Während zehn Songs lassen sich viele hochwertige und moderne Metal-Knaller entdecken. Tracks, die beweisen, dass eine Weiterentwicklung stattgefunden hat und was es bedeutet, sein eigenes Ding zu machen. Der Vierer setzt durchweg auf einen metallischeren Sound, der oft an Avenged Sevenfold erinnert, besonders aufgrund der Dramatik, der verstärkten Verwendung von Harmonien, der Ausbrüche von Härte und Geschwindigkeit, der energiegeladenen Soli und natürlich der epischen symphonischen Aspekte.
Niemand in der Band definiert das besser als Sänger Samy Elbanna. Er treibt nicht nur seinen Gesang zu neuen Höhen, sondern bestimmt oft auch die Richtung der Songs und die erzählerischen Aspekte. Die Instrumente verleihen dem Sound zwar Gewicht, aber es ist der Gesang, der ihm die Krone aufsetzt. Dieses Album beinhaltet grundsätzlich keine Füller aber der Doppelschlag von «Afterlife» und «Blood Diamond» dürfte zu den Highlights gehören. Hervorzuheben ist sicherlich auch die Mitwirkung des 40-köpfigen Babelsberg Film Orchesters, das dem Album einen reichhaltigen und cineastischen Sound verleiht.
Die Ambitionen von Lost Society gingen aber weit über die Hinzufügung eines Orchesters hinaus. Sie haben lange und intensiv darüber nachgedacht, wie ihr moderner Metal-Sound hymnisch sein kann, aber dennoch durch Cleverness, Interessantheit und Vielschichtigkeit Bestand hat. Die Umsetzung dieses Gedankenguts liegt uns nun in beeindruckender Form vor. «Hell Is A State Of Mind» beschert der Menschheit zehn kompakte Tracks, die aus zahlreichen verschiedenen Genres schöpfen und sie dem Willen einer Band unterwerfen, die sich in einer unglaublich kreativen Phase befindet.
Oliver H.
