiert mit «Bury Me Beneath This Rotting Earth» den dritten Longplayer, analog einem Vulkanausbruch, zähflüssig, heiss und gefährlich in Düsterheit umhüllt.

ARTILLERY – X

Freitag, 07. Mai 2021
Gehen wir zurück zu den Anfangstagen des Thrash Metals. Da war die Bay Area, welche der kompletten Szene Atem und Leben einhauchte. Die Jungs dort machten grundsätzlich nichts anderes, als ihre Riffs und Soli schneller als ihre Vorbilder zu spielen, die da waren Iron Maiden, Judas Priest, Saxon, Raven und UFO.
Geschrieben wird das Jahr 2019, als sich fünf Freunde zusammen taten, genauer in Mc Allen, Texas, U.S. of A., und beschlossen, dem thrashigen Death-Metal zu frönen. Gesagt, getan. Wir schreiben das Jahr 2021 und halten demzufolge den Erstling, das Debüt-Album besagten Gedankensprunges im Jahre 2019 namens «Pulled From The Pit» mit acht Tracks in den Händen.
Mit Seth melden sich wahre Pioniere der französischen Black Metal Szene mal wieder zu Wort und fackeln mit ihrem unheiligen Sound so ziemlich alles ab, was ihnen in die Quere kommt. Da passt das Cover mit dem Brand der Notre Dame-Kathedrale von 2019 natürlich wie die Faust aufs Auge.
Kayak wurden 1972 in Holland, respektive Hilversum von Keyboarder Ton Sherpenzeel gegründet. Und dieser ist auch noch das einzige verbliebene Original-Mitglied. Unterstützt wird er hier unter anderem von Kristoffer Gildenlöw am Bass und Gesang.
Die Überschrift in der offiziellen Presse-Info lautet: "Gegen jede Chance - dem Schicksal zum Trotz!" Wie wahr, denn die Geschichte von Witchbound geht einher mit der von Stormwitch. Im Zentrum steht dabei das tragische Ableben der Gitarristen Harald "Lee Tarot" Spengler (2013) und Martin Winkler (2019).

FARCRY – Balance

Donnerstag, 06. Mai 2021
Die Geschichte der Melodic Band FarCry aus dem Nordosten der USA reicht bis ins (Gründungs-) Jahr 2006 zurück. 2009 wurde das Debüt «High Gear» veröffentlicht, zwei Jahre später der Nachfolger «Optimism». Beide Alben stiessen zwar auf Wohlwollen der Genre Fans, konnten aber keine grosse Welle verursachen.
So, mit House By The Cemetery haben wir ein Original aus Schweden, das, wen wunderts, dem deathigen Konstrukt à la Entombed und Dismember frönt. Zusammengesetzt zocken hier Rogga Johansson und Matthias Fiebig (Paganizer) sowie der gute Mike Hubrovcak (Monstrosity) unter dem Pseudonym House By The Cemetary und veröffentlichen mit «Rise Of The Rotten» das Debüt-Album mit neun Tracks.

KIBERSPASSK – Sea Bear

Donnerstag, 06. Mai 2021
Aus den Tiefen Russlands erklingt düstere Musik. Harter Electro, zusammengeführt mit einer absolut ausgeklügelten Gesangsmischung bekommt man zu hören. Ob es nun rauer Sprechgesang ist, glockenklarer Gesang oder dann mongolischer Kehlkopfgesang, eins ist sicher, es fährt unter die Haut.

DOMKRAFT – Seeds

Mittwoch, 05. Mai 2021
Aus Stockholm, Sverige, stammt dieses Trio namens Domkraft und zelebriert mit «Seeds» das dritte full-length Studioalbum mit sieben Tracks. Ohkeh, umschrieben wird ihr Sound mit "Psychedelic Sludge Metal". Yep, psychedelisch ist der Sound. Sludge Metal ist auch die tragende Rolle, nebst Alternative und doomigen Momenten. Geht auch noch was à la Krautrock? Yep.

WARISH – Next To Pay

Mittwoch, 05. Mai 2021
Hmm..., joa doch, also generell kann man die Chose als Punk Rock bezeichnen. Da haben wir die eingängigen, repetitiven Riffs, das aggressive Drumming, plus ein Sänger, der gerne mal ins Mikro schreit, mit derb viel Verzerrung und Hall drin - man könnte meinen, der gute Brian Warner hätte damals nicht auf die Goth/Industrial-Schiene gesetzt.
Kent Engströn gründete die Band 2014 und holte sich den ehemaligen Malmsteen Sänger Göran Edman mit ins Boot. Musikalisch tobt man sich aus im Bereich Blues Rock und Hard Rock.
Aus Norwegen kommt das Trio Nekromantheo. Die Jungs haben sich dem Thrash Metal verschrieben, wie ihn Sodom und Kreator zu ihren Anfangstagen zelebrierten. Bedeutet: Gebolze mit feinen Gitarrensoli, die von einer bösen Stimme begleitet werden.
Seit 2009 gehören Ninkharsag zur britischen Black Metal Szene und präsentieren, mit stolzer Brust, ihr zweites Album «The Dread March Of Solemn Gods».
Die 1981 in Schweden gegründete Truppe tritt wieder aus dem Schattendasein hervor. Nachdem zwischen 1982 und 1985 drei Alben und zwei EPs veröffentlicht wurden, meldet sich das Quintett mit schnörkellosen, auf den Gitarren aufgebauten, zehn neuen Liedern an der Metal-Front zurück.
Aha, mal wieder was aus Schweden, genau genommen aus Stockholm. Die Musik der Nordländer ist irgendwo zwischen Opeth, Pink Floyd angesiedelt und die rockige Seite kommt so aus Richtung Deep Purple.

