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Längere Pausen veranlassen normalerweise zu Spekulationen über den Tod einer Band. Auch im Fall der Schweizer Death Metal Kapelle DEFACED war man sich in Fankreisen nicht sicher, wie es um die Krachmacher-Truppe steht. Nun gibt es Entwarnung, denn Defaced kehren nach einer zehnjährigen Pause mit ihrem dritten Studio-Album «Icon» zurück.
Und das mit voller Wucht! Während zehn Songs hat sich der Fünfer voll und ganz der Verfeinerung jedes Details verschrieben, Material umgekrempelt und verworfen, bis jeder Track seiner Vision entsprach. Der Sound ist fest im Death Metal verwurzelt, wagt sich aber auch an Grindcore-Aggressivität sowie Black Metal Atmosphären heran und zeigt eine ausgeprägte Leidenschaft für Harmonien und Ambiente. Man muss sich nur «Perception» anhören, um zu erkennen, dass die Band in der Lage ist, Heavy Metal Riffs als Ergänzung zu ihren todesmetallischen Vibes einzubauen.
Ähnliche Elemente finden sich immer mal wieder auf «Icon», was diese Platte zu einem abwechslungsreichen Werk macht. Textlich beschäftigt sich das Album mit Autoritarismus, Massenüberwachung und psychologischer Manipulation aus der Perspektive des Unterdrückers selbst. Das passende Cover dazu liefert der renommierte Künstler Pär Olofsson. «Icon» beinhaltet auch einige Neuerungen. Es ist der erste Studioauftritt für Sänger Thomas Gertsch, Matze Schiemann (g) und Michael Gertsch (b), die neue Einflüsse in die erweiterte Klangpalette ihres Sounds einbringen.
Produziert, gemischt und gemastert wurde die Scheibe von Simon Egli und Romano Galli im "Hardbeat Studio" Eggiwil (CH). Ihre Arbeit fängt die rohe Energie der Band mit ausgefeilter Klarheit und einem neuen Sinn für Zielstrebigkeit ein: 42 Minuten überzeugender Death Metal mit sehr schnellen Rhythmen, felsenfestem Fundament und noch schnelleren Drums. Für Letzteres zeigt sich Schlagzeuger Massimiliano Malvassora verantwortlich, der noch aktiver und präsenter im Sound verwurzelt ist. Defaced haben sich mit ihrem "Comeback-Album" definitiv selbst übertroffen und einen malträtierenden Longplayer fürs Genre geschaffen.
Oliver H.