Mittwoch, 18. Mai 2022

Metal Factory since 1999

Mittwoch, 18 Mai 2022 08:17

Schwedischer, leicht experimentabler Death Metal namens Wachenfeldt wird hier uns um die Ohren gehauen und das breite, mundtriefende Grinsen des Schreiberlings wird auch immer fieser und breiter.

Anno 2011 in Gränsfors, Hudiksvall sowie Nörrtälje, Stockholm mit deathigem Odem ins Ist gehaucht, bolzen uns Wachenfeldt im untypischen, schwedischen Death um die Körperhüllen, mit intelligentem, leicht abstraktem Songwriting ausgestattet, neun Tracks voller bösartigstem, genialem Death Metal ausgestattet. Thomas von Wachenfeldt (Vocals, Guitars, Bass und alle weiteren Saiteninstrumente), als auch als Namensgeber, clever bemerkt ..., Daniel Jakobsson (Lead- und Rhythmusgitarre) und Jon Skäre (Drums) zelebrieren einen auch leicht progressiven, technischen wie symphonischen Death Metal in herrlicher Machart. «Faustian Reawakening» ziert als das zweite, full-lenght Machwerk, «The Interpreter» war das Debut, nebst, einer EP und vier Singles, also ein interessantes und tüchtiges Palmares von Wachenfeldt. Irgendwie ist es einfach ein goiler Bandname, irgendwie, lässt mich irgendwie nicht los, eben, irgendwie ...

Die Produktion kommt druckvoll, messerscharf, klar rüber, das Coverartwork strotzt von Ruhmeshallenplatz in Valhalla, ohne Wenn und Aber. Somit sind Vergleiche zu Dimmu Borgir, Behemoth, Opeth, Mayhem, Immortal, Morbid Angel, Dissection und Konsorten nicht von der Hand zu weisen, sowohl auf «Faustian Reawakening» stets Eigenmächtigkeit in vollster Inbrunst zelebriert wird, keine Frage, die Bandaufzählungen sollen ja als Hilfe dienen, yep. Die Gitarren riffen sich sehr deathig, leicht thrashig und blackig durch den Notentornado, jedoch stets auf Groove bedacht, mit symphonischem, technischem und progressivem Background. Die Soli sind wahre Maestro-Zelebrationen, herrlich virtuos und melodiös. Der Bass wummert herrlich rhyhtmisierend, doch auch Walking-Bass-Line zelebrierend wie auch solodesk und autark im Songwritingtornado. Die Drums pattern und paradiddeln sich im Blast, Grindcore und Double-Bass umher, gepaart mit sehr groovigen und treibenden Moshparts, einer satten, trockenen und markanten Snare.

Durch den Einsatz der Cymbals und Toms wird der progressive Hauch noch zusätzlich verstärkt, ohne jemals den Groove zu verlieren, im Gegenteil, es wird markant das Revier abgesteckt und gesetzt. Die Vocals sind brutal guttural gehalten, klar, aggressiv, tief, verständlich, druckvoll. Durch die untermalenden, symphonischen Synthsounds erreicht «Faustian Reawakening» den Opus-Status, ein Mach- wie Meisterwerk sondergleichen. Vor allem gilt hier, keinen Song aus dem Verlauf herausreissen, denn man würde dem Album Unrecht tun, da die Tracks sowas von miteinander verbunden sind, nur in dieser Reihenfolge das absolute und geweihte Hörerlebnis erzeugen. Wie so oft, gut Ding will Weile haben, was hier bei Wachenfeldt vollstens zutrifft und den deathigen Hörgenuss sich so steigert, dass dem Beelzebub gewissenslos die Haut bzw. das Fell beim Lebendingen tranchiert und abgezogen werden darf, ohne etwelche Gewissensbisse, und immer stets mit einem breiten, mundtriefenden Grinsen, welches sich nicht mehr erholen wird.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/n-jiPU4-zOk

 

Mittwoch, 18 Mai 2022 08:07

Ich muss gestehen, ich habe mich mit The Gathering seit dem Ausstieg von Anneke van Giersbergen 2007 nicht mehr befasst. Mittlerweile haben die Holländer drei Alben mit der aktuellen Sängerin Silje Wergeland veröffentlicht und präsentieren uns nun Album Nummer 4 mit dem wundervollen Namen »Beautiful Distortion«.

Der Sound von The Gathering ist unverkennbar und reiht sich natlos an die letzten Alben an. Die Songs erinnern klangtechnisch eher an »How To Measure A Planet« als an Klassiker wie »Mandylion«. Die Stimme macht am Ende aber soviel aus. Anneke und Silje zu vergleiche wäre aber nicht fair, die beiden Damen haben so unterschiedliche Charakterstimmen und Anneke ist eh nicht zu ersetzen, da sie einfach einzigartig ist.Silje verleit dem Gathering Sound abr einen ganz neuen Charaktr und geht dadurch ihren eigenen Weg, ohne jemals die Vergangenheit kopieren zu wollen. Wer auf sphärische Musik steht, der sollte diesem Album definitiv eine Chance geben, die Klangfarben und Facetten sind schlichtweg wunderschön.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kysho1WO2dY

 

Mittwoch, 18 Mai 2022 07:58
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v. 10 Punkten: 7.4

Etwas ratlos machen mich die Italiener Lionsoul. Denn ihr neues Album ist zwar abwechslungsreich, treibend und verfügt über ein gutes songwriterisches Niveau – es lässt mich aber weitgehend kalt. Und das obwohl ich es mir immer wieder angehört habe.

Musikalisch und gesanglich erinnern mich Lionsoul an ihre Landsleute Eldritch. Das gilt auch für die leicht progressive Ader. Wobei Lionsoul noch etwas moderner klingen. Die Geister werden sich wohl am Gesang scheiden. Trotz guter Leistung und Eigenständigkeit sind hier Frequenzen und Höhen zu hören, die besser vermieden worden wären. Das ist aber reine Geschmaksache und soll die hier offenbarte Qualität nicht schmälern. Trotzdem entscheidet gerade dieser Faktor über Sein und Nichtsein. Denn was bringen diese besten Musiker, wenn beim Hörer keine Gefühle ausgelöst werden? Über welches Potenzial Lionsoul verfügen, zeigen sie zum Beispiel bei «Wailing In Red». Hier wird in Sachen Härte nochmals eine weitere Stufe gezündet. Unter dem Strich bleibt aber nach elf Liedern einfach zu wenig hängen. Um endgültig zu überzeugen, müsste die Band Live dieses Manko mit einer mitreissenden Show übertünchen. Und da wohl auf die vielen elektrischen Einspielungen verzichten, damit das Ganze immer noch Live ist. Mit «A Pledge To Darkness» veröffentlichen Lionsoul ein bis zwei Ausrufezeichen, welche Freunde von Powermetal mit Industrial- und Prog-Anteil gerne antesten dürfen. Weil die Musik aber auf der Kippe zu einer uneingeschränkten Kaufempfehlung steht, wird ein vorgängiges Reinhören unbedingt empfohlen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HyiHCtyvv20

Mittwoch, 18 Mai 2022 07:44
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Eine Scheibe aus 2012 mit sechs Bonustracks neu veröffentlichen. Kann man ja mal machen. Ob es das braucht, sei dahingestellt.

Die Songs klingen eher zu wenig nach dem ernannten Bandgenre, ich fühle fast schon Rock n' Roll Vibes. Ist ja voll OK. Nur packt es mich so ziemlich gar nicht. Nette Songs die aber auch nach dem dritten Durchlauf nichts Anderes sind als eben nur nette Songs. Re-Releases sind eben so eine Sache. Pluspunkte gibt's für die ausgestrahlte Freude die eindeutig hörbar ist. Das alleine reicht aber nicht um mich dauerhaft zu überzeugen. Wieder mal eine Scheibe zur Abwechslung oder als Hintergrundmusik.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3xXXibqd3Bs

Dienstag, 17 Mai 2022 08:18

Sein Ausstieg bei Alcatrazz kam still und ohne Aufsehen. Plötzlich stand Doogie White bei seiner Truppe am Mikrofon. Ein Gentleman Agreement? Zumindest kannten sich Graham und Doogie von der gemeinsamen Tournee beim Michael Schenker Fest.

Der gebürtige Engländer hat einiges für die Hard Rock Szene getan und war bei Rainbow, MSG, Impellitteri, Blackthrone oder Anthem und hat deren Alben mit seiner einzigartigen Stimme veredelt. Nun erscheint eine weitere Soloscheibe, bei der er von Beth-Ami Heavenstone (Bass) und Conrado Pesinato (Gitarre) unterstützt wird. Daneben geben sich einige Gastmusiker (Jeff Loomis, Shane Gaalaas, John Tempesta) die Türklinge in die Hand und garantieren zusammen mit dem Sänger für zeitlosen Hard Rock. Wie man es sich bei Graham gewöhnt ist, sind die Gitarristen ein Hinhörer und lassen nichts anbrennen, wie auch die Stimme des Meisters sehr gut klingt. Wer auf traditionellen Hard Rock steht und auch die oben erwähnten Bands mag, wird an diesem Album nicht vorbei kommen. Anspiel-Tipps sind «Brave New World», «The Sky Is Alive», «David's Mom» und der Titelsong. Es ist nach wie vor eine Freude, dem Shouter zu lauschen. Dies allein ist Grund genug, sich mit den neuen Tracks von Graham auseinander zu setzen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RKjLTmWqR7M

 

Dienstag, 17 Mai 2022 08:11
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v. 10 Punkten: 8.5

Nein, keine Angst. Halestorm haben sich weder aufgelöst, noch ist irgendwer gestorben. «Back From The Dead» bezieht sich mehr auf den Schockzustand, in welchen die Band durch die Pandemie versetzt wurde, nachdem seit Jahren nichts anderes als der Tour-Album-Zyklus vorherrschte und man nun wieder daraus erwacht ist.

Schlagzeuger Arejy bescheibt die neue Platte als die aggressivste, welche die Band bisher geschrieben hat, und da hat er nicht ganz unrecht. Natürlich dürfen auch ruhigere Töne nicht fehlen, aber die Energie, welche in den neuen Songs steckt, ist bisher unerreicht. Das Produzenten-Duo Nick Raskulinecz und Scott Stevens forderte von Beginn weg, die Mainstream-Komfortzone zu verlassen und das Maximum aus jedem einzelnen Bandmitglied heraus zu holen. Diese Forderung wurde umgesetzt, obschon zehrende Kräfte und Ausdauer gefordert waren. Dank der Pandemie fanden Halestorm letztlich aber auch die Zeit, «Back From The Dead», dieses wundervolle Album, in aller Ruhe fertig zu stellen und nun für neue Schandtaten auf der Bühne bereit zu sein. Denn dort sind sie zu Hause und reissen mit ihrer Live-Energie jede Wand ein..., am 23.11.2022 dann auch wieder in der Schweiz.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/srT0pgC_yto

 

Dienstag, 17 Mai 2022 08:07
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v. 10 Punkten: 8.2

2015 gründeten die beiden schwedischen Freunde Torbjörn Weinessjö (Vocals, Guitars) und Niklas Wilhelmsson (Bass) Cell 9. Beide sind seit den Achtzigern in diversen Bands aktiv, ohne aber bisher relevant in Erscheinung zu treten.

Komplettiert wurde die Formation von Torbjörns Bruder Thomas am Schlagzeug. So erschien 2016 deren erster Output «The Devil's Feast». Jetzt stehen Cell 9 mit dem treffend betitelten Zweitwerk «Second Coming» auf der Matte. Die Jungs widmen sich dem klassischen Heavy Metal mit klarer Tendenz hin zum Doom. Logisch, dass da der Name Black Sabbath ins Spiel gebracht wird. Musikalisch ist man da auch gar nicht weit entfernt davon. Die wunderbaren fetten, schleppenden Gitarren überzeugen dabei auf breiter Ebene. Im Gegensatz zu Ozzy besitzt Torbjörn eine sehr düstere, dunkle Stimme, die aber durchaus mit Power und Charisma ausgestattet ist. Auch songtechnisch hat das Trio einiges zu bieten. Starke Hooklines, verpackt in abwechslungsreichen Tracks, lassen immer mal wieder aufhorchen. Nebst Highlights wie das knackige «I Am», das schleppende «Somewhere» oder das groovige «Not Left Alone» sind aber auch immer mal wieder Schwachpunkte auszumachen, die dem Album den Drive rauben und den Hörgenuss trüben. Fans von Trouble, aber auch Black Label Society, könnten von Cell 9 jedoch durchaus begeistert sein.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/N_xX0DlZFQo

 

Dienstag, 17 Mai 2022 07:59

Nun, da gibt es doch einige Vultusse als Bands in dieser kleinen und doch grossen Metalwelt. Doch glücklicherweise ist der Schreiberling fündig geworden und trifft auf die besagten Vultus, die tatsächlich Vultus sind und mit dem Release von «Sol Invicto» antanzen, einem siebenträckigen Release, welchen der Schreiberling mal als "vollwertigen" full-length Release betrachtet.

Korrigiert mich bitte, wenn dies nicht der Fall sein sollte, doch aufhalten geht wohl nicht mehr, denn diese Zeilchen sind nun schon mal geschrieben und veröffnetlicht, wohl, doch gerne könnt ihr markieren, null Problemo, lasst mich jedoch bitte noch trockenen Fusses nach Hause heimkehren, so dass ich dennoch diese Worte kapitalerweise reinbrennen und final beenden darf. Nun, seinerzeit in Guadalajara, nein nicht Mexico, sondern Spanien, als seinerzeit noch als Sadistic benamselt und sich dem deathig-thrashigen Songwriting widmend gegründet, so stehen nun die beiden Herren namens Samuel Guimerans (Guitar, Bass, Vocals) und Jorge García Toubes (Drums) nun eben als Vultus und mit dem Wohn- wie Wirkungsort Berlin an neuer "alter" Position wie Stelle.

Die Umschreibung des Soundes als heavy, blackiger wie thrashiger Metal trifft wohl zu, und ich frage mich, ob gemäss der Anzahl Bands und deren Releases hier von der Musikindustrie eine neue Stilrichtung geschaffen worden ist, beziehungsweise wird. Nun ja, ändert wohl auch nichts mehr daran, die Releases flattern nur so in die geheiligten Redaktionshallen im Home Office rein. Verglichen werden Vultus mit Bands wie Bölzer, Mantar und Konsorten. Das Cover-Artwork spricht nebst Ausrufezeichen auch das eine oder andere Fragezeichen, passt irgendwie zum Gesamtsound. Die Produktion ist etwas dünn geraten, jedoch mit rasierscharfen Momenten genügend zugedeckt, drückt somit voll durch und gebärdet sich fressenreif. Den iberischen Background hört man ganz klar heraus, sprich aus dem Songwriting und den Instrumenten, welche in leicht progressiver Form intoniert werden. Speedige, thrashige, heavige und blackige Momente sind in den Drumpatterns hörend heraus zu lesen, konstantes Double-Bass Drumming, Midtempo-Grooves, kein zielloses Geknüppel, im Gegenteil, dafür wohl erschaffene Songstrukturen, mit viel Cymbals- und Tomseinsätzen, einer straighten Snare.

Die Gitarren riffen sich in etwas oldschooliger Manier durch die Notenergüsse des iberischen Wahnsinns hindurch, mal mit Melodielinien als auch blackigen Einzelnoten schraffelnd untermalt, mal mit sehr melodiösen Soli als auch mit raspelnd schnellen solodesken Notenfolgen spielend. Der Tieftöner wummert klar ebenfalls im rhythmischen Wesen, weniger solodesk, doch stets dem Gesamtsound treu ergeben. Die Vocals sind doch etwas leicht im gutturalen Bereich gehalten, klar intoniert, abwechselnd mit shoutigen und screamenden, als auch thrashigen Momente. Kombiniert mit teils Klargesang, im mittleren bis schrillen Tonsegement zu Hause. So sind Songs wie «Mors Ab Alto», «Arise Of Commiserations» und «Incipit» Hörmöglichkeiten, um den Zugang zu diesem doch interessanten Machwerk zu erhaschen wie zu ergaunern. Antesten ist hier wohl schon bereits Pflicht, denn gewöhnungsbedürftig sind Vultus mit «Sol Invicto» allemal. 
Poldi

cede

 

<https://www.youtube.com/embed/7_ywhMCnP5w

 

Montag, 16 Mai 2022 07:06

Nach dem altbekannten Motto "Aller guten Dinge sind drei" kommen die norwegischen Black Metaller von Djevelkult mit ihrem dritten Album «Drep Alle Guder» daher, direkt aus den dunklen Wäldern.

Der Titeltrack «Drep Alle Guder» haut dabei schon mal mächtig auf den Putz! Das bedeutet als Resultat rasend schnellen Black Metal, der sehr authentisch und unverfälscht aus den Boxen schiesst. «Dodbringer» ist ebenso brachial gehalten, aber mit einer leichten Tempo-Reduktion ausgestattet. Nicht sehr innovativ und eigentlich in der zweiten Welle des Black Metals stecken geblieben, dafür aber umso schlagkräftiger dargeboten! Geiles Geriffe auf die Ohren folgt anschliessend mit «Den Forhatte» und verkörpert hierbei eine geile, rabenschwarze Black Metal Hymne. «I Kuldens Vold» bietet dann die Gelegenheit, ein wenig Luft zu holen, denn der Song beginnt sehr ruhig. Nach knapp zwei Minuten kann man aber wieder die gewohnte Raserei bestaunen. Düster wird es hingegen mit «The Life Destroyer», und auch diesem Song wird kein Innovationspreis verliehen! Im Überschalltempo braust derweil «Voidwalker» vorbei und bietet in der Hälfte ein ruhiges Break zur Abwechslung an. Aber nur für kurze Zeit, denn dann wird wieder voll geknüppelt! Mystisch und episch zieht «Fordommelse» seine unheilvollen Kreise. Alles in allem ist das eine tolle Black Metal Hymne. Schluss und aus wird schliesslich mit «Perfect Obliterate» zelebriert, heisst nochmals wird kraftvoller Black Metal voller Leidenschaft geboten. Djevelkult verweigern sich gekonnt allen Trends und ziehen ihr Ding zu hundert Prozent durch. «Drep Alle Guder» markiert ein gelungenes Album, das locker schon dreissig Jahre auf dem Buckel haben könnte!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/OvR_CjPwy3Q

 

Montag, 16 Mai 2022 06:59
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v. 10 Punkten: 8.8

Die unverwüstlichen Dänen Thorium aus Kopenhagen, Hovedstaden, Dänemark, seit 1997 im deathigen Universum am Herumseuchen, die deathige Pest vetreibend, animalisieren sich erneut für das mittlerweile fünfte, full-length Studio-Album namens «Danmark».

Wie es wohl nicht anders sein kann, knallen uns zehn Petardentracks groovigen und moshigen wie althergebrachten Death Metal um die Schüssel und strapazieren unsere Nackenmuskeln aufs Neue. Na, wer geht wohl ins Fitness-Center wegen den Nackenmuskeln, wer? Häh? Getraut sich niemand sich zu "outen"? Well, ich eh' nicht, denn ich übe wie der Aral-Deckel auf der Hutablage gewisser Fahrzeuge, yep. Ist das auch ein "Outing"? Yope. Ohkeh, überführt..., Freunde von Morbid Angel, Deicide, Centinex und Dismember finden an diesem Soundteppich von MHA (Vokills), Jose Cruz (Guitars), JP (Guitars), Jesper (Bass) und Daniel (Drums) die prächtigste Freude. Das Recording wurde in den "Angioni Studios" live eingezockt, und so drückt die Spielfreude noch ehrlicher sowie heftiger durch, wie in den guten, alten Zeiten, yep. So ist die Produktion druckvoll, schnörkellos, ehrlich ausgefallen, kombiniert mit einem für Death Metal würdigem Cover-Artwork abgerundet.

Die Drums rumpeln vorwärtstreibend und double-bassig groovend wie moshend durch, mit einem peitschenden Snaresound, virtuosen Toms- wie auch Cymbalseinsätzen. Der Tieftöner wummert herrlich klar in den tiefsten Lagen, mal autark und dann wieder gemeinschaftsbedürftig. Die beiden Gitarren riffen sich moshend durch die Death Metal Gewitter, gepaart mit solodesken, melodiösen Ausflügen in die schneller aneinander gereihten Notenläufe. Der Stimmbändiger growlt tief, klar, verständlich, böse und aggressiv im gutturalen Bereich. Anspieltipps wären da ja alle zehn Tracks von «Danmark», doch «My Decay», «Majesty», «A Crown To Obscurity» und «Reign The Abyss» setzen dem Ganzen noch das Krönchen auf. «Danmark» steht für ein gelungenes Album der "Alteingesessenen". Tja, gekonnt ist gekonnt, allen Weisheiten und Sprüchen zum Trotze, denn gelernt ist gelernt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ar_NTKzXUDY

 

Montag, 16 Mai 2022 06:53
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Bei den allermeisten Bands wird einfach das Jahr der Gründung angegeben, aber die britischen Thrasher von Solitary sind hier noch etwas präziser, sprich am 04. Juni 1994 soll das auf den Tag her gewesen sein. Das zeigt mitunter an, dass diese Combo auch schon eine ganze Weile unterwegs ist und es, neben üblichen Demos wie einer EP, auf bisher vier full-lenght Alben gebracht hat. Trotzdem war mir diese Truppe bisher nicht bekannt.

Bezüglich der längst unübersichtlichen Flut an Veröffentlichungen überrascht das jedoch nicht wirklich. Allerdings spült es so eine Chose irgendwann zwangsläufig an die Oberfläche, und genau dies geschieht jetzt mit dem ersten und offiziellen Live-Album von Solitary, deren Auftritt am "Bloodstock Open Air Festival" am 11. August 2019 für die Nachwelt eingefangen wurde. Somit bietet «XXV Live At Bloodstock» eine Erinnerung an den "letzten freien Sommer" vor Ausbruch der unsäglichen Pandemie. Die Band um Richard Sherrington (Lead Vocals/Rhythm Guitar), Andy Mellor (Lead Guitar), Gareth Harrop (Bass) und Roy Miller (Drums) feierte an diesem Anlass ihr 25-jähriges Bestehen und hatte dort ein Heimspiel. Ob die mitgeschnittene knappe halbe Stunde den ganzen Set abdeckt, bleibt unbeantwortet.

Obwohl es sich nicht gerade nach einer gut besuchten Veranstaltung anhört, sind die Resonanzen anständig, wobei Solitary dafür ordentlich rackern müssen. Warum das Quartett aus Preston, Lancashire bisher nicht auf meinem Radar auftauchte, liegt wohl an der Tatsache, dass sich die Truppe schwer nach einem Hybrid aus unter anderem Testament, Slayer, Destruction und Rage anhört. Damit holt man sich letztlich keinen Innovations-Preis ab, und die (Ami-) Kollegen der Liga Exodus, Overkill, Heathen, Flotsam And Jetsam et cetera haben insgesamt, zumindest für meine Begriffe, besseres Songmaterial am Start. Wer sich jedoch Thrash Metal dieser Ausprägung gerne anhört, kann der druckvoll abgemischten Live-Aufnahme, die um drei remasterte Studio-Tracks ergänzt wurde, womöglich trotzdem etwas abgewinnen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/apBH6kufZq0

Montag, 16 Mai 2022 06:45
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v. 10 Punkten: 8.5

Da schnalzt der Grunge Fan mit der Zunge. Nach all den tragischen Nachrichten über die Verluste von Mark Lanegan oder Taylor Hawkins in diesem Jahr, erreicht uns für einmal eine unglaublich positive Überraschung. Und dies so ohne jegliche Ankündigung.

Einen Tag vor Release der selbstbetitelten Platte erschien auf Matt Camerons (Ex-Drummer von Soundgarden / Drummer von Pearl Jam) Instagram Account ein Live-Foto mit dem simplen Text: "3rd Secret coming soon". Und soon war dann auch bereits am Tag darauf, als auf demselben Social Media Kanal ein Pressebild erschien, welches das Debüt-Album auf allen digitalen Plattformen ankündigte. Dass es sich hier um eine Grunge-Supergroup handelt, konnte man nicht im Ansatz erahnen. Jeder/jede der/die in den 90ern aufgewachsen ist, wird die Augen weit aufreissen und den Kiefer auf den Boden fallen lassen: Neben Matt Cameron spielen da nämlich auch Krist Novoselic (Ex-Nirvana Bassist), Kim Thayil (Ex-Soundgarden Gitarrist), Bubba Dupree (Void) und die zwei Sängerinnen Jillian Raye und Jennifer Johnson bringen sich ebenfalls ein. Wie dem noch nicht genug wäre, hat das Ganze Legende Jack Endino produziert, der bereits für diverse Grunge-Perlen verantwortlich war. Die elf Songs sind eher ruhig angesiedelt in Richtung Novoselic aktueller Band Giants In The Trees, aber Kim Thayils altbekannte Soundgarden Gitarre blitzt immer mal wieder durch. Der Grunge-Fan schnalzt noch einmal mit der Zunge. 3rd Secret ist hier eine wahre Perle an Musik gelungen. Am schönsten sind doch immer die Sachen, die man nicht erwartet, und mit sowas hat nun echt niemand gerechnet.
Pat


https://www.youtube.com/embed/qYdUMZ8evVE

Samstag, 14 Mai 2022 08:22

Talent-Shows sind längst keine Neuheit mehr und ihre siegreichen Ergüsse verschwinden ebenso schnell, wie sie gekommen sind – meistens! Anders im Fall von Victoria Stoichkova. Sie blieb dem Publikum mit ihrer speziellen Version von Taylor Swifts «Look What You Made Me Do» in bester Erinnerung.

Mit brutalen und Angst einflössenden Death Metal Growls hat sie den originalen US-Pop zerrissen. Schock und Freude, Neugier und Angst verschmolzen zur Ekstase. Nach fünf Millionen Klicks auf YouTube schnappte sie sich den Produzenten, Songwriter und Freund Nikifor "Bambi" Nikiforov und sperrte sich in dessen Atelier ein. Verstärkt durch die Undergrund Musikerinnen Tina Zhelyazova (Gitarre), Reni Angelova (Gitarre), und Sonya Radeva (Bass) arbeiteten sie Tag wie Nacht und erschufen, was heute auf den Namen Gwendydd hört. Benannt und inspiriert von mystischen, als auch historischen Mittelalterfiguren sind sie die erste frauendominierte Metal-Band in Bulgarien. 2018 veröffentlichte die Truppe ihr erstes Album «Human Nature». Ihr Werdegang entwickelte sich rasant, und obwohl die Pandemie sie hart getroffen und alle bestehenden Tourpläne zerstört hat, arbeitete die Truppe unermüdlich weiter.

Nun kommt mit «Censored» ihr Zweitling auf den Markt, der den nächsten grossen Meilenstein auf ihrer Reise markieren soll. Während zehn Songs wird Gift und Galle gespuckt, die manch männliche Kollegen erblassen lässt. Ergänzt durch den Mastering-Fingerabdruck von Max Morton (Jinjer) bleibt sich die Band musikalisch aber einmal mehr treu. Ein unverfälschter und brutaler Soundtrack zur Diskrepanz von Realität, Hoffnungen und Träumen. Nicht aus einer Gated Community in Hollywood kommend, sondern direkt aus den Strassen von Sofia, der Hauptstadt, des ärmstes Landes der Europäischen Union. Angetrieben von einer modernen Produktion baut sich dieser Hybrid aus zerstörerischen Gitarren-Riffs und adrenalingeladenen Drums zu einer Extrem Metal Lawine auf. Der perfekte Träger für jene brachiale Death Metal Stimme, die sich tief ins Fleisch der modernen Gesellschaft schneidet – nicht nur mit Worten, sondern mit einer klaren Botschaft.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8lD86337Fqk

Samstag, 14 Mai 2022 08:17
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v. 10 Punkten: 8.5

Die nächste Supertruppe ist aus dem Hause Frontiers ist im Anzug. Night Ranger Gitarrist Brad Gillis, Mr. Big Bassist Billy Sheehan, Giant Trommler Dan Huff und Electric Mob Sänger Renan Zonata bürgen mit diesem erlesenen Line-up eigentlich schon im Voraus für Qualität.

Sehr erdig und rockigen grooven sich die Herren durch die elf Tracks hindurch. Das beginnt schon bei den beiden Openern «Escape Machine» und «Blame It On The Night». Speziell Letzteres erinnert immer wieder an die Frühphase von Mr. Big - Renan überzeugt hierbei mit einem kräftigen Organ, das sich gekonnt durch die Songs pflügt, sich aber immer mit viel Kraft in der Stimme präsentiert. Während Brad sich einmal mehr von seiner besten Seite zeigt und den Liedern sehr songdienlich seinen Stempel aufdrückt. Cool ist die (Halb-) Ballade «Losing The Track». Groovend erklingt «Writings On The Wall» und mit einem feinen Gotthard Touch fliesst «Show Me The Way» aus den Boxen. «Different Worlds» ist ein abwechslungsreiches Werk geworden, das sich die Hard Rock Gemeinde auf der Zunge zerfliessen lassen wird. Auch wenn Skills im direkten Vergleich zur neuen Black Swan ganz klar den Kürzeren ziehen, sind «Hearts Of Stone» und «Don't Break My Heart Again» ohne Zweifel zwei weitere, fette Rocker.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/w5W5KMNzTvU

 

Samstag, 14 Mai 2022 08:11

Black Metal aus den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer angemerkt aus Atlanta, Georgia, und zwar mit dem full-length Debüt namens «Ash In Realms Of Stone Icons» und sieben Songs, davon ein Intro und ein Zwischen-Interludium, die ganz der akustischen Gitarrenkunst gewidmet sind, um dann distortioniert bedacht in die Vollen zu gehen.

In der Biographie des Platten-Labels ist Kyle Walburn (Guitars, Vocals, Programming) als einziges Bandmitglied erwähnt, aber in den wohl temporär geführten Metal-Archives erscheinen dann noch im "Current Line-up" die Herren Brandon Iacovella (Guitars, Vocals, Kontrabass), Michael Sanders (Bass), Chris Stropoli (Drums) und mit Matthew Longerbeam (Guitars) nochmals ein Klampfenmeister auf. So, was sind Fake News und was ist tatsächlich? Tja, auf Bandcamp ist die besagte Fünferformation ebenso erwähnt, an welche sich der Schreiberling nun auch hält. Und progressiv-technisch ist die ganze Mucke von Tómarúm auf jeden Fall, vor allem für Blackies mit Weitsicht und intelligentem Gespür. Seit 2017 existiert diese "junge" Combo, releaste eine EP namens «Wounds Ever Expanding» sowie ein Demo namens «Demo MMXIX». Auf «Ash In Realms Of Stone Icons» wird förmlich intelligentes Songwriting zelebriert, denn es sind lange Songs, welche intensiv geblackt werden und voller Inbrunst dargebracht.

Und ja, eine Black Metal Band mit herrlichen Soli-Attacken, und zwar solchen, die sich verdammt nochmals hören lassen können, jawohl! Geht doch, heiliges Kackerchen, nur wollen, sollen die Progatonisten, und Tómarúm wollen auf jeden Fall, das hört man(n), beziehungsweise Frau klar aus der verdammt satten, druckvollen wie klaren Produktion heraus, gepaart mit einem wiederum ruhmesehrbaren Cover-Artwork, somit ein gelungenes full-length Debüt-Package, schreibt Euch das hinter die Ohren! Mit einer Gesamtspiellänge von 60:22 Minuten und den sieben Tracks, wovon alle, wirklich alle, Anspieltipps sind, denn dies ist eine Machtdemonstration sondergleichen, denn hier fällt kein Song ab, da ist der berühmt-berüchtigte rote Faden wahrlich ins Songwriting miteingeknüpft worden. Die Drums treiben einen mit satter, schneller Double-Bass an und leichte blastartigen Ekstasen gehen mit einer treibenden, knallharten Snare, virtuosem Cymbalspiel sowie wirbelnden Tompatterns einher. Somit Nichts als Thron-Angelegenheiten, die das Feld von hinten aufräumen.

Der Bass ist beinahe zu 99,9% solodesk und mit Walking Bass-Lines unterwegs, und dennoch ist er banddienlich wie auch auch sehr dominant autark. Die Kraft der zwei Herzen..., äh Gitarren kommt hierbei ebenfalls riffig zum Gewaltsausdruck, eine Mischung zwischen blackiger Single Notes Rifferei, als auch zu kraftvollen, deathigen Attacken bereit. Wie bereits erwähnt, sind die Soli absolute Meisterklasse, vor allem wenn dann die Gitarren sich mit dem Tieftöner soloistisch duellieren, der beinahe nackte Wahnsinn schon im Black Metal mit wohltemperierten progressiv-technischen Elementen, Weltklasse in Zürich so zu sagen..., äh aus Atlanta, yope. Die Vocals sind brutal guttural gehalten, klar verständlich, aggressiv, blackig als auch deathig im Growl gehalten. So erstaunt es auch wenig, dass Bands wie Death, Dimmu Borgir, Immortal, Cradle Of Filth, Throne und The Black Dahlia Murder als Vergleiche aufkommen und aufzeigen, wie vielseitig Tómarúm gestrickt sind. An alle Black Metaller/innen mit Weitsicht, Weisheit und dem besagten "über den Tellerrand Blick hinaus schweifend" sollen hier zugreifen dürfen, doch auch für Fans anderer Genres hält dieses Soundwerk namens «Ash In Realms Of Stone Icons» eine musikalische Offenbarung bereit.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hPIlJVQ9E50

Samstag, 14 Mai 2022 08:04
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v. 10 Punkten: 7.9

Sehr gewöhnungsbedürftig ist die Musik des chinesischen Quartetts beim ersten Anhören, aber die klare Stimme von Sängerin Lynn Wu hat was. Sie zieht Zuhörer:innen irgendwie in ihren Bann.

So sind Nummern wie «Farewell» echt stark, und die Jungs beherrschen ihre Instrumente. Das Ganze klingt anfangs etwas chaotisch, wilde Drums und Gitarren wechseln sich ab mit ruhigeren Prog Rock Parts. Die Stimme erinnert dabei ab und zu an Kate Bush. Dem entgegen steht das fast meditative «Ghost». Auch «Euphoria» ist eine sehr ruhige Nummer, ohne Drums und Gitarre, gedämpfte Synthie-Klänge und ein Hauch von einer Stimme. Dann wieder eine moderne Prog-Nummer mit tiefer gestimmten Gitarren. «Dark» beginnt wie ein Song von Dream Theater mit starkem Gitarrenriff, wird dann wiederum sehr ruhig und endet als coole Prog-Nummer. Die Symbiose von sehr ruhigen bis hin zu wilden Prog-Nummern habe ich so noch nicht gehört. Klingt anfangs eher etwas befremdend. Wenn man aber offen für Neues ist, dann ist die Musik von Lynn und ihren Jungs aus Peking durchaus interessant, und reinhören lohnt sich auf jeden Fall.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uoKL23zNg7w

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:43

Leo Leoni (Gitarrist) veröffentlicht sein drittes Album mit CoreLeoni und nimmt sich nicht Neueinspielungen von Gotthard an, sondern zaubert zehn neue Songs aus dem Hut.

Der sanfte Einstieg lässt aufhorchen, und wenn Neusänger Eugent Bushpepa zu singen beginnt, erinnert vieles an die frühen Gotthard. Auch wenn ich Ronnie Romero sehr vermisse, liefert Eugent einen mehr als nur souveränen Job ab und überzeugt von der ersten Silbe an. Leo hat sich dabei, musikalisch gesehen, logischerweise nicht weit von den ersten drei Gotthard Scheiben entfernt. Immerhin war er einer der Hauptsongwriter dessen, was Gotthard damals berühmt gemacht hat. Die Tracks des dritten Albums rocken und dies nicht zu knapp. Dies mit einem kleinen Hang hin zum Blues und ganz viel erdigen Riffs, bei denen das Blut von den Saiten runter auf die staubigen Cowboy-Stiefel tropft. «Guilty Under Pressure» ist ein Paradebeispiel dafür, was Leo noch immer liebt und in seinem Herzen wie seiner Seele trägt. Zusammen mit Jgor Gianola hat Leo die perfekte Ergänzung an der Gitarre. Die beiden spielen sich die Riffs zu und solieren auf sehr traditionelle Art und Weise. Für mich entpuppt sich «Greetings From Russia» als absoluter Hit. Eine Nummer, die sofort in die Beine geht und diesen Evergreen-Touch ausstrahlt, der ein Lied nie langweilig werden lässt und immer wieder zum Anhören animiert.

Schwer und hart erklingt «Like It Or Not», während das lockere «Sick & Tired» mit einem coolen Bass-Intro von Mila Merker startet und «Would You Love Me» alles andere als eine Ballade ist. Ein ruhiger Moment findet sich jedoch mit «Sometimes», einer wundervollen Ballade mit einem packenden Refrain. Die Gitarren qualmen, die Stimme schreit nach Whisky und der Rhythmus-Teppich lässt keine Löcher zu. Die Cover-Version von «Jumpin' Jack Flash» (The Rolling Stones) passt bestens auf «III» und lässt schwer vermuten, dass es sich hier um eine eigene CoreLeoni Nummer und nicht um ein Cover handelt (Aha! Na ja... - Rsl). Auf der zweiten CD finden sich dann trotzdem noch vier Neueinspielungen von Gotthard. «Say Goodbye», «Good Time Love», «Fist In Your Face» und «I'm On My Way» bestätigen, dass Eugent die richtige Wahl als Nachfolger von Ronnie war. Mr. Bushpepa ist fähig, die Steve Lee Tracks problemlos zu singen, und speziell die Neuversion von «I'm On My Way» geht unter die Haut. Sorry Leutz, aber bei einem solchen Hammer-Track, wer braucht noch ein «Heaven»?
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Qo9kQzj8SsY

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:35

Wir schreiben das Jahr 1996. Sepultura veröffentlichen mit «Roots» einen musikalischen Mix aus Metal und brasilianischen Tribal-Beats, den die Welt bis dahin noch nie gehört hat. Als "Mindblowing" würde man das wohl be- oder umschreiben.

Fast forward ins Jahr 2022 und ab ins ferne Indien. Bloodywood erzielen mit ihrem Debüt einen vergleichbaren Effekt, wie er damals von Max Cavalera und seinen Mannen kreiert wurde. Ohne Label im Rücken ballern sie uns einen unglaublich frischen Mix aus Metal und dazu passenden Bollywood Melodien (!) um die Ohren. Sowas hat man definitiv noch nie gehört. Dazu biedern sie sich der Welt in keinster Weise an und belassen ihre Lyrics auf indisch und interpretieren diese, wie viele andere, eben nicht auf englisch. Womöglich hat der Grosserfolg der mongolischen Band The Hu ein bisschen dazu verholfen, einen weltoffeneren Blickwinkel in der hiesigen Metalwelt zu schaffen. Nichtsdestotrotz liefern Bloodywood hier mit «Rakshak» ein wegweisendes Album ab, welches womöglich für eine ganze Kultur einen Meilenstein darstellen wird. Pure awesomeness!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7iKjSCTxke8

Freitag, 13 Mai 2022 07:29

Jetzt wird aber ordentlich gedeckelt, hell yeah und sowas von goil. Diesmal sind die US-Amerikaner von Misery Index mit ihrem siebten full-lenght Longplayer am Start, neben eines stattlich-amtlichen Palmares an weiteren Veröffentlichungen.

Misery Index indexieren im Death Metal und Grindcore seit der Gründung anno 2001 in Baltimore, Maryland und schieben amtlich-ordentliche neue Songs purer Aggressivität mit amtlichem Groove Mosh Faktor nach. Meine Fresse, irgendwie hat die COVID-19 Pause, wenn man dies so ordentlich-amtlich erwähnen darf, gewissen Bands so richtig gut und goil getan. So ist Misery Index mit 200%iger Sicherheit auch eine dieser Combos. Jason Netherton (Bass, Vocals), Mark Kloeppel (Guitar, Vocals), Darin Morris (Leadguitar) und Adam Jarvis (Drums) prügeln da in schönster und straightester Grindcore Death Manier eine schnelle Note nach der anderen ins Universum, was beim Schreiberling ein konstantes, chronisch bleibendes Headbangen hinterlässt, selbst beim Eintöggeln dieser Zeilen. Glücklicherweise bleibt der PC besonnen und verfällt nicht in hieroglyphischer Schrift, sondern arktisch und Fisher Men's-like kühl.

Abgesehen davon, dass die Mucke auf «Complete Control» den Rezensenten ziemlich anspricht, da einerseits sehr gut und druckvoll produziert, andererseits abwechslungsreich intoniert, ist sie versehen mit einem genialen und für sich sprechendem Cover-Artwork, was nebst besagtem Death und Grind dann eben auch so crossoverische Attitüden eröffnet, ebenso speedige wie thrashige Momente offenbart sowie gepaart mit viel Mosh-Groove und etwas Melodie. So bleiben Aggression und Härte stets vordergründig und miteinander verbunden. Durchdachtes und sehr intelligent ausgeführtes Songwriting. Daher verwundern Anhaltspunkte wie Dying Fetus, Aborted, Cattle Decapitation, Napalm Death, Hate Eternal, Nasum, Carcass, Decaptitated, Vader und Konsorten auf dem Menüschlachtplan nicht.

Auch hier werdet Ihr jeden der neun Tracks auf «Complete Control» anhören und anspielen werden müssen, wohl oder übel, denn alles kommt einfach hammermässig daher. In jedem Song werdet ihr eine Prise Goilheit vorfinden, versprochen, ehrlich. Blastende, grindcorende, thrashende, deathende, crossoverige Beat-Patterns, satte Double-Bass Drums, groovende Midtempo-Headbanger, moshende Paradiddles, einen satten Snaresound, wirbelnde Toms, scheppernde Cymbals. Der Bass wummert klar und heftigst autark wie banddienlich einheitlich. Die Gitarren riffen sich genüsslich durch die Noten des Slaughterhouse, mit dem Metzgermesser stets die filettierten, solodesken Momente klar heraus schneidend. Die Vocals sind einerseits im Growl-Bereich sowie auch im crossoverischen, thrashigen Brutal-Shout und -Screambereich zu Hause, heisst klar, aggressiv, bösartigst und brutal. Auf die erneute Fragestellung: "Weshalb?" erfolgt meine bereits schon vordefinierte Antwort: "Deshalb!"
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c9lV84WHl1U

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:22
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v. 10 Punkten: 7.0

Serbien ist das Heimatland von The Big Deal. Wie gross dieser Deal wirklich ist, muss jeder für sich selbst in Erfahrung bringen. Was sicherlich passt, sind die gitarrentechnischen Künste von Srdjan Brankovic sowie die Gesangsleistungen der beiden Shouterinnen Nevena Brankovic und Ana Nikolic.

Musikalisch geht die Truppe in die Richtung des melodischen Hard Rocks, der mit leichten Malmsteen Momenten und vielen Keyboard-Parts unterstrichen wird. Höre ich mir die beiden Ladys an, dann hätte ihnen eine rockigere Version sicherlich besser zu Gesicht gestanden. Dann wären The Big Deal im Fahrwasser von Vixen anzusiedeln. So erklingt die Truppe ab und zu jedoch etwas verwässert, was ich persönlich sehr schade finde. Trotzdem sollten sich die Rock-Fans mit diesem Werk auseinandersetzen, denn bei «Top Heaven», «Power On» und «Rebel Lady» zeigt die Band nämlich, zu was sie auf «First Bite» fähig sein kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fmOFygHK2uQ

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:38

Mental Care Foundation klingt erst einmal nicht nach einer typischen Metal-Band, sondern eher nach einer Klinik. Hinter dem Projekt stecken allerdings zwei alte Metal-Hasen, nämlich die beiden Sonata Arctica Mitglieder Pasi Kauppinen (Bass) und Henrik «Henkka» Klingenberg, der das Keyboard gegen ein Mikrofon getauscht hat.

Ergänzt wird das arktische Duo durch Antti Hokkala (Gitarre) und Lauri Bexar am Schlagzeug. Ganz klassisch ist aber der Weg des Vierers bis dato nicht verlaufen, denn Mental Care Foundation haben sich bereits 2003 in der kleinen Stadt Kokkola an der Westküste Finnlands aus einem wilden Haufen heraus gegründet. Man kannte sich eher flüchtig, als der Trupp Ende 2003 damit begann, ein Set zu proben, das hauptsächlich aus Slayer- und Pantera-Covern bestand. Von Langeweile getrieben und dem Alkohol nicht ganz abgeneigt, veröffentlichte die Band 2005 ihr erstes Album «Alcohol Anthems». 2006 folgte bereits ihr Zweitling «Hair Of The Dog», der definitiv an Qualität zugelegt hatte. Dann herrschte jahrelange Stille, und nur gelegentliche Kneipenauftritte belegten noch ihre vage Existenz. Bis jetzt! Der Vierer krempelte die Ärmel hoch, denn die Zeit schien reif, wieder in Ärsche zu treten. «III», wie das Album ganz schlicht heisst, wurde an verschiedenen Orten (Proberäumen und Studios) aufgenommen. Auf «III» kann man deutlich eine gereifte Band hören, die ihre eigene Stimme gefunden hat, ohne den Stil zu sehr von dem abzuändern, was die Jungs ursprünglich inspiriert hat, gemeinsam loszulegen. Wenn die Hauptband fast nur noch weichspült, so braucht es eben ein neues Ventil, und das scheinen die Jungs eindeutig in Mental Care Foundation gefunden zu haben. Solider Metalsound aus einem Guss, paart sich mit schlitzohriger Kneipenattitüde erwachsener Jungs. Man darf gespannt sein, was die Zukunft mit und nach «III» noch bringen wird. Cheers & Beer!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lnOf9kprBMY

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:31
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v. 10 Punkten: 8.6

Knapp eine Stunde lang hauen uns die Amis mit ihrem neuesten Werk «White Hot Hell» feinsten US-Metal um die Ohren. Schon der melodiöse Opener «Reign In Hell» macht das klar. Die Mucke macht von Anfang an Spass beim Anhören.

Knackige, lebendige Drums, starke Gitarren-Riffs und der typische Ami-Gesang, der mich an die 80er erinnert, gepaart mit vielen interessanten Gitarren- und Twin-Soli. Auch gut zu hören beim flotten «Playing With Fire», und man beachte hier die klasse Drum-Arbeit von Eli Lucas. Die Jungs haben wirklich was drauf. Was Lead-Gitarrist Kiyoshi Morgan hier abliefert, ist schon obere Liga, und der Rest der Band zieht da voll mit. Das Album ist voll mit grandiosen Gesangsmelodien und spannender Gitarren-Arbeit. Egal, welchen Song man gerade anhört, und das gilt für alle dreizehn Songs. Für Abwechslung sorgt die Speed Metal Nummer «Iceberg». Sofort im Ohr hängen bleibt auch das sehr melodiöse und zeitweise mit cleanen Gitarren glänzende «Walk Away», inklusive starker Chöre und Gesangsmelodien. «Being Evil» erinnert von der Instrumentierung her etwas an die Scorpions, und das geile «Middle Ages» könnte glatt von Avantasia stammen, ein Hammer-Song! Ihr seht also, dass die vier Jungs aus den US of A sich zwar dem US-Metal verschrieben haben, aber man hört auch europäische Einflüsse auf ihrem Rundling. «White Hot Reflection» ist dadurch ein sehr spannendes Album geworden, das unheimlich viel Freude bereitet.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/i5IaH1f4N_E

 

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:25
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v. 10 Punkten: 8.5

«Black Miracles And Dark Wonders», acht Tracks, aus dem hohen Norden, genauer geschrieben aus Skandinavien, welche uns hier um die Ohren geballert werden. Seit «Your Demons - Their Angels», dem ersten Release im Jahre 2006, dem zweiten «The Mirroring Shadow» (2009) und dem dritten «Tragedy Has Spoken» (2012) folgt nun besagtes «Black Miracles And Dark Wonders» nach zehnjähriger Release-Pause.

Aber es klingt gar nicht nach Skandinavien, was uns die Herren Christian Älvestam (Lead- und Backing Vocals) und Jani Stefanovic (zusätzliche Lead Vocals, Rhythmus- und Leadgitarren, Bass, Keyboards, FX, Programming) da so zelebrieren, denn das erinnert beispielsweise auch an Scar Symmetry, Bloodbath, Benighted, Vader, Shturm, Solution .45, etwas auch an Sceptic Flesh (vor allem das leicht Symphonische) und Konsorten. Nun, das schwedische Duo hat hier ganze Arbeit geleistet, denn sowohl Melodien als auch grindcorige wie blastende Elemente finden sich in den acht Tracks wieder, welche «Black Miracles And Dark Wonders» zieren. Nebst einer sehr druckvollen, brutalen wie klaren Produktion ziert auch ein geniales Artwork diesen Release, ehrenhaft. Nun, neben den obligaten, tiefen, bösartigen Growls ist auch auch Klargesang, um nicht zu sagen kraftvoller Klargesang auszumachen. Getragen wird dies alles durch die keyboardistische Untermalung, welche somit pompös, orchestral und dadurch symphonisch erschallet. Da es sich hierbei um wohl sehr gute, programmierte Drumpatterns handelt, beziehungsweise handeln muss, ist es hervorragend in das Songwriting integriert, denn die Blasts, Grindcores, Double-Bass Drums und auch die straighten Groove-Patterns knallen voll durch.

Weniger auf die Toms und Cymbals gezielt, da wird es im "Normalenw gehalten, doch auch hier erscheint die Snare dafür markant und bestimmend. Ja, klar wird das Programmierte heraus gefiltert gehört, und ja klar ist das Drum nicht so ganz vielseitig, wie mit einem humanen Wesen dahinter, doch es tut seinen Dienst, wie es sollte, keine Frage. Der Bass wummert herrlich zwischen Lines und Rhythmus Patterns hin und her, klar, gewichtig. Die Gitarren-Riffs sind leicht technischer Prägung, es wird auch melodiös wie auch slayerlike soliert, mal mit ruhigeren Momenten ausgestattet, um dann wieder in die Vollen zu riffen. Erinnert auch etwas an Aeon und Blood Red Throne, um weitere Anhaltspunkte angeben zu dürfen. Nun, «Black Miracles And Dark Wonders» ist ein interessantes, viertes Werk, bei welchem die Songs «Reign Of Fate», «Enuma Elish», «Shah» sowie «Kingdoms Turned To Sand» als Anspieltipps gelten dürfen und können. Somit, haut rein, Freunde des abwechslungsreichen Death Metals, geniesst die Prügeleien, und alle anderen Fans des stählernen Sounds, gönnt Euch mal die Vorspeise, denn so gibt es allenfalls auch mehr Inhalt auf Euren Tellern, sofern man sich interessanter Mucke nicht verschliessen möchte.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xd288bDZ7RU

 

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:15

«Ton Steine Sterben» der deutschen Metalband Mein Kopf Ist Ein Brutaler Ort ist bereits das dritte Album innert sieben Jahren. Bisher komplett an mir vorbei gegangen, habe ich von den Juns bisher noch nie was gehört. Was eigentlich schade ist, denn die dreizehn Songs auf dem neuen Album ballern amtlich daher und legen die Messlatte ziemlich hoch.

Spannenderweise wird im Pressetext die Referenz als "deutsche Lamb Of God" gesetzt. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, da die Parallelen im Sound sind nicht von der Hand zu weisen sind, und auch die Vocals erinnern stark an Randy Blythe. Nun ist das immer so eine Sache mit solchen Vergleichen. Wie viel wurde man inspiriert, um sein eigens Gesicht zu zeigen, und wieviel klingt einfach eins zu eins identisch. Für mich ist die Tendenz aktuell eher bei zweitem. Ich zolle zwar meinen Respekt, den Level von Lamb Of God abliefern zu können, da man sowas nicht einfach so nebenher macht, aber ich höre die Eigenständigkeit (noch) nicht heraus. Für alle Fans von Lamb Of God, Ihr könnt bei «Ton Steine Sterben» ungeniert zugreifen und mal reinhören wie das klingen kann, wenn Randy auf Deutsch singen würde.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aD69QZZKnaU

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:13
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v. 10 Punkten: 9.2

Aus Gotha, Thüringen, Deutschland stammen die seit 2005 aktiven Mosaic und servieren uns mit «Heimatspuk» und zehn Tracks einen sehr volkstümlichen wie -nahen Black Metal in deutscher Sprache.

Nein, ich bestehe auf volkstümlich wie volksnahen Black Metal, denn Folk Metal klingt doch etwas anders, als Mosaic auf «Heimatspuk». Und genau dieses "Andere" macht die ganze Chose sehr interessant und abwechslungsreich. So sind denn auch Vergleiche zu Negură Bunget aus Rumänien oder dann Urfaust aus den Niederlanden, Agalloch aus den U.S.A., Bekëth Nexëhmü aus Schweden und Moonblood aus Deutschland nicht fehl am Platz. Auch sind ebenfalls gewisse Rammstein wie Eisbrecher Einflüsse vorhanden, doch nochmals, Mosaic sind sehr eigenständig und eigenwillig, es sind Anhaltspunkte für Euch, unsere werte Leserschaft. Und weiter voran geschoben wären zu nennen nun auch noch Lunar Aurora, Sturmpercht, Lönndom, Saiva, Paysage D'Hiver Malokarpatan und Masters Hammer. Nun, wer sind denn Mosaic eigentlich? Mosaic sind..., äh, ist..., Martin van Valkenstijn, der für alle Instrumente und die Vocals verantwortlich zeichnet!

Jetzt wird es weiter interessant, denn ab und an erhält der gute Herr Unterstützung von E.H. (Drums, Percussion), Iskaremus (Bass) und Sulphur (Guitars). Doch alles in allem ist es eine Ein-Mann-Band, ohne Wenn und Aber, nämlich die von Herrn van Valkenstijn. So, ein einziges Mosaiksteinchen, welches musikalisch von allen Farben nur so strotzt und geritten wird. So sind die Drums sehr blackig gehalten, im "Humpa" Ritt-Sound à la alte Bathory, Mayhem, Immolation und Konsorten, speediger, monotoner Black Metal, ab und an mit Cymbals und Toms hantierend, monotoner Double-Bass Drum und einer trockenen, satten Snare. Der Tieftöner wummert mal solodesk, mal rhythmisierend, mal melodienverliebt vor sich her. Die Gitarre ist mal blackig speedig riffelnd, dann wieder akustisch unheimlich, mal etwas solodesk, mal mit Melodiebögen versehen.

Der Gesang wechselt zwischen leicht gutturalem Black bis zum Klargesang und gesprochenen Zitaten stets in verständlicher Aussprache, was das Ganze nochmals interessanter und abwechslungsreicher gestaltet. Ja, wie bei Wickie und den starken Männern, Gorm, mit seinem Leitspruch "Ich bin entzückt!", ja, genauso geht es mir im Moment, denn «Heimatspuk» ist ein herrliches Hörlebnis im Black Metal, denn die Produktion stimmt, da ist alles klar, mit sauberem und messerscharfem Timing, und das Cover-Artwork untermalt hervorragend das Dargebrachte wie Vorgetragene. Einen Track der zehn Songs aus dem Kontext zu reissen, ist eine Vergewaltigung dieses Werkes, nein dieses Opus. Zieht Euch diese zehn Tracks allesamt rein, denn eine solche Reise durch die Zeit werdet ihr lange nicht mehr erleben, und deshalb geniesst das volksnahe wie volkstümliche Werk «Heimatspuk» von Mosaic.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-uho1p4h6Nk

 

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:08
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v. 10 Punkten: 8.3

Horch, horch..., nee..., nicht die Automarke, wirklich horch, horch, was da uns entgegen schreitet. Schwedischer Death Metal aus Avesta, Dalarna, gebrandmarkt und destilliert.

Seit 2006 brettern und hämmern uns die Herren Martin Schulman (Bass), Ronnie Bergerstål (Drums), Johan Haglund (Rhythm-Guitars), Eki Kumpulainen (Lead-Guitars) und Christofer Säterdal (Vocals) satten, sehr gut produzierten, kraftvollen, sauberen, messerscharfen Schwedenstahl, nope, kein Völvö, sondern in einer acht-träckigen, vinylisierten wie auch digitalisierte Lebensform namens «Mass Destroyer» um die Lauscher und verkünden die neue Weltherrschaft in Sachen Death Metal. Well, da wird viel aus der Vergangenheit intoniert, will schreiben sehr oldschoolig, so à la Vomitory, Dismember, Entombed, Centinex, Lik, Bloodbath und Konsorten. Ab und an blitzt auch ein wenig der entombedistische Death'n'Röll hervor. Alles in allem eine satte Produktion aus den Tri-Lamb Studios von Karl Daniel Liden, aufgenommen durch Johan Hjelm und Jonas Harnberg in den Glsahuset sowie Sellnoise Studios mit einem herrlichen, leicht blackigen Cover-Artwork von Mark Riddik (Absu, Arsis), was sich irgendwie perfekt zum Dargebrachten verschmelzen lässt, denn hier werden die Nackenmuskeln erneut auf Vordermann, beziehungsweise -frau getrimmt, so dass die Zunge jeweils hechelnd und schlabbernd den Boden aufwischt.

So schlimm und landschaftswütend? Na ja, annähernd, jedoch mit viel Schmackes und Phantasie. Sowohl die gnadenlosen Kracher-Passagen, als auch die moshigen und stampfenden Klänge wechseln sich in einer unkoordinierten (positiv gedeicht) Regelmässigkeit ab. Melodien wird auch nicht zu knapp Einfluss gewährt, so dass der Abfluss gebündelt und doch in Marschrichtung gewährt werden kann. Die beiden Gitarren riffen sich in bekannter Schweden Death Stahlsound Manier durch die gebirgigen Hälse der Quetschbälken, wohltuend treffend zwischen den Bünden, mit melodiösen Lines ausgefüllt und melodiösen Soli ausgearbeitet. Der Tieftöner wummert ebenfalls wohltuend im distortionierten Bereich, und da die Produktion wohl gelungen ist, ist dieser für einmal klar heraus zu hören, linear und rhythmisierend untermalend, kräftig erkennbar vom sehr verzerrten Gitarrensound her.

Der Holzmeister ab der Stange rumpelt mit kräftigen, speedigen und leicht punkig-hardcorigen Double-Bass Drums daher, ergänzt um moshige Midtempo-Rhythmen, viel Cymbalseinsätze, ab und an Streicheleinheiten an den Toms und mit einem satten wie fetten Snaresound stets im vorwärtsgetriebenen Gang in die ewigen odingeschwängerten Jagdgründe. Die Vocals sind tief, guttural, heiser, wütend und doch klar artikuliert. So..., haben wir noch was in unserer demenzbehangenen und vernebelten Welt vergessen? Ach ja, Anspieltipps wären da «Fallen Mountain», «Wrathspawn», «Lifeslave» und «By Hatred Bound». Oh, heilige Odinkacke, bei «Mass Destroyer» handelt es sich bereits um das siebte, full-length Album von Demonical. Dabei wird heraus gehört, dass es eine verschworene Vikinger-Truppe ist. Ein sattes Album ist es denn nun auch geworden, «Mass Destroyer», und haut voll in die Fritten, egal ob obere oder untere Zahnschublade, Hauptsache einfach rein die Chose, Kauleiste zumachen, schlucken und headbangen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/30RGzZkeXaE

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:03

Mit ihrem neuen Projekt namens Static Abyss und dem Album «Labyrinth Of Veins» geben Greg Wilkinson und Chris Reifert, die sonst mit Autopsy Lärm machen, ein erstes Lebenszeichen von sich.

Direkt aus der Höhle scheint «Feasting On Eyes» zu kommen und bietet primitiven Neandertaler Metal, der vor allem durch seine Stumpfheit zu glänzen weiss. In der Hälfte wird es ultralangsam und maximal reduziert. Derbes Geprügel wird mit «Nothing Left To Rot» geboten, aber nur zu Beginn, denn danach schleppt sich der Song langsam dahin. «You Are What You Kill» geht dafür ab wie eine Rakete! Leider macht sich hierbei eine gewisse Eintönigkeit breit! Eine Walze, die alles plattmacht, stellt dagegen «Mandatory Cannibalism» dar, auch wenn immer mal wieder auf das Gaspedal gedrückt wird. Doomig beginnt auch der Titeltrack «Labyrinth Of Veins» und zieht sich dann dennoch ereignislos dahin. Primitives Geprügel wird auch mit «Jawbone Ritual» serviert. In der Folge wälzt noch mysteriöser Doom vor sich her, der so überhaupt nicht zum ersten Teil des Songs passen will. «Confort Until Death» ist ziemlich heftig und weist eine gewisse Ähnlichkeit mit Napalm Death auf. Garniert wird auch diese Chose mit erneut doomigen Passagen. Düster steigt man mit «Tectonic Graveyard» in die Gruft hinab und das im Zeitlupen-Tempo! Im weiteren Verlauf wird das Tempo aber noch ein wenig erhöht. Kurz und brachial macht derweil «Morgue Rat Fever» mit doomigem Death Metal von sich reden. «Clawing To The Top Of The Dead» ist ein weiteres Beispiel dafür, wo wieder dieser krasse Mix aus Doom und Death Metal auslebt wird und «Labyrinth Of Veins» auf diese Weise gebührend zu Ende bringt. Wer primitiven Doom/Death Metal liebt, ist bei Static Abyss definitiv an der richtigen Adresse!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ks55OSplTqA

 

Mittwoch, 11 Mai 2022 06:54
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v. 10 Punkten: 5.0

Schwedischer Celtic Punk Rock? Warum nicht. Mit dem Iren Brendan Sheehy an der Front präsentiert das Sextett genretreuen Sound. Dieser ist aber leider nicht so umwerfend, wie man meinen könnte.

Von sozial- und pandemisch bedingten Schwierigkeiten bis hin zu Humor und Mitfeier- (oder Mitwein-) Stimmung haben wir die ganze Palette abgedeckt. Die erste Hälfte des Albums weist leider deutliche Anfangsschwierigkeiten auf, und erst die zweite Hälfte schafft es, geneigte Zuhörer:innen ein wenig in Stimmung zu versetzen. Was ich sonst so von Irish Folk/Punk/Rock kenne, entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu langsam. Die Laune ist viel zu lange eher mittelmässig, um dem Album schlussendlich noch eine gute Endnote zuzuschreiben. Trotz überzeugenden Musikern und technischer Stärke empfehle ich, vor dem Kauf rein zu hören. Eingefleischte Irish-Connaisseure dürften aber vermutlich etwas mehr Gefallen an «Kings Of Sweet Feck All» finden.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7Uvpj3NfDSI

Dienstag, 10 Mai 2022 07:27
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v. 10 Punkten: 7.0

Geht Frontiers Music neue Wege mit Semblant? Auch wenn es das zweite Album der Brasilianer bei diesem Label ist und das vierte in ihrer Karriere, sind solche brachialen Klänge für das Melodic und Hard Rock Label sehr ungewöhnlich.

Neben cleanen Vocals (Mizuhu Lin) und derben Growls (Sergio Mazul), sind es doublebassdrum getränkte Momente, die sich mit harmonischen Gitarren-Solos abwechseln und den Sound der Südamerikaner zu einer Mischung aus Nightwish, Iron Maiden und Dimmu Borgir machen. Auch wenn diese Vergleiche sehr vage daher kommen, sind es die bösen, Gift spritzenden Momente des Black und Death Metals, die sich durch Maiden-artige Melodie-Bögen abgelenkt fühlen und von Nightwish-artigen Sounds gepiesackt werden. Grundsätzlich können Semblant alle Genres abdecken und somit aus jeder musikalischen Schublade Fans für sich gewinnen. Was hier wie ein Puzzlespiel an musikalischer Breitseite erinnert, sollten sich alle mal ohne Scheuklappen anhören. Pure Traditionalisten werden die Nase rümpfen, denn weder der traditionelle Metal noch der selbige Rock findet sich im Sound der Dame und der Herren wieder.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IJslTie3Nc8"

 

Dienstag, 10 Mai 2022 06:43
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v. 10 Punkten: 8.0

Da macht Matthew Kiichi Heafy, auch bekannt als Frontmann von Trivium, gemeinsame Sache mit Nergal sowie Ihsahn und probiert sich mal am Black Metal. Das Album heisst «Rashomon» und hat eigentlich recht wenig mit Black Metal zu tun!

«Hakanaki Hitsuzen» ist ein melancholisches Intro. Vertrackt beginnt «Kagutsuchi» und fühlt sich mit dem Schreigesang mehr nach Metalcore als nach Black Metal an. Der nächste überlange Song wartet mit «Ibaraki-Doji» auf uns und geboten wird rasend schneller Metal mit symphonischen Passagen. Interessant sind die Breaks mit Clean-Vocals, aber leider zieht sich das hier endlos in die Länge. Im Country-Stil geht es mit «Jigoku-Dayu» weiter und das Resultat fühlt sich sehr tiefenentspannt an. In der Hälfte ist es aber vorbei mit der Ruhe, und der Schreihals brüllt alles in Grund und Boden! Ein wenig nach Black Metal klingt «Tamashii No Houkai», aber in einer sehr eigenen Kreation. Die zartsüssen Breaks mit Clean-Vocals werten den Song allerdings unglaublich auf. Mit Nergal als Gast, wird es mit «Akumu» heftig, auch wenn der Schreigesang nicht wirklich dazu passt! Und plötzlich setzt wieder der Schmusegesang ein, und ich habe ein Fragezeichen mehr auf der Stirn. In unergründete Gefilde führt einen «Komorebi», musikalisch zwar top, der Schreigesang dafür ein Flop. Mit Progressive Metal geht es bei «Ronin (feat. Gerard Way)» weiter. Erneut wird die Karte von "hässlich" und "hübsch" ausgespielt. So werden zwei Stile, nämlich Progressive und Black Metal, passend gemacht, was leider nicht wirklich gut gelingt. Auf «Susanco No Mikoto» kriegt Ihsahn auch noch sein Feature. Mit vergnügten Klängen wird dieses Album schliesslich durch «Kaizoku» zu Ende gebracht. Fazit: Auf einige tolle Momente folgen leider auch wirklich schreckliche Passagen! Ibaraki ist sicher nicht für jedermann/frau etwas!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Qi-G8XEmK9U

 

Dienstag, 10 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die Lage zwischen Band und Label spitzte sich zu. Das merkt man dem Opener und zugleich Titelsong heute noch an. Mit welcher Angepisstheit und Aggressivität hier John seinen Frust heraus schreit, sucht seinesgleichen.

Aber auch die Frische («Out On A Limb») mit welcher das Quartett noch immer zu Werke ging. Der Bruder von «Aftermath» vom Vorgänger-Album heisst hier «Isolation». Mit unglaublich viel Gefühl und Sensibilität gehen die Amis hier vor. Im krassen Gegensatz dazu knallen dafür «Chemical Euphoria» und «Underdogs» (eine autobiographische Nummer) aus den Boxen und zeigen Armored Saint von ihrer ungezügelten Seite. Die verspielte Art kommt bei «Book Of Blood» mit einem megageilen Refrain und «Frozen Will/Legacy» ans Tageslicht, während «Human Vulture» sehr groovig ums Eck einbiegt. Die Los Angeles Boys hatten nichts von ihrer gefährlichen, aber auch schnurrenden Art verloren, waren mit «Raising Fear» aber sehr wahrscheinlich am aggressivsten zugange, sprich mit dem, was sie jemals auf Tonträger veröffentlichten. Der Vertrag mit dem Major Label wurde nach «Raising Fear» aufgelöst, und die Jungs fanden eine neue Heimat bei Metal Blade, wo sie noch heute ihre grandiosen Songs abliefern und uns zum Kaufen anbieten. Aktuell wird diese Scheibe neu aufgelegt, im CD-Format wie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/68bfhqCLFcs

Dienstag, 10 Mai 2022 06:18
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mit «The Last Axeman» wird ein alter Freund der kristallenen Viper wiederbelebt. Brauchts das? Eigentlich nicht. Da die Band aber auch noch das 15-jährige Jubiläum der ersten Scheibe feiert, darf man sich somit nicht über diese Veröffentlichung beklagen.

Die Pandemie hat so ziemlich vielen Musikern die Pläne durcheinander gebracht, und so liegt es auf der Hand, dass Energiebündel wie Marta Gabriel und ihre Jungs halt auf eine weitere Scheibe zurück greifen. Das Mini-Album wurde nach dem Knaller vom 2007-er Debüt-Album benannt, und die neu aufgenommene Version wirkt runder als das Original. Doch mitreissen geht für mich anders. Die rauere, kantigere Darbietung im Original spricht mich persönlich weitaus mehr an, und so ist meine Stimmung schon beim ersten Song eher im Keller. Der neue Song «In The Haunted Chapel» hebt die Laune hingegen wieder ein wenig an und erinnert stark an die Vibes des 2021-er Longplayers «The Cult». Kurz darauf folgt ein Cover der russischen Metal-Grösse ARYIA. Marta Gabriel hat den Klang und die Aussprache definitiv drauf, und so erweist sich der Song, trotz meiner Abneigung zu dieser Sprache, als ziemlich angenehm. Weiter kriegen wir eine Cover-Version von «It's Electric» von DIAMOND HEAD serviert. Ganz in Crystal Viper Manier gehalten, aber leider wiederum gar nicht mitreissend.

Das Spannende an dieser Band sind die ständigen Schwankungen. Manches überzeugt total, zu anderem muss man sich fast schon zwingen. Letzteres fasst diese kurze Scheibe definitiv gekonnter zusammen. Es folgen vier Live-Aufnahmen aus dem Studio (RockOut Sessions). Diese vier Songs vom Vorgänger-Album sind zwar wieder ganz nett, da das letzte Album ja auch satt reinhaute, aber genauso wie das Revival des Axenmannes, hätte es auch diese Aufnahmen nicht dringend gebraucht. Marta Gabriels normalerweise sehr süsser Akzent erweist sich auf diesem Album als besonders mühsam, und die Scheibe wirkt sehr erzwungen auf mich. So habe ich auch keine Lust heraus zu finden, ob ich, wie mit so vielen anderen Alben auch, zuerst ein bisschen warm damit werden muss, um es vollumfänglich geniessen zu können. Lieber hätte ich etwas länger und dafür auf ein paar ganz neue Songs gewartet. Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da, aber als Zuhörerin von Crystal Viper bin ich leider nicht wirklich happy mit «The Last Axeman».
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1n6ok2zZ6mM

Montag, 09 Mai 2022 18:33
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v. 10 Punkten: 8.5

Mit 74 Jahren haut der konservative Südstaatler ein neues Werk mit elf Nummern heraus, die gerade mal knapp über eine halbe Stunde dauern. Man kann ja von Ted halten was man will, und über seine, sagen wir mal, speziellen Texte werde ich hier definitiv nichts schreiben. Aber diese kurzen elf Tracks sind echt stark.

Die bluesigen Rocker «Born In The Motor City» und «Drivin Blind» gefallen schon beim ersten Anhören. Oder das wilde «Feedback Grindfire» klingt fast punkig, und hier gibt Ted alles am Mikro. «Just Leave Me Alone» könnte glatt auf einem D.A.D-Album zu finden sein, eine wirklich geile Rock-Nummer. Auch sehr gut, ich würde sogar sagen das Highlight des Albums, ist das melodiöse «Alaska», denn so muss Südstaaten Rock klingen. Ted zeigt hier bei diesen elf Songs seine variable Stimme, von fast schreien bis hin zu sehr melodischem Singen. Auch sein Gitarrenspiel ist sehr variabel, die verschiedenen Gitarren-Riffs und Soli zeigen, dass er schon ein aussergewöhnlicher Player sein kann. Gut zu hören beim instrumentalen «Winter Spring Summer Fall». Nur das überflüssige «Star Spangled Banner» wäre wohl nicht nötig gewesen. Dafür sehr schön das eher ruhige, bluesige «Leave The Light On», eine echt gefühlvoller Song. Wie gesagt, menschlich mag der Waffennarr und Patriot ein Vollpfosten sein, aber musikalisch legt er mit «Detroit Muscle» erneut ein starkes Album hin, das sehr hörenswert ist.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Lnuwp4EVx4g

 

Montag, 09 Mai 2022 06:25

Gleich drei Sänger haben Erebe im Aufgebot, und so ist von diesem Standpunkt aus auf dem Debüt-Album «Aeon» schon mal für Abwechslung gesorgt. «Structures» gibt sich am Anfang geheimnisvoll, um dann bedrohlich durch zu starten! Post Metal, der sehr facettenreich ist, wird hier feilgeboten.

Mit ordentlich Getöse beginnt «Drowned» und entwickelt sich dann zu einem geilen Post Rock Song. Und hier ist es anders, sprich dass man sich fragt, ob da eine andere Band am Werk ist oder ob nur der andere Sänger diese Differenz ausmacht. «Solid Sky» knarzt auch an allen Ecken und Kanten! Das ist irgendwie Grunge 2.0 und dem Ganzen haftet aber auch eine penetrante Industrial-Duftnote an. Eine Halbballade im Post Metal Stil wird mit «Replicate» geboten, aber leider wirkt der Song ziemlich orientierungslos! «Sun Leak» legt hingegen einen Ausflug in den Mathcore hin und ist deshalb sehr wirr wie vertrackt! Der Song zeigt dabei zwei Gesichter auf, hart wie zart, und man könnte meinen, dass sich hier zwei Tracks in einem versteckt haben. Mit Trommeln, die zum Marsch auffordern, startet «Into The Earth». Gelungen ist, wie sich die Chose insgesamt aufbaut und man nie weiss, wohin die Reise gehen soll. Zum Schluss folgt mit «The Collecter» der längste Vertreter dieses Albums. Ruhig wird gestartet, und hinten raus zieht sich leider alles endlos in die Länge. Dieses Gefiedel ist derart halt arm an Höhepunkten. Erebe haben sicherlich gute Ideen im Köcher, nur schiessen sie oft über das Ziel hinaus, und deshalb ist das Resultat auf «Aeon» nur schwer zu geniessen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1afi3OIT5RU

Montag, 09 Mai 2022 06:17
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v. 10 Punkten: 6.0

Ein weiteres neues Projekt aus dem Hause Frontiers. Grundsätzlich ist die Qualität dessen, was dieses Label verlässt, ja gut, beinhaltete aber auch immer wieder gewisse Parallelen zu anderen hausinternen Produkten.

Auch Poison Rose wissen zu gefallen, lassen aber kein Killer-Album von Stapel, wie es zum Beispiel Black Swan soeben taten. Die Qualität von "jüngeren" Musikern wie bei Poison Rose ist eine andere, als solche von Robin McAuley, Reb Beach, Jeff Pilson oder Matt Starr, um mal bei Black Swan zu bleiben. Klar spielen versierte Musiker bei der vergifteten Rose mit, aber was am Ende als Song präsentiert wird, weist einfach ein anderes Feeling auf. Logisch ist ein «Devil (Knock On My Door)» ein Track, den man sich gerne anhört. Aber das packende Momentum fehlt einmal mehr. Das liegt hier vielleicht auch an Sänger Marco Sivo, der zwar über eine gute Stimme verfügt, den Liedern aber keine Farben vermitteln kann, wie das eben ein Robin McAuley oder Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell) vermögen. Das über sich Hinauswachsen wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Allein, dass "normale" Musikhörer:innen das Werk eines Künstlers nur noch herunter laden und kaum mehr physische Tonträger kaufen, hat die Musikszene zu etwas "Austauschbarem" gemacht. Nochmals, Poison Rose machen ihre Sache gut, aber um der Musikszene wieder nachhaltige Impulse verleihen zu können, sprich damit diese einen anderen Stellenwert erhält, muss aus einem Projekt mit Vorteil eine richtige Band werden. Ansätze mit «Set Us Free» und «Survive To You» sind auf «Little Bang Theory» zumindest vorhanden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8yv9Eu2_f-M

Montag, 09 Mai 2022 06:12

Melodischer Death Metal, gemäss Eigenaussage, beziehungsweise -beschrieb der Eidgenossen namens Bloodstained Ground, welche im Jahre 2007 in Zofingen, Kanton Aargau, das Licht des besagten melodiösen Deaths erblicket haben, wird hier gepflegt, abgearbeitet und gezockt, auf «Horrors Of A Withered Dimension», dem dritten Longplayer, neben «A Poem Of Misery» (2014), «The Human Parasite» (2011) sowie der EP «Bloodstained Ground» (2008) und den darauf gepackten elf Songs.

Unglaublich, dass sich Bloodstained Ground ob der goilen Death-Mucke noch keinen Deal bei einem Label rein gezogen haben, doch manchmal ist es wohl ratsamer, sich nicht einfach einem Label voyeuristisch zu untergeben, den sklavistischen Attitüden zu entsagen. Gut so, wie es ist, und jetzt machen wir Euch, geneigte Leserschaft, diese Mucke auf «Horrors Of A Withered Dimension» mal schmackhaft. Es zeugt von gekonnter Qualität, eine solch' druckvolle, saubere Produktion hinzulegen, untermalt mit einem passenden Cover-Artwork. Auch die Abwechslung des geleisteten Songwritings kommt perfekt zum Tragen, es bietet stets und immer wieder neu zu entdeckende Facetten auf «Horrors Of A Withered Dimension». Ja, es wird heftig geblastet, gedouble-bassed und mit leicht orientalischen Effekten gearbeitet. Ach ja, Bloodstained Ground, das sind aktuell T. Müller (Bass), T. Gerber (Guitars), R. Rüfenacht (Vocals), M. Leutwyler (Guitars) und Markus Bader (Drums). Aufgenommen und abgemischt wurde die Chose in den "SOS Basement Recording Studios" von Sebastian Schiess, gemastert von Dan Suter in den Echochamber-Studios in Zürich, und das Artwork stammt von "Derz.Design".

Zeitgleich sind Gabrial Miranda (Violin, Viola) und Marco Piccapietra (Sitar) die beiden Gastmusiker auf «Horrors Of A Withered Dimension». Die Blasts werden bewusst und gekonnt durch den Schlagwerker eingesetzt, wie auch das konstante, herrlich treibende Double-Bass Drum-Spiel. Die Snare knallt trocken und hart aufs Fell. Die Cymbals bringen leichte progressive Abwechslung ins Spiel, auch die voluminösen Toms. Der Bass wummert klar und rhythmisierend im Gesamtspiel auf, ab und an mit kurzen, solodesken Ausflügen bestückt. Die beiden Klampfenmeister wissen ihre Riffs ebenfalls gekonnt einzusetzen, mal etwas doomig-schleppend, dann wieder rifflig rasend schnell, deathig moshend, speedig und thrashig frickelnd stattfindet. Versetzt werden die Momente auch mit Melodiebögen, was den Sound mitunter auch in die melodiöse Richtung treibt. Daneben gibt es auch mal sehr melodiöse als auch shreddige Soli zu hören.

Der Gesang ist tief, böse, verständlich und shoutend im Growl zuhause, als Konterpart auch zu den melodiösen wie ruhigeren Elementen in den Songs. Passt so, da ebenso mit leicht orchestralen wie symphonischen Hintergrundteppichen gewebt wird. Ja, auch das Momentum des Atmosphärischen wie den Überraschungsmomenten wird Sorge getragen. Als Genre-Vergleich können da ruhig In Flames, etwas Opeth, Soilwork, Septicflesh, Rotting Christ, Dark Tranquility, At The Gates, Sacrilege (Sweden), Scar Symmetry, Ceremonial Oath und Konsorten herhalten. Von den elf Songs wären da «The City Of Pillars», der Titeltrack «Horrors Of A Withered Dimension», das eigenwillige «Alkhalas Bialhikma», «Manger Of Time», «Possession» und «From The Depths» zu nennen. «Horrors Of A Withered Dimension» bietet hervorragend intonierten Melodic Death aus heimischem Lande, ohne "weshalb" und "deshalb", sondern einfach gnadenlos gut.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/82_YwppIWMU

Samstag, 07 Mai 2022 08:20

Ohren auf, denn Christian Death, die amerikanischen Gothic Death Rock Pioniere sind zurück, um uns das Gruseln zu lehren. Die bereits 1979 gegründete Band kündigt mit «Evil Becomes Rule» ihr siebzehntes Studio-Album an.

Die Geschichte der Band war nicht immer einfach aber Valor (Leadvocals, Gitarre, Violine, Cello, Piano und Perkussion), Maitri (Gesang und Bass) und Pao (Schlagzeug) sind bereit für ein neues Kapitel Musikgeschichte. Das Album beginnt mit «The Alpha And The Omega», einem dunklen und nebligen Song, der ausdrucksstarke Stimmen auf eine groovige und schwere Wolke legt, die stellenweise durch Aggressivität gesättigt ist. Der Song bleibt einfach gehalten und eindringlich, wobei der Nachfolger «New Messiah» schon hypnotisierender und mysteriöser daher kommt. Schrecklich schöne Töne sorgen für etwas Unwohlsein, bis «Elegant Sleeping», ein Stoner beeinflusster Song mit weiblicher Stimmdominanz, das Ruder herum reisst. «Blood Moon» klingt im Anschluss wieder feindlich, und der Track ist es auch. Die Allianz der beiden Stimmen und die Dissonanz schaffen eine ungewöhnliche Atmosphäre, die den Boden für «Abraxas We Are» bereitet.

Es ist erst Halbzeit der Platte, doch Christian Death denken gar nicht erst daran, mildere Klänge anzuschlagen. «The Warning» ist ein übler Einstieg zu Teil zwei, und «Beautiful» scheint mit milder Ruhe und dunklen Orchestrierungen auf die Hörerschaft einzuwirken. Auf Theatralik folgt «Rise And Shine», eine besorgniserregende und experimentelle Komposition, auf die der Titeltrack «Evil Becomes Rule» anschliesst. «Who Am I (Part 1)» - wer bin ich? – eine berechtigte Frage nach acht mehr oder weniger verstörenden Kompositionen, liefert, gepaart mit «Who Am I (Part 2)», den kalten metallischen Schluss des Albums. Das eiskalte Universum von Christian Death wird nicht alt und setzt seinen Weg durch seltsame und dunkle Klänge fort. Sollte «Evil Becomes Rule» der erste Kontakt mit der Band sein, wird Kuriosität vorherrschen, und wer die Truppe bereits kennt, darf ihren blossen Wagemut geniessen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RCF5lrd1mEA

Samstag, 07 Mai 2022 08:13
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach «March Of The Saint» stand die erste Bewährungsprobe an. Eine, in der das Label die Combo zu einem melodiöseren Sound bewegen wollte, um nicht zu sagen zu zwingen.

John Bush und seine Jungs gingen den entgegengesetzten Weg und noch eine Happen heftiger ans Werk. Dies beweist der Opener «Long Before I Die», der durch das unglaublichen Solo von Dave Prichard bestens abgerundet wird. Das in die gleiche Kerbe schlagende «Nervous Man» bringt eines jener Jahrhundert-Riffs hervor, das man nicht alle Tage schreibt. Erneut ist es die sensationelle Stimme von John und die Rhythmus-Maschine mit Joey Vera und Gonzo, die aus dieser Nummer einen Hit machen. Dass die Jungs sich zwischen eigener Überzeugung und derjenigen des Plattenlabels jedoch zuerst finden mussten, zeigt «Over The Edge». Eigentlich eine pure Metal Nummer, die aber mit vielen melodischeren Parts "verfeinert" wurde. Total konträr dazu stehen dafür «The Laugh», das wilde wie harte «Conquerer», die Power-Hymne «For The Sake Of Heavieness» und das brutale «Released». Über allen Tracks schwebt grundsätzlich die Krone des Metals sowie die Mischung aus Eingängigkeit und Power. Den absoluten Glanzsong gibt dabei «Aftermath» ab. Eine sich aufbauende Power-Ballade mit einer feinfühligen und sensationeller Solo-Arbeit. Aktuell wird «Delirious Nomad» neu aufgelegt, sprich im CD-Format sowie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nHYqNLqyCWY

 

Samstag, 07 Mai 2022 08:08

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Jungs von Devil Master immer wieder bestimmte Bands sehr intensiv angehört haben, unter anderem Mörk Gryning, erste Gehversuche von Cemetary und Darkseed, und eventuell auch The Grotesquery oder frühe Celtic Frost.

Was das nun im Schnitt bedeutet? Devil Master grooven die schwarzmetallische Sau ohne Gnade durchs brennende Dorf und nehmen keinerlei Rücksicht auf Verluste. Zum Glück wird aber nicht nur gebrettert, sondern auch immer mal wieder melodiöse Spielereien eingestreut - gut so, denn somit wird die Eintönigkeit vermieden, welche sich sonst hätte ausbreiten können. Klar, der Frontknurrer ist jetzt nicht zwingend für seine wahnsinnige Stimmbandbreite bekannt, macht dies aber mit seinem Einsatz mehr als nur wett. Wenn die Jungs live ebenso wie auf «Ecstasies Of Never Ending Night» zur Sache gehen, kann man die Konzerthalle hinterher bloss noch als Feuerzeug gebrauchen. Stark!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/i-pqnibwdKw

 

Samstag, 07 Mai 2022 08:02
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v. 10 Punkten: 6.7

David Readman wurde als Sänger von Pink Cream 69 bekannt, als er das schwere Erbe von Andi Deris übernahm. Nach einigen musikalischen Verwirrungen verhalf der Engländer den Deutschen wieder in die Spur zu kommen und gehört heute noch zu den stimmgewaltigsten Shoutern, die es gibt.

Neben seiner Solo-Karriere, Almanac und Voodoo Circle, sowie unzähligen Gastbeiträgen ist er nun bei Black Eye gelandet. In diesem Projekt findet sich auch Doro Gitarrist Luca Princiotta wieder, der mit seinem filigranen Spiel den Liedern seinen Stempel aufdrückt. Ziemlich furios startet das Album, das irgendwo zwischen traditionellem UK-, US-amerikanischem Power- und italienischem, symphonischem Metal liegt. Wer bemerkt, zu welchem Glanzleistungen David noch immer fähig ist («Space Travel»), sollte sich diese Scheibe ungehört kaufen. Allerdings ist nicht alles so hell leuchtend. Überragen ist jedoch das eher balladeske und melodische «No Turning Back», bei dem David mit seiner emotionalen und verletzlichen Art zu singen total überzeugt. Auch die Ballade «Midnight Sunset» geht unter die Haut. Trotz aller Vielfalt und den musikalischen Fähigkeiten der Musiker bleibt Black Eye ein Projekt, das man Selbigem auch anhört. Insbesondere auch, weil David teilweise zu sehr schreit und sich dann von einer Seite präsentiert, die er eigentlich nicht nötig hätte. Weniger kann manchmal mehr sein. Bin ich deswegen enttäuscht? Nein, denn einerseits weiss ich zu was Mister Readman in der Lage ist, und andererseits scheint Black Eye ein Projekt zu bleiben, bei dem weitere Alben (sehr wahrscheinlich) ausbleiben werden und eine Tour kein Thema sein wird.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Sudgry1IBkc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:28

Der gebürtige Amerikaner wurde durch seine Zusammenarbeit mit Yngwie Malmsteen bekannt. Damals galt er als riesengrosses Talent, das nach der Zeit mit dem Gitarrenhexer mit Bands wie Talisman, Eyes, Axel Rudi Pell, Human Clay, Takara, Soul SirkUS oder W.E.T. auf sich aufmerksam machte.

Daneben veröffentlichte Jeff stetig Solo-Alben, bei denen er die Grenzen des Hard Rocks immer überschritt und sich nicht schubladisieren liess. Selbst bei Journey ersetzte Soto den etatmässigen Shouter Steve Augeri, der krankheitsbedingt pausieren musste. Jeff ist ein gern gesehener Gast. Einer, der mit seiner warmen und kräftigen Stimme sowie seiner action-geladenen Bühnen-Performance jede Stage zum Brennen bringt. Und ja, er ist sehr wahrscheinlich der Erste, der sich in keiner Truppe jahrelang aufhielt, sondern immer wieder neue Herausforderungen suchte. Wie dies später auch Jorn Lande tat oder in der heutigen Zeit Dino Jelusik und Ronnie Romero. Was bringt ein Sänger noch ans Tageslicht, der auf über sechzig Alben zu hören ist? So einiges. Zumindest gesanglich lässt Jeff nichts anbrennen. Schon der Opener «Last To Know» überzeugt mit der kräftigen Stimme Sotos und bietet einen kleinen Hit an, den man in dieser Form aus einer Mischung aus Axel Rudi Pell und Talisman bezeichnen kann. «Diebelieving» ist ein reinrassiger Takara und Talisman Track, der auch die Handschrift von Human Clay trägt, die damals mit einem leicht funkigen Flair von sich reden machten. Damit ist der Abwechslung aber noch lange nicht der Riegel geschoben.

Mit «Home Again» klopft man an die Türe von Malmsteen an und zeigt dem Schweden, wie man heute noch Lieder komponieren könnte, die damals problemlos in die «Eclipse» oder «Fire & Ice» Zeiten gepasst hätten. «Love Is A Revolution» erinnert an fernöstliche Klänge und entlädt sich in einem weiteren Hit. Mit «Until I See You Again» ist eine Ballade am Start, die an die grossartigen Momente von Boston, Foreigner und Survivor erinnert. Ausgestattet mit der unglaublichen Stimme von Jeff, die sofort und die Haut geht und einem Solo (Fabrizio Sgattoni), das den Tränen freien Lauf lässt. «New Horizon» ist dagegen ein Speed-Track, wie man ihn Mr. Soto nur selten gehört hat . Mit einem sensationellen Chorus überzeugt «Back To The Beginning», während «Don't Look Back» und der Titelsong einfach die nächsten grandiosen wie rockigen Hits sind. «Complicated» ist weit weg davon ein kompliziertes Werk zu sein, sondern begeistert von der ersten bis zur letzten Sekunde. Einerseits wegen der extrem geilen Gitarrenarbeit und andererseits, weil Jeff, wie auch ein Johnny Gioeli oder Ronnie Romero, aus jedem Track das Beste heraus zu holen vermag. Zudem muss ich Alessandro Del Vecchio (den ich sonst eher tadle) diesmal ein grosses Kompliment machen, denn die Lieder auf «Complicated» sind massgeschneidert und Jeff perfekt auf den Körper zugeschnitten worden wie weit davon entfernt, eine Kopie einer Kopie zu sein.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sIsIXmb9cwc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:23

Der bleischwere, Tool-ähnliche Opener «Our Prism» zeigt dann gerade mal die harte Seite der Proggies um Sänger und Gitarrist Jon Courtney. Das folgende «New Kid Of Evil» ist ein typisches Wechselspiel aus härteren Gitarren und ruhigen Klavier-Parts, so, wie man das von PRR kennt.

An die Synthie Pop-Phase erinnert das tänzerische «Phantoms», eine im Refrain mit Gitarren unterstützte Nummer, die sehr schnell ins Ohr geht. An das Debüt «The Dark Third» erinnert hingegen das ruhige und von der Bassistin Chloe Alper gesungene «Cruel Deliverance», das am Ende sehr atmosphärisch zulegt, eine überaus starke Nummer der Proggies. Das zehn Minuten lange «Scream Sideways» ist anschliessend eine Symbiose des harten Openers und sehr verträumten Momenten. Wunderbar, wie PRR dies ineinander zu verschmelzen verstehen, sprich sehr spannend aufgebaut, mit tollen Gitarren-Riffs versehen, melodiösen Chören ausgestattet und tonnenweise musikalischen Spielereien angereichert. «Dead Butterfly» beginnt indes mit einem schönen ruhigen Chor, geht dann mit einem harten Gitarren-Riff voll nach vorne los und wird kurz darauf mit dezenten Synthie-Klängen wieder ruhiger. Die Chöre sind erneut da und münden in einen sehr melodiösen Refrain, ganz starke Nummer. PRR sind eine einmalige Prog-Band, die zwar ihren Wurzeln treu bleiben, sich aber auch für neue Sounds öffnen. Sehr hörenswert, was die Engländer auf «Above Cirrus» zu bieten haben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/09OmGyGWjmc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:17
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v. 10 Punkten: 8.6

Sechs Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung «The Condemnation» entführt «Instigate To Annihilate» seine Zuhörer:innen in die Weiten des Thrash wie Melodic Death Metal und bietet ihnen epische Höhen.

Die niederländische Truppe Disquiet repräsentiert einen internationalen Sound, kombiniert mit Bay Area orientiertem Thrash und skandinavischen Death Metal Elementen. Straffe rhythmische Gitarren, unterstützt von überwältigenden Harmonien, aggressive Grooves und melodische Gitarren-Soli schaffen den perfekten Boden für die intensiven und vielfältigen Vocals von Leadsänger Sean Maia. Seine scharfe Kritik an Machtgier und destruktivem Verhalten der Menschheit hallt durch die zehn Songs und führt durch tobende, hyperenergetische wie emotionale musikalische Landschaften. Die Songs demonstrieren Vielseitigkeit, und die Band beweist damit Entschlossenheit, sich selbst heraus zu fordern und in neuen Dimensionen zu denken. Vielleicht kam auch deshalb die Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Charlotte Wessels (Ex-Delain) auf «The Final Trumpet» und Vicky Psarakis (The Agonist) auf «Wrecked» zustande. Ausserdem sind die Gitarristen Damir Eskic (Destruction) und Koen Romeijn (Heidevolk) bei «Demonic Firenado» zu hören. Dazu gibt es erstmals einen kompletten Instrumental-Song auf dem neuen Werk. Trotz all der Wagnisse und Neuerungen haben Disquiet ihren Fokus nie aus den Augen verloren! Wilde und zermalmende Riffs, eingängige Refrains zum Mitsingen und Anleihen an Oldschool Thrash mit erhebenden Rhythmen. Disquiet machen auf «Instigate To Annihilate» keine Gefangenen und mähen so sympathisch alles nieder, wie es eben nur die Niederländer können.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CC1xjog5k3E

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:08
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v. 10 Punkten: 6.7

Fozzy war und ist eine Truppe, die ich nie nachvollziehen konnte. Bloss weil Sänger Chris Jericho einmal ein Wrestler war, bedeutet dies noch lange nicht, dass er der geborene Metaller ist.

Aus einer reinen Cover-Band (die Geschichte mit den zwanzig Jahren, in denen sie in Japan gefangen gehalten worden seien, andere Truppen ihre Hits stahlen und damit berühmt wurden, ist einer der besten Promo-Gags in der Musikgeschichte ever!) wurde eine Truppe, die sich mehr und mehr von den traditionellen Wurzeln verabschiedete und sich den moderneren Sounds zuwandte, wie dies auch Black Veil Bride erfolgreich taten. Genau so klingt auch das Album «Boombox», das durchaus seinen Reiz besitzt und bei der Härte mit kalten emotionslosen Sounds "geglättet" wird. Auch wenn Chris nicht der Übershouter ist, so besitzt er ein Organ, das durchaus zu gefallen weiss. Wie bei «I Still Burn», einem Titel, bei dem man hofft, dass er sich letztlich als heisser Track entpuppt. Cool und rockig erklingen dafür «Purifier» und die mit Streichern versehene Ballade «Army Of Ones». Gewöhnungsbedürftig bleibt hingegen die Cover-Version von «Relax» (Frankie Goes To Hollywood). Was grundsätzlich stark beginnt und man sich erhofft, dass der Track jetzt explodiert, bleibt dieser jedoch eher auf einem gleichförmigen Level stehen. Wer auf moderneren US Metal steht, wird dennoch seine Freude an «Boombox» finden. Alle anderen sollten hier erstmal vorsichtig reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6n3kUgd5R94

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:44
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v. 10 Punkten: 8.7

Was tut man, wenn von der Stammformation Songs übrig bleiben, die zwar gut sind, aber nicht auf das aktuelle Album passen? Man gründet kurzerhand und nur zu diesem Zweck eine neue Band.

Suidakra Fronter Arkadius Antonik und Stefano Fiori, Sänger bei Graveworm, gründeten die Melodic Death Kapelle Dragonbreed. Das Line-up wird durch weitere ehemalige und aktuelle Suidakra Mitglieder komplettiert. Für Fans beider Hauptbands ist es ein Leichtes, die Stile ebendieser schnell wieder zu erkennen. Sowohl Antoniks markantes Gitarrenspiel ist heraus zu hören, als auch Fioris Growls, die ebenfalls aus dem Sound des Quintetts hervor stechen. Acht Titel haben es auf «Necrohedron» geschafft, die wohl nur auf die Gründung dieser Band gewartet haben, um veröffentlicht zu werden. Musikalisch gliedert sich der Sound am Melodic Death Metal der 90er Jahre an – rifforientiert und kein Klargesang. Fans von Suidakra Alben wie «Lays From Afar» oder «The Arcanum» dürften an diesem Werk besonders Freude haben. Dragonbreed verbinden Neues und Altes, indem sie Professionalität und eine fette Produktion mit nostalgischen Melodieläufen und der "alten" Spielweise vermischen. Es ist überflüssig, einzelne Songs besonders hervor zu heben, obwohl «Sinister Omen» ein Leckerbissen ist, der die Platte wohl ziemlich gut zusammenfasst. «Necrohedron» ist eine Reise in die Ursprünge des melodischen Death Metal und ein Debüt, das eigentlich keines ist, denn die Band zelebriert eigentlich nur alte Stärken in zeitgemässem Gewand. Der Truppe ist direkt zu Beginn einer vielversprechenden Karriere ein gutes Werk gelungen!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-Ja-fTpUA8E

 

 

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:40

Bei Carson handelt es sich um eine neuseeländisch/schweizerische Kooperation. Die Band wurde von Sänger und Gitarrist Kieran Jones 2011 in Neuseeland gegründet und wird nun im Hier und Jetzt in Luzern weitergeführt.

Mit «The Witful Pursuit Of Ignorance» steht nun das zweite Album bereit, um gehörig Wüstenstaub aufzuwirbeln. Schwungvoll und mit verzerrten Gitarren wird das Album mit «Dirty Dream Maker» in die Gänge gebracht. Die Groovewelle türmt sich meterhoch auf, und ohne dauernd mitzushaken, kann man den Song nicht aushalten! Mit ganz viel Groove wird man auch bei «The Last Laugh» bedient und durch die ruhigen Passagen fühlt man sich in die endlose Weite einer Wüste versetzt. Eine ruhige Ballade wird mit «Siren» dargeboten, und natürlich gibt es auch hier massive Riffs zu hören. Dazu wird noch filigranes Gitarrenspiel serviert. Wieder wesentlich flotter, geht es mit «Gimmie» weiter und man bricht ein wenig aus dem eng geschnürten Stoner-Korsett aus. Dieser flotte Rocker steht Carson aber ebenfalls gut zu Gesicht. «Too Far» ist ebenfalls ein lässiger Rock-Song, der nur am Rande Wüstenfeeling verströmt. Einen wilden Ritt stellt «No Joy» dar und man groovt sich so richtig ein! Der Titeltrack «The Witful Pursuit Of Ignorance» kommt mit gehörig Schmackes aus den Boxen geschossen und verströmt Stoner Rock Feeling vom Feinsten. Das Rhythmus-Monster «Outbound Tide» lässt «The Witful Pursuit Of Ignorance» abschliessend lautstark ausklingen. Mit diesem Album werden Carson auf jeden Fall für gewaltiges Aufsehen sorgen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lbEa5b9nzWw

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: 6.5

Harem Scarem Freunde aufgepasst. Harry Hess hat zusammen mit Daniel Flores (Schlagzeug) ein Album eingespielt, das vielleicht noch eine Spur melodischer ums Eck kommt.

Dabei sind die Chöre im Mittelpunkt und lassen die leicht melancholische Stimme von Harry eine Spur "positiver" erklingen. Harem Scarem Freunde können hier bedenkenlos zugreifen. In meinen Ohren ist das Album einfach "nur" gut. Da habe ich mir doch ein bisschen mehr erhofft, auch wenn «Don't Look Away» ein richtiger Hit geworden ist, wie auch das flotte «Mystery» und die schöne Ballade «The Hurting One». Ansonsten dürfte man aber bezüglich Harrys musikalischer Vergangenheit mehr von «Close To The Edge», dem vierten Album von First Signal erwarten. (Mir gefällts, und die Japan-CD davon steht im Regal - Rsl)
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/h5IKzAzhsjg

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:29

Roine Stolt und seine Mannschaft sind zurück mit gleich achtzehn neuen Songs. Weniger als zwei Jahre nach «Islands» sind die Flokis wieder da und bieten Prog auf gewohnt hohem Niveau.

Nummern wie das lockere «The Great Pretender» gefallen sehr schnell. Was diesmal gleich auffällt: Die Longtracks fehlen, und dadurch kommen die Songs schneller auf den Punkt. So pendeln alles zwischen einer (!) und acht Minuten Spielzeit, was dem Album sichtlich gut tut. Als negativer Kritikpunkt ist hingegen zu erwähnen, dass mir hier die Gesangsmelodien fehlen, die ins Ohr gehen. Oft hat man die Melodie nach dem Durchhören schon vergessen, auch nach mehrmaligem Anhören. Die Musik ist zwar wie gewohnt sehr verspielt und deckt so alle denkbaren Facetten des Prog Rock ab. Roine hat dabei, wie immer, tolle Musiker an seiner Seite. Dazu gehören Bassist Jonas Reingold, Sänger Hasse Fröberg, Drummer Mirko DeMaio, Keyboarder Zach Kamins und einige mehr. Logischerweise erkennt man viele der bekannten Flower Kings Trademarks wieder, wie zum Beispiel der symphonisch-melodische, ausladende Ansatz sowie der deutliche Retro-Touch. Trotzdem ist das Album spannend. Auf der anderen Seite sind es vor allem die lebendigen, instrumentalen Interaktionen wie auf «Evolution» oder leicht jazzig angehauchte und bombastische Passagen bei «Blinded», die einen wohltuenden Blick über den eigenen Tellerrand offenbaren. Interessant ist zudem, dass ein Teil des verwendeten Materials sogar noch aus den frühen 90ern stammt. Insgesamt ist «By Royal Decree» nicht ganz so spannend wie zum Teil ältere Alben ausgefallen, aber trotzdem ein cooles Prog-Abenteuer der Schweden geworden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BZEv8zSdmFA

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:36

Eine "all female" Band, yo, das sind Introtyl aus Mexico City, und das war jedoch seit der Gründung im Jahre 2009 nicht immer so. Introtyl, das sind Sariux Rivera (Bass), Rose Contreras (Guitars), Kary Ramos (Vocals) und Annie Ramírez (Drums) und zelebrieren mit acht Tracks auf ihrem zweiten full-lenght Release namens «Adfectus» satten, groovigen Death Metal mit thrashigen, leicht oldschooligen Anleihen.

Yo, auch auf «Adfectus» werden die Nackenmuskeln wieder herrlich bearbeitet, und die vier Mädels können heftigst blasten und grinden, nebst den groovigen Death- und Thrash-Parts, hell yeah. Und so sind Vergleiche zu Crypta, Nervosa, Monstrosity, Spit On Your Grave, Skeletal Remains, Suffocation, Decrepit Birth nicht von der Hand zu weisen, auch nicht von der Ohrmuschel, heiliger Scheiss nochmals. Jeder der acht Songs haut in die Vollen, gnadenlos, hemmungslos, brutal, gravewormig, maggotistisch. Viele Breaks, einfach aus dem Ärmel geschüttelt, zeigen das Songwriting von einer sehr interessanten Seite. Die Produktion ist messerscharf, klar. Ein passendes Cover-Artwork hinzugefügt, et voilà. Der Bass wummert klar und so N.Y.-Crossover-like durch, sehr emotional gespielt, mal lineverliebt, mal etwas minim solodesk, dann wieder treu dem Rhythmus ergeben.

Die Drums pattern sich blastend, etwas grindcorig, doch mit stets sattem Double-Bass Anteil ausgestattet voluminös vorwärts, mit einer satten, sonoren Snare, ab und an Toms- und Cymbals Streicheleinheiten, doch immer stets groovig und daher mächtig gehalten. Die Gitarre rifft sich thrashig-deathig durch die Songs, mal auch etwas speedig wie sehr grooveverliebt. Solodeske Ausflüge sind (leider) Mangelware, doch in Kombination mit dem groovigen Tieftöner eröffnet sich hierzu eine satte Powersequenz, welche gehörig das heftigste Kopfschütteln und -nicken hervor kitzelt. Die Vocals sind sowas von bösartig, nie und nimmer würde eine holde Weiblichkeit vermutet werden, welche da dahinter steckt. Guttural heftigst tief, bösartigst, brutal, aggressiv und einfach passend zum Gesamtsound. Somit gehen auf «Adfectus» alle Tracks als sogenannte Anspieltipps durch, doch sucht es selbst heraus, welche Nummern zu euren Lieblings-Songs avancieren, vielleicht «Anger», «Under My Skin», «Zombiefied», «Redemption» oder doch «Inner War»? Goiles, headbangendes Teilchen aus Mexico City.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fjvMGg4dglg

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:31
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach dem Beitrag auf dem Metal Massacre Sampler und der Debüt-EP standen die Zeichen auf Sturm und Armored Saint mussten abliefern. Wie es damals an der Tagesordnung war, wurde das Debüt-Album «March Of The Saint» der erwartete Kracher, der bereits mit dem furiosen Titeltrack keine Gefangenen machte.

Der Gesang von John Bush, das Gitarrenspiel von Dave Prichard (der leider 1990 an Leukämie verstarb) und Phil Sandoval, sowie das unglaubliche Power-Duo Joey Vera (Bass) und Gonzo Sandoval (Drums) standen für sensationellen und grossartigen Power Metal. Das sich aufbauende und mit einer verächtlichen Stimme startende «Can U Deliver» ging in das wilde «Mad House» über. Für mich einer der geilsten Nummern, welche die Truppe jemals schrieb, war jedoch «Take A Turn», das dank der akustischen Einleitung und der unglaublichen Stimme von John für eine fette Gänsehaut sorgt. Die Bang-Hymne «Seducer» und das riffbetonte «Mutiny Of The World», das verspielte «Glory Hunter» mit bärenstarkem Refrain und unglaublicher Soloarbeit der beiden Gitarristen, das extrem groovende «Stricken By Fate» und das leicht an alte KISS Songs erinnernde «Envy» gehören noch heute zum Besten, was die Los Angeles Jungs einspielten. Der krönende Abschluss gehört «False Alarm», wo nochmals unter Beweis gestellt wurde, welch begnadete Truppe Armored Saint sind. Aktuell wird diese Scheibe neu aufgelegt, im CD-Format sowie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8YARLnqm8Tg

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:24

Albumtitel, Bandpic und mit Abzügen das Platten-Cover hatten in mir die Hoffnung erweckt, dass ich mit Decasia irgendwas in Richtung Doom Rock / Occult Rock zur Besprechung vorgelegt bekommen würde, aber weit gefehlt.

Die drei Franzosen haben sich auf ihrem ersten Album ganz und gar jenen Klängen verschrieben, die man heutzutage bestenfalls als "alternativ" bezeichnen würde. Aber damit das Ganze dann doch nicht allzu modern klingt, haben sie ihren Sound gleichzeitig reichlich mit Versatzstücken aus dem Kraut Rock der Siebziger, dem Stoner Rock der ausgehenden Achtziger sowie Led Zeppelin in ihren eher psychedelischen Momenten versehen, was den einzelnen Tracks dann doch noch glücklicherweise ein angemessenes Mass an Drive und Biss verleiht. Decasia klingen dabei (Sorry Maxime) immer dann am besten, wenn der Sänger schweigt und sich aufs Gitarrenspielen beschränkt. In diesen glücklicherweise oft vorkommenden Phasen explodieren die drei Jungs förmlich in entfesselte Jams, in denen vor allem Drummer Geoffrey Riberry glänzt, bearbeitet er doch seine Felle oft so wie Keith Moon zu seinen besten Zeiten. Wie bereits angedeutet, ist die Affinität zu alternativen Klängen unabdingbare Voraussetzung dafür, eine Scheibe wie «An Endless Feast For Hyenas» mögen zu können. Mein Ding ist es nicht wirklich, aber die drei Copains machen ihre Sache in ihrer Nische wirklich gut. Das muss und will ich ihnen neidlos zugestehen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SJy4vM7whPY

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:18

Holy Moly, was legen uns die durchgeknallten Norweger denn da in unser Gehirn? Schon beim Eröffnungsstück «Sheik Pt.1» wird die Denkmurmel der Zuhörer:innen knapp zehn Minuten lang aufs Äusserste gefordert.

Man wird hier an die Jazz-Phase von Frank Zappa erinnert. Wilde Sax-Orgien und wild um sich prügelnde Drums dominieren den Song. Beim etwas (für die Band) ruhigeren «Sheik Pt.2» duellieren sich Sax und Gitarre dann bis ins Uferlose. Man tobt sich aus von Jazz über Psych, Stoner Rock bis hin zu Avantgarde. Daran ändert sich musikalisch ebenso nichts beim sieben Minuten langen «Golden Comet», lange Sax-Solos paaren sich mit Gitarren und fliegenden Basslinien. Dagegen lehnt sich das sehr ruhige «Totak» auf. Einfache wie sehr zurückgehaltene Drums, zarte Gitarrenläufe, eine ruhige, schöne Basslinie und dezente Sax-Klänge sorgen für Kontrast. Gegenüber dem anderen Material ist das hier schon Meditationsmusik und eine willkommene Abwechslung. Dass «The Shadow Vol.1» ein rein instrumentales Werk ist, muss man eigentlich gar nicht erwähnen. The Tronosonic Experience servieren hiermit sehr schwer verdauliche Kost, natürlich auf überaus hohem Niveau gespielt. Somit vor dem Kauf bitte antesten.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/prb97-3CkFg

 

Dienstag, 03 Mai 2022 07:02
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v. 10 Punkten: 9.3

Es gibt ja eine Unmenge an talentierten Bands da draussen, und alle hätten dabei grössere Erfolge verdient. Doch ob das jeweils wirklich eintrifft, hängt bekanntlich von vielen Faktoren ab. Fakt ist auf jeden Fall, dass die britischen Hard Rocker von Thunder eigentlich längst zu den ganz Grossen gehören sollten. Warum das bisher nicht passiert ist, wissen nur die Götter. Nach dem letztjährigen Killer-Album «All The Right Noises» folgt mit «Dopamine» bereits der nächste Wurf!

Eigentlich kam man sich an diesem genialen Rock-Sound ja kaum satt hören, und erst recht verdient «All The Right...» weiterhin grösste Aufmerksamkeit! Die Briten liefern ja eigentlich seit ihrem kultigen und nach wie vor absolut hörenswerten Debüt «Back Street Symphony» von 1990 nur Qualitätsware ab. Leider konnte der Schwung der Neunziger nicht in das nächste Jahrzehnt gebeamt werden, und so kam Sand ins Getriebe, das 1999 und 2009 zu offiziellen Auflösungen führte. Das Live-Feuer erlosch allerdings nie, und das ist die entscheidende Stärke dieser herausragenden Truppe. Damit einher geht auch das stabile Line-up, das seit 1998 mit Danny Bowes (Gesang), Ben Matthews (Gesang, Gitarre, Keyboard), Luke Morley (Gitarre), Chris Childs (Bass) und Harry James (Drums) Bestand hat. Die Corona-Pandemie sorgte nun dafür, dass der Londoner Fünfer, trotz quasi "noch aktueller Scheibe" einen Kreativ-Schub der Extraklasse hingelegt hat, der uns nun gar ein Doppel-Album beschert! «Dopamine» nennt sich der Doppeldecker, und obwohl die insgesamt sechzehn Songs mit knapp 71 Minuten Spielzeit locker auf einem Silberling Platz gefunden hätten, machte man geschäftstüchtig halt zwei mit je acht Songs daraus, na ja. Das kann aber die Freude über den Inhalt nicht schmälern, denn Thunder fügen dem sackstarken Vorgänger weitere Perlen an, als wäre das das Einfachste der Welt. Angeführt durch den nach wie vor kräftigen Gesang von Danny Bowes hangeln sich die Briten locker lässig von einem Highlight hin zum nächsten.

Tracks wie «One Day We'll Be Free Again», «The Dead City» oder «Dancing In The Sunshine» schreien förmlich nach dem anstehenden Sommer. Gemächlicheres wie Balladeskes gehört natürlich ebenfalls zum Repertoire, und da glänzen so wunderbare Dinger wie das fluffige «Even It Takes A Lifetime» mit Hammer-Refrain, das ruhige «Unraveling» oder «Last Orders», das nach getragenem Beginn hinten raus doch noch Fahrt aufnimmt. «Big Pink Supermoon» bringt derweil tragende Piano-Parts mit ein, die im Hintergrund noch dezente Orgel-Begleitung erhalten. «Across The Nation» lässt anschliessend die typischen Thunder erklingen, wie man sie kennt und liebt, um gleich nachher bei «Just A Grifter» den nächsten akustisch gehaltenen Song mit leicht melancholischer Note anzufügen. Wer nun denkt, dass gegen Ende allfällige Füller den bisherigen wie guten Eindruck trüben, lehren einen der Rocker «Disconnected» und «Is Anybody Out There» als weitere Piano-Ballade das Gegenteil. Genial schliesslich der Rausschmeisser «No Smoke Without Fire», dessen laut/leise Parts mit etwas Blues-Touch ausgewogen eingesetzt werden. Zudem hört man hier, wie zuvor auch gelegentlich, zusätzlich eingesetzte female backing vocals, die dem Ganzen noch mehr Tiefe verleihen. «Dopamine» wird seinem Titel von wegen "Neurotransmitter des zentralen Nervensystems" absolut gerecht, ist eigentlich der logische Nachfolger von «All The Right Noises» auf Augenhöhe und überzeugt, trotz Überlänge, ohne nennenswerte Hänger!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ln-yAgRZ1Bo

Dienstag, 03 Mai 2022 06:58
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v. 10 Punkten: 8.7

Wieder einmal hauen uns die schwedischen Proggies ein anspruchsvolles Stück Musik unter dem Titel «Urskog» um die verwöhnten Ohren. 67 Minuten lang wird feinster Prog von der bereits 1975 gegründeten Band geboten.

Keyboarder und Songwriter Hans Lundin hält das Banner seitdem unverwüstlich hoch. Mit dabei: Langzeit-Basser Jonas Reingold und Sängerin Aleena Gibson. Sechs Nummern bieten die Schweden den Zuhörern:innen, meist überlang, wie gewohnt. Und auch auf dem neuen Rundling sind tonnenweise instrumentale Spielereien auszumachen, vor allem zu finden bei den langen Songs wie «The Frozen Dead Of The Night»mit knapp neunzehn Minuten und «The Bitter Setting Sun» mit einer Viertelstunde Spielzeit. Den Gesang teilen sich Aleena und Patrik Lundström, und ab und zu bringt sich auch Hans Lundin ein. Wer Kaipa kennt, weiss, was die Schweden musikalisch zu bieten haben, nämlich sehr verspielten Prog mit 70er-Flair. Und das ändert sich natürlich auch mit dem vierzehnten Studio-Album «Urskog» nicht. Laut Hans wurden die meisten Songs schon 2018 geschrieben, während er an seiner 6-CD-Box «The Solo Years 1982-1989» arbeitete. Wie oft bei diesem Genre, brauchen die zum Teil extrem verspielten Songs Zeit, um vollumfänglich verstanden zu werden. Kaipa-Fans werden diese Scheibe ebenso lieben, und man kann nicht viel mehr als das darüber schreiben. Kaipa muss man sich einfach reinziehen und geniessen. Wie immer bieten die Proggies sehr anspruchsvolle Musik, that's all.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hx3YiKJbpkA

 

Dienstag, 03 Mai 2022 06:53

Wer Lust auf knusprigen Melo-Death hat, braucht nicht mehr länger zu warten. Die Stuttgarter Formation Credic steht mit ihrem neuen Album «Vermillion Oceans» bereit, der geneigten Hörerschaft die Lauscher zu massieren.

Wie so oft, ist die musikalische Zuordnung in der Überschrift nur eine grobe Einordnung, denn Credic haben ebenfalls ihre eigene Art entwickelt, Metal zu spielen. Der Opener «Tides Disharmonized» macht sofort klar, was der Fünfer auf dem Kasten hat. Neben brachialer Härte öffnet sich eine mystische Tiefe, in die man durch eine finstere Kraft hinein gezogen wird. Diese Kraft zeigt sich anhand zerstörerischer Growls, diabolischen Riffs und brutalen Drums. Ein dumpfer Bass sorgt für die eruptiösen Schwingungen - dazu werden harte Breakdowns geschmettert! Plötzlich findet man sich in einer Phase von sphärischen Keyboardklängen wieder. Natürlich hat die Truppe damit ihr Pulver aber noch nicht verschossen, denn sie legen mit dem Titeltrack «Vermillion Oceans» energetisch nach. Die Platte bietet verdammt harte Nummern, die aber nicht blind durchgepflügt werden, sondern immer ein variables Riffing aufweisen und technisch auf einem hohen Level gespielt werden. Die Jungs grasen auf «Vermillion Oceans» auch auf fremden Wiesen und befinden sich teilweise im Grenzbereich zum Metalcore oder Black Metal. Auch die langsameren Parts wie «The Path» sind druckvoll und erinnern nicht selten an Dark Tranquillity. Trotzdem setzen die Deutschen gegenüber den Letztgenannten die Vocals anders an – kein Klargesang! Ich vermisse ihn auch nicht, denn Stefan Scheu, der alles andere als scheu ist, präsentiert seinen gutturalen Gesang sehr facettenreich und vermittelt mit seiner Stimme die passenden Vibes zu den Songs. «Vermillion Oceans» ist ein 10-Song harter Volltreffer! Credic ist mit «Vermillion Oceans» das Kunststück gelungen, ein kraftstrotzendes Album voller Atmosphäre zu erschaffen, das sich mit einem hohen Level an Eigenständigkeit und Professionalität nicht hinter den Grossen der Szene zu verstecken braucht.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hCJr0MTnTdI

 

Dienstag, 03 Mai 2022 06:47

Das dritte Album der Schweden bringt diesen typischen Heavy Rock ans Tageslicht, der von vielen metal-begeisterten Jungmusikern gespielt wird.

Im Vergleich zu Enforcer gehen Aerodyne aber mit mehr Rock im Blut an die Tracks heran und lassen mit «Angband» als Opener aufhorchen. Speziell die Stimme von Frontmann Marcus Heinonen weiss zu gefallen und hinterlässt einen mehr als nur guten Eindruck. Die Lieder kommen mit Druck aus den Boxen, die Riffs erinnern an Riot oder Judas Priest, und das Schnörkellose der Musiker überzeugt mit viel Enthusiasmus. Auch wenn Aerodyne nicht an den Qualitäts-Level ihrer Kollegen Ambush heran reichen, so packt einen «Innocent Lost» mit seiner schwerfälligen Art, wie auch «Whirlwind Of Fire» mit seiner Schnelligkeit und «Endgame», das an Bullet erinnert. Mit dem thrashigen Titelsong und «Days Of Death» ergänzen die Jungs ein sehr abwechslungsreiches Album. Metal Fans, hier müsst Ihr reinhören, denn die Doppel-Leads machen auf «The Last Days Of Sodom» definitiv keine Gefangenen!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Gh7PQIOzg2c

 

Montag, 02 Mai 2022 06:49

Dieser Bandname geht hier tatsächlich, und das ist beileibe nicht immer Fall, auf ein Mitglied der Truppe aus Los Angeles zurück. Gemeint ist damit die stimmgewaltige Dorothy Martin, die einst in Budapest das Licht der Welt erblickte. «Gifts From The Holy Ghost» ist nach einer ersten selbstbetitelten EP (2014) und zwei weiteren Studio-Alben («Rock Is Dead», 2016 und «28 Days In The Valley», 2018) die Reifeprüfung der Amis.

Nimmt man sich zuerst die Tracks der EP zur Brust, die mehrheitlich noisig wie alternativ nach den 90ern klangen, ebnete spätestens «28 Days...» das Terrain in Richtung Rock mit deutlichem Flair der 70er. Was nun aber das brandneue Werk auffährt, klingt nach einem ordentlichen Befreiungsschlag! Angeführt von den hammergeilen Leadvocals fällt einem der Opener «Beautiful Life» gleich mit der Türe in Haus und bläst wie ein Wirbelsturm durch die Küche hindurch. «Big Guns» ist danach nicht etwa ein Cover von Skid Row, sondern ein tempomässig etwas gemächlicher gehaltener Rocker mit Southern Vibes, der wiederum von Dorothys äusserst beeindruckendem Gesang angeführt wird. Auch «Rest In Peace» verursacht nichts als eine fette Gänsehaut, und man saugt jeden Ton bis zum Schluss gebannt auf. Wenn ich mir vorstelle, wie das live noch einen Zacken heftiger daher kommen könnte, fiebere ich jetzt schon der Live-Premiere entgegen.

Spätestens bei «Hurricane», wo der Gitarren-Sound eher etwas moderner klingt, erweisen sich die töften Backing Vocals als zusätzlicher Pluspunkt. Eine versierte Sängerin sollte jedoch nicht nur kraftvoll performen können, sondern ebenso mit Varianz glänzen, und genau das passiert beim wunderbaren «Close To Me Always». Hinten raus trübt nur «Touch By Fire» mit dem Touch der Anfangstage die bis hierhin makellos aufgebaute Bilanz leider ein wenig. Doch mit «Made To Die» finden Dorothy als Kollektiv den Rank wieder, und schliesslich sorgt der griffige Titeltrack zum Abschluss für eine absolut versöhnliche Note! Dass es hierbei textlich um eine letztlich gut ausgegangene tragische Geschichte aus dem näheren Umfeld der Band geht, bringt dieses Juwel nicht aus dem Tritt. Leute, ich kenne ja mittlerweile einige exzellente Sängerinnen dieser Szene, und ab sofort muss man sich diesen Namen ganz gut merken: Dorothy Martin!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fRs8olywhS4

 

Montag, 02 Mai 2022 06:41
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v. 10 Punkten: 9.0

Yo, der Schreiberling erlebt zurzeit intensive, musikalische Gefühlswanderungen in Extremis, denn mit Hocico aus Mexico, dem Duo Infernale Racso Agroyam (Music) und Erk Aicrag (Lyrics, Vocals), bombastiert hier gewaltige Industrial- und Dark Electro Urgewalt auf unsere Zuhörer:innen geradewegs zu.

Beim Versuch, mehr zu erfahren - wahrscheinlich scheitert der Rezensent dabei geradeso kläglich - haben sich Hocico sich im Jahre 1993 formiert. Wenn man alles addiert ist, so scheint «HyperViolent» der 38. Release von Hocico zu sein, inklusive Demos, Minis, EPs, Singles, Live, Box-Sets et cetera. Dreizehn Tracks sind auf «HyperViolent» enthalten, welche dem gewählten Titel alle Ehre erweisen. Haltet Euch an Ministry, etwas Rob Zombie, dann seid ihr bei gewissen Tracks dabei, im Metallischen, wohl bemerkt. Der Rest ist Aggrotech im Feinen. Da überwiegen harte Beats, heisere Vocals, Instrumentals. Es ist eine musikalische Gratwanderung, welche der Schreiberling gerne unternommen hat und stets immer wieder unternehmen würde. Die Produktion ist fett und vor allem einfach nur hart. Das Cover-Artwork ist interessant gestaltet und lässt einen zu Spekulationen aller positiven Naturen hinreissen. Doch Vorsicht, es ist wirklich bösartig, unheimlich, einfach dark-aggressiv. Es ist wie ein Film-Soundtrack eines Science-Fiction- und/oder Post Mortem Knallers. Nicht depressiv, einfach nur bösartig groovig, hell yeah!

Ja, ich ringe mit mir, wie ich dies Euch beschreiben will, ausser diejenigen unter Euch, welche Hocico bereits kennen. Denkt eben an Ministry mit ein wenig weniger Gitarrensound und/oder Rammstein in purer Dark Aggro-Tech Version vor, ja, okay, Eisbrecher gehen auch noch. Sprachlich wird auch zwischen dem Spanischen und Englischen hin und her gependelt. Nun, die Anspiel-Tipps mit der metallischen Klampfe wären «N.W.O.», «Crown Of Knives» und mit der akustischen Klampfe «Peccata Mundi». Doch auch die anderen Tracks kommen gewaltig daher, halt einfach ohne die berühmte metallische Klampfe, welche jedoch auch ihren Reiz versprühen. Irgendwie kommt dieser komplette Aggro-Tech bei meinen jeweiligen Hirnhälften recht gut an und durch. Deshalb auch meine Bewertung dementsprechend: 7.5 Punkte fürs Reinhören, beziehungsweise Antesten vor einem möglichen Kauf, die zehn Punkte für Hocico als Koryphäe und Wegbereiter dieser Soundartstilrichtung sowie deren Fertigkeiten als Musiker wie auch Künstler.

Das Ganze durch zwei geteilt, weil ja zwei Noten, so kommen wir auf 8.75 Punkte. Und weil das Ganze halt doch irgendwie verdammt groovig, monoton und mitreissend zelebriert wird, mitunter auch mit elektronisch gezauberter Double-Bass Drum, so à la «Firestarter» von Prodigy, einfach noch eine sehr grosse und gute Portion härter, runde ich diese Chose zu einer satten neun auf. So, die Dienststelle für allfällige Beschwerden soll mein Boss, der Roxx, sein und allenfalls wird, sprich soll er entscheiden, ob ich weiterhin schreiberisch für Metal Factory tätig sein soll und darf. Bis hierhin ein grosses Dankeschön an alle, die meinen Schreibstil mochten und auch nicht mochten, doch Hocico mit «HyperViolent» ist ein ganz goiles Teilchen für sich und nochmals, trotz meiner Punktevergabe, antesten ist stets das "A" und "O", wie auch "A" bis "Z", egal in welcher Musikrichtung Ihr unterwegs seid, denn nur Euer Geschmack zählt, niemals vergessen, bitte, danke. Aggrotech mit satten Metalgitarren kann verdammt goil sein, verdammt nochmals und hell yeah!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_x6Y86QdQeg

Montag, 02 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Rein in die Fresse, Kinnladen zunageln, Augen ausdrücken, Hirnmasse fressen, Fleischerhaken in die Nase reinboren, yep, das ist Oldschool Death Metal.

Yo, und genau dieser wird von den Schweden Centinex um Henka Andersson (Vocals), Jorgen Kristensen (Guitars, Backing Vocals), Martin Schulman (Bass) und Florian Rrehn (Drums) monoton und fressenreif zelebriert. Vier Songs zieren die neue EP namens «The Pestilence», nämlich «Armageddon», «Evil Is Evil», «Tremble In Fear» und «Torture», zudem ist «The Pestilence» bereits die siebte EP, nebst elf Longplayern, drei Splits, einer Single, vier Demos seit der Gründung im Jahre 1990 in Hedemora, Dalarna, aktiv von 1990-2006, danach ab 2014 wieder omnipräsent, neu gegründet in Avesta, Dalarna. So, ein paar wichtige Fakten sind nun geliefert, good to know..., or not, egal und anyway, so sind Desultory, Dismember, Grave, Demonical, Entombed, Hypocrisy, Jungle Rot, etwas The Crown oder Dissection Anhaltspunkte, um den oldschooligen Death Metal von Centinex zu um-, beziehungsweise zu beschreiben, der in der Symbiose von Thrash und Death Metal lebt. Monoton, straight, ohne Firlefanz, einfach und direkt, ein kompromissloser Frittenschieber. Das Cover-Artwork schliesst sich dieser Einfachheit an, oldschoolig, wie auch die klare und rumpelnde Produktion, ergo back to the roots.

Die Vocals kommen demzufolge geshoutet, gescreamt und gegrowlt, in verständlichem Englisch daher, tief und böse. Die Drums rumpeln mit sattem, schnellen thrashigen Double-Bass, als auch groovenden, im Midtempo getrommelten Patterns daher geschliddert, ab und an Cymbals- und Toms-Einsätze, doch meist überwiegt die Einfachheit des Grund-Sounds. So ist die Snare trocken wie satt zugleich, und zusammen ergibt es ein polterndes Donnergewitter. Die Gitarre schrummelt und schrammelt, teils etwas thrashpunkig-riffig daher, kurze Soli, wenn überhaupt soliert wird, doch es erinnert an die gute, alte Zeit, so zu sagen. Der Tieftöner wummert parallel zur Klampfe gemütlich und genüsslich daher, ebenfalls simpel und treu dem Rhythmus-Feuer. Mit Vorsicht wäre dies eine 7.8 von zehn vom Schreiberling, so als Anhaltspunkt für Euch. Ihr entscheidet, und deshalb ist stets ein Anhören angeraten, egal ob Maximalpunktzahl oder eben nicht. Nun, ist es etwas Neues, was Centinex da intonieren? Nein, aber den guten, alten, rumpelnden Death Metal in die Neuzeit gebeamt und transponiert. Mehr nicht und mit zwei, drei grossen Hülsen verkommt auch diese EP namens «The Pestilence» zum ultimaten Saufgelage.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/adnZRfX4YXg

Montag, 02 Mai 2022 06:29
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v. 10 Punkten: 6.5

Die Dänen waren schon zwischen 1981 und 1987 aktiv. Sie reaktivierten sich und haben 2019 ihr drittes Album veröffentlicht. Nun steht mit «The Haunted House» der vierte Streich in den Startlöchern.

So richtig packen kann mich dieser Metal nicht, auch wenn sie die Schwere von Black Sabbath mit der Verspieltheit von Mercyful Fate und King Diamond verbinden. Das klingt aber alles irgendwie zu… - Ich mag die Momente, in denen die Jungs mit akustischen Parts spielen und dann fulminant losbrechen («Nailed To The Cross»). Einiges klingt aber auch sehr ähnlich, und mit dem Gesang werden sicherlich auch viele Zuhörer:innen ihre Probleme haben. Ab und zu fällt es mir schwer, eine Truppe nicht zu mögen, das liegt aber sicherlich auch daran, dass ich mir nun seit 42 Jahren solchen Sound anhöre und ich glücklicherweise die Achtziger erleben durfte. Da, wo so vieles neu ausprobiert wurde und die Szene lebte. Wären Wasted damals nicht von der Bildfläche verschwunden und hätten «The Haunted House» veröffentlicht, wären sie im Sog der oben genannten Truppen sicherlich mit sehr viel mehr Aufmerksamkeit mitgeschwommen. Heute, da vieles schon zig Mal serviert wurde, ist dies ein eher schweres Unterfangen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aDr3oDUAAd4

 

Samstag, 30 April 2022 08:31

Die Begründer der "Neuen Deutschen Härte" rührten nach dem selbstbetitelten siebten Album, das im Mai 2019 erschien, mit der ganz grossen Kelle an und starteten kurz darauf die erste opulente Stadion-Tour, dessen Tickets innert kürzester Zeit wie Schnee an der Sonne wegschmolzen. Der angekündigten Fortsetzung der Tour im Jahr darauf folgte das identische Szenario, das aber, bedingt durch Corona, nun für zwei Jahre ausgebremst wurde.

Diese auferlegte Zwangspause brachte, wie für unzählige andere Bands und Künstler auch, mit sich, dass die Zeit dafür genutzt wurde, um neue Songs zu schreiben. Dies wäre ohne die Pandemie so sicher nicht geschehen, denn es wurde gemunkelt wie vermutet, dass es von Till Lindemann & Co. wohl kein neues Material mehr geben wird und nach den ultrapompösen Konzerten der Stecker ganz gezogen wird. Wie wir wissen, kam es anders, und kurz vor der Wiederaufnahme der verschobenen Tourdaten hat die Band nun gar ein brandneues Album mit im Gepäck. Wie schon der Song «Deutschland» vom Vorgänger, vermochte «Zeit» als erste neue Single ebenso zu überzeugen und schoss gleich an die Spitze der Charts. Das Video dazu schöpft dabei audiovisuell wieder aus dem Vollen, und spätestens seit dem erwartungsgemäss polarisierenden Live-Klassiker «Pussy» (2009), der ersten Nummer eins Single, darf das Thema Sex nicht fehlen. Allerdings stumpft sich das "provokante Thema" langsam aber sicher ab, was jedoch nicht der "Me Too"-Bewegung geschuldet ist. Wer Fan von Rammstein ist, dürfte sich überwiegend nicht nur am harten Sound laben, sondern auch den Texten Beachtung schenken. Die Kunst des Reimens in Perfektion wird dabei von kaum einer anderen Truppe so treffend und eigen umgesetzt, wie von Rammstein. So kann man sich beim Video der zweiten Single «Zick Zack», die den Schönheitswahn und dessen hirnrissige Auswüchse thematisiert, kaum ein Lachen verkneifen. Dabei ist schwer anzunehmen, dass den Berliner Industrial-Ikonen solche Video-Drehs selber Spass machen.

Somit alles wie gehabt? Nicht ganz, denn erstens fällt auf, dass Flake und seine Synthies insgesamt, wie unter anderem beim Opener «Armee Der Tristen», noch nie so dominant in Szene gesetzt wurden. «Zeit» beschwört hingegen eine nachdenklich stimmende Note mit Endzeit-Stimmung herauf, was aktuell und leider dem Zeitgeschehen ein Stück weit Rechnung trägt. Ins gleiche Horn bläst auch «Schwarz», während «Giftig» die gewohnten Riffwände auffährt und, je nach Vorstellung, eine menschliche oder tierische Schlange besingt. Kurze Titel und oftmals kurze Spielzeiten unter vier Minuten ist man gewohnt, aber dass «OK» zum Beispiel für "ohne Kondom" steht, käme kaum jemandem sonst in den Sinn. Des Weiteren zeichnet sich auch das achte Album durch den lyrischen Spagat zwischen düsteren und lüsternen Themen aus, wie das bei «Angst» und «Dicken Titten» der Fall ist. Ungewohnt mutet dafür der Einsatz von "Autotune" bei «Lügen» an, und ob der mit «Adieu» betitelte Schlusssong ultimativ doch das vorweg nimmt, was die Fans sicher nicht hören wollen, wird sich zeigen. Vorher wird es aber bald interessant zu sehen und zu hören sein (in der Schweiz ja am 30.05. und 31.05.2022 im Zürcher Letzigrund Stadion), wie die aktuelle Setliste bestückt und das Ganze in die Bühnenshow integriert wird. Wem die seit dem Debüt (!) jeweils immer elf regulären Songs pro Album zusagen, wird auch «Zeit» mögen, und der Rest eben nicht! Sollten Rammstein danach bald einmal tatsächlich abtreten, steht eine Band aus Schweden bereit, dereinst gewisse Lücken zu schliessen: Ghost!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ONj9cvHCado

Samstag, 30 April 2022 08:25

Wer im Metal zu Hause ist, weiss längst, dass die Finnen zu den kreativsten und produktivsten Köpfen der Szene gehören. Der Sechser Gladenfold ist noch eine Spur kreativer und mutet sich sogar zu, alles Stilübergreifende in ihre Songs zu packen.

Mutig, denn zu ihren Einflüssen zählen sie Grössen wie «Childern Of Bodom», «Wintersun», «Blind Guardian», «Gamma Ray» oder «Freedom Call». Jede Truppe für sich, allein stehend klingt wunderbar – und alles verpackt zu einem Ganzen? Eines ist definitiv schon mal gelungen. Das Cover-Artwork von «Nemesis» führt zwar rein optisch auch etwas auf die falsche Genre-Fährte, besticht aber durch Ausdruck des Bildes. Bereits beim Opener «Carnival Of The Hunter» haut es mich aus meinen Zuhörer-Latschen, denn die Nummer ist mit pompösen Orchestrationen, eingestreuten Gitarren-Leads und einem Mix aus typischen Power Metal Gesängen und Growls ganz schön heftig beladen. Gerade wenn das Gefühl hochkommt abzuhängen, verpasst das Gespür der Musiker für geniale melodische Widerhaken und Hooklines dem Song eine positive Wendung. «Chiara's Blessing» fährt dann deutlich heftigere Geschütze auf und bedient sich in Sachen Keyboards deutlich bei «Children Of Bodom».

Schmeisst man Song eins und zwei zusammen, so erhält man im Durchschnitt genau das, was einem für den Rest der Platte erwartet. Gerade wenn man im Melodic Death gut unterwegs ist, brettert ein symphonischer Chorus von der Seite rein, ein Piano oder Gothic-Sprechgesang muss seinen Platz finden und Power Metal Hymnen werden gespickt mit ein paar Growls und Screams, samt knüppelharten Gitarren. «Gladenfold» beweisen durchaus kompositorischen Mut und auch spieltechnisch kann man sich vor so viel Raffinesse nur verbeugen. Man muss organisiertes Chaos mögen, und meines Erachtens ist «Nemesis» nur mit dem persönlichen Geschmack zu bewerten. Entweder liebt oder hasst man es! Dazwischen bleibt wohl nicht viel. Dabei könnte es das Sextett durchaus auch anders, wie die folkige Ballade «Saraste» eindrucksvoll beweist. Nun, Freunde des Pomps sollten unbedingt ein Ohr riskieren, denn es gibt viele Highlights zu entdecken – einfach über ganz «Nemesis» verstreut.
Oliver H.

cede

 

 

 

Samstag, 30 April 2022 08:18

Satte sieben Jahre sind seit der Publikation von «For The Greater Good» vergangen. Nun steht die schwedische Band Saffire eher überraschend mit ihrem vierten Longplayer «Taming The Hurricane» in den Startlöchern.

Bereits die Vorgänger liessen aufhorchen, das Selbe wird mit Bestimmtheit auch diesem Werk beschert sein. Die Musiker orientieren sich am klassischen Hard Rock / Heavy Metal der Siebziger, werfen dabei aber nicht bloss einen Blick zurück, sondern machen eben diesen Sound fit für die aktuelle Zeit. Durch die Hammond Orgel mässigen Keyboards liegt der Querverweis zu Deep Purple auf der Hand. Genau wie diese versteht man exzellent, das Tasteninstrument mit knackigen Gitarrenriffs und wunderbaren Vocals zu harmonisieren. Sicherlich haben die Jungs diesen Sound nicht (neu) erfunden, denn hie und da lässt sich auch ein bisschen Uriah Heep oder Rainbow heraus hören. Trotzdem bleibt man jederzeit eigenständig und authentisch. Nebst den fetten Gitarren,weiss auch der einzige Neuzugang am Schlagzeug Akzente zu setzen. Das Ganze resultiert in einem enorm druckvollen und dichten Soundgewand. Darin verpackt, entpuppen sich aber auch die Songs per se als ausgesprochen kreativ und vor allem eingängig. Diverse Melodien, die einem fesseln und viele Hooks die für Aufmerksamkeit sorgen, sind beinahe omnipräsent. Nebst Fans der Retro Rock Bewegung im Allgemeinen und den erwähnten Siebziger Ikonen im Speziellen kommen auch Europe und Whitesnake Liebhaber jederzeit auf ihre Kosten.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uR10vGSn9oc

Samstag, 30 April 2022 08:13
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v. 10 Punkten: 9.0

Zum dritten Schlag holen die Amis von VANUM mit ihrem neuen Werk «Legend» aus. Den Beginn macht «Adversary» und zwar auf eine höchst epische Art. Wie ein Heldenepos wirkt dieser Song und man möchte unmittelbar die Segel des Drachenboots setzen!

Da grüssen Bathory aus Valhalla. Herber geht es mit «The Gateway And The Key» zur Sache und die Schlagzahl wird kontinuierlich erhöht. Mit diesem Sound in den Ohren, würde die Ruder-Mannschaft das Drachenboot zu einem Schnellboot umfunktionieren. «Frozen In Vile Illumination» ist ein episches Meisterstück. Der Titeltrack «Legend» poltert heftig vor sich hin und bietet pfeilschnellen Black Metal. Was auffällt, ist das trotz der Länge der Songs keine Langeweile aufkommt. Es wird sehr viel Wert auf Abwechslung gelegt. So werden hier zahlreiche epische Momente erzeugt. Der abschliessende Track «Beneath The Pillars Of Earth And Air» dauert eine Ewigkeit von über vierzehn Minuten. So wird die Spannung ganz langsam aufgebaut und durch verschiedene Tempi gekonnt aufrecht gehalten. So fasst diese Werkschau die Essenz von Vanum gekonnt zusammen. Wem epischer Black Metal gefällt, der sehr abwechslungsreich ist, sollte Vanum und ihrem neuen Album «Legend» unbedingt Gehör schenken!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Pn_qdcx7nkU

 

Freitag, 29 April 2022 06:46

Nicht mit den sieben Zwergen bekommen wir es zu tun, sondern mit dem siebten Album von Watain. «The Agony And Ecstasy Of Watain» nennt sich die neuste Sound-Walze von Watain.

Mit «Ecstasies In Night Infinite» beginnt dieses rabenschwarze Werk schon mal sehr verheissungsvoll. Rasend schnell und immer mit einem Fuss im Chaos stehend, wird schon mal der Tarif durchgegeben! «The Howling» ist eine Black Metal Hymne für die Ewigkeit! Noch epischer und hymnischer geht es bei «Serimosa» zu und her, wo für eine eiskalte Grundstimmung gesorgt wird! Auch wenn das nicht Hochgeschwindigkeits Black Metal ist, hinterlässt Das Ganze einen bleibenden Eindruck! Harscher und düsterer zieht «Black Cunt» seine unheilvollen Kreise und lässt einen anhaltend frösteln. Auch keine Sonnenstrahlen werden mit «Leper's Grace» zugelassen, und jetzt wird wieder gewaltig Fahrt aufgenommen. Geil gespielt, aber auch ein wenig eintönig! Das unnötige Intermezzo «Not Sun Nor Man Nor God» ist nach kurzer Dauer auch schon wieder Geschichte. «Before The Cataclysm» ist dafür eine weitere Black Metal Hymne der absoluten Spitzenklasse! Gespenstisch und unheimlich schleicht sich «We Remain» ganz sachte in die Gehörgänge, vor allem auch wegen des bezaubernden Gesanges von Farida Lemouchi (Ex-The Devil's Blood)! Das gibt dann in dieser Form ganz grosses Kino ab. Blanke Raserei wird mit «Funeral Winter» zelebriert, und in diesem Schnellzugstempo bleibt bei mir halt nicht viel hängen! Episch wird dieses dennoch grossartige Album mit «Septentrion» beendet und empfiehlt sich als weitere geniale Hymne! Mit «The Agony And Ecstasy Of Watain» liefern Watain ein wahres Meisterstück ab und sorgen damit für einen Meilenstein im Black Metal des Jahrganges 2022!
Roolf

cede

 

"https://www.youtube.com/embed/K_oPqu6xQDM

 

Freitag, 29 April 2022 06:42

Wie wurde ihr Debüt-Album «Rest In Sleaze» 2005 abgefeiert und läutete nicht nur in Schweden das Revival des Sleaze Rocks ein. Mit Hits der Sorte «Riot In Everyone», «Queen Obscene/69 Shots», «Breakin' The Chainz», «Tikket» und «It's A Miracle» hievten sich die Jungs um Gitarrist Martin Sweet auf den Thron einer eigentlich kaum mehr existierenden Musik.

Was so verheissungsvoll begann und dank der Inkarnation des Sleazers in Person, Sänger Dave Lepard, einen weiteren Höhepunkt erfuhr, wurde mit dem Tod des Shouters jäh ausgebremst. Der Suizid von Dave zerriss die Truppe, so dass sie sich kurzzeitig gar auflöste. Anschliessend gingen Crashdïet zuerst mit dem heutigen Reckless Love Sunnyboy Oliver Twisted (Olli Herman) ins Rennen, um mit seinem Nachfolger Simon Cruz zwei weitere Scheiben raus zu bringen, bis 2017 Gabriel Keyes das Mikrofon übernahm und mit ihm das letzte Album «Rust» eingespielt wurde. Gabriel, Martin, Peter London (Bass) und Eric Young (Schlagzeug) veröffentlichen nun ihr sechstes Album, das auf den Titel «Automaton» getauft wurde. Noch immer dominieren die wilden Tracks («No Man's Land», «Resurrection Of The Damned»), die sich mit melodischeren Momenten («Darker Minds», «Powerline», «We Died Hard») und den typischen Crashdïet Tugenden («Together Whatever», «Dead Crusade», «Unbroken») abwechseln. Also nichts Neues bei Crashdïet? Doch, denn irgendwie sind die Tracks "erwachsener" geworden und liegen somit weiter von den Liedern von «Rest In Peace» weg. Von ihrer "Spritzigkeit" haben die Jungs aber nichts verloren, denn noch immer packen einen die Songs, speziell wenn es eine Ballade wie «I Can't Move On (Without You)» ist.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Xhj1UKTji4o

 

Freitag, 29 April 2022 06:37

Die Niederländer von Dead Head zünden bei ihrem siebten Studioalbum ein ganz schönes Feuerwerk! Obwohl schon Ende der 80er Jahre gegründet, klingt «Slave Driver» thrashig fett und modern frisch.

Die Platte des Quartetts stellt erneut eine weitere Variante des zu einer eigenständigen Spielart verschmolzenen Sounds der jeweiligen Hochphase von Slayer und Kreator dar – mit durchaus fetterer Produktion. Dies ist allerdings der Technik der Zeit geschuldet. «Slave Driver» zündet ab «Acolyte» und brennt bei «Horrors Of Hades» immer noch. Eigentlich erstaunlich, denn der Posten am Bass und Mikro ist bei Dead Head seit Jahren ein veritabler Schleudersitz, der die Protagonisten nach kurzer Zeit ins Aus befördert. Das scheint dem Vierer aber gut zu tun, und man darf sich der Tatsache gewiss sein, dass die heftigsten Thrasher der Niederlande ordentlich abliefern. Ronnie van der Wey und Mastermind Robbie Woning bilden das Riff-Schlachtschiff im Stile von Gary Holt und Lee Altus von «Exodus». Ralph de Boer, der die Band in jüngerer Vergangenheit wiederholt aus der Bredouille katapultierte, sichert sich mittlerweile gleich beide "Schleudersitze". Hoffentlich bleibt er diesem Posten lange treu, denn seine gut verständlich wie giftende Thrash-Stimme passt wie Arsch auf Eimer. Zudem stellt er hohe Ansprüche an seine Texte. Davon kann man sich bei «Southfork» (Abrechnung mit der Ölindustrie) oder «Parabellum» (Kriegs-Auseinandersetzung) überzeugen. Als Anspieltipp, der das ganze Schaffen der Scheibe umfasst, darf gerne das flippernde «Grim Side Valley» herhalten. Wenn man sich also die Tatsache eingesteht, dass Kreator nicht mehr ganz so dreschen wie auf «Endless Pain» oder «Pleasure To Kill» und die Thrash-Götterväter «Slayer» den Ruhestand dem Gekloppe vorziehen, dann empfehlen sich Dead Head als knackige Alternative mit einer verdammt starken Death Thrash Oldschool Platte.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U684ilZO2iQ

Freitag, 29 April 2022 06:30
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v. 10 Punkten: 9.0

Die Steampunks von Silver Dust sind mit dem vierten Streich namens «Lullabies» zurück. Silver Dust, die aus der Schweiz stammen, konnten die Bühne schon mit Bands wie Battle Beast und Lordi teilen.

Dramatik pur wird einem mit dem Eröffnungssong «The Pact» geboten, das hat etwas von den Frauenchören bei Cradle Of Filth. Rockig wird es mit «Emeline», und aufgrund des Gesanges fühlt man sich wie bei HIM. Elektronisch wird es mit «Follow Me», aber auch hier lässt Ville Valo grüssen! Superlässig, wie Silver Dust diesen Song präsentieren! Behände tänzelt sich «Eternité» in die Ohrmuscheln, und das liegt natürlich nicht nur am französisch gehaltenen Gesang. Ein ruhiger Gothic Rocker markiert «Stand By Me» und geht so als lupenreine Halbballade durch. Elektrifizierend lässt «I'Il Risk It» angehen, ergänzt um eine feine eine Prise New Wave zum Dark Rock hinzu. Herzerweichend zieht anschliessend die Ballade «There's A Place Where I Can Go» sämtliche Register und drückt so massiv auf die Tränendrüsen! Punkig haut dagegen «Animal Swing» mit geballter Faust auf den Tisch. Das zeigen sich Silver Dust nun von einer anderen Seite, die jedoch ebenfalls zu überzeugen weiss. Speziell bratzt «Burlesque» aus den Boxen und zeigt sich sehr rockig. Dark Rock mit genialen Chören bietet «Echoes Of History» und verhakt sich sofort im Gehörgang! Sehr klassisch wird das Album mit «Forever (Classical Version)» beendet. Silver Dust gelingt es mit «Lullabies», trotz immenser Stilvielfalt, nie den roten Faden zu verlieren! Dieses Album sollte allen Fans von HIM und Konsorten sicher zusagen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NXW4oU47Q5o

Donnerstag, 28 April 2022 06:58
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v. 10 Punkten: 8.7

Die Sehnsucht und das Hoffen der Fans, Caliban mögen neues Material auf dem Markt werfen, wurde erhört. Vier Jahre nach der letzten Veröffentlichung namens «Gravity», gibt es endlich wieder eine lärmige Scheibe der deutschen Metalcore-Institution.

«Dystopia» klingt erstmal nicht nach Friede, Freude, Eierkuchen – ist es auch nicht – aber was darf man nach zwei Jahren Pandemie und vielen anderen Krisen auch anderes erwarten? Metal wäre aber auch nicht Metal, wenn man Scheisse nicht positiv prügeln könnte! Dies gelingt Caliban auf natürliche Art und Weise. Mit ordentlich Gewumme und einer Portion melancholischer Eingängigkeit bringen sie die elf Tracks gekonnt unters Volk. Auch beim Titeltrack deponiert die Truppe Ernsthaftigkeit, Schwere und Bedenklichkeit mit brutal viel Druck, harschen Riffs und derbem Groove. Spasseshalber reichert der Fünfer seine Tracks aber auch mit experimentellen Parts an, wie zum Beispiel im Song «Ascent Of The Blessed». Als Gastsänger konnten Jonny Davy (Job For A Cowboy), Christoph Wieczorek (Annisokay) oder Marcus Bischoff (Heaven Shall Burn) gewonnen werden. Letzterer, um dem Monstertrack «VirUs» die perfekte Balance zwischen Durchschlagskraft und sehnsuchtsvoller Melodik zu verleihen. Ab und zu nehmen melancholische Momente Überhand wie bei «Aliens», Hymnisches ertönt in «Darkness I Became», jedoch ohne die dominierende groovige Brutalität aufzugeben. Trotz Wehmut und einiger Experimente dürfte es die Fans freuen, dass Caliban ordentlich Attitude beweisen und treu zu ihren Trademarks stehen. Betrachtet man die Platte als Ganzes, ist sie mehr gespickt mit Sehnsucht, Melancholie und Melodik, als auch schon. Jedoch wissen es die Jungs professionell zu dosieren, um nicht weichgespült rüber zu kommen. «Dystopia» als Ganzes ist eine Arbeit, die schön knallt!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XxfiJcwRbSs

 

Donnerstag, 28 April 2022 06:53

Skyclad Sänger Kevin Ridley präsentiert hier sein Pandemie-Projekt. Bei «Theings And Thralls» haben ihn rund 25 Musikern aus Bands wie zum Beispiel Ensiferum, Korpiklaani oder Cruachan unterstützt. Das Ergebnis klingt vielseitig, mal heavy rockend, mal nach Pub-Atmosphäre und mal nachdenklich.

Ridley nutzte also die konzertfreie Zeit, um sehr kreativ zu sein. Das macht Spass beim Anhören, auch wenn alles ein bisschen dauert, bis es wirklich ins Ohr geht. Um Gefallen an diesem Werk zu finden, darf man wegen Folk Metal Songs allerdings keinen Ausschlag kriegen. Wer aber bei einem Genre-Must wie «Drinking» nicht mitwippt, muss sich ernsthaft über seinen Gesundheitszustand Gedanken machen. Toll bei diesem Projekt ist, dass drei der elf Lieder zum Schluss noch in anderen Versionen wiedergegeben werden. Auch das zeigt die unbändige Kreativität des Urhebers. Und wem das Ganze zu metallisch vorkommt, findet in «Lord Of The Hills» gar eine reine Folk-Nummer, die so in der Schweiz in einem normalen Tagesprogramm eines Radios laufen könnte. Das darauf folgende «Life Will Out» wird dessen Zielpublikum allerdings mit schon fast Industrial Metal mässig verzerrtem Gesang verwirren, während bei «Today We Get To Play» zu einem ernsten Thema dennnoch fröhlich getanzt werden kann. «Theings And Thralls» ist ein Album, dass den Spagat zwischen Folk, Rock und Heavy Metal hervorragend schafft und für gute Unterhaltung sorgt. Und das ist in verrückten Zeiten wie heute sehr viel wert.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nr87Qjd1NrU

 

Donnerstag, 28 April 2022 06:45
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v. 10 Punkten: 6.5

Nun ja, junge Bands suchen nach neuem, unbeflecktem Land mit einem Image, das vor ihnen noch niemand hatte. So auch die Tessiner Powerhill, die sich als echten "Farm" Metal betiteln. Was das ist? Ganz einfach, nämlich klassischer Hard Rock, Hair Metal und Sleaze Rock mit einer gehörigen Portion Bauern Mentalität.

Zumindest verkündet dies das Infoschreiben. Okay, ich würde dem Ganzen einfach das Etikett von traditionellem Hard Rock anhängen, der stark von Keyboards getragen und mit einem sehr interessanten Gitarristen garniert wird. Zuweilen erinnert mich die Chose an die früheren Crystal Ball. Dabei spielen die Chöre eine wichtige Rolle, wie man dies auch bei «We Step Aside» nachhören kann. Etwas flotter gehts mit «Covid-20 (Pandemic On The Farm)» los, bei dem sich das Kuh Bandmaskottchen "Clotilde" einem Selbsttest unterziehen muss. Ja, die fünf Tracks sind unterhaltsam und kurbeln den Spassfaktor mit «We Want New Emotions» an. Man darf gespannt sein, wie sich die Kuh, ähhh..., pardon, Powerhill entwickeln werden und inwiefern sie, anlog ihrem Bandmaskottchen, auch zum Erzeuger eines wichtigen Lebensmittels werden.
Tinu

 

 

Donnerstag, 28 April 2022 06:39
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Noch während ihrem kurzen Gastspiel bei den Schweizer Metal-Hexen von Burning Witches zwischen 2018 und 2020 hatte die niederländische Gitarristin Sonia Nusselder alias Sonia Anubis mit Crypta und Cobra Spell zwei weitere heisse Eisen im Feuer. Aktuell liegt der Fokus ausschliesslich bei letzterer Combo, und nach der ersten 4-Track EP «Love Venom» von 2020 steht nun mit «Anthems Of The Night» bereits die nächste EP bereit.

Schaut man sich das erste Line-up der Band etwas genauer an, dann fällt neben Leadsänger Alexx Panza (Hitten, Jack Starr's Burning Starr) der Name des zweiten Gitarristen in der Person von Sebastian "Spider" Silva auf. Szene-Kennern dürften darob die Augsbrauen nach oben zucken, denn der Sebbl, der Cobra Spell, zusammen mit Sonia, 2019 aus der Taufe gehoben hat, steht nämlich hauptamtlich bei Silver Talon in Lohn und Brot. So wie es aussieht, ist dieser jedoch nicht mehr aktiv (aber wohl noch beratend) mit dabei, denn mit Esmée van Sinderen taucht ein neuer Name an der zweiten Klampfe auf, und schaut man sich das ambitionierte Video zu «Addicted To The Night», sprich einem der neuen Songs an, dann bestätigt sich das. Die Rhythm-Section wird dabei von Angelina Vehera (Bass) und Léonard Cakolli (Drums) vervollständigt. Sichtlich an die 80er angelehnt wird eine Art kecker Glam Metal zelebriert, der mitunter einige Vibes von W.A.S.P. versprüht. Vor allen wenn Sonia anfängt zu solieren, werden wohlige Erinnerungen an Chris Holmes zu seinen besseren Zeiten geweckt.

Dabei spielt die rein weibliche Saitenfraktion nicht nur optische Reize und performmässige Qualitäten aus, sondern vermag auch technisch spürbare Akzente zu setzen. Vor allem Miss Anubis, die nebst dem Erteilen von Gitarrenstunden auch sonst immer wieder Kurz-Videos mit Riffs und Licks von sich postet, hat es definitiv drauf. Auch zu «The Midnight Hour», einem weiteren neuen Song, wurde bereits ein Video abgedreht, das eine ziemlich motivierte junge Truppe zeigt, die hoffentlich auch bald einmal live zu sehen und hören sein wird. Die bisherige Resonanz spricht da eh für sich, wenn man sich um die erste, längst vergriffene Vinyl-EP bemüht, und im offiziellen Shop ist das Splatter-Vinyl zu «Anthems Of The Night», das im Juli erscheint, ebenso mit "sold out" Hinweisen versehen. Dahinter steckt womöglich sicher auch etwas promomässiger Hype, aber die Antwort auf alle offenen Fragen wird nächstens auf der Bühne abgegeben. Fakt ist auf jeden Fall, dass solcher Sound, wenn er als Gesamtpaket bestehen kann, nach wie vor Fans generieren wird. Steel Panther haben dies vorgelebt.
Rockslave

https://www.youtube.com/embed/kT0mOftAu7I

Mittwoch, 27 April 2022 06:31

Mit Frontmann Herbie Langhans, der in der Szene auch längst geschätzte Qualitäten als Songwriter und Produzent verbuchen kann, verbindet man Bands wie Sinbreed, Beyond The Bridge, Voodoo Circle oder Firewind. Daneben hat er sich unter anderem auch bei Avantasia als Guest-Singer verdient gemacht. Dass er 2018 mit der Band Radiant zudem ein ziemlich cooles Hard & Heavy Album veröffentlich hat, weiss wohl aber kaum mehr jemand.

Höchste Zeit also, diese in Vergessenheit geratene Combo wieder aus der Versenkung zu holen, zumal das neue Album «Written By Life» im gleichen Line-up wie schon vor vier Jahren aufgenommen wurde. Neben Herbie sind das nämlich Carsten Stepanowicz (Guitars), Flo Gottsleben (Guitars), Markus Beck (Bass) und Manni Spalka (Drums). Der Album-Titel ist dabei insofern Programm, als dass jeder der Musiker persönliche Geschichten sowie Erlebnisse bezüglich musikalischen Abenteuern, Meilensteinen wie Tragödien eingebracht hat und das Teil deshalb den Charakter eines Konzept-Albums trägt. Die Suche in unserem Archiv nach einer Rezi vom Debüt ergab erstaunlicherweise keinen Treffer, obwohl mit Massacre damals wie auch aktuell ein renommiertes Szene Record Label dahinter steht. Hört man sich zuerst die alten Songs wie «Yes I Am», «I'm Alive» oder «You Rock» an, erweckt man saucoole Mucke in der Schnittmenge von Hard Rock und Melodic Metal wieder zu neuem Leben. Diesem Pfad folgt erfreulicherweise auch das neue Material, das genau dort ansetzt, wo man zuletzt aufgehört hat.

Heisst vorab die ebenso fette Produktion, Herbies prägnante Gesangsstimme und die immer noch ziemlich agile Hintermannschaft, die schon beim raumfüllenden Opener «Nightshift» nichts dem Zufall überlässt. «Don't Stop The Daydream» liefert anschliessend die untrügliche Antwort darauf, warum Radiant auch bei metal-archives.com gelistet sind. Was bei Voodoo Circle gesanglich vom Timbre her nicht passte, gebärdet sich hier dafür wie auf "Arsch auf Eimer"! Eingebettet in ein unverkennbar deutsch eingefärbtes Rock- und Metal-Gewand lassen es Radiant auch 2022 mächtig krachen und liefern heuer auf Augenhöhe wie Victory, Kissin' Dynamite oder Axel Rudi Pell ab, um mal den Vergleich in der Heimat zu bemühen. «Written By Life» vermag jedoch auch international lockerst mitzuhalten, und wenn es erstens keine Anspiel-Tipps braucht und zweitens bei insgesamt elf Songs bereits mit deren zehn die Krone glasklar errungen wird, gibt es für Genre-Fans nur eines zu tun: kaufen! Wer sich dieses Juwel entgehen lässt, verpasst etwas und sollte sich das Debüt ebenso krallen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WgBu39rtwbI

Mittwoch, 27 April 2022 06:25

Im Jahre 2015, in Jyvskyl, Finland, erblickten Face The Legacy das Licht der metallischen Welt und verschrieben sich fortan dem melodischen Modern and Groove Metal.

Zwölf Songs haben sich auf dem Debüt-Werk «Ashes On The Ground» eingefunden und der besagte Erstling darf und kann sich alleweil hören lassen. Die Ingredienzien tragen hierbei die Handschrift des modernen Metals, des sehr melodiösen Death Metals, etwas Grunge, groovender Metal, etwas monotoner, treibender 'Metal-Pop', doch alles in allem ein gut zusammengewürfelter Soundteppich, da zudem die Arrangements im Songwriting sehr durchdacht und komplex erscheinen. Face The Legacy, das sind in Persona Niklas Lindeman (Vocals, Guitars), Elias Suhonen (Guitars), Aleksanteri Skaniakos (Bass) und Pietro Tuominen (Drums), welche ebenfalls den satten und zuweilen auch melodiösen Heavy Metal im Blute haben. Yo, und vor allem grooved dieses Teilchen so herrlich, nebst den sehr melodiösen Gesangslinien. So schwingt das Pendulum stets zwischen Saxon, Judas Priest, Pantera, Amorphis, In Flames, Metallica, Haji's Kitchen und Konsorten hin und her, so dass es niemals langweilig wird, stets in Bewegung gehalten. Interessant dabei die abwechslungsreichen Vocals, welche einerseits ohne weiteres auch im Hard Rock Anklang finden, als auch im gestandenen Heavy Metal, im Groove Metal, im Modern Metal als auch im melodiösen Death Metal.

Nein, ein tiefes, guttural Dargebrachtes ist es nicht, jedoch tief und böse shoutend und screamend, was sich dabei mit den sehr melodiösen Gesangslinien sich sehr gut verträgt, welche stets verständlich dargebracht werden. Zeitweise erinnert es mich doch tatsächlich etwas an Queen, yep. Die Drums sind jetzt beispielsweise nicht im blastenden Segment zu Hause, sondern im groovigen, treibenden, leicht double-bassenden Metal, jedoch mit Hang zu solidem Power und Heavy Metal, aber auch zeitweilen sattem Hard Rock. Die Snare klingt sonor und klar treibend, das Cymbal-Spiel ist ausgewogen, die Toms-Einsätze erfolgen dann, wenn diese erfolgen sollen. Die Gitarren riffen sich zuweilen solide, hart und stets gepaart mit melodiösen Lines so à la Bullet For My Valentine hindurch, die Soli sind grandios und prägnant gehalten. Der Bass wummert solodesk und ebenfalls melodiebehangen durch den Soundteppich wie sehr gut rhythmisierend gehalten. Die Produktion ist druckvoll, sauber und messerscharf. Das Cover-Artwork passt zum Dargebotenen, beinahe schon etwas frech gehalten. Ouh, jetzt weiss ich es wieder, nebst Queen ist auch was von den Sisters Of Mercy mit dabei, und wieder weitet sich der Musikwinkel der Abwechslung für Face The Legacy. Anspieltipps wären da wohl jedes Stück, checkt mal by the way «United As One», «I Am The Wind», «Bleed For Me» und «Hear Us Out» an. «Ashes On The Ground» sehr groovig treibendes wie sehr gelungenes Debüt-Album, welches verdammt viel Lust auf mehr macht.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ol4kDft2A0c

 

Mittwoch, 27 April 2022 06:19
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v. 10 Punkten: 6.5

Redshark wurden 2012 in Barcelona gegründet, und nach jeweils zwei EPs und zwei Singles kommt nun das Debüt-Album, mit dem um die Gunst der Metal-Fans gebuhlt wird.

Irgendwo zwischen den alten Running Wild, Iron Maiden und Accept haben sich Redshark eingenistet. Grundsätzlich können hier auch Freunde der schwedischen Bullet zugreifen. Dabei dominieren die Gitarren-Riffs und der kernige, leicht krächzende Gesang von Pau Correas. Dass dennoch nicht alles Gold ist was glänzt, zeigt ein Song wie «Never Too Late». Am Ende bleibt jedoch kerniger Metal, der seine Wurzeln in den Achtzigern hat, aber nicht die Akzente wie die alten Helden setzen kann. Was aber interessant anmutet, ist, dass die Spanier im Gegensatz zu ihren Landeskollegen in englischer Sprache singen und eher den englischen Sound auf ihre Fahnen geschrieben haben, statt typischer Hispano-Mucke. «Digital Race» markiert einerseits eine interessante Scheibe, und auf der anderen Seite ist es aber ein Album, das noch keine überschwänglich aufgesetzte Lobeshymne verdient.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gvTVdxpxP8o

 

Mittwoch, 27 April 2022 06:11
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v. 10 Punkten: 6.8

Die Heavy Metal Band aus Hamm (D) in Nordrhein-Westfalen wurde 2009 gegründet, und bis auf eine erste EP («Rise», 2015), einer Single («Black Knight», 2018) und einer Compilation auf Kassette im gleichen Jahr gab es bisher keine weiteren Veröffentlichungen. Nun hat man mit «Iron Shackles» das full-lenght Debüt am Start, das mit 32:11 Minuten Zeit allerdings eher nach einer EP riecht.

Doch wie lange dauert Slayers 1986er Masterpiece «Reign In Blood» auch schon wieder? Eben! In Zeiten der glorreichen Rückkehr des Vinyls wäre aber jeweils eine Dreiviertelstunde Musik anzupeilen, nun denn. Wenn das Vorhandene entsprechend unterhält, passts ja trotzdem. Luzifer, die eigentlich aus den Musikern von Vulture bestehen, haben als Opener den Titeltrack gewählt und legen im Geiste von Heavy Load, Mercyful Fate und "viel Kram der 70er" hoffnungsvoll los. Interessant wie unerwartet werden noch ein paar Hammond-Orgel Klänge eingeflochten, die aber ganz gut passen und so auch ein paar Vibes der frühen Ghost herauf beschwören. Auffallend sind hier auch die treffend arrangierten Backing Vocals. Das nachfolgende «Barrow Downs» geht etwas flotter zu Werke und schliesst nahtlos an «Iron Shackles» an, und die gitarrenmässigen Zitate in Richtung King Diamond & Co. vermögen weiter zu überzeugen. Doch anschliessend wird der gute Einstieg nach einem töften Intro («Faltige Schwingen über Loudun») beim in Deutsch gesungenen Song «Hexer (In Dreiteufelsnamen) arg beeinträchtigt. Obwohl die Mucke locker mithält, geht der Rest, zumindest für meine Empfindung, überhaupt nicht auf. «Wrath Of The Sorceres» korrigiert das Bild anschliessend wieder, ehe mit «Der Goldene Reiter» die metallisierte Version des NDW-Hits von Joachim Witt völlig unnötig den nächsten Nackenschlag versetzt! Das schmerzt umso mehr, da das Album mit «Attila (Blazing Hooves)» den ursprünglich roten Faden zum Schluss hin erneut gekonnt aufgreift. Schade, schade, schade..., denn da wäre für das Trio namens Luzifer deutlich mehr drin gelegen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/k_TfXQPAPSY

Dienstag, 26 April 2022 06:57
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v. 10 Punkten: 8.9

Die Germanen Bloodred aus Oberstenfeld, Baden-Württemberg releasen mit «Ad Astra» und den enthaltenen neun Songs ihren dritten full-length Longplayer seit der Gründing im Jahre 2009.

Ihrem Stil sind Bloodred treu geblieben und zelebrieren den weiter entwickelten, leicht deathigen Black Metal mit Schmackes weiter und weiter in die Gegenwart und zukünftigen Höhen des Sounduniversums. Auch hier handelt es sich um ein Duo, namentlich Ron Merz (Vocals, Gitarren, Bass) und Joris Nijenhuis (Drums), welche logischerweise wie selbstverständlich mit Programming arbeiten, respektive arbeiten müssen, um die gewünschten Soundeffekte zu zweit zu erzielen. Doch wieso soll ein erfolgreiches Duo erweitert werden, wenn es so sehr gut funktioniert wie auch harmoniert? Eben! Auch hier überzeugt eine satte wie druckvolle Produktion, für die sich kein Geringerer als Alex Krull auszeichnet und Samuel Nelson ein herrliches Cover-Artwork erschaffen hat. Yep, und meine Nackenmuskeln beginnen sich zu bewegen, denn die beiden Herren zielen voll auf Groove ab, goilen, verdammten, blackigen Groove. O.K., kann sein, dass die Die-Hard Blackies nun jammern, dass es nicht so bläckig abgeht, doch hier hält der Schreiberling dagegen und schreibt, dass es sich ja um Black Metal mit viel Schmackes handelt, denn Bloodred sind abwechslungsreich organisiert im Songwriting, und das, was auf die Ohrmuscheln dringt, ist wahrlich einfach goile, nackenbrechende Mucke.

Die Drums blasten herrlichst, das Double-Bass-Gewitter ist markant, die harte, klare Snare ebenfalls, die Toms- wie Cymbals-Betonungen gelungen und lockern den Gesamtsound stets auf. Die keyboardistische Untermalung, welche teils dezent, teils etwas markanter im Hintergrund wirkt, passt ebenfalls bestens zum Gesamt-Groove. Der Tieftöner wummert stark, klar und teils leadig perfekt. Die Gitarren riffen sich mal blackig, mal speedig, mal deathig akzentuierend durch das gespielte Notengebälke hindurch, gepaart mit melodiösen Lines und kurzen, mal melodesken, mal shreddenden Soli. Der Gesang ist im klaren, tiefen, gutturalen Bereich zu Hause, mehr im deathigen Growl, als in den schrillen, blackigen Growls. Alles insgesamt perfekt intoniert, ohne Wenn und Aber. So sind Songs wie «With Existence Comes Suffering», «Ad Astra», «Shatterer Of Words» und der Bonus-Track «All Is Bleak» absolute Hinhörer. Die mucke erinnert dabei etwas an Morgoth, Amon Amarth, Atrocity, In Flames, Amorphis und Konsorten. «Ad Astra» ist schlicht und einfach ein eingehendes wie goiles Album für Fans mit weitem Blick- und Hörwinkel.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0-QcMD4C5Ug

Dienstag, 26 April 2022 06:52
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v. 10 Punkten: 8.0

Wer sich in der Musikszene grundsätzlich profunder auskennt, respektive als angejahrter Metal-, Rock- und eben auch Pop-Fan (wie meine Wenigkeit) die 80er miterlebt hat, kennt natürlich einen gewissen Tom Schilling, der mit «Major Tom (völlig losgelöst)» einen riesigen NDW-Hit landete. Als Co-Producer, Co-Autor und Gitarrist fungierte damals Armin Sabol, der es in seinem Karriere-Herbst nochmals krachen lässt.

Dies geht einher mit Ereignissen, die noch früher stattfanden, nämlich mit einer Hard Rock Band namens Shiva, die zwischen 1977 und 1980 in Süddeutschland angesagt war und immerhin Support-Slots für Whitesnake oder Lucifer's Friend ergattern konnte. Am Bass fand sich dabei kein Geringerer als Mat Sinner (Primal Fear, Sinner, Voodoo Circle). In den Jahren danach fungierte Armin zudem auch als Produzent von Rage, Sinner oder Pyracanda. Mit «Back In Blue» erfüllte sich der versierte Musiker nun einen lang gehegten Wunsch und zeichnet auf seinem ersten Solo-Album gleich für Gesang, Gitarre, Bass, Organ und Keyboards verantwortlich. Daneben wirkten noch ein paar befreundete Guests mit, darunter Frank Dapper, der Schlagzeuger von Pur. Die Scheibe wurde bereits letztes Jahr aufgenommen und erscheint nun offiziell diesen Frühling. Geboten werden insgesamt zwölf Songs, wovon zehn ordentlich im Stil von Billy F Gibbons (ZZ Top) abrocken und sich Mr. Sabol, nebst toller Gitarrenarbeit, auch als ausdrucksstarker Sänger profilieren kann. Dass dann mit «Sharp Dressed Man» dem eben genannten Herrn mit dem langen Bart gehuldigt wird, erstaunt letztlich nicht wirklich. Weitere Highlights sind die beiden Akustik-Nummern «Key To The Highway» und der fröhliche Saloon-Rausschmeisser «The Old School Of Life». Wer auf gut gespielten Blues Rock steht, sollte sich diesen feinen Erstling nicht entgehen lassen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1dwgxg2xwmM

Dienstag, 26 April 2022 06:47
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mit diesem Album verneigen sich hier viele Musiker vor dem im Dezember 2020 verstorbenen Ausnahmemusiker zu dessen grossartigen Werken.

Slash, Zakk Wylde, Dee Snider, Bachman & Bachman, Martin Barre, Joe Lynn Turner, Charlie Starr, Elliot Easton, Robbie Krieger, Mike Portnoy, Eddie Ojeda, George Lynch, Marty Friedman, Steve Morse und Yngwie Malmsteen, um nur einige zu nennen, beteiligten sich an dieser Hommage. Gehen wir auf einige des Songs ein, zum Beispiel das rockige «Why Dont'cha» hervorragend inszeniert von Steve Morse und Ronnie Romero. Oder «Never My Life», bei dem Dee Snyder zusammen mit George Lynch eine Hammer-Version dieses Songs raus haut. Zakk Wylde probiert sich am Mountain-Song «Blood Of The Sun», und zwar an der Gitarre und am Gesang, und mit seiner klasse Stimme kommt er sehr nah an das Original heran, auch klasse performt. Wests langjährige Rhythmusgruppe, bestehend aus dem Rev Jones (Bass) und Bobby Rondinelli (Schlagzeug), legte eine brillante Basis für die Gastmusiker hin. Auch sehr stark, das von Joe Lynn Turner veredelte «Nantucket Sleighride», mit Marty Friedman an der Gitarre. Der bluesige Track ist sicher einer der besten auf diesem Rundling. Oder das flotte «The Doctor» mit Ronnie Romero und Robby Krieger ist ebenfalls eine Hammer-Version. Zum Schluss hauen dann Slash und Marc Labelle noch das coole «Mississippi Queen» raus, ein würdiger Abschluss für ein aussergewöhnlich starkes Album. «Legacy: A Tribute...» ist ein sehr gelungenes Werk als überzeugende Ehrerbietung an einen sehr aussergewöhnlichen Musiker. Leslie Wests Witwe dürfte mit dem Ergebnis mehr als zufrieden sein.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JyTmPx88XsY

Dienstag, 26 April 2022 06:40
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v. 10 Punkten: 6.5

Ähnlich wie bei Ghost wird auch bei She Wolf mit namenlosen Musikern kokettiert. Dabei ist nur die griechische Sängerin Angel Wulf Black bekannt.

Die Truppe mischt Metal-Sounds mit einer symphonischen Gesangsstimme und lässt somit logischerweise Vergleiche zu bekannten Truppen des Genres aufkommen. Wie hilfreich oder hindernd dies sein kann…, auf jeden Fall besitzt Angel eine engelsgleiche Stimme und überzeugt mit ihrem Organ, mit dem sie durchaus entsprechende Akzente zu setzen vermag. Der Rest ist aber Sound, der schon tausendmal gehört wurde und selten aufhorchen lässt. Das Momentum fehlt einfach, und der Gesang allein kann nicht darüber hinweg täuschen, dass damit schon nachhaltigerere Tracks komponiert wurden. Auch die Flötenklänge bei «Lone Wolf» können den Trend nicht verbessern. Wer allerdings auf Sympho Metal steht, sollte hier dennoch mal reinhören. Diejenigen unter Euch, denen Frauengesang in hohen Lagen jedoch zuwider ist, werden mit dem selbstbetitelten Album kaum was anfangen können und dazu höchstwahrscheinlich die Nase rümpfen.
Tinu

cede


https://www.youtube.com/embed/Z3WNwNxKQw8

Montag, 25 April 2022 07:11

Zum Glück gibts die Erfindung des Internets. Wieso? Well, da kriegste 'ne Rezension und musst dir alles aus den Fingern saugen, verdammt nochmal!

So geschehen bei Undeath, dem U.S. Amerikanischen Fünfer aus Rochester, New York, welcher seit 2018 im deathigen Metal unterwegs ist und mit «It's Time ... To Rise From The Grave» den zweiten full-length Longplayer, nach «Lesions Of A Different Kind» (2020) und diversen Releases wie zwei Demos, einem Split-Album, einer Compilation, einem Live-Album, einer Single und einem Video zum Live-album, jawohl, VHS wohl bemerkt, 77 Kopien weltweit, heraus gegeben hat. Zehn Songs haben die Erlaubnis erhalten, sich auf «It's Time.... To Rise From The Grave» gemütlich einzurichten und auf das Slaughterhouse zu warten, hehehe. Undeath, das sind Matt Browning (Drums), Kyle Beam (Guitars), Alexander Jones (Vocals), Tommy Wall (Bass) und Jared Welch (Guitars), welche sich dem brutalen, leicht thrashig-groovigen Death Metal verschrieben haben. So verwundert es nicht, wenn Vergleiche zu Cannibal Corpse, Blood Incantation, Cerebral Rot, Frozen soul, Immolation, Morbid Angel, Autopsy, Suffocation, Malevolent Creation, Jungle Rot und deren ähnlichen Konsortien getätigt wird.

Ob es nun die schleppenden oder leicht blastenden Parts sind, es wird stets darauf geachtet, dass der Groove niemals verloren geht. Zudem verhilft die hervorragend drückende, kraftvolle und messerscharfe Produktion zu einem Vorantrieb. Mit einem herrlichen, majestätischen Cover-Artwork wird das Ganze untermalt und perfekt abgerundet. Oh ja, meine überspannten Nackenmuskeln leisten erneut Überstunden, und ich werde es in den nächsten Tagen ganz bestimmt merken, jedoch scheiss drauf, die Nackenmuskeln sind dazu da, um auch gebraucht zu werden, hell yeah, wir sind ja schlussendlich keine Wimps, nicht wahr? Hell yeah, Metaller zu sein ist nicht nur eine Einstellung, nein es ist ein Lebenszustand. Die Drums poltern mächtig im Double-Bass, die Blasts sind schnell und gekonnt eingesetzt. Die Snare treibt die Höllenhunde ebenfalls mächtig nach vorne. Mit den gelegentlichen Cymbals- und Toms-Einsätzen wird die Betonung wie Abwechslung im Songwriting perfekt aufgelockert und intoniert.

Die beiden Gitarren riffen sich herrlichst in den schweren thrashig-deathigen Momenten durch die Tracks hindurch, gepaart mit auch blackigen, speedigen Anleihen, ähnlich wie in alter Death-Manier, so wie auf «Leprosy» zelebriert, um einen weiteren Anhaltspunkt geben zu dürfen, doch auch leichte technische wie progressive Elemente finden den Einzug ins Songwriting, gepaart mit kurzen, melodiösen Soli. Der Bass wummert linear sowie lineverliebt schwer und klar in den Songs, solodesk und auch einfach knallig groovend. Die Vocals sind tief, böse, guttural und klar gehalten, leicht heiser und wie so Lava langgezogen wie gehalten, so wie bei Jungle Rot, einfach bösartigst. Anspieltipps wären da «Head Splattered In Seven Ways», «Defiled Again», «Necrobionics», «Human Chandelier» und «Rise From The Grave», doch eigentlich sind alle zehn Tracks Anspieltipps, denn da fällt kein Song aus dem Kontext heraus. Yep, es ist tatsächlich Zeit, um aus dem Grabe herauf zu steigen, hell yeah. Brutale, goile, thrashig-deathige Mucke, welche/r jedem/r Chiropraktiker/in ein fettes Grinsen in die Fratze stempelt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/23umtsJ3A7A

Montag, 25 April 2022 07:04
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Am 11. September 2021 gab die schwedisch/dänische Band in der ehemaligen Militärkaserne Auderod, in der Nähe von Kopenhagen, im Schwimmbad ein Konzert, natürlich ohne Publikum.

Atmosphärische Soundgebilde wie das starke «24 Light Years» eröffnen eine spannende Show, die es natürlich auch auf DVD und Blu-ray zu erwerben gibt. Die Herren bieten einen Querschnitt durch alle Alben, wobei in der ersten Hälfte des Gigs die Songs der beiden letzten Werke dominieren. Das Ganze wird eher etwas kühl serviert, was ja auch ganz gut zu den Nordländern passt. Wenn die Gitarren auftrumpfen, wie bei einigen Parts vom variablen, sehr atmosphärischen «Head Mounted Sideways», spürt man den Druck, bevor dann wieder in mächtige, dröhnende Atmosphären eingetaucht wird. Ganz cool das spezielle «Ghosts», etwas düster gehalten, mit tragenden Synthie-Parts, was dem Song Tiefe und etwas Geheimnisvolles verleiht. Die ganze Show wurde übrigens mit fünf Kameras und einer Drohne sehr professionell gefilmt. Insgesamt ist «Live From The Pool» sicher etwas speziell und wirkt kühl, aber die Songs sprechen mit ihrer Tiefe für sich selbst, auch ohne grosse Show drum herum.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/suduPpi5Swc

Montag, 25 April 2022 06:59

Das zweite Album von KingCrown aus Frankreich bietet feinen Power Metal, der dank der Gitarren einen sehr kernigen Grundtenor besitzt. Auch die Solos lassen aufhorchen, die aber weit davon entfernt sind irgendwelche Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen, sondern sehr songdienlich gespielt werden.

Höre ich mir die ersten Takte vom Titelsong an, erinnert dies an die jungen Jahre von Accept oder Riot. Ich ertappe mich aber dabei, dass meine Euphorie mit dem Einstieg des Gesangs innerlich ein bisschen zusammenbricht. Klar, Joe Amore fährt ein kerniges und leicht heiseres Organ auf, aber so richtig kräftigt klingt anders. Genau diese Tatsache bleibt auch bei den anderen Songs hängen. Rein instrumental gesehen ist alles auf einem sehr packenden Level gespielt. Da sind sicher auch die leichten Manowar Chöre als positiver Aspekt zu nennen, aber gesanglich spricht mich diese Truppe nicht an. Was eigentlich äusserst schade ist, denn mit dem akustischen Einstieg zu «The Awakening», der mit feinen, griechisch anmutenden Parts versehen ist, bringen KingCrown immer wieder verdammt geile Ideen hervor, welche sie entsprechend umsetzen. Da machen die Jungs auch nicht Halt vor Klavierpassagen («Gone So Long») oder richtig geilen Riffs («City Lights»). Metal Fans, hört hier einfach mal rein, denn es kann durchaus sein, dass ihr vollkommen begeistert sein werdet.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/baB0KwRMjoQ

 

Montag, 25 April 2022 06:52
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v. 10 Punkten: 7.0

Der in Schweden ansässige Engländer Steve Dalton trat 2016 erstmals relevant in Erscheinung, nämlich mit dem Release seines Solo-Projektes «Steel City».

Nicht zuletzt durch die gesangliche Veredelung von Vocalist Alessandro Del Vecchio (Hardline, Edge Of Forever) stiess die Scheibe auf Wohlwollen innerhalb der Melodic Gemeinde. Leider wurde die Geschichte nicht fortgesetzt. Im Zuge dessen schrieb der gute Steve aber weitere Songs, die nun als Solo-Album unter dem Namen «Primitive» veröffentlicht werden. Der Posten am Mikro wurde dem Brasilianer Raphael Gazal übertragen, der auch als Produzent fungierte. Zwei der Tracks wurden von Ross Griggs und David Saylor gesanglich umgesetzt. Sämtliche Instrumente (Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards) wurden von Mr. Dalton himself eingespielt. Obwohl der Mann von Haus aus als Gitarrist tätig ist, werden durchs Band musikalische Grosstaten geboten. Unsereins wäre ja schon glücklich, nur ein Instrument halbwegs beherrschen zu können. Stilistisch legt man sich nicht konsequent fest. Grundsätzlich ist man im Genre des Melodic Hard Rocks tätig, wildert aber auch in softeren AOR und härteren Power Metal Gefilden. Der melodiöse rote Faden zieht sich als Konstante durch das gesamte Werk hindurch. Klingt alles nicht nur gut, sondern ist es auch. Leider hapert es aber beim Songwriting. Was Steve musikalisch durchwegs gelingt, nämlich interessant, spannend und abwechslungsreich zu performen, bleibt beim Songwriting hingegen grösstenteils auf der Stecke. Die Tracks vermögen nicht zu zünden, können selten entscheidende Akzente setzen und besitzen wenig Wiedererkennungswert. Vielleicht wäre Mr. Dalton, der zweifellos mit einer grossen musikalischen Versiertheit gesegnet ist, in einem fixen Bandgefüge besser aufgehoben.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QB_bXikUKrs

Samstag, 23 April 2022 09:59
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v. 10 Punkten: 8.0

Liegt es an Kanada, dass Skull Fist nicht so recht aus dem Quark kommen? Seit 2006 musizieren die Jungs und haben bisher drei Alben veröffentlicht.

Das Bandkarussell kam dabei nie aus dem Rotieren heraus, was die Truppe immer wieder aus dem Tritt brachte. Nun geht die Band zu dritt ins Rennen und offenbart, wie nicht anders zu erwarten ist, grossartige Metal-Tracks, die sofort zum Bangen animieren. Dabei ist es die angenehme Stimme von von Frontmann Zach Slaughter, die nicht nur schreit, sondern auch in den mittleren Tonlagen zu überzeugen weiss. Dass er auch für die Gitarrenparts zuständig ist, garantiert für tolle Solos und Riffs. Auf der Bühne wird aber wahrscheinlich ein zweiter Gitarrist fehlen. Allein die Art wie das Saiteninstrument bei «Crush, Kill, Destroy» eingesetzt wird, zeugt davon, dass der Junge seine Lernstunden verinnerlicht hat. Das Black Sabbath like «Madman», die Hymne «Heavier Than Metal» und das antreibende «For The Last Time» sind allesamt wundervolle Genre-Perlen. Am Ende des Tages werden den Jungs aber die oft fehlenden packenden Momente wieder einen Strich durch die Rechnung machen. Ihr Leser:innen haltet es jedoch in Euren Händen, Skull Fist mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Verdient hätte es die Combo aus Toronto, Ontario alleweil.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YFgTJ_zxTxY

 

Samstag, 23 April 2022 09:52

Royal Desolation legen mit «Puppet Dance» ihr Longplayer Debüt vor, und um es aus dem bekannten Schweizer Blickwinkel heraus zu betrachten, wo man es offenbar für nötig hält zu erwähnen, ob Musik aus der Schweiz kommt oder nicht..., das Erstlingswerk klingt definitiv so, als wolle man hier grössere Brötchen backen und dieses biedere Label abschütteln.

«Puppet Dance» kann mit internationalen Genre-Kollegen durchaus mithalten und legt grosse Erwartungen an die fünf Jungs vor. Musikalisch gesehen fehlt mir persönlich noch das gewisse Etwas, was die Band aus der grossen Masse abheben lässt. Produktionstechnisch schwimmen sie definitiv oben mit, aber im Grossen und Ganzen klingen die Songs zu austauschbar und schon mehrfach gehört. Das soll allerdings in keinster Weise ein Bash gegenüber Royal Desolation sein, sondern eher der Ansporn dazu, die Messlatte in Zukunft bewusst noch höher anzusetzen und die Einzigartigkeit stärker in den Vordergrund zu rücken. The sky is the limit boys!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/akDTQNaimSk

Samstag, 23 April 2022 09:46
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v. 10 Punkten: 8.2

Aus Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg, Deutschland, stammen Blood Torrent, aktiv seit 2005, und präsentieren uns mit «Void Universe» den zweiten Longplayer mit zehn Songs, welche dem bläckischen Mätäl zugeordnet werden können, jedoch bläckischem Mätäl mit Frolic-Schmackes, hell yeah!

Nein, ich bin kein Hundebesitzer, werde es auch nicht werden, und nein, ich habe nichts gegen Hunde, habe Frolic auch noch nie probiert, jedoch mit «Void Universe» von Blood Torrent ein Ohr voll riskiert. Nun, was fällt erstmal auf? Ein sehr untypisches Black Metal-Coverartwork, das zum Dargebotenen sehr gut steht und passt, denn es ist sehr interessant durchdachter Black Metal, der seine Wurzeln in den alten Venom- und Bathory-Tagen wiederfindet, jedoch auch etwas Possessed, Eisregen, 1349, Dark Fortress enthält, da man mit diesen genannten Kolleginnen wie Kollegen auch die Bühne teilte und somit in dieses bläckische Genrä passen. Und ja, es ist Black Metal, im Grunde zumindest, denn die weiteren Zutaten wie Doom Metal, Heavy Metal, oldschooliger Thrash Metal, etwas Death Metal und eben den genannten und geliebten Black Metal öffnen sich soundmässig besagte Türen und Tore, ohne jeweils aus den Angeln heraus zu fallen. Textlich geht es in die apokalyptische Richtung à la George Orwell oder Leonardo da Vinci. Somit fällt dieser Black Metal auch in einer Art und Weise sehr eigenständig wie progressiv aus.

Es wird von den Herren H.A.V.O.C (Vocals, Bass, Guitars), Rahl (Guitars), Erebos #14 (Guitars, Vocals only on «The Strive») sowie Grandur (Drums) anständig geblastet, doch die Produktion kommt satt, klar durch, das Songwriting ist durchdacht und nicht einfach heruntergespült, nein, es ist hervorragend gestaltet und geschrieben worden. Auch etwas Punk und Hardcore ist heraus zu hören, und es finden sich  interessante wie melodiöse Soli, was im Black Metal eigentlich ziemlich verpönt und unüblich ist, ja, dem ist so, Punkt. Somit sounden sich die vier Herren unermüdlich einen weitreichenden und offenen Black Metal heraus, der sowohl gestandene Blackisten:innen als auch aber auch Neugierige anlocken wird und kann. Die Drums blasten einerseits, double-bassen sich durch die Tracks, einer satten und trockenen Snare folgend, gepaart mit Paradiddles auf den Toms, wie auch Streicheleinheiten auf den Cymbals.

Der Tieftöner ist einerseits dem Rhythmus treu ergeben, dennoch kreiert dieser eigene Lines und solodeske Wege durch das intelligente Songwriting. Die Gitarren schrammeln und schrummeln bläckig durch die Riffs, werfen die eine und andere Welle an fetten Soundeinheiten auf, bleiben selbst im Rhythmus, der auch mal doomig und midtempi-verliebt daher reitet, treu und mit herrlichen und melodesken Soli untermalt, auch ab und an imposanten Lines intonierend. Die Vocals sind nicht unbedingt tief im Gutturalen zu suchen, eher im extremen Shouting und Screaming, eben oldschoolig deathig und blackig gehalten, mit klarer Aussprache, so à la frühere Kreator, Destruction, Sodom und Konsorten. Auch hier drückt der punkig-hardcorige Touch erneut durch. Somit ist «Void Universe» ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Black Metal Album geworden, mit Songs à la «A Knowledge Of Ligth», «Decay And Transformation», «Necromas», «Phantom Propaganda» und «The Strive» als Anspieltipps. Interessanter Black Metal, welcher wohl für die Hartgesottenen doch etwas progressiv und gewöhnungsbedürftig daher kommt, jedoch für potenziell Neugierige, welche gerne mal über den berühmten Tellerrand hinaus schauen, sehr interessant wirken kann.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QitTSu9DPT4

 

Samstag, 23 April 2022 09:36

Und wieder überrascht uns Mr. Speckmann mit seinem Speckmann Project und dem zweiten Longplayer namens «Fiends Of Emptiness» im Jahre 2022, ganze 31 Jöhrchen nach dem Debüt von 1991 , das unter der Flagge des «Speckmann Project» segelte.

Somit huste ich als erstes: Welcome back! Wars das schon? Nein, mitnichten. Oldschoolig, auf jeden Fall, und der Gitarrensound erinnert mich etwas an die uralten Obituary. Nebst dieser Bemerkung erinnert mich der Gesamtsound schwer an oldschoolig schwedisch deathig gehaltene Mucke, somit kommen dann auch Entombed (nein, kein Death'n'Röll Entombed oder A.D., sondern B.D., wohl bemerkt) und auch Dismember auf den Speiseplan. Wars das schon? Nö, denn nebst den deathigen, schwerfälligen Riffs erscheinen und erhallen auch thrashige und mitweilen auch sehr hardcorige, crossoverische Anleihen und Attitüden. Wundert einem dies? Ebenfalls nope, denn die Mannschaft dahinter, nebst dem Chicagoer Mr. Speckmann, ist schwer skandinavisch angehaucht. Häh? Well, hier das Line-up zu «Fiends Of Emptiness» und den releasten dreizehn Tracks: Paul Speckmann (Vocals), Rogga Johansson (Guitars, Bass), Kjetil Lynghaug (Lead Guitars), Jon Rudin (Drums).

Es sind dreizehn kurz gehaltene Songs, allesamt etwa in selbem Gewand gestrickt, soundwritingtechnisch gesehen, somit ist die vorgegebene Richtung gefasst und kann dieser gelegten Spur mit erkälteter Spürnase problemlos folgen. Nein, ich frage jetzt nicht mehr, ob es dies nun alles gewesen ist, nochmals nein, ich fahre jetzt einfach schreibtechnisch fort und weiter. Meist folgt nach dem Husten das Gekotze, wie nach dem Regen scheint die Sonne und ach ja, der Regenbogen folgt meist danach auch..., doch nach dem Husten und Gekotze folgt beim Schreiberling nichts mehr. Oh, habs vergessen, eine neue Hülse, logischerweise, doch ist eine neue Hülse mit dem Regenbogen vergleichbar? Nö, eindeutig nicht. Sinnbildlich, denn der Schreiberling verzichtet freiwillig auf den Husten und das Gekotze und schreitet direkt auf die feinperlige Hülse zu, trink- oder schiessbar, egal, Hauptsachte Hülse, verdammt nochmals. Ja, «Fiends Of Emptiness» hat 'ne arschgoile Produktion, klar, messerscharf, nicht unbedingt druckvoll, ausser der Booster wird gesetzt und das Cover ist Mr. Speckmann-würdig-gezollt. Ja, es ist eine schmerzlose Scheibe, ausser es wird beim Pogen gegen die Wand randaliert, die getrunkenen Hülsen ergeben Grindweh (vor allem wenn es die eben nicht Perligen sind...), nach einem Stagediving wird hart auf dem Boden gelandet, weil die Wimps nicht mitgezockt haben im Zuschauerraum.

So, eben oldschoolig à la Death Strike, Master (U.S.A.), Abonmination, Massacre, Obituary, Mantas, Celtic Frost, Hellwitch, Johansson & Speckmann, Entombed, Dismember, Slaughter, Revenant und, und, und. Die beiden Gitarren riffen sich so à la Grunge meets Black- und Death Metal like, mit einer dreckigen Attitude von oldschooligem Thrash Metal, Hardcore, etwas Punk, Crossover, einfach frei Schnauze, gepaart mit kurzen, schnatternden und schmerzlos-bösartigen gezupften Soli. Der Bass wummert clear und trocken im unteren Bereich, passend zu den beiden Klampfisten. Die Drums double-bassen, thrashen, speeden, grooven und hardcoren straight on. Die Snare knirscht trocken daher, die Toms demzufolge ebenfalls. Die Cymbalsberührungen klingen überraschend klar und beinahe schon giftig, wie wenn die Urvölker in den verschiedenen Zonen der Welt in deren urwaldischen Umgebung auf Jagd gehen, ab und an nervt es ein bisschen, ergibt aber durch das Nervige auch einen sehr speziellen Touch. Klingt auch so, als wenn eine Booster- und auch Erst-Impfung voll in die Eier geht. Der Gesang ist thrashig, deathig gehalten, klingt irgendwie auch eine zu-, beziehungsweise abgespeckte Version von Obituarys John Tardy, aber passt so, denn die ist nicht zu deathig gehalten, ja, irgendwie hardcorig-thrashig und stets bösärtig-tief verständlich dargebracht. Anspieltipps? Well, das wird hier etwas schwieriger, da alle dreitehn Tracks irgendwie ja in dieselbe Richtung tendieren. Dennoch versucht es der Schreiberling und nennt mal «Diabolical Sense Of Proportions», «They So-Called Tyrants», «Destroy The Week», «Then The Calm Before The Storm» und «Fiends Of Emptiness». Nun, checkt es mal aus, für alle Fans des Oldschooligen, Trinkfreudige, Thrashers, Deathers, teils Blackies, Speedies, Speckmanniers und Konsorten.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FKInu2h2WI8

 

Freitag, 22 April 2022 07:15

Zurück auf die Spur von Alben wie «Have A Nice Trip» und «Riders On The Storm» präsentieren sich Die Apokalyptischen Reiter mit dem neuen Werk so lebensfroh und tiefgründig wie immer.

Das experimentelle letzte Album «The Divine Horsemen» aus dem Vorjahr scheint hier wieder ungeahnte Energie zurück gebracht zu haben. Hier ist die Lust an Experimenten, an eingängigen und doch heftigen Liedern schlicht spürbar. Und trotzdem will ich nicht recht warm werden mit diesem Werk. Durchbricht man aber diesen subjektiven Eindruck, haben wir es hier, objektiv betrachtet, mit einem hochwertigen Werk zu tun, dessen Lieder an Konzerten ohne Ende abräumen dürften. Die Deutschen haben es dabei längst verstanden, wie die trotz in der Landessprache gesungenen Lieder keinen Vergleich mit Rammstein aufkommen lassen können. Zwar gibt es einzelne Stellen, die in diese Richtung gehen, die Apokalyptischen Reiter sind aber a) stilistisch offener und haben sich b) ihre Death Metal Wurzeln bewahrt.

Dazu kommen Texte, welche die Musik optimal unterstützen – und umgekehrt. «Von Freiheit Will ich singen» klingt nach Revolution, während «Blau» wirklich eine entspannte Atmosphäre verbreitet. Dazu folgen hymnische Schlenker wie bei «Volle Kraft». Mit «Leinen Los» hat sich auch wieder ein kleines «Seefahrerlied» eingeschlichen, was dem Album noch mehr Abwechslung verleiht. Das neue Werk besitzt das Potenzial, für Zuhörer:innen eine ähnliche Bedeutung zu erhalten, wie es für mich «Have A Nice Trip» und «Riders On The Storm» haben. Wer sich eigenständigen, leicht experimentellen Deutsch-Metal anhören möchte, kommt an dieser einzigartigen Band aus Weimar auch 2022 kaum vorbei. Für mich ist «Wilde Kinder» zwar nicht das beste Album der «Die Apokalyptischen Reiter», aber eines, das sich in der Diskographie der Deutschen definitiv nicht verstecken muss.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Sg0Ji4swcdg

 

Freitag, 22 April 2022 07:10

Die norwegischen Edel Hard Rocker aus Bergen mischen die Szene mittlerweile schon seit zwei Dekaden auf und legten seit ihrem starken Debüt «No Hay Banda» (2005) quasi mit jedem weiteren Album noch eine Schippe drauf. Der energiegeladene Sound erweist sich vor allem auch live als absolute Granate, und nebst dem charismatischen Frontmann Torkjell "Toschie" Rød brilliert nach wie vor das kongeniale Axt-Duo mit Arve Isdal sowie Thomas Tofthagen.

Mit dem bisher letzten Studio-Album «Blackout» (2018) gingen Audrey Horne sogleich auf Tour und hatten als Support Dead City Ruins und Magick Touch mit im Gepäck. Unvergesslich dabei der Auftritt im Böröm Pöm Pöm in Oberentfelden, wo die Band wieder alles gab und Toschie mitunter auf dem Bartresen performte. Im Jahr darauf war die Truppe erneut unterwegs und spielte unter anderem auch beim BYH!!!-Festival in Balingen (D) erfolgreich auf. Mit der Veröffentlichung von «Waiting For The Night» (2020), dem ersten offiziellen Live-Album (mit Aufnahmen aus Bergen 2018) sollte eine weitere Tournee folgen, die dann aber durch die Pandemie zunichte gemacht wurde. Wer nun dachte, dass hiermit allenfalls der Zenit erreicht war, wird nun eines Besseren belehrt, denn Corona "sei Dank" waren die Jungs eher wieder im Studio als eigentlich gedacht und hauen nun mit «Devil's Bell» ihr siebtes full-lenght Album heraus, und was für eines!

Schon der erste Durchlauf lässt einen frohlocken, denn was Toschie und seine Jungs da auffahren, ist schlicht gewaltig. Bereits der Opener «Ashes To Ashes» geht nach dem progressiv anmutenden ersten Part staubtrocken in die Vollen, erinnert hier etwas an knackige Ghost und ist spätestens, wenn die Twin-Guitars zu den ersten Soli ansetzen, nicht anderes als das, was der geneigte Fans an dieser Band liebt. Nicht minder energiereich zeigen sich anschliessend «Animal» und das schwer an Ozzy Osbourne und Jake E. Lee zu «Ultimate Sin» Zeiten (1986) erinnernde «Break Out». Zur genialen Bridge in der Mitte hätte man Ozzy glatt zum Duett aufbieten können. «Return To Grave Valley» beweist anschliessend, dass es auch rein instrumental (!) nichts zu beanstanden gibt. Überhaupt fällt keiner der insgesamt neun Songs ab, und wer um die Qualitäten dieser Hammer-Band weiss, wird nach dem Schlusstrack «From Darkness» nur noch jubeln!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ywisUKF7Cng

 

Freitag, 22 April 2022 07:04

Sänger Udo Dirkschneider nutzt die freie Zeit. Statt auf Tour zu gehen, was momentan eher schwierig ist, spielt er neue Alben mit U.D.O. oder DATOG (Dirkschneider And The Old Gang) ein. Der neuste und zugleich erste Streich beim neuen und aufstrebenden Label Atomic Fire nennt sich Udo Dirkschneider «My Way».

Ja, es ist nicht gerade innovativ ein Cover-Album zu veröffentlichen, aber in den Augen des Sängers ist dies in erster Linie ein Geschenk an sich selber zu seinem 70. Geburtstag. Auf «May Way» tummeln sich Lieder, welche den Solinger zu seiner Jugendzeit begleiteten. Dabei nahm er sich nicht die bekanntesten Tracks zur Brust, sondern wich auf Hits aus, die man kennt, bei denen man aber versucht war zu glauben, dass es eben «Highway To Hell» (statt «T.N.T.») oder «Breaking The Law» (statt «Hell Bent For Leather») werden würde. Einige Songs klingen gar so, als hätte sie Udo selber komponiert. Wie «Faith Healer» (Alex Harvey), «The Stroke» (Billy Squier) oder «Paint It Black» (The Rolling Stones). Überraschungen in Form von «They Call It Nutbush» (Ike And Tina Turner), «My Way» (Frank Sinatra, eine grossartige Udo Interpretation) oder «Kein Zurück» (Wolfsheim), wo Mister Dirkschneider zum ersten Mal in seiner Muttersprache singt, ergänzen eine extrem tolle Scheibe.

Grossartig sind auch «No Class» (Motörhead), «He's A Woman, She's A Man» (Scorpions), «Hellraiser» (The Sweet), «Sympathy» (Uriah Heep) und «Man On The Silver Mountain» (Rainbow) geworden. Udo ist bei allen Songs auf jeden Fall sich selber geblieben. Seine charakteristische Stimme drückt den Liedern den Stempel auf. Die Begleitband, bei der Peter Baltes (Ex-Accept) für den Bass und Stefan Kaufmann (ehemals U.D.O. und Accept) für die Gitarren verantwortlich sind, lässt nichts anbrennen und verleiht den Liedern einen fetten Metal-Anstrich. Die Frage, ob sich die Originale nun in der DNA von Udo eingenistet haben oder Herr Dirkschneider auf Basis seiner langjährigen Idole eine eigene Melange zaubert, bleibt indes unbeantwortet, denn vieles klingt einfach nach U.D.O. - Fazit: «My Way» ist ein Cover-Album, das keines ist, sondern einerseits die musikalische DNA von Udo bestens wiedergibt und man sich andererseits beim Anhören mehrmals fragt, wer die Originale ursprünglich komponiert hat. Somit wird hier die perfekte Verschmelzung zwischen persönlichen Einflüssen und eigener Identität geboten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CqOvc6dClaQ

 

Freitag, 22 April 2022 06:58

2014 noch als «Sentience» gegründet, überdachte der Vierer seinen Namen, nachdem Fans rund um die Welt Gefallen an ihrem Treiben gefunden hatten.

2016 brachten sie dann als Sentient Horror ihr Debüt «Ungodly Forms» auf den Markt. Ihren Zweitling «Morbid Realms» liessen sie 2019, kurz vor dem Pandemiestart, vom Stapel. Die Zeit während der konzertfreien Phase nutzte das Quartett kreativ und nun steht mit «Rites Of Gore» Album Nummer drei vor seiner Veröffentlichung. Auch die neue Platte ist wieder eine Hommage an den guten Oldschool Death Metal. Schön schnell und mit echt fetten Riffs ausgestattet, kommen die Jungs, aus der Region New Jersey stammend, ums Eck. Man kann die pure Aggression hören, die laut Sänger und Gitarrist Matt Moliti, von der Situation rund um die C-Massnahmen herrühren. Das Tempo wird auch kurz einmal gedrosselt, um dann wieder mit voller Härte zuzuschlagen. Plötzlich erhellt noch ein grooviger Part die Szenerie und ein geiles Solo zerschneidet das musikalische Gewitter. Auch im schnelleren Midtempo-Bereich fühlen sich «Sentient Horror» zu Hause, grooven ohne Ende, aber eben eine Schippe rasanter als andere Kombos.

Wer nun das Gefühl kriegt, dass die Songs nach klassischem Schwedentod klingen, liegt nicht ganz falsch. Die Amerikaner tönen eindeutig so, als ob sie der Göteborger-Szene entstammen. Sie kopieren ihn aber nicht einfach, sondern verehren diese dreckigen und rauen Parts. Dies ist besonders beim Titeltrack «Rites Of Gore» auszumachen. Die Gitarren sägen ordentlich, und die schwedische Atmosphäre wird getragen von einer deftigen Portion Geschwindigkeit. Eine Cover-Version darf auf «Rites Of Gore» auch nicht fehlen, und es verwundert nicht weiter, dass die Auswahl auf «Supposed To Rot» von Entombed gefallen ist. Es gibt wohl keine bessere Möglichkeit, um der verstorbenen Sänger-Ikone LG Petrov zu huldigen. Schweden Death ist total angesagt, aber das hat die Truppe noch nie interessiert, denn «Sentient Horror» gehen so oder so den Weg weiter, den sie eingeschlagen haben. «Rites Of Gore» ist eine krachende Platte, die wieder absolut und überwiegend, trotz fehlender Überhits, Freunden des schwedischen Death Metals ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IVM8tkMxVxk

Donnerstag, 21 April 2022 07:39

Die One Man Show von Daniel Beckman - besser bekannt Blackwald in der Power Metal Band Twilight Force - ist ein ziemlicher Kontrast zum sonstigen Wirken des Musikers. Das Gehör geht dafür nach Schweden in die Ferien.

Alle Instrumente selbst eingespielt und das Album in Eigenregie produziert, alleine das verdient schon eine gute Note, denn der Schwede hat diese Aufgaben glamourös gemeistert. Metalmässig hart klingt die Scheibe zwar nicht, das muss man erwähnen. Doch für Schweden-Fans und die, die mitunter Folk Metal abfeiern, jedoch ein absolutes Muss. Der Sound entführt einen in die tiefen Wälder Schwedens und entspannt ganz doll. Gleichzeitig werden, trotz des traditionellen Instrumente, gewisse Härten erreicht und lasst es mich so sagen: es ist ein absoluter Wohlklang für die Lauscher! Langes, sprich weiteres "Bla Bla" braucht es zu «Resan» nicht. Ob dies nun "Metal" ist oder nicht, darüber kann man sicherlich diskutieren. Fakt ist auf jeden Fall, dass das Ganze bezaubernd dargeboten wird!
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Mvt5WphvtE0

Donnerstag, 21 April 2022 07:33
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v. 10 Punkten: 8.3

Im Jahre 2017 wurde diese internationale Band namens Absent In Body von Mitgliedern aus Amenra, Sepultura und Neurosis gegründet. Mit «Plague God» veröffentlicht man das Debüt-Werk als full-length Scheibchen mit sagenumwobenen fünf langen bis ultralangen Tracks, nebst dem im Jahre 2017 in Eigenregie veröffentlichtem Demo namens «Absent In Body».

Nun, Absent In Body zieren die Members Colin H. Van Eeckhout (Gesang, Bass), Mathieu J. Vandekerckhove (Gitarre), Scott Kelly (Gitarre) und Igor Cavalera (Drums). Nebst den eben genannten zwei Releases gab es da noch eine Split-Veröffentlichung, sprich die Idee zur just besagten Bandgründung, nämlich die #5-Split-EP von Hypertension Records namens «The Abyss Stares Back» um zu beglücken. Na ja, der Rest ist ja bekanntlich Geschichte bis zum aktuellen Release namens «Plague God». Der Sound ist schwerfällig, beinahe schon doomig, etwas mit Industrial versehen, vielleicht auch ein wenig Crossover, Hardcore und dem besagten Post Metal, Sludge Metal. Soundtechnisch geht es auch etwas Richtung Nailbomb, etwas Sepultura, etwas Neurosis, etwas Amenra, gepaart mit Front 242- und Revolting Cocks Einflüssen. Lyrisch geht es vollpandemisch ab, ergo zur COVID-19 Thematik. Soundwriting-mässig geht es dagegen voll nihilistisch, düster ab. Nebst den heftigen, schweren Soundparts sind auch akustische Momente auszumachen, wie die Sonne Wolken mit ihren Sonnenstrahlen durchbricht.

Ja, auch EBM ist teils aus dem Gesamtsound heraus zu hören. Der Gesang wandert von Clearvocals bis zu Growlgesang hin und her, klar formuliert, bösartig tief, beinahe schon schmerzverzerrend verschreiend. Die Gitarren hängen wie schwere Wolken über den Riffs, und dennoch gibt es leichte, melodiöse Lichtblicke, nämlich in den akustischen Momenten, wo die Distortion entschwindet und leichte Melodylines erklingen. Der Tieföner wummert derweil genüsslich tief und doomig daher. Dieser wird wiederum von der Langsamigkeit des harten Drummings unterstützt, mit viel Cymbals- und Toms-Einsätzen. Die schweren Double-Bass Drums und die harte, sonore Snare ergeben den Rest. Der Gesamtsound ist sehr düster, monoton, schwerfällig und zäh wie Lava gehalten. Anspieltipps für diese fette, klare, heavy Produktion mit dem düsteren Cover-Artwork wären sicherlich «In Spirit In Spite» und «The Acres The Ache». «Plague God» ist schwere Kost, zeigt die Düsterheit dieser aktuellen Welt auf, das Spiegelbild der Isolation und bietet dennoch Schutz vor Ansteckung. Nö, keine lästigen Schwurblereien an der Stelle, sondern hört vielmehr selbst rein, und dann weisst ihr alle, was es gepfiffen hat.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PfnuztoGz_I

 

Donnerstag, 21 April 2022 07:26

Die multinationale Band Hilltops Are For Dreamers steht mit ihrem Debüt-Album «In Disbelief» zum Abheben bereit. «Silence» beginnt, dem Titel entsprechend, leise, aber nur für wenige Augenblicke, denn dann folgt ordentlich wütender Post Hardcore.

Aggressive Shouts, die, in Kombination mit sphärischem Sound, für gute Laune sorgen! Mit einem verstörenden Riff startet dagegen «Severe Serenity». Nach diesem Start entwickelt sich der Song zu einem richtigen Hassbatzen, der seine Hardcore-Roots zu keiner Sekunde verbergen kann. Verträumt beginnt «Healing After The Fall» und steigert sich zu einem Filmsoundtrack für das Kopfkino. Aber das ist nur die Ruhe vor dem Sturm, denn nachher tobt immer mal wieder ein Tornado! Eine sehr interessante Mischung, die uns Hilltops Are For Dreamers da präsentieren. Hardcore pur gibt es mit «The Tide», und so klingt es, wenn Hilltops Are For Dreamers den Knüppel aus dem Sack lassen! Natürlich sind auch besinnliche Momente auszumachen, die unheimlich gut für die Spannung sind. «Turn Into Oblivion» kombiniert andererseits garstige Hardcore-Wurzeln mit nachdenklichen Momenten. Und ja, diese ausgewogene Mischung macht das gelungene Endresultat aus! Ein weiterer Hit ist auch «The Sirens Woe», der ebenfalls mit Varianz auftrumpfen kann. Schon fast poppig wabert anschliessend «Revival» aus den Boxen. Ein ruhiger und gefühlvoller Song, der an Linkin Park erinnert. Mit der Ballade «Unsoiled Soul» wird dieses abwechslungsreiche Album versöhnlich beendet. Hilltops Are For Dreamers haben das Mischverhältnis optimal getroffen, und so markiert das Debüt-Album «In Disbelief» einen Volltreffer ins Schwarze!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UckWHiF_Uig

 

Donnerstag, 21 April 2022 07:20
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Bestehend aus einer Live-CD und der dazugehörenden DVD kredenzen uns Inglorious eine neue Live-Präsentation.

Ich war es bisher nicht und werde auch nie der grosse Fan von Inglorious werden, aber bei diesem Werk muss ich gestehen, dass die Songs wirklich packende Momente aufblitzen lassen und zu gefallen wissen. Dies liegt aber weniger am Gesang von Nathan James, der, wie zum Beispiel auch Dino Jelusik, sicher eine grossartige Stimme besitzt, mich aber leider beide nicht begeistern können. Hier auf «MMXXI» sind es hingegen die beiden Gitarristen Danny De La Cruz und Dan Stevens, die mich völlig flashen. Wie bei «Breakaway», «Read All About It» oder «Holy Water». Das Heart Cover «Barracuda» hätte sich die Truppe allerdings sparen können, denn daran haben sich schon andere Bands die Zähne ausgebissen. Was mir auf dieser Livescheibe jedoch bewusst wird, ist, dass das Material oftmals sehr gleichförmig daher kommt und Nathan in meinen Ohren eben nicht die Akzente setzen kann, wie das zum Beispiel ein Paul Shortino (ehemals Quiet Riot, ehemals Rough Cutt) zu tun vermag. Den Fans der Briten aus London wird das alles freilich ziemlich am Arsch vorbei ziehen, und diese werden ihre Helden ohne Wenn und Aber abfeiern.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8GICTqrGYb8

 

 

Mittwoch, 20 April 2022 08:17
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v. 10 Punkten: 8.9

Darkher stammen aus Nordengland und treiben bereits seit 2012 ihr Unwesen. Nun wird mit «The Burial Storm» das zweite Album veröffentlicht.

Den Auftakt macht «Sirens Nocturne» mit leisen Tönen und ist eigentlich nichts als ein endloses Intro. Meditativ geht es mit «Lowly Weep» in die nächste Runde. Diese Musik lädt zu einem Spaziergang ins Reich der Träume ein. Der feenhafte Gesang zieht mich sowas von in seinen Bann, und ich werde auf der Stelle hypnotisiert! «Unbound» ist dagegen ein Zwischenspiel von zwei Minuten und wirkt arg zerbrechlich, was sicher auch am Gesang liegen mag. Ebenso besinnliche Musik bietet «Where The Devils Waits». Leise Klänge im Einklang mit zerbrechlichem Gesang verfehlen ihre Wirkung nicht und vermögen für Gänsehaut-Momente zu sorgen! Sphärisch und wie aus einer anderen Dimension schwebt einem «Love's Sudden Death» direkt ins Ohr. Irgendwie wird so eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen. Traurig und verletzlich wird es mit «The Seas», und man kann es sich vorstellen, wie es sich anfühlen mag, ganz alleine auf dem offenen Meer dahin zu treiben! Eine besinnliche Ballade wird schliesslich mit «Immortals» frei Haus geliefert und dabei masslos aus dem Fass der Melancholie geschöpft. «Fear Not, My King» ist gespenstisch und weckt Unbehagen in mir. So wird ein ruhiges und bemerkenswertes Album zu Ende gebracht. Fazit: «The Burial Strom» glänzt als aussergewöhnliches Werk mit aussergewöhnlicher Musik für aussergewöhnliche Fans!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iMTAu9NTAIY

 

Mittwoch, 20 April 2022 08:10

Uffa, aus dem Vereinigten Königreich entstammend, aus London, greifen hier Monuments ins metallische Geschehen ein, und zwar seit dem Jahre 2009. Damals noch unter dem Pseudonym Elements laufend, um sich dann nur ein Jahr später wieder aufzulösen und  neugründend unter dem Namen Monuments zu verewigen.

«In Stasis» mit zehn Songs ist bereits das vierte Longplayer-Album, alle bei Century Media Records released, also «Gnosis» (2012), «The Amanuensis» (2014) und «Phronesis» (2018), nebst der Debüt-EP «We Are The Foundation» auf BigCartel, der Herrschaften um Andy Cizek (Vocals), John Browne (Guitar), Adam Swan (Bass) und Mike Malyan (Drums), die sowohl viel Progressivität als auch technischen Firlefanz ins Soundwriting miteinfliessen lassen und die Grate des Death Metals aber auch New Metals mühelos miteinander verschmelzen lassen. So sind Vergleiche zu Periphery und TesseracT, als auch Fellsilent und The Tony Danza Tapdance Extravaganza nicht verwunderlich. Zudem stammt der Gitarrist John Browne von Fellsilent und Monuments war seinerzeit als Nebenprojekt von ihm und damals Josh Travis (ebenfalls an der Klampfe, The Tony Danza Tapdance Extravaganza) gegründet worden. Nun, sind wir bei «In Stasis» gelandet, welches durch eine satte und druckvolle Produktion glänzt, einem interessanten wie auch leuchtend farbigen Cover-Artwork beeindruckt dargebracht wird. Das Songwriting ist in der berühmten Djent-Manier gestaltet, also progressiv, abstrakt, etwas "mathematisch" und mit vielen Breaks ausgemalt.

Nun, etwas gewöhnungsbedürftig sind die spagatmässigen Stimmbandakrobatiken, welche von deutlichem, sehr melodiösem Klargesang bis zu tiefen, bösartigen Growls reichen. Die Drums tänzeln förmlich im Double-Bass, mal groovend, mal grenzwertig leicht blastüberfallend, jedoch mit viel Cymbals- und Tomspiel, sowie mit einem satten Snaresound ausgestattet. Der Bass wummert warm und konstant sowohl im solodesken als auch riffenden Bereich. Der Quetschbalken rifft sich konstant hart, groovend durch die Noten, gepaart mit vielen Melodiebögen und teils kurz gehaltenen, melodiösen Soloauftritten. Nun, welche Tracks bleiben dem Schreiberling hängen? Well, well, so sind «Opiate», «The Cimmerian», als auch die gefeaterten Tracks «No One Will Teach You» (ft. Neema Askari) und «Arch Essence» (ft. Spencer Sotelo) nennenswerte Anhörbeispiele. Yep, gesangstechnisch als auch musikalisch erinnern Monuments stark an Bullet For My Valentine, jetzt ist es mir wieder eingefallen, dem alten, dattrigen, demenzbehangenen Schreiberling. Anyway, Anhören ist empfehlenswert, ist doch «In Stasis» sehr interessant geschrieben worden und hält einige Überraschungen bereit. Gestandenes Werk!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VEViBL1LN-0

 

Mittwoch, 20 April 2022 08:03
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v. 10 Punkten: 7.0

Thanateros ist der Todesgott, Eros der Gott der Begierde. Mischt man die beiden zusammen, erhalten wir den äusserst wohlklingenden Bandnamen der bereits länger existierenden deutschen Formation.

Die eher ungewöhnliche Mischung aus düsterem Grufti-Sound und keltischen Einflüssen bescherte der Band Tourneen mit grossen Namen wie Subway To Sally oder Finntroll. Ende März meldet sich die Band um Ben Richter mit einem ansprechenden Werk zurück, und auch wenn es nicht so kracht wie ich es mir bei der Bio gewünscht hätte, so kann ich dem Album nur eine gute Endnote verpassen. Ein Gefühl einer gewissen Weichheit begleitet mich während dem ganzen Album. Nach einem eher schwachen Auftakt kommt die Band mit der Zeit doch noch ein Bisschen in Fahrt, aber es dürfte etwas mehr knallen. Das ist auch mein Hauptkritikpunkt an dieser Scheibe. Es wirkt, als würden sich die Herren bei ihrer Musik zügeln.

Echt schade, denn hier gäbe es genügend Platz für etwas mehr Mut und Biss. Vielleicht ist aber auch der Mix nicht optimal ausgefallen, was das Hörerlebnis massgeblich beeinflusst. Lustigerweise reisst mich der Bonus-Song fast am meisten mit. Das Cover von «Running Up That Hill», einem Hit der Pop-Ikone Kate Bush ist mein persönlicher Earcatcher. Der Kult-Song wurde inzwischen ja mehrmals gecovert, doch diese neue Bearbeitung verleiht dem Song einen bisher ungehörten Touch, der mich absolut wegschmelzen lässt. Alles in allem präsentiert sich «On Fragile Wings» somit als gelungener Longplayer, den man sich gerne mal geben darf.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jX8Wcpx2Vn4

Mittwoch, 20 April 2022 07:58
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v. 10 Punkten: 8.3

Gauntlet Rule wurden 2019 von Gitarrist Rogga Johansson (Paganizer, Massacre) und Bassist Peter Svensson (Assassin's Blade, Void Moon) ins Leben gerufen, um ihre Vision von zeitlosem Heavy Metal umzusetzen. Vervollständigt wurde die Truppe durch Frontmann Teddy Möller (Loch Vostok) und als Guests fungieren Blaze Bayley (Ex-Iron Maiden, Wolfsbane) und Lorraine Gill (Taist Of Iron).

Nachdem der Opener «The Caneham House» zunächst mal wie eine Herde wilder Büffel durch die gute Stube rauscht, empfiehlt sich «Run The Gauntlet» danach als formidables Metal Riff-Gewitter, das gut ins Ohr geht und die Matten zum Schwingen bringt. Getragen durch eine herrliche Vintage-Produktion, bei der sich die Rhythm-Section mit Peter Svensson (b) und Lars Demoké (d) ebenso glanzvoll in Szene setzen kann, geben sich tempomässig abwechselnde Songs die Klinke in die Hand. Ein weiterer Höhepunkt ist «Dying For My Dreams» mit Mr. Bayley an den Vocals, und obwohl Teddy mit sehr ähnlichem Timbre eine ebenbürtige Vorstellung abgibt, hätte Blaze eigentlich das ganze Album ebenso sehr gut zu Gesicht gestanden. Überhaupt lässt sich die Mucke von Gauntlet Rule zumindest teilweise mit «War Within Me», der aktuellen Scheibe von Blaze, vergleichen. Für ein weiteres Vocal-Schmankerl sorgt die eingangs erwähnte Lorraine Gill bei «A Choir Of Angels». Insgesamt geht «The Plague Court» in der Tat als echt tolle Metal-Scheibe durch und verdient entsprechende Aufmerksamkeit.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hhYb3A0dEDs

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