Leadsänger, Songwriter und Produzent Crispin Earl, Gitarrist Ryan Ramsdell, Schlagzeuger Ricardo Viana und Bassist Glen Clarke haben 2004 gemeinsam angefangen, und sich in letzter Zeit etwas zurückgezogen. So war es für die Fans erfreulich zu erfahren, dass ihre beliebte Band nach einer Pause zurückkommt und klingt, als wäre sie nie weg gewesen. Der hymnische Instinkt, den die Band schon immer hatte, steht auf «Reinvention» wieder im Vordergrund. Von den harten Riffs, zu Beginn der zehn Songs, bis zu den rhythmischen Klängen am Ende der Platte, knüpfen The Veer Union genau dort an, wo sie 2020 aufgehört haben.
Die neue Platte ist kein höfliches Evolutions-Album, und sie folgt auch keinen Trends, sondern ist die selbstbewusste, kraftvolle Rückkehr zum Hard Rock und Post-Grunge. Teilweise fühlt man sich wieder in die frühen 2000er zurückversetzt. Selbst die subtileren Momente wirken, als würden sie gleich zur Explosion kommen. Zu meinen persönlichen Highlights dieser Platte gehören der Eröffnungs-Track «My Empire», «Caught In The Crossfire» und «Sea Of Fear». Earls kraftvoller Gesang, mit teilweise starker Verzerrung und einigen heftigen Screams, kommt dabei besonders zur Geltung.
Die Breakdowns sind heavy und intensiv, wie man sie von einer viel härteren Band erwarten würde. An anderer Stelle bietet dieselbe Mischung, aus Melodie und Härte, radiofreundliche Versionen. «Never Say Never» ist wohl der Track auf dem Album, der am meisten in die Sparte Metalcore passt. Obwohl keiner der zehn Songs zahm ist, haben «Sunk Your Teeth» und «Meet Your Maker» einige sanftere Passagen und hochfliegende Gitarrensoli, die dem Album Weichheit und Abwechslung verleihen.
Eine vollständige Ballade hätte dem Album allerdings auch nicht geschadet. The Veer Union kehren mit dem neuen Album wieder ein Stück in ihre Vergangenheit zurück und dürften damit Fans der ersten Stunde glücklich machen. Der Vierer zeigt sich erneut im harten Rock-Gewand, ist selbstbewusst, laut und «Reinvention» fühlt sich wie eine Heimkehr an.
Oliver H.
