Montag, 22. Juli 2024

Metal Factory since 1999

Montag, 22 Juli 2024 04:45
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v. 10 Punkten: 8.0

Für viele ist Paul Di'Anno noch immer der einzig wahre Sänger VON Iron Maiden. Dass er zu Beginn viel zum späteren Erfolg der eisernen Jungfrauen beigetragen hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Ebenso wenig sein selbstzerstörerisches Leben, das den Shouter mittlerweile in den Rollstuhl geführt hat.

Nach seinem Abgang bei Maiden hat sich Paul mit einigen eigenen Bands versucht über Wasser und am Leben zu halten. Dabei ist sicherlich die Killers Scheibe «Murder One» das herausragendste Album davon geworden, welches 1992 das Licht der Welt erblickte. Je länger die "Karriere" des Sängers aber andauerte, desto mehr konnte er mehr oder weniger nur noch mit dem Nachspielen seiner Maiden-Klassiker auf sich aufmerksam machen.

Paul hat mit seinen beiden Mitstreitern nun eine neue Scheibe veröffentlicht, die bei «Murder One» anklopft, aber zeitgleich auch die mittlerweile limitierte Stimme von Mister Di'Anno offenbart. Der Glanz und die Kraft von früher sind verblasst und Paul kreischt sich eher mit Mühe, denn mit Selbstverständlichkeit durch die zehn Tracks hindurch, die sich grundsätzlich aber hören lassen können. Zumindest besitzen «Get Get Ready», «The Doubt Within» und «Forever Bound» (hört hier mal den Gesang) Klasse und belehren viele Newcomer-Bands eines Besseren.

Der kleine Hit nennt sich «Here Comes The Night», der fast atmosphärisch startet und dann durch ein feines Gitarren-Riff in einen grandiosen Headbanger übergeht, während die Kriegs-Hengste beim Opener «Warhorse» auszumachen sind. Im Grundsatz ist diese Scheibe ein flotter Querverweis, der die frühen Achtziger mit viel Freude in die heutige Zeit transportiert. Aber letztlich auch ein Album, bei dem man feststellt, dass Paul seine gesanglich besten Tage vor einiger Zeit erlebte.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/oZB-n8Gkzz8

 

Montag, 22 Juli 2024 04:36

Ein Blick auf das Artwork, welche eine Schlachtszene aus dem Mittelalter zeigt, in Verbindung mit dem Label und schon sollte man der Genre-Bezeichnung bei VENDEL auf die Schliche gekommen sein. Wer auf Epic Metal tippt, liegt damit goldrichtig.

Die Russen verbinden epischen Metal mit Doom und erinnern damit an Bands wie DoomSword oder Crypt Sermon, aber auch Megaton Sword sind ein guter Referenzwert. Die fünf Songs, das Intro mal ausgeklammert, sind alle über sieben Minuten lang und atmen ausserdem den Geist der NWOBHM. Galoppierende Riffs und ausufernde Kompositionen der Marke späte Iron Maiden sind dabei keine Seltenheit und werten den Rundling auf.

Der Opener «Defender» spielt genau diese Stärken aus. Donnernde Drums treffen auf nostalgische Riffs und den opulenten Gesang von Sänger Alexey Goryachev. «Never Surrender» erinnert ein wenig an Visigoth, während der längste Song «Vengeance» deutlich düsterer klingt. In Gedanken ist man eigentlich permanent mit Schwert und Schild bewaffnet in einer Schlacht, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist.

Auch wenn man die Klasse aller genannter Bands (noch) nicht erreicht, ist «Out In The Fields» ein erstaunlich gutes Debüt-Album geworden. Epic Metal Fans, welche auch Doom auf ihrem Speiseplan stehen haben, müssen hier hellhörig werden. Ich habe das Label für die miesen Produktionen in letzter Zeit ein paar Mal  getadelt, doch hier hat man die perfekte Mischung gefunden, um den Oldschool Charme mit der Neuzeit zu verbinden. So wünsche ich mir das in Zukunft öfters.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zvCUnNnynnk

Montag, 22 Juli 2024 04:30

Das dänische Trio präsentiert uns hier ihr fünftes Album. Auch hier haben THE SONIC DAWN wieder kritische Texte zu bieten, wie bei «Iron Bird», womit nach eigenen Aussagen ein Protest gegen den organisierten Massenmord und die Kriegsschweine die das Sagen haben, formuliert wird.

Zurück zur Musik: Mit «Think It Over» hat man eine coole Blues-Nummer dabei, die an die 70er erinnert. Auch «Nothing Can Live Here» erinnert an alte Zeiten und versprüht ein bisschen Beatles-Feeling. Richtig psychedelisch geht es weiter mit «Dreams Of Change», und hier spielen die Dänen ihre volle Stärke aus. Gefühlvoll mit etwas The Doors-Feeling, sehr schön. Auch mit «Pan Am» setzen die Jungs wieder jede Menge 70er-Feeling frei. Die flotte, aber trotzdem entspannte Nummer gefällt sehr gut.

«Transatlantique» klingt fast wie Unterhaltungs-Musik der 70er in einer schummrigen Bar und mitunter durch das Piano. Gitarrist und Sänger Emil Bureau, Drummer Jonas Waaben sowie Bassist Niels Bird plus der Keyboarder Erik "Errka" Petersson bieten hier eine meist ruhige Seite des Psychedelic Rock, wobei man sich dazu zurück lehnen und der Musik der Dänen in Ruhe lauschen kann. «Phantom» wirkt auf seine Albumlänge als Ganzes eigentlich sehr entspannend.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zU0YffPKnak

 

Samstag, 20 Juli 2024 06:30

Ein Blick auf unsere allseits beliebte Online Enzyklopädie von Metal-Archives verrät, dass die Dänen CROCELL mit «Of Frost, Of Flame, Of Flesh» schon ihr sechstes Album in den Startlöchern stehen haben.

Bisher ist mir von Crocell allerdings noch nichts zu Ohren gekommen. Das liegt sicher auch daran, dass die Band immer bei Kleinstlabels unter Vertrag stand. Mit Emanzipation Records versucht man es nun beim sechsten Label in der Bandgeschichte. Man ist aber nicht nur in der Label-Auswahl stets in Bewegung, auch musikalisch hat man sich seit der Bandgründung 2007 verändert. Scheinbar war die Band anfangs klar im Melodic Death Sektor angesiedelt und ist mit der Zeit immer mehr Richtung Black Metal abgewandert.

So knallt schon der Opener «Search Of Solace» mächtig fett aus den Lautsprechern und vereint beide Genres mit Bravour. Die Riffs strahlen nordische Kälte aus, aber die Ursprünge der Band im Melodic Death sind immer wieder zu hören. Auch das nachfolgende «Chanting Fire» ist eine starke Abrissbirne geworden, düster und intensiv und mit brutalem Gesang von Asbjörn Steffenson.

«Serpent’s Hunger» ist dagegen Black Metal pur, wilde Blastbeats geben hier den Ton an. Auch wenn der Schluss mit dem nicht ganz so überzeugenden «Fierce Desire» und dem Instrumental «Epilogue» etwas harzig ist, bleibt unter dem Strich ein solides Black/Death Album, das mit guten Melodien und Riffs nicht geizt. Obwohl man meist im schnellen Tempo unterwegs ist, verstehen es Crocell ausserdem zum jeweilig richtigen Zeitpunkt auf «Of Frost, Of Flame, Of Flesh» die Bremse zu drücken.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/deAEa6pSebY

Samstag, 20 Juli 2024 06:24
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v. 10 Punkten: 8.7

Die britische Deathcore Band TURIN hat in den vergangenen Jahren bereits beeindruckende Erfolge erzielt. Das neue Album «The Unforgiving Reality In Nothing» könnte sie nun auf die nächste Stufe bringen.

Die zehn neuen Songs sind pulsierend, atmosphärisch zerstörerisch und kommen sofort in die Gänge. Bösartige Vocals führen den Angriff an und ziehen einen Berg von monströsen Riffs und Maschinengewehr-Drum-Sequenzen mit sich. Zwischendurch fliessen auch geschwärzte Töne durch die eisigen Adern, die durchzogen von giftiger Intensität sind. Bissige Gesangs-Ausbrüche und starke Blastbeats wuchern, während eindringliche symphonische Elemente die Peripherie umschwirren. Es dauert auch nicht lange, bis eine weitere Runde zermalmender Grausamkeit die Zähne fletscht. Ein Wirbelsturm aus böser Lead-Arbeit verstärkt das Gemetzel, bietet ein kurzes, aber nervenaufreibendes Zwischenspiel, bei dem man das Gefühl hat, dass etwas Böses aus dem Schatten auf einen zukommt.

Auch süchtig machende Hooks vereinen sich immer wieder mit rasenden Drumbeats, die den Kopf kreisen lassen, während inmitten der Wildheit verführerische Melodien aufblitzen. Eine kleine Verschnaufpause wird in Form eines Abschnitts mit cleanen Vocals geboten, bevor es wieder brutal zur Sache geht. Um in der Sparte Deathcore hervorzustechen, bedarf es ein ausgeprägtes Mass an Kreativität und Einzigartigkeit, um nicht in der Flut von Bands unterzugehen, die versuchen, auf der Welle eines aufstrebenden Metal-Genres mitzureiten.

Turin haben mit «The Unforgiving Reality In Nothing» sicherlich ein positives Statement in diese Richtung abgegeben. Jeder Track hat seinen eigenen, individuellen Funken, der dafür sorgt, dass das Album von vorne bis hinten spannend ist. Dieses Werk wird zweifellos einige Köpfe verdrehen und zum Rauchen bringen, denn es ist so fesselnd und intensiv, dass man gar nicht anders kann, als noch einmal einzutauchen. Magisch – wenn man dieses Wort im Zusammenhang mit Deathcore verwenden darf.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lSyXmENz828

Samstag, 20 Juli 2024 06:17
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v. 10 Punkten: 10

Als Gitarrist Steve Morse, der ab Ende 1994 Ritchie Blackmore ablöste, vor ziemlich genau zwei Jahren verkündete, dass er Deep Purple verlasse, um sich fortan um seine krebskranke und inzwischen verstorbene Ehefrau Janine kümmern zu können, sah es nach der "Ezrin-Trilogie" mit den Alben «Now What?!» (2013), «inFinite» (2017) und «Whoosh!» (2020) kaum nach einem weiteren Studio-Werk aus. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!

Der Grund dafür ist schnell gefunden und fokussiert sich auf den "neuen" Gitarristen Simon McBride, der zuerst für anstehende Konzerte einsprang und kurz danach mit seiner an Gary Moore und Joe Satriani angelehnten Spielweise einen ungeahnten Energie-Schub beim britischen Rock-Dinosaurier auslöste. Die enthusiastischen Fan-Reaktionen beflügelten schliesslich den Gedanken, ob es nach dem "Corona-Cover-Album" «Turning To Crime» (2021) mit den letzten Studio-Aufnahmen von Morse zu einem weiteren Studio-Album mit McBride kommen möge?! Die Gebete wurden erhört und gipfeln nun in der erhofften Blut-Auffrischung.

Als jahrzehntelanger Fan seiner Helden läuft man natürlich mit einer rosaroten Brille durch die Gegend, und dies lässt jegliche Kritik an einem abprallen. Dies im Speziellen, was die letzten drei Studio-Releases angeht, die letztlich klar die Handschrift von Steve Morse tragen. So entstanden grundsätzlich tolle Songs, die insgesamt aber eher "zu ruhig" und "zu progressiv" daher kamen. Mit dem Einstieg von Master McBride erwachte das schlafende Rock-Monster jedoch wieder und fuhr zunächst sehr scharfe Live-Krallen aus. Dabei wiederholte sich eigentlich genau das, was Joe Satriani ab Dezember 1993 bis im Sommer 1994 auslöste.

Weil dieser damals aber aus vertraglichen Gründen, und leider muss man sagen, nicht fest einsteigen konnte, begann danach eben die Ära mit Morse. Dieses Schicksal widerfuhr Simon McBride zum Glück nicht, was dann im September 2022 schliesslich zu Deep Purple Mark VIII führte. Der Rest ist, wie man so schön sagt, bereits Geschichte, und hört man sich nun die insgesamt dreizehn neuen Songs auf «=1» (Englisch gesprochen "equals one")an, kommt man nicht mehr aus dem Staunen heraus und denkt sich dabei sogleich, ohne die Reputation des Vorgängers anzutasten, wäre dies alles doch schon vor zehn Jahren geschehen.

Was hier in erster Linie mitschwingt (McBride ausgeklammert), ist das Alter der Protagonisten, die sich langsam in biblischen Gefilden befinden. Gillan wird bald 79, Glover Ende Jahr ebenso, Paice und Airey sind beide auch bereits 76, während McBride mit Jahrgang 1979 selbst den Rezensenten (1964) lockerst abhängt. Und genau diese jugendliche Frische beflügelt das neue Material, sprich lässt Altfans dahin schmelzen wie Eis an der Sonne, und der jüngeren Garde wird dabei eindrücklich vor Augen geführt, was satte 56 Jahre nach dem Debüt und den Höhenflügen der 70er bis 90er effektiv noch möglich ist, einfach unfassbar!

Ohne Intro fällt beispielsweise der Opener «Show Me» gleich mit der Türe ins Haus, gefolgt von einem weiteren Kracher der Marke «A Bit On The Side» (mit pumpendem Glover-Bass vom Feinsten!), und spätestens bei «Sharp Shooter», wo Vibes von «In Rock» (!) aufblitzen, ist der Bär los und nicht mehr aufzuhalten. Auch wenn man sich womöglich zuerst an gewisse Synthie-Sounds von Don Airey gewöhnen muss, sind es in erster Linie die zahlreichen Soli von McBride, die den Unterschied ausmachen. Dazu liefert Ian Gillan einmal mehr voll ab und vermag das auch live zu bringen. «=1» beinhaltet alles, was Deep Fans träumen lässt!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/bbwiEDD04CY

Freitag, 19 Juli 2024 04:59

Obwohl Afrika 20% der Landmasse der Erde ausmacht, ist es in der Musik und besonders im Metal ziemlich inexistent. Während Ägypten mit seinen beschwörenden Darstellungen der antiken Zivilisation (Scarab, Lycopolis) unangefochten ist, wird man Musik von Togo nur mit Mühe finden können.

ARKA'N ASRAFOKOR, die wohl einzige togolesische Metal-Band, die in der Hauptstadt Lomé beheimatet ist, legt mit «Dzikkuh» nun ihre zweite Platte vor. Arka'n Asrafokor verkörpern eine weitere Interpretation weniger bekannter, einheimischer Volksmusik, die in Hard Rock und Metal-Stilen verwendet wird. Sie folgen damit Bands wie Alien Weaponry (Maori), Shepherds Reign (Polynesien), Bloodywood (Hindi) oder The Hu aus der Mongolei. Riffige Einflüsse von Alien Weaponry, Sepultura und Pantera überlagern sich mit Perkussion, Melodien und Motiven aus der Ewe-Kultur, aus der die Band stammt.

Das Rückgrat von «Dzikkuh» ist, wie bei jedem guten Folk Metal, die rhythmische Gitarre. Gitarrist und Sänger Rock Ahavi hat keinen Mangel an groovigen Riffs. Es wird eine Fülle von Harmonien geboten, die mit rücksichtsloser und energiegeladener Hingabe auf den Zuhörer einprasseln, während das Rumpeln von Bassist Francis Amevo und die wütenden Beats von Perkussionist Mass Aholou sowie Schlagzeuger Richard Siko die Intensität noch verstärken. Der zweite Sänger Enrico Ahavi sorgt derweil mit Growls und sporadischen Raps für zusätzliche Intensität.

Während Ahavis Grunzer den Angriff in Songs wie «Final Tournament» und «Angry God Of Earth» verstärken, verblasst die Wirkung etwas, wenn sie übermässig eingesetzt wird. So wie bei «Still Believe» und dem abschliessenden «The Calling», die in Rock inspirierter Melodramatik schwelgen. Während einige Songs in ihrer Intensität fast perfekt sind, entgleisen andere, «Not Getting In Line» und «Asrafo» zum Beispiel, mit einer fast schon Mathcore-artigen Wildheit.

Klar, als einziger Metal-Act in Togo kann man sich das Studio nicht gross aussuchen, und so mussten Arka'n Asrafokor ihr Album in einem winzigen, behelfsmässigen Studio ausserhalb von Lomé aufnehmen. Technisch, ohne zu auffällig zu sein, um sich auf die einheimischen Elemente der Band zu konzentrieren, trägt jedes Mitglied mit Herz zu einem Akt der Leidenschaft und Kraft bei. Alle zehn Songs auf «Dzikkuh» spiegeln die Wurzeln der Stammes-Krieger wider und sind ein beeindruckende Tracks eines Acts, der zukünftig noch viel mehr zu bieten hat - ein mutiger Vertreter eines Kontinents, der in Metal-Kreisen zu oft vernachlässigt wird.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0dddNfrRtFE

Freitag, 19 Juli 2024 04:52

Aus Amerika kommt AKHLYS mit ihrem vierten Album «House Of The Black Geminus» über den grossen Teich zu uns geflogen. Habe ich schon den Vorgänger «Melinoe» gebührend abgefeiert, so bin ich natürlich sehr gespannt, was «House Of The Black Geminus» denn so kann?!

Der Reigen wird mit dem 12-minütigen Opus «The Mask Of Night-speaking» düster und rasend schnell eröffnet. Das ist harscher Black Metal, der ein wenig Blut Aus Nord ähnelt. So kann dieser Song mit Albtraum-artigen Melodien mehr als überzeugen. Wie ein Wüstensturm fegt «Maze Of Phobetor» über unser Haupt hinweg. Ohne Gnade und keine Rücksicht auf Verluste heisst hier das Motto. Epische Mystik wird mit «Through The Abyssal Door» auf eine grossartige Art und Weise dargeboten! Natürlich versprühen Akhlys auch in dieser ruhigeren Gangart ihren betörenden Charme.

Geheimnisvoll zieht «Black Geminus» seine unheilvollen Kreise und kreiert eine mysteriöse Soundcollage, die eigentlich nur als Geräusch-Kulisse durch geht. Majestätisch erhebt sich «Sister Silence, Brother Sleep» und präsentiert so hymnenhaften Black Metal der Spitzenklasse. Die Raserei artet zur Völlerei aus, aber der Sinn für die geniale Melodie geht nie verloren! Das Schlussfeuerwerk wird mit «Eye Of The Daemon – Daemon I» gezündet, und nochmals wird man von erbarmungsloser Raserei beinahe um den Verstand gebracht! «House Of The Black Geminus» birgt fantastischen Black Metal, den Akhlys hier zelebrieren!
Roolf

cede



https://www.youtube.com/embed/AauNb806oF0

Freitag, 19 Juli 2024 04:41

Bereits 2018 stellte «Waiting For The Endless Dawn» ein ausuferndes, mäanderndes Monster von einem Album der australischen Gothic Doom Band THE ETERNAL, das Publikum auf eine harte Hörprobe. Mittlerweile sind fünf Jahre vergangen, und die Truppe aus Down Under ist zurück mit einer weiteren Dosis Doom und Düsternis.

«Skinwalker» ist bereits das siebte Album des Vierers. Nachdem Olli Pekka-Laine und Tomi Koivusaari, beide Amorphis, ihre eigenen Projekte verwirklicht haben, darf sich auch Schlagzeuger Jan Rechberger zu ihnen gesellen. Während seine Band-Kollegen beide eher im Death Metal verwurzelt sind, ist Rechberger mit The Eternal im Gothic Doom zuhause. Der über 10-minütige Opener «Abandoned By Hope» ist ein massives Stück mit Einflüssen von Paradise Lost, My Dying Bride und Tiamat. Mit schweren Riffs und weinerlichen Schnörkeln ebnen sie den Weg für Mark Kelsons weichen und klagenden Gesang.

Dass Tomi Joutsens tiefes Gastgebrüll als Akzent eingestreut wird, ist ein guter Ausgleich zu Kelsons mürrischem Gesang. Im krassen Gegensatz dazu steht «Deathlike Silence», ein prägnantes Rock-Juwel mit einem süssen, ohrwurmartigen Refrain. Es klingt wie eine Mischung aus Lacrimas Profundere und Paradise Lost. «Under The Black» funktioniert ebenso gut mit Klängen, die sich mit der Glätte von Ghost und H.I.M. vermischen. Bei «When The Fire Dies» spielen die Post-Elemente wieder eine grosse Rolle, indem sie die Kraft des zerbrechlichen Mope-Rocks erweitern.

Mark Kelson ist der unterdrückte Ringmaster der Zeremonien, der den Zuhörer mit kluger Stimm-Platzierung von einer Attraktion zur nächsten führt. Einmal mehr sind Joutsens Todes-Eruptionen das Sahnehäubchen auf dem Grabkuchen. Ohne dass sich ein Song uninspiriert anfühlt, liefern The Eternal wieder einmal eine Stunde Musik ab, durch die man sich durchwühlen kann.

Trotz der teilweise überfüllten Ladung an zähem Material will man immer noch mehr davon. Das ist eine klare Leistung der Band. Richie Poate und Kelson sind zudem ein formidables Gitarren-Duo das versteht, schwere Doom-Riffs zu verweben. «Skinwalker» bietet über eine Stunde an erstklassiger Depression, die von Profis verkauft wird. The Eternal lassen sich dabei nicht hetzen, und wenn «Skinwalker» nicht schon ihr Goldstück ist, könnte die nächste Platte ihr «Magnum Opus» werden.
Oliver H.
Punkte: 7.9 von 10

2. Meinung: Ehemalige Mitglieder von Amorphis, welche sich zusammen gerauft haben, um Mucke zu fabrizieren - man sollte meinen, dass da was Gutes dabei heraus kommt. Im Grunde genommen ist die Chose ja schon ganz ordentlich, da man schliesslich erfahrene Musiker am Start weiss. Jedoch, und jetzt kommt das ganz grosse Aber: erfahren heisst noch lange nicht gut. Und was wir hier vorfinden, ist zwar, wie erwähnt, ordentlich, und man erkennt immer wieder Reminiszenzen an Amorphis, aber auf Dauer ist diese Scheibe einfach nur langweilig. Mir persönlich fehlt da die Abwechslung, die persönliche Note. Dies soll ja offenbar die siebte Scheibe darstellen, aber ganz ehrlich: Es klingt mehr wie ein Debüt, das noch jede Menge Luft nach oben vermittelt. «Skinwalker» ist sicher nicht schlecht, aber auch nicht wirklich vom Hocker reissend. Ansichtssache!
Toby S.
Punkte: 5.5 von 10

cede

https://www.youtube.com/embed/MjmqX7ItiTg

Donnerstag, 18 Juli 2024 04:47
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v. 10 Punkten: 7.0

Mit ihrem neunten Album «The Head & The Habit» haben die schwedischen Heavy Rocker GREENLEAF den Höhepunkt einer langen Entwicklung erreicht. Vor genau einem Vierteljahrhundert wurde die Truppe nämlich von Tommi Holappa (g), Daniel Lidén (d) Bengt Bäcke (b) aus der Taufe gehoben. Übrig geblieben ist seither nur noch Tommi, der in der Zeit noch einige Mitmusiker, darunter drei Frontmänner, hat kommen und wieder gehen sehen.

Stoner Rock als Stil wurde in den frühen 90ern ja unter anderem von Kyuss prägend voran getrieben, aber Greenleaf tendierten da eher in Richtung Spiritual Beggars oder Queens Of The Stoneage. Bei mir blieben, wie ja zu The Quill schon kürzlich mal angemerkt, vor allem die Beggars hängen. Zu viel mehr gereichte es aus der Ecke, bis auf wenige Ausnahmen, bekanntlich nicht wirklich. Das erklärt dann primär die Vakanz auch dieser Schweden in meinem Plattenregal, aber ein "Déja-vu" wie zur "Causa The Quill" bleibt diesmal aus. Wirklich? Ja definitiv, da offenbar irgend ein Puzzleteil fehlt, um mich nachhaltig abzuholen.

Hört man sich zum Beispiel mit «Stray Bullit Woman» (2007), «Trails & Passes» (2014) und «Electric Ryder» (2001) die drei streamstärksten Nummern bei Spotify an, dann steht hier gefühlt mehr Dampf, Blues oder simplerer Rock dahinter als heute. Was eingangs als "lange Entwicklung" beschrieben wurde, vermag mich aktuell noch weniger anzusprechen als damals, wo ich seit je her immer auf der Suche nach packenden Riffs und Hooks gewesen bin. Eigentlich klingen Greenleaf auf dem gewohnten Fuzzbox-Teppich eher wieder nach den alten Spiritual Beggars, die nachher ja mehr in Richtung von griffigerem (Hard) Rock gegangen sind.