WINTERBLOOD – Finsternis

Dienstag, 04. Mai 2021
Bei Winterblood handelt es sich um ein Projekt des Italieners Stefano Senesi. So fabriziert Winterblood mit Hilfe von Synthesizern sehr minimalistische Ambient-Klanglandschaften, die unaufdringlich im Hintergrund vor sich hin blubbern.
My Refuge wurden 2010 in Italien, genauer in Varese, gegründet. Seit dieser Zeit wurde mit «A Matter Of Supremacy» (2015) erst ein Album veröffentlicht, und nun erscheint logischerweise der Zweitling «The Anger Is Over». Ziemlich wütender Power Metal, der da aus den Rillen donnert.
Es gibt Themen, die besonders in den letzten Jahren, im Metal-Bereich offen an- und ausgesprochen wurden. Themen, die vielleicht wichtiger sind als die Musik selbst, sich aber am besten durch diese transportieren lassen. Dies hat sich wohl auch die deutsch-österreichische Truppe Oceans gedacht und dem Thema "Psychische Erkrankungen" die EP «We Are Nøt Okay» gewidmet.
Die dritte Scheibe der drei Portlander von Bewitcher mit dem Titel «Cursed Be Thy Kingdom» knüpft an den Sound der Vorgängerplatten des Trios an, entwickelt diesen jedoch weiter.
Diese Stilecke ist in der Schweiz nicht so prominent besetzt, aber mit Evolve und Appearance Of Nothing kann ich sicher mal zwei Combos nennen, die aktiv sind und Letztere haben 2019 eine tolle Scheibe abgeliefert. Nun schicken sich Sonorous Dynamo mit dem Debüt «Scraps Of Ages» an, ihren Beitrag zu leisten.
Es gibt meines Wissens nur sehr wenige Bands aus den USA, die Symphonic Metal spielen. Ab sofort eine Ausnahme bilden die Jungspunde von Firewing mit ihrem Debütwerk.

UNGFELL – Es Grauet

Sonntag, 02. Mai 2021
Ich hatte 2018 schon die Ehre, für das zweite Album «Mythen, Mären, Pestilenz» ein Review zu verfassen, und Ungfell konnten mich seinerzeit nicht restlos überzeugen. Können sie mich diesmal mit ihrem neuen Album «Es Grauet» in ihren Bann ziehen?!
Wenn die Rede von deutschem Progressive Metal ist, dann sind das für mich neben Vanden Plas und Ivanhoe ganz klar Poverty's No Crime! Die Truppe um Mastermind Volker Walsemann (Vocals, Guitars und Keyboards), die ab 1991 ins Szenegeschehen eingriff, hätte klar das Zeug gehabt, um einiges grösser raus zu kommen als es letztlich geschehen ist.
Die drei Niederländer aus Enschede von (Ex-) Distillator haben mit ihrem Album «Bionic Swarm» ihr Debüt unter dem neuen Namen Cryptosis veröffentlicht. Namensänderungen, wenn sie noch zusätzlich mit einem "Umkrempeln" des Sounds einher gehen, mögen manchen Ursprungsfan zunächst etwas verwirren oder abschrecken - eins vorweg: das sollte «Bionic Swarm» nicht!

GOJIRA – Fortitude

Samstag, 01. Mai 2021
«Fortitude», das siebte Studioalbum der Französier von Gojira, welches sogleich mal richtig groovig und progressive deathig einschlägt, mit elf Tracks, abwechslungsreich, sehr mystisch, majestätisch, etwas industrial, leich atmosphärisch, vertrakt..., hechel, hechel, könnte da wohl noch ellenlang rezensieren, was jedoch den gesetzten Rahmen sprengen würde und wohl auch die Nerven einiger zugeneigter Zuhörenden..., äh Mitlesenden.
Der Name Gilby Clarke wird unweigerlich mit Guns n' Roses in Verbindung gebracht, wo er 1991 Izzy Stradlin ersetzte. Obwohl dieser bloss vier Jahre in Lohn und Brot von Axl, Slash und Duff stand, konnte er sich damals einen Namen machen, wovon er heute, dreissig Jahre später, immer noch profitieren kann.
Neue Musik aus den Genres Metalcore und Post Hardcore hat leider seit einiger Zeit den Nachteil, dass sie häufig in die Pop-Richtung abdriftet. Auch die letzten While She Sleeps-Alben sind davon nicht gänzlich verschont geblieben, auch wenn der Anteil harter Passagen und progressiver Elemente stets die Oberhand behielt.
Hmm..., schwierige Kosten aus dem Norden, genauer gesagt aus Norwegen gemäss Infotext. Irgendwo zwischen Rock, Ambient, Alternative und Pop schlängelt sich der Sound durch die Boxen.

VREID – Wild North West

Freitag, 30. April 2021
"Uh" würde unser aller verehrter Tom Gabriel Warrior ins Mikrofon reinheisernd screamen. Yep, und der Schreiberling adaptiert dieses kultige "Uh" gerne, um die norwegische Black Metal Sensation namens Vreid, welche bereits mit dem neunten Studio- Longplayer «Wild North West» aufwartet.
Es ist noch recht schwierig, Mustasch zu beschreiben. Heavy Rock? Jupp, ist dabei. Vielschichtige Soundarrangements? Auch da.
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