Das Gewirr der Riffs rollt unerbittlich weiter und bietet Momente, die explosiv, aber ebenso komplex sind, wie beispielsweise die Soli. «Horrifying Glimpses Into Inconceivably Demented Cityscapes» ist kürzer und daher direkter, während er Schwere mit aggressiven Patterns verbindet. Die schrillen Obertöne sind in diesem Track noch zahlreicher vertreten, der nahtlos in «Pestilent Hints Of Darkened Malodorous Vibrations» mit seiner qualvollen anfänglichen Stille übergeht.
Das Finale ist besonders verstörend, bleibt aber der Logik des Tracks treu, gefolgt vom sehr langen «Swollen Torsos Adorned With Pustulating Hexagonal Crania», in dem der Musiker keine Skrupel hat, die seltsamsten Gesangs-Parts über einen oft unvorhersehbaren Rhythmus zu reihen, der in dieser turbulenten Umgebung fast ständig eskaliert. Evan Daniele liebt abstrus lange Songnamen, die sich kein Mensch merken kann, ansonsten kann ich mir Tracks «Spontaneous Recollections Of Unwitnessable Atrocity» nicht erklären.
Die acht Songs sind extrem ruckartig gespielt, jedes Instrument verbindet sich zu einem dreckigen Sound, der mit voller Geschwindigkeit tobt oder durch die Einöde dümpelt. Der Bass scheint zielführend zu sein, und die Vocals sind so knurrend tief, dass das Ende von «An Utterly Tenantless World Of Aeons-Long Death» eine gewisse Erleichterung darstellt, die jedoch nicht lange anhält.
«Nefarious Scintillations» hört ebenso verwirrend auf, wie es begonnen hat und entlässt seine Zuhörer mit denselben Fragezeichen im Gesicht wie zu Beginn der Platte. Der Schöpfer von Dead And Dripping wird live von Bassist TJ Coon (Sentient Horror) und Drummer Nikhil Talwalkar (Anal Stabwound) begleitet, während er selbst für Gesang und Gitarre zuständig ist. Ich bin mir allerdings nicht ganz sicher, wer sich diesen musikalischen Horror live zu Gemüte führen möchte, aber angeblich gibt es zu jedem Topf den passenden Deckel.
Oliver H.