Man kann es drehen und wenden wie man will, aber Musik ist und bleibt immer den persönlichen Präferenzen unterworfen. Somit steht weder die Professionalität, noch das Songwriting an sich zur Diskussion. Natürlich gibt es Mucke, die man sich nach einer Weile "schönhören" kann, aber der Opener «Breathe, Breathe Out» wird dadurch für mich nicht besser. Auch die beiden nachfolgenden Tracks «Avalanche» sowie «Different Horses» sind handwerklich ohne Makel und stilgerecht. Trotzdem fliegt «The Head & The Habit» insgesamt, bis auf «Oh Dandelion», unter meinem musikalischen Radar durch. Für alle anderen gilt: Antesten tut Not!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/DF9D8GWfcHY

Donnerstag, 18 Juli 2024 04:42
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v. 10 Punkten: 6.0

Zum fünften Mal schlägt die Doom-Truppe namens PALLBEARER zu und das mit dem Album «Mind Burns Alive». Sehr verträumt beginnt «Where The Light Fades» und das ist dann in der Folge sehr folkige Musik mit sehr reduziertem Sound. Leider finden sich an der Stelle weder Ecken noch Kanten!

Der Titeltrack Ist ebenfalls von der ruhigen Sorte und eigentlich als klassische Hintergrund-Musik bestens geeignet! Noch tiefenentspannter kommt «Signals» daher und signalisiert höchstens Alternative Rock. Das Gleiche trifft auch auf «Endless Place» zu, aber hier sind wenigstens die Gitarren ein wenig mehr zu hören. Nach dem Saxophon-Break bin ich nun aber ganz raus! Was bietet «Daybreak»? Entspannung pur mit amerikanischem Folk Rock. Feierabend ist mit «With Disease» und der dazugehörenden Ruhe! Wo ist diese begeisternde Band bloss hin, die ich in der Roten Fabrik live noch abgefeiert habe? «Mind Burns Alive» stellt für mich nichts als eine riesige Enttäuschung dar!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ForlbXHLVIs

Donnerstag, 18 Juli 2024 04:35
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v. 10 Punkten: 6.0

Puh, da schliessen sich die Türen bei mir aber sehr schnell! Im Grundsatz versucht Sänger Peter Halldén melodischen Hard Rock zu kreieren, der er aber leider mit klinisch, kalten Sounds vermischt wird. JD MILLER klingen so, als würde man Eis an die Sonne halten, was alles dahin schmelzen lässt und man bald nichts mehr in den Händen hält.

So geschieht das auch mit den Tracks von «Empyrean». Am Ende bleibt weder etwas haften, noch sind wärmende Emotionen vorhanden. Also ein Songwriting, das die Musik in meinen Augen belebt und nachhaltig macht. Wer sich aber neueren und modern ausgerichteten Material nicht verschliesst, kann hier ruhig reinhören, respektive sich über die einerseits eigentlich guten Refrains und die andererseits kalte Atmosphäre selbst ein Bild machen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pgMqwWqpD30

Mittwoch, 17 Juli 2024 04:58

Mit dem vierten Album «Raw Blood Singing» tritt das Duo INSECT ARK wieder ins Rampenlicht. Die amerikanischen Musiker/in Dana Schechter (Swans) und Tim Wyskida (Khanate, Blind Idiot God), die beide mittlerweile in Berlin wohnen, spielen einen eigenwilligen Mix aus verschiedenen Stilen des Extreme Metals.

«Birth Of A Black Diamond» kommt mit mystischen Soundlandschaften daher, und man fragt sich, zu welchem Film dieses Intro gehört?! Mit fühlbarer Eiseskälte kann «The Frozen Lake» dienen. Vor dem geistigen Auge öffnen sich Abgründe und mit dem beschwörenden Gesang von der Sängerin Dana Schechter wird dieser Song noch eindrücklicher! Im Soundtrack-Modus geht es mit «Youth Body Swayed» in die nächste Runde. Doomig schwer und unglaublich massiv, genauso zieht dieser Track in die Gehörgange der Zuhörer!

Dramatisch beginnt «Cleaven Hearted», und das klingt wie nach den letzten Minuten vor der Exekution! «The Hands» geht wiederum als Soundtrack zu einem Psycho-Thriller durch und ist alles andere als leichte Kost! In die gleiche Schublade gehört auch «Psychological Jackal»! Schaurig schön ist «Inverted Whirlpool», und langsam wird das Nervenkostüm immer dünner! Mit undefinierbarem Rauschen setzt das Outro «»Ascension» den Schlusspunkt. «Raw Blood Singing» ist nur für Leute mit einer ausgewogenen Psyche, denn das Gemüt wird hierbei auf eine harte Probe gestellt!!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/EkQ3m3cnJIQ

Mittwoch, 17 Juli 2024 04:49
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v. 10 Punkten: 7.2

Die 2005 gegründete Band TAKE OFFENSE aus Chula Vista, Kalifornien stösst zu neuen Ufern vor. All die Jahre des Feilens und des damit verbundenen Blutes und Schweisses, haben sie schliesslich zu «T.O.tality» gebracht, der neuen, insgesamt vierten LP, die über ihr neues Label MNRK erscheint.

In einer Zeit, in der sich jeder weisse High-Tops umgeschnallt und die Wege von DRI, Celtic Frost und Judas Priest studiert hat, fanden Take Offense einen neuen Ansatz, der mit Sinn für Modernität ausgestattet ist - dem hart treibenden Ethos des Thrash, der Finesse des Speed Metal und der spöttischen Hartnäckigkeit des Hardcore, während sie gleichzeitig noch ihrer Heimat Südkalifornien zugenickt haben. Mit «T.O.tality» hat der Fünfer den Gipfel des Crossover-Stils erreicht. Im Gegensatz zu Bands, die versuchen, den Crossover für die heutige Zeit neu zu erfinden, orientiert sich die Truppe am Sound und der Attitüde ihrer kalifornischen Vorbilder.

Bands wie Cryptic Slaughter, Excel und Suicidal Tendencies, die sich ebenfalls stark an die Skate-Ästhetik anlehnten, aber Gitarren-Götter wie George Lynch, Warren DiMartini und Eddie Van Halen verehrten. «T.O.tality» ist ein Liebesbrief an diese Szene, vorgetragen in Form von vierzehn Songs, die die Grenzen der Genre-Konventionen sprengen. Wie schon bei früheren Aufnahmen, wurde diese Platte mit Nick Jett (Terror) und der Band aufgenommen. Leider führten Termin-Konflikte zwischen Gitarrist Greg Cerwonka, Sänger Anthony Herrera, Bassist Randy Noyes, Schlagzeuger Mitch Reitman und Rhythmus-Gitarrist Ricky Garcia dazu, dass sich die Aufnahmen des Nachfolgers von «Cause & Effect» in die Länge zogen.

Die erste Single von «T.O.tality» ist nicht nur der Opener des Albums, sondern lässt auch einen Einblick in die Weltanschauung von Take Offense zu. «Greetings From Below» geht direkt in einen gebogenen Akkord über, eine Visitenkarte für den Rest des Albums, bevor ein faustballendes Riff losdrischt, das von donnerndem Double-Bass-Drums unterstützt wird. Von diesem Moment an schreit Herrera mit Entschlossenheit über die Eroberung der Strasse, die noch vor ihm liegt und der schwelenden Ruinen, die er bereits hinter sich hat. Take Offense sind bereit, mit ihrem bisher überzeugendsten Album in deine Stadt einzudringen. Ganz egal, wie weit «T.O.tality» kommen wird, im Herzen bleibt das Quartett seinen Wurzeln aus den Anfangstagen treu.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/KaV1OlBZgXQ

Mittwoch, 17 Juli 2024 04:40
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v. 10 Punkten: 6.5

Es gibt Bands, die hauen ein Album heraus, bevor sie je eine Bühne gesehen haben, und dann gibts die Norweger von AKTIV DÖDSHJELP. Die Band existiert seit siebzehn Jahren..., und ja..., Ihr lest richtig..., SIEBZEHN, und jetzt veröffentlichen sie, nach all der Zeit, ihr Debüt-Album! Ja..., Ihr lest richtig..., DEBÜT!

Offenbar zu busy, ganz Norwegen und die Peripherie von Schweden zu rocken. Nichtsdestotrotz hat sich die Truppe in der Zeit den Respekt als fabelhafte Live-Band erarbeitet. Scheinbar sind ihre Texte obendrauf auch noch witzig und ironisch, dafür müsste man aber Norwegisch verstehen, sonst klappt das mit dem Witz natürlich nicht. Bleibt abzuwarten, ob Aktiv Dödshjelp es nun mit ihrem Erstling auch ausserhalb der skandinavischen Länder schaffen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/o79gH8qJAP0

Dienstag, 16 Juli 2024 04:36
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Heidelberger DEZPERADOZ legen mit «Evil Wayz» gleich ordentlich los - einem Western Metal Song, wie man ihn von den Deutschen kennt. Die Musik liegt laut eigenen Angaben zwischen Ennio Morricone, Metallica, Lynyrd Skynyrd, Western/Country Metal und Southern Rock angesiedelt und passt wie die Faust aufs Auge.

Fetzige Country Rock Nummern wie «Angels Share» bestätigen dies nur, hammergeile Song übrigens. Im 25. Jahr ihres Bestehens entführen uns Dezperadoz diesmal in ein düsteres Zeitalter vor etwa hundert Jahren, sprich in die Zeit der Prohibition in den USA. Das neue Album «Moonshiner» erzählt von dieser Ära des Schwarzbrennens und Schmuggelns mit verbotenem Alkohol, all seinen Geschichten und Mythen zu dieser Zeit. Zudem hat sich Tom Angelripper von Sodom als ehemaliger Dezperado eine Gastrolle ergattert. Zurück zur Musik, ich höre mir gerade das coole, entspannte «Never Stop To Start Again» an.

Die Southern Rock Nummer ist echt gut gelungen. Die letzten zwei Minuten, mit akustischer Gitarre gespielt, markieren ein klasse Outro, das sich sehr ansprechend zeigt. Hört man sich «Mexican Border» an, fühlt man sich wie in einem Western kurz vor dem Duell zweier Desperados. In die gleiche Stil-Ecke zielt «Man Of Constant Sorrow» und beweist dabei seine grosse Klasse. Was die Deutschen hier auf «Moonshiner» abliefern, ist schlicht sowas von geil. Western Rock bis Metal auf durchgehend hohem Niveau. Das Ganze klingt frisch und ist mal etwas ganz anderes, sehr hörenswert und einfach "Yihaahh"!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Zko1ogjXHFU

Dienstag, 16 Juli 2024 04:27
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v. 10 Punkten: 7.8

Nach fünf Jahren Wartezeit haben KATI RÁN und ihre Truppe endlich ihr erstes komplettes Album «Sála» veröffentlicht. Inspiriert von der nordischen Mythologie könnte das Ganze den Fans von Heiliung oder Wardruna gefallen, aber mit einer eigenen Note. Kati Rán verwebt hier die nordische Mythologie mit modernen Elementen.

Der Opener und Titeltrack beginnt mit einem traditionellen Bukkehorn und Trommeln. Kati Ráns ruhige und klare Stimme verleiht der Musik einen frischen und modernen Touch. Das Album enthält viele Sprachen und Elemente, die für reichlich Abwechslung sorgen aber nicht verwirren. Die Länge von fast achtzig Minuten Spielzeit könnte allerdings herausfordernd sein. Ein gutes Beispiel dafür «Vetrarhörkur», denn der Song erwacht mit einem hypnotischen Rhythmus, der anschliessend von Kati Ráns klarem Gesang optimal begleitet wird.

Traditionelle Instrumente und moderne Parts verleihen dem Stück eine einzigartige Atmosphäre. Neben «Vetrarhörkur» ist auch «Hrafnar» als Mischung aus düsterem Gesang und atmosphärischen Klängen empfehlenswert. Ein fröhlicheres Lied ist «Hulduljóð» und lebt von lebhaftem Rhythmus mir einer optimistischen Stimmung. Die Kombination aus traditionellen Instrumenten und modernen Klängen macht es zu einem richtigen Ohrwurm. Insgesamt ist «Sála» ein guter Start für die holländische Künstlerin, die in der nordischen Folkszene mitmischt.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kf0FE0FFTzE

Dienstag, 16 Juli 2024 04:21

Also, diese Norweger sind eine spezielle Angelegenheit. 2009 wurden VESTINDIEN gegründet, und damals spielte man noch Hardcore Punk. Später wurde der Black Metal entdeckt und dieser mit Punk vermischt.

Auf ihrer zweiten Langrille sind Vestindien nun auf experimenteller Reise und präsentieren dem Zuhörer eine Klang-Collage aus Psychedelic, Prog, Black Metal und Punk. Der Vierer hat sich übrigens nach einem Bordell in Bergen benannt. Die Band macht es also weder sich noch den Fans einfach. «Verdande» ist ein komplexes Werk, das objektiv gesehen wohl bei einigen Käufern voll einschlagen wird. Die Songs brauchen jedoch mehrere Durchläufe und offenbaren dabei immer wieder neue Details.

Songs wie der Opener «Humus» oder «I En Hule Under Berget» besitzen darüber hinaus eingängige Hooklines, aber doch sind es eher die psychedelischen Synthie-Klänge, welche das Album prägen. Besonders im Titeltrack, der über sieben Minuten vom Keyboard dominiert wird. Auch wenn die ganze Angelegenheit meinen Geschmacksnerv nicht trifft: Dieses Album ist faszinierend, gleichzeitig verstörend und sphärisch zugleich. Wer jetzt noch nicht abgeschreckt ist, darf meiner Bewertung gerne ein bis zwei Punkte hinzu fügen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hSGWMfrRQuk

Montag, 15 Juli 2024 04:34

Der Steigerungslauf der Sauerländer ORDEN OGAN hält weiter an. Empfand ich die ersten Alben als zu stark gehypt, und konnte ich das damals hoch gelobte musikalische und songwriterische Niveau nie nachvollziehen, bewegen sie sich für mich seit einigen Jahren endlich so, wie sie damals verkauft wurden.

Und das gilt auch für das neue Album «The Order Of Fear». Hier knallen die Lieder und bewahren trotz aller Härte ihre Eingängigkeit. Laut dem Promo-Schreiben wird hier eine Geschichte erzählt. Die Songs funktionieren aber auch dann, wenn man keinen blassen Schimmer davon hat, um was es textlich geht. Auffallen tut die musikalische Abwechslung. So ist «Moon Fire» etwa grösstenteils ein Stampfer, während «Conquest» ein paar Folk-Elemente aufweist, während «Blind Man» die Landsleute von Blind Guardian interpretiert. Die Nähe zu diesen Szene-Primussen ist für Orden Ogan aber nichts Neues, sondern seit Beginn fester Bestandteil ihrer Musik.

Einen Höhepunkt stellt die Power-Ballade «My Worst Enemy» dar, bei der die besungene Person feststellt, dass ihr grösster Feind immer sie selber war. Mit «Anthem To The Darkside» geht es dem Titel entsprechend gleich wieder heftig zu und her, während beim Sprechteil «The Journey Thus Far» endgültig Film-Atmosphäre aufkommt. Auch die Bezeichnung des Tracks «The Long Darkness» entspricht der Atmosphäre, die erzeugt wird. Diese Nummer schliesst das Album letzlich würdig und episch ab. Power wie Heavy Metal Fans können mit «The Order Of Fear» kaum was falsch machen, und die Popularität von Orden Ogan wird dadurch sicher noch gesteigert.
Roger W.

cede

 

"https://www.youtube.com/embed/o1lEwD327Go

Montag, 15 Juli 2024 04:24

«Godform» ist das dritte Album der kalifornischen Band THE LAST OF LUCY, die sich im modernen technischen und brutalen Death Metal bewegen.

Ihre Musik ist von blitzschnellen Gitarren-Läufen, polierten Tönen und aggressiver Produktion geprägt. Sie kombinieren technischen Death Metal mit Deathcore-Attitüde und experimentieren mit introspektiven, spacigen Passagen und jazzigen Elementen. «Godform» ist ein dichtes, komplexes Werk, das sich nicht immer an traditionelle Song-Strukturen hält. Die Band wechselt sich zwischen brachialen Angriffen und atmosphärischen Momenten ab. Zum Beispiel bietet der Song «Twin Flame» harte Passagen als auch sanfte Breaks mit sauberen Gesangs-Melodien und jazzigen Einflüssen. Die Band hat sich von der Idee inspirieren lassen, dass die Menschheit in ihrer technologischen Entwicklung einen Punkt erreicht hat, an dem sie sich selbst als “Gottform” betrachten könnte.

Das Album erkundet diese Vorstellung und die damit verbundenen ethischen und existenziellen Fragen. Die Texte auf «Godform» behandeln Themen wie künstliche Intelligenz, Singularität, menschliche Hybris und die Suche nach Bedeutung im Universum. Die Band verwebt diese Konzepte mit ihrer technischen und brutalen Musik, um eine einzigartige klangliche Erfahrung zu schaffen. Insgesamt ist “Godform” nicht nur ein musikalisches Werk, sondern auch eine Reflexion über unsere Beziehung zur Technologie und unsere Rolle im Universum. «Godform» ist mit seinen 32 Minuten knackig und energiegeladen. Es ist eine Mischung aus technischer Raffinesse und brutaler Härte. Fans von anspruchsvollem Death Metal sollten hier definitiv ein Ohr voll riskieren!
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/J8FTUZpoWtA

 

Montag, 15 Juli 2024 04:15
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v. 10 Punkten: 6.9

Erst letzten Dezember waren sie, angesprochen sind die amerikanischen Funk Rock Legenden Living Colour, nach längerer Live-Abstinenz auch wieder mal bei uns zu Gast. Nun wartet deren Frontmann Corey Glover, zusammen mit Gitarrist Mike Orlando (Adrenaline Mob) und den weiteren Mitstreitern Booker King (b) und Taykwuan Jackson (d) mit einer neuen Band auf: SONIC UNIVERSE.

Auf dem Papier kommt das Ganze schon mal interessant daher, aber ob man hier rein vom Line-up einer weiteren "Supergroup" lauscht, muss sich erst noch heraus stellen. Zu erwarten ist bei dieser Ausgangslage sicherlich eine Art "metallisierter Funk Rock", und genau das kriegt man sogleich mit dem Opener «I Am» voll auf die Lauschklappen geknallt. Hinten raus packt Mike das erste von noch einigen, nachfolgenden wie quirligen Guitar-Solos aus, das, basierend auf Vibes von Master Steve Stevens (Billy Idol), fast etwas überambitioniert bis hin zu beinahe überdreht wirkt.

Der anschliessend zelebrierte Titeltrack steht dem Ganzen in Nichts nach und türmt sich mit fast sieben Minuten Spielzeit zu einem echten Energie-Brocken auf, der eine Band "on fire" zeigt. «Turn A Blind Eye» ginge darauf auch als harte Nummer von Mother's Finest durch. Spätestens an der Stelle wird aber gewahr, dass wir es hier entweder mit ziemlich schlecht gerippten 320er mp3-Files zu tun haben oder wieder einmal ein veritabler "Loudness War" produziert wurde. Es fehlt spürbar an Druck, ist aber (zu) laut und unüberhörbar verzerrt, was den Hörgenuss empfindlich stört.

Erst bei «Whisper To A Scream» geht das Ensemble mal vom Gas runter und setzt so einen stilistischen Farbtupfer. Der Rest steht mehr oder weniger unter dem Banner von Metal Funk Rock, der oft mit sehr prägnanten (und gedoppelten?) Lead-Vocals von Corey aufwartet, der sich zumindest teilweise, also vom Timbre her, nach Jeff Scott Soto anhört. Was allerdings bei den Aufnahmen zum Schluss-Track «Beautiful Disunity» los war, lässt sich nur erahnen. Es hört sich auf jeden Fall total abgefahren an, und unter dem Strich vermag mich «It Is What It Is», trotz Potenzial, nicht abzuholen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1E4TjgmHNq8

Samstag, 13 Juli 2024 06:56

Gehofft hatten es ja letztlich viele Fans, aber dass nun nach sieben Jahren der Funkstille seit dem letzten Werk «BCCIV» tatsächlich wieder ein neues Album von BLACK COUNTRY COMMUNION und erst noch im originalen Line-up mit Glenn Hughes (v/b), Joe Bonamassa (g), Jason Bonham (d) sowie Derek Sherinian (keys) erschienen ist, trägt schon fast etwas Surreales an sich. Doch es ist tatsächlich da, wurde simpel «V» getauft und schürte gleich sehr hohe Erwartungen.

Da eigentlich alle vier Protagonisten in den letzten Jahren ja genug mit sich selber beschäftigt waren, allen voran natürlich Hughes und Bonamassa, reibt sich unsereins schon etwas verwundert die Augen, wo diese Vollblut-Musiker die Zeit her nehmen, um erstens mal überhaupt die Songs zu schreiben und dann damit gleich ins Studio gehen zu können. Doch das schenken wir uns jetzt einfach mal salopp and "let the music do the talking!", wie man so schön sagt. Was hat uns diese unbestreitbare Super-Group aktuell also zu bieten? Da wäre mal der schleppend rockende, geile Opener «Enlighten», der bereits voll zupackt!

Die wunderbare Bridge in den Refrain hinein vermag schon beim ersten Anhören zu gefallen und markiert BBC in Reinstkultur. Gleiches gilt für «Stay Free», einer klasse Rock-Nummer, garniert mit funkigen 70er Keyboard-Klängen und dem ersten ausladenden Solo von Master Bonamassa. Dazu Glenns grandiose Lead-Vocals, die alles voran tragen. Was für ein Beginn, der auch bei «Red Sun» seine geniale Fortsetzung findet und mich gleich umgehauen hat. Besser kann man das nicht machen, Wahnsinn! Waren vor allem die ersten beiden Alben hohe Schule, übertreffen sich die Herren mit ihrem neuen Material gleich nochmals.

Dass sich dann «Restless» als feine Blues-Episode präsentiert, ist Joe geschuldet und fügt sich perfekt ins BCC-Gesamtbild ein, was für eine weitere, geile Nummer! Egal, welchen der insgesamt zehn Songs mal ansteuert, es rockt an allen Ecken und Enden, angereichert mit melodiösen Parts und wunderbaren Gesangslinien von Mister Hughes. Dazu stets songdienliche Keyboard- und Orgelsounds, befeuert mit Bonhams solidem Drum-Teppich. Die Folge davon: «Love And Faith» mit Zep-Vibes der Extraklasse. Dazu wurde der Scheibe ein herrlicher Vintage-Sound verpasst, der so förmlich nach Vinyl schreit! Zulegen Freunde!!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/19gUVBa5X28

Samstag, 13 Juli 2024 06:51
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v. 10 Punkten: 8.0

Nach dem Album «La Morsure Du Christ » von 2021 steht nun der Nachfolger «La France des Maudits» der französischen Band SETH bereit. Dieses Werk ist bereits die siebte Veröffentlichung in der Diskographie der Truppe aus Bordeaux.

Mystisch, aber trotzdem mit viel Raserei beginnt «Paris Des Maléfices». Aufgelockert und auch zugedeckt wird das Ganze mit einem enggewobenen Keyboard-Teppich! Bombastisch flirrt es weiter mit «Et Que Vive Le Diable!» und ja, Französisch eignet sich bestens für Black Metal Gekeife! In die gleiche Schublade kann auch «La Destruction Des Reliques» gesteckt werden. Sehr ruhig und schon fast besinnlich beginnt dafür «Dans le Coeur un Poignard» und lässt sich so als Power-Ballade bezeichnen. Noch zarter und romantischer hört sich die instrumentale Ballade «Marianne» an.

Ein Song, den man so auf einem Black Metal Album nicht vermuten würde! Heftig geht es mit «Ivre Du Sang Des Saints» zu und her! Nur ersticken die omnipräsenten Keyboards jegliche Garstigkeit sofort im Keim! Rasend beginnt «Insurrection» mit symphonischem Black Metal, der aber leider zu glatt daher kommt. «Le Vin Du Condamne» markiert das Ende dieses glattgebügelten Albums. Nochmals wird zügiger Bombast Black Metal geboten. Seth haben mit «La France Du Maudits» ein solides Genre-Opus produziert, das sich allerdings ein wenig zu fest auf die Keyboards abstützt!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CTPLFN1CZCs

Samstag, 13 Juli 2024 06:46

Das dritte Album der Bochumer LEGIONS OF THE NIGHT hat mit Wundersänger Henning Basse (ehemals Firewind, Metalium) einen absoluten Spitzenkönner in den eigenen Reihen. Aber auch Gitarrist Jens Faber kann sich sehen und hören lassen. Zumindest lässt das Solo beim Opener «No Control» auf ein sehr hohes, spielerisches Können schliessen.

Musikalisch bewegt sich das Trio auf leicht progressiven, dunklen Power Metal Pfaden, bei denen musikalische Geschichten erzählt werden und Breaks, wie auch Tempo-Wechsel zur Tagesordnung gehören. Das ist einerseits für die Progger zu "langweilig" und könnte für die Power Metaller zu "komplex" sein. Wer sich aber nicht zwischen diesen beiden Stühlen befindet, sollte sich unbedingt mit Liedern wie «Rebirth», «Better Man» oder «One Moment» auseinander setzen.

Selbst Savatage in der Phase mit Zak Stevens hätten das nicht besser hingekriegt. «Darkness» ist auf jeden Fall ein spannendes Werk geworden, da es hier immer wieder Neues zu entdecken gibt und die Chose alles andere als gleichförmig erklingt. Wer sich eine musikalische Mischung aus Savatage, Circle II Circle und Iced Earth vorstellen kann, muss hier eigentlich zugreifen, und dies nicht nur wegen der sehr geilen Savatage Cover-Version von «Tonight He Grins Again».
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2zaVh9adXSg

Freitag, 12 Juli 2024 04:41

Die italienische Band FORGOTTEN TOMB bringt mit «Nightfloating» bereits ihr elftes Album auf den Markt und feiert gleichzeitig ihr 25-jähriges Bestehen.

Der Titeltrack «Nightfloating» eröffnet den Reigen mit melancholischem Dark Metal der gehobenen Klasse und vermag hier mit einem unglaublichen Groove zu überzeugen. Starker Einstieg, der mit «A Chill That You Can't Taint» nachsetzt und so ganz dunkle Vibes versprüht werden! Wunderschönes Gitarren-Spiel wertet das Ganze noch mehr auf. «The Sickness Withered My Heart» ist melodiöser Black Metal der absoluten Spitzenklasse, und die melancholischen Breaks verleihen dem Song das gewisse Etwas. Flirrende Gitarren markieren anschliessend den Beginn von «Unsafe Spaces».

Hierbei wird erneut ein dunkler, aber mitreissender Part freigesetzt, dem man sich nicht entziehen kann! Und das göttliche Gitarren-Solo darf dabei auch nicht unerwähnt bleiben! Bei «Drifting» handelt es sich um ein ruhiges Zwischenspiel, bevor «A Despicable Gift» das Ende markiert. In diesen elf Minuten dominiert das Element der Düsternis, und auch die Melancholie kommt dabei nicht zu kurz. Und als Extra wird noch ein weiteres, geniales Solo geboten! Forgotten Tomb machen sich und der gesamten Fanschar mit diesem sensationellen Album ein Riesen-Geschenk, denn «Nightfloating» hat es wahrlich in sich!

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ma_LZgAQisg

Freitag, 12 Juli 2024 04:37
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v. 10 Punkten: 8.0

Es ist das Tribut-Geschenk von Mr. Big an ihren ehemaligen Trommler Pat Torpey (R.I.P.), die mit ihren Welthits «To Be With You» und «Wild World» nicht nur den Hard Rocks Fans ein Begriff sind.

Auch wenn die Stimme nicht mehr so mitmacht, wie dies Sänger Eric Martin gerne möchte, so zeigt er auf diesem, dem logischerweise zehnten Studio-Album, seine etwas kernigere Stimme, die es vermeidet in zu hohe Gefilde aufzusteigen. Die schon bekannte Single «Good Luck Trying» wird vom flotteren und bedeutend weniger verspielt dargebotenen «I Am You» abgelöst. Mit dieser grandiosen Melodie und dem mitreissenden Refrain beweisen die Amis um Eric, dass sie noch immer brillante Songs zu komponieren vermögen. Einmal mehr zeigt sich Gitarrist Paul Gilbert von seiner besten Seite.

Dank der virtuosen Bassläufe von Bill Sheehan und dem effektiven Schlagzeugspiel von Nick D'Virgilio wird das Ganze voran gepusht. Mit einem spürbaren Groove der Beatles geht «Sunday Morning Kinda Girl» ins Rennen, während die mehrstimmigen Chöre der Band-Mitglieder bei «Who We Are» zum Tragen kommen. Verspielt und mit leichten U2-Anleihen erklingt «As Good As It’s Get», und als packender Abschluss steht die Ballade («The Frame») bereit, welche den grossen Hits Konkurrenz macht. «Ten» ist den Jungs geglückt, und sie werden speziell die Fans der ersten vier Studio-Alben damit begeistern können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/u4iI08l9Viw

Freitag, 12 Juli 2024 04:32

Eintauchen in ein musikalisches Phänomen, das seinesgleichen sucht: Das 30-jährige Jubiläum des ikonischen AMORPHIS Albums «Tales From The Thousand Lakes» wird mit einer Live-Aufnahme zelebriert, die in Sachen Brillanz und Intensität neue Massstäbe setzt.

Diese einzigartige Veröffentlichung wurde, wie bereits «Queen Of Time», stressfrei und ohne Publikum, in chronologischer Abfolge, im geschichtsträchtigen Tavastia-Club in Helsinki aufgenommen. Alle Musiker sehen von «Thousand Lakes» bis zu «My Kantele» relaxed und frisch aus. Es mögen zwar die Fans fehlen aber die Musik spricht für sich. Die einzigartige Mischung aus Death Metal, Gothic Rock und Progressive Metal, gespickt mit der 70er-Jahre Hammond Orgel und finnischer Folklore ist nahezu perfekt. Tomi Joutsen versteht es, den damals noch von Tomi Koivusaari und Ville Tuomi gesungenen Tracks seinen individuellen Stempel aufzudrücken, ohne die Seele der Songs zu verändern.

«Tales From The Thousand Lakes» entfaltet sich als eine Ode an die finnische Mythologie, eine Verbeugung vor der unberührten Natur Finnlands. Mit bildgewaltigen Aufnahmen entzündet dieser Live-Mitschnitt ein Feuerwerk intensiver Emotionen und belebt die einzigartigen Kompositionen von Amorphis neu. Jeder Song ist ein kunstvoll inszeniertes Meisterwerk, das die Zuhörer auf eine emotionale Zeitreise entführt und tief im Herzen berührt. Vom dramatischen Auftakt «Into Hiding» über das unvergessliche «Black Winter Day» bis hin zum zauberhaften «Magic & Mayhem» - jede Melodie eine Perle, die in der fesselnden Live-Atmosphäre zusätzlichen Glanz erhält.

Zur Feier des Jubiläums von «Tales From The Thousand Lakes» stellt diese Live-Edition ein unverzichtbares Sammlerstück für jeden Amorphis-Fan dar. Mit dieser Veröffentlichung wird ein wichtiges Kapitel in der Geschichte von Amorphis festgehalten und eine Brücke geschlagen zwischen den musikalischen Wurzeln und der zeitgenössischen Interpretation ihrer Kunst. Diese Veröffentlichung manifestiert die unvergleichliche Dynamik und künstlerische Einzigartigkeit von Amorphis. Selten wurde die rohe Kraft und emotionale Tiefe eines Live-Auftritts so authentisch eingefangen, wie in diesem klanglichen und bildlichen Erinnerungs-Stück. Dieses aussergewöhnliche Live-Erlebnis ist erhältlich auf Blu-ray, CD und Vinyl. Zugreifen, solange es noch warm ist!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JSpCPVmWagk

Donnerstag, 11 Juli 2024 04:32

Das kalifornische Prog Metal Trio THE GHOST NEXT DOOR haut uns hier dreizehn neue Songs um die Ohren. Die Musik ist eine Mischung aus den 80ern, 90ern, melancholischer, alternativer Musik, vermischt mit zum Teil aggressivem Drive von Bay Area Metal.

Ruhige Momente wechseln sich ab mit treibenden Gitarren-Momenten. Sänger Gary Wendts Stimme ist dabei eher im monotonen Bereich tätig und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Bei «Nothing Then Nothing Again» kann man die Verschmelzung von Aggression und Melancholie sehr gut hören. Harte Gitarren-Riffs treffen auf melodiöse Soli und Gesang, was dann schon mal an James Hetfield erinnert. «The Hit That Hits Back» versprüht auch durch die Schwerfälligkeit ein schönes Black Sabbath Feeling. Das sehr interessante «Atlas» gefällt besonders durch die vielen Tempi- und Stil-Wechsel. 

Cleane Gitarren treffen hier auf coole Riffs. Leider dauert diese Instrumental-Nummer nur eineinhalb Minuten. «First Person Shooter» erinnert mich von der Musik her etwas an ältere Queensrÿche. Die drei Herren aus Berkeley machen es dem Zuhörer nicht ganz einfach, da es schwer fällt, deren Sound in eine entsprechende Stil-Schublade einordnen zu können. Doch nach einigen Durchläufen fängt die Musik der Kalifornier an richtig gut zu gefallen, darum räumt «Classic Songs Of Death And Dismemberment» etwas Zeit ein, damit sich das neue Werk ganz entfalten kann.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1ihnq4kvjjI

 

Donnerstag, 11 Juli 2024 04:26
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Deutschrocker ERNSTFALL wollen es zum zweiten Mal wissen. Nach «Jungs bleiben Jungs» aus dem Frühjahr 2022 legen sie bereits wieder nach, und wie! Wobei man für dieses Album wirklich Deutschrock mögen muss. Leute, die ausschliesslich klassischen Hard Rock, Heavy Metal oder Härteres hören, können hier aufhören, weiter zu lesen.

Wer aber treibenden und abwechslungsreichen Rock sucht, wird bei «Tagträumer» fündig, wobei Ernstfall vieles richtig machen. Dass sie aus der Basler Nachbargemeinde Weil am Rhein stammen, macht die ganze Sache natürlich noch sympathischer. Sehr gut gewählt ist der Albumtitel «Tagträumer», denn oft werden hier Erinnerungen besungen. Dass dürfen die geschätzt mittelalterlichen Musiker auch. Allerdings kommt da schon mal die Frage auf, ob das Hier und Jetzt so schlecht ist, wenn vor allem über die Vergangenheit gesungen wird. Die Fähigkeit zur Selbstreflexion gehört aber definitiv zur Stärke von Ernstfall.

Musikalisch präsentieren die Süddeutschen ein schönes Gespür für eingängige, ja fast poppige Melodien, wie etwa bei «Nur einen Tag». Aber auch hier spielt hart gespielter Rock eine wichtige Rolle . Ein wenig Reggae taucht dagegen bei «Keine Ewigkeit» auf. Beweist das die Offenheit von Ernstfall bereits, sind auf meiner Album-Version noch drei Lieder in anderen, musikalischen Gewändern zu finden. Zudem freue ich mich über eine gelungene Version von Matthias Reims Überhit «Verdammt ich lieb dich». Somit ist den Süddeutschen eine runde Sache gelungen, welchen Deutschrock-Fans sicher gefallen dürfte.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kw8Zg1TVWUc

 

Donnerstag, 11 Juli 2024 04:21
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v. 10 Punkten: 6.5

Die Mission von PUSSY SISSTER ist klar: "Long live Sleaze Rock!". Die Jungs aus deutschen Landen wären gerne Mötley Crüe, Skid Row, oder Guns n' Roses (musikalisch gesehen), hauen aber eher Musik wie die Faster Pussycats, Tuff oder Pretty Boy Floyd heraus.

Dies belegt schon der Opener «On The Run». Mehr nasaler Gesang als jener von Alex Nad geht nicht. Mehr Poison Riffs als beim Titelsong auch nicht. Anzumerken ist aber, dass die Sissters nicht das Flair von Bret Michaels und seinen Jungs versprühen. Wohin die Jungs wollen («Girls In Bed») ist auch klar, beziehungsweise woher sie kommen [«Black Sheep (Of The Family)»]. Nun gut, es geht hier nicht darum, was wir schon alles musikalisch hatten, sondern wie gekonnt das Ganze umgesetzt wird.

Den Sissters ist das Image sehr wahrscheinlich um einiges wichtiger als die Musik. Ausser dem Abschluss-Track «Brotherhood» kann mich definitiv nichts aus meiner kritischen Wahrnehmung heraus holen. Seien wir ehrlich..., Pussy Sisster an einem Gig zu sehen, kann durchaus unterhaltsam sein, doch anstatt mir die Musik hier anzuhören, ziehe ich andere Truppen klar vor. Allein schon Shameless haben zum Beispiel bedeutend mehr zu bieten. Deutschland ist halt nicht der Sunset Strip und Los Angeles.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CNC7iIevtEg

Mittwoch, 10 Juli 2024 04:46

Hier kommt das fünfte Album der vier Jungs aus Austin, Texas. Neun wütende, mitreissende Tracks zeigen die schnellere und schwerere Seite von DUEL. Harte Stoner Metal Riffs prägen das neue Werk.

Düstere Tony Iommi Riffs dringen schon beim Opener «Ancient Moonlight» durch. Sänger Tom Frank überzeugt mit einer kräftigen, klaren Stimme und glänzt immer wieder mit melodiösen Gesangslinien. Songs wie das coole «Satan's Invention» erinnern an die guten 80er-Jahre. Die Vielseitigkeit des Sängers hört man beim schnellen «Chaos Reigns», hier erinnert Tom etwas an den guten James Hetfield. Das folgende «Fallacy», eine Mischung aus früheren Metallica und etwas Motörhead, klingt echt lecker. Die Texaner hauen hier wirklich ein starkes Riff nach dem anderen heraus.

Beim wilden «Pyro» zeigen die Jungs ihr Potenzial, im kurzen Instrumental-Part drückt man so richtig ab, hier wird man einfach mitgerissen von der Power der Amis. Bei «Berserker» wird man sogar ein wenig an die Anfänge von Iron Maiden erinnert. Hier wird hochstehende Musik aus hauptsächlich den 80ern und etwas 70ern zelebriert. Wer die Bands aus dieser Ära mag, wird auch sicherlich «Breakfast With Death» mögen. Ist schon cool, mit was für einer Power die neun Tracks hier zu überzeugen vermögen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/te7Pkm1VIlQ

Mittwoch, 10 Juli 2024 04:37

Mit ihrem mittlerweile vierten full-lenght Album fahren die dänischen Epic Doomster ALTAR OF OBLIVION ein Konzept-Album auf, das auf dem Tagebuch von Gitarrist Martin Meyer Sparvaths Urgrossvater mütterlicherseits, Jesper Wilhem Meyer, basiert, der während des Grossen Krieges (1914-1918) widerwillig für das Deutsche Reich kämpfte. Die musikalischen Paten sind dabei Candlemass, Solitude Aeturnus oder auch DoomSword.

Ursprünglich aus der Asche von Summoning Sickness (existierten zwischen 2003 und 2006) entstanden, suchte das Gründer-Duo: Sparvath/Allan B. Larsen (d, später g) nach neuen Mitstreitern, und mit dem Namens-Wechsel wurde auch der Stil der Mucke von Black/Speed/Heavy Metal auf Epic Doom Metal gewechselt. Während die Schwere der Musik durchaus bei Candlemass angesiedelt ist, liegt der Gesang deutlich näher bei Solitude Aeturnus und DoomSword. Überhaupt dienen die beiden letztgenannten Combos als guter Anhaltspunkt, um Altar Of Oblivion ein Gesicht zu verleihen. Gleiches gilt für das stimmige Cover-Artwork.

Dabei geht schon der groovige Opener «Nothing Grows from Hallowed Ground» mächtig nach vorne los und zeigt die Band aus Aalborg, Nordjylland in voller Blüte. Die Kombination der Riffwalze und den prägnanten Lead-Vocals von Mik Mentor ergänzt sich ideal, und auch die ruhige Bridge in den Schlussteil hinein passt wie Arsch auf Eimer. Auch das zähflüssigere «The Fallacy» bleibt nichts schuldig und bratzt wunderbar daher. Das rein instrumentale Intermezzo «Ghosts In The Trenches» leitet über in den getragenen Anfang von «Mark Of The Dead», bis es anschliessend erneut anfängt zu poltern, und dies mehr als gepflegt.

Die transparente und weitgehend auch druckvolle Produktion lässt das Fensterglas erzittern, bis der Bandname als Song aufgeführt wird, der seltsamerweise nicht aus den gleichen Recording-Sessions stammen kann, da «The Night They Came» wieder wie zuvor klingt. Klarer Höhepunkt von «In The Cesspit Of Divine Decay» ist der Titeltrack als längste Nummer des Albums, wo nach dem ruhigen «Damnation» (inklusive Querflöten-Part!) nochmals alle Register in bewährter Manier gezogen werden. Wer neben den genialen Sorcerer für eine weitere Genre-Combo Platz im Regal schaffen will, sollte sich Altar Of Oblivion anhören!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/H3R_tPLRnxE

Mittwoch, 10 Juli 2024 04:32

Da ist er nun also, der Nachfolger zu Human Zoo's «My Own God», heisst acht lange Jahre hat es nun gedauert, manchmal etwas länger. Und um es gleich vorweg zu nehmen..., gut Ding will eben Weile haben.

Der Opener «Gun 4 A While» gibt mit seinem schnellen Stakkato-Riff und sphärischen Keyboards im Refrain umgehend richtig Gas. Für meinen Geschmack dürfte die Gitarre vom Mix her jedoch etwas mehr Präsenz aufweisen. Bereits beim zweiten Song ist das allerdings schon wieder vergessen. Als wäre man bei einem Live-Konzert und der Mischer hätte da noch ein wenig nachjustiert. Jetzt bekommt man bei «In My Dreams» Stadion Rock allererster Güte geboten. Auch «To The Ground» lässt Fuss wie Nacken nicht still halten.

Mit dem hymnenhaften Chorus schweift das innere Auge direkt auf eine Bühne, und man beginnt auch in der heimischen Stube mitzusingen. «Ghost In Me» bewegt sich derweil im unteren Tempo-Bereich, eine tolle Nummer. Die Ballade «Daddy, You're A Star» glänzt mit einem tollen Solo-Duell zwischen Saxophon und Gitarre, und einer weiteren Hymne im Abgang..., um danach erneut mit der grossen Kelle anzurühren. Hello, hello! Alles in allem hat sich das Warten mehr als gelohnt, denn die Konkurrenz in diesem Sektor ist riesig. Human Zoo sind mit ihrem neuen, abwechslungsreichen Album «Echoes Beyond» ganz klar vorne mit dabei.
Björn

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tUbyHW2smQ4

Dienstag, 09 Juli 2024 05:03

Die Geschichte von VISIONS OF ATLANTIS ist nicht nur von freudigen Ereignissen geprägt. Im Gegenteil, denn unzählige Besetzungs-Wechsel und auch der Tod der ehemaligen Sängerin Nicole Bogner haben die Band nie zur Ruhe kommen lassen und es ist wohl Drummer Thomas Caser (dem einzig verbliebenen Gründungs-Mitglied) geschuldet, dass Visions Of Atlantis immer noch existieren.

Seit 2018 scheint nun aber eitler Sonnenschein bei den Österreichern. Seit Michele Guaitoli mit an Bord ist, hat man mit «Wanderers» (2019) und «Pirates» (2022) zwei erstklassige Alben veröffentlicht und damit auch endlich grössere Erfolge feiern können. Da «Pirates» bei den Fans überaus gut angekommen ist, bleibt man dem Thema treu und entert mit «Pirates II» die Plattenläden wie Streaming-Portale. Dabei hat man das volle Programm aufgefahren.

Bombastische Orchester-Klänge, fette Chöre, grandiose Ohrwürmer, geile Riffs und Hooks, sowie eine starke Produktion dürfte «Pirates II» schon jetzt zu einem heissen Anwärter auf die Symphonic Metal Platte des Jahres machen. Während Nightwish immer komplexere Songstrukturen schreiben und Within Temptation auch modernen Einflüssen nicht abgeneigt sind, bleiben Visions Of Atlantis sich treu und warten mit einer Eingängigkeit auf, die eigentlich nur von Leaves' Eyes oder Ad Infinitum erreicht wird. Schon das 2-minütige Intro löst dank Sängerin Clémentine Delauney Gänsehaut aus, doch mit «The Land Of The Free» zeigt man, dass man nichts verlernt hat.

Das kongeniale Sänger-Duo passt einfach dermassen gut zusammen, dass es eine wahre Freude ist. Mit der vorab veröffentlichten Single «Monsters» folgt ein weiteres Highlight (dieser Refrain!!!) und spätestens mit «Armada» und seinen geilen «Hail Jolly Roger» Chören wird klar, dass man es hier mit einem echten Kracher zu tun hat. Nach dieser Up-Tempo Hymne schaltet man einen Gang zurück und liefert mit dem über sieben Minuten langen «The Dead Of The Sea» einen epischen Gourmet-Happen, der vor Ideen nur so sprudelt und der sich super als «Pirate Of The Caribbean» Soundtrack machen würde. Freunde ruhiger Klänge werden dagegen an «Ashes To The Sea» ihren Gefallen finden.

Auch in der zweiten Hälfte findet man noch Highlights. Allen voran der opulente Stampfer «Collide» oder das folkige «Magic Of The Night». Klar drängt sich bei einem zweiten Teil immer ein Vergleich mit dem Vorgänger auf. Ich persönlich fand die Hitdichte auf dem Vorgänger (mit «Clocks», «Melancholy Angel» oder «Legion Of The Seas») sogar noch ein Spürchen höher, was aber nichts an der Klasse dieses Albums ändert. «Pirates II» kann den hohen Ansprüchen absolut gerecht werden und katapultiert die mittlerweile internationale Band damit an die absolute Weltspitze.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FOov0vMnkEA

Dienstag, 09 Juli 2024 04:57
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v. 10 Punkten: 8.0

Die aus Mexiko und Argentinien stammenden Herren von INTRANCED bieten erstklassigen, traditionellen Heavy Metal mit klarem Bezug zur NWOBHM, deren prominenteste Vertreter sicherlich auch zu den treibenden Einflüssen der Kalifornier gehört haben dürften.

Sänger James Paul Luna erinnert mit seiner kraftvollen Reibeisen-Stimme oft an Jeff Scott Soto, man höre sich nur die schnelle Nummer «Fantasy» an. Auch ist speziell, dass James einige Songs auf spanisch singt. Mir gefallen die zeitlos coolen Heavy Metal Nummern und erinnert an die guten alten 80er-Jahre. So wird man bei «I Dunno Nothing» sehr an die beiden ersten Maiden-Werke erinnert. Oder beim Titeltrack «Muerte Y Metal» kann man Parallelen zu Def Leppard feststellen. Ihr seht, die Jungs sind wirklich tief verwurzelt in der NWOBHM.

Trotzdem klingen die neun Tracks frisch und unverbraucht. Auch schnelle Nummern wie «Lady Lightning» gefallen, die Gitarren erinnern hier an Saxon. Man schafft es, das Ganze sehr kompakt klingen zu lassen, macht es nicht kompliziert, spart sich jeglichen Kitsch aus, bleibt erdig und jederzeit an der Basis, legt aber die Melodien immer in den Vordergrund. «Muerte Y Metal» ist ein starkes, pures Heavy Metal Album geworden, das für alle NWOBHM-Fans sehr ansprechend sein dürfte.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aB1Kgyirt_4

Dienstag, 09 Juli 2024 04:51
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v. 10 Punkten: 6.5

«Sign Of The Hunter» war 1985 das erste Lebenszeichen der deutschen Hard Rock Truppe HUNTER. Vor vier Jahren erschien das vierte Album «The Return», und nun gehen die Jungs ihren Weg weiter, der irgendwo zwischen den neueren Scheiben von Krokus, AC/DC und Kickin Valentina liegt.

Die Songs klingen erfrischend (Titelsong, «Dust'n Bones», «Demon On The Highway»), tragen aber auch etwas "Gleichförmiges" an sich. Vergleiche ich das Album zum Beispiel mit Johnny Crash, dann fehlt «Rock'n'Roll V.I.P.» der Dreck unter den Fingernägeln. Das Material ist deswegen nicht schlecht, kann aber mit der Dynamik von Crashdïet sicherlich nicht mithalten und auch nicht mit derjeniger von Hardcore Superstar.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kPUBBG1naiw

Medien

Montag, 08 Juli 2024 04:38

Uff, also beim Lesen der Genrebezeichnung seitens des Labels hielt sich meine Vorfreude arg in Grenzen. Experimenteller, progressiver und psychedelischer Black Metal ist nun wahrlich nicht meine Baustelle und ich habe mich bereits auf das Schlimmste vorbereitet. Doch als die ersten Töne des sechsten Albums der Griechen HAIL SPIRIT NOIR erklangen, waren meine Sorgen wie weggewischt.

Denn obwohl die Stilrichtung eher nach chaotischem Songwriting klingt, ist schon der Opener «Starfront Promenade» überaus gelungen, startet ruhig mit Klargesang und melancholischer Melodie, steigert sich aber bis hin zu rasendem Black Metal. Erstaunlich wie Hail Spirit Noir es verstehen, all die Einflüsse und die progressiven Parts dermassen songdienlich zu verpacken.

In das selbe Horn blasen auch der Titeltrack oder «Curse You, Entropia», welche beide mit psychedelischen Zwischenspielen und verschiedenen Keyboard-Spielereien punkten können. «Fossil Gardens» handelt thematisch über den philosophischen und wissenschaftlichen Kampf, die Geheimnisse des Universums zu entschlüsseln und neue Bewusstseins-Zustände zu erreichen, die die Grenzen von Raum und Zeit überwinden. Das passt wie die Faust aufs Auge, denn Musik, Lyrik und Produktion sind ausgesprochen stimmig, dass man hier von einem echt starken Album reden muss.

Meine Vorurteile haben sich nach mehreren Durchgängen in Luft aufgelöst. Hail Spirit Noir haben mit «Fossil Gardens» ein starkes, phasenweise gar herausragendes Album veröffentlicht. Diese traumwandlerische und packende Atmosphäre, welche die Griechen dabei kreiert haben, ist wirklich eine Kaufempfehlung wert und die positive Überraschung für mich in diesem Monat.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/s-0AkaZHFlk

Montag, 08 Juli 2024 04:32

Von der einstigen Schüler-Band hin zu Stadion-Rockern! Was sich alle Teenager-Mucker wünschen, die zuerst mit dem Tennisschläger als Ersatz-Gitarre vor dem Spiegel posieren oder die Haarbürste als Mikrofon nehmen, das haben Kissin' Dynamite mittlerweile umgesetzt.

2007 wurde die schwäbische Truppe gegründet und hat mit grossem Willen und Durchsetzungsvermögen den Namen Kissin' Dynamite zu einem Markenzeichen gemacht. Dies liegt zu einem sehr grossen Teil an der wiedererkennbaren Stimme von Hannes Braun. Mit seinem kräftigen, leicht kratzenden und trotzdem melodischen Gesangsstil macht er alles richtig und darf Mutter Natur für diese Gabe danken. Der mittlerweile achte Studio-Output markiert das bislang stärkste Werk des Fünfers.

Einerseits sind die Tracks wieder von der ersten Sekunde an mitsingbar, begehen aber nicht den Fehler zu poppig zu klingen, sondern finden immer wieder den Weg hin zu den rockenden Elementen. «My Monster» beinhaltet alles, was man sich von einem mitreissenden Song wünscht. Geiler Groove, packender Refrain und ein Solo, das die Augenbrauen hochziehen lässt. Wie auch «Queen Of The Night», bei dem die Jungs ganz Amerika im Sturm erobern könnten. Das eher schwere und "dunkle" «The Devil Is A Woman» zeigt hingegen eine andere Facette von Kissin’ Dynamite, die seit ihrer Gründung erst einen Bandwechsel vollzogen.

Die grosse Stärke bei den Jungs sind die Chöre, die mit Def Leppard als Stiefvater verglichen werden könnten. Wenn diese mit «I Do It My Way» kombiniert werden, dann ergibt sich daraus eine emotionale Nummer, die sofort unter die Haut geht. Mit dem akustischen «Not A Wise Man» wird «Back With A Bang» sinnbildlich beendet, was die Fans mehr als nur begeistern wird. Man darf sich also auf die anstehende Tour freuen, wenn die Bajuwaren am 25.10.2024 im Z7 in Pratteln auftreten werden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hpmpzL3yAeA

Montag, 08 Juli 2024 04:27
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v. 10 Punkten: 8.7

Die US-amerikanische Band 200 STAB WOUNDS ist zurück mit ihrem zweiten Album. Es stellt sich die Frage, ob die 200 Stichwunden in ihrem Namen Synonyme für knackige, durchdringende, Oldschool Death Metal Riffs sind, denn dieses Werk bewegt sich definitiv in dieser Grössen-Ordnung, sprich man(n) muss sich auf eine geballte Ladung Death Metal gefasst machen.

Im Vergleich zu ihrem Vorgänger haben die Tracks auf diesem Werk einen kohärenteren Ablauf und es ist nicht mehr einfach Riff auf Riff. Dies ist klar hörbar im Opener «Hands Of Eternity», der gleich als Vorbote für ein grossartiges Album dient. Auch das Zwischenspiel «Led To The Chamber / Liquified» zeigt sich eher auf der progressiven Seite und erschafft eine unheimliche Stimmung, die sich bis ins Mark ausbreitet. Die Band bleibt ihren Wurzeln treu und bietet weiterhin kurzweilige, aggressive und abwechslungsreiche Musik. 

In den drei Jahren seit ihrer letzten Platte ist die Band dennoch gereift, was sich nicht zuletzt durch eine klarere Produktion auszeichnet. Diese ist jedoch nicht so poliert, dass die mörderische, blutbefleckte und teils auch schmutzige Stimmung verloren gegangen wäre. Diese neu gewonnene Reife zeichnet sich auch durch Tracks wie der Closer «Parricide» aus, welcher beweist, dass sie sich nun auch an etwas längere Songs, mit komplexeren Abläufen wagen, die auf ganzer Linie überzeugen. Dieses Album ist ein gelungener, spritziger Sommer-Soundtrack geworden, sofern man auf erbarmungslose Massaker und intensive Moshpits gefasst ist und diese auch willkommen heisst.

Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U6uWPe8Ylc0

Samstag, 06 Juli 2024 07:09
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v. 10 Punkten: 8.5

Indien mausert sich so ein bisschen zum Geheim-Tipp für gute Bands. Wie auch die Jungs von KRYPTOS, die mit dem achten (!) Album ins Rennen gehen und Freude der Klänge von Metal Church, Vicious Rumors und Iron Maiden begeistern werden.

Speziell die Doppel-Leads und die entsprechenden Harmonien der Gitarren lassen mehr als nur die Augenbraue hochziehen. Hier wird der Metal geschmiedet, wie man ihn aus den Achtzigern kennt und lieben gelernt hat. Trotz all den Einflüssen und der Anbiederung an diese Zeit, gehen Kryptos einen sehr eigenständigen Weg und haben sich dank der Stimme von Gitarrist Nolan Lewis, die an eine Mischung aus David Wayne (ehemals Metal Church und Reverend), Paul Di'Anno (ehemals Iron Maiden und Killers) und Ronnie Monroe (ehemals Metal Church und Vicious Rumors) erinnert, zu einem ernst zu nehmenden Metal-Act gemausert.

Die Einleitung zu «Turn Up The Heat» oder «Electrify» zeigen nicht nur das Geschick beim Verbinden von Melodie und Härte, sondern auch, dass die Jungs ihre Hausaufgaben gewissenhaft erledigt haben. Das Instrumental «Solaris» vereint dabei feine griechische, indische und klassische Elemente, die bravourös klingen. Von reinem Speed Metal (Titelsong) bis hin zum melodischen Stampfer Momenten («Pathfinder») haben die Inder alles im Repertoire, um einen Metal-Fan glücklich zu machen. Und wer mit «We Are The Night» ein Album beendet, damit an das glorreiche Queensrÿche Werk «The Warning» erinnert und nach dem Einstieg in eine Scorpions-affine Melodie einsteigt, beweist nicht nur Mut, sondern auch Können.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TE-8MohM8TY

 

Samstag, 06 Juli 2024 07:03
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v. 10 Punkten: 8.0

Fans der deutschen Death Metal Band COMMANDER brauchen Geduld. Das nunmehr vierte Album brauchte sechs Jahre Reifungszeit, und davor mussten die Anhänger sogar zehn Jahre warten. Für diese lange Warterei wird man aber fürstlich entlöhnt, denn «Angstridden» ist ein verdammtes Brett.

Schon der Opener und Titeltrack glänzt durch starke Riffs, treibende Double-Bass-Drums und mit gut durchdachten Rhythmus-Wechseln. Dabei erfinden Commander das Rad zwar nicht neu, schaffen es aber immer wieder, den Zuhörer zum Bangen zu verleiten. Mit «Scaremonger» haben sie sogar einen kleinen Hit am Start. Der Song beginnt mit einem unglaublich starken ruhigen Part, der auch aus einem Film stammen könnte, bevor abrupt geknüppelt wird und die mitreissenden Vocals einsetzen.

Den Abschluss bildet das über zehn Minuten lange «No Compulsion To Live». Die Kesselpauken zum Anfang erinnern dabei an epische Schlachten in Mittelerde. Hier fahren Commander nochmal alles auf, was Death Metal so geil macht und schaffen es dabei nicht, Langeweile aufkommen zu lassen, was bei so langen Songs ja nicht immer selbstverständlich ist.

Die Produktion ist fett und verleiht der Musik nochmals zusätzlichen Treibstoff. Ist «Angstridden» ein Meilenstein? Mit Sicherheit nicht! Kann es neue Impulse setzen? Absolut nein! Wird denn wenigstens eine Kaufempfehlung ausgesprochen? Mitnichten! Macht das Teil denn Spass? Und wie!!! Commander haben hier eine echte Dampfwalze am Start und setzen dabei trotzdem auf abwechslungsreiches Songwriting, was das Album schlussendlich zu einer kurzweiligen Angelegenheit macht.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pYctj1uLfcc

Samstag, 06 Juli 2024 06:55
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v. 10 Punkten: 8.1

THE WARNING nennt sich eine mexikanische Rock-Band aus Monterrey (Mexico), die aus den drei Schwestern Daniela "Dany" Villarreal Vélez, Paulina "Pau" Villarreal Vélez und Alejandra "Ale" Villarreal Vélez besteht.

Die Familien-Bande begann ihre musikalische Reise in frühester Kindheit mit Klavier-Unterricht und erlernte später ihre jeweiligen Band-Instrumente. Seit 2013 spielen sie zusammen. Bekannt wurden sie durch ihre Cover-Versionen bekannter Rock-Songs auf YouTube, insbesondere durch ihr viral gegangenes Cover des Metallica-Classix «Enter Sandman». Das Trio experimentierte zuerst mit verschiedenen Musikstilen, bevor man sich definitiv für Hard Rock entschied.

Das erste, vollständiges Album «XXI Century Blood» erschien 2017, gefolgt vom Konzept-Album «Queen Of The Murder Scene» im November 2018. Die Band hat vier Studio-Alben, zwei EPs und fünfzehn Musik-Videos veröffentlicht. «Keep Me Fed» ist mitreissend, eingängig und abwechslungsreich. Es groovt wie Sau, besitzt eine coole Dynamik und switcht zwischen alter Schule und moderner Power. Die Band hat mit nur drei Mitgliedern einen volleren Sound erzeugt, als manch andere Truppe zu viert oder zu fünft. Motörhead haben das damals vorgemacht.

Das Album ist dabei sicherlich gut gemacht und unterhaltsam, klingt unter dem Strich aber etwas auf zu sicher getrimmt und zeigt sich deshalb vorhersehbar. Es fehlt letztlich, trotz vieler guten Ideen, an Überraschungs-Momenten mit nachwirkendem Charakter. Doch das ist im jetzigen Stadium der Popularität der Schwestern offensichtlich genau das Richtige. Insgesamt ist «Keep Me Fed» trotz allem ein gelungenes Werk, das die Band auf jeden Fall weiter bringen wird.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/j13uxB6fDvk

Freitag, 05 Juli 2024 05:05
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v. 10 Punkten: 9.0

Wer sich mit einem solchen Kracher von der Bühne verabschiedet, der darf sich sehen lassen. Ja, ihr habt richtig gelesen, «Coming Home» soll das letzte Album der Deutschen sein.

Sechs Jahre nach dem letzten Streich «Monster Hero» und insgesamt 16 Studioalben schliessen die Dortmunder Axxis die Studiotüre, lächeln zufrieden in die Gesichter der Fans und hauen mit dem Titelsong eine Hymne aus dem Ärmel, als gäbe es nichts Einfacheres. Die Mischung aus mitsingbarem Part und der lockere Solodarbietung des neuen Gitarristen Matthias Degener, macht diese Nummer zu etwas ganz Besonderem. Die Mischung aus einer feinen Dramatik und treibenden Metal Songs bestimmt das Geschehen und hat mit «Atlantica», «Moonlight Bay», oder «Irish Way Of Life» fantastische Momente zu bieten. Aber auch das lockere «Love Will Shine For Everyone», das schnelle «Legends Of Phantasia», der Metaller «Lord Of Darkness» oder die mitreissenden «Tears Of A Clown» und «I Won't Sell My Soul».

Damit wird einmal mehr bewiesen, dass Axxis eine Band sind (und waren), die ihre Fans mit Qualität und grossartigen Liedern immer zufrieden stellen konnten. Dass jetzt, genau jetzt mit einem solchen Werk Schluss sein soll, schmerzt. Es war vielleicht nicht immer einfach für Axxis, auch wenn sie mit dem Debütalbum «Kingdom Of The Night» (1989) und «The Big Thrill» (1993) am grossen Erfolg nicht nur die Hand gaben, stand das Quintett um Sänger Bernhard Weiss und Keyboarder Harry Oellers immer ein bisschen im Schatten anderer Bands, ungerechtfertigterweise. Nun ja, mit einem sehr zufriedenen Lächeln denke ich an viele grossartige Momente zurück, in denen mir Axxis das Leben mit ihrer Musik versüssten und an die Interviews mit Plaudertasche Berny. Meine Herren, wer so "Tschüss!" sagt, darf mit seinen Hut erhobenen Hauptes nehmen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zuR1NgmWWKc

Freitag, 05 Juli 2024 05:00

Wenn man der Pandemie ein positives Ergebnis attestieren müsste, dann dies, dass die Mitglieder von Amorphis viel Zeit für andere Projekte hatten.

Nach Esa Holopainen und Tomi Koivusaari sind auch Schlagzeuger Jan Rechberger (mit The Eternal) und Bassist Olli-Pekka Laine an der Reihe. Letzterer wird sein erstes Solo-Album unter dem Namen OCTOPLOID (2022 gegründet) veröffentlichen. «Beyond The Aeons» kombiniert Elemente aus Death und Black Metal der 90er, Prog der 70er und Psychedelic Rock der 90er. «The Dawn In Nothingness» zeigt sofort, was von dieser Platte zu erwarten ist: eine genreübergreifende Mischung aus allem, was Laine hört, mit einem Hauch Amorphis («Elegy» und «Karelian Isthmus»).

«Coast Of The Drowned Sailors» hat ein cooles, melodisches Intro und einige Pink Floyd-Abschnitte, die überraschend gut zu der aggressiven Gesamtstimmung passen. Bei «Shattered Wings» ist Petri Eskelinen (Feastem) als Gast dabei. Er steuert satte Twin-Gitarren-Melodien bei, die den Song aufpeppen. Der Titeltrack ist recht interessant, denn er ist psychedelisch und schrullig, aber trotzdem cool. Das nächste Stück, der Walzer «Hallowed Flame» beginnt mit einem Drum-Fill-Übergang und besticht mit einer stimmungsvollen Atmosphäre, während «Concealed Serenity» eher als gotischer Doom-Track mit leichten Grunge-Anleihen durchgeht.

Der Rausschmeisser «A Dusk Of Vex ist ein kleines Highlight. Es ist ein sehr psychedelisches Stück, das eine Beatles-ähnliche Sitar enthält. Zur grossen Überraschung verwandelt er sich in einen Death Metal-Song, der Sitar-Andeutungen macht und im Refrain zu offensichtlichen 70er-Prog-Einflüssen greift. Dieser Track hat vielleicht einige der härtesten Riffs des Albums und auch das Schlagzeugspiel macht Spass, denn es lockert diesen komplexen Song etwas auf.

Mikko Pietinen, der in erster Linie kein Metal-Schlagzeuger ist, hatte grossen Einfluss auf die Dynamik der Drums. Zum Rest der Band gehören Peter Salonen an den Lead-/Rhythmusgitarren (The Kinky Thing), Kim Rantala (Ex-Amorphis) an den Keyboards und Mikko Kotamäki (Swallow The Sun) am Gesang. Beim Hören von «Beyond The Aeons» wird jedoch deutlich, dass Olli-Pekka Laine eine klare Vorstellung davon hatte, wie sein Sound zu klingen hat und welche Musiker am besten dafür geeignet sind.

Alles in allem sind die acht Songs von Octoploid nicht nur unterhaltsam, sondern auch ein absolut erfrischendes wie grandioses Hörerlebnis, das eine Menge Mut beweist. Wer mit 70er Jahre Prog-Bands à la Yes, Wishbone Ash und Pink Floyd aufgewachsen ist und später den Death Metal für sich entdeckt hat, wird «Beyond The Aeons» lieben! Frisch und grandios!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/b28tz6kKXyQ

Freitag, 05 Juli 2024 04:54
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v. 10 Punkten: 7.0

Wie man es von Australien kennt (AC/DC, The Angels, Rose Tattoo) rocken die Jungs um Sänger Rocky Ravic durch die Gärten der rockenden Fangemeinde. Allerdings mit etwas mehr Melodie und einer Spur Sleaze Rock. Ein blöder Vergleich meint Ihr womöglich? Mitnichten!

Denn die Mucke eignete sich perfekt zur Garten-Party, wenn gerade die stählernen Panter nicht zur Verfügung stehen und man von Gleich- und Wechselstrom so langsam die Nase voll hat, da zu gleichförmig. Mystery veröffentlichten 2013 ihr erstes Album, sorgten aber mit «From Dusk Till Down» für Aufsehen. Nach 2014 dauerte es bis 2021, mitten in der Corona Zeit, als Mystery mit «Live Life Loud» wieder ein Lebenszeichen von sich gaben. Nun, knapp drei Jahre später rockt der Vierer mit einer Lockerheit, die sehr ansteckend ist und mit schon fast Pop-artigen Melodien («Fantasy») ins Rennen geht.

Interessanterweise markiert die Cover-Version von Twisted Sisters «You Can't Stop Rock'n'Roll» den besten Song. Dies wiederum beweist, dass die Lieder, trotz aller lockerflockigen Momente, noch nicht das Potenzial besitzen, um bei den ganz Grossen mitmischen zu können, auch wenn «No Secrets» durchaus seine Momente aufblitzen lässt. Am Ende der zehn Tracks ist «Mind Pollution» eine Scheibe geworden, die man sich durchaus anhören sollte und Spass macht. Dies war schon immer ein guter Grund, sich eine neue Scheibe kaufen zu gehen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RHuW1ZbftfY

Donnerstag, 04 Juli 2024 05:09
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v. 10 Punkten: 8.5

Nach Europa gelangen nur selten Alben von Bands aus den USA, die dem Symphonic Metal frönen. Ach ja, da wären noch Kamelot, die aber seit 1998 über einen Sänger aus Europa verfügen (Roy Khan bis 2011 und seither Tommy Karevik). SEVEN SPIRES stellen für mich deshalb eine absolute Ausnahme dar.

Aber nicht nur diese Tatsache macht sie einzigartig, sondern auch ihre Musik an sich. Hier trifft an sich normaler Symphonic Metal mit Frauen-Gesang in all seinen Facetten von lieblich bis bombastisch auf Death und fast schon Black Metal. Und das immer wieder in demselben Lied. Auf manche Zuhörer mögen diese Übergänge vielleicht zu disharmonisch und zu erzwungen klingen, in meinen Ohren wirkt hier aber alles stimmig und songdienlich.

Die Gegensätze aus gewohnt und ungewohnt verleihen dieser Musik willkommene, frische Impulse. Kommt dazu, dass Sängerin Adrienne Cowen zu keiner Sekunde nervt. Beim Anhören würde man auch nie darauf kommen, dass es sich bei Seven Spires um ein Trio handelt, das aktuell live auf Gastmusiker zurück greift. Aber wenn diese drei Personen im Studio die Fähigkeit haben, diese eingängige und zugleich innovative Musik zu erzeugen – warum nicht.

Manchmal übernimmt hier gar eine männlich klingende Keif-Stimme das Zepter. Ob diese ebenfalls von Sängerin Cowen stammt, ist für mich nicht eruierbar. Tatsache bleibt aber, dass Seven Spires mit «A Fortress Called Home» ein eindrückliches Album erschaffen haben, das etwas mutigere oder offenere Liebhaber von Symphonic Metal gerne antesten dürfen. Sie werden positiv überrascht sein.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/z3ZwfokWa9Y

Donnerstag, 04 Juli 2024 05:02

BOTANIST sind eine US-amerikanische Extreme Metal Band aus San Francisco und wurden 2009 vom amerikanischen Musiker Otrebor gegründet.

Das Besondere an Botanist ist ihre unkonventionelle Instrumentierung. Statt herkömmlicher Gitarren verwendet die Band verzerrte Hackbretter (Hammered Dulcimers). Diese einzigartige Klang-Kombination hinterlässt bei ihrer Musik eine ganz eigene Note. Ebenso aussergewöhnlich sind die Texte. Otrebor erklärt, dass er, wenn er die Musik aufnimmt, eine Art "Wesen" in sich kanalisiert, das er dann  eben "The Botanist“ nennt. Diese Figur setzt eine romantische Weltsicht auf, in der die Pflanzen die Erde zurück erobern, nachdem die Menschheit sich selbst ausgelöscht hat.

Die Truppe aus Kalifornien setzt sich vehement dafür ein, dass die Natur siegt und die Menschheit aufhört, die natürliche Welt zu zerstören. Ihr neuestes Werk, «Paleobotany», ist eine fröhlich spriessende Post Black Metal Pflanze. Das Album zeichnet sich durch seine Authentizität und Einzigartigkeit aus, obwohl es eines der zugänglichsten Werke der Band ist. Die Kombination aus Melodie und Bissigkeit in Songs wie «Aristolochia» verleiht dem Album eine melancholische Atmosphäre.

Wer auf der Suche nach experimentellem Post Black Metal ist, der mit absichtlich schiefen Tönen und versetzten Rhythmen eine Herausforderung bietet, könnte bei «Paleobotany» fündig werden. Inspiriert von der Black Metal Band Ulver und der Lektüre von Wörterbüchern verwendet Otrebor in seinen Texten und Songtiteln komplizierte Pflanzen- und Insektennamen. Dies ist eine Art Hommage an die Extreme Metal Band Carcass.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NmcCLyDANP0

Donnerstag, 04 Juli 2024 04:56
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v. 10 Punkten: 6.7

Dissonanter Death Metal ist immer so eine Sache. Einerseits eignet dieser sich hervorragend um eine aussichtslose, verzweifelte Stimmung aufrechtzuerhalten. Andererseits kann es recht monoton werden. Einige werden sagen, dass dies die Berufung dieses Genres ist und nur so die besagte Atmosphäre bewahrt werden kann. Trotzdem braucht es ein gewisses Feuer, so dass es hörenswert wird.

Die italienische Band RED ROT hat da mit ihrem zweiten Studio-Album eine elegante Lösung gefunden. Sie präsentieren eine grössere Sammlung an kurzen Tracks. So wird, wenigstens theoretisch, die Eintönigkeit etwas in Grenzen gehalten. In Praxis tönen die einzelnen Titel recht ähnlich. Wo aber Abwechslung geboten wird, ist bei den Vocals von Luciano Lorusso George. Meistens schreit er sich die Seele aus dem Leib, aber mit einer solchen Inbrunst, dass der Zuhörer einfach gefesselt wird.

Es spielen so viele, düstere Emotionen mit, dass der Gesang stimmungstechnisch signifikanter wird als die Instrumentals. Zum Teil sind sogar cleane Passagen am Start, wie sie auf «Cranioscopy» zu hören sind. Zudem heitert auf diesem Titel ein Bellen des Sängers die Stimmung etwas auf. Ein Song, der klar hervor sticht, und das nicht nur wegen der sagenhaften Performance des Sängers, ist «Overlord».

Denn da gibt es in ihrem Schema einen Bruch und es scheint, als würden sie ihre Komfort-Zone verlassen und etwas experimentieren, mit einer langsamen, eingängigen Spielart. Ansonsten stehen vor allem dissonante Riffs zu Blastbeats auf dem Programm. Das Album ist an sich nicht schlecht, und allein schon wegen den Vocals lohnt sich eine kurze Hörprobe. Doch «Borders Of Mania» als Ganzes und am Stück anzuhören, ist eine eher reizlose Angelegenheit.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HR10iJ2-058

 

Mittwoch, 03 Juli 2024 05:14

Seit 2012 treiben die Chilenen LUCIFER'S HAMMER ihr Unwesen mit einer Mischung aus Siebziger-Sound und Heavy Metal. Für Doom sind die Herren zu flott unterwegs und für Metal zu Stoner-mässig. So liegen die Jungs irgendwie zwischen den Stühlen, können aber von sich behaupten, eine eigene Nische erarbeitet zu haben.

Hört man sich die Gitarren-Arbeit beim Opener «Real Nightmares» an, fühlt man sich an die guten alten Tage von Tokyo Blade oder auch Tygers Of Pan Tang zurück versetzt. Auch mit «Glorious Night» geben Hades und seine Mannschaft mächtig Schub und lassen die Rübe freudig im Takt mitkreisen. Mit den eher getragenen Rhythmen von «Antagony» wechseln Lucifer’s Hammer geschickt das Tempo und halten das neuste Werk interessant.

Bei «Be And Exist» (absolut geiles Cover!) hört man den Musikern an, dass sie ihr Handwerk verstehen und viel Herzblut in die Songs steckten. «The Fear Of Anubis» beinhaltet sicher Elemente von Iron Maiden und Iced Earth oder Running Wild, geht aber als sehr eigenständiges Instrumental von Lucifer's Hammer durch. Hier haben vier Herren so ziemlich viel richtig gemacht und werden damit nicht nur die Underground-Fans begeistern.
Tinu

cede

 

 

Mittwoch, 03 Juli 2024 05:08
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Italiener aus Imola toben sich laut eigenen Aussagen musikalisch in der Region Alice In Chains, Black Sabbath und Black Stone Cherry aus. Dazu trägt sicher auch die etwas raue Stimme von Shouter Igor Piattesi bei, der hier für VICOLO INFERNO mit tollen Gesangs-Linien glänzt.

Man höre sich nur das treibende «Suspended» an. So passt die Stimme gut zu den schweren Gitarren-Riffs und den treibenden Drums. Und so finden sich hier ausschliesslich erdige Rock-Songs, schnörkellose straight-forward Nummern und Kompositionen mit einem grossen Potenzial. Tracks wie das melodiöse «Sneeze In A Mob» fressen sich schnell im Gehirn fest und gefallen umgehend. Oft erinnert Igors Gesang an Nickelback Sänger Chad Kroeger, obwohl ich Igors Stimme noch etwas vielseitiger und variabler finde. Manchmal erinnert die Musik der Italos etwas an die grandiosen Armored Saint.

Treibende Nummern wie das starke «Cold Surface» glänzen aber auch mit einer gewissen Eigenständigkeit. Mir gefällt vor allem die Energie und Kraft, die die Songs ausstrahlen. Die Herren aus Italien legen hier mit «Circles» ein starkes, spannendes, drittes Album vor, das mit durchgehend hoher Qualität punktet. Somit ist das Reinhören an der Stelle Pflicht!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/C02NcNt2cCc

Mittwoch, 03 Juli 2024 05:03
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v. 10 Punkten: 6.5

Ach du meine Hölle! Ok, also einfach ist diese Chose definitiv nicht. BRUME gehören zu den Kapellen, die sich irgendwie an bestimmten Genres orientieren (eben Doom Rock, etwas Ambient, eventuell sogar Avantgarde), dann aber etwas so Eigenes daraus basteln, dass man nur noch mit Fragezeichen zurück bleibt.

So ist es zumindest mir ergangen. Dabei ist die Stimme der Vokalistin echt gut, variiert von leisem, beinahe geflüstertem Gesang hin zu weinerlichen, beinahe schreienden Ausbrüchen. Die Rhythmus-Fraktion kann sich ebenfalls hören lassen, sprich man weiss, was man tut. Oder hat einfach gut abgemischt, kann auch sein. Anyway, wer so Truppen wie beispielsweise The Dresden Dolls oder Chelsea Wolfe und eventuell auch Dool mag, ist bei Brume definitiv gut aufgehoben. Allen anderen dürfte diese Mucke zu schräg, verdreht und nicht zugänglich bleiben. Speziell!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2Zk14hr-dc0

Dienstag, 02 Juli 2024 05:20
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v. 10 Punkten: 8.5

Wenn man mich fragt, welche polnische Band ich favorisiere, würde meine Wahl trotz starker Konkurrenz in Form von Behemoth und Vader auf CRYSTAL VIPER fallen. Marta Gabriel und ihre drei Mistreiter liefern seit ihrer Gründung 2003 immer wieder starken, klassischen Metal und haben in ihrer Diskographie noch keinen Stinker abgeliefert. Ob auch das neunte Studio-Album den Vorschuss-Lorbeeren gerecht wird?

Schon der Opener «Fever Of The Gods» lässt auf eine Bejahung hoffen. Das ist feinster Stahl mit starken Gitarren und einer blendend aufgelegten Marta am Mikrofon. Mit der Hymne «Old House In The Mist» setzen Crystal Viper die Messlatte noch höher! So und nicht anders muss klassischer Metal 2024 klingen! In eine ähnliche Kerbe schlägt «Book Of The Dead», eine Speed-Granate vom Feinsten. Mit der Ballade «Wayfaring Dreamer» und dem äusserst gelungenen Bathory Cover «Gods Of Thunder Of Wind And Of Rain» sorgt man aber auch für überraschende Wendungen und hebt die Dynamik des Albums auf ein höheres Level.

Natürlich bleiben bahnbrechende Neuerungen im Sound der Polen aus und das ist auch gut so. Wenn ich ein Crystal Viper Album erwerben will, möchte ich genau diesen Stil, der sich tief vor der NWOBHM (Judas Priest, Diamond Head), aber auch vor Bands wie Warlock, Chastain oder Riot verneigt. Zwischendurch sind durchaus auch Abstecher in den Power Metal auszumachen, allerdings ist man gegenüber vom Vorgänger «The Cult» (2021) wieder etwas metallischer unterwegs.

Zurück zur Eingangsfrage, welche mit einem klaren "Ja beantwortet werden kann. Auch das neuste Album hält das Niveau der vergangenen Veröffentlichungen locker und wer weiss, wie die Band live auftritt, kann sich auf die kommenden Auftritte freuen, denn erfahrungsgemäss klingen Crystal Viper Songs auf der Bühne noch einmal eine ganze Ecke bissiger.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/E0MPiTXZHgs

Dienstag, 02 Juli 2024 05:15

Fleissig diese Burschen! Mit Ausnahme von 2022 hauen Lucifuge seit 2018 jedes Jahr ein Album heraus. «Hexensabbat» ist der sechste Streich und erscheint wie die Vorgänger beim Kultlabel Dying Victims. Wer bisher nichts von der Band gehört hat, darf sich auf eine gehörige Black-Thrash Scheibe im Stil von Midnight, alten Sodom oder Hellripper freuen.

Der Vorgänger wurde von meiner Wenigkeit mit acht Punkten bewertet, weshalb ich gespannt war, ob die Deutschen das Niveau halten konnten. Lucifuge haben ihre hörbaren Vorbilder (zu den bereits genannten würde ich noch Bewitcher und Witchery zählen) sind aber auch dem klassischen Metal («Into The Eternal Sleep») nicht abgeneigt. «They Come In Legions» hat seine Wurzeln dagegen tief im klassischen Black Metal. Daneben gibt es aber auch Speed satt, so beim Titeltrack oder «No Sun Shall Rise», welche durch einprägsame Riffs glänzen und recht einprägsam bleiben.

Die Produktion ist auf oldschool getrimmt und lässt die Songs noch kauziger erklingen, als sie sonst schon sind. «Hexensabbat» bietet soliden Black-Thrash Metal, der nicht ganz an die Klasse der oben genannten Bands anstinken kann, nichtsdestotrotz aber jede Menge Spass macht. In der Summe verpasst man die acht Punkte des Vorgängers nur knapp. Überzeugend ist übrigens auch das starke Artwork ausgefallen, welches geradezu nach einem Vinyl-Kauf dieser wertigen Veröffentlichung schreit!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XnahR7ChSOA

Dienstag, 02 Juli 2024 05:08

Beim Klabautermann! Fünf Piratinnen begeben sich auf Beutezug und wollen Eure Taler klauen, erleiden aber auf hoher See Schiffbruch. Das Debüt-Album von PIRATE QUEEN ist nämlich eine richtige Mogelpackung. Die Band sei aus dem Bermuda Dreieck und 1523 gegründet worden und nun nach 500 Jahren zurück gekehrt, so das Label. Ehm, ja ist klar.

Keine Ahnung, wieso Band und Label dieses Werk als komplettes Album und nicht als EP anpreisen. Von den acht Songs ist «Ghosts» gleich in drei Versionen vorhanden, dazu kommt mit «Siren's Tears» ein ziemlich ideenloses Intro / Instrumental. Bleiben fünf mickrige Songs mit einer Spielzeit von nicht einmal 22 Minuten. Riecht ziemlich nach Abzocke. Doch wenden wir uns dem wichtigsten zu, schliesslich geht es ja um die Musik. Der Opener «Pirates From The Sea» orientiert sich an Bands wie Battle Beast und vor allem Visions Of Atlantis, leider ohne auch nur annähernd die Klasse der Vorbilder zu erreichen.

«Ghosts» startet zwar fulminant, wird kurz progressiv und entwickelt sich dann zu einer ordentlichen Midtempo-Hymne. Aber gleich dreimal auf einer Scheibe braucht man den Song auch nicht, und der Rest ist einfach ziemlich belangloser Stoff. Auf mich wirkt das, als wäre hier mit künstlicher Intelligenz gearbeitet worden. Natürlich muss das nicht sein, aber genau so klingt das phasenweise.

Das ganze Projekt wirkt für mich plastisch und ohne Seele, sprich das Piraten-Image wirkt sowas von aufgesetzt. Von mir aus dürfen sich Pirate Queen gerne wieder ins Bermuda-Dreieck zurück ziehen und dort auf mysteriöse Art und Weise verschwinden. Wer auf das Piraten-Thema im symphonischen Power Metal Gewand abfährt, dem sei «Pirates» von Visions Of Atlantis empfohlen. Da sind die sauer verdienten Taler besser aufgehoben.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U4R8dtM5pnI

Montag, 01 Juli 2024 04:49

Klassisch geprägter Heavy Metal, der Fans von Satan, Blitzkrieg, Saxon und Girlschool die Freudentränen ins Gesicht schiessen lassen könnte, liefern SABIRE ab. Treibende Rhythmen und eine sehr feine wie mitreissende Gitarren-Arbeit verwöhnen den Metal-Gourmet.

Zu hören auf dem Opener «Pure Fucking Hell». Etwas getragener, sprich mehr im stampfenden Bereich angesiedelt findet sich «Ice Cold Lust» wieder und zeigt auf, dass der Vierer aus Australien sich gerne mit anderen Federn des Rhythmus schmückt. Wie auch «I'm A Rock», der zum Bangen einlädt und dank der sehr passenden Stimme von Ivor bestens abgerundet wird. Einen kleinen Querverweis zu Motörhead (oder den alten Girlschool) offenbart «Just A Touch Of Acid». Helix erklingen bei «Call Me Bastard», während die Mitsing-Hymne auf den Namen «Alone Again» getauft wurde.

Grossartig wurde auch die Ballade «The Last Day» umgesetzt, die mit einem leichten Flair von Dirty Looks versehen wurde. Mit dem sehr schnellen «Your Rending Hands» und dem punkigen «Rip, Rip Kill!!!» geben die Herren nochmals Gas und bringen mit «Jätt» ein mehr als nur bemerkenswertes Debüt-Album ans Tageslicht, nachdem sie eine EP, ein Live-Werk und vier Singles veröffentlicht haben. Sabire sollte man sich unbedingt anhören. Nicht nur, weil mich eine neue Band seit sehr langer Zeit endlich wieder mal zu begeistern vermag.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hC8F8SIdmdg



Montag, 01 Juli 2024 04:40

FOREVER FALLING sind eine italienisch-amerikanische Funeral Doom Band, die auf ihrem Album «The Determinism Of Essence In Matter» eine Kombination aus klassischem Doom und Todesblei präsentiert.

Die sechs Songs, die jeweils zwischen acht und zehn Minuten lang sind, bieten ausladende Epik und eine starke Performance. Die Band setzt auf starke Gitarren-Melodien, monumentale Akustik-Harmonien sowie einer Mischung aus sakraler Tiefe und roher Strahlkraft. Besonders die Songs «The Touch Of Ice» und «To You...» treffen den Nagel auf den Kopf. Fans von Bands wie Paradise Lost und My Dying Bride sollten sich diese Band merken. 

Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Musik ist die Stimme des Sängers. Sie ist tief und kraftvoll, was perfekt zum Genre Funeral Doom passt. Sie verleiht den düsteren und langsamen Kompositionen eine zusätzliche Schwere und ist von einer melancholischen Intensität geprägt. Der Sänger vermittelt Trauer, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, die charakteristisch für diesen Stil sind. 

Das langsame Tempo der Musik erlaubt es dem Gesang sich auszudehnen und die Texte in einer meditativen Art und Weise zu präsentieren. Dies trägt zur Atmosphäre des Albums bei. Je nach Lied variiert die Stimme zwischen tiefen Growls, klaren Gesangs-Passagen und gelegentlichen Schreien. Diese Vielseitigkeit verleiht «The Determinism Of Essence In Matter» eine interessante Dynamik. Insgesamt trägt der Gesang von John Suffering einiges dazu bei, die düstere Stimmung und die epische Weite der Musik zu verstärken.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/LzzYmep7UdA

 

Montag, 01 Juli 2024 04:32
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v. 10 Punkten: keine Wertung

JINJER gehören zweifelsohne zu den aufregendsten Bands im Modern Metal. Durch unerbittliche harte Arbeit, herausragendes Talent und pausenloses Touren gilt das Quartett aus der Ukraine zu Recht als einer der besten Live-Acts überhaupt.

Dies haben sie vor einem weltweiten Millionen-Publikum während zahlreicher ausverkaufter Headline-Tourneen und auf Festivals wie "Hellfest", "Rock am Ring", "Download Festival" und "Rocklahoma USA" bewiesen. Jetzt bringen Jinjer ihre packende Bühnen-Show und mitreissende Energie direkt in die heimische Stube mit dem ersten, offiziellen Live-Album «Live In Los Angeles». Das Album wurde am 22. Dezember 2022 im «The Wiltern» in L.A. aufgenommen und gefilmt. Die Idee dazu entstand ziemlich spontan. Für Jinjer war es wichtig, nicht nur ihre Live-Show so authentisch wie möglich einzufangen, sondern auch ein Zeichen für das Ende der Pandemie zu setzen.

Nach einer schweren Zeit für die gesamte Musik-Industrie feiert «Live In Los Angeles» die Wiedergeburt der Live-Musik und das Leben an sich. Das Album enthält insgesamt sechzehn Songs und wird in verschiedenen, zum Teil streng limitierten, Formaten erhältlich sein. Die livehaftige Auslese präsentiert einen explosiven Mix aus der Diskographie der Band, die vom bisher erfolgreichsten Studio-Album «Wallflowers» (2021) gekrönt wird. Das Album bietet einem zahlreiche Fan-Favoriten wie «Sit Stay Roll Over», «Home Back», «Call Me A Symbol» oder das Karriere prägende «Pisces».

Jinjer strotzen nur so vor Energie und präsentieren eine unglaublich eingängige wie einzigartige Mischung aus Metalcore, Djent, Hardcore und Groove Metal und kombinieren diese mit progressiven Elementen. Die Live-Präsenz von Frontfrau Tatiana Shmayluk lässt einem den Atem stocken, während heftig groovende Riffs und treibende Drums zu einem technischen Meisterwerk zusammen finden, das rasiermesserscharf in den Gehörgang schneidet. «Live In Los Angeles» zeigt die Ukrainer auf absolutem Weltklasse-Niveau. Dabei brechen sie mit ihrer ganz eigenen Herangehensweise alle Regeln und setzen neue Standards im modernen Metal!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/u9r4kKPDCq8

Montag, 01 Juli 2024 04:26
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach dem Sturm «The Upcoming Terror» lag ein grosser Druck auf den Jungs von ASSASSIN. Das Bandkarussell drehte sich, und so gelangte der von Sodom her bekannte Michael Hofmann in die Band.

Während man beim Debüt noch mit Kalle Trapp zusammen arbeitete, wurde für den Zweitling Harris Johns (Sodom, Kreator, Voivod) als Produzent ins Studio geholt. Ein in meinen Augen suboptimaler Schachzug, da man dadurch die eigene soundtechnische Eigenständigkeit einbüsst und plötzlich wie Kreator, Sodom und Tankard klang. Die Tracks wurden wilder, schneller und bissiger, was das Quintett leider auch zu sehr bei den oben erwähnten Truppen eingliederte.

Noch immer waren es die Riffs und die Solos, welche von der heftigen Rhythmus-Truppe vorangetragen wurde. Das schnelle und geil dargebotene «Pipeline» hatte zur Abwechslung einen kleinen Punk Einschub und gehört sicherlich zu den besseren Instrumentals der Szene. Ansonsten waren es wilde Sound-Orgien, die leider nicht mehr das Flair des Debüt-Werkes versprühten, sondern gewollt oder ungewollt wie eine "Kopie" der erfolgreicheren Truppen klangen. Ausnahme; «Junk Food», das auch hier mit einer kleinen Punk Attitüde erklingt.

Dass Mitglieder von Kreator, Sodom, Destruction und Deathrow im Studio von Assassin vorbei schauten, lässt erahnen, dass sich die Jungs gerne in die Sphären dieser Truppe befördern wollten. Was in meinen Augen leider in die Hosen ging. Einzig «Strang World» konnte da neben den beiden punkigeren Tracks überzeugen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jjcDk87xqSg

 

Samstag, 29 Juni 2024 07:20
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v. 10 Punkten: 8.8

Die dänischen Schwergewichte ILLDISPOSED gehören zu den Veteranen, wenn es um Death Metal aus dem Norden geht. Die 1991 gegründete Band aus Aarhus hat bereits zahlreiche Alben veröffentlicht, doch es dauerte nun eine ganze Weile, bis die Truppe um Bo Summer einen neuen Longplayer ankündigte.

«In Chambers Of Sonic Disgust» heisst die Platte und ist der Nachfolger von «Reveal Your Soul For The Dead», das 2019 veröffentlicht wurde. Für die lange Wartezeit, (ich kenne da zwar andere, aber egal), gibt die Band gleich mehrere Gründe an. Der Ausläufer der Pandemie wirkte sich noch auf die Produktions-Zeit aus, aber für die Band viel ausschlaggebender war die Diagnose Hirnkrebs, bei Gitarrist Rasmus Henriksen. Eine 100%ige Konzentration auf die Behandlung war die Folge.

Als Ersatz konnte der ehemalige Illdisposed Gitarrist Ken Holst zurück gewonnen und mit ihm die Arbeiten an «In Chambers Of Sonic Disgust» zum Abschluss gebracht werden. Das neue Album weist alle wichtigen Trademarks der Band auf. Der geknurrte Gesang von Bo Summer, das Gitarren-Duo Batten und Holst, sowie die groovende Rhythmus-Gruppe von Onkel K. Jensen und Rasmus Schmidt sorgen für Songs, die schwer und düster klingen. Gleichzeitig bettet die Band melodische Gitarren-Leads ein, die ein wenig von der ultimativen Schwere ablenken, die in Songs wie dem wuchtigen «The Ill-Disposed» nachhallt.

Illdisposed schalten dann mit «Start Living Again» einen Gang hoch. Dieser Track ist etwas schneller als die meisten Songs dieser Veröffentlichung, und mit «And Of My Hate» wird es noch eine Spur rasanter. Er vermischt melodischen Death Metal mit einer gewissen Thrash Metal Anleihe. Der dänische Fünfer liefert ein grundsolides, neues Album ab. Es lässt sich vielleicht kein wirklicher Superhit aus den elf Tracks küren, aber es ist die Beständigkeit der Qualität, die «In Chambers Of Sonic Disgust» zu einer dunklen und groovenden Platte macht. Dies ist ein wahrer Grund zum Feiern!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/p6COZApE9OE

 

Samstag, 29 Juni 2024 07:14
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v. 10 Punkten: 8.8

Drei Jahre nach der ersten Scheibe «Evil And Divine» unter dem Banner von SUNBOMB folgt nun der zweite Streich von Gitarrist Tracii Guns (L.A. Guns) und Sänger Michael Sweet (Stryper). Unterstützt werden die beiden wieder von Adam Hamilton (Drums, L.A. Guns) und Mitch Davies (Bass).

Dass die etwas "dunkleren" Momente von Black Sabbath wieder Einzug halten würden, war klar. Schliesslich tropften aus dem Debüt immer wieder fette, klebrige und heisse Lava-Steinchen. Auch «Light Up The Sky» ist wieder mit solchen Perlen bestückt, wie zum Beispiel mit «In Grace We'll Find Our Name», das von einem typischen Iommi-Riff geprägt wird und dank der kräftigen Stimme von Michael (er ist noch immer einer der unterbewertetsten Sänger!) eine Hommage an die Birminghamer ist. Im krassen Gegenteil dazu bewegt sich die Titelnummer, die eher an die Ozzy Zeit erinnert, als Randy Rhoades noch die Gitarre bediente.

«Rewind» überzeugt mit einem leichten Stoner-Groove, der aber weit davon entfernt ist, effektiv ein solcher zu sein. Das flottere «Scream Out Loud» hätte auch auf einer der letzten Stryper Scheibe seinen Platz gefunden. Herausragend ist hier das Solo von Tracii, wie auch der Scream von Michael. Ein überragendes Riffbrett ziert «Beyond The Odds» und die unter die Haut gehende Ballade «Where We Belong». Auch wenn Sunbomb bisher nur als Projekt gelten, präsentieren sich die beiden Bandleader auch auf «Light Up The Sky» erneut von ihrer besten Seite, ohne dabei den eigenen Haupt-Truppen Konkurrenz zu machen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c-lcrrxL7zM

Samstag, 29 Juni 2024 07:09

Die ungarische Extreme Metal Szene wird als Ganzes oft übersehen, was ziemlich sträflich ist. Es existieren da nämlich brillante Gruppen wie SEAR BLISS, die zwar in ihrem Heimatland bekannt sind, aber im Vergleich zu ihren griechischen und skandinavischen Kollegen völlig untergehen.

Sear Bliss markieren nicht die typische "Tremolo-up-your-ass, hail Satan-Metal-Band". Für dieses Kollektiv ist Musik Kunst. Die kühne Einbindung von Blasinstrumenten (Trompete und Posaune) in ihren ohnehin schon epischen, atmosphärischen Sound und das allgemeine Niveau an Versiertheit, Klasse und Professionalität, das diese Band im Laufe ihrer Karriere erreicht hat, sind der Grund für ihren preisgekrönten Status. Nun bringen Sear Bliss mit «Heavenly Down» ihr zehntes Studio-Album heraus. «Heavenly Down» deckt dabei eine Vielzahl von Stilen ab, die mal cool, sanft oder episch daher kommen sowie mit ein wenig Aggression an der richtigen Stelle aufwartet.

Hauptsächlich bietet diese Platte jedoch diejenige Art von epischer Erfahrung, die man als Fan sucht. Die Tonalität der Gitarren im Titeltrack, das traumhafte Synthesizer-Spiel bei «Forgotten Deities», dem Instrumental-Stück des Albums, das einen mit Sicherheit einlullt und die vielen kompositorischen Texturen, die den Abschlusstrack «Feathers In Ashes» ausmachen, sind allesamt Schlüssel-Elemente für die acht Songs. Sear Bliss sind definitiv progressiv, experimentell, aber auch nachsichtig, denn es finden sich Parts, zu denen man entspannen oder sogar im Mondlicht tanzen kann, wenn man sich dazu berufen fühlt.

Andererseits kann man ganz gepflegt die Haare kreisen lassen. Die neue Platte ist ein willkommener Kontrast zum Vorgänger-Album, denn sie zeigt die Band in einem verjüngten Zustand, was sich in den vielen, inspirierten Parts des Albums widerspiegelt: da wo die Trompeten schmettern und die Posaunen heulen! Die Melodien entfalten sich zu gewaltigen Rhythmen und Tremolo-Riffs, die sich über kraftvolle Blastbeats erheben, die Becken krachen, die Toms grooven und die sanfte wie weiche Behaglichkeit der epischen Passagen, die hypnotisieren und verwunschene Orte näher bringen. Eine Platte, die das Warten wert war.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zCTNbpuu99c

Samstag, 29 Juni 2024 07:04
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v. 10 Punkten: 7.8

NEAERA waren bei ihrem Debüt 2005 wie ein krachendes Überraschungs-Ei, das in aller Munde war. Durch ihre Auflösung 2015 hat die Popularität offensichtlich nachgelassen, aber die Rückkehr der Band bestätigt ihre Stärke.

«All Is Dust» nennt sich Album Nummer acht und es startet mit dem soliden «Antidote To Faith», dessen Metalcore Einflüsse den beeindruckenden Melodic Death um eine virulente Dimension von Wutausbrüchen ergänzt. Darauf folgt «Pacifier» mit einem martialischeren Ansatz, aber auch majestätischeren Passagen, die einen Kontrast zur Gewalt des Tracks bilden. Auch die schweren Refrains kommen im Titeltrack zum Tragen, um die Wut des gleichnamigen Stücks zu betonen, bevor der Sound mit «Swords Unsheathed» wieder für leichte Aufhellung sorgt.

«Per Aspera» beruft sich definitiv auf seine Oldschool-Wurzeln, die sich aggressiv und mit einem Hauch Melancholie um Metalcore und Melo-Death schlingen. Die kriegerischen Wurzeln kehren mit «Edifier» zurück, einem Stück, das für die Bühne geschrieben wurde und voller Stolz seinen Hardcore Einfluss zeigt. Erst «In Vain» verlässt ein wenig die Aggressivität und bringt die süsse Traurigkeit mit, die von seiner schwebenden Einleitung und den herzzerreissenden Gesangs-Parts ausgeht. Wie sagt man so schön?

Das Beste zum Schluss! «Render Fear Powerless» vermag im Anschluss richtig zu zünden und explodiert gar förmlich. Dieser Song ist für die Bühne gemacht. «Dividers» setzt auf trockenen, mosh-freundlichen Groove, den der Fünfer wieder mit Dissonanzen und Kälte färbt. Der letzte musikalische Überfall findet mit dem Rausschmeisser «Into The Hollow» statt, der in den Refrains kaum langsamer wird und auf Schnelligkeit und Irrwitz setzt. Neu ist ihr Sound wahrlich nicht, doch «All Is Dust» birgt jene Neaera-Trademarks, die Fans zum Moshen und Schütteln des Schädels bringen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mvQcixPldv8

Freitag, 28 Juni 2024 04:46
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v. 10 Punkten: 9.5

Stolz präsentiert sich der Amboss auf dem Cover des neuen Albums von ANVIL. Es ist das zwanzigste Studio-Werk (!) einer Band, die immer abgeliefert haben, stetig ihren Weg vor Augen hatten und diesem konsequent gefolgt sind. Nicht einmal die Dokumentation über die Band konnte das Ansehen und die Fangemeinde langfristig grösser machen, so dass die Kanadier noch heute ein eher bescheidenes Leben mit ihrer Musik führen.

Wo andere Jung-Truppen heute nach nur einem Album zusammenbrechen, schmiedet das Trio seinen Stahl wie Metal weiterhin auf dem beständigen Amboss und lässt sich nicht kleinkriegen. Immer, wenn ich denke, dass sie nach einem neuen Album dieses nicht mehr übertreffen können, dann hauen Sänger/Gitarrist Steve “Lips” Kudlow, sein stetiger "Partner in crime" Drummer Robb Reiner und Bassist Chris Robertson nochmals ein Brikett nach und überzeugen erneut mit einem weiteren Highlight.

Wer sich Songs wie das rock'n'rollige und mit einem Shuffle-artigen Rhythmus versehene «Feed Your Fantasy», das schnelle und voran treibende «Fight For Your Rights», der kräftige und famose Opener «One And Only», das zähflüssige «Heartbroken», das hymnenhafte «Gold And Diamonds», das schon fast punkige «Dead Man Shoes», den Midtempo-Kracher «Truth Is Dying» und das bösartige «Condemned Liberty» anhört, wird mir zustimmen, dass die Jungs aus Toronto nichts von ihrem Gespür für geilen Metal verloren haben.

Die absolute Abriss-Birne liefert der Schlusstrack «Blind Rage» ab, der die Scheibe wütend beendet. Dass die Jungs die rauen Klippen des Musikbusiness immer wieder zu spüren bekamen, davon handelt «Fight For Your Rights». Ihren Idealismus, ihr Feuer, ihre Motivation und ihre unbändige Spielfreude konnten der Band aber nicht genommen werden. "Anvil is Anvil" und bleiben es auch. Wer auf bodenständigen (wie ihn Motörhead spielten) Sound steht, kann hier bei «One And Only» blindlings zugreifen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8dhQoQ7dptA

Freitag, 28 Juni 2024 04:40

Um als All-Star Projekt zu gelten, sind die beteiligten Musiker unter dem Strich eine Nummer zu klein. Nichts desto trotz sind die Jungs keine Unbekannten und präsentieren auf diesem selbstbetitelten Debüt eine homogene und kompakte Melodic Rock Geschichte und der Flagge von ATLANTIS DRIVE.

Initiant der Band ist der Gitarrist (auf vorliegendem Output auch Bassist) Markus Pfeffer, der sich mit Barnabas Sky und Lazarus Dream durchaus einen guten Ruf erspielen konnte. Ebenfalls in der Band sind Devoid und Heart Line Keyboarder Jorris Guilbaud sowie Glenn Hughes, Sinner und Voodoo Circle Drummer Markus Kullmann. Hinter dem Mikro erscheint dann aber doch noch ein Name, der dezent für Aufsehen sorgen kann, nämlich Mark Boals, der vor allem mit seiner Zusammenarbeit mit Yngwie Malmsteen in breiter Erinnerung geblieben ist. Der Clou bei solchen Projekten ist üblicherweise, die Qualität der Beteiligten unter einen Hut zu bringen.

Atlantis Drive kriegen das durchaus hin, obwohl man sich zwar meistens in eher seichten AOR-Gewässern bewegt. Grundsätzlich ist das kein Problem, setzt mit dem entsprechenden Songmaterial  jedoch kaum Akzente und bleibt deshalb im Mittelfeld hängen. Bei den knackigeren Titeln wie «Medusa Smile» oder «United» kann man dann aber definitiv punkten. Da lässt die Kombination aus Groove und grossartigen Hooks aufhorchen. Auch der über 8-minütige Abschlusstrack «Heros» besitzt einen gewissen Memory-Effekt. Das Ziel, den Melodic-Spirit der 80er zu feiern, ist jedenfalls gelungen, und die entsprechenden Fans kommen so auf ihre Kosten.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7LB7rZDZKfE

Freitag, 28 Juni 2024 04:34
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v. 10 Punkten: 8.4

Die aus Schweden stammende Folk/Progressive Rock-Band KAIPA kündigt ihr neues Album «Sommargryningsljus» an. 49 Jahre nach der Veröffentlichung ihres Debüt-Albums legt die Band mit «Sommargryningsljus» (was für ein Titel!) den mittlerweile fünfzehnten Longplayer ihrer musikalischen Reise vor.

Auch beim neuen Werk bleiben sich Hans Lundin und seine Musikanten ihrem Stil treu, und das ist auch gut so. Die Gesänge werden getrennt oder gemeinsam von Patrik Lundström und Aleena Gibson perfekt in die Songs eingebettet. «Seven Birds», eine eher gemächliche, verträumte Prog-Lied, entführt den Zuhörer knapp zehn Minuten lang in die wunderbare Welt der Schweden. Das etwas längere «Like Thousand Dawns» beginnt als quirlige Prog-Nummer, verliert dann an Tempo und wird von Aleenas Stimme weiter geführt.

Hört man sich das ebenfalls 10-minütige «Chased By Wolves And Burned By The Sun» an, kann man schon Parallelen zu Yes und den Flower Kings ausmachen. Das Album beinhaltet insgesamt sechs Longtracks, die zwischen neun Minuten und einer Viertelstunde dauern. Dementsprechend braucht es etwas mehr Zeit, um das Ganze zu verarbeiten. Mit dem neuen Werk «Sommargryningsljus» bringen die Schweden grundsätzlich nix Neues was die Musik betrifft, aber gewohnt Gutes.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/I0m_ESOv2Ao

 

Freitag, 28 Juni 2024 04:28

«Memoria Viva» ist bereits das dritte Album der WHITE STONES, der Band, die von Opeth Bassist Martín Mendéz ins Leben gerufen wurde. Wie schon auf den zwei Vorgänger-Alben bietet «Memoria Viva» Metal abseits der ausgetretenen Todespfade.

Der Titeltrack ist der erste Song, mit dem der Zuhörer konfrontiert wird. Glücklicherweise ist nicht das ganze Album voller Samples und Flüster-Geräusche! Düster klingt der wirkliche Start mit «Humanoides», einem sich langsam aufbauenden Track, der ein Gefühl der Unruhe erzeugt. Schnell wird klar, die White Stones schreiben keine fröhlichen Songs. Mit «La Ira», was auf Spanisch die Wut bedeutet, zeigt die Band ihren progressiven Ansatz. Es ist ein durchdringendes und wütendes Stück, das mit schreienden Gitarren und gequälten Vocals aufwartet. Wer aufmerksam hinhört, wird bemerken, dass hier nun ein Album mit Texten in spanischer Sprache produziert wurde.

Im Gegensatz zu den ersten Veröffentlichungen erzählt jeder Song eine Geschichte in Mendéz' Muttersprache. Dies wollte die Band bereits beim letzten Album ausprobieren, hat aber nicht funktioniert. Nun ist es Realität geworden! «Grito Al Silencio" ist ein Lied, das zeigt, wie die Truppe an ihre Musik heran geht. Der Anfang ist entspannt und strahlt ein Gefühl der Leichtigkeit aus. Gerade in dem Moment, in dem man sich zurück lehnen und geniessen möchte, nimmt der Song an Fahrt auf und, man ist in einem schweren, stampfenden Song mit hartem Gesang und heftigem Riffing gefangen. Cool gemacht! Wirkliches Durchatmen wird bei den Nummern «Zamba De Orun», «Somos» und «Yemaya» möglich.

Die ruhigen und akustischen Songs sind eher friedliche Momente der Hoffnung auf dieser Veröffentlichung. Dennoch liegen diesen unkonventionellen Songs Gefühle der Beklemmung zugrunde. Die White Stones setzen ihre musikalische Vision mit der Veröffentlichung von «Memoria Viva» fort. Etwas schade ist, dass von neun Songs auf «Memoria Viva» gerade mal fünf "wirklich fertig ausgebrütet" sind. Ansonsten ist ihre Musik anspruchsvoll und ausgefeilt, ohne zu komplex zu werden. Es handelt sich eher um eine gut strukturierte Vielseitigkeit, die es unmöglich macht, vorherzusagen, was als Nächstes kommt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vge2uQFQFmM

Donnerstag, 27 Juni 2024 04:58
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v. 10 Punkten: 8.0

Thomas Berglie (alias SARKE) hat sich erneut mit Nocturna Culto von Darkthrone zusammen getan, um den achten Longplayer des Projektes aus dem Boden zu stampfen. Die Einflüsse sind auch auf «Endo Fight» wieder vielfältig ausgefallen.

Klar, die Stimme von Nocturno Culto ist nach wie vor bitterböser Black Metal, aber zudem sind neben Prog auch Hard Rock, Doom, Gothic und Heavy Metal vertreten. Damit ist auch der neuste Streich extrem abwechslungsreich geraten.  Der Opener «Phantom Recluse» kommt mit seinen Bläser-Einsätzen und Synthie-Passagen schon verwegen daher, und auch das folgende «I Destroyed The Cosmos» liegt abseits der Genre-Barrieren.

Synthies begleiten dabei den langsamen und epischen Doomer, der auch durch progressive Parts überzeugen kann. Eigentlich ist nur «In Total Allegiance» wirklich straight, bretthart und erinnert an den norwegischen Black Metal, und selbst hier wird man gegen den Schluss hin wieder atmosphärisch mit den Chören. Dazwischen platziert die Band immer wieder neue Elemente und schafft es dabei trotzdem, diese stets songdienlich zu verpacken. Der höllisch groovende Stampfer «Old Town Sinner» hat sich dabei als mein Favorit heraus kristallisiert.

Gegenüber dem Vorgänger sind Sarke diesmal noch etwas bombastischer und atmosphärischer unterwegs. Fans von Sarke dürfen auch beim achten Output blind zugreifen, weil «Endo Fight» einfach ein unterhaltsames und gutes Album geworden ist. Wer mit Darkthrone ebenso etwas wie mit Blue Öyster Cult oder Opeth anfangen kann, sollte sich zumindest ein Bild von der Musik machen. Hier stimmt vom Artwork über die Produktion bis hin zur Mucke nämlich ziemlich viel. Well done Mister Berglie!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/P25y6rmbdao

 

Donnerstag, 27 Juni 2024 04:51

Man kann die Kalifornier VITSKÄR SÜDEN auch mit ihrem dritten Album in keine Schublade stecken. Geht der Opener «Vengeance Speaks» eher in die New Wave/Rock-Ecke, weist das folgende «R'lyeh» dann Elektro-Einflüsse auf, geht aber ziemlich monoton zur Sache, was auch nach New Wave klingt.

Ebenso gothisch und hypnotisch mit elektronisch klingenden Drums kommt das morbide «Through Tunnels They Move» daher. Dabei wird eine elektrisierend intensive Ausstrahlung gewahr. Dem entgegen steht das mit ruhiger, akustischer Gitarre und von einem Klavier getragene «Hidden By The Day». Sehr schön und gefühlvoll gesungen von Martin Garner. Eine bereichernde Abwechslung zu den anderen Songs hin. Ganz speziell ist «Everyone, All Alone», da mit einem seltsamen Gitarren-Part beginnend, verzerrtem Bass, sehr schwerfällig und mit hypnotischem, monotonem Gesang.

Heisst man fühlt sich beim Anhören wie irgendwo am Ende der Welt, ausgesetzt, allein und verlassen. Aber trotzdem wird man unweigerlich vom Song gefangen, wie gesagt sehr speziell. Es ist wirklich nicht einfach, die Musik der Kalifornier zu beschreiben. Die Band kombiniert Elemente aus entspanntem Gothic Rock, von den 80er-Jahren beeinflusstem New Wave Rock, spacigen und psychedelischen Aspekten sowie elektronischen Spielereien. Schräg, aber durchaus interessant.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/s7E-vG_PiVk

 

 

Donnerstag, 27 Juni 2024 04:46
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v. 10 Punkten: 7.5

Egal, welches Stück ich mir von ZOMBEAST anhöre, ständig kommen mir The Other in den Sinn - leider ist dieser Vergleich, um es gleich vorneweg zu nehmen, eher hinderlich als schmeichelhaft.

Denn: Während es bei den Deutschen von The Other immer mit einem Augenzwinkern frisch in die Grube geht, werde ich das Gefühl nicht los, dass Zombeast schon beinahe verkrampft seriös wirken wollen. Das muss als solches nicht schlecht sein, denn so erzeugen die Jungs eine ganz eigene Welt, ein eigenes Feeling, wenn man dem so will. Dass der Gesang dabeii auch sehr an Rod Usher von The Other erinnert, ist für mich persönlich auch eher weniger toll, denn so kommt es mir vor, als wären Zombeast nur eine Kopie.

Was sie definitiv nicht sind, aber es fehlt, meiner Meinung nach, einfach an Eigenständigkeit. Wer The Other, Blitzkid oder Bloodsucking Zombies From Outer Space kennt, wird es mit Zombeast eher schwer haben. Wer aber einfach Punk mit Horror-Anleihen mag oder haben möchte, ist mit «Heart Of Darkness» gut bedient. Letztlich Geschmackssache!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yWlZJQ2uXek

Donnerstag, 27 Juni 2024 04:40
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v. 10 Punkten: 4.8

Ob die Warschauer wirklich ein Ausrufezeichen gesetzt haben? 2012 wurde die Band gegründet und stilistisch dem kauzigen Heavy Metal mit dezenten Thrash und sogar Black Metal Einflüssen zuzuordnen. Nach einigen Wechseln im Line-up ist Gitarrist und Sänger Galin Soulreaper dabei noch das einzig verbliebene Gründungs-Mitglied von ARMAGH.

Meine Beziehung zum kultigen Label ist eine Art Hassliebe. Zum einen schätze ich die Ausrichtung mit sehr viel klassischem Heavy / Speed Metal sehr, zum anderen musste ich schon des Öfteren die fragwürdigen Produktionen in Frage stellen. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wie kann man 2024 ein solches Album veröffentlichen? Das Schlagzeug ist kaum hörbar, der Gesang zu sehr im Vordergrund und zu allem Übel zieht sich noch ein übertriebener Hall durch die ganze Scheibe hindurch.

Der zweite, grosse Streitpunkt ist Sänger Soulreaper, welcher mit seiner Stimme schnell mal an seine Grenzen stösst. Man höre sich nur das schnelle «Between The Sides» an, denn mit einem besseren Shouter wäre das ein echter Banger geworden. Der Rest der Songs bietet leider auch nicht viel Aufregendes. Ein Weckruf ist «Exclamation Point» auf keinen Fall, eher wäre ein Fragezeichen der bessere Titel gewesen. Wie man Oldschool Metal zeitgemäss produziert, zeigen diesen Monat zum Beispiel Ironbound, und auch die Label-Kollegen Aardvark sind die bessere Wahl.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XWbXXzOZVUo

Mittwoch, 26 Juni 2024 04:55
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v. 10 Punkten: 8.5

Wer sich die Mühe macht und über unsere alte Homepage die Review des Vorgänger-Albums «Aeternam» über den Link vom Oktober 2020 bei den "Musik-Reviews" sucht, erhält erstens eine ausführliche Schilderung der langen Bandgeschichte dieser bereits 1979 gegründeten Truppe und findet zweitens eine glatte "10 von 10 Punkten" Review, die vor allem auf einem Namen fusst, nämlich dem von Frontfrau Marianne "Madie" Dien.

Und genau diese Lady hat sich bereits vor zwei Jahren leider wieder verabschiedet, was zur Folge hatte, dass erneut eine Nachfolgerin gesucht werden musste. Diese wurde inzwischen in der Person von Barbara Mogore gefunden. Soweit so gut, aber eigentlich pures Gift in Sachen Kontinuität einer Band, denn der Posten am Gesang wurde nun zum achten Mal (!) neu besetzt, heisst fünf Herren stehen insgesamt drei Ladies gegenüber. Ganz zu schweigen davon, wieviele Musiker sich in all den Jahren sonst noch die Klinke in die Hand gaben. Vicious Rumors lassen an der Stelle entsprechend mit gleichem Gebaren grüssen.

Dass man erfolgsmässig so nicht wirklich vorwärts kommt, liegt auf der Hand, und daran vermag das verbliebene Urgestein Yves Campion (b) auch nichts mehr daran zu ändern. Aufgeben scheint hier jedoch keine Option zu sein, und wenigstens das verdient auf jeden Fall Respekt. Stilistisch verheissen diese Umstände zwar nicht wirklich Gutes, und darum beschränke ich mich nur noch auf die Phase mit weiblichem Gesang, also ab 2016, wo Magali Luyten (Ex-Bautiful Sin) den Reigen eröffnete. Vom Sound her sprechen wir von eher rauem Heavy Metal (der Marke Benedictum) und mit Schlagseite hin zu Melodic Power Metal.

Das melodische Element wurde mit «Aeternam» perfekt mit der Härte kombiniert, und nun geht es mit Miss Mogore, trotz etwas tieferem Timbre grundsätzlich in die gleiche Richtung, und der Opener lässt gar etwas Vibes in Richtung Evergrey zu. Was mich dann allerdings etwas irritiert und die Band selber als "als abwechslungsreichstes Material" bezeichnet, offenbart erstmals «Voices From The Other Side», wo zwischendurch Gekeife à la Children Of Bodom auftaucht, was es halt nicht zwingend gebraucht hätte. Sonst bratzen die Gitarren aber vorzüglich, und Barbaras Einstand mit «Encrypted» passt ohne Zweifel.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2p0yWyQq0Tc

 

Mittwoch, 26 Juni 2024 04:48
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v. 10 Punkten: 8.2

Seit 1999 ziehen die Melodic Death Metaller von IRA TENAX nun schon ihre Kreise in der deutschen Metal Szene und machten erstmals mit ihrem Debüt «Days Of Wrath» von sich reden.

Anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums veröffentlicht die Truppe ihr neues Album. Die elf Songs umfassende Platte mit dem Titel «Dark Awakening» ist zudem ihr viertes Album in voller Länge. Darüber hinaus ihr erstes Album seit dem Erscheinen von «Portrait Of The Fallen» im Jahr 2014. Diese neue Scheibe, mit einer Gesamtlaufzeit von fast einer Stunde, besticht durch klassische Trademarks, sowohl von der Band selbst als auch des Melodic Death Metals, wie er seit Mitte der Neunziger präsentiert wird. Melodische Riffs treffen auf ein brachiales Schlagzeugspiel und relativ vielseitige Vocals, verbinden sich so zu einem Gesamtsound, der die Band wohltuend von der schier unendlichen Fülle an Bands dieses Genres abhebt.

Dies ohne das Rad dabei neu erfinden oder gar mit gewagten Genre-Mixturen kokettieren zu müssen. Ira Tenax schaffen es sehr elegant, Monotonie zu umschiffen und für Abwechslung erster Güte zu sorgen. Songs wie «Council Of The Old» oder «Fatal Romance» prügeln nicht einfach durch, sondern bringen zur Mitte hin einen Break und schliessen den Track rein instrumental ab. Letzterer beginnt schon sanft und dieser Teil wird während des Songs immer wieder eingeflochten. «Aftermath» ist sogar ein reines Instrumental, das kurz verschnaufen lässt. Im Gegenzug dazu, ist «Beginning Of The End» ein Prügler ohne grosse Schnörkel.

Böse Zungen könnten gar behaupten, dass die Hessen zu viele Elemente in ihre Tracks packen, aber bei ihrem musikalischen Konzept finde ich es nicht überladen. Gemischt und gemastert wurde «Dark Awakening» von Kai Stahlenberg im Kohlekeller - Studio B (Disbelief, Agathodaimon) und das ansprechende Album-Artwork stammt aus der Feder von Ken Coleman. «Dark Awakening» ist ein Melodic Death Metal Album, wie es sein sollte. Brachial, technisch und musikalisch anspruchsvoll, abwechslungsreich und dennoch präzise auf den Punkt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/APQPvHGJXR0

 

Mittwoch, 26 Juni 2024 04:44
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v. 10 Punkten: 7.5

Schweden Rock, der sich stark an Journey orientiert, das bieten UNIVERSE III. Dabei geht dieses genretypische, skandinavische Flair aber leider verloren, welches Europe, Treat, Talisman oder 220 Volt so aussergewöhnlich gemacht hat.

Doch Journey Fans aufgepasst, denn Sänger Andres Eklund wird Euch begeistern und mit einer leicht rauchigeren Stimme, als diejenige von Steve Perry, abholen. Mit einem ausgeklügelten Zusammenspiel zwischen Keyboard und Gitarre weiss das Quintett, wie man die Melodic und AOR Fans begeistert. «I Am Master», das mit einem Hahn-Weckruf startende «Casa De Los Pollos» (was für ein Titel!), der Ballade «Why», «Rise Above» und «It's Time» sollten sich Freude der melodischen Klängen anfreunden können, und ich bin mir sicher, dass die Wartezeit auf eine vielleicht nie mehr erscheinende, neue Journey Studio-Scheibe mit «Universe III» nicht mal schlecht überbrückt werden kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FDRxY5pWnzc

Mittwoch, 26 Juni 2024 04:39

Italien und Japan gehen ein musikalische "Liebe" ein und nennen sich VIOLENT ETERNAL. Die Protagonisten sind Ivan Giannini (Gesang) sowie Jien Takahashi (Gitarre). Die Musik wird mit viel Speed vorgetragen, den man immer wieder in symphonische Kissen legt.

Höre ich mir den Opener «The Echoes Of Time» an, könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass ein solcher Track beim "Eurovision Song Contest" ein ziemlich gutes Bild abgeben würde. Ein wild umher springender Sänger und eine Band (na ja mit nur dem Gitarristen…), die sich mit einem breiten Grinsen die Finger wund spielt. Das klingt alles ein bisschen ketzerisch, wiedergibt aber nur die Bilder, welche ich beim Anhören der Musik in meinem Kopf habe. Hoher Gesang, von Klassik angehauchte Keyboards, eine klirrende Rhythmus-Bank und wilde, schnelle Gitarren-Parts sind die Komponenten.

Wer also auf sowas steht, muss sich «Reload The Violent» anhören. In der aktuellen Szene könnte sich der Sound des Duos sehr gut verkaufen. Inwieweit sich die beiden selbst als Band oder eher als Projekt sehen, wird die Zukunft weisen müssen. Mit dem melodischen und auf Hit getrimmten «Under The Violent Sun», dem gradlinigeren «Never Surrender» und dem an Stratovarius erinnernden «Over The Sorrow» könnt Ihr Euch selbst ein Bild von der Truppe machen. Übrigens war der ehemalige Strato-Gitarrist Timo Tolkki der Songwriter von «Sonata Black».
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Z3LqTv5cpig

Dienstag, 25 Juni 2024 04:51
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v. 10 Punkten: 8.3

Es gibt viele grossartige Extreme Metal Bands aus Schweden, aber nur eine aus Kalix. Dieser abgelegene schöne Ort nahe der finnischen Grenze, ist die Heimat von Jacob Björnfot, dem kreativen Mastermind hinter KVAEN (benannt nach dem Volk, das die Gegend zur Zeit der Wikinger bevölkerte).

Kvaens drittes Album «The Formless Fires» - ihr erstes bei Metal Blade Records - ist eine üppige, aber beissend intensive Erkundung von Schönheit und Gewalt, ein melodisches Black Death Metal Meisterwerk, das ein inspirierendes Gefühl für den Ort ausstrahlt. Mehr noch, als auf dem Speed Metal durchdrungenen Debüt «The Funeral Pyre» von 2020 oder dem fesselnden Nachfolger «The Great Below» von 2022 werden die weiten Kiefernwälder und eisigen Seen in den elementaren, düsteren Riffs, kühlen Melodien wie windgepeitschten Soli, die sich durch diese acht mächtigen Songs ziehen, kraftvoll heraufbeschworen.

Die faszinierenden Texte von Jacob tragen dazu bei, dass diese Platte so eindringlich ist. Wie bei vielen schwedischen Songwritern zeugt seine Verwendung des Englischen von einer Liebe und Sorgfalt für die Sprache, mit der nur wenige Muttersprachler mithalten können. Wenn dieses Album weniger intim und universeller erscheint als die rohe Offenheit seines Vorgängers, dann nur, weil Jacobs Gespür für Allegorien besser geworden ist. Er liebt die Mythologie. «Basilisk» ist zum Beispiel der König der Schlangen, der vom Mainstream aber nur selten erwähnt wird.

In «The Perpetual Darkness» geht es darum, ein einsamer Wolf zu sein und von der Gesellschaft verbannt zu werden. Darüber hinaus behandelt «De Dödas Sång» (Song Of The Dead) das verstörende Thema Ättestupa, das altnordische Selbstmord-Ritual, bei dem ältere Dorfbewohner von steilen Abgründen in den Tod springen. Wie üblich hat Jacob alles auf «The Formless Fires» geschrieben und eingespielt, mit Ausnahme des Schlagzeugs, das von Ex-Amon Amarth Hautpunisher Frederik Andersson eingehämmert wurde. Kvaens Ziel ist es, künftig eine vielbeschäftigte Band zu sein was das Touren angeht, um die neue Platte einem breiten Live-Publikum schmackhaft zu machen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iN_uHzlAd18

Dienstag, 25 Juni 2024 04:45

«The Crucible» nennt sich das Debüt-Album des Projekts HARPAZO, das aus dem Gitarristen und Keyboard-Spieler Marc Centanni sowie dem Multi-Instrumentalisten Gary Wehrkamp von Shadow Gallery besteht. Wehrkamp trägt hier auch Gesang, Gitarre, Keyboards und Bass bei.

Das Album vereint eine grosse Liste von Gastmusikern, darunter DC Cooper (Royal Hunt), Les Carlsen (Bloodgood), Rey Parra (Sacred Warrior), Christian Liljegren (Narnia), Michael Drive (Barren Cross), Lee Lemperle (Outside The Wall) und Enzo Donnarumma (Enzo And The Glory Ensemble). Bruce Sa (Angra) spielt Keyboards, Jennifer Eckhart (Eckhart) unterstützt mit Backing Vocals, und Mark Zonder (Fates Warning) sowie Niklas Kahl (Lord Of The Lost) sind für das Schlagzeug verantwortlich. Musikalisch geht es in die Richtung Power Progressive Symphonic Metal.

Man erkennt in der Musik immer wieder Wehrkamps Handschrift, die an die fantastischen Shadow Gallery erinnern, auch bei den Gesangs-Melodien wird man oft an deren Chöre und an den verstorbenen Mike Baker erinnert. Gut zu hören beim wunderschönen «Golden Crown». Auch der Titeltrack ist eine grandiose Nummer, bei der die Musiker ihre offensichtliche Liebe hin zu Queen zeigen. Wunderbare Chöre ziehen den Zuhörer in ihren Bann. Verspielte Twin-Guitar-Soli, ergänzt durch starke Riffs und sphärische Keyboards, begeistern einfach nur.

Ganz stark kommt das 10-minütige «Two Witnesses» daher, denn hier zeigen die Herren ihr grosses Können als gewiefte Songwriter. Unglaubliche Gesangs-Duelle und musikalische Vielfalt treiben den Song in sphärische Höhen, denen sich kein Fan von Shadow Gallery entziehen kann. «The Crucible» steht für eine epische, progressive Power Metal Rock-Oper auf höchstem Niveau und stellt somit ein Muss für alle Proggies und SG-Fans dar!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dVxA6Lu1-VQ

 

 

 

 

Dienstag, 25 Juni 2024 04:39

Royal Republic sind zurück und wie! Wenn man für diese Band eine passende Schublade oder ein zutreffendes Genre finden will, wird man vergeblich suchen.

Der Mix aus Rock, 80ies und 90er-Popmusik ist so einzigartig, dass die Schublade allerhöchstens mit Royal Republic angeschrieben sein kann. Hört es Euch an und findet selber heraus, was darin zu finden ist. Ganz im Stile der guten alten Electric Six (wer kennt die noch?) blenden sie jegliche Stile und Genres zu einem perfekten Smoothie zusammen, der alles für die beste Unterhaltung beinhaltet. Der «LoveCop» steht dabei als Album über jeglichem, musikalischen Gesetz und mehr noch: der "LoveCop" ist das Gesetz!
Pat

 

cede


https://www.youtube.com/embed/vgQKF62sym4

Dienstag, 25 Juni 2024 04:29
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v. 10 Punkten: 6.5

KILL CITY stammen aus Ecuador, existieren seit 2019 und veröffentlichen mit «Darker Days» bereits ihr drittes Album, erstmals beim Basler Label Doc Gator. Das Artwork sticht dabei schon mal ins Auge, handelt es sich doch um ein Werk des Malers Luigi Stornaiolo, welches den sozialen Zerfall der Gesellschaft widerspiegelt.

Bandname und Artwork täuschen etwas über den musikalischen Inhalt hinweg, denn der Fünfer ist deutlich melodiöser unterwegs, als ich erwartet hätte. Der Opener «Fear No One» ist ein gut gewählter Einstieg, der mit starkem Refrain zu überzeugen weiss und in seiner Machart nach klingenden Namen wie Iron Maiden, Demon oder Praying Mantis klingt. Allerdings ist das Album mitnichten nur ein weiterer Abklatsch der NWOBHM, denn Kill City sind auch deutlich dem Hard Rock angetan. «Days Of Our Lives» oder «Under Attack» tauchen zum Beispiel in beide Genres hinein und gehören zu den stärkeren Songs.

Allerdings ist hier auch viel Mittelmass am Start, welches nicht wirklich dazu aufruft, die «Repeat»-Taste zu betätigen. Es fehlt einfach oft an zwingenden Riffs, Hooks und Refrains. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ, aber in Tat und Wahrheit ist «Darker Days» im Endeffekt immer noch ein grundsolides Album, dem halt die grossen Momente abgehen. Trotzdem beweisen die Südamerikaner ab und an ihr Potenzial, und das lässt für die Zukunft durchaus auf ein starkes, sprich besseres Album hoffen.
Rönu

 

https://www.youtube.com/embed/Z7kSL4t1GkY

 

Montag, 24 Juni 2024 05:09
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v. 10 Punkten: 8.0

DENDERA liefern gekonnt modernen, melodischen Metal ab und haben sich mit ihrer Kombination aus gewaltigem, klarem Gesang und kraftvollen Schreien, gepaart mit unerschütterlicher Musikalität, energiegeladenen Shows und atemberaubenden Refrains den Ruf einer beeindruckenden Band erworben.

Dies brachte ihnen ausverkaufte Shows in ganz Europa und in ihrem Heimatland Grossbritannien ein, zudem Einsätze als Vorband von Sepultura, Queensrÿche, Saxon, Death Angel, GloryHammer oder Rhapsody Of Fire. Diesen stetigen Aufschwung will der Fünfer nun nutzen, um mit dem kommenden Album «Mask Of Lies» so richtig durch zu starten. Aufgrund ihres handwerklichen Ansatzes agiert die Truppe um die Gebrüder Ashley und Bradley Edison nahezu autark.

Dies verschafft der Band den ultimativen Vorsprung bei der Verfeinerung ihres Sounds, sodass sie das Beste aus sich heraus holen und stets professionelle Ergebnisse liefern können. Nach eher schwierigen Zeiten und einer persönlichen Tragödie innerhalb der Band haben Dendera nun darum gekämpft, ein atemberaubendes, drittes Album in voller Länge aufzunehmen. «Mask Of Lies» ist ein von ihnen selbst co-produziertes und von Alessio Garavello gemischter Longplayer mit zehn kraftvollen Songs, wovon einer noch ein Gast-Solo von Russ Parrish (alias Satchel von Steel Panther) enthält.

Die Veröffentlichung zeigt Denderas unermüdliche Vision voran zu kommen und die Traumata der Vergangenheit geschickt zu nutzen, um ein abwechslungsreiches Werk zu schreiben, das die Welt erforscht. Es enthält persönliche Themen und kernige Untertöne, die den charakteristischen, starken Gesang und den vielschichtigen Songwriting-Ansatz gut zur Geltung bringen. Auch wirkt ihr Härtegrad verändert, und es scheint, als hätten Dendera in den letzten Jahren gelernt, wie sie ihren Sound viel härter gestalten können. In «Mask Of Lies» stecken definitiv noch die Dendera von 2013, die damals ihr Debüt «The Killing Floor» veröffentlicht haben, aber das Biest scheint solider und wütender geworden zu sein.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lTsEE4S-ZwM

 

Montag, 24 Juni 2024 05:04
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v. 10 Punkten: 8.1

«Blue City» ist das fünfte Album von ABRAMS, die 2013 aus der oft vernachlässigten Rock- und Metal-Underground-Szene in Denver, Colorado, hervor gegangen ist. Die Band hat sich ständig weiterentwickelt und ihren Sound mit bombastischen Riffs und eingängigem Gesang verfeinert.

«Blue City» ist ein beeindruckendes Werk, das von gewaltigen Gitarren-Wänden und filigranen, sehr lebendigen Drums lebt. Oft, wenn man mit den schweren Riffs glänzt, erinnert man sich dabei an Black Sabbath. Auch schwingt oft Grunge in der Musik der Amis mit. Dann hört man schon auch Parallelen zu Pearl Jam und Konsorten heraus. Songs wie «Etherol» fahren Druck ohne Ende auf oder auch das von einem megacoolen Drum-Beat geführten «Lungfish» gefällt sehr. 

Dazu eine melancholische Gesangs-Melodie, ein Hammer-Song. Der Mix aus schwerem Metal, Melancholie, dreckigen Gitarren und powervollem Drumming, dazu der teils monotone, eingängige Gesang, machen «Blue City» schon zu etwas Besonderem. Man fühlt sich regelrecht mitgerissen von der Musik. Nicht ganz neu was die Amis da den Zuhörern präsentieren, aber alleweil sehr interessant.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pRP9ut6UJGY

 

Montag, 24 Juni 2024 04:56
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v. 10 Punkten: 7.8

Geschlagene 24 Jahre (!) dauerte es von der Gründung bis zum Debüt der Dänen, und nun sind nicht einmal zwei Jahre ins Land gezogen, da erblickt bereits das zweite Album «Armageddon Patronage» das Licht der Welt. Es scheint fast so, als hätten STRYCHNOS aus all den Jahren noch jede Menge Material gesammelt.

An der Ausrichtung hat sich gegenüber dem Erstling nicht viel geändert. Noch immer sind vor Kälte klirrende Songs, welche in der Schnittmenge Black und Death Metal unterwegs sind, Trumpf. Allerdings ist man etwas differenzierter und dynamischer im Songwriting, was einer nicht unerheblichen Steigerung gleich kommt. Bestes Beispiel dafür ist «Endless Void Dimension», ein atmosphärisches und melodisches Stück im klassischen Doom-Gewand, welches ausserdem einen Gast-Auftritt von Michael Poulsen (Volbeat) bietet.

Auch «Choking Salvation» ist deutlich gemässigter unterwegs, während beim Titelsong oder «Stanken Af Dyd» mit Blast-Beats und brutalen Riffs eine aggressivere Gangart angeschlagen wird. Die Dänen etablieren sich so langsam in der Szene und haben mit «Armageddon Patronage» eine Steigerung hingekriegt, welche die Ambitionen untermauert. Die Produktion geht in Ordnung und fängt die gewollte Kälte der acht Songs perfekt ein. Vinylfreunde dürfen sich zudem an einem wiederum gelungenen Artwork erfreuen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/InaXMH9SUmA

Montag, 24 Juni 2024 04:48

Australien ist in Sachen klassischer Metal hierzulande eher nicht so präsent. Das möchten AARDVARK mit ihrem Debüt ändern. Viel Neues darf der etwaige Käufer aber nicht erwarten. Stattdessen dürften Verfechter des 80er-Metals frohlocken, denn die Vorbilder Maiden, Priest, Accept oder Saxon sind im Sound deutlich zu vernehmen.

Headbanger-Futter verspricht sowohl der Opener «Ankh», wie auch die starken «Don't Call Me A Liar» und «Fire». Leider kann man in der zweiten Hälfte nicht mehr ganz überzeugen. Einzig die Ballade «The Dream Is Nearly Over», welche sich tief vor den Scorpions verbeugt, kann mich noch abholen. Die Konkurrenz in der NWOTHM ist mittlerweile enorm und von der Klasse von Bands wie Enforcer, Stallion, Ambush, Night Demon, Riot City oder Air Raid (um nur ein paar zu nennen) ist man noch ziemlich weit entfernt. «Tough Love» ist ein ordentliches Debüt, aber auch reichlich unspektakulär. Zumindest in der Platten-Theke reiht sich das Album mit diesem Bandnamen aber ganz weit vorne ein. Fans aller genannten Bands dürfen gerne mal reinhören.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7kuyUiFX2tg

Samstag, 22 Juni 2024 06:46

Auf diese Scheibe war ich sehr gespannt, denn MAVERICK haben mit den letzten vier Scheiben und dem kernigen wie mitreissenden Hard Rock meine Aufmerksamkeit definitiv auf die Gebrüder Balfour gelenkt.

Und sie enttäuschen mich nicht, denn der Opener «Puppet Show» bietet genau das Kraftfutter, das ich mir vom Fünfer erhoffte. Maverick rocken mit Hingabe wie Leidenschaft und lassen dabei ihre Heimat ebenso auflodern, wie den Hard Rock der USA, damals in der Zeit von Tangier und Cinderella. Die 2012 gegründete Combo baut bei «Sweet Surrender» tatsächlich ein kleines “Zitat” von Guns n' Roses ein und hat mit dem Groover «Daywalker» einmal mehr alles gut gemacht.

Eines der herausragenden Elemente des Sounds von Maverick sind die fantastischen Chöre und Refrains, die sofort ins Ohr gehen. Gefühlvoll geht auch und nennt sich «Lorelei», während das sehr rockige und mit einer packenden Gitarren-Einleitung versehene «Evenfall» durch seine Abwechslung begeistert. «Hideaway» lässt nichts anbrennen und nimmt den Zuhörer mit auf eine Cabrio-Fahrt, bei der nur grinsende Gesichter und einen ausgelassene Stimmung vorherrschen. Dramatisch wird es bei «Do Or Die», einem typischen Rocker der Marke Maverick.

Dass die Jungs ausserdem auch gerne Songs covern, ist nichts Neues, und so entpuppt sich «We All Die Young» vom Film "Rockstar" als wundervoller Abschluss. Ja, die Nordiren aus Belfast haben einmal mehr alles richtig gemacht und überzeugen mit einer Mischung aus grossartigen Rock-Tracks und Liedern, die man sich immer wieder gerne anhört.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xuIMEwwO79I

 

Samstag, 22 Juni 2024 06:38
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v. 10 Punkten: 8.4

Die Schweden melden sich drei Jahre nach dem starken «At One With None» mit ihrem sechsten Studio-Album zurück. Wer bereits den Vorgänger bejubelt hat, dürfte auch «The Host» abfeiern, denn musikalisch bleibt man auf derselben Schiene.

Allerdings haben Portrait nun zum ersten Mal ein Konzept-Album am Start und die Musik auf schon bestehende Lyrics geschrieben. Es geht um eine fiktive Figur, welche im 17. Jahrhundert Pakte mit dem Teufel schloss, um Stärke zu finden. Für diese Geschichte nehmen sich die Skandinavier Zeit, denn ganze 74 Minuten Metal wird dem Käufer geboten. Wie schon erwähnt, bleibt man musikalisch beim eingeschlagenen Weg und präsentiert wieder klassischen Metal, meist im Midtempo, oft vertrackt, düster und atmosphärisch, ja man könnte hier durchaus Mercyful Fate (oder Attic) als Vergleich heran ziehen, zumindest was die gewisse Schwere in der Musik angeht.

Der Opener «The Blood Covenant» startet dabei erstaunlich flott mit Double-Bass-Drums und hohem Gesang von Sänger Per Lengstedt, der zum Glück nicht wie eine Kopie vom King aus Dänemark klingt. Im Verlauf des Albums nimmt die düstere Stimmung noch zu, beispielsweise beim epischen «The Passions Of Sophia» oder beim geilen «In The Sacrament». Trotzdem haben wir es hier keinesfalls mit leichtverdaulicher Kost zu tun. «The Host» entfaltet sich erst nach ein paar Umdrehungen, und es braucht die richtige Stimmung dafür. Wenn ihr also einen fröhlichen Tag erlebt habt, sind Portrait zum Ausklang eher die falsche Wahl.

Das, wie bereits erwähnt, auf einem Konzept basierende Album besteht aber den Härtetest am Schluss locker, weil erneut jede Menge starker Riffs und Ideen die Musik auf das gewohnt starke Level hieven, welches Portrait bisher immer erreicht haben. Dabei erfinden die Schweden aus Kristianstad, Skåne den Metal natürlich nicht neu, aber das ist auch nicht nötig. Wer die letzten Maiden-Alben, Mercyful Fate oder neuere Bands wie Ram, The Night Eternal oder In Solitude mag, dem kann ich nur empfehlen, sich intensiver mit «The Host» zu befassen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/k9pddc7-Ojo

 

Samstag, 22 Juni 2024 06:32

Vor zehn Jahren unter dem Namen Alex Mari & The Lovers gegründet, fungiert man aktuell als NIGHT PLEASURE HOTEL. Mit «Portraits» präsentiert Mainman Alex und seine Mitstreiter Sebastiano Barbirato und Gianluca Pisana ihr full-lenght Debüt-Album. Labelseitig wird das italienische Trio als neue AOR-Sensation betitelt.

Nun gut, das ist mit Sicherheit eine Definitions-Sache, aber von schlechten Eltern ist die Scheibe ganz sicher nicht. Das musikalische Level der drei Protagonisten ist hoch, und man hat zwölf Tracks verfasst, die durch Substanz und Vielfältigkeit jederzeit zu begeistern wissen. Genrebedingt sind sanfte Klänge die Norm, wobei der Gitarre von Keyboard und Piano des Öfteren die Show gestohlen wird. So tendiert man immer mal wieder in Richtung West Coast und bewegt sich so stellenweise gefährlich nah an belangloser Fahrstuhl-Musik.

Mit knackigen Klängen wird das Ruder glücklicherweise jedoch immer wieder rechtzeitig herum gerissen, um bei der Melodic (Hard-) Rock Fraktion nicht durchzufallen. Man klingt dabei zwar eher amerikanisch als italienisch, kann aber die AOR-Tradition von Bella Italia auf versierte Art und Weise aufrecht erhalten. Entsprechend steht mit «Quella Sera» auch ein Track mit Vocals in der Heimatsprache der Jungs am Schluss des Albums. «Portraits» als Erstling ist für Fans von TOTO und Konsorten durchaus interessant.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ckTGbBT-w7Y

Samstag, 22 Juni 2024 06:24
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v. 10 Punkten: 7.0

Heftig geht es dieser Tage mit der neuen Platte von COGNITIVE zu und her. Der Fünfer aus New Jersey vermischt nämlich Deathcore mit Tech Death und Djent-Elementen. «Abhorrence» ist das fünfte Album der Bandgeschichte aber auch das erste bei Metal Blade Records.

Die zehn Tracks bieten einen blutrünstigen, manchmal umwerfenden und dann wieder unangenehmen Ausflug, der stellenweise überbordend ist. Dennoch liefert er eine Prügelstrafe ab, die auch wieder berauschend sein kann. Irritierend, nicht wahr? Cognitive erinnern stark an ihre Jersey-Kollegen Fit For An Autopsy, allerdings mit einem viel stärkeren Vertrauen auf klare sowie kreischende Vocals. Das Album brodelt mit seinem turbulenten Mashup aus halsbrecherischen Tempi, wogenden Riffs, bebenden Breakdowns, technischen Höhenflügen und dramatischen Stimmungs-Schwankungen, die den gespaltenen Gesang von Frontmann Shane Jost zum Ausdruck bringen.

Diese wechseln sich von gebieterischem Brüllen über scharfe Cleans bis hin zu dämonischen Schreien ab. So eine Kombination kann zu vielen coolen Teilen führen, aber nicht unbedingt zu zusammenhängenden Songs. Ausnahmen sind der steroidartige Opener «Lamb Of God» und sein flammender Nachfolger «Insidious» sowie das gigantische «Rorschach». Das halb wogende, halb sprintende «Savor The Suffering» mit seinem entzückend würgenden Ende ist ebenfalls überwältigend. Tracks wie «A Pact Unholy» und «Ivory Tower» wirken dagegen sehr vollgestopft.

Auch «Containment Breach», «Lunar Psychology» oder das Tech Death-Chaos «As The Light Fades» wirken vehement überfüllt und stolpern über ihre klaren Gesangs-Passagen. Produktionsschwäche oder laienhaftes Handling der Instrumente kann man der Band kaum vorwerfen, aber wenn Cognitive sich mehr des Übermasses bewusst gewesen wären, hätten irritierende oder unbeholfene Kontraste vermieden werden können und für ein besseres Hörerlebnis gesorgt. An der Extremität ist grundsätzlich nichts auszusetzen. Solch eine aber, um ihrer selbst willen, verfehlt leider den Zweck.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/f29Ps4FZmWY

Freitag, 21 Juni 2024 05:14

Faszinierend..., ich hätte mir echt nicht gedacht, dass ich die Kultband KITTIE mal zur Rezension erhalten würde. Kult deshalb, weil diese Mädels (mit wechselnder Besetzung, abgesehen von den Geschwistern Morgan und Mercedes Lander) damals als quasi Teenager / sehr junge Erwachsene in den Rock'n'Roll-Zirkus geschmissen worden sind und, soweit ich das weiss, so ziemlich alle Höhen und Tiefen mitgemacht haben, welche eben dieses Business so mit sich bringt.

Sogar einen Todesfall musste man verkraften (Bassistin Trish Doan starb mit nur 31 Jahren). Und eben, schlussendlich kam es sogar soweit, dass man musikalisch die Notbremse ziehen musste. Aber nicht wegen fehlendem Willen oder Mangel an Mitmusikerinnen, nein, es war ein ganz simpler Grund: Man verdiente nicht genug, um die Rechnungen bezahlen zu können - und dies, obwohl man sich den Arsch abspielte und immer wieder CDs veröffentlichte. Aber genug der Geschichte, den Rest kann man sich mittels der Bandgeschichte «Kittie: Origins/Evolutions» aneignen.

Die ist übrigens wirklich sehenswert und sehr informativ, mit viel Einblick hinter die Kulissen. Nun, der neueste Output, welcher die Rückkehr der vier Mädels ankündigt, nennt sich «Fire» - und genau so geht es in den Songs ab. Nur schon der titelgebende, erste Track versprüht Arschtritt-Mentalität pur. Im Sinne von: We're back! Und ja, ich kann und werde hier keine Sezierung der einzelnen Tracks vornehmen, denn das würde zu sehr viel Text führen und würde dem auch in keiner Hinsicht gerecht. Jedoch, einen einzelnen Song möchte ich gesondert hervor heben, da er meiner Meinung nach stellvertretend für die Qualität und Mentalität der Truppe aus Kanada steht.

«We Are Shadows» geht einerseits von Anfang an ins Ohr und krallt sich dort fest mit der absolut krachenden Mischung aus Melodie, Härte, Gesang sowie giftigem Gekeife, beziehungsweise Growlen - und einem Refrain, der einen aufwirft, niederschmettert, wieder aufnimmt und letztlich voll Karacho wieder in den Song zurück schmeisst. Kann man schlecht erklären, muss man erlebt beziehungsweise mitgemacht haben. Alles in allem: Kittie sind zurück, und ich persönlich wage zu behaupten, dass «Fire» das Album darstellt, welches man schon seit Ewigkeiten machen wollte - und genau deshalb dermassen zielsicher die Kauleiste poliert, sprich einen sprachlos zurück lässt. Uneingeschränkt empfohlen!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wtxGVI87pls

Freitag, 21 Juni 2024 05:09
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v. 10 Punkten: 9.0

Manche Bands schaffen, wovon andere ihr Leben lang träumen: Sie entwickeln ihren ganz eigenen und unverkennbaren Sound. Im Falle von ALCEST handelt es sich um Blackgaze mit einer so dichten Atmosphäre, wie sie profunder nicht sein könnte.

Fünf Jahre nach «Spiritual Instinct» lassen «Les Chants de l'Aurore» keinen Zweifel daran, wie wunderbar Stéphane "Neige" Paut es versteht, mit seiner Musik Herzen zu berühren und Seelen zu erheben. Es handelt sich hierbei um Musik, die man am liebsten in voller Lautstärke in einer Kathedrale spielen möchte, so orchestral mutet sie an. Dem Opener «Komorebi» (Japanisch "Sonnenlicht, das durch Blätter fällt") folgen sechs weitere Stücke, die man am besten mit geschlossenen Augen geniesst. Stéphan Paut selbst äusserte dazu, es sei ihm wichtig gewesen, ein Album zu machen, das wie eine Reise sei; etwas, das man vom Anfang bis zum Ende durchhören kann, wie ein Theater.

Interessant an diesem Album ist, dass ein Teil traditionell gehalten wird, während der andere Teil eher experimentierfreudig klingt. Man hört nicht nur Stéphane singen, sondern auch einige seiner Freunde. Durch den dezenten Einsatz von Gambe und Piano wird ein grandioser Kontrast zum lupenreinen Schlagzeugspiel von Drummer Winterhalter gebildet. Wer einen Soundtrack zum Träumen, Sinnieren und in sich Hineinspüren sucht, der wird mit «Les Chants de l'Aurore» fündig.

Jeder einzelne Track ist auf seine eigene Art ein Meisterwerk, doch am auffälligsten sind das vorab veröffentlichte «L'Envol» sowie «Améthyste», die beide dermassen bewegend wie von einer so ungeheuren Tiefe sind, als hätte man die Werke sämtlicher französischer Poeten miteinander verschmolzen und vertont, um sie zu einer musikalischen Ode an drei der gloriosesten Emotionen der Welt zu machen: Hoffnung, Sehnsucht und Melancholie.
Maiya H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/B_fCrew2ZOQ

 

Freitag, 21 Juni 2024 05:03
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Über Sinn und Zweck von Neueinspielungen, kompletter Alben, kann man wochenlang diskutieren. Die Cavalera-Brüder Max und Iggor sind da unter dem Banner von CAVALERA absolute Wiederholungstäter, denn sie haben bereits «Morbid Visions» als auch die EP «Bestial Devastation» ihrer Ur-Thrash-Combo Sepultura durch den Fleischwolf gejagt und gemeinsam mit Max’ Sohnemann und weiteren Session-Musikern neu aufgelegt.

Das zweite Studio-Album «Schizophrenia», das 1987 veröffentlicht wurde, gilt als ein entscheidender Moment in der Entwicklung und Geschichte des Thrash. Sepultura verliehen dem Thrash Metal eine neue Richtung und unterschieden sich damit von ihren amerikanischen und europäischen Kollegen. Geschwindigkeit und Aggression waren auch bei Sepultura ein Muss, aber sie brachten auch unglaublich originelle Rhythmen und Grooves in Stücken wie «Escape To The Void» und «To The Wall», die damals für eine neue Hörerfahrung sorgten.

«Schizophrenia» ist ein unerbittlicher Angriff der Aggression von Anfang bis Ende, mit messerscharfen Gitarrenriffs, derbem Schlagzeugspiel und dem unverwechselbaren Gesang von Max Cavalera. Jetzt, wo Sepultura 2.0 als Band dem Ende entgegen schlittern und bereits über eine Reunion der Original-Mitglieder getuschelt wird, haben die Cavalera-Brüder dieses bahnbrechende Album neu aufgenommen. Die Produktion der zehn Songs ist noch immer roh und ungeschliffen. Es ist dieselbe düstere Stimmung, dieselbe Art von Effekten auf den Vocals und dieselbe Intensität und morbide Atmosphäre, klingt aber nicht mehr nach einer 80er-Jahre Kassette, die zu oft abgenudelt wurde.

Besonders die Drums haben eine Korrektur erfahren, die zu einem besseren Hörerlebnis beitragen. Der zehnte Song des Originals, «Troops Of Doom», wurde durch «Nightmares Of Delirium» ersetzt, ein Song, den es vor dieser Veröffentlichung noch nie zu hören gab. Der Song ist ein Knaller mit einem Wahnsinns-Solo, das nach gut zweieinhalb Minuten einsetzt. Dem Kenner werden einige Unterschiede zwischen dem Original und der Neuaufnahme auffallen, und für eine neue Generation an Zuhörern könnte «Schizophrenia» einen frischen Zugang zu altem Material darstellen.
Oliver H.

cede

 

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Freitag, 21 Juni 2024 04:56

Nach «Fragments Of Creation» (2016) ist dies das zweite Album des griechischen Quartetts SUNBURST. Hört man sich «The Flood», den Opener der Proggies an, wird man direkt in einen musikalischen Mix aus Dream Theater und Conception geworfen.

Vom Sound her klingt es ganz klar nach DT. Sänger Vasilis Georgiou kommt dabei stimmlich sehr nahe an Roy S Khan heran. Das folgende «Hollow Lies» kommt etwas härter und moderner daher und erinnert an Symphony X. Die Griechen spielen hier auf hohem Niveau, erinnern in ihren Songs jedoch immer wieder an Bands wie eben Symphony X, Dream Theater, Conception oder frühe Kamelot. Wobei man sehr darauf achtet, dass die einzelnen Songs immer von einer starken Gesangs-Melodie getragen werden, so wie das eben bei Roy S Khan auch immer der Fall war.

Ein Highlight ist sicher das spannende «From The Cradle To The Grave» - hier zeigen die Griechen, was in ihnen steckt und machen Lust auf mehr. Sehr starker Song mit Tiefe. Die alle zwischen fünf und acht Minuten langen Songs kommen meistens auf den Punkt. Es gibt keine in die Länge gezogenen Parts, sinnloses Gefrickel oder Ähnliches. Fast alles ok, aber man müsste sich jetzt nur noch etwas von den grossen Namen lösen und eigenständiger zu Werke gehen. Musikalisch ist man dazu durchaus im Stande. Vasilis Georgiou macht am Mikro auf jeden Fall einen sehr guten Job. Trotz allem ist «Manifesto» ein hörenswertes Prog-Album geworden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PWBQN7NLH2I

Donnerstag, 20 Juni 2024 04:46

Bei allem was unheilig ist, und bei aller Bosheit der Menschheit, wurde etwas erschaffen. Etwas, das einfach nur abscheulich ist und das menschliche Verständnis von Übel transzendiert. Dieses Album von ULCERATE ist nicht einfach zu begreifen, doch jede Sekunde, die man für es aufopfert, wird belohnt werden. Es verbreitet nicht bloss eine diabolische Stimmung, sondern offenbart auch unglaublichen Tiefgang.

Die ohnehin schon sehr solide Diskographie von ihnen wurde gerade um ein Meisterwerk reicher. Dissonanter Death Metal besitzt den Fluch, dass er oft eintönig wirken kann oder Riffs immer wieder recycelt werden. Allerdings darf man nicht vergessen, dass dieses Genre unglaubliches Potenzial aufweist, abgrundtief böse und dämonisch zu klingen. Als Black Sabbath «The Devil's Chord» auf ihrem Debüt spielten, war das erst der Anfang unheiliger Musik. Nun haben wir ausgereiften dissonanten Death Metal, der so verdorben ist, dass man ihn wahrlich als die Musik des Teufels bezeichnen kann. 

Dieses neueste Werk der Truppe aus Neuseeland überzeugt auf ganzer Linie, treibt das Genre an seine äussersten Grenzen und geht teils sogar darüber hinaus. Auf «Further Opening The Wounds», einem Titel, der dem Namen allemal gerecht wird, bieten sie eine breite Palette an Riffs, wobei nicht alle dissonant sind. Diese Vielfalt ist eher selten in dieser Musikrichtung und ein weiterer Grund, warum Ulcerate sich von ihren Mitstreitern abheben. Ihr Umgang mit dem eher knappen Material – denn es gibt bei weitem mehr harmonische Akkorde als dissonante – ist einfach phänomenal.

So spielen sie Riffs, die technisch hochstehend sind, bauen Tempo-Wechsel und ungerade Rhythmen ein, die auf höchstem Niveau inspiriert und teuflisch beschwingt sind. Wie so oft in dieser Sparte des Metals, geht es um eine Atmosphäre, die während des ganzen Albums geschaffen und aufrecht erhalten wird. Da aber die einzelnen Tracks sehr lang sind, kann einen schon ein einziger Song in die von der Band gewünschte Stimmung katapultieren. Trotzdem ist es lohnenswert, sich dieses Album von Anfang bis Ende anzuhören, damit die Düsterheit in einem gedeihen kann. Jeder einzelne Titel klingt wie ein Kapitel des Ganzen.

Alle sind höchst abwechslungs- und facettenreich. «Transfiguration In And Out Of Worlds» lässt sich beispielsweise in verschiedene Phasen einteilen, wobei alles hervorragend ineinander verschmilzt, bis ins äusserste Detail geschliffen wie perfektioniert wurde und letztendlich eine grandiose Einheit bildet. Dieses Album lässt sich gar nicht genug empfehlen. Zugleich definieren Ulcerate das Genre neu und entwickeln es weiter. «Cutting The Throat Of God» sollte als Blaupause für dissonanten Death Metal in den 2020er-Jahren dienen, denn die Musik ist so ausgereift, so authentisch und vor allem so durchdacht komponiert, dass man mit grosser Sicherheit bezweifeln kann, dass es in nächster Zukunft übertroffen wird.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wGoCtJJN8aU

Donnerstag, 20 Juni 2024 04:39

Die schwedische Top-Band um Mastermind und Hüne Tom S. Englund (v/g), der seine Gesangs-Stimme seit 2017 auch Redemption leiht, ist mit seiner eigenen Truppe auch schon bald drei Dekaden unterwegs. Gemessen an der Qualität der bisherigen dreizehn Longplayer müsste der Status dieser Combo eigentlich bedeutend höher sein. Nichtsdestotrotz haben EVERGREY nie aufgesteckt, allen Trends den Mittelfinger gezeigt und bringen nun ihr vierzehntes Werk an den Start.

Bretthart und ohne Intro steigt der Opener «Falling From The Sun» motiviert in den Ring, um kurz danach in einem sehr melodischen Part mit Vibes der alten Threshold zurück zu schlagen. Beim anschliessenden “Misfortune», einem klassischen Evergrey Track, trieft es nur so vor Melancholie, gepaart mit bratzenden Riffs und aufblitzenden Soli. Die kräftigen Backing-Vocals füllen derweil den Raum vollständig aus. Die Formel "zart und anschliessend hart" wird bei «To Become Someone Else flugs umgedreht und dennoch ein genialer Spannungsbogen mit Hammond-Sound aufgebaut, der sich anschliessend in der nächsten Soundwand entlädt.

Gleiches gilt für den geilen Groover «Say», wo Evergrey einmal mehr aufzeigen, wie sich HIM, gepaart mit Threshold und dem eigenen Stil anhören. Besser kann man das kaum bringen, und dass auch ruhigere Klänge funktionieren, stellt mitunter «Ghost Of My Hero» unter Beweis. Fans der Schweden werden die neuen Songs wie einen Schwamm aufsaugen und voll in dessen Musik-Kosmos aufgehen. Dazu gehört sicher auch ein Teil der Prog-Gemeinde, da das progressive Element nach wie vor auszumachen ist. Mir persönlich fehlt auf «Theories Of Emptiness» nur ein absoluter Killer-Track, was den guten Gesamteindruck aber nicht schmälert.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fzDL9yVouxo

Donnerstag, 20 Juni 2024 04:32
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Vor 1987 hatten bereits einige Truppen des Thrash Metals ihre ersten Gehversuche veröffentlicht. Solche, die heute als Klassiker und Highlights der damals aufkommenden Szene gehandelt werden. Die US-Vorreiter aus New York oder der Bay Area hatten ihre Spuren hinterlassen und liessen dabei Iron Maiden und Judas Priest in einer schnelleren Version aufflammen.

Die deutschen Vertreter hatten mit Destruction, Sodom, Kreator und Tankard ihre ersten Schäflein ins Rennen geschickt, während speziell der Ruhrpott mit viel Potenzial auf sich aufmerksam machte. So auch die Düsseldorfer ASSASSIN, welche mit dem Debüt-Album «The Upcoming Terror» einen kleinen Wirbelsturm im Untergrund lostraten. Die Truppe gründet sich 1985 und hielt bis 1989 durch, bis sie sich 2002 reformierten und seit diesem Zeitpunkt noch immer aktiv sind.

Nach drei Demos sollten diese auf einer LP verewigt werden. Das Resultat nannte sich «The Upcoming Terror» und orientierte sich an Destruction und den amerikanischen Vorbildern. Der schreiende Gesang von Robert Gonnella passte dabei wie die Faust aufs Auge und liess den teils sehr schnellen Gitarren-Solos genügend Platz um sich zu entfalten. «Nemesis» ist einer dieser "Wundersongs", welcher damals, wie den berühmte Tropfen Wasser in der Wüste Gobi, von den Thrash-Fans aufgesogen wurde.

Mit Riffs wie «Fight To Stop The Tyranny» wurden offene Türen eingerissen. Logisch hört man aus den Tracks kleine Querverweise zu den damaligen Helden Metallica oder Slayer. Aber die Jungs verfügten aber noch immer über genügend Eigenständigkeit, um nicht als blosse Kopie der grossen Vorbilder durch zu gehen. Mit dem schleppenden «Assassin», der Bandhymne par excellence, den Tempo-Wechseln bei «Holy Terror» und dem kleinen Hit «Speed Of Light» sind auch heute noch Tracks zu hören, welche den Thrash Metal bestens repräsentieren.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cBRVZyPi3_Y

Donnerstag, 20 Juni 2024 04:23
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Etwas kurios ist die Diskographie dieser NWOBHM Legende ja schon. «Judgement Of The Dead» erschien 2005, war damals aber kein neues Studioalbum, sondern um eine Neuauflage von uralten Aufnahmen.

Noch seltsamer ist die Tatsache war damals, dass die Scheibe 1998 von Oracle Records bereits unter dem Namen «Volume 1» veröffentlicht wurde. Dazu kommt, dass drei Titel ein Jahr zuvor bereits auf der EP «The Time Lord» erschienen sind. «The Time Lord» und «Judgement Of The Dead» werden nun vom Kultlabel Dying Victims als Re-Release wieder unter die Leute gebracht. Der potentielle Käufer hat dabei die Wahl ob man auf CD oder Vinyl zuschlagen will. Dazu werden beide Alben als schicke Special Edition feilgeboten, unter anderem mit Poster, Sticker und Batch. Eine rundum feine Sache! Musikalisch haben Pagan Altar den Durchbruch allerdings nie geschafft.

Trotzdem gelten sie aber als wichtige Band, weil mitten in der NWOBHM auch die Fahne des Doom Metal hochgehalten wurde. Damit zählt man, zusammen mit Witchfinder General, zu den wenigen Bands, die diesem Genre zu neuem Schwung verhelfen wollten. Die Band löste sich 1986 auf, ist aber seit 2004 wieder mehr oder weniger aktiv. In dieser Zeit kamen ganze zwei Studio-Alben zustande, und live sind die Engländer aber durchaus mal zu sehen, zuletzt im September 2023 in Basel. Pagan Altar haben ihren Kult-Status spät erlangt, und diese beiden Wiederveröffentlichungen machen Sinn, weil die alten Pressungen mittlerweile nur noch zu astronomischen Preisen zu ergattern sind.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8r8MUm283jQ

Mittwoch, 19 Juni 2024 05:12

Das dritte Album der 2013 gegründeten Crypt Sermon haut gleich zu Beginn den starken Opener «Glimmers In The Underworld» heraus. Ein eher schnellerer Track, vergleichbar mit Savatage und Candlemass, wobei Sänger Brooks Wilson hier sehr nach Jon Oliva klingt.

Heisst ganze acht Minuten Schwermetall vom Feinsten. Mit dem folgenden «Thunder (Perfect Mind)» wird das Tempo gedrosselt, und so wird dem geneigten Zuhörer ein waschechter Doom Metal Song ins Gehirn gedrückt. Fette Gitarren, schwere Drums und ein cooler, rauer Gesang runden das Ganze ab. Ebenso sehr düster kommt auch «Down In The Hollow» daher, und «Heavy Is The Crown Of Bone» könnte glatt auf einem Savatage Album zu finden sein. Nicht zuletzt wegen dem charakteristischen Gesang von Wilson, der auch hier wieder an den grossen Jon Oliva erinnert.

Zum Schluss wird einem noch der 11-minütige Titeltrack auf die Ohren gelegt, wobei noch einmal alle Register gezogen werden. Schöner Beginn mit einem Piano, donnernde Drums und harte Riffs ergeben mit den anderen Sounds wie Akustik-Gitarre, Keyboard-Teppich und facettenreichem Gesang einen epischen Abschluss dieses grossartigen Doom-Werkes. Die Herren aus den USA können zwar Vergleiche mit Savatage, Candlemass oder Metal Church nicht von der Hand weisen, und trotzdem ist «The Stygian Rose» ein wirklich gutes Album geworden, das man sich unbedingt laut anhören sollte, denn dann fährt das Teil auch ordentlich ein.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WVXlNhCwEEs

Mittwoch, 19 Juni 2024 05:07
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v. 10 Punkten: 7.8

Die italienische Band SYK veröffentlicht mit dem Album «eartHFlesh» ihr Labeld-Debüt bei Season Of Mist. «I Am The Beast» kommt mysteriös aus den Startlöchern und man rätselt, wohin der Weg uns führen soll?! Aber nach einer Minute brechen sämtliche Dämme und es wird experimenteller Death Metal geboten. Nur ist der Song einfach zu lang ausgefallen.

Wie ein Schwarm Hornissen, so schwirrt «Where I Am Going There Is No Light» los, und so prescht dieser Song unerbittlich nach vorne. In die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger hackt «I'Il Haunt You In Your Dreams». Wenn jeweils ein Break folgt, gewinnt der Song gewaltig an Atmosphäre und Abwechslung! Der Titeltrack «Earthflesh» bietet dann aber bloss das gewohnte Schema F, heisst mal heftig, und dann wird wieder massiv auf die Bremse gestanden. «The Sermon» ist sehr vertrackt und so wird jeglicher Form von Groove der Garaus gemacht!

«The Cross» kommt auch sehr steril rüber, und das abgehackte Songwriting nervt ab einem gewissen Punkt massiv! Stakkato-mässig wird mit «For To Themeselves I Left Them» alles durch den Fleischwolf gedreht und hinterlässt ein Schlachtfeld! Das Licht wird schliesslich mit «The Passing» ausgemacht und dieser Brecher treibt wie Treibholz auf einem Bach-Rinnsal dahin. So wird «eartHFlesh» mit einiger Monotonie beendet, aber für Leute unter Euch, die auf hypernervösen Death Metal stehen, könnte dieses Album dennoch von Interesse sein.
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8TmI3FhJrYc

Mittwoch, 19 Juni 2024 05:02
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v. 10 Punkten: 7.0

Als die ersten Gitarren-Salven von AORYST aus den Boxen dröhnten, dachte ich: "Wow, das ist aber verdammt fett!", was die Herren da bieten. Dieser gute Eindruck schlängelt sich durch das komplette Debüt-Album hindurch. Die Riffs fliegen dem Zuhörer nur so um die Ohren, und die Gitarren-Solos sind mit vielen kleinen technischen Kabinettstücken versehen.

Warum um Gottes oder Teufels Willen muss der Sänger aber dermassen angepisst kreischen? Als könnte der Gute nicht singen, darum schreit er seine Wut in die Welt? Da der Gesang in einer Band mindestens die halbe Miete ausmacht, trübt das "Gesangliche" den ansonsten sehr guten Eindruck leider stark. Hier wäre ein Shouter wie Bobby "Blitz" Ellsworth (Overkill), Mark Osegueda (Death Angel) oder Eric "A.K." Knutson (Flotsam And Jetsam) die bessere Wahl gewesen. Somit vermischt man Thrash Metal (Musik) mit amerikanischem Death Metal (Gesang), was man gut finden kann, aber nicht zwingend muss.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/wclnKZ-eyag

Mittwoch, 19 Juni 2024 04:53
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v. 10 Punkten: 5.0

Uffa..., bei BLACK TUSK wird da gleich von der ersten Sekunde an losgeholzt, als gäbe es kein Morgen mehr. Typische Punk-Riffs, Schrei-Gesang, zwischendurch sogar zweistimmig, und da erscheinen gleich Bilder von mit Bierflaschen überfüllten Proberäumen wie klebrig-stickigen Konzert-Locations vor dem geistigen Auge.

Viel mehr bleibt da nicht zu schreiben, denn die meisten Tracks bewegen sich innerhalb der Grenze von zwei Minuten, und nur eine einzige Nummer schafft es auf ein bisschen mehr als fünf Minuten. Da hätte man auch zwei Songs daraus machen können, spielt eigentlich keine grosse Rolle. Also: Wer auf Punk steht, der eher etwas monoton daher kommt, ist bei Black Tusk mit «The Way Forward» gut aufgehoben. Alle anderen dürften sich nach einer weniger schmerzhaften Gehörgang-Spülung umschauen. Scheppert!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gUx_zKqsPs0

Dienstag, 18 Juni 2024 05:11
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach ihrer erfolgreichen Rückkehr mit dem Album «Now Or Never» 2023, heisst nach über neun Jahren Pause, ist es nun an der Zeit für eine Greatest Hits Compilation von KICKHUNTER, die Songs aus all ihren Alben bietet. Vor allem deshalb, weil die alten Platten nicht mehr erhältlich sind.

Die Hamburger hauen hier siebzehn geile Rock-Songs heraus, die irgendwo zwischen Krokus, Molly Hatchet und Konsorten liegen. Gerade «Wild Emotions» könnte, abgesehen vom Gesang, auf einem Krokus-Album zu finden sein. «Mine Is Mine» klingt wie ein härterer Stones-Song, einfach klasse. «This Summer», «Walls», jeder Track cooler als der andere, und macht echt Spass, sich die Musik der Hamburger reinzuziehen. Letztere Nummer glänzt noch mit Melanie Kirschke im Refrain, was dem Ganzen noch eine tolle Southern Rock Note verleiht.

Für die neue Version von «Child Of Love» konnte man gar den Savatage Sänger Zak Stevens und auch Helloween Basser Markus Grosskopf gewinnen. «Feels Like Home», eine schöne mit Westerngitarre gespielte Southern-Ballade, klasse gespielt, zeigt auch eine ruhigere Seite der Deutschen. Gute-Laune-Songs wie «Smile Smile Smile» runden dieses sehr gelungene Best-Of Album ab, das einen richtig mitreisst. Ganz zum Schluss folgt noch die gefühlvolle Ballade «I Sing This Song Forever». Kickhunter unterhalten hier ihre Fans mit starken Liedern, einfach zeitlos coole Rock-Musik.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TmeEIeovpeY

Dienstag, 18 Juni 2024 05:06

Einen ungewöhnlichen Stilmix präsentieren uns die Spanier ORION CHILD. Auf der Grundlage von Power Metal mischen sie in ihren Sound laufend Death Metal ein – oder umgekehrt. So etwas habe ich bisher noch nie gehört. Und ja, das Experiment funktioniert über weite Längen des Albums gut.

Leider schaffen es die Spanier jedoch nicht, trotz innovativer Ideen, die Spannung über die gesamte Album-Länge aufrecht zu erhalten. Und dies trotz einem Gastbeitrag von Ronnie Romero. Der Einstieg gelingt mit dem Intro aber hervorragend. Dieser gleicht einem Soundtrack, den man von Achterbahnen her kennt, und bei dem es rasant los geht, sobald die Musik verklungen ist. Entsprechend in die Vollen gehen danach auch gleich Orion Child. Auf die Death Metal Strophe mit einem kurzen Power Metal Teil folgt der hymnische Refrain. Allerdings merkt man, dass Sänger Victor Hernandez in den Höhen klar an seine Grenzen stösst und dort etwas dünn klingt. Trotzdem macht das noch grossen Spass, zumal die Growls von Gitarrist Jones fast gleichberechtigt auftauchen.

Zudem klingt alles wie aus einem Guss und trotzdem leicht progressiv. Hier merkt man, über welch grosses Können die sechs Spanier verfügen, und in den folgenden Liedern werden schwelgerische Melodien mit Dampf und Riffs unterbrochen. Dieses Album begeistert entsprechend zunächst, wirkt aber mit zunehmenden Hördurchgängen ermüdend. Das ist schade ob dem Stilmix. Zudem finden sich Frequenzen, in denen Hernandez im Positiven wie im Negativen wie Tobias Sammet (Avantasia / Edguy) klingt. Orion Child möchten mit «Aesthesis» sicher einige Ausrufezeichen setzen, und das ist ihnen definitiv gelungen. Wie viele es davon aber tatsächlich sind, muss jeder Zuhörer für sich selber entscheiden.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5PazvPcRIwg

 

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