Sonntag, 29. Mai 2022

Metal Factory since 1999

Samstag, 28 Mai 2022 07:53

Wer gedanklich nach London schweift, denkt oft an die Royals, saftige Preise und das Wachsfigurenkabinett. London hat aber noch eine andere Hörenswürdigkeit – die Okkult Metaller The Heretic Order. «III» ist dann auch der schlichte Titel ihres dritten Albums nach «All Hail The Order» und «Evil Rising».

Die Truppe befasst sich inhaltlich mit modernen sowie alten Themen. Deshalb findet auf «III» alles, von Weltverschmutzung, Krankheiten, Gier, den Illuminaten und ausserirdischem Leben, seinen Platz. Boshaftigkeit bietet also den Nährboden für die Scheibe. Das Artwork von Danny Felice und "Fivemiligrams Artworks" ist, im Vergleich zum Inhalt, leider sehr schlicht ausgefallen und erzeugt bei Nichtkennern der Band keinen grossen Bock auf den Inhalt. Bei der Vertonung hat sich der Vierer aber deutlich mehr ins Zeug gelegt. Mit geschmeidigem Oldschool Heavy Metal, dazu einem Schuss Okkultismus folgt die Truppe ganz der Tradition à la King Diamond oder Alice Cooper.

Die Songs sind zwar nicht ultrahart, aber dennoch irgendwie giftig und fies. Dies liegt unter anderem am Gesang von Dominus DF Ragnar, der in seiner Stimme von Schlumpf bis Höllenhund alles beherbergt. So entstehen schöne kleine Horrorgeschichten, die auch professionell vertont sind. «The Heretic Order» wirken auch echt in ihrem Tun. Es gibt bekanntlich genug Combos dieses Genres, die eher wirken, als wären sie gerade der nahegelegenen Geisterbahn entflohen und auf Image, statt Musik setzen. Dazu gehören The Heretic Order definitiv nicht, und mit ihrem neuesten Output «III» liefern die Engländer erneut eine gelungene kleine Metal Horror Show ab.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kTR5KAybl6Y

Samstag, 28 Mai 2022 07:45
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mark Tremonti kennt man in erster Linie als Gitarren Riff-Monster bei Creed und Alter Bridge. In seinen bisherigen Solo-Läufen frönte der bekennende Celtic Frost und Metallica Fan denn auch eher härteren und schnelleren Gitarrenklängen. Entsprechend überrascht es doch sehr, dieses brandneue Solo-Album im Player rotieren zu sehen.

Mark Tremonti singt Frank Sinatra? Wie mag das klingen? Rifft er hier die alten Klassiker in einem neuen Kleid daher? Weit gefehlt. Mark schmeisst sich in seinen Smoking, legt die Gitarre zur Seite und leiht seine Bariton-Stimme den Klassikern, die im Originalgewand beibehalten werden, inklusive den verbliebenen Original Orchester-Musikern von Frank Sinatra! Wow, damit hätte wohl niemand gerechnet und war auch für Mark selber ein riesige Challenge. Erstens, da er sich nicht hinter seiner Gitarre verstecken konnte, respektive um nur seine Stimme in den Vordergrund zu stellen, und zweitens in einem komplett neuen Genre mit dem Vermächtnis des grossen Sinatra umzugehen hatte. Mark macht dies mit Herzblut und Leidenschaft, schliesslich handelt es sich bei dem Projekt um eine Herzensangelegenheit. Er widmet den ganzen Erlös an die NDSS (National Diabetes Syndrome Society) und grundsätzlich seiner Tochter, welche an Diabetes leidet. Hier ist kein gelangweilter Künstler am Werk, der dem Geld wegen den Stil ändert, sondern ein leidenschaftlicher Musiker und liebender Vater, der seinen Status für eine gute Sache einsetzt und dabei seine eigenen Grenzen auslotet.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/heGRvVBaB68

Samstag, 28 Mai 2022 07:40

Als Erstes gleich mal vorneweg, Besvärjelsen ist schwedisch und heisst soviel wie Beschwörung. Somit ist auch gleich klar, woher die Band um Sängerin Lea Amling Alazam her kommt. Na? Schweden natürlich!

Der Sound auf «Atlas» ist aber so richtig untypisch für die bisher bekannte schwedische Musiklandschaft. Kein Radio-Pop, kein Death Metal und auch kein Sleaze Rock. Besvärjelsen frönen vielmehr dem Doom Rock, und dies so schwer und vintage, wie es nur geht. Das Soundgewand würde in eine furztrockene Wüste passen, mit weit und breit keinem Tropfen Wasser. Die Gitarren-Riffs marschieren mit schweren Beinen durch den Sand, während Leas Stimme wie die brennende Sonne im Nacken sitzt und man beim Anhören der ganzen Platte eine Fata Morgana zu Gesicht bekommt. Dann und wann drücken sanftzarte Melodien durch, welche Zuhörer:innen in eine Art Meditation versetzen, um danach gleich wieder zurück in die Realität geholt und sich darüber klar zu werden..., Wüste, nichts als Wüste. Ich werde den Bandnamen wohl noch lange üben müssen, um ihn korrekt aussprechen oder gar schreiben zu können, aber der Sound von «Atlas» bleibt definitiv hängen, und das ist gut so.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Z8AMBPvtH_E

 

Samstag, 28 Mai 2022 07:31

Das griechische Record Label "Rock Of Angels Records" beherbergt mittlerweile eine ansehnliche Liste an Bands, und erfreulicherweise sind da auch einige Schweizer Combos wie Emerald, Felskinn oder eben auch SiN69 darunter vertreten. Letztere haben sich neu formiert und bestehen aus Marina Schaller und Thomas Schaller (Lead- und Backing Vocals), Beat Hefti (Guitar), Pesche Liechti (Bass), Michael Vaucher (Guitar) und Charles Mönroe (Drums).

Im diesem Line-up vereinen sich Members von vier Haupt-Bands, sprich Circle (die vier Erstgenannten), Emerald (Michael) und King Louis (Charles). Somit trifft Melodischer Hard Rock auf Heavy Metal und Rotz Rock. Der Streifzug durch die als "unterschiedlich" bezeichneten Songs offenbart im Wesentlichen aber schon weitgehend mehr Hardrockiges als Metallenes. Die beschriebene Essenz wird dabei durch ein paar "emerald'sche Guitar-Licks", zwischendurch auch Twin-Leads der Herren Hefti und Vaucher, bereichert und von Charles' straightem Power-Drumming befeuert. Das charakteristische Merkmal von SinN69 ist jedoch der zweigeteilte und auf Melodie getrimmte Leadgesang zwischen Marina und Thomas. Der Opener «Guardian Angel» steht auf dem selbstbetitelten Debüt noch am ehesten für "Metal" und besticht mit dem bereits als prägnant-melodisch beschriebenen Gesang und den ersten Guitar-Licks der Axt-Front.

Ebenso raumfüllend tritt «Around The World» hervor, und auch hier "stiehlt" der töfte Gesang dem Rest zumindest fast die Show, denn obwohl dezenter eingesetzt, gefallen die Gitarren hier ebenso. Tempomässiger etwas gedrosselter rockt «Hang It Up» mit den Leads von Thomas und kernigem Southern-Flair die Hütte. «Angels Cryin» bedient derweil mehr die Rotz-Ecke, während mich Marina vor allem bei «Cowboy» vom Timbre her an Lee Aaron erinnert und damit, zumindest bei dieser "Halbballade", den Farbtupfer des Albums markiert. Der Rest hebt sich nicht gross vom anderen Material ab, respektive hält den zu Beginn gesetzten Qualität-Level aufrecht. Was mir aufgrund der Ankündigung allerdings fehlt, ist ein deutlicheres Metal-Statement, sprich ein härterer Song zu den anderen hin oder zumindest ein Instrumental, das die Fähigkeiten der Gitarristen gewürdigt hätte, denn Platz hätte es dafür längst gehabt.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gRg9odFS2sQ

Freitag, 27 Mai 2022 06:25

Def Leppard haben die Musikwelt revolutioniert. Einerseits mit ihren grossen Produktionen für die John "Mutt" Lange verantwortlich war und andererseits mit ihren gigantischen Chören. Ganz zu schweigen davon, dass sie unzählige Mega-Hits komponierten.

Mit «Pyromania» verkauften die Engländer in den US of A allein zehn Millionen Einheiten, während «Hysteria» dies mit zwölf Millionen nochmals locker toppen konnte. Sänger Joe Elliott und seine Jungs trafen den Nerv der weltweiten Nation und waren mit Liedern wie «Photograph», «2 Late 4 Love», «Pour Some Sugar On Me», «Animal» oder «Armageddon It» in aller Munde. Auch wenn die Anzahl Verkäufe in den letzten Jahren nicht mehr diese Dimensionen annahmen, so lieferten die Britten immer ab. Wie auch auf dem neusten Streich «Diamond Star Halo». Der Opener «Take What You Want» ist ein reinrassiger Rock-Track, der umgehend im Gehör hängen bleibt, um darauf mit dem rockigen «Kick» und vielen Elementen der Siebziger zu überzeugen. Diese Parts verwenden die Herren auf dieser Scheibe häufiger und zollen somit ihren Idolen Tribut. Was immer bleibt, ist die sofort erkennbare Stimme von Joe Elliott und das harmonische Zusammenspiel der beiden Gitarristen Vivian Campbell und Phil Collen.

Nicht zu vergessen sind natürlich Bassist Rick Savage und Drummer Rick Allen. Eine fast reinrassige Country-Nummer ist die Ballade «This Guitar» geworden, bevor der taube Leopard mit «SOS Emergency» wieder losrockt. «Goodbye For Good This Time» ist eine Hammer-Ballade, die mit Piano und Streichern unter die Haut geht und logischerweise mit einem monumentalen Refrain sich sofort in den Gehörgängen festkrallt. «All We Need» hat fast etwas U2-mässiges, damit «Gimme A Kiss» fett losrocken kann. Mit der Benotung kann man nur unfair sein. Denn! Hört man sich das Album an, ist es eine klare 9.5 Benotung. Mit dem Wissen, dass die Jungs aber die beiden erwähnten Scheiben veröffentlichten und mit dem Vorgänger «Def Leppard» sowie den Überhits «We Belong», «Dangerous» und «All Time High» Klassiker für die Ewigkeit schrieben, fällt «Diamond Star Halos» leicht ab. Was macht der Rezensent nun in seinem Dilemma? Ganz einfach, er zückt eine verdiente neun.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8gVFN8qIhWg

 

Freitag, 27 Mai 2022 06:19

Der Vorgänger rotiert noch immer regelmässig in meinem CD-Player, da kommt schon der neuste Streich und wartet darauf, «Immortal» ablösen zu können. «Universal» reiht sich dabei problemlos in die aktuelle Schaffensphase des Wunder-Gitarristen aus Hannover ein.

Wie schon auf dem letzten Album, wird er von vielen Musikern unterstützt. Dabei nimmt Michael Voss wieder eine sehr wichtige Rolle ein, der die neue Scheibe auch produzierte. Ronnie Romero sang die meisten Tracks ein und belegt einmal mehr, welch begnadeter Shouter er ist. Die Tour wird Ronnie aber nicht mitmachen, sondern auf ebendieser ist Robin McAuley als "Ersatz" angeheuert worden. Neben Ronnie wurde das Mikrofon auch Michael Kiske (Helloween) und Ralf Scheepers (Primal Fear) in die Hände gedrückt, die musikalisch von den Schlagzeugern Brian Tichy (The Dead Daisies, ehemals Whitesnake), Bodo Schopf (MSG), Bobby Rondinelli (Axel Rudi Pell, ehemals Rainbow) und Simon Phillips, den Bassisten Barry Sparks (ehemals Dokken, MSG), Bob Daisley (ehemals Ozzy) und Barend Courbois (Blind Guardian, ehemals Vengeance) unterstützt werden. «A King Has Gone» wird von Mister Kiske mit seiner Stimme perfekt umgesetzt und gilt als Hommage an Ronnie James Dio.

Die beiden Eröffnungsnummern «Emergency» und «Under Attack» weisen den Weg und lassen die gesamte Breite der Spielweise von Michael Schenker aufblitzen. Seien es die eher wilden Momente oder die gefühlvollen Parts, in denen seine Flying-V fast zu weinen scheint. Wie bei «The Universe», das mit viel Emotionen vorgetragen wird. Im Gegensatz dazu steht das flotte «Long Long Road». Gefährlich kommt «Wrecking Ball» ums Eck, das dank der Stimme von Ronnie unglaublich geil klingt. Sehr rockig und an alte Zeiten erinnert «Yesterday Is Dead», während «Sad Is The Song» mit einem Blues-getränkten Unterton erklingt und der Speeder sich «Au Revoir» nennt. Die beiden Bonus-Tracks «Turn Off» und speziell «Fighter» brauchen sich nicht hinter den anderen Liedern zu verstecken, und so kommen wir zum Fazit: «Universal» ist erneut ein cooles Album geworden, das nicht nur durch die Fingerfertigkeit des Meister-Gitarristen lebt, sondern auf die Leistung aller Beteiligten zählen kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tW4UqC16nvM

 

Freitag, 27 Mai 2022 06:14

Finnlands Death Metal Vorreiter «Corpsessed» feiern ihr 15-jähriges Jubiläum mit der Veröffentlichung des brandneuen Albums «Succumb To Rot», das über Dark Descent Records erscheinen wird.

Die unheilige Allianz, der Finnen mit DDR, die 2011 mit der hochgelobten EP «The Dagger & The Chalice» begann, hat die letzten Jahre gut überstanden und besteht bis heute. «Corpsessed» haben sich ihre eigene Nische im Untergrund des Todes geschaffen und graben sich seitdem ständig nach oben. Dass es für den Fünfer ziemlich gut läuft, spricht auch die unveränderte Bandbesetzung seit sieben Jahren. Die Truppe gehört zwar nicht zur Speerspitze der ganz alten Todes-Heroen, haben sich aber ein starkes Standbein geschaffen, um künftig in der Death Metal Hierarchie ganz vorne mitmischen zu können. «Succumb To Rot» ist ein acht Track starker Meilenstein in Sachen atmosphärischer Oldschool Death Metal.

Die Gitarren sind ultratief gestimmt, und das unverständliche Gegrunze kommt direkt aus der Hölle. Eine Stärke der Band ist mitunter, dass sie bei aller Liebe zur Tradition, nicht altbacken klingen. Sie weiss ein gesundes Mass an Abwechslung zu schätzen, und deshalb funktioniert ihr Death Metal langsam, chaotisch, schnell und vorwärts schreitend. Das haben «Corpsessed» definitiv verstanden, auf «Succumb To Rot» geschickt eingebunden und müssen sich die oft bemängelte Eigenständigkeit nun nicht mehr anlasten lassen. Für alle, die gehaltvollen, Oldschool Mähdrescher metzelnden Todesmetal zu schätzen wissen und bewusst den Anspruch auf Harmonie und Melodien-Bögen ausblenden, denen sei diese Platte wärmstens empfohlen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gMcYWMWxyfg

 

Freitag, 27 Mai 2022 06:07
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v. 10 Punkten: keine Wertung

"Wollt ihr Rock'n'Roll?" will Oimel gleich zu Beginn vom Publikum wissen. Tja Freunde, Nitrogods sind in meinen Ohren noch immer die besten Nachfolger von Motörhead. Die knackige Mucke mit einer grossen Prise Blues und Boogie gehört einfach auf die Bühnen dieser Welt und verwandelt jede Bude nach wenigen Sekunden in ein Tollhaus. 

Schon mit dem Opener «Black Car Driving Mad» lassen der singende Bassist Claus "Oimel" Larcher, Gitarrist Henny Wolter (ehemals Thunderhead, Primal Fear, Sinner, Fair Warning) und Schlagzeuger Klaus Sperling (ehemals Primal Fear, Sinner) nichts anbrennen, sondern fackeln die Hütte nieder. Es sind diese einfachen Riffs, die sofort in Bein wie Ohr gehen und der furztrockene Groove, der einem umgehend einen Arschtritt versetzt. Eine bessere Möglichkeit als Nitrogods live kennen zu lernen, ausser bei einem Konzert, gibt es nicht. Darum kauft Euch diese Live-Scheibe! Das Trio feuert aus allen Rohren und lässt so manche junge Band im Vergleich dazu sehr alt aussehen. Darum auch das sehr präzise, aber äusserst ehrliche Statement der Jungs: "Wir sehen vielleicht immer noch jung aus, aber glaubt es oder nicht.

Wir sind alt, und es ist der Rock'n'Roll, der uns jung gehalten hat." So sind sie eben. Vielleicht hilft Euch bei diesem Album der Thunderhead Track «Take It To The Highway» als Einstieg. Ein Song aus dem Jahre 1989, bei dem schon damals klar war, an wessen Stuhlbein die Deutschen sägen wollten. Es ist diese spürbare Unbekümmertheit, welche von den Jungs ausgeht und die auch immer bei den Ansagen ihre Lacher findet. Eine, die nicht gespielt ist, sondern die persönliche DNA der Herren wiedergibt und beweist, dass an den Gitarrensaiten und den Schlagzeugfellen Blut, Schweiss wie Tränen kleben. Okay, vielleicht noch der eine oder andere Tropfen Bier und Whisky, aber es ist diese Leidenschaft, die man sich für kein Geld der Welt kaufen oder aneignen kann, sondern generell und auch auf «Ten Years Of Crap» schlicht verinnerlicht wurde. Grandioses Teil!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yX6lTt5vPpQ

 

Donnerstag, 26 Mai 2022 06:44

Aus New Jersey/USA kommt die Band Drift Into Black über den grossen Teich geschwappt. Im Gepäck mit dabei haben sie ihr neues Album «Earthtorn». Progressiver Doom wird mit «It Fell From The Sky» dargeboten, und die Musik kann mit Abwechslung glänzen.

Eine Prise Heavy Metal wird dem Doom-Gebräu auch noch beigemischt. «The March To Oblivion» ist ein wahres Midtempo-Monster, das alles zu überrollen droht. Eine nachdenkliche Doom-Hymne gibt «Angel Of Doom» ab, und der liebliche Gesang der Sängerin verzaubert einen auf der Stelle. Ein kurzes Zwischenspiel stellt «Ghost On The Shore» dar und könnte die Musik aus einem Sci-Fi Film sein. Mit Vogelgezwitscher wird bei «The Ups And The Downs» der Einklang mit der Natur gesucht und das auf eine ganz ruhige Art. Leider fällt das Resultat sehr unspektakulär aus. «Weight Of Two Worlds» fährt derweil ein massives Riff auf, zusammen zu hören mit dem Gegrowle des Sängers. Allerdings zieht sich der Song endlos lang in die Länge, und zu «Left To The Burning Sun» kann das begonnene Nickerchen getrost weiter geführt werden, auch wenn die Mucke hier flotter als seine Vorgänger unterwegs ist. «On Borrowed Time» überzieht sich zudem mit reichlich Zuckerguss und weckt mich auch nicht wirklich auf! Das Ende naht schliesslich mit «Mankind», und nochmals wird unspektakuläre Musik dargeboten, die einfach nicht hängen bleiben will. So gelingt es Drift Into Black, trotz ein paar Lichtblicken, insgesamt nicht, im Gedächtnis Spuren zu hinterlassen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nULqkxmv2zU

Donnerstag, 26 Mai 2022 06:38
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v. 10 Punkten: 8.5

Ich erinnere mich noch gut an das grossartige Album «Antenna» aus dem Jahre 2003. Mann..., was wurde diese Platte abgefeiert und hat Cave In so richtig gross gemacht. Danach habe ich die Band leider ein bisschen aus dem Fokus verloren, bis jetzt.

Neunzehn Jahre später sind sie plötzlich wieder da, auf meinem Schirm. Natürlich ist inzwischen "nicht nichts" passiert, sondern drei Alben liegen dazwischen. Zeit für mich also, dies nun aufzuarbeiten. «Heavy Pendulum» verzichtet gänzlich auf ein langes Vorgeplänkel und haut mir mit «New Reality» gleich mal eins auf die Fresse. Messerscharfe Riffs lassen keine Gefangenen übrig. Cave In sind hier, um zu killen! Die Schwere, welche auf den Songs liegt, ist unglaublich. Mit einer Mischung aus Stoner Rock, Mastodon, geradlinig und doch wieder sehr progressiv, hüpfen Cave In von einer Emotionswelle zur nächsten. Der Titel passt dabei wie die Faust aufs Auge. Das schwere Pendel schwingt hin und her und lässt Zuhörer:innen verzaubert wie fasziniert vor den Boxen stehen. «Heavy Pendulum» ist definitiv kein Album, welches man sich mal so nebenher anhören kann. Vielmehr braucht es die volle Aufmerksamkeit und Volumen, sprich laut muss es sein! Wenn ihr gerade nicht versteht, was ich hier damit sagen will, ziehts Euch rein.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/F0tBTuaNNMw

Donnerstag, 26 Mai 2022 06:31

Ganz so "cosmic" wie ihn die Autoren empfinden, ist der Stoner Blues von Geezer nicht wirklich, dazu klingt die Band dann doch zu geerdet und bodenständig. Dafür aber wusste das amerikanische Power-Trio schon immer, wie man amtlich groovt, und daran ändert auch die sechste Scheibe von Geezer nichts.

In gewohnt entspannt-lässiger Manier hauen die musizierenden Rednecks acht coole Nummern heraus, die jeden Freund gradlinigen Kraches irgendwo in der Schnittmenge zwischen Stoner und Blues Rock erfreuen dürften. Natürlich bemüht sich die Truppe darum, der eigenen Selbstverortung gerecht zu werden, aber vereinzelte, sehr dezente Soundeffekte oder die gelegentlich diskret verfremdete Stimme von Gitarrist und Sänger Pat Harringtons sind dann schon die höchsten der Gefühle, wenn es darum geht, hin und wieder etwas in Richtung Space Rock abzudriften. Wenn schon verstrahlt, dann erinnert man lieber gelegentlich daran, wie Jimi Hendrix den Spagat zwischen harten Gitarrenklängen und bekiffter Coolness gemeistert hat. Diesbezüglich kann man eine Nummer wie «Broken Glass» schon fast als bewusste Hommage an den Ausnahmemusiker verstehen. Generell lässt sich das selbstredend auf den jam-artigen Charakter praktisch aller Titel übertragen. Und diese Fähigkeit, Songs so zu gestalten, dass sie spontan und teilweise gar improvisiert wirken, beherrscht die Band inzwischen absolut meisterlich. Die anvisierte Kundschaft darf bedenkenlos und herzhaft zugreifen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hszggSGxB5Q

 

 

Donnerstag, 26 Mai 2022 06:24
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v. 10 Punkten: 7.5

Stand Atlantic aus Australien sind definitiv keine Newcomer Band. Die Truppe um Frontfrau Bonnie Fraser musiziert bereits seit 2012 auf der anderen Seite des Globus und steht nun mit Album Nummer drei am Start.

«F.E.A.R.» hat nichts mit Angst zu tun, im Gegenteil. Der Titel steht für "Fuck Everything And Run" und darf musikalisch wie lyrisch getrost als gestreckter Mittelfinger gegenüber der Gesellschaft mit ihrer eingeschränkten und diskriminierenden Denkweise gelten. Der Sound kann wohl als eine erwachsene Art von Avril Lavigne beschrieben werden, obschon dies der Band nie und nimmer gerecht werden würde (soll aber nicht heissen, dass Avrils Musik etwa schlecht wäre, im Gegenteil). Die vierzehn Songs machen Spass, passen perfekt zum kommenden Sommer und wären eine ideale Besetzung für jede Festivalbühne. Die Melodien brennen sich sogleich ins Gehör ein und lassen einen nicht mehr los. Bevor wir also dem Motto von «F.E.A.R.» folgen und losrennen, sollte man sich dieses Album definitiv zu Gemüte führen.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YcBHD3ye5-M

Mittwoch, 25 Mai 2022 07:20

Atlanta, Georgia gilt als heisser Ort, doch das Wetter dort ist nicht das einzige, das Hitze verbreitet. «Sadistic Ritual» bestehen aus vier prominenten Mitgliedern, die in den Bands «Paladin» und «Vimir» aktiv sind.

Ihr Debüt «Visions Of Death» von 2019 wurde als furchterregender Thrash-Schredder beschrieben und nun sind sie zurück mit schwärzeren Melodien wie einer psychedelischen Atmosphäre. Zusammen mit einer raffinierten Produktion sind «Sadistic Ritual» bereit, mit «The Enigma, Boundless» ein breiteres Publikum zu erreichen. Die Platte beginnt mit einem rhythmischen und psychedelischen Groove und fügt viele geschwärzte Elemente hinzu. Das Tempo des Albums basiert auf halsbrecherischen Geschwindigkeiten, ohne dabei die Atmosphäre zu opfern. Alex Parra glänzt mit thrash-tastischen Riffs, die selbst abgestumpfte Fans beeindrucken sollte. Der Gesang des Sängers und Gründers Charlie Southern ist abscheulich und ergänzt die düsteren Tracks perfekt. Auf «The Enigma, Boundless» versuchen «Sadistic Ritual» die Hörerschaft auf eine dunkle Reise mitzunehmen. Auch ein basslastiges Instrumentalstück findet sich auf der Scheibe wieder, das aber ebenfalls das düstere Feeling fortsetzt, bevor garstige Blastbeats den nächsten Song zerfetzen. Wer also das Debüt-Album von «Sadistic Ritual» verpasst oder verschlafen hat, kann diesen Fehler jetzt korrigieren, indem man sich dieses ungestüme Werk in voller Länge in die Glocke drückt. Der Sound des Vierers ist für Fans und Anhänger einer Vielzahl von Genres leicht zugänglich. Jedoch ist der Thrash der Teppich, auf dem der Rest gedeiht. Hoffentlich findet die Truppe, mit dem neuen Label im Rücken, das Publikum, das es wirklich verdient.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2foaESiNWYQ

Mittwoch, 25 Mai 2022 07:09
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach dem ersten Appetizer in Form vom Song «Together», der mit dem zugehörigen wie coolen Musik-Video bereits im Januar erschien, ist nun die angekündigte ganze 5-Track EP unter dem Titel «Faith» am Start. Das aktuelle Line-up mit Tom (Voice), Marco (Lead Guitar), Mike (Rhythm Guitar), Oesch (Bass) und Oli (Drums) ist definitiv ready, ein neues Kapitel der über 20-jährigen Bandgeschichte zu schreiben!

Wer das zum Glück immer noch offiziell erhältliche Vorgänger-Album «Plug & Play» von 2009 im Regal stehen hat und wieder mal im CD-Player rotieren lässt, wird gleich beim Opener «Back 'Gainst The World» mit bestem AC/DC Groove der guten alten Zeiten empfangen. Sowas kriegen, respektive kriegten schon tausende von anderen Combos mit unterschiedlichen Resultaten ebenso hin. Unchain hatten es jedoch schon damals drauf, auf Basis der geschichtsträchtigen Roots eine eigene Identität zu erschaffen. Dazu gehört, neben dem guten Gespür für griffige Melodien, auch der treffende Leadgesang von Mike und die kongenialen Backing Vocals der Kollegen. Mit dieser bewährten "AC/DC-Formel" kann man nun Album für Album dran hängen und damit sicherlich lokal punkten. Im Fall der Berner Seeland Rocker gehörten dabei einige unvergessliche Support-Gigs für Szene-Grössen der Marke Uriah Heep, Steve Lukather (TOTO) Europe oder Krokus dazu. Um aber letztlich mit einer grösseren Kelle anrühren zu können, braucht es neue Elemente, frische Vibes und auch eine Portion Mut. Den beweisen "Unchain 2.0" im Jahre 2022 mit fünf brandneuen Songs, die einerseits immer noch die klare Handschrift der früheren Tage tragen und andererseits aber den heutigen Zeitgeist aufgreifen.

Im Auge hat man damit natürlich ein grösseres, sprich breiter gefächertes Publikum, und dem wird das neue Material locker gerecht. Die ersten Klänge und auch der Refrain vom Opener «Stoney Path» liegen zum Beispiel ganz auf der Linie Stadion-Rock, den die Foo Fighters schon eine Weile sehr erfolgreich zelebrieren. Obergeil dabei der bollernde Bass-Sound wie die Gitarren. «Together» als erste Single klingt nach wie vor frisch von der Leber weg und glänzt mit einem feinen kurzen Guitar-Solo, während man mit dem wunderbaren sowie streicherverzierten «Flowers In My Head» zumindest jedes Schweizer Openair Festival knackt und mir dabei der viel zu früh verstorbene Schweizer Musiker und Schauspieler Martin Schenkel (1968 - 2003) wehmütig in Erinnerung gerufen wird. Bei «Disease» schweift meine Antenne etwas in Richtung der "härteren Tracks" der dänischen Soft-Rocker Michael Learns To Rock, und auch hier brilliert die Solo-Gitarre von Marco mit töften Licks. Die schöne Piano-Ballade «All The Time» zum Schluss ist schliesslich der perfekte Radio-Song. Mit «Faith», wovon es auch eine schöne Vinyl-Version als Gatefold Edition gibt, haben Unchain den Grundstein zu hoffentlich noch viel mehr gelegt. Wer es nicht zu heftig, aber gleichzeitig solide und knackig mag, sollte zugreifen!
Rockslave


https://www.youtube.com/embed/0itN__rrHSw

Mittwoch, 25 Mai 2022 06:15
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v. 10 Punkten: 8.5

Mit einer Spielzeit von knapp über fünzig Minuten und sechs Songs können Zuhörer:innen erahnen, in welche Richtung Zero Hour gehen. Mit Tempo-Wechseln, emotionalen Breaks und einer "leicht modernen" Härte biegt das Quartett sehr verspielt ums Eck.

Die Jungs sorgten schon zwischen 1993 und 2008 für frischen Wind in der Metal-Szene und haben sich 2020 reformiert, um mit dem siebten Longplayer wieder von sich reden zu machen. Ja, man muss sich Zeit nehmen für die Strukturen der Truppe. Auch wenn gewisse Parts eingänglich erklingen, so sind es eher die vertrackten Momente, welche den Metal dieser Combo schlecht schubladisieren lassen. Erst recht, wenn Jasun Tipton dem Ganzen mit seinen teils frickeligen Momenten wieder einen anderen Farbanstrich verleiht. Allein der vierzehn Minuten lange Opener «Democide» ist von ganz verspielten Eltern. Dabei gehen Zero Hour nicht den Weg, welchen viele Prog-Bands beschreiten, sondern versuchen, die Lieder stets mit einem roten Faden "verständlich" zu gestalten. Musik-Liebhaber sollten sich mit der Welt von Zero Hour, sprich mit ihrem Werk «Agenda 21» vertraut machen, es lohnt sich.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3ycOkZGKESo

 

Mittwoch, 25 Mai 2022 06:04
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v. 10 Punkten: 6.5

Das dritte Album der schwedischen Armory knallt mit viel Schmackes aus den Boxen. Leider vergessen die Jungs vor lauter Brutalität, Geschwindigkeit und Wildheit, dass Songs auch immer einen roten Faden benötigen, um nachhaltig wahrgenommen zu werden.

Klar, die Gitarren riffen, das Drum poltert und Sänger Captain P. Andersson schreit sich die Seele aus dem Leib. Aber so richtig funzt das Material nicht, welches mir hier aufgetischt wird. Auch wenn «Event Horizon» mit seinem gemässigteren Einstieg und Tempo-Wechsel zu gefallen weiss, am Ende des Tracks bleibt nicht viel hängen. Auch die «Message From The Stars» wird die Auserwählten eher verstört zurück lassen als begeistern. Dies, obschon das Gitarren-Solo richtig cool ausgefallen ist. Irgendwie klingt alles zu gleichförmig, trotz den Breaks und wiederholt sich. Neue, sprich jüngere Metal-Maniacs finden vielleicht Gefallen an den Jungs oder solche, die noch immer den ersten Scheiben von Helloween und Running Wild nachtrauern. «Mercurion» erreicht hierbei das gleich hohe Level dieser Klassiker aber bei Weitem nicht.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Uw76Hz1XCz8

 

Dienstag, 24 Mai 2022 07:33
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die Formation Shameless aus München hält seit 1989, beziehungsweise (nach deren Reformation) 1998 konstant die Fahne des Achtziger Glam und Sleazy hoch. Dabei entpuppt sich Bandkopf Alexx Michael (Bass) nicht nur als extrem authentisch, sondern auch immer wieder als ultracoole Socke.

Zusammen mit seinem langjährigen Kumpel BC (Guitar) veröffentlichte er bereits sieben astreine (Studio)-Alben. Dabei scharte er jeweils diverse szenebekannte Musiker um sich, wobei sich Steve Rachelle (Tuff) und Steve Summers (Pretty Boy Floyd) als konstante Vocalisten heraus kristallisiert haben. Mit ihrem neusten Streich «So Good, You Should» erscheint nun ein Cover-Album, aufgepeppt mit zwei neuen, eigenen Tracks. Was zunächst beinahe ein Gähnen verursacht, erweist sich aber bald als äusserst kreativ und individuell. Wer nämlich zum tausendsten Mal «Born To Be Wild» erwartet, wird enttäuscht. Viel mehr widmet man sich selten gehörten und genrefremden Songs wie «Get Ready» (Smokey Robinson), «Hiding From Love» (Bryan Adams) oder «Does Your Mother Know» (ABBA). Nebst dem erwähnten S. Rachelle sind auch Frankie Muriel und Charlotte Tybalt hinter dem Mic zu hören.

Als weitere Gäste an der Sechssaitigen sind Tracii Guns (L.A. Guns) und Bruce Kulick (Ex Kiss, Grand Funk Railroad) mit dabei, Letzterer beim bisher nur als Demo veröffentlichten «Love Is Blind» von Gene Simmons (Kiss). Zwei weitere Songs müssen zwingend Erwähnung finden. Das wäre einerseits «East Bound And Down» von Jerry Read, der Titelsong des Filmklassikers «Ein ausgekochtes Schlitzohr» mit Burt Reynolds (ja genau, Bandit mit dem schwarzen Trans Am) und andererseits «Live Your Dream». Ein Track, der einem weiteren Auto Tribut zollt, das ebenso durch einen Film zur Legende wurde, nämlich dem De Lorean aus «Back To The Future». Da geht die Geschichte dann noch weiter, denn Alexx hat "nebenbei" ein 500-seitiges Buch über die Geschichte von John De Lorean und seinen DMC-12 geschrieben. Cooler als Alexx Michael geht definitiv nicht! «So Good, You Should»? Genau so!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6ee9ho-TV8Q

Dienstag, 24 Mai 2022 07:26
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v. 10 Punkten: 7.5

Lang ist es her, seit Simple Plan aus Kanada letztmalig ein Album veröffentlicht haben, 2016 um genau zu sein. Seit da blieb es ruhig um die Pop-Punker.

Nun sind sie mit «Harder Than It Looks» aber endlich wieder da und hängen soundtechnisch an ihre Glanzzeiten an. Mit dem Song «The Antidote» hatten sie ja bereits einen Vorboten in die Runde geschickt. Die restlichen neun Songs blasen ins ähnliche Horn. Perfekt produzierte Pop-Punk Hymnen für jedes Radio-Airplay, und bei «Ruin My Life» ist gar die Stimme von Sum 41 Sänger Deryck Whibley zu auszumachen! Der Sommer kann somit kommen, denn der Soundtrack für jede Pool-Party schlechthin ist mit der aktuellen Scheibe bereits vorhanden!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/F9EqnnCjNyw

Dienstag, 24 Mai 2022 07:21

Heute reiten wir wohl auf der italienischen Welle, was? Yep, aus Milano, Lombardei und Cagliari, Sardinien stammen die vier Mitglieder Lorenzo Orrù (Vocals), Andrea Pilitu (Bass), Max Santarelli (Guitar) und Marco Coghe (Drums) und servieren uns mit «Mankind Recall» einen formidablen Brutalo Slam Death der heftigsten wie übelsten Sorte, im positiven Sinne gemeint, versteht sich ja wohl von selbst.

Acht Songs haben sich auf dem Zweitling eingefunden, Erstling namens «Transcending Embodiment», ein Demo namens «Crafting Life», seit der Bandgründung anno 2014. Soundtechnisch hält man die Stange zu Analepsy, Vomit The Soul, etwas Suffocation (vom Groove her), Disavowed und Catalepsy. Wer jetzt deicht, es wird nur geprügelt, hehehe, fehl gedeicht, denn hinter «Mankind Recall» steckt weitaus mehr, vor allem intelligentes wie abwechslungsreiches Soundwriting, welches durch eine hervorragend satte, klare, druckvolle Produktion und einem herrlich gorenden Cocer-Artwork, reif für die Ruhmeshalle, das Package vervollständigt. Goil ist, der Bass ist herrlich wummernd und beinahe schon dominant hörbar, linear, rhythmisch, leicht solodesk und stets voran treibend, yope, beinahe schon leicht crossoverig daher reitend.

Die Drums wirbeln im grindcorigen, blastenden Bereich, somit sind die Double-Basses beinahe schon Midtempo-Passagen, obschon der Groove-Faktor stets vorhanden ist und dann ebenfalls dominant durchdrückt, da eben meist auf Highspeed bedacht getrommelt wird. Eine satte Snare, druckvolle Double-Basses, virtuoses Cymbalbashing, wirbelnde Tomisierungen. Die Gitarre frisst sich rasend schnell durch ein Riff nach dem anderen, pausenlos, gepaart mit sehr kurzen, solodesken Ausflügen (meist shrapnelisierend und shreddig), jedoch mit einem satten Distortionsound. Die Vocals sind slammig und brutal growlig, extrem bösartigst, da selbst der Belzebub darob Hühnerhaut kriegt. Schweigen der Lämmer? Wohl kaum, denn der brutale Death-Slam wird intravenös eingeführt, die Pogs und Divings werden bewusst provoziert, und mit einem krummen Altersrücken kann selbst zu dieser Mucke noch kräftig geheadbangt werden, egal welchen biblischen Alters mitgeschwungen wird. Nun, Anspieltipps wären da wohl «Mankind Recall», «Zeroth», «Mnesic», «Shutdown» und «Null». Sowohl für Freunde des Brutalen wie auch des angebracht Gezockten.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c8xbWq9Jzvs

 

Dienstag, 24 Mai 2022 07:15
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v. 10 Punkten: 6.5

Mit sehr langen Tracks und Musik, die sich irgendwo zwischen griechisch anmutenden, traditionellen Klängen und US Power Metal angesiedelt hat, wollen die Amis von Fer De Lance die Gunst der Fans für sich gewinnen.

Dabei kommen viele Tempo-Wechsel und Parts ans Tageslicht, welche die emotionalen Elemente der Songs als nicht gerade einfach zu konsumierende Teile erleben lassen. Für Musikliebhaber:innen, welche bei jedem Anhören neue Elemente für sich entdecken wollen und sich dabei vollkommen auf die Musik konzentrieren, kriegen mit «The Hyperborean» den idealen Soundtrack dazu serviert. Dabei ist «Artic Winds» noch der "einfachste" Song, während die anderen Lieder Zeit beanspruchen, um in sie eintauchen zu können. Trotzdem, gebt dieser Truppe aus Chicago mit ihrer Mucke eine Chance.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sfqVAB5tPjc

 

Montag, 23 Mai 2022 06:48
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v. 10 Punkten: 8.0

Klassischer Kick Ass Rock'n'Roll, der seine Attitüde durch den aggressiven Gesang von Kris Johansen erhält und dabei aber nie mitsingbare Parts verlässt. Eine Mischung aus The Cult und D-A-D, als Letztere mit «Riskin' It All» zu den grossen Hoffnungsträgern gehörten.

«Let It Burn» und der Titelsong machen keine Gefangenen und lassen den Rock aufleben, wie auch das sich steigernde «Mr. Rock'n'Roll» eine wahre Hymne für den Rock-Olymp bereit hält. Getragen von der Stimme und vorangetrieben vom Riff wie der bodenständigen Rhythmus-Sektion. Die Jungs machen Spass, was ihnen aber fehlt, ist ein richtiger Hit, der alles in den Boden reisst. Hier sind eben kein «Fire Woman» oder «Bad Craziness» zu hören. So bleibt mit «Electric Love» unter dem Strich eine sicherlich coole Rock-Scheibe übrig, welche mit ihren zehn Tracks durchaus zu gefallen weiss, aber keine Klassiker markiert.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jZO-yXYn5Kk

Montag, 23 Mai 2022 06:43

Die Griechen aus Athen kommen hier mit ihrer neuen, siebzehn Minuten langen EP daher. Mit den vier darauf verewigten Songs beehren die Musiker ihre Fans mit weiterem Klangfutter.

Wobei sich das kurze, knapp zwei Minuten lange «Where Do We Go From Here» eher wie ein Intro anhört, das dritte Stück ein Cover markiert und «Rome» eigentlich nur eine neue Version eines älteren Songs präsentiert. Somit ist nur das fünf Minuten lange «Orbit» ein wirklich neuer Song. Der ist allerdings von Traurigkeit getränkt, tiefsinnig und nachdenklich klingt dieser Song. Das mag wohl daran liegen, dass «Orbit» dem während eines Auftritts verstorbenen Keyboarder Makis Tsamkosoglou gewidmet ist. Und wie die Jungs das Cover «No Light No Light» von Florence & The Machine interpretieren, ist echt klasse und strahlt ebenfalls sehr viel Tiefe aus. Sänger George Prokopiou singt das an dieser Stelle mit sehr viel Gefühl. Zum Schluss folgt noch die sehr ruhige Piano-Version von «Rome», eine wunderschöne Ballade, ebenso überaus gefühlvoll eingesungen. Und so ist «Orbit» ziemlich kurz, dafür aber sehr ergreifend ausgefallen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZkZVkGOyykg

 

Montag, 23 Mai 2022 06:36

Zwischen dem Vorgänger «Work To Be Done» und dem jüngsten Spross aus dem Hause Temple Of Deimos liegen satte acht Jahre, und da hat sich beim Genueser Stoner-Trio offensichtlich einiges angestaut.

Grundsätzlich kann man die etwas verrückt anmutende Kapelle dem Desert Rock zurechnen, die frühen Queens Of The Stone Age haben einen hörbaren Eindruck hinterlassen. Aber genau wie deren Kopf und musikalischer Grenzgänger Josh Homme, schrecken die drei Jungs nicht davor zurück, ihren Sound sehr alternativ und zuweilen sogar psychedelisch-progressiv zu gestalten, was sie mehr als einmal an die Grenze zur Dissonanz führt. Dies macht «Heading To Saint Reaper» zwar nicht gerade leicht verdaulich, verleiht der Scheibe aber die Attribute des typischen Growers, der seine Vorzüge nur häppchenweise preis gibt, sofern man experimentellen Klängen nicht vollends abgeneigt ist. Da man als Zielpublikum allerdings die zahlreichen Freunde von QOTSA, Kyuss, Red Fang, Fatso Jetson & Co. im Visier hat, setzt man sowieso auf eine musikalisch eher offene und tolerante Hörerschaft. Auch wenn der Grossteil der Tracks ziemlich energisch und im angehobenen Tempo daher kommt, entpuppt sich die finale Yawning Man Hommage «Yawning Girl» am Ende des Tages als Highlight des Albums. Ein filigranes, melodisches Instrumental, das das sonst meist laut und schräg rockende Trio überraschenderweise als Freunde verträumter und entspannter Klänge offenbart. Für enthusiastische Potheads lohnt sich ein probeweises Reinhören allemal.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tHaCcO5ql0o

 

Montag, 23 Mai 2022 06:28

Wenn die ehemalige Rainbow – Rhythmussektion Gary Driscoll (Drums) und Craig Gruber (Bass) eine neue Band gründet und Demos aufnimmt, auf denen solch illustre Sänger wie Lou Marullo (er sollte danach unter dem Pseudonym Eric Adams bei Manowar Weltkarriere machen), Joey Belladonna (in der Folge zu Anthrax abgewandert) und der «Jesus Christ Superstar» – Hauptdarsteller Jeff Fenholt vertreten sind, dann ist man sehr wohl dazu geneigt, von einer Supergroup zu sprechen.

Ich verdanke meiner frühen Geburt das grosse Glück, sowohl den Punk – Hype wie auch die NWOBHM und alle direkt daraus resultierenden Entwicklungen der harten Stromgitarrenmusik unmittelbar und bewusst miterlebt haben zu dürfen. Diesem Umstand wiederum verdanke ich das Verständnis dafür, wieso es Bible Black, trotz des beeindruckenden Namedroppings, nie geschafft haben. Auf den ersten drei Tracks glänzt zwar Eric Adams erwartungsgemäss mit seiner Stimme, musikalisch siehts allerdings eher mau aus. «Gone» und «Metal Man» sind zwei ziemlich altbackene Heavy Rocker, die lyrisch zumindest andeutungsweise schon mal das vorweg nehmen, was danach Manowar für die kommenden vierzig Jahre lyrisch verbrechen sollten. «Back To Back» hingegen ist typischer KISS – Altherren – Boogie inklusive klimperndem Honky Tonk – Piano, dazu schreibe ich jetzt lieber nichts weiter. Auf den anderen Tracks, teilweise durch Belladonna, teilweise durch Fenholt eingesungen, versuchte man in der Folge, der Band einen etwas moderneren Touch zu verleihen. Die Zerrung der Gitarren nahm zu, wie auch das Volumen der Frisuren, während dem umgekehrt proportional dazu die Konfektionsgrösse der Spandex-hosen abnahm, was offensichtlich einen direkten Einfluss auf den von da an sehr affektiert klingenden Gesang hatte.

Waren auf den ersten Demos noch Parallelen zu den frühen Rainbow vernehmbar, versuchte man sich jetzt irgendwie am typisch amerikanischen Hair Metal, ohne darin wirklich Fuss fassen zu können, da vor allem Driscoll und Gruber ihre musikalische Vergangenheit offensichtlich nicht abstreifen konnten. Was hat nun dieser eigentlich vielversprechenden Band schlussendlich den Garaus gemacht? Es war die Tatsache, dass zwischen 1981 und 1983 viele andere Bands, vor allem auch aus dem Underground, ganz andere Kaliber von Platten veröffentlicht hatten, gegen die die schon beim Start angestaubt klingenden Songs von Bible Black einfach nicht anstinken konnten. Technisches Können ist schon mal eine gute Startbedingung, aber wenn es am Songwriting hapert, dann nützt es alleine auch nicht viel. Über das ebenfalls auf dieser Compilation enthaltene Rolling Stones – Cover «Paint It Black» lege ich ganz diplomatisch lieber das Mäntelchen des Schweigens. Diese Scheibe kann ich bestenfalls passionierten Hobby-Musikhistorikern empfehlen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XiSa-gQhmwA

Samstag, 21 Mai 2022 08:18

Die Black Metal Band Aara schmiedet das Eisen so lange es noch glüht, und so kommt nach dem Vorgänger-Album «En Egro Einai» von 2020, jetzt schon das neue Werk «Triade II -Hemera» daher. Dieser Release bildet den zweiten Teil der Melmoth-Trilogie.

Mit «Phantasmagorie» beginnen Aara mystisch und langatmig, doch plötzlich nimmt der Song dann gewaltig an Fahrt auf und das Drumming rattert wie eine Nähmaschine! Das heisere Gekrächze der Sängerin Fluss ist absolut einzigartig und grossartig. Rasend schnell wetzt «Adonaia's Elegien» über die Köpfe hinweg, und so stutzt "der Gesang" von Fluss einem das Haupthaar zu einer Glatze! Hier wird das Tempo gekonnt variiert, was der Abwechslung sehr zu Gute kommt. Auffällig ist auch das geniale Gitarrenspiel von Berg! «Sonne der Nacht» unterscheidet sich nicht extrem von seinen Vorgängern und bietet gewohnt gute Kost. J. trommelt sich dabei die Seele aus dem Leib und Berg zaubert sensationelle Melodien aus dem Hut! Wie ein Hagelsturm, fegt «Das Dunkel der Welt» über die werte Hörerschaft hinweg. «Strepitus Mundi» entführt uns derweil in eine geheimnisvolle Klanglandschaft, die zuerst sanft ist, und dann, ohne Rücksicht auf Verluste, sehr schroff ausfällt. Aber auch in diesem Song sind die Melodien geschickt eingefügt worden. Das Ende rückt schliesslich mit «Mitgift» in greifbare Nähe. Nochmals wird der Reiz von brachialem Drumming und zauberhaften Melodien ausgekostet. Aara legen mit «Triade II -Hemera» ein gelungenes Stück Black Metal vor, das die Fans von rasend schneller Mucke der Dunkelheit unbedingt auf ihren Einkaufslisten notieren sollten!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/WBFi1HIFUH8

 

Samstag, 21 Mai 2022 08:06

Das neunte full-length Scheibchen der genialen Italo Prog Deather namens Sadist mit dem neuen Opus, sprich Meisterwerk «Firescorched» und den neun darauf enthaltenen genialen Songwriting Ergüssen par excellence, mein Fresschen. Da liefern die Signori Tommy Talamanca (Guitars, Keyboards), Trevor Nadir (Vocals), Jeroen Paul Thesseling (Bass, Fretless-Bass, Obscura, Ex-Pestilence) und Romain Goulon (Drums, Ex-Necrophagist, Ex-Benighted) ein erneutes progressiv-technisches Feuerwerk ab.

Aufgenommen, abgemischt und gemastert von Tommy Talamanca himself, heisst persönlichst in den Nadir Music Studios in Genoa, Italia durchgeführt, und eine herrliche, druckvolle, klare wie messerscharfe Produktion ist es geworden. Das geniale Cover-Artwork designte Paolo Puppo, herrlichst. Und ja, Tommy als Urgründungsmitglied anno 1991 in Genoa, Ligurien, mit dem Langzeit-Growler Trevor (seit 1996) sind Sadist nie gealtert, im Gegenteil, sie waren noch nie so mächtig und goil wie auf «Firescorched». So sind Necrophagist, Beyond Creation, Obscura, Pestilence, etwas Benighted, als auch Atheist, Nocturnus, alte Cynic, Martyr (Canada), Gorguts, neuere Death, Revocation und Konsorten als Anhaltspunkte durchaus zu erwähnen, wobei Sadist ja seit der Gründung im Jahre 1991 stets ihrem eigenen Soundweg gefolgt sind und somit ebenfalls als Pioniere des progressiv-technischen Death Metals gelten, ohne Zweifel, ohne Wenn und Aber, Punkt.

Und je länger und mehrmalig man sich «Firescorched» reinpfeift, desto tiefer wird die Vertracktheit des Songwritings entdeckt, wobei besagtes Songwriting stets groovend dargeboten wird, selbstredend mit musikalischen Finessen, Virtuositäten, Feinheiten und diversen Verspieltheiten. Die Gitarre virtuosiert durch die genialen Akkorde, meist in ungrader Zahltechnik, doch mal etwas gar jazzig fusionierter, um dann wieder in herrlichen Melodien, gepaart mit satten, deathigen Prog-Tech-Riffs wieder aufzuhorchen und zu glänzen. Die Soli sind wahrhaftig virtuos gezockt, mit vielen Überraschungsmomenten, was jedoch bei Sadist stets gegeben gewesen ist. Der Tieftöner ist ebenfalls virtuos, autark, solodesk, jazzig, leicht funkig sowie mit Walking-Bass-Lines ausstaffiert und unterwegs, klar wie druckvoll.

Die Drums wirbeln ganz gehörigen Staub auf, da mal leicht blastend und grindig gezockt, dann wieder mit satten Double-Basses glänzend, was mit wirbelnden Cymbals und satten Tomseinsätzen gekrönt wird. Nicht zu vergessen der satte, goile, trockene und harte Snare-Sound. Die erwähnten Keyboards weisen einen unterlegten, teppichartigen, leicht atmosphärisch, hymnischen und leicht symphonischen Wirkungsgrad auf, was so absolut passt und zusätzlichen Sounddruck erzeugt. Der Gesang ist herrlich tief guttural, in klarer Aussprache, gehalten, mal etwas screamend, dann shoutend, jedoch stets böse, angriffig und eben brutal, was zur gezockten Virtuosität als Gegenpart hervorragend passt und sich nahtlos ins Gefüge einpasst. Auch hier gilt die Vorsichtsmassnahme, ja keinen Track aus der Reihenfolge heraus zu reissen, da alles genau so ins Konzept passt, was «Firescorched» letztlich auch ist, nämlich ein Konzept-Album über verschiedene Horrorgeschichten. Somit kann das neue Sound-Juwel sozusagen als "Sadist 2.0" bezeichnet werden, denn wahrlich, es ist die Meisterklasse wie abgelieferte -arbeit, ein Opus sondergleichen. Und ja, weshalb? Deshalb!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lsO1A2YbtJE

Samstag, 21 Mai 2022 07:59

Goregrind, Grindcore, Gronibardcore, Gronibardgore..., jäh, dü heilix Blechle nomal! Aus Lille, Hauts-de-France, anno 1998 ins Leben gegored, tauchen die Herren Anal Capone (Vocals), Necronembourg (Guitars, Vocals), Merdic (Guitars), Albatard (Bass) und Godemichel (Drums) in chronischer Regelmässigkeit mit diversen Releases auf, rülpsen sich guttural durch die Höhen und Tiefen des Grindcores, um diese Goreparty genüsslich abzufeiern.

Humorvolle Texte, kombiniert mit ultraschnellem Grindcore, nur durch kurze moshige Breaks unterbrochen, jagen sich durch «Regarde Les Hommes Sucer» und den darauf enthaltenen sechzehn Tracks voller Splattercore, gepaart mit durchdachtem Songwriting für das erst dritte full-length Longpläyerchen, nebst vielen EP's, Split-Alben, Live-Alben, einer Compilation wie einem Demo, youh, somit ist das Palmares in Steincore gemeisselt. Kurze, intensive, immer straighte Mosh Blast Groove Grind Songs, ja, selbst beim veredelten Goregrind von Gronibard wird das berühmte, muskelartige Zucken ausgelöst, welches man im Fachjargon eben "Headbanging" nennt.

Die Produktion von Frédéric Recqueur ist druckvoll, klar, messerscharf gelungen, inklusive dem Mastering und Mixing, welches im Recording Studio namens "Studio C&P" vonstatten ging und das alles nun mal ganz einfach mit einem fetten Grinsen passt. Das Cover-Artwork, passend zum Sound, wurde von Mat kreiert. Tja, ohne Wenn und Aber, so sind Gronibard die Monty Python's des Grindcore, hell yeah, denn es wird nicht nur extremst gegrowlt, nope, auch sehr spassig-ulkend geträllert, als wirklich mit Klargesang, nebst diversen gesprochenen Textauszügen. Daneben wird einfach ganz goil gemoshed, so à la M.O.D. (Method Of Destruction), S.O.D. (Stormtroopers Of Death) und Konsorten, nebst selbstredend eben auch als Anhaltspunktvergleiche zu Ultra Vomit, Igorrr, etwas alte Acid Reign und Anthrax, etwas alte Nuclear Assault, Lawnmower Death, Macabre, Pungent Stench, Brujeria, Repulsion, alte Carcass, Brutal Truth, Extreme Noise Terror, Nasum, Misery Index, Terrorizer, Napalm Death, etwas Cannabis Corpse und dergleichen.

Auf jeden Fall ist das soundtechnische Spektrum breit gefächert und bedarf eines weisen Weitblicks in Soundangelegenheiten. Yope, den hat das Schreibmonster glücklicherweise, und ich weiss wie auch bin mir mehr als todessicher, das habt ihr, die ihr Gronibard lieben wie mögen werdet, eben auch, und darum passt das so herrlich schön alles zusammen. Noch nie hatte ich einen solchen Heidenspass an einer Rezension, wie an dieser von Gronibard, denn der Humor spritzt nur so förmlich aus ihnen heraus, wie aus einer aufgeschlitzten Puls-Arterie, hell yeah! Wie gesagt, der Gesang ist sowas strotzend vor Abwechslung, mal klar gesungen, dann gesprochen, dann wieder so richtig böse, aggressiv, slammend, grindcorend im Gutturalen, und genau das ist der eine Spassfaktor, nebst dem kompletten Songwriting und auch der intonierten Mucke, wie Monty Python. Und dies alles in französischer Sprache und meine Fresse, passt dies wie die berühmte Faust aufs Auge. Tja, da wird halt nun mal auf humoristische Art und Weise die Thematik "Sex" von A bis Z durchgenudelt, und zwar wahrlich durchgenudelt, so dass der Spaghetti-Western zur Farce verkommt, ohne diesen in einer negativen Art und Weise zu diskreditieren, wohl bemerkt.

Die beiden Gitarren schrummeln sich blastend, gorend, thrashend, crossoverig und speedend durch die teils sogar melodiösen Riffs. Und ja, ab und an erschallet ein kurzes, melodiöses Shred- wie Midtempo-Solo auf. Der Bass wummert scheppernd, aber klar im Schwumm mit, mal solodesk, mal autark, meist rhythmisierend im Generalwatschelgang. Das Schlagwerk pattert und paraddidled im Blast, Grind, Core, Thrash, Death, Speed und vor allem im Groove und Mosh einher, Double-Bass, eine satte, trockene Snare, Cymbals-Streicheleinheiten, Toms-Axtbearbeitung, variantenreich, ideenreich, abwechslungsreich. Anspieltipps? Alle sechzehn Songs von «Regarde Les Hommes Sucer», und zwar vorzufinden in der exakten Reihenfolge wie auf dem Vinyl, beziehungsweise der CD, denn sonst ist es eine Art musikalische Vergewaltigung, auch nur einen dieser genialen Songwriting-Ergüsse malträtierend zu entfernen. Somit steht einer nackten zehn von zehn Punkten nichts mehr im Wege, und auf die wohl aufkommende Frage: "Weshalb?" habe ich wiederum nur eine passende Antwort parat: "Deshalb!"
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VQRwa7Blb3I

Samstag, 21 Mai 2022 07:55
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v. 10 Punkten: 7.0

Malevolence sind zurück, fünf Jahre nach ihrem letzten Album. Noch immer ist es schwer, die Band aus Sheffield UK in eine Schublade zu stecken. Modern Metalcore vermischt sich mit oldschool Thrash und Heavy Metal Riffs.

Definitiv ein Genre-Mix, welcher den Jung- sowie den Alt-Headbanger ansprechen wird. Die Teaser-Single «On Broken Glass» liess anfang Jahr schon mal gewaltig aufhorchen und erinnert stark an die legendären Killswitch Engage. Die restlichen Songs reihen sich nahtlos an die erste Single an und brettern Zuhörer:innen die Birne weg. Nicht mit stumpfer Gewalt, aber mit cleveren Riffs wie Beats und gezielt eingesetzten Melody-Parts lässt «Malicious Intent» niemanden mehr still sitzen. Auf Dauer klingen die Songs in einem Guss zwar etwas monoton, aber womöglich ändert sich das ja nach dem zwanzigsten Hördurchgang von «Malicious Intent». Malevolence sind definitiv gekommen, um zu bleiben.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Bp_YWEsZPrU

Freitag, 20 Mai 2022 07:12
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v. 10 Punkten: 10

Wohl kaum eine andere Band hat die Musikszene dermassen geprägt und wurde vom Erfolg her nur belächelt, wie die Kanadier von Anvil. Es war das Debüt-Album «Metal On Metal», welches 1981 den Speed Metal ins Leben rief. Eine Scheibe, welche mitunter ihre Landsmänner von Exciter beeinflusste, die mit «Heavy Metal Maniac» einen Meilenstein des Speed Metals erschufen.

Im Fahrwasser dieser beider Bands schwammen Metallica, Slayer oder Exodus und wurden so zu den Vorreitern des Thrash Metals. Noch heute, knapp 44 Jahre nach der Bandgründung, hauen die beiden Bandgründer Steve "Lips" Kudlow (Gesang, Gitarre) und Robb Reiner (Drums) Metal Harken aus dem Ärmel, bei denen (fast) alle Nachahmer ziemlich alt aussehen. Hört Euch nur «Ghost Shadow» vom neusten Werk «Impact Is Imminent» an. Eine Nummer die alles sagt, was es im Metal zu sagen gibt. Gefolgt wird dieser Hammer vom zähflüssigen, rockigen und mit leichten Black Sabbath Einflüssen versehene «Another Gun Fight». Bei Anvil sind Musiker am Spielen, die mit Hingabe, Leidenschaft und "blood, sweat and tears" ihre Songs komponieren. Wieso sie immer noch nicht zu den ganz Grossen des Metals gehören, bleibt auf ewig schleierhaft, denn allein ihre bisherigen achtzehn Alben (!) und speziell ihre Live-Shows zeugen von einer unglaublichen Spielfreude. Auf «Impact Is Imminent» hört man dies bei «Fire Rain». Eine Song, der Rock mit Metal verbindet und mit so viel Spass in den Backen gespielt wird, dass es jeden Metal-Fan mitreissen wird. Wie auch das verspielte «Teabag», ein Instrumental-Song in bester Anvil Tradition.

Selbst an ihrem grössten Hit («Metal On Metal»), hat das Trio gekratzt. War es mit «Juggernaut Of Justice» oder auf dem hier besprochenen Album mit «Don't Look Back». Eine Metal Rock Hymne, die sofort zum Mitsingen animiert. Wer lieber die Rübe schüttelt, dem sei mit «Someone To Hate» geholfen. Oder auch mit dem bösartigen wie schleppenden «Wizard's Wand» und dem hymnischen «Explosive Energy». Es gibt keinen Ausfall auf dem neusten Streich der Kult-Truppe. Aber war was anderes zu erwarten, denn Anvil haben immer abgeliefert!? Dies durch tolle Lieder, Ideenreichtum und einer grossen Vielfältigkeit, die ihresgleichen sucht. Dazu kommt, dass die Herren Lips, Reiner und Chris Robertson (Bass) jede Note mit Herzblut versehen. Hier nur einen Zehner zu zücken, ist eigentlich eine Freveltat. Anvil werden allerdings auch mit ihrem 19. Album nicht den Erfolg erhalten, den sie schon lange für sich hätten verbuchen müssen. Qualität kennt oftmals keine Gerechtigkeit. Wer auf geilen Metal mit vielen Facetten steht, braucht diese Review hierfür gar nicht erst zu lesen, da man sich «Impact Is Imminent» schon lange zugelegt hat.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BZPbnuvsqQA

 

Freitag, 20 Mai 2022 07:07
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v. 10 Punkten: 8.5

Dream Theater Sänger James LaBrie beweist mit seinem vierten Solo-Album Mut, denn bot der Vorgänger «Imparmenent Resonance» modernen Heavy Metal mit teilweise gegrowltem Gesang und Industrial Metal Einflüssen, gibt sich der Kanadier auf «Beautiful Shade Of Grey» deutlich entspannter.

Hier werden praktisch alle Lieder von einer Akustik-Gitarre und teilweise durch Hammond Orgelklänge begleitet. Das klingt meist verträumt und melancholisch, kann aber auch mal eine grosse harte Kante aufweisen. Letzteres zum Beispiel beim hervorragenden Led Zeppelin-Cover «Ramble On». Dass das Album durchaus auch metallisch klingen könnte, zeigt sich mit dem Song «Devil In Drag», der als Bonus zusätzlich in der elektrischen Version präsentiert wird. Hier offenbart sich aber auch am deutlichsten, wieso James LaBrie diesmal seine Songs im Akustik-Gewand wiedergibt. Denn E-Gitarren mit seiner Stimme kombiniert klingen doch stark nach seiner Hauptband. Wer aber den Einstieg in dieses Werk von der Dream Theater Seite her aus wagt, für den ist die E-Version von «Devil In Drag» ideal. Zumal hier sich dem Metal-gewohnten Fan das Potenzial von «Beautiful Shade Of Grey» erst offenbart. Anderseits: Wieso sollte der Kanadier Solo-Alben im Dream Theater-Stil veröffentlichen? So gesehen haben die neun Eigenkompositionen hier durchaus ihre Berechtigung, zumal sie ein hervorragendes Songwriting zwischen Singer-Songwriter, spanischen Gitarren, Lagerfeuer-Nummern und progressiven Stücken darstellen. Zudem passt die hier transportierte Melancholie hervorragend zu LaBries Stimme. Wobei auch das nicht wirklich was Neues ist, wenn man den ganzen Dream Theater Katalog kennt. Wer ein entspanntes Album mit James LaBries Gesang sucht, wird hier glücklich. Wer jedoch nur euphorisierende Hormone produziert, wenn es laut knallt, der verzichtet besser auf «Beautiful Shade Of Grey». Ich selber finde hier aber sogar den besseren Zugang als zum harten Vorgänger.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-cxWibWBi_o

 

Freitag, 20 Mai 2022 07:01

Die Symphonic Monumental Orchestral Deather Septicflesh hängen mit der Karriere mit «Modern Primitive» ihren elften Longplayer an. Aus Athens, Attica, Greece, stammend, seit 1990 bis 2003 als Septic Flesh, danach als Septicflesh im Universum unterwegs, stehen im Release Palmares, nebst eben den elf Longplayern, diverse weitere Releases zu Buche.

Ja, getrost darf geschrieben werden, dass die Herren in der aktuellen Besetzung, namentlich Seth Siro Anton (Gesang, E-Bass), Christos Antoniou (Gitarre, Orchester), Sotiris Anunnaki V (Gesang, Gitarre, 12-Saiter-Gitarre), Psychon (Gitarre) und Kerim "Krimh" Lechner (Schlagzeug), stets immer tätig waren und es glücklicherweise immer noch sind, so dass wir, geneigte Leserschaft, in den Genuss der neun Tracks auf «Modern Primitive» kommen und die geniale wie weiterentwickelte Macht des Songwritings in aller bösartigsten Death Metal Form, sorry, im atmosphärisch symphonischen Death Metal, genussvoll zu spüren bekommen, kraftvoll, zeitlos, aggressiv, bösartig, orchestral hymnenhaft, yope. Und bei jedem weiteren, tiefgründigen Reinhören eröffnet es sich dem Schreiberling ein- um andermal parallele Universen, parallele bösartigste Universen, welche abenteuerlustig zu erobern wie ergründen sind, egal wie heftig sich danach die Kollision und Zusammenprall der Gezeiten gestalten.

Ja, es goilt eben auf, sich diese horroristischen Sphären sich einzuverleiben und einzuhauchen, das edle Gift durch seine Adern, Venen und im Geiste fliessen zu lassen. Yope, das macht verdammt süchtig. Nope, ich bin als Schreiberling stets neutral, weiss stets das Gehörte zu achten, respektieren, ehrlich betrachtend. Und dennoch sind die Gelüste beim ersten, gespielten Ton auf «Modern Primitive» urplötzlich da, und es lechzt nach viel mehr, die Gier scheint kein Ende zu haben, ja, es ist sogar eine Art Soundtrack zu einem noch nicht fertig gestellten, brutalen Horrorstreifen in den parallelen Universen und Sphären, es lässt die pharaoistischen Götter aufleben und die valhallistischen Gottheiten real werden. Vorsichtig geäusserte Vergleiche zu Fleshgod Apocalypse, Behemoth, Dimmu Borgir, Samael, Rotting Christ, Therion, Nile und Konsorten dürfen so stehen, dennoch betreiben Septicflesh stets ihre eigene Soundkreation und sind ebenfalls Pioniere in ihrem Genre wie Metier, zweifellos. Deshalb: Ehre, wem Ehre gebührt.

Und ja, auch hier, zieht Euch das komplette Album rein und keinen einzelnen Song raus picken, denn so wird das Album «Modern Primitiv» zu einem einzigen Song zusammen geschmolzen, mit neun unterteilten Parts sozusagen, Akte, wie in einem Theater oder bei einer Oper. Nur schon dies zeigt und lässt die Genialität wie Weisheit der Griechen aufblitzen und erkennen. Mein Fresschen, ist die brutale, heftige, druckvolle Produktion goil. Ein beinahe schon untertreibendes, jedoch schlussendlich perfektes Cover-Artwork ziert dieses meisterliche Opus. Die Gitarren kommen brutal, schleichend, druckvoll daher, headbangende Riffs an Riffs aneinander gereiht, mit vielen orchestralen Breaks, melodiösen Lines, ab und an ein herrliches Soli. Der Tieftöner wummert klar und solidarisch, ab und an ebenfalls mit leicht angehauchten, solodesken Ausflügen beschäftigt. Das Orchestrale ist herrlich, manchmal im Hintergrund und tritt dann energisch in den Vordergrund, einfach perfekt.

Die Drums wirbeln mal blastend, dann in sattem Double-Bass Gewitter deathig daher, dann wieder auch bei Midtempi zu Hause, einer satten Snare, mit viel Cymbal- und Tomsarbeit versehen, so dass die Drums thronend majestätisch und mächtig daherreiten und -schreiten, sprich eine absolute Macht darstellen. Das Interessante ist schlussendlich auch noch die Stimme, meist sehr guttural gehalten, doch dann auch mit Klargesang versehen, ein theatralisches wie auch opernmässiges Meisterspiel der Stimmbänder Akrobatik. Die Heftigkeit von «Modern Primitiv» lassen Septicflesh ganz klar spüren und niemand, wahrlich niemand wird sich verstecken, wegrennen oder sich der ganzen Chose gar entziehen können. Weshalb? Deshalb!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tyKJueEk0XM

 

Freitag, 20 Mai 2022 06:53
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v. 10 Punkten: 8.8

Zu einer spannenden 42-minütigen Geschichtsstunde laden die tschechischen Power Metaller Symphonity ein. Auf ihrem dritten Album vertonen sie die Reise des Venezianers Marco Polo, der zwischen 1268 und 1291 bis ins damalige China gelangte.

Seine Erlebnisse hielt er schriftlich fest und liess sie vervielfältigen. Obwohl bis heute die Wissenschaft darüber streitet, ob Marco Polo je soweit gereist ist, wurden seine Erzählungen über Jahrhunderte zu einem Bestseller. Für die tschechischen Power Metaller bietet seine Reise Gelegenheit, ihren Power Metal mit verschiedenen traditionellen asiatischen Klängen zu mischen. Dabei legt die Band grossen Wert auf Dynamik zwischen leise und laut, wirkt aber immer episch. Es muss auch nicht immer mit Gesang sein, wie das kurze Instrumental «Love Theme» beweist. Endgültig zum Hörspiel wird dieses Album durch die Erzählstimme, welche die verschiedenen Stationen Marco Polos erklärt und einen roten Faden bildet. Hört man sich «Marco Polo: The Metal Soundtrack» am Stück an, ist man fasziniert von der Dichte und dem Mut der Tschechen, bei aller Dynamik nicht wirklich allzu stark abzuschweifen.

Das könnten sich sämtliche Rhapsody Ableger zum Vorbild nehmen, denn hier entfaltet sich Virtuosität nicht zu Ungunsten der Eingängigkeit. Ein Fragezeichen bleibt allerdings, wenn man das Erzählte mit dem deutschen Wikipedia-Eintrag über Marco Polos Leben vergleicht. Symphonity erzählen von einer Liebesaffäre, die der junge Venezier in der durch die Pest heimgesuchten Stadt Hormus hatte. Beides wird auf Wikipedia nicht erwähnt. Noch schwerer wiegt aber, dass die Tschechen behaupten, dass Marco Polo nach seiner Heimkehr im heutigen Italien direkt in genuesische Gefangenschaft geriet. Dies, anstatt als Abenteurer gebührend empfangen zu werden. Laut Wikipedia kam er aber 1291 in Venezien an und geriet 1298 in der Seeschlacht bei Curzula in Gefangenschaft von Genua. Vielleicht sprechen aber auch deshalb Symphonity von einer Legende oder hatten schlicht andere Quellen. Solche kleinen Ungereimtheiten trüben das Hörerlebnis jedoch nicht. Vor allem, weil es sich hier um eines der besseren Power Metal Alben des bisherigen Jahres handelt. Wer symphonischen Metal mit Mut zu neuen Klängen mag und der Geschichte dahinter nicht abgeneigt ist, wird mit diesem grossartigen Werk mehr als glücklich.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/una9m1FH34o

 

Donnerstag, 19 Mai 2022 07:37

Bereits zum achten Mal lassen die Italiener von Master Boot Record sämtliche Sicherungen durchbrennen. Das neue Album trägt den treffenden Namen «Personal Computer».

Das Computer-Game wird mit «8086» gestartet. Geboten werden abgedrehte Tunes von Video-Games, in Kombination mit einem Drumcomputer, und so flirrt und flimmert es an allen Ecken! Klassik pur empfängt einen am Anfang von «80186», bis ein brutales Industrial-Gewitter aufzieht, und am Firmament grüsst immer mal wieder Captain Future! «80286» elektrifiziert ebenso wie sein Vorgänger und klingt wie Jean-Michel Jarre auf Speed! In den sphärischen Welten des unendlichen Weltalls bewegt sich «80386». So werden Computersounds mit wunderbaren Melodien zu etwas Grossem verbunden. Eine Computer-Symphonie gibt «80386SX» ab, und das fühlt sich wie elektronischer Power Metal an. Dramatisch ist «80486» aufgebaut, und hier handelt es sich um elektronische Klassik. Fieses Pac-Man Gepiepse findet sich bei «80486DX», und so wird dann auch noch Industrial mit zauberhaften Melodien ausgiebig zelebriert. So wird der Electronica Legende Jean-Michel Jarre nochmals gebührend gehuldigt. Weitere Elektro-Grosstaten verstecken sich hinter «80486SX» wie «80586», und diese Songs könnten als Soundtrack zu einem Sci-Fi Epos durchgehen. Klassisch wird dieses ausgezeichnete Instrumental-Album schliesslich mit «80686» beendet. Master Boot Record gelingt es spielend und ohne Sänger, nie Langeweile aufkommen zulassen! Wer auf synthetische Soundfiles steht, sollte diese Truppe unbedingt anchecken, denn diese Band gehört, zusammen mit The Algorithm, zur absoluten Spitzenklasse dieses Genres!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fjMEN-csN10

 

Donnerstag, 19 Mai 2022 07:32
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v. 10 Punkten: 7.0

Tysondog gehörten zu den Vergessenen der "New Wave Of British Heavy Metal". Nachdem sie Mitte der Achtziger mit den beiden Scheiben «Beware Of The Dog» und «Crimes Of Insanity» auf sich aufmerksam machten, wurde es still um die Herren.

Es dauerte fast zwanzig Jahre, bis mit «Cry Havoc» ein neues Lebenszeichen der Truppe um Urgitarrist Steve Morrison erschien. Knapp sieben Jahre später folgt nun «Midnight», das mit seiner erdigen Art viele "oldschool Fans" begeistern wird. Die Gitarren spielen genau den Stiefel, den man sich von einer solchen Truppe wünscht. Songdienlich mit feinen Solos und guten Riffs. Dabei gerät auch das packende Momentum namens Refrain nicht ins Hintertreffen und macht bei «Cold Day In Hell» eine mehr als nur gute Figur. Als sehr hörenswert entpuppen sich zudem «Dean Man Walking» und «Hellbound», die mit rockigem Flair bestens passen. Wer auf verschollene "New Wave Of British Heavy Metal" Bands steht, muss hier reinhören und sich den Klängen von Tysondog hingeben. Die Jungs verstehen es, «Midnight» sehr abwechslungsreich zu gestalten. Allerdings wird auch klar, warum die Band nie mit Iron Maiden, Def Leppard, Saxon oder Raven im gleichem Atemzug genannt wird.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vwmqK8RTAA0

Donnerstag, 19 Mai 2022 07:26

Es war jetzt eine ganze Weile ruhig um die amerikanischen Psychedelic Rock Doomster aus New Jersey. Das letzte Studio-Album «Planetary Space Child» stammt nämlich von 2017. Bevor noch in diesem Jahr der neue Longplayer ansteht, bringen Frontlady Jillian Taylor und ihre Jungs vorab einen kleinen "Live-Appetizer" in Form einer schnieken 3-Track Single heraus. Darauf enthalten sind, nebst einem Uriah Heep Cover, zwei brandneue Songs!

Hört man sich «1000 Years», «Primitive Man» und den alten Heep-Smasher «Easy Livin'» in einem Zug durch, ist die Vorfreude auf das nächste Langeisen gross und bereits geweckt. Während in unseren Breitengraden in diesem Stilsegment jeweils mehr von WolveSpirit, Pristine, Blues Pills, Avatarium oder Lucifer die Rede ist, sind Ruby The Hatchet leider noch nicht so bekannt. Da mit dem Album-Release auch bereits eine Tour angekündigt ist, bleibt schwer zu hoffen, dass die Truppe irgendwann mal über den grossen Teich setzt und auch Halt bei uns auf dem alten Kontinent machen wird. Der voll retromässige Sound, bei dem die von Sean Hur gespielte Hammond-Orgel einen festen Platz einnimmt, verleiht natürlich auch dem Cover-Track einen würdigen Anstrich. "Live" heisst in diesem Fall nicht vor Publikum, sondern durch Jeffrey France im "EQD Audio Recording Laboratory" direkt aufgenommen und abgemischt, als man gerade zusammen mit Kadavar auf Tour war.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pAcR4wRTihA

Donnerstag, 19 Mai 2022 07:17
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v. 10 Punkten: 5.5

Hmm..., also prinzipiell ist diese Scheibe nicht schlecht, bluesiger Hard Rock, der zwischendurch auch mal brettern kann, das klingt nicht schlecht.

Was allerdings seltsam ist: Das Veröffentlichungsdatum ist auf den 31.12.2021 angesetzt, die Vinyl-Scheibe kommt nun am 15.04.2022 in die Läden, real oder virtuell. Irgendwie macht das keinen Sinn, zumal keine Unterschiede im Tracklisting auszumachen sind. Wie dem auch sei, die Jungs zocken sich ordentlich durch die Songs hindurch, der Sänger geht mir persönlich zwar schnell auf den Wecker mit seinem eher höher angesiedelten Gesang, und die Tracks unterscheiden sich nicht allzu grossartig, als dass man jetzt das Bedürfnis verspürt, sich das alles von vorne erneut anzuhören. Für ein Debüt zwar ganz ordentlich, aber da ist eindeutig noch Luft nach oben offen. Akzeptabel.
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AD7KINJY9x4

 

Mittwoch, 18 Mai 2022 08:17

Schwedischer, leicht experimenteller Death Metal namens Wachenfeldt wird hier uns um die Ohren gehauen, und das breite, mundtriefende Grinsen des Schreiberlings wird auch immer fieser wie breiter.

Anno 2011 in Gränsfors, Hudiksvall sowie Nörrtälje, Stockholm mit deathigem Odem ins Ist gehaucht, bolzen uns Wachenfeldt im untypischen, schwedischen Death um die Körperhüllen, mit intelligentem, leicht abstraktem Songwriting und ausgestattet mit neun Tracks voller bösartigstem wie genialem Death Metal. Thomas von Wachenfeldt (Vocals, Guitars, Bass und alle weiteren Saiteninstrumente), als auch als Namensgeber, clever bemerkt..., Daniel Jakobsson (Lead- und Rhythmusgitarre) und Jon Skäre (Drums) zelebrieren einen auch leicht progressiven, technischen wie symphonischen Death Metal in herrlicher Machart. «Faustian Reawakening» ziert als das zweite full-lenght Machwerk, «The Interpreter» war das Debüt, nebst, einer EP und vier Singles, also ein interessantes und tüchtiges Palmares von Wachenfeldt. Irgendwie ist es einfach ein goiler Bandname, irgendwie, lässt mich irgendwie nicht los, eben, irgendwie...

Die Produktion kommt druckvoll, messerscharf wie klar rüber, und das Cover-Artwork strotzt nur so vor Platz in den Ruhmeshallen von Valhalla, ohne Wenn und Aber. Somit sind Vergleiche zu Dimmu Borgir, Behemoth, Opeth, Mayhem, Immortal, Morbid Angel, Dissection und Konsorten nicht von der Hand zu weisen, sowohl auf «Faustian Reawakening» stets Eigenmächtigkeit in vollster Inbrunst zelebriert wird, keine Frage, denn die Bandaufzählungen sollen ja als Hilfe dienen, yep. Die Gitarren riffen sich sehr deathig, leicht thrashig und blackig durch den Noten-Tornado, jedoch stets auf Groove bedacht, mit symphonischem, technischem und progressivem Background. Die Soli sind wahre Maestro-Zelebrationen, herrlich virtuos und melodiös. Der Bass wummert herrlich rhythmisierend, doch auch Walking-Bass-Lines zelebrierend wie auch solodesk und autark im stürmischen Songwriting. Die Drums pattern und paradiddeln sich im Blast, Grindcore und Double-Bass umher, gepaart mit sehr groovigen und treibenden Moshparts, einer satten, trockenen und markanten Snare.

Durch den Einsatz der Cymbals und Toms wird der progressive Hauch noch zusätzlich verstärkt, ohne jemals den Groove zu verlieren, im Gegenteil, das Revier wird markant abgesteckt und gesetzt. Die Vocals sind brutal guttural gehalten, klar, aggressiv, tief, verständlich, druckvoll. Durch die untermalenden, symphonischen Synth-Sounds erreicht «Faustian Reawakening» den Opus-Status, ein Mach- wie Meisterwerk sondergleichen. Vor allem gilt hier, keinen Song aus dem Verlauf heraus zu reissen, denn man würde dem Album sonst Unrecht tun, da die Tracks sowas von miteinander verbunden sind und nur in dieser Reihenfolge das absolute wie geweihte Hörerlebnis erzeugen. Wie so oft, gut Ding will Weile haben, was hier bei Wachenfeldt vollstens zutrifft und sich der deathige Hörgenuss so steigert, dass dem Beelzebub gewissenslos die Haut, beziehungsweise das Fell beim Lebendigen tranchiert und abgezogen werden darf, ohne etwelche Gewissensbisse, und stets mit einem immer breiten wie mundtriefenden Grinsen im Gesicht, welches sich nicht mehr erholen wird.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/n-jiPU4-zOk

 

Mittwoch, 18 Mai 2022 08:07

Ich muss gestehen, ich habe mich mit The Gathering seit dem Ausstieg von Anneke van Giersbergen 2007 nicht mehr befasst. Mittlerweile haben die Holländer drei Alben mit der aktuellen Sängerin Silje Wergeland veröffentlicht und präsentieren uns nun Album Nummer vier mit dem wundervollen Titel «Beautiful Distortion».

Der Sound von The Gathering ist unverkennbar und reiht sich nahtlos an die letzten Alben an. Die Songs erinnern klangtechnisch eher an «How To Measure A Planet» als an Klassiker wie «Mandylion». Die Stimme macht am Ende aber soviel aus, doch Anneke und Silje miteinander zu vergleichen, wäre aber nicht fair, da die beiden Damen so unterschiedliche Charakterstimmen besitzen, und Anneke ist eh nicht zu ersetzen, da sie einfach einzigartig ist. Silje verleiht dem Gathering Sound hingegen einen ganz neuen Charakter und geht dadurch ihren eigenen Weg, ohne jemals die Vergangenheit kopieren zu wollen. Wer auf sphärische Musik steht, der sollte «Beautiful Distortion» definitiv eine Chance geben, denn die Klangfarben und Facetten sind schlichtweg wunderschön.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kysho1WO2dY

 

Mittwoch, 18 Mai 2022 07:58
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v. 10 Punkten: 7.4

Die Italiener Lionsoul machen mich etwas ratlos, denn ihr neues Album ist zwar abwechslungsreich, treibend und verfügt über ein gutes songwriterisches Niveau. Trotzdem lässt es mich aber weitgehend kalt, und das obwohl ich es mir immer wieder angehört habe.

Musikalisch und gesanglich erinnern mich Lionsoul an ihre Landsleute von Eldritch. Das gilt auch für die leicht progressive Ader, wobei Lionsoul noch etwas moderner klingen. Die Geister werden sich wohl am Gesang scheiden, denn trotz guter Leistung und Eigenständigkeit sind hier Frequenzen und Höhen auszumachen, die besser vermieden worden wären. Das ist aber reine Geschmackssache und soll die hier offenbarte Qualität nicht schmälern. Trotzdem entscheidet gerade dieser Faktor über Sein und Nichtsein, denn was bringen diese besten Musiker, wenn bei Zuhörer:innen keine Gefühle ausgelöst werden? Über welches Potenzial diese Truppe an sich verfügt, zeigt sie zum Beispiel bei «Wailing In Red». Hier wird in Sachen Härte nochmals eine weitere Stufe gezündet. Unter dem Strich bleibt aber nach elf Liedern einfach zu wenig hängen. Um endgültig zu überzeugen, müsste die Band dieses Manko mit einer mitreissenden Live-Show übertünchen. Und da wohl auf die vielen elektrischen Einspielungen verzichten, damit das Ganze immer noch livehaftig klingt. Mit «A Pledge To Darkness» veröffentlichen die Bergamasker ein bis zwei Ausrufezeichen, welche Freunde von Power Metal mit Industrial- und Prog-Anteil gerne antesten dürfen. Weil die Musik aber auf der Kippe zu einer uneingeschränkten Kaufempfehlung steht, wird ein vorgängiges Reinhören unbedingt empfohlen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HyiHCtyvv20

Mittwoch, 18 Mai 2022 07:44
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Eine Scheibe aus dem Jahre 2012 mit sechs Bonus-Tracks neu veröffentlichen? Kann man ja mal machen. Ob es das wirklich braucht, sei mal dahin gestellt.

Die Songs klingen eher zu wenig nach dem ernannten Bandgenre, ich fühle bei Soulbound beinahe Rock'n'Roll Vibes. Ist ja voll ok, nur packt mich das Ganze so ziemlich gar nicht. Nette Songs, die aber auch nach dem dritten Durchlauf nichts anderes sind, als eben nur nette Songs. Re-Releases sind halt so eine Sache. Pluspunkte gibt es hingegen für die ausgestrahlte Freude, die eindeutig hörbar ist. Das alleine reicht aber nicht aus, um mich dauerhaft davon zu überzeugen. «Towards The Sun» taugt jedoch durchaus zur Abwechslung oder als Hintergrund-Musik.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/3xXXibqd3Bs

Dienstag, 17 Mai 2022 08:18

Sein Ausstieg bei Alcatrazz kam still und ohne Aufsehen. Plötzlich stand Doogie White bei seiner Truppe am Mikrofon. Ein Gentleman Agreement? Zumindest kannten sich Graham und Doogie von der gemeinsamen Tournee beim Michael Schenker Fest.

Der gebürtige Engländer hat einiges für die Hard Rock Szene getan und war bei Rainbow, MSG, Impellitteri, Blackthrone oder Anthem und hat deren Alben mit seiner einzigartigen Stimme veredelt. Nun erscheint eine weitere Soloscheibe, bei der er von Beth-Ami Heavenstone (Bass) und Conrado Pesinato (Gitarre) unterstützt wird. Daneben geben sich einige Gastmusiker (Jeff Loomis, Shane Gaalaas, John Tempesta) die Türklinge in die Hand und garantieren zusammen mit dem Sänger für zeitlosen Hard Rock. Wie man es sich bei Graham gewöhnt ist, sind die Gitarristen ein Hinhörer und lassen nichts anbrennen, wie auch die Stimme des Meisters sehr gut klingt. Wer auf traditionellen Hard Rock steht und auch die oben erwähnten Bands mag, wird an diesem Album nicht vorbei kommen. Anspiel-Tipps sind «Brave New World», «The Sky Is Alive», «David's Mom» und der Titelsong. Es ist nach wie vor eine Freude, dem Shouter zu lauschen. Dies allein ist Grund genug, sich mit den neuen Tracks von Graham auseinander zu setzen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RKjLTmWqR7M

 

Dienstag, 17 Mai 2022 08:11
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v. 10 Punkten: 8.5

Nein, keine Angst. Halestorm haben sich weder aufgelöst, noch ist irgendwer gestorben. «Back From The Dead» bezieht sich mehr auf den Schockzustand, in welchen die Band durch die Pandemie versetzt wurde, nachdem seit Jahren nichts anderes als der Tour-Album-Zyklus vorherrschte und man nun wieder daraus erwacht ist.

Schlagzeuger Arejy bescheibt die neue Platte als die aggressivste, welche die Band bisher geschrieben hat, und da hat er nicht ganz unrecht. Natürlich dürfen auch ruhigere Töne nicht fehlen, aber die Energie, welche in den neuen Songs steckt, ist bisher unerreicht. Das Produzenten-Duo Nick Raskulinecz und Scott Stevens forderte von Beginn weg, die Mainstream-Komfortzone zu verlassen und das Maximum aus jedem einzelnen Bandmitglied heraus zu holen. Diese Forderung wurde umgesetzt, obschon zehrende Kräfte und Ausdauer gefordert waren. Dank der Pandemie fanden Halestorm letztlich aber auch die Zeit, «Back From The Dead», dieses wundervolle Album, in aller Ruhe fertig zu stellen und nun für neue Schandtaten auf der Bühne bereit zu sein. Denn dort sind sie zu Hause und reissen mit ihrer Live-Energie jede Wand ein..., am 23.11.2022 dann auch wieder in der Schweiz.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/srT0pgC_yto

 

Dienstag, 17 Mai 2022 08:07
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v. 10 Punkten: 8.2

2015 gründeten die beiden schwedischen Freunde Torbjörn Weinessjö (Vocals, Guitars) und Niklas Wilhelmsson (Bass) Cell 9. Beide sind seit den Achtzigern in diversen Bands aktiv, ohne aber bisher relevant in Erscheinung zu treten.

Komplettiert wurde die Formation von Torbjörns Bruder Thomas am Schlagzeug. So erschien 2016 deren erster Output «The Devil's Feast». Jetzt stehen Cell 9 mit dem treffend betitelten Zweitwerk «Second Coming» auf der Matte. Die Jungs widmen sich dem klassischen Heavy Metal mit klarer Tendenz hin zum Doom. Logisch, dass da der Name Black Sabbath ins Spiel gebracht wird. Musikalisch ist man da auch gar nicht weit entfernt davon. Die wunderbaren fetten, schleppenden Gitarren überzeugen dabei auf breiter Ebene. Im Gegensatz zu Ozzy besitzt Torbjörn eine sehr düstere, dunkle Stimme, die aber durchaus mit Power und Charisma ausgestattet ist. Auch songtechnisch hat das Trio einiges zu bieten. Starke Hooklines, verpackt in abwechslungsreichen Tracks, lassen immer mal wieder aufhorchen. Nebst Highlights wie das knackige «I Am», das schleppende «Somewhere» oder das groovige «Not Left Alone» sind aber auch immer mal wieder Schwachpunkte auszumachen, die dem Album den Drive rauben und den Hörgenuss trüben. Fans von Trouble, aber auch Black Label Society, könnten von Cell 9 jedoch durchaus begeistert sein.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/N_xX0DlZFQo

 

Dienstag, 17 Mai 2022 07:59

Nun, da gibt es doch einige Vultusse als Bands in dieser kleinen und doch grossen Metalwelt. Doch glücklicherweise ist der Schreiberling fündig geworden und trifft auf die besagten Vultus, die tatsächlich Vultus sind und mit dem Release von «Sol Invicto» antanzen, einem siebenträckigen Release, welchen der Schreiberling mal als "vollwertigen" full-length Release betrachtet.

Korrigiert mich bitte, wenn dies nicht der Fall sein sollte, doch aufhalten geht wohl nicht mehr, denn diese Zeilchen sind nun schon mal geschrieben und veröffnetlicht, wohl, doch gerne könnt ihr markieren, null Problemo, lasst mich jedoch bitte noch trockenen Fusses nach Hause heimkehren, so dass ich dennoch diese Worte kapitalerweise reinbrennen und final beenden darf. Nun, seinerzeit in Guadalajara, nein nicht Mexico, sondern Spanien, als seinerzeit noch als Sadistic benamselt und sich dem deathig-thrashigen Songwriting widmend gegründet, so stehen nun die beiden Herren namens Samuel Guimerans (Guitar, Bass, Vocals) und Jorge García Toubes (Drums) nun eben als Vultus und mit dem Wohn- wie Wirkungsort Berlin an neuer "alter" Position wie Stelle.

Die Umschreibung des Soundes als heavy, blackiger wie thrashiger Metal trifft wohl zu, und ich frage mich, ob gemäss der Anzahl Bands und deren Releases hier von der Musikindustrie eine neue Stilrichtung geschaffen worden ist, beziehungsweise wird. Nun ja, ändert wohl auch nichts mehr daran, die Releases flattern nur so in die geheiligten Redaktionshallen im Home Office rein. Verglichen werden Vultus mit Bands wie Bölzer, Mantar und Konsorten. Das Cover-Artwork spricht nebst Ausrufezeichen auch das eine oder andere Fragezeichen, passt irgendwie zum Gesamtsound. Die Produktion ist etwas dünn geraten, jedoch mit rasierscharfen Momenten genügend zugedeckt, drückt somit voll durch und gebärdet sich fressenreif. Den iberischen Background hört man ganz klar heraus, sprich aus dem Songwriting und den Instrumenten, welche in leicht progressiver Form intoniert werden. Speedige, thrashige, heavige und blackige Momente sind in den Drumpatterns hörend heraus zu lesen, konstantes Double-Bass Drumming, Midtempo-Grooves, kein zielloses Geknüppel, im Gegenteil, dafür wohl erschaffene Songstrukturen, mit viel Cymbals- und Tomseinsätzen, einer straighten Snare.

Die Gitarren riffen sich in etwas oldschooliger Manier durch die Notenergüsse des iberischen Wahnsinns hindurch, mal mit Melodielinien als auch blackigen Einzelnoten schraffelnd untermalt, mal mit sehr melodiösen Soli als auch mit raspelnd schnellen solodesken Notenfolgen spielend. Der Tieftöner wummert klar ebenfalls im rhythmischen Wesen, weniger solodesk, doch stets dem Gesamtsound treu ergeben. Die Vocals sind doch etwas leicht im gutturalen Bereich gehalten, klar intoniert, abwechselnd mit shoutigen und screamenden, als auch thrashigen Momente. Kombiniert mit teils Klargesang, im mittleren bis schrillen Tonsegement zu Hause. So sind Songs wie «Mors Ab Alto», «Arise Of Commiserations» und «Incipit» Hörmöglichkeiten, um den Zugang zu diesem doch interessanten Machwerk zu erhaschen wie zu ergaunern. Antesten ist hier wohl schon bereits Pflicht, denn gewöhnungsbedürftig sind Vultus mit «Sol Invicto» allemal. 
Poldi

cede

 

<https://www.youtube.com/embed/7_ywhMCnP5w

 

Montag, 16 Mai 2022 07:06

Nach dem altbekannten Motto "Aller guten Dinge sind drei" kommen die norwegischen Black Metaller von Djevelkult mit ihrem dritten Album «Drep Alle Guder» daher, direkt aus den dunklen Wäldern.

Der Titeltrack «Drep Alle Guder» haut dabei schon mal mächtig auf den Putz! Das bedeutet als Resultat rasend schnellen Black Metal, der sehr authentisch und unverfälscht aus den Boxen schiesst. «Dodbringer» ist ebenso brachial gehalten, aber mit einer leichten Tempo-Reduktion ausgestattet. Nicht sehr innovativ und eigentlich in der zweiten Welle des Black Metals stecken geblieben, dafür aber umso schlagkräftiger dargeboten! Geiles Geriffe auf die Ohren folgt anschliessend mit «Den Forhatte» und verkörpert hierbei eine geile, rabenschwarze Black Metal Hymne. «I Kuldens Vold» bietet dann die Gelegenheit, ein wenig Luft zu holen, denn der Song beginnt sehr ruhig. Nach knapp zwei Minuten kann man aber wieder die gewohnte Raserei bestaunen. Düster wird es hingegen mit «The Life Destroyer», und auch diesem Song wird kein Innovationspreis verliehen! Im Überschalltempo braust derweil «Voidwalker» vorbei und bietet in der Hälfte ein ruhiges Break zur Abwechslung an. Aber nur für kurze Zeit, denn dann wird wieder voll geknüppelt! Mystisch und episch zieht «Fordommelse» seine unheilvollen Kreise. Alles in allem ist das eine tolle Black Metal Hymne. Schluss und aus wird schliesslich mit «Perfect Obliterate» zelebriert, heisst nochmals wird kraftvoller Black Metal voller Leidenschaft geboten. Djevelkult verweigern sich gekonnt allen Trends und ziehen ihr Ding zu hundert Prozent durch. «Drep Alle Guder» markiert ein gelungenes Album, das locker schon dreissig Jahre auf dem Buckel haben könnte!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/OvR_CjPwy3Q

 

Montag, 16 Mai 2022 06:59
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v. 10 Punkten: 8.8

Die unverwüstlichen Dänen Thorium aus Kopenhagen, Hovedstaden, Dänemark, seit 1997 im deathigen Universum am Herumseuchen, die deathige Pest vetreibend, animalisieren sich erneut für das mittlerweile fünfte, full-length Studio-Album namens «Danmark».

Wie es wohl nicht anders sein kann, knallen uns zehn Petardentracks groovigen und moshigen wie althergebrachten Death Metal um die Schüssel und strapazieren unsere Nackenmuskeln aufs Neue. Na, wer geht wohl ins Fitness-Center wegen den Nackenmuskeln, wer? Häh? Getraut sich niemand sich zu "outen"? Well, ich eh' nicht, denn ich übe wie der Aral-Deckel auf der Hutablage gewisser Fahrzeuge, yep. Ist das auch ein "Outing"? Yope. Ohkeh, überführt..., Freunde von Morbid Angel, Deicide, Centinex und Dismember finden an diesem Soundteppich von MHA (Vokills), Jose Cruz (Guitars), JP (Guitars), Jesper (Bass) und Daniel (Drums) die prächtigste Freude. Das Recording wurde in den "Angioni Studios" live eingezockt, und so drückt die Spielfreude noch ehrlicher sowie heftiger durch, wie in den guten, alten Zeiten, yep. So ist die Produktion druckvoll, schnörkellos, ehrlich ausgefallen, kombiniert mit einem für Death Metal würdigem Cover-Artwork abgerundet.

Die Drums rumpeln vorwärtstreibend und double-bassig groovend wie moshend durch, mit einem peitschenden Snaresound, virtuosen Toms- wie auch Cymbalseinsätzen. Der Tieftöner wummert herrlich klar in den tiefsten Lagen, mal autark und dann wieder gemeinschaftsbedürftig. Die beiden Gitarren riffen sich moshend durch die Death Metal Gewitter, gepaart mit solodesken, melodiösen Ausflügen in die schneller aneinander gereihten Notenläufe. Der Stimmbändiger growlt tief, klar, verständlich, böse und aggressiv im gutturalen Bereich. Anspieltipps wären da ja alle zehn Tracks von «Danmark», doch «My Decay», «Majesty», «A Crown To Obscurity» und «Reign The Abyss» setzen dem Ganzen noch das Krönchen auf. «Danmark» steht für ein gelungenes Album der "Alteingesessenen". Tja, gekonnt ist gekonnt, allen Weisheiten und Sprüchen zum Trotze, denn gelernt ist gelernt.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ar_NTKzXUDY

 

Montag, 16 Mai 2022 06:53
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Bei den allermeisten Bands wird einfach das Jahr der Gründung angegeben, aber die britischen Thrasher von Solitary sind hier noch etwas präziser, sprich am 04. Juni 1994 soll das auf den Tag her gewesen sein. Das zeigt mitunter an, dass diese Combo auch schon eine ganze Weile unterwegs ist und es, neben üblichen Demos wie einer EP, auf bisher vier full-lenght Alben gebracht hat. Trotzdem war mir diese Truppe bisher nicht bekannt.

Bezüglich der längst unübersichtlichen Flut an Veröffentlichungen überrascht das jedoch nicht wirklich. Allerdings spült es so eine Chose irgendwann zwangsläufig an die Oberfläche, und genau dies geschieht jetzt mit dem ersten und offiziellen Live-Album von Solitary, deren Auftritt am "Bloodstock Open Air Festival" am 11. August 2019 für die Nachwelt eingefangen wurde. Somit bietet «XXV Live At Bloodstock» eine Erinnerung an den "letzten freien Sommer" vor Ausbruch der unsäglichen Pandemie. Die Band um Richard Sherrington (Lead Vocals/Rhythm Guitar), Andy Mellor (Lead Guitar), Gareth Harrop (Bass) und Roy Miller (Drums) feierte an diesem Anlass ihr 25-jähriges Bestehen und hatte dort ein Heimspiel. Ob die mitgeschnittene knappe halbe Stunde den ganzen Set abdeckt, bleibt unbeantwortet.

Obwohl es sich nicht gerade nach einer gut besuchten Veranstaltung anhört, sind die Resonanzen anständig, wobei Solitary dafür ordentlich rackern müssen. Warum das Quartett aus Preston, Lancashire bisher nicht auf meinem Radar auftauchte, liegt wohl an der Tatsache, dass sich die Truppe schwer nach einem Hybrid aus unter anderem Testament, Slayer, Destruction und Rage anhört. Damit holt man sich letztlich keinen Innovations-Preis ab, und die (Ami-) Kollegen der Liga Exodus, Overkill, Heathen, Flotsam And Jetsam et cetera haben insgesamt, zumindest für meine Begriffe, besseres Songmaterial am Start. Wer sich jedoch Thrash Metal dieser Ausprägung gerne anhört, kann der druckvoll abgemischten Live-Aufnahme, die um drei remasterte Studio-Tracks ergänzt wurde, womöglich trotzdem etwas abgewinnen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/apBH6kufZq0

Montag, 16 Mai 2022 06:45
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v. 10 Punkten: 8.5

Da schnalzt der Grunge Fan mit der Zunge. Nach all den tragischen Nachrichten über die Verluste von Mark Lanegan oder Taylor Hawkins in diesem Jahr, erreicht uns für einmal eine unglaublich positive Überraschung. Und dies so ohne jegliche Ankündigung.

Einen Tag vor Release der selbstbetitelten Platte erschien auf Matt Camerons (Ex-Drummer von Soundgarden / Drummer von Pearl Jam) Instagram Account ein Live-Foto mit dem simplen Text: "3rd Secret coming soon". Und soon war dann auch bereits am Tag darauf, als auf demselben Social Media Kanal ein Pressebild erschien, welches das Debüt-Album auf allen digitalen Plattformen ankündigte. Dass es sich hier um eine Grunge-Supergroup handelt, konnte man nicht im Ansatz erahnen. Jeder/jede der/die in den 90ern aufgewachsen ist, wird die Augen weit aufreissen und den Kiefer auf den Boden fallen lassen: Neben Matt Cameron spielen da nämlich auch Krist Novoselic (Ex-Nirvana Bassist), Kim Thayil (Ex-Soundgarden Gitarrist), Bubba Dupree (Void) und die zwei Sängerinnen Jillian Raye und Jennifer Johnson bringen sich ebenfalls ein. Wie dem noch nicht genug wäre, hat das Ganze Legende Jack Endino produziert, der bereits für diverse Grunge-Perlen verantwortlich war. Die elf Songs sind eher ruhig angesiedelt in Richtung Novoselic aktueller Band Giants In The Trees, aber Kim Thayils altbekannte Soundgarden Gitarre blitzt immer mal wieder durch. Der Grunge-Fan schnalzt noch einmal mit der Zunge. 3rd Secret ist hier eine wahre Perle an Musik gelungen. Am schönsten sind doch immer die Sachen, die man nicht erwartet, und mit sowas hat nun echt niemand gerechnet.
Pat


https://www.youtube.com/embed/qYdUMZ8evVE

Samstag, 14 Mai 2022 08:22

Talent-Shows sind längst keine Neuheit mehr und ihre siegreichen Ergüsse verschwinden ebenso schnell, wie sie gekommen sind – meistens! Anders im Fall von Victoria Stoichkova. Sie blieb dem Publikum mit ihrer speziellen Version von Taylor Swifts «Look What You Made Me Do» in bester Erinnerung.

Mit brutalen und Angst einflössenden Death Metal Growls hat sie den originalen US-Pop zerrissen. Schock und Freude, Neugier und Angst verschmolzen zur Ekstase. Nach fünf Millionen Klicks auf YouTube schnappte sie sich den Produzenten, Songwriter und Freund Nikifor "Bambi" Nikiforov und sperrte sich in dessen Atelier ein. Verstärkt durch die Undergrund Musikerinnen Tina Zhelyazova (Gitarre), Reni Angelova (Gitarre), und Sonya Radeva (Bass) arbeiteten sie Tag wie Nacht und erschufen, was heute auf den Namen Gwendydd hört. Benannt und inspiriert von mystischen, als auch historischen Mittelalterfiguren sind sie die erste frauendominierte Metal-Band in Bulgarien. 2018 veröffentlichte die Truppe ihr erstes Album «Human Nature». Ihr Werdegang entwickelte sich rasant, und obwohl die Pandemie sie hart getroffen und alle bestehenden Tourpläne zerstört hat, arbeitete die Truppe unermüdlich weiter.

Nun kommt mit «Censored» ihr Zweitling auf den Markt, der den nächsten grossen Meilenstein auf ihrer Reise markieren soll. Während zehn Songs wird Gift und Galle gespuckt, die manch männliche Kollegen erblassen lässt. Ergänzt durch den Mastering-Fingerabdruck von Max Morton (Jinjer) bleibt sich die Band musikalisch aber einmal mehr treu. Ein unverfälschter und brutaler Soundtrack zur Diskrepanz von Realität, Hoffnungen und Träumen. Nicht aus einer Gated Community in Hollywood kommend, sondern direkt aus den Strassen von Sofia, der Hauptstadt, des ärmstes Landes der Europäischen Union. Angetrieben von einer modernen Produktion baut sich dieser Hybrid aus zerstörerischen Gitarren-Riffs und adrenalingeladenen Drums zu einer Extrem Metal Lawine auf. Der perfekte Träger für jene brachiale Death Metal Stimme, die sich tief ins Fleisch der modernen Gesellschaft schneidet – nicht nur mit Worten, sondern mit einer klaren Botschaft.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8lD86337Fqk

Samstag, 14 Mai 2022 08:17
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v. 10 Punkten: 8.5

Die nächste Supertruppe ist aus dem Hause Frontiers ist im Anzug. Night Ranger Gitarrist Brad Gillis, Mr. Big Bassist Billy Sheehan, Giant Trommler Dan Huff und Electric Mob Sänger Renan Zonata bürgen mit diesem erlesenen Line-up eigentlich schon im Voraus für Qualität.

Sehr erdig und rockigen grooven sich die Herren durch die elf Tracks hindurch. Das beginnt schon bei den beiden Openern «Escape Machine» und «Blame It On The Night». Speziell Letzteres erinnert immer wieder an die Frühphase von Mr. Big - Renan überzeugt hierbei mit einem kräftigen Organ, das sich gekonnt durch die Songs pflügt, sich aber immer mit viel Kraft in der Stimme präsentiert. Während Brad sich einmal mehr von seiner besten Seite zeigt und den Liedern sehr songdienlich seinen Stempel aufdrückt. Cool ist die (Halb-) Ballade «Losing The Track». Groovend erklingt «Writings On The Wall» und mit einem feinen Gotthard Touch fliesst «Show Me The Way» aus den Boxen. «Different Worlds» ist ein abwechslungsreiches Werk geworden, das sich die Hard Rock Gemeinde auf der Zunge zerfliessen lassen wird. Auch wenn Skills im direkten Vergleich zur neuen Black Swan ganz klar den Kürzeren ziehen, sind «Hearts Of Stone» und «Don't Break My Heart Again» ohne Zweifel zwei weitere, fette Rocker.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/w5W5KMNzTvU

 

Samstag, 14 Mai 2022 08:11

Black Metal aus den Vereinigten Staaten von Amerika, genauer angemerkt aus Atlanta, Georgia, und zwar mit dem full-length Debüt namens «Ash In Realms Of Stone Icons» und sieben Songs, davon ein Intro und ein Zwischen-Interludium, die ganz der akustischen Gitarrenkunst gewidmet sind, um dann distortioniert bedacht in die Vollen zu gehen.

In der Biographie des Platten-Labels ist Kyle Walburn (Guitars, Vocals, Programming) als einziges Bandmitglied erwähnt, aber in den wohl temporär geführten Metal-Archives erscheinen dann noch im "Current Line-up" die Herren Brandon Iacovella (Guitars, Vocals, Kontrabass), Michael Sanders (Bass), Chris Stropoli (Drums) und mit Matthew Longerbeam (Guitars) nochmals ein Klampfenmeister auf. So, was sind Fake News und was ist tatsächlich? Tja, auf Bandcamp ist die besagte Fünferformation ebenso erwähnt, an welche sich der Schreiberling nun auch hält. Und progressiv-technisch ist die ganze Mucke von Tómarúm auf jeden Fall, vor allem für Blackies mit Weitsicht und intelligentem Gespür. Seit 2017 existiert diese "junge" Combo, releaste eine EP namens «Wounds Ever Expanding» sowie ein Demo namens «Demo MMXIX». Auf «Ash In Realms Of Stone Icons» wird förmlich intelligentes Songwriting zelebriert, denn es sind lange Songs, welche intensiv geblackt werden und voller Inbrunst dargebracht.

Und ja, eine Black Metal Band mit herrlichen Soli-Attacken, und zwar solchen, die sich verdammt nochmals hören lassen können, jawohl! Geht doch, heiliges Kackerchen, nur wollen, sollen die Progatonisten, und Tómarúm wollen auf jeden Fall, das hört man(n), beziehungsweise Frau klar aus der verdammt satten, druckvollen wie klaren Produktion heraus, gepaart mit einem wiederum ruhmesehrbaren Cover-Artwork, somit ein gelungenes full-length Debüt-Package, schreibt Euch das hinter die Ohren! Mit einer Gesamtspiellänge von 60:22 Minuten und den sieben Tracks, wovon alle, wirklich alle, Anspieltipps sind, denn dies ist eine Machtdemonstration sondergleichen, denn hier fällt kein Song ab, da ist der berühmt-berüchtigte rote Faden wahrlich ins Songwriting miteingeknüpft worden. Die Drums treiben einen mit satter, schneller Double-Bass an und leichte blastartigen Ekstasen gehen mit einer treibenden, knallharten Snare, virtuosem Cymbalspiel sowie wirbelnden Tompatterns einher. Somit Nichts als Thron-Angelegenheiten, die das Feld von hinten aufräumen.

Der Bass ist beinahe zu 99,9% solodesk und mit Walking Bass-Lines unterwegs, und dennoch ist er banddienlich wie auch auch sehr dominant autark. Die Kraft der zwei Herzen..., äh Gitarren kommt hierbei ebenfalls riffig zum Gewaltsausdruck, eine Mischung zwischen blackiger Single Notes Rifferei, als auch zu kraftvollen, deathigen Attacken bereit. Wie bereits erwähnt, sind die Soli absolute Meisterklasse, vor allem wenn dann die Gitarren sich mit dem Tieftöner soloistisch duellieren, der beinahe nackte Wahnsinn schon im Black Metal mit wohltemperierten progressiv-technischen Elementen, Weltklasse in Zürich so zu sagen..., äh aus Atlanta, yope. Die Vocals sind brutal guttural gehalten, klar verständlich, aggressiv, blackig als auch deathig im Growl gehalten. So erstaunt es auch wenig, dass Bands wie Death, Dimmu Borgir, Immortal, Cradle Of Filth, Throne und The Black Dahlia Murder als Vergleiche aufkommen und aufzeigen, wie vielseitig Tómarúm gestrickt sind. An alle Black Metaller/innen mit Weitsicht, Weisheit und dem besagten "über den Tellerrand Blick hinaus schweifend" sollen hier zugreifen dürfen, doch auch für Fans anderer Genres hält dieses Soundwerk namens «Ash In Realms Of Stone Icons» eine musikalische Offenbarung bereit.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hPIlJVQ9E50

Samstag, 14 Mai 2022 08:04
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v. 10 Punkten: 7.9

Sehr gewöhnungsbedürftig ist die Musik des chinesischen Quartetts beim ersten Anhören, aber die klare Stimme von Sängerin Lynn Wu hat was. Sie zieht Zuhörer:innen irgendwie in ihren Bann.

So sind Nummern wie «Farewell» echt stark, und die Jungs beherrschen ihre Instrumente. Das Ganze klingt anfangs etwas chaotisch, wilde Drums und Gitarren wechseln sich ab mit ruhigeren Prog Rock Parts. Die Stimme erinnert dabei ab und zu an Kate Bush. Dem entgegen steht das fast meditative «Ghost». Auch «Euphoria» ist eine sehr ruhige Nummer, ohne Drums und Gitarre, gedämpfte Synthie-Klänge und ein Hauch von einer Stimme. Dann wieder eine moderne Prog-Nummer mit tiefer gestimmten Gitarren. «Dark» beginnt wie ein Song von Dream Theater mit starkem Gitarrenriff, wird dann wiederum sehr ruhig und endet als coole Prog-Nummer. Die Symbiose von sehr ruhigen bis hin zu wilden Prog-Nummern habe ich so noch nicht gehört. Klingt anfangs eher etwas befremdend. Wenn man aber offen für Neues ist, dann ist die Musik von Lynn und ihren Jungs aus Peking durchaus interessant, und reinhören lohnt sich auf jeden Fall.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uoKL23zNg7w

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:43

Leo Leoni (Gitarrist) veröffentlicht sein drittes Album mit CoreLeoni und nimmt sich nicht Neueinspielungen von Gotthard an, sondern zaubert zehn neue Songs aus dem Hut.

Der sanfte Einstieg lässt aufhorchen, und wenn Neusänger Eugent Bushpepa zu singen beginnt, erinnert vieles an die frühen Gotthard. Auch wenn ich Ronnie Romero sehr vermisse, liefert Eugent einen mehr als nur souveränen Job ab und überzeugt von der ersten Silbe an. Leo hat sich dabei, musikalisch gesehen, logischerweise nicht weit von den ersten drei Gotthard Scheiben entfernt. Immerhin war er einer der Hauptsongwriter dessen, was Gotthard damals berühmt gemacht hat. Die Tracks des dritten Albums rocken und dies nicht zu knapp. Dies mit einem kleinen Hang hin zum Blues und ganz viel erdigen Riffs, bei denen das Blut von den Saiten runter auf die staubigen Cowboy-Stiefel tropft. «Guilty Under Pressure» ist ein Paradebeispiel dafür, was Leo noch immer liebt und in seinem Herzen wie seiner Seele trägt. Zusammen mit Jgor Gianola hat Leo die perfekte Ergänzung an der Gitarre. Die beiden spielen sich die Riffs zu und solieren auf sehr traditionelle Art und Weise. Für mich entpuppt sich «Greetings From Russia» als absoluter Hit. Eine Nummer, die sofort in die Beine geht und diesen Evergreen-Touch ausstrahlt, der ein Lied nie langweilig werden lässt und immer wieder zum Anhören animiert.

Schwer und hart erklingt «Like It Or Not», während das lockere «Sick & Tired» mit einem coolen Bass-Intro von Mila Merker startet und «Would You Love Me» alles andere als eine Ballade ist. Ein ruhiger Moment findet sich jedoch mit «Sometimes», einer wundervollen Ballade mit einem packenden Refrain. Die Gitarren qualmen, die Stimme schreit nach Whisky und der Rhythmus-Teppich lässt keine Löcher zu. Die Cover-Version von «Jumpin' Jack Flash» (The Rolling Stones) passt bestens auf «III» und lässt schwer vermuten, dass es sich hier um eine eigene CoreLeoni Nummer und nicht um ein Cover handelt (Aha! Na ja... - Rsl). Auf der zweiten CD finden sich dann trotzdem noch vier Neueinspielungen von Gotthard. «Say Goodbye», «Good Time Love», «Fist In Your Face» und «I'm On My Way» bestätigen, dass Eugent die richtige Wahl als Nachfolger von Ronnie war. Mr. Bushpepa ist fähig, die Steve Lee Tracks problemlos zu singen, und speziell die Neuversion von «I'm On My Way» geht unter die Haut. Sorry Leutz, aber bei einem solchen Hammer-Track, wer braucht noch ein «Heaven»?
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Qo9kQzj8SsY

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:35

Wir schreiben das Jahr 1996. Sepultura veröffentlichen mit «Roots» einen musikalischen Mix aus Metal und brasilianischen Tribal-Beats, den die Welt bis dahin noch nie gehört hat. Als "Mindblowing" würde man das wohl be- oder umschreiben.

Fast forward ins Jahr 2022 und ab ins ferne Indien. Bloodywood erzielen mit ihrem Debüt einen vergleichbaren Effekt, wie er damals von Max Cavalera und seinen Mannen kreiert wurde. Ohne Label im Rücken ballern sie uns einen unglaublich frischen Mix aus Metal und dazu passenden Bollywood Melodien (!) um die Ohren. Sowas hat man definitiv noch nie gehört. Dazu biedern sie sich der Welt in keinster Weise an und belassen ihre Lyrics auf indisch und interpretieren diese, wie viele andere, eben nicht auf englisch. Womöglich hat der Grosserfolg der mongolischen Band The Hu ein bisschen dazu verholfen, einen weltoffeneren Blickwinkel in der hiesigen Metalwelt zu schaffen. Nichtsdestotrotz liefern Bloodywood hier mit «Rakshak» ein wegweisendes Album ab, welches womöglich für eine ganze Kultur einen Meilenstein darstellen wird. Pure awesomeness!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7iKjSCTxke8

Freitag, 13 Mai 2022 07:29

Jetzt wird aber ordentlich gedeckelt, hell yeah und sowas von goil. Diesmal sind die US-Amerikaner von Misery Index mit ihrem siebten full-lenght Longplayer am Start, neben eines stattlich-amtlichen Palmares an weiteren Veröffentlichungen.

Misery Index indexieren im Death Metal und Grindcore seit der Gründung anno 2001 in Baltimore, Maryland und schieben amtlich-ordentliche neue Songs purer Aggressivität mit amtlichem Groove Mosh Faktor nach. Meine Fresse, irgendwie hat die COVID-19 Pause, wenn man dies so ordentlich-amtlich erwähnen darf, gewissen Bands so richtig gut und goil getan. So ist Misery Index mit 200%iger Sicherheit auch eine dieser Combos. Jason Netherton (Bass, Vocals), Mark Kloeppel (Guitar, Vocals), Darin Morris (Leadguitar) und Adam Jarvis (Drums) prügeln da in schönster und straightester Grindcore Death Manier eine schnelle Note nach der anderen ins Universum, was beim Schreiberling ein konstantes, chronisch bleibendes Headbangen hinterlässt, selbst beim Eintöggeln dieser Zeilen. Glücklicherweise bleibt der PC besonnen und verfällt nicht in hieroglyphischer Schrift, sondern arktisch und Fisher Men's-like kühl.

Abgesehen davon, dass die Mucke auf «Complete Control» den Rezensenten ziemlich anspricht, da einerseits sehr gut und druckvoll produziert, andererseits abwechslungsreich intoniert, ist sie versehen mit einem genialen und für sich sprechendem Cover-Artwork, was nebst besagtem Death und Grind dann eben auch so crossoverische Attitüden eröffnet, ebenso speedige wie thrashige Momente offenbart sowie gepaart mit viel Mosh-Groove und etwas Melodie. So bleiben Aggression und Härte stets vordergründig und miteinander verbunden. Durchdachtes und sehr intelligent ausgeführtes Songwriting. Daher verwundern Anhaltspunkte wie Dying Fetus, Aborted, Cattle Decapitation, Napalm Death, Hate Eternal, Nasum, Carcass, Decaptitated, Vader und Konsorten auf dem Menüschlachtplan nicht.

Auch hier werdet Ihr jeden der neun Tracks auf «Complete Control» anhören und anspielen werden müssen, wohl oder übel, denn alles kommt einfach hammermässig daher. In jedem Song werdet ihr eine Prise Goilheit vorfinden, versprochen, ehrlich. Blastende, grindcorende, thrashende, deathende, crossoverige Beat-Patterns, satte Double-Bass Drums, groovende Midtempo-Headbanger, moshende Paradiddles, einen satten Snaresound, wirbelnde Toms, scheppernde Cymbals. Der Bass wummert klar und heftigst autark wie banddienlich einheitlich. Die Gitarren riffen sich genüsslich durch die Noten des Slaughterhouse, mit dem Metzgermesser stets die filettierten, solodesken Momente klar heraus schneidend. Die Vocals sind einerseits im Growl-Bereich sowie auch im crossoverischen, thrashigen Brutal-Shout und -Screambereich zu Hause, heisst klar, aggressiv, bösartigst und brutal. Auf die erneute Fragestellung: "Weshalb?" erfolgt meine bereits schon vordefinierte Antwort: "Deshalb!"
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c9lV84WHl1U

 

Freitag, 13 Mai 2022 07:22
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v. 10 Punkten: 7.0

Serbien ist das Heimatland von The Big Deal. Wie gross dieser Deal wirklich ist, muss jeder für sich selbst in Erfahrung bringen. Was sicherlich passt, sind die gitarrentechnischen Künste von Srdjan Brankovic sowie die Gesangsleistungen der beiden Shouterinnen Nevena Brankovic und Ana Nikolic.

Musikalisch geht die Truppe in die Richtung des melodischen Hard Rocks, der mit leichten Malmsteen Momenten und vielen Keyboard-Parts unterstrichen wird. Höre ich mir die beiden Ladys an, dann hätte ihnen eine rockigere Version sicherlich besser zu Gesicht gestanden. Dann wären The Big Deal im Fahrwasser von Vixen anzusiedeln. So erklingt die Truppe ab und zu jedoch etwas verwässert, was ich persönlich sehr schade finde. Trotzdem sollten sich die Rock-Fans mit diesem Werk auseinandersetzen, denn bei «Top Heaven», «Power On» und «Rebel Lady» zeigt die Band nämlich, zu was sie auf «First Bite» fähig sein kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fmOFygHK2uQ

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:38

Mental Care Foundation klingt erst einmal nicht nach einer typischen Metal-Band, sondern eher nach einer Klinik. Hinter dem Projekt stecken allerdings zwei alte Metal-Hasen, nämlich die beiden Sonata Arctica Mitglieder Pasi Kauppinen (Bass) und Henrik «Henkka» Klingenberg, der das Keyboard gegen ein Mikrofon getauscht hat.

Ergänzt wird das arktische Duo durch Antti Hokkala (Gitarre) und Lauri Bexar am Schlagzeug. Ganz klassisch ist aber der Weg des Vierers bis dato nicht verlaufen, denn Mental Care Foundation haben sich bereits 2003 in der kleinen Stadt Kokkola an der Westküste Finnlands aus einem wilden Haufen heraus gegründet. Man kannte sich eher flüchtig, als der Trupp Ende 2003 damit begann, ein Set zu proben, das hauptsächlich aus Slayer- und Pantera-Covern bestand. Von Langeweile getrieben und dem Alkohol nicht ganz abgeneigt, veröffentlichte die Band 2005 ihr erstes Album «Alcohol Anthems». 2006 folgte bereits ihr Zweitling «Hair Of The Dog», der definitiv an Qualität zugelegt hatte. Dann herrschte jahrelange Stille, und nur gelegentliche Kneipenauftritte belegten noch ihre vage Existenz. Bis jetzt! Der Vierer krempelte die Ärmel hoch, denn die Zeit schien reif, wieder in Ärsche zu treten. «III», wie das Album ganz schlicht heisst, wurde an verschiedenen Orten (Proberäumen und Studios) aufgenommen. Auf «III» kann man deutlich eine gereifte Band hören, die ihre eigene Stimme gefunden hat, ohne den Stil zu sehr von dem abzuändern, was die Jungs ursprünglich inspiriert hat, gemeinsam loszulegen. Wenn die Hauptband fast nur noch weichspült, so braucht es eben ein neues Ventil, und das scheinen die Jungs eindeutig in Mental Care Foundation gefunden zu haben. Solider Metalsound aus einem Guss, paart sich mit schlitzohriger Kneipenattitüde erwachsener Jungs. Man darf gespannt sein, was die Zukunft mit und nach «III» noch bringen wird. Cheers & Beer!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lnOf9kprBMY

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:31
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v. 10 Punkten: 8.6

Knapp eine Stunde lang hauen uns die Amis mit ihrem neuesten Werk «White Hot Hell» feinsten US-Metal um die Ohren. Schon der melodiöse Opener «Reign In Hell» macht das klar. Die Mucke macht von Anfang an Spass beim Anhören.

Knackige, lebendige Drums, starke Gitarren-Riffs und der typische Ami-Gesang, der mich an die 80er erinnert, gepaart mit vielen interessanten Gitarren- und Twin-Soli. Auch gut zu hören beim flotten «Playing With Fire», und man beachte hier die klasse Drum-Arbeit von Eli Lucas. Die Jungs haben wirklich was drauf. Was Lead-Gitarrist Kiyoshi Morgan hier abliefert, ist schon obere Liga, und der Rest der Band zieht da voll mit. Das Album ist voll mit grandiosen Gesangsmelodien und spannender Gitarren-Arbeit. Egal, welchen Song man gerade anhört, und das gilt für alle dreizehn Songs. Für Abwechslung sorgt die Speed Metal Nummer «Iceberg». Sofort im Ohr hängen bleibt auch das sehr melodiöse und zeitweise mit cleanen Gitarren glänzende «Walk Away», inklusive starker Chöre und Gesangsmelodien. «Being Evil» erinnert von der Instrumentierung her etwas an die Scorpions, und das geile «Middle Ages» könnte glatt von Avantasia stammen, ein Hammer-Song! Ihr seht also, dass die vier Jungs aus den US of A sich zwar dem US-Metal verschrieben haben, aber man hört auch europäische Einflüsse auf ihrem Rundling. «White Hot Reflection» ist dadurch ein sehr spannendes Album geworden, das unheimlich viel Freude bereitet.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/i5IaH1f4N_E

 

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:25
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v. 10 Punkten: 8.5

«Black Miracles And Dark Wonders», acht Tracks, aus dem hohen Norden, genauer geschrieben aus Skandinavien, welche uns hier um die Ohren geballert werden. Seit «Your Demons - Their Angels», dem ersten Release im Jahre 2006, dem zweiten «The Mirroring Shadow» (2009) und dem dritten «Tragedy Has Spoken» (2012) folgt nun besagtes «Black Miracles And Dark Wonders» nach zehnjähriger Release-Pause.

Aber es klingt gar nicht nach Skandinavien, was uns die Herren Christian Älvestam (Lead- und Backing Vocals) und Jani Stefanovic (zusätzliche Lead Vocals, Rhythmus- und Leadgitarren, Bass, Keyboards, FX, Programming) da so zelebrieren, denn das erinnert beispielsweise auch an Scar Symmetry, Bloodbath, Benighted, Vader, Shturm, Solution .45, etwas auch an Sceptic Flesh (vor allem das leicht Symphonische) und Konsorten. Nun, das schwedische Duo hat hier ganze Arbeit geleistet, denn sowohl Melodien als auch grindcorige wie blastende Elemente finden sich in den acht Tracks wieder, welche «Black Miracles And Dark Wonders» zieren. Nebst einer sehr druckvollen, brutalen wie klaren Produktion ziert auch ein geniales Artwork diesen Release, ehrenhaft. Nun, neben den obligaten, tiefen, bösartigen Growls ist auch auch Klargesang, um nicht zu sagen kraftvoller Klargesang auszumachen. Getragen wird dies alles durch die keyboardistische Untermalung, welche somit pompös, orchestral und dadurch symphonisch erschallet. Da es sich hierbei um wohl sehr gute, programmierte Drumpatterns handelt, beziehungsweise handeln muss, ist es hervorragend in das Songwriting integriert, denn die Blasts, Grindcores, Double-Bass Drums und auch die straighten Groove-Patterns knallen voll durch.

Weniger auf die Toms und Cymbals gezielt, da wird es im "Normalenw gehalten, doch auch hier erscheint die Snare dafür markant und bestimmend. Ja, klar wird das Programmierte heraus gefiltert gehört, und ja klar ist das Drum nicht so ganz vielseitig, wie mit einem humanen Wesen dahinter, doch es tut seinen Dienst, wie es sollte, keine Frage. Der Bass wummert herrlich zwischen Lines und Rhythmus Patterns hin und her, klar, gewichtig. Die Gitarren-Riffs sind leicht technischer Prägung, es wird auch melodiös wie auch slayerlike soliert, mal mit ruhigeren Momenten ausgestattet, um dann wieder in die Vollen zu riffen. Erinnert auch etwas an Aeon und Blood Red Throne, um weitere Anhaltspunkte angeben zu dürfen. Nun, «Black Miracles And Dark Wonders» ist ein interessantes, viertes Werk, bei welchem die Songs «Reign Of Fate», «Enuma Elish», «Shah» sowie «Kingdoms Turned To Sand» als Anspieltipps gelten dürfen und können. Somit, haut rein, Freunde des abwechslungsreichen Death Metals, geniesst die Prügeleien, und alle anderen Fans des stählernen Sounds, gönnt Euch mal die Vorspeise, denn so gibt es allenfalls auch mehr Inhalt auf Euren Tellern, sofern man sich interessanter Mucke nicht verschliessen möchte.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xd288bDZ7RU

 

Donnerstag, 12 Mai 2022 07:15

«Ton Steine Sterben» der deutschen Metalband Mein Kopf Ist Ein Brutaler Ort ist bereits das dritte Album innert sieben Jahren. Bisher komplett an mir vorbei gegangen, habe ich von den Juns bisher noch nie was gehört. Was eigentlich schade ist, denn die dreizehn Songs auf dem neuen Album ballern amtlich daher und legen die Messlatte ziemlich hoch.

Spannenderweise wird im Pressetext die Referenz als "deutsche Lamb Of God" gesetzt. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr, da die Parallelen im Sound sind nicht von der Hand zu weisen sind, und auch die Vocals erinnern stark an Randy Blythe. Nun ist das immer so eine Sache mit solchen Vergleichen. Wie viel wurde man inspiriert, um sein eigens Gesicht zu zeigen, und wieviel klingt einfach eins zu eins identisch. Für mich ist die Tendenz aktuell eher bei zweitem. Ich zolle zwar meinen Respekt, den Level von Lamb Of God abliefern zu können, da man sowas nicht einfach so nebenher macht, aber ich höre die Eigenständigkeit (noch) nicht heraus. Für alle Fans von Lamb Of God, Ihr könnt bei «Ton Steine Sterben» ungeniert zugreifen und mal reinhören wie das klingen kann, wenn Randy auf Deutsch singen würde.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aD69QZZKnaU

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:13
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v. 10 Punkten: 9.2

Aus Gotha, Thüringen, Deutschland stammen die seit 2005 aktiven Mosaic und servieren uns mit «Heimatspuk» und zehn Tracks einen sehr volkstümlichen wie -nahen Black Metal in deutscher Sprache.

Nein, ich bestehe auf volkstümlich wie volksnahen Black Metal, denn Folk Metal klingt doch etwas anders, als Mosaic auf «Heimatspuk». Und genau dieses "Andere" macht die ganze Chose sehr interessant und abwechslungsreich. So sind denn auch Vergleiche zu Negură Bunget aus Rumänien oder dann Urfaust aus den Niederlanden, Agalloch aus den U.S.A., Bekëth Nexëhmü aus Schweden und Moonblood aus Deutschland nicht fehl am Platz. Auch sind ebenfalls gewisse Rammstein wie Eisbrecher Einflüsse vorhanden, doch nochmals, Mosaic sind sehr eigenständig und eigenwillig, es sind Anhaltspunkte für Euch, unsere werte Leserschaft. Und weiter voran geschoben wären zu nennen nun auch noch Lunar Aurora, Sturmpercht, Lönndom, Saiva, Paysage D'Hiver Malokarpatan und Masters Hammer. Nun, wer sind denn Mosaic eigentlich? Mosaic sind..., äh, ist..., Martin van Valkenstijn, der für alle Instrumente und die Vocals verantwortlich zeichnet!

Jetzt wird es weiter interessant, denn ab und an erhält der gute Herr Unterstützung von E.H. (Drums, Percussion), Iskaremus (Bass) und Sulphur (Guitars). Doch alles in allem ist es eine Ein-Mann-Band, ohne Wenn und Aber, nämlich die von Herrn van Valkenstijn. So, ein einziges Mosaiksteinchen, welches musikalisch von allen Farben nur so strotzt und geritten wird. So sind die Drums sehr blackig gehalten, im "Humpa" Ritt-Sound à la alte Bathory, Mayhem, Immolation und Konsorten, speediger, monotoner Black Metal, ab und an mit Cymbals und Toms hantierend, monotoner Double-Bass Drum und einer trockenen, satten Snare. Der Tieftöner wummert mal solodesk, mal rhythmisierend, mal melodienverliebt vor sich her. Die Gitarre ist mal blackig speedig riffelnd, dann wieder akustisch unheimlich, mal etwas solodesk, mal mit Melodiebögen versehen.

Der Gesang wechselt zwischen leicht gutturalem Black bis zum Klargesang und gesprochenen Zitaten stets in verständlicher Aussprache, was das Ganze nochmals interessanter und abwechslungsreicher gestaltet. Ja, wie bei Wickie und den starken Männern, Gorm, mit seinem Leitspruch "Ich bin entzückt!", ja, genauso geht es mir im Moment, denn «Heimatspuk» ist ein herrliches Hörlebnis im Black Metal, denn die Produktion stimmt, da ist alles klar, mit sauberem und messerscharfem Timing, und das Cover-Artwork untermalt hervorragend das Dargebrachte wie Vorgetragene. Einen Track der zehn Songs aus dem Kontext zu reissen, ist eine Vergewaltigung dieses Werkes, nein dieses Opus. Zieht Euch diese zehn Tracks allesamt rein, denn eine solche Reise durch die Zeit werdet ihr lange nicht mehr erleben, und deshalb geniesst das volksnahe wie volkstümliche Werk «Heimatspuk» von Mosaic.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-uho1p4h6Nk

 

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:08
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v. 10 Punkten: 8.3

Horch, horch..., nee..., nicht die Automarke, wirklich horch, horch, was da uns entgegen schreitet. Schwedischer Death Metal aus Avesta, Dalarna, gebrandmarkt und destilliert.

Seit 2006 brettern und hämmern uns die Herren Martin Schulman (Bass), Ronnie Bergerstål (Drums), Johan Haglund (Rhythm-Guitars), Eki Kumpulainen (Lead-Guitars) und Christofer Säterdal (Vocals) satten, sehr gut produzierten, kraftvollen, sauberen, messerscharfen Schwedenstahl, nope, kein Völvö, sondern in einer acht-träckigen, vinylisierten wie auch digitalisierte Lebensform namens «Mass Destroyer» um die Lauscher und verkünden die neue Weltherrschaft in Sachen Death Metal. Well, da wird viel aus der Vergangenheit intoniert, will schreiben sehr oldschoolig, so à la Vomitory, Dismember, Entombed, Centinex, Lik, Bloodbath und Konsorten. Ab und an blitzt auch ein wenig der entombedistische Death'n'Röll hervor. Alles in allem eine satte Produktion aus den Tri-Lamb Studios von Karl Daniel Liden, aufgenommen durch Johan Hjelm und Jonas Harnberg in den Glsahuset sowie Sellnoise Studios mit einem herrlichen, leicht blackigen Cover-Artwork von Mark Riddik (Absu, Arsis), was sich irgendwie perfekt zum Dargebrachten verschmelzen lässt, denn hier werden die Nackenmuskeln erneut auf Vordermann, beziehungsweise -frau getrimmt, so dass die Zunge jeweils hechelnd und schlabbernd den Boden aufwischt.

So schlimm und landschaftswütend? Na ja, annähernd, jedoch mit viel Schmackes und Phantasie. Sowohl die gnadenlosen Kracher-Passagen, als auch die moshigen und stampfenden Klänge wechseln sich in einer unkoordinierten (positiv gedeicht) Regelmässigkeit ab. Melodien wird auch nicht zu knapp Einfluss gewährt, so dass der Abfluss gebündelt und doch in Marschrichtung gewährt werden kann. Die beiden Gitarren riffen sich in bekannter Schweden Death Stahlsound Manier durch die gebirgigen Hälse der Quetschbälken, wohltuend treffend zwischen den Bünden, mit melodiösen Lines ausgefüllt und melodiösen Soli ausgearbeitet. Der Tieftöner wummert ebenfalls wohltuend im distortionierten Bereich, und da die Produktion wohl gelungen ist, ist dieser für einmal klar heraus zu hören, linear und rhythmisierend untermalend, kräftig erkennbar vom sehr verzerrten Gitarrensound her.

Der Holzmeister ab der Stange rumpelt mit kräftigen, speedigen und leicht punkig-hardcorigen Double-Bass Drums daher, ergänzt um moshige Midtempo-Rhythmen, viel Cymbalseinsätze, ab und an Streicheleinheiten an den Toms und mit einem satten wie fetten Snaresound stets im vorwärtsgetriebenen Gang in die ewigen odingeschwängerten Jagdgründe. Die Vocals sind tief, guttural, heiser, wütend und doch klar artikuliert. So..., haben wir noch was in unserer demenzbehangenen und vernebelten Welt vergessen? Ach ja, Anspieltipps wären da «Fallen Mountain», «Wrathspawn», «Lifeslave» und «By Hatred Bound». Oh, heilige Odinkacke, bei «Mass Destroyer» handelt es sich bereits um das siebte, full-length Album von Demonical. Dabei wird heraus gehört, dass es eine verschworene Vikinger-Truppe ist. Ein sattes Album ist es denn nun auch geworden, «Mass Destroyer», und haut voll in die Fritten, egal ob obere oder untere Zahnschublade, Hauptsache einfach rein die Chose, Kauleiste zumachen, schlucken und headbangen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/30RGzZkeXaE

Mittwoch, 11 Mai 2022 07:03

Mit ihrem neuen Projekt namens Static Abyss und dem Album «Labyrinth Of Veins» geben Greg Wilkinson und Chris Reifert, die sonst mit Autopsy Lärm machen, ein erstes Lebenszeichen von sich.

Direkt aus der Höhle scheint «Feasting On Eyes» zu kommen und bietet primitiven Neandertaler Metal, der vor allem durch seine Stumpfheit zu glänzen weiss. In der Hälfte wird es ultralangsam und maximal reduziert. Derbes Geprügel wird mit «Nothing Left To Rot» geboten, aber nur zu Beginn, denn danach schleppt sich der Song langsam dahin. «You Are What You Kill» geht dafür ab wie eine Rakete! Leider macht sich hierbei eine gewisse Eintönigkeit breit! Eine Walze, die alles plattmacht, stellt dagegen «Mandatory Cannibalism» dar, auch wenn immer mal wieder auf das Gaspedal gedrückt wird. Doomig beginnt auch der Titeltrack «Labyrinth Of Veins» und zieht sich dann dennoch ereignislos dahin. Primitives Geprügel wird auch mit «Jawbone Ritual» serviert. In der Folge wälzt noch mysteriöser Doom vor sich her, der so überhaupt nicht zum ersten Teil des Songs passen will. «Confort Until Death» ist ziemlich heftig und weist eine gewisse Ähnlichkeit mit Napalm Death auf. Garniert wird auch diese Chose mit erneut doomigen Passagen. Düster steigt man mit «Tectonic Graveyard» in die Gruft hinab und das im Zeitlupen-Tempo! Im weiteren Verlauf wird das Tempo aber noch ein wenig erhöht. Kurz und brachial macht derweil «Morgue Rat Fever» mit doomigem Death Metal von sich reden. «Clawing To The Top Of The Dead» ist ein weiteres Beispiel dafür, wo wieder dieser krasse Mix aus Doom und Death Metal auslebt wird und «Labyrinth Of Veins» auf diese Weise gebührend zu Ende bringt. Wer primitiven Doom/Death Metal liebt, ist bei Static Abyss definitiv an der richtigen Adresse!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ks55OSplTqA

 

Mittwoch, 11 Mai 2022 06:54
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v. 10 Punkten: 5.0

Schwedischer Celtic Punk Rock? Warum nicht. Mit dem Iren Brendan Sheehy an der Front präsentiert das Sextett genretreuen Sound. Dieser ist aber leider nicht so umwerfend, wie man meinen könnte.

Von sozial- und pandemisch bedingten Schwierigkeiten bis hin zu Humor und Mitfeier- (oder Mitwein-) Stimmung haben wir die ganze Palette abgedeckt. Die erste Hälfte des Albums weist leider deutliche Anfangsschwierigkeiten auf, und erst die zweite Hälfte schafft es, geneigte Zuhörer:innen ein wenig in Stimmung zu versetzen. Was ich sonst so von Irish Folk/Punk/Rock kenne, entwickelt sich für meinen Geschmack viel zu langsam. Die Laune ist viel zu lange eher mittelmässig, um dem Album schlussendlich noch eine gute Endnote zuzuschreiben. Trotz überzeugenden Musikern und technischer Stärke empfehle ich, vor dem Kauf rein zu hören. Eingefleischte Irish-Connaisseure dürften aber vermutlich etwas mehr Gefallen an «Kings Of Sweet Feck All» finden.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7Uvpj3NfDSI

Dienstag, 10 Mai 2022 07:27
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v. 10 Punkten: 7.0

Geht Frontiers Music neue Wege mit Semblant? Auch wenn es das zweite Album der Brasilianer bei diesem Label ist und das vierte in ihrer Karriere, sind solche brachialen Klänge für das Melodic und Hard Rock Label sehr ungewöhnlich.

Neben cleanen Vocals (Mizuhu Lin) und derben Growls (Sergio Mazul), sind es doublebassdrum getränkte Momente, die sich mit harmonischen Gitarren-Solos abwechseln und den Sound der Südamerikaner zu einer Mischung aus Nightwish, Iron Maiden und Dimmu Borgir machen. Auch wenn diese Vergleiche sehr vage daher kommen, sind es die bösen, Gift spritzenden Momente des Black und Death Metals, die sich durch Maiden-artige Melodie-Bögen abgelenkt fühlen und von Nightwish-artigen Sounds gepiesackt werden. Grundsätzlich können Semblant alle Genres abdecken und somit aus jeder musikalischen Schublade Fans für sich gewinnen. Was hier wie ein Puzzlespiel an musikalischer Breitseite erinnert, sollten sich alle mal ohne Scheuklappen anhören. Pure Traditionalisten werden die Nase rümpfen, denn weder der traditionelle Metal noch der selbige Rock findet sich im Sound der Dame und der Herren wieder.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/IJslTie3Nc8"

 

Dienstag, 10 Mai 2022 06:43
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v. 10 Punkten: 8.0

Da macht Matthew Kiichi Heafy, auch bekannt als Frontmann von Trivium, gemeinsame Sache mit Nergal sowie Ihsahn und probiert sich mal am Black Metal. Das Album heisst «Rashomon» und hat eigentlich recht wenig mit Black Metal zu tun!

«Hakanaki Hitsuzen» ist ein melancholisches Intro. Vertrackt beginnt «Kagutsuchi» und fühlt sich mit dem Schreigesang mehr nach Metalcore als nach Black Metal an. Der nächste überlange Song wartet mit «Ibaraki-Doji» auf uns und geboten wird rasend schneller Metal mit symphonischen Passagen. Interessant sind die Breaks mit Clean-Vocals, aber leider zieht sich das hier endlos in die Länge. Im Country-Stil geht es mit «Jigoku-Dayu» weiter und das Resultat fühlt sich sehr tiefenentspannt an. In der Hälfte ist es aber vorbei mit der Ruhe, und der Schreihals brüllt alles in Grund und Boden! Ein wenig nach Black Metal klingt «Tamashii No Houkai», aber in einer sehr eigenen Kreation. Die zartsüssen Breaks mit Clean-Vocals werten den Song allerdings unglaublich auf. Mit Nergal als Gast, wird es mit «Akumu» heftig, auch wenn der Schreigesang nicht wirklich dazu passt! Und plötzlich setzt wieder der Schmusegesang ein, und ich habe ein Fragezeichen mehr auf der Stirn. In unergründete Gefilde führt einen «Komorebi», musikalisch zwar top, der Schreigesang dafür ein Flop. Mit Progressive Metal geht es bei «Ronin (feat. Gerard Way)» weiter. Erneut wird die Karte von "hässlich" und "hübsch" ausgespielt. So werden zwei Stile, nämlich Progressive und Black Metal, passend gemacht, was leider nicht wirklich gut gelingt. Auf «Susanco No Mikoto» kriegt Ihsahn auch noch sein Feature. Mit vergnügten Klängen wird dieses Album schliesslich durch «Kaizoku» zu Ende gebracht. Fazit: Auf einige tolle Momente folgen leider auch wirklich schreckliche Passagen! Ibaraki ist sicher nicht für jedermann/frau etwas!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Qi-G8XEmK9U

 

Dienstag, 10 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die Lage zwischen Band und Label spitzte sich zu. Das merkt man dem Opener und zugleich Titelsong heute noch an. Mit welcher Angepisstheit und Aggressivität hier John seinen Frust heraus schreit, sucht seinesgleichen.

Aber auch die Frische («Out On A Limb») mit welcher das Quartett noch immer zu Werke ging. Der Bruder von «Aftermath» vom Vorgänger-Album heisst hier «Isolation». Mit unglaublich viel Gefühl und Sensibilität gehen die Amis hier vor. Im krassen Gegensatz dazu knallen dafür «Chemical Euphoria» und «Underdogs» (eine autobiographische Nummer) aus den Boxen und zeigen Armored Saint von ihrer ungezügelten Seite. Die verspielte Art kommt bei «Book Of Blood» mit einem megageilen Refrain und «Frozen Will/Legacy» ans Tageslicht, während «Human Vulture» sehr groovig ums Eck einbiegt. Die Los Angeles Boys hatten nichts von ihrer gefährlichen, aber auch schnurrenden Art verloren, waren mit «Raising Fear» aber sehr wahrscheinlich am aggressivsten zugange, sprich mit dem, was sie jemals auf Tonträger veröffentlichten. Der Vertrag mit dem Major Label wurde nach «Raising Fear» aufgelöst, und die Jungs fanden eine neue Heimat bei Metal Blade, wo sie noch heute ihre grandiosen Songs abliefern und uns zum Kaufen anbieten. Aktuell wird diese Scheibe neu aufgelegt, im CD-Format wie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/68bfhqCLFcs

Dienstag, 10 Mai 2022 06:18
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mit «The Last Axeman» wird ein alter Freund der kristallenen Viper wiederbelebt. Brauchts das? Eigentlich nicht. Da die Band aber auch noch das 15-jährige Jubiläum der ersten Scheibe feiert, darf man sich somit nicht über diese Veröffentlichung beklagen.

Die Pandemie hat so ziemlich vielen Musikern die Pläne durcheinander gebracht, und so liegt es auf der Hand, dass Energiebündel wie Marta Gabriel und ihre Jungs halt auf eine weitere Scheibe zurück greifen. Das Mini-Album wurde nach dem Knaller vom 2007-er Debüt-Album benannt, und die neu aufgenommene Version wirkt runder als das Original. Doch mitreissen geht für mich anders. Die rauere, kantigere Darbietung im Original spricht mich persönlich weitaus mehr an, und so ist meine Stimmung schon beim ersten Song eher im Keller. Der neue Song «In The Haunted Chapel» hebt die Laune hingegen wieder ein wenig an und erinnert stark an die Vibes des 2021-er Longplayers «The Cult». Kurz darauf folgt ein Cover der russischen Metal-Grösse ARYIA. Marta Gabriel hat den Klang und die Aussprache definitiv drauf, und so erweist sich der Song, trotz meiner Abneigung zu dieser Sprache, als ziemlich angenehm. Weiter kriegen wir eine Cover-Version von «It's Electric» von DIAMOND HEAD serviert. Ganz in Crystal Viper Manier gehalten, aber leider wiederum gar nicht mitreissend.

Das Spannende an dieser Band sind die ständigen Schwankungen. Manches überzeugt total, zu anderem muss man sich fast schon zwingen. Letzteres fasst diese kurze Scheibe definitiv gekonnter zusammen. Es folgen vier Live-Aufnahmen aus dem Studio (RockOut Sessions). Diese vier Songs vom Vorgänger-Album sind zwar wieder ganz nett, da das letzte Album ja auch satt reinhaute, aber genauso wie das Revival des Axenmannes, hätte es auch diese Aufnahmen nicht dringend gebraucht. Marta Gabriels normalerweise sehr süsser Akzent erweist sich auf diesem Album als besonders mühsam, und die Scheibe wirkt sehr erzwungen auf mich. So habe ich auch keine Lust heraus zu finden, ob ich, wie mit so vielen anderen Alben auch, zuerst ein bisschen warm damit werden muss, um es vollumfänglich geniessen zu können. Lieber hätte ich etwas länger und dafür auf ein paar ganz neue Songs gewartet. Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung alleine da, aber als Zuhörerin von Crystal Viper bin ich leider nicht wirklich happy mit «The Last Axeman».
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1n6ok2zZ6mM

Montag, 09 Mai 2022 18:33
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v. 10 Punkten: 8.5

Mit 74 Jahren haut der konservative Südstaatler ein neues Werk mit elf Nummern heraus, die gerade mal knapp über eine halbe Stunde dauern. Man kann ja von Ted halten was man will, und über seine, sagen wir mal, speziellen Texte werde ich hier definitiv nichts schreiben. Aber diese kurzen elf Tracks sind echt stark.

Die bluesigen Rocker «Born In The Motor City» und «Drivin Blind» gefallen schon beim ersten Anhören. Oder das wilde «Feedback Grindfire» klingt fast punkig, und hier gibt Ted alles am Mikro. «Just Leave Me Alone» könnte glatt auf einem D.A.D-Album zu finden sein, eine wirklich geile Rock-Nummer. Auch sehr gut, ich würde sogar sagen das Highlight des Albums, ist das melodiöse «Alaska», denn so muss Südstaaten Rock klingen. Ted zeigt hier bei diesen elf Songs seine variable Stimme, von fast schreien bis hin zu sehr melodischem Singen. Auch sein Gitarrenspiel ist sehr variabel, die verschiedenen Gitarren-Riffs und Soli zeigen, dass er schon ein aussergewöhnlicher Player sein kann. Gut zu hören beim instrumentalen «Winter Spring Summer Fall». Nur das überflüssige «Star Spangled Banner» wäre wohl nicht nötig gewesen. Dafür sehr schön das eher ruhige, bluesige «Leave The Light On», eine echt gefühlvoller Song. Wie gesagt, menschlich mag der Waffennarr und Patriot ein Vollpfosten sein, aber musikalisch legt er mit «Detroit Muscle» erneut ein starkes Album hin, das sehr hörenswert ist.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Lnuwp4EVx4g

 

Montag, 09 Mai 2022 06:25

Gleich drei Sänger haben Erebe im Aufgebot, und so ist von diesem Standpunkt aus auf dem Debüt-Album «Aeon» schon mal für Abwechslung gesorgt. «Structures» gibt sich am Anfang geheimnisvoll, um dann bedrohlich durch zu starten! Post Metal, der sehr facettenreich ist, wird hier feilgeboten.

Mit ordentlich Getöse beginnt «Drowned» und entwickelt sich dann zu einem geilen Post Rock Song. Und hier ist es anders, sprich dass man sich fragt, ob da eine andere Band am Werk ist oder ob nur der andere Sänger diese Differenz ausmacht. «Solid Sky» knarzt auch an allen Ecken und Kanten! Das ist irgendwie Grunge 2.0 und dem Ganzen haftet aber auch eine penetrante Industrial-Duftnote an. Eine Halbballade im Post Metal Stil wird mit «Replicate» geboten, aber leider wirkt der Song ziemlich orientierungslos! «Sun Leak» legt hingegen einen Ausflug in den Mathcore hin und ist deshalb sehr wirr wie vertrackt! Der Song zeigt dabei zwei Gesichter auf, hart wie zart, und man könnte meinen, dass sich hier zwei Tracks in einem versteckt haben. Mit Trommeln, die zum Marsch auffordern, startet «Into The Earth». Gelungen ist, wie sich die Chose insgesamt aufbaut und man nie weiss, wohin die Reise gehen soll. Zum Schluss folgt mit «The Collecter» der längste Vertreter dieses Albums. Ruhig wird gestartet, und hinten raus zieht sich leider alles endlos in die Länge. Dieses Gefiedel ist derart halt arm an Höhepunkten. Erebe haben sicherlich gute Ideen im Köcher, nur schiessen sie oft über das Ziel hinaus, und deshalb ist das Resultat auf «Aeon» nur schwer zu geniessen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1afi3OIT5RU

Montag, 09 Mai 2022 06:17
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v. 10 Punkten: 6.0

Ein weiteres neues Projekt aus dem Hause Frontiers. Grundsätzlich ist die Qualität dessen, was dieses Label verlässt, ja gut, beinhaltete aber auch immer wieder gewisse Parallelen zu anderen hausinternen Produkten.

Auch Poison Rose wissen zu gefallen, lassen aber kein Killer-Album von Stapel, wie es zum Beispiel Black Swan soeben taten. Die Qualität von "jüngeren" Musikern wie bei Poison Rose ist eine andere, als solche von Robin McAuley, Reb Beach, Jeff Pilson oder Matt Starr, um mal bei Black Swan zu bleiben. Klar spielen versierte Musiker bei der vergifteten Rose mit, aber was am Ende als Song präsentiert wird, weist einfach ein anderes Feeling auf. Logisch ist ein «Devil (Knock On My Door)» ein Track, den man sich gerne anhört. Aber das packende Momentum fehlt einmal mehr. Das liegt hier vielleicht auch an Sänger Marco Sivo, der zwar über eine gute Stimme verfügt, den Liedern aber keine Farben vermitteln kann, wie das eben ein Robin McAuley oder Johnny Gioeli (Hardline, Axel Rudi Pell) vermögen. Das über sich Hinauswachsen wird in der heutigen Zeit immer wichtiger. Allein, dass "normale" Musikhörer:innen das Werk eines Künstlers nur noch herunter laden und kaum mehr physische Tonträger kaufen, hat die Musikszene zu etwas "Austauschbarem" gemacht. Nochmals, Poison Rose machen ihre Sache gut, aber um der Musikszene wieder nachhaltige Impulse verleihen zu können, sprich damit diese einen anderen Stellenwert erhält, muss aus einem Projekt mit Vorteil eine richtige Band werden. Ansätze mit «Set Us Free» und «Survive To You» sind auf «Little Bang Theory» zumindest vorhanden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8yv9Eu2_f-M

Montag, 09 Mai 2022 06:12

Melodischer Death Metal, gemäss Eigenaussage, beziehungsweise -beschrieb der Eidgenossen namens Bloodstained Ground, welche im Jahre 2007 in Zofingen, Kanton Aargau, das Licht des besagten melodiösen Deaths erblicket haben, wird hier gepflegt, abgearbeitet und gezockt, auf «Horrors Of A Withered Dimension», dem dritten Longplayer, neben «A Poem Of Misery» (2014), «The Human Parasite» (2011) sowie der EP «Bloodstained Ground» (2008) und den darauf gepackten elf Songs.

Unglaublich, dass sich Bloodstained Ground ob der goilen Death-Mucke noch keinen Deal bei einem Label rein gezogen haben, doch manchmal ist es wohl ratsamer, sich nicht einfach einem Label voyeuristisch zu untergeben, den sklavistischen Attitüden zu entsagen. Gut so, wie es ist, und jetzt machen wir Euch, geneigte Leserschaft, diese Mucke auf «Horrors Of A Withered Dimension» mal schmackhaft. Es zeugt von gekonnter Qualität, eine solch' druckvolle, saubere Produktion hinzulegen, untermalt mit einem passenden Cover-Artwork. Auch die Abwechslung des geleisteten Songwritings kommt perfekt zum Tragen, es bietet stets und immer wieder neu zu entdeckende Facetten auf «Horrors Of A Withered Dimension». Ja, es wird heftig geblastet, gedouble-bassed und mit leicht orientalischen Effekten gearbeitet. Ach ja, Bloodstained Ground, das sind aktuell T. Müller (Bass), T. Gerber (Guitars), R. Rüfenacht (Vocals), M. Leutwyler (Guitars) und Markus Bader (Drums). Aufgenommen und abgemischt wurde die Chose in den "SOS Basement Recording Studios" von Sebastian Schiess, gemastert von Dan Suter in den Echochamber-Studios in Zürich, und das Artwork stammt von "Derz.Design".

Zeitgleich sind Gabrial Miranda (Violin, Viola) und Marco Piccapietra (Sitar) die beiden Gastmusiker auf «Horrors Of A Withered Dimension». Die Blasts werden bewusst und gekonnt durch den Schlagwerker eingesetzt, wie auch das konstante, herrlich treibende Double-Bass Drum-Spiel. Die Snare knallt trocken und hart aufs Fell. Die Cymbals bringen leichte progressive Abwechslung ins Spiel, auch die voluminösen Toms. Der Bass wummert klar und rhythmisierend im Gesamtspiel auf, ab und an mit kurzen, solodesken Ausflügen bestückt. Die beiden Klampfenmeister wissen ihre Riffs ebenfalls gekonnt einzusetzen, mal etwas doomig-schleppend, dann wieder rifflig rasend schnell, deathig moshend, speedig und thrashig frickelnd stattfindet. Versetzt werden die Momente auch mit Melodiebögen, was den Sound mitunter auch in die melodiöse Richtung treibt. Daneben gibt es auch mal sehr melodiöse als auch shreddige Soli zu hören.

Der Gesang ist tief, böse, verständlich und shoutend im Growl zuhause, als Konterpart auch zu den melodiösen wie ruhigeren Elementen in den Songs. Passt so, da ebenso mit leicht orchestralen wie symphonischen Hintergrundteppichen gewebt wird. Ja, auch das Momentum des Atmosphärischen wie den Überraschungsmomenten wird Sorge getragen. Als Genre-Vergleich können da ruhig In Flames, etwas Opeth, Soilwork, Septicflesh, Rotting Christ, Dark Tranquility, At The Gates, Sacrilege (Sweden), Scar Symmetry, Ceremonial Oath und Konsorten herhalten. Von den elf Songs wären da «The City Of Pillars», der Titeltrack «Horrors Of A Withered Dimension», das eigenwillige «Alkhalas Bialhikma», «Manger Of Time», «Possession» und «From The Depths» zu nennen. «Horrors Of A Withered Dimension» bietet hervorragend intonierten Melodic Death aus heimischem Lande, ohne "weshalb" und "deshalb", sondern einfach gnadenlos gut.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/82_YwppIWMU

Samstag, 07 Mai 2022 08:20

Ohren auf, denn Christian Death, die amerikanischen Gothic Death Rock Pioniere sind zurück, um uns das Gruseln zu lehren. Die bereits 1979 gegründete Band kündigt mit «Evil Becomes Rule» ihr siebzehntes Studio-Album an.

Die Geschichte der Band war nicht immer einfach aber Valor (Leadvocals, Gitarre, Violine, Cello, Piano und Perkussion), Maitri (Gesang und Bass) und Pao (Schlagzeug) sind bereit für ein neues Kapitel Musikgeschichte. Das Album beginnt mit «The Alpha And The Omega», einem dunklen und nebligen Song, der ausdrucksstarke Stimmen auf eine groovige und schwere Wolke legt, die stellenweise durch Aggressivität gesättigt ist. Der Song bleibt einfach gehalten und eindringlich, wobei der Nachfolger «New Messiah» schon hypnotisierender und mysteriöser daher kommt. Schrecklich schöne Töne sorgen für etwas Unwohlsein, bis «Elegant Sleeping», ein Stoner beeinflusster Song mit weiblicher Stimmdominanz, das Ruder herum reisst. «Blood Moon» klingt im Anschluss wieder feindlich, und der Track ist es auch. Die Allianz der beiden Stimmen und die Dissonanz schaffen eine ungewöhnliche Atmosphäre, die den Boden für «Abraxas We Are» bereitet.

Es ist erst Halbzeit der Platte, doch Christian Death denken gar nicht erst daran, mildere Klänge anzuschlagen. «The Warning» ist ein übler Einstieg zu Teil zwei, und «Beautiful» scheint mit milder Ruhe und dunklen Orchestrierungen auf die Hörerschaft einzuwirken. Auf Theatralik folgt «Rise And Shine», eine besorgniserregende und experimentelle Komposition, auf die der Titeltrack «Evil Becomes Rule» anschliesst. «Who Am I (Part 1)» - wer bin ich? – eine berechtigte Frage nach acht mehr oder weniger verstörenden Kompositionen, liefert, gepaart mit «Who Am I (Part 2)», den kalten metallischen Schluss des Albums. Das eiskalte Universum von Christian Death wird nicht alt und setzt seinen Weg durch seltsame und dunkle Klänge fort. Sollte «Evil Becomes Rule» der erste Kontakt mit der Band sein, wird Kuriosität vorherrschen, und wer die Truppe bereits kennt, darf ihren blossen Wagemut geniessen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RCF5lrd1mEA

Samstag, 07 Mai 2022 08:13
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach «March Of The Saint» stand die erste Bewährungsprobe an. Eine, in der das Label die Combo zu einem melodiöseren Sound bewegen wollte, um nicht zu sagen zu zwingen.

John Bush und seine Jungs gingen den entgegengesetzten Weg und noch eine Happen heftiger ans Werk. Dies beweist der Opener «Long Before I Die», der durch das unglaublichen Solo von Dave Prichard bestens abgerundet wird. Das in die gleiche Kerbe schlagende «Nervous Man» bringt eines jener Jahrhundert-Riffs hervor, das man nicht alle Tage schreibt. Erneut ist es die sensationelle Stimme von John und die Rhythmus-Maschine mit Joey Vera und Gonzo, die aus dieser Nummer einen Hit machen. Dass die Jungs sich zwischen eigener Überzeugung und derjenigen des Plattenlabels jedoch zuerst finden mussten, zeigt «Over The Edge». Eigentlich eine pure Metal Nummer, die aber mit vielen melodischeren Parts "verfeinert" wurde. Total konträr dazu stehen dafür «The Laugh», das wilde wie harte «Conquerer», die Power-Hymne «For The Sake Of Heavieness» und das brutale «Released». Über allen Tracks schwebt grundsätzlich die Krone des Metals sowie die Mischung aus Eingängigkeit und Power. Den absoluten Glanzsong gibt dabei «Aftermath» ab. Eine sich aufbauende Power-Ballade mit einer feinfühligen und sensationeller Solo-Arbeit. Aktuell wird «Delirious Nomad» neu aufgelegt, sprich im CD-Format sowie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/nHYqNLqyCWY

 

Samstag, 07 Mai 2022 08:08

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich die Jungs von Devil Master immer wieder bestimmte Bands sehr intensiv angehört haben, unter anderem Mörk Gryning, erste Gehversuche von Cemetary und Darkseed, und eventuell auch The Grotesquery oder frühe Celtic Frost.

Was das nun im Schnitt bedeutet? Devil Master grooven die schwarzmetallische Sau ohne Gnade durchs brennende Dorf und nehmen keinerlei Rücksicht auf Verluste. Zum Glück wird aber nicht nur gebrettert, sondern auch immer mal wieder melodiöse Spielereien eingestreut - gut so, denn somit wird die Eintönigkeit vermieden, welche sich sonst hätte ausbreiten können. Klar, der Frontknurrer ist jetzt nicht zwingend für seine wahnsinnige Stimmbandbreite bekannt, macht dies aber mit seinem Einsatz mehr als nur wett. Wenn die Jungs live ebenso wie auf «Ecstasies Of Never Ending Night» zur Sache gehen, kann man die Konzerthalle hinterher bloss noch als Feuerzeug gebrauchen. Stark!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/i-pqnibwdKw

 

Samstag, 07 Mai 2022 08:02
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v. 10 Punkten: 6.7

David Readman wurde als Sänger von Pink Cream 69 bekannt, als er das schwere Erbe von Andi Deris übernahm. Nach einigen musikalischen Verwirrungen verhalf der Engländer den Deutschen wieder in die Spur zu kommen und gehört heute noch zu den stimmgewaltigsten Shoutern, die es gibt.

Neben seiner Solo-Karriere, Almanac und Voodoo Circle, sowie unzähligen Gastbeiträgen ist er nun bei Black Eye gelandet. In diesem Projekt findet sich auch Doro Gitarrist Luca Princiotta wieder, der mit seinem filigranen Spiel den Liedern seinen Stempel aufdrückt. Ziemlich furios startet das Album, das irgendwo zwischen traditionellem UK-, US-amerikanischem Power- und italienischem, symphonischem Metal liegt. Wer bemerkt, zu welchem Glanzleistungen David noch immer fähig ist («Space Travel»), sollte sich diese Scheibe ungehört kaufen. Allerdings ist nicht alles so hell leuchtend. Überragen ist jedoch das eher balladeske und melodische «No Turning Back», bei dem David mit seiner emotionalen und verletzlichen Art zu singen total überzeugt. Auch die Ballade «Midnight Sunset» geht unter die Haut. Trotz aller Vielfalt und den musikalischen Fähigkeiten der Musiker bleibt Black Eye ein Projekt, das man Selbigem auch anhört. Insbesondere auch, weil David teilweise zu sehr schreit und sich dann von einer Seite präsentiert, die er eigentlich nicht nötig hätte. Weniger kann manchmal mehr sein. Bin ich deswegen enttäuscht? Nein, denn einerseits weiss ich zu was Mister Readman in der Lage ist, und andererseits scheint Black Eye ein Projekt zu bleiben, bei dem weitere Alben (sehr wahrscheinlich) ausbleiben werden und eine Tour kein Thema sein wird.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Sudgry1IBkc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:28

Der gebürtige Amerikaner wurde durch seine Zusammenarbeit mit Yngwie Malmsteen bekannt. Damals galt er als riesengrosses Talent, das nach der Zeit mit dem Gitarrenhexer mit Bands wie Talisman, Eyes, Axel Rudi Pell, Human Clay, Takara, Soul SirkUS oder W.E.T. auf sich aufmerksam machte.

Daneben veröffentlichte Jeff stetig Solo-Alben, bei denen er die Grenzen des Hard Rocks immer überschritt und sich nicht schubladisieren liess. Selbst bei Journey ersetzte Soto den etatmässigen Shouter Steve Augeri, der krankheitsbedingt pausieren musste. Jeff ist ein gern gesehener Gast. Einer, der mit seiner warmen und kräftigen Stimme sowie seiner action-geladenen Bühnen-Performance jede Stage zum Brennen bringt. Und ja, er ist sehr wahrscheinlich der Erste, der sich in keiner Truppe jahrelang aufhielt, sondern immer wieder neue Herausforderungen suchte. Wie dies später auch Jorn Lande tat oder in der heutigen Zeit Dino Jelusik und Ronnie Romero. Was bringt ein Sänger noch ans Tageslicht, der auf über sechzig Alben zu hören ist? So einiges. Zumindest gesanglich lässt Jeff nichts anbrennen. Schon der Opener «Last To Know» überzeugt mit der kräftigen Stimme Sotos und bietet einen kleinen Hit an, den man in dieser Form aus einer Mischung aus Axel Rudi Pell und Talisman bezeichnen kann. «Diebelieving» ist ein reinrassiger Takara und Talisman Track, der auch die Handschrift von Human Clay trägt, die damals mit einem leicht funkigen Flair von sich reden machten. Damit ist der Abwechslung aber noch lange nicht der Riegel geschoben.

Mit «Home Again» klopft man an die Türe von Malmsteen an und zeigt dem Schweden, wie man heute noch Lieder komponieren könnte, die damals problemlos in die «Eclipse» oder «Fire & Ice» Zeiten gepasst hätten. «Love Is A Revolution» erinnert an fernöstliche Klänge und entlädt sich in einem weiteren Hit. Mit «Until I See You Again» ist eine Ballade am Start, die an die grossartigen Momente von Boston, Foreigner und Survivor erinnert. Ausgestattet mit der unglaublichen Stimme von Jeff, die sofort und die Haut geht und einem Solo (Fabrizio Sgattoni), das den Tränen freien Lauf lässt. «New Horizon» ist dagegen ein Speed-Track, wie man ihn Mr. Soto nur selten gehört hat . Mit einem sensationellen Chorus überzeugt «Back To The Beginning», während «Don't Look Back» und der Titelsong einfach die nächsten grandiosen wie rockigen Hits sind. «Complicated» ist weit weg davon ein kompliziertes Werk zu sein, sondern begeistert von der ersten bis zur letzten Sekunde. Einerseits wegen der extrem geilen Gitarrenarbeit und andererseits, weil Jeff, wie auch ein Johnny Gioeli oder Ronnie Romero, aus jedem Track das Beste heraus zu holen vermag. Zudem muss ich Alessandro Del Vecchio (den ich sonst eher tadle) diesmal ein grosses Kompliment machen, denn die Lieder auf «Complicated» sind massgeschneidert und Jeff perfekt auf den Körper zugeschnitten worden wie weit davon entfernt, eine Kopie einer Kopie zu sein.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sIsIXmb9cwc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:23

Der bleischwere, Tool-ähnliche Opener «Our Prism» zeigt dann gerade mal die harte Seite der Proggies um Sänger und Gitarrist Jon Courtney. Das folgende «New Kid Of Evil» ist ein typisches Wechselspiel aus härteren Gitarren und ruhigen Klavier-Parts, so, wie man das von PRR kennt.

An die Synthie Pop-Phase erinnert das tänzerische «Phantoms», eine im Refrain mit Gitarren unterstützte Nummer, die sehr schnell ins Ohr geht. An das Debüt «The Dark Third» erinnert hingegen das ruhige und von der Bassistin Chloe Alper gesungene «Cruel Deliverance», das am Ende sehr atmosphärisch zulegt, eine überaus starke Nummer der Proggies. Das zehn Minuten lange «Scream Sideways» ist anschliessend eine Symbiose des harten Openers und sehr verträumten Momenten. Wunderbar, wie PRR dies ineinander zu verschmelzen verstehen, sprich sehr spannend aufgebaut, mit tollen Gitarren-Riffs versehen, melodiösen Chören ausgestattet und tonnenweise musikalischen Spielereien angereichert. «Dead Butterfly» beginnt indes mit einem schönen ruhigen Chor, geht dann mit einem harten Gitarren-Riff voll nach vorne los und wird kurz darauf mit dezenten Synthie-Klängen wieder ruhiger. Die Chöre sind erneut da und münden in einen sehr melodiösen Refrain, ganz starke Nummer. PRR sind eine einmalige Prog-Band, die zwar ihren Wurzeln treu bleiben, sich aber auch für neue Sounds öffnen. Sehr hörenswert, was die Engländer auf «Above Cirrus» zu bieten haben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/09OmGyGWjmc

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:17
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v. 10 Punkten: 8.6

Sechs Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung «The Condemnation» entführt «Instigate To Annihilate» seine Zuhörer:innen in die Weiten des Thrash wie Melodic Death Metal und bietet ihnen epische Höhen.

Die niederländische Truppe Disquiet repräsentiert einen internationalen Sound, kombiniert mit Bay Area orientiertem Thrash und skandinavischen Death Metal Elementen. Straffe rhythmische Gitarren, unterstützt von überwältigenden Harmonien, aggressive Grooves und melodische Gitarren-Soli schaffen den perfekten Boden für die intensiven und vielfältigen Vocals von Leadsänger Sean Maia. Seine scharfe Kritik an Machtgier und destruktivem Verhalten der Menschheit hallt durch die zehn Songs und führt durch tobende, hyperenergetische wie emotionale musikalische Landschaften. Die Songs demonstrieren Vielseitigkeit, und die Band beweist damit Entschlossenheit, sich selbst heraus zu fordern und in neuen Dimensionen zu denken. Vielleicht kam auch deshalb die Zusammenarbeit mit den Sängerinnen Charlotte Wessels (Ex-Delain) auf «The Final Trumpet» und Vicky Psarakis (The Agonist) auf «Wrecked» zustande. Ausserdem sind die Gitarristen Damir Eskic (Destruction) und Koen Romeijn (Heidevolk) bei «Demonic Firenado» zu hören. Dazu gibt es erstmals einen kompletten Instrumental-Song auf dem neuen Werk. Trotz all der Wagnisse und Neuerungen haben Disquiet ihren Fokus nie aus den Augen verloren! Wilde und zermalmende Riffs, eingängige Refrains zum Mitsingen und Anleihen an Oldschool Thrash mit erhebenden Rhythmen. Disquiet machen auf «Instigate To Annihilate» keine Gefangenen und mähen so sympathisch alles nieder, wie es eben nur die Niederländer können.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CC1xjog5k3E

 

Freitag, 06 Mai 2022 08:08
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v. 10 Punkten: 6.7

Fozzy war und ist eine Truppe, die ich nie nachvollziehen konnte. Bloss weil Sänger Chris Jericho einmal ein Wrestler war, bedeutet dies noch lange nicht, dass er der geborene Metaller ist.

Aus einer reinen Cover-Band (die Geschichte mit den zwanzig Jahren, in denen sie in Japan gefangen gehalten worden seien, andere Truppen ihre Hits stahlen und damit berühmt wurden, ist einer der besten Promo-Gags in der Musikgeschichte ever!) wurde eine Truppe, die sich mehr und mehr von den traditionellen Wurzeln verabschiedete und sich den moderneren Sounds zuwandte, wie dies auch Black Veil Bride erfolgreich taten. Genau so klingt auch das Album «Boombox», das durchaus seinen Reiz besitzt und bei der Härte mit kalten emotionslosen Sounds "geglättet" wird. Auch wenn Chris nicht der Übershouter ist, so besitzt er ein Organ, das durchaus zu gefallen weiss. Wie bei «I Still Burn», einem Titel, bei dem man hofft, dass er sich letztlich als heisser Track entpuppt. Cool und rockig erklingen dafür «Purifier» und die mit Streichern versehene Ballade «Army Of Ones». Gewöhnungsbedürftig bleibt hingegen die Cover-Version von «Relax» (Frankie Goes To Hollywood). Was grundsätzlich stark beginnt und man sich erhofft, dass der Track jetzt explodiert, bleibt dieser jedoch eher auf einem gleichförmigen Level stehen. Wer auf moderneren US Metal steht, wird dennoch seine Freude an «Boombox» finden. Alle anderen sollten hier erstmal vorsichtig reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6n3kUgd5R94

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:44
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v. 10 Punkten: 8.7

Was tut man, wenn von der Stammformation Songs übrig bleiben, die zwar gut sind, aber nicht auf das aktuelle Album passen? Man gründet kurzerhand und nur zu diesem Zweck eine neue Band.

Suidakra Fronter Arkadius Antonik und Stefano Fiori, Sänger bei Graveworm, gründeten die Melodic Death Kapelle Dragonbreed. Das Line-up wird durch weitere ehemalige und aktuelle Suidakra Mitglieder komplettiert. Für Fans beider Hauptbands ist es ein Leichtes, die Stile ebendieser schnell wieder zu erkennen. Sowohl Antoniks markantes Gitarrenspiel ist heraus zu hören, als auch Fioris Growls, die ebenfalls aus dem Sound des Quintetts hervor stechen. Acht Titel haben es auf «Necrohedron» geschafft, die wohl nur auf die Gründung dieser Band gewartet haben, um veröffentlicht zu werden. Musikalisch gliedert sich der Sound am Melodic Death Metal der 90er Jahre an – rifforientiert und kein Klargesang. Fans von Suidakra Alben wie «Lays From Afar» oder «The Arcanum» dürften an diesem Werk besonders Freude haben. Dragonbreed verbinden Neues und Altes, indem sie Professionalität und eine fette Produktion mit nostalgischen Melodieläufen und der "alten" Spielweise vermischen. Es ist überflüssig, einzelne Songs besonders hervor zu heben, obwohl «Sinister Omen» ein Leckerbissen ist, der die Platte wohl ziemlich gut zusammenfasst. «Necrohedron» ist eine Reise in die Ursprünge des melodischen Death Metal und ein Debüt, das eigentlich keines ist, denn die Band zelebriert eigentlich nur alte Stärken in zeitgemässem Gewand. Der Truppe ist direkt zu Beginn einer vielversprechenden Karriere ein gutes Werk gelungen!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-Ja-fTpUA8E

 

 

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:40

Bei Carson handelt es sich um eine neuseeländisch/schweizerische Kooperation. Die Band wurde von Sänger und Gitarrist Kieran Jones 2011 in Neuseeland gegründet und wird nun im Hier und Jetzt in Luzern weitergeführt.

Mit «The Witful Pursuit Of Ignorance» steht nun das zweite Album bereit, um gehörig Wüstenstaub aufzuwirbeln. Schwungvoll und mit verzerrten Gitarren wird das Album mit «Dirty Dream Maker» in die Gänge gebracht. Die Groovewelle türmt sich meterhoch auf, und ohne dauernd mitzushaken, kann man den Song nicht aushalten! Mit ganz viel Groove wird man auch bei «The Last Laugh» bedient und durch die ruhigen Passagen fühlt man sich in die endlose Weite einer Wüste versetzt. Eine ruhige Ballade wird mit «Siren» dargeboten, und natürlich gibt es auch hier massive Riffs zu hören. Dazu wird noch filigranes Gitarrenspiel serviert. Wieder wesentlich flotter, geht es mit «Gimmie» weiter und man bricht ein wenig aus dem eng geschnürten Stoner-Korsett aus. Dieser flotte Rocker steht Carson aber ebenfalls gut zu Gesicht. «Too Far» ist ebenfalls ein lässiger Rock-Song, der nur am Rande Wüstenfeeling verströmt. Einen wilden Ritt stellt «No Joy» dar und man groovt sich so richtig ein! Der Titeltrack «The Witful Pursuit Of Ignorance» kommt mit gehörig Schmackes aus den Boxen geschossen und verströmt Stoner Rock Feeling vom Feinsten. Das Rhythmus-Monster «Outbound Tide» lässt «The Witful Pursuit Of Ignorance» abschliessend lautstark ausklingen. Mit diesem Album werden Carson auf jeden Fall für gewaltiges Aufsehen sorgen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lbEa5b9nzWw

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: 6.5

Harem Scarem Freunde aufgepasst. Harry Hess hat zusammen mit Daniel Flores (Schlagzeug) ein Album eingespielt, das vielleicht noch eine Spur melodischer ums Eck kommt.

Dabei sind die Chöre im Mittelpunkt und lassen die leicht melancholische Stimme von Harry eine Spur "positiver" erklingen. Harem Scarem Freunde können hier bedenkenlos zugreifen. In meinen Ohren ist das Album einfach "nur" gut. Da habe ich mir doch ein bisschen mehr erhofft, auch wenn «Don't Look Away» ein richtiger Hit geworden ist, wie auch das flotte «Mystery» und die schöne Ballade «The Hurting One». Ansonsten dürfte man aber bezüglich Harrys musikalischer Vergangenheit mehr von «Close To The Edge», dem vierten Album von First Signal erwarten. (Mir gefällts, und die Japan-CD davon steht im Regal - Rsl)
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/h5IKzAzhsjg

Donnerstag, 05 Mai 2022 06:29

Roine Stolt und seine Mannschaft sind zurück mit gleich achtzehn neuen Songs. Weniger als zwei Jahre nach «Islands» sind die Flokis wieder da und bieten Prog auf gewohnt hohem Niveau.

Nummern wie das lockere «The Great Pretender» gefallen sehr schnell. Was diesmal gleich auffällt: Die Longtracks fehlen, und dadurch kommen die Songs schneller auf den Punkt. So pendeln alles zwischen einer (!) und acht Minuten Spielzeit, was dem Album sichtlich gut tut. Als negativer Kritikpunkt ist hingegen zu erwähnen, dass mir hier die Gesangsmelodien fehlen, die ins Ohr gehen. Oft hat man die Melodie nach dem Durchhören schon vergessen, auch nach mehrmaligem Anhören. Die Musik ist zwar wie gewohnt sehr verspielt und deckt so alle denkbaren Facetten des Prog Rock ab. Roine hat dabei, wie immer, tolle Musiker an seiner Seite. Dazu gehören Bassist Jonas Reingold, Sänger Hasse Fröberg, Drummer Mirko DeMaio, Keyboarder Zach Kamins und einige mehr. Logischerweise erkennt man viele der bekannten Flower Kings Trademarks wieder, wie zum Beispiel der symphonisch-melodische, ausladende Ansatz sowie der deutliche Retro-Touch. Trotzdem ist das Album spannend. Auf der anderen Seite sind es vor allem die lebendigen, instrumentalen Interaktionen wie auf «Evolution» oder leicht jazzig angehauchte und bombastische Passagen bei «Blinded», die einen wohltuenden Blick über den eigenen Tellerrand offenbaren. Interessant ist zudem, dass ein Teil des verwendeten Materials sogar noch aus den frühen 90ern stammt. Insgesamt ist «By Royal Decree» nicht ganz so spannend wie zum Teil ältere Alben ausgefallen, aber trotzdem ein cooles Prog-Abenteuer der Schweden geworden.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BZEv8zSdmFA

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:36

Eine "all female" Band, yo, das sind Introtyl aus Mexico City, und das war jedoch seit der Gründung im Jahre 2009 nicht immer so. Introtyl, das sind Sariux Rivera (Bass), Rose Contreras (Guitars), Kary Ramos (Vocals) und Annie Ramírez (Drums) und zelebrieren mit acht Tracks auf ihrem zweiten full-lenght Release namens «Adfectus» satten, groovigen Death Metal mit thrashigen, leicht oldschooligen Anleihen.

Yo, auch auf «Adfectus» werden die Nackenmuskeln wieder herrlich bearbeitet, und die vier Mädels können heftigst blasten und grinden, nebst den groovigen Death- und Thrash-Parts, hell yeah. Und so sind Vergleiche zu Crypta, Nervosa, Monstrosity, Spit On Your Grave, Skeletal Remains, Suffocation, Decrepit Birth nicht von der Hand zu weisen, auch nicht von der Ohrmuschel, heiliger Scheiss nochmals. Jeder der acht Songs haut in die Vollen, gnadenlos, hemmungslos, brutal, gravewormig, maggotistisch. Viele Breaks, einfach aus dem Ärmel geschüttelt, zeigen das Songwriting von einer sehr interessanten Seite. Die Produktion ist messerscharf, klar. Ein passendes Cover-Artwork hinzugefügt, et voilà. Der Bass wummert klar und so N.Y.-Crossover-like durch, sehr emotional gespielt, mal lineverliebt, mal etwas minim solodesk, dann wieder treu dem Rhythmus ergeben.

Die Drums pattern sich blastend, etwas grindcorig, doch mit stets sattem Double-Bass Anteil ausgestattet voluminös vorwärts, mit einer satten, sonoren Snare, ab und an Toms- und Cymbals Streicheleinheiten, doch immer stets groovig und daher mächtig gehalten. Die Gitarre rifft sich thrashig-deathig durch die Songs, mal auch etwas speedig wie sehr grooveverliebt. Solodeske Ausflüge sind (leider) Mangelware, doch in Kombination mit dem groovigen Tieftöner eröffnet sich hierzu eine satte Powersequenz, welche gehörig das heftigste Kopfschütteln und -nicken hervor kitzelt. Die Vocals sind sowas von bösartig, nie und nimmer würde eine holde Weiblichkeit vermutet werden, welche da dahinter steckt. Guttural heftigst tief, bösartigst, brutal, aggressiv und einfach passend zum Gesamtsound. Somit gehen auf «Adfectus» alle Tracks als sogenannte Anspieltipps durch, doch sucht es selbst heraus, welche Nummern zu euren Lieblings-Songs avancieren, vielleicht «Anger», «Under My Skin», «Zombiefied», «Redemption» oder doch «Inner War»? Goiles, headbangendes Teilchen aus Mexico City.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fjvMGg4dglg

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:31
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Nach dem Beitrag auf dem Metal Massacre Sampler und der Debüt-EP standen die Zeichen auf Sturm und Armored Saint mussten abliefern. Wie es damals an der Tagesordnung war, wurde das Debüt-Album «March Of The Saint» der erwartete Kracher, der bereits mit dem furiosen Titeltrack keine Gefangenen machte.

Der Gesang von John Bush, das Gitarrenspiel von Dave Prichard (der leider 1990 an Leukämie verstarb) und Phil Sandoval, sowie das unglaubliche Power-Duo Joey Vera (Bass) und Gonzo Sandoval (Drums) standen für sensationellen und grossartigen Power Metal. Das sich aufbauende und mit einer verächtlichen Stimme startende «Can U Deliver» ging in das wilde «Mad House» über. Für mich einer der geilsten Nummern, welche die Truppe jemals schrieb, war jedoch «Take A Turn», das dank der akustischen Einleitung und der unglaublichen Stimme von John für eine fette Gänsehaut sorgt. Die Bang-Hymne «Seducer» und das riffbetonte «Mutiny Of The World», das verspielte «Glory Hunter» mit bärenstarkem Refrain und unglaublicher Soloarbeit der beiden Gitarristen, das extrem groovende «Stricken By Fate» und das leicht an alte KISS Songs erinnernde «Envy» gehören noch heute zum Besten, was die Los Angeles Jungs einspielten. Der krönende Abschluss gehört «False Alarm», wo nochmals unter Beweis gestellt wurde, welch begnadete Truppe Armored Saint sind. Aktuell wird diese Scheibe neu aufgelegt, im CD-Format sowie diversen farbigen und teils limitierten Vinyls.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8YARLnqm8Tg

 

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:24

Albumtitel, Bandpic und mit Abzügen das Platten-Cover hatten in mir die Hoffnung erweckt, dass ich mit Decasia irgendwas in Richtung Doom Rock / Occult Rock zur Besprechung vorgelegt bekommen würde, aber weit gefehlt.

Die drei Franzosen haben sich auf ihrem ersten Album ganz und gar jenen Klängen verschrieben, die man heutzutage bestenfalls als "alternativ" bezeichnen würde. Aber damit das Ganze dann doch nicht allzu modern klingt, haben sie ihren Sound gleichzeitig reichlich mit Versatzstücken aus dem Kraut Rock der Siebziger, dem Stoner Rock der ausgehenden Achtziger sowie Led Zeppelin in ihren eher psychedelischen Momenten versehen, was den einzelnen Tracks dann doch noch glücklicherweise ein angemessenes Mass an Drive und Biss verleiht. Decasia klingen dabei (Sorry Maxime) immer dann am besten, wenn der Sänger schweigt und sich aufs Gitarrenspielen beschränkt. In diesen glücklicherweise oft vorkommenden Phasen explodieren die drei Jungs förmlich in entfesselte Jams, in denen vor allem Drummer Geoffrey Riberry glänzt, bearbeitet er doch seine Felle oft so wie Keith Moon zu seinen besten Zeiten. Wie bereits angedeutet, ist die Affinität zu alternativen Klängen unabdingbare Voraussetzung dafür, eine Scheibe wie «An Endless Feast For Hyenas» mögen zu können. Mein Ding ist es nicht wirklich, aber die drei Copains machen ihre Sache in ihrer Nische wirklich gut. Das muss und will ich ihnen neidlos zugestehen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SJy4vM7whPY

Mittwoch, 04 Mai 2022 07:18

Holy Moly, was legen uns die durchgeknallten Norweger denn da in unser Gehirn? Schon beim Eröffnungsstück «Sheik Pt.1» wird die Denkmurmel der Zuhörer:innen knapp zehn Minuten lang aufs Äusserste gefordert.

Man wird hier an die Jazz-Phase von Frank Zappa erinnert. Wilde Sax-Orgien und wild um sich prügelnde Drums dominieren den Song. Beim etwas (für die Band) ruhigeren «Sheik Pt.2» duellieren sich Sax und Gitarre dann bis ins Uferlose. Man tobt sich aus von Jazz über Psych, Stoner Rock bis hin zu Avantgarde. Daran ändert sich musikalisch ebenso nichts beim sieben Minuten langen «Golden Comet», lange Sax-Solos paaren sich mit Gitarren und fliegenden Basslinien. Dagegen lehnt sich das sehr ruhige «Totak» auf. Einfache wie sehr zurückgehaltene Drums, zarte Gitarrenläufe, eine ruhige, schöne Basslinie und dezente Sax-Klänge sorgen für Kontrast. Gegenüber dem anