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Einer der Vorreiter des Death Metal meldet sich mit seinem zwölften Album «Descent» lautstark zurück. IMMOLATION werden auch nach 37 Jahren langjährige Fans wie ahnungslose Neulinge mit Hymnen der Dunkelheit und Wut konfrontieren.
Während zehn Tracks setzen die US-Amerikaner ihre Reise fort, ständig etwas mehr weg von der Ablehnung des Katholizismus und immer einen Schritt weiter hin zu gnostischer Vorahnung (Ist die Erde die Hölle? Gibt es einen Weg zur Erlösung?). Songs wie «The Ephemeral Curse», «Attrition» und der gewaltige Titeltrack erforschen genau diese Themen anhand des Kanons des gequälten Erbes der Menschheit. Seit ihrem legendären Debüt «Dawn Of Possession» (1991), hat die Band ihren beständigen Standard an Überzeugung und Innovation stets aufrechterhalten, der unzählige Bands auf der ganzen Welt beeinflusst hat.
Auch «Descent» geht wieder unverkennbar in die Richtung von Immolation, da Gitarrist Bob Vignas meisterhafte Darbietungen mit hochfliegenden Soli und düsteren Klageliedern weiterhin den Ton angeben. Genau diese Eigenschaften gipfelten schliesslich 2024 auch in der Biografie «Into Everlasting Fire - The Official History Of Immolation» von Kevin Stewart-Panko, die die Geschichte des unerschütterlichen Engagements der Band für die Musik und die Herausforderungen erzählt, ihre Vision angesichts wechselnder Trends und Anforderungen der Branche aufrechtzuerhalten.
Die neue Platte wurde von ihrem langjährigen Partner Zack Ohren abgemischt und gemastert. So bietet «Descent» die kraftvolle Produktion, die die Band sowohl in ihren feurigsten als auch in ihren düstersten Momenten richtig einfängt. Das Cover besticht einmal mehr durch den sehr gefragten Künstler Eliran Kantor (Testament Heaven Shall Burn, Malevolence, Thy Art Is Murder etc.), der dem Inhalt die optische Schwere verleiht.
Inmitten rasender Drum-Salven, messerscharfen Gitarren-Riffs und unvergleichlichem Gebrüll, das den charakteristischen Sound von Immolation verkörpert, ist die Antwort glasklar: es kommt keine Hilfe! Der Titel des Albums ist selbsterklärend, da er den Niedergang gescheiterter Imperien, endloser Kriege und die Verderbtheit der menschlichen Seele nachzeichnet. Enttäuschung bringt diese Scheibe sicher nicht, Desillusionierung hingegen, ist gut möglich.
Oliver H.