BLOODRED, das deutsche Blackened Death Duo, markiert mit «Colours Of Pain» eine bedeutende Weiterentwicklung ihrer klanglichen Identität. Ihre Wurzeln sind stets im brachialen BDM verankert, wildern auf dem neuen Werk jedoch in einem dunkleren, dynamischeren und atmosphärischeren Terrain. Eindringliche Melodien, vernichtende Midtempo-Passagen und wilde Blast-Beat-Attacken verschmelzen zu dem bisher vielfältigsten und emotionalsten Album der Band.
Dabei stehen die langjährigen Mitstreiter Ron Merz (Gesang, Gitarre, Bass) und Schlagzeuger Joris Nijenhuis (Ex-Atrocity, Ex-Leaves' Eyes) erneut im Mittelpunkt des Geschehens und liefern eine Performance ab, die Aggression, Tiefe und cineastische Atmosphäre gekonnt vereint. Der Longplayer bietet acht Tracks von kompromissloser Härte, lyrischer Tiefe und grunddunkler Dichte.
Etwa die Hälfte der Songs ähneln dem Opener «Ashes», der in seiner Art, wie er auf rockigen Rhythmen vorantreibt, die Rons elendes, raues Growling und die zum Headbangen einladenden Riffs untermalen, vage an Satyricon erinnert. Infolgedessen hinterlassen die meisten Songs ein sich wiederholendes Gesamtgefühl, auch wenn die einzelnen Riffs recht unterschiedlich sind. Das liegt vielleicht auch daran, dass die Drums oft in ähnlicher Weise gespielt werden. Dies führt wiederum dazu, dass man dem Album eine gewisse ungeteilte Aufmerksamkeit schenken muss, um seinen Charme zu entdecken.
Die Themen reichen von Verrat, Zensur, Umweltzerstörung, gesellschaftlichem Verfall, pandemischer Verwüstung bis hin zu globalem Widerstand. «Colours Of Pain» enthält ausserdem einen Gastauftritt von Þráinn Árni Baldvinsson (Skálmöld), der auf dem Track «Mindvirus» ein feuriges Gitarrensolo beisteuert. Produziert, gemischt und gemastert wurde das Werk von Alexander Krull im Mastersound Studio. Ergänzt durch ein beeindruckendes Artwork von Stefan Heilemann, das optisch nicht gerade auf Blackened Death schliessen lässt, ist «Colours Of Pain» nichts weniger als ein überzeugendes, künstlerisches Statement.
Oliver H.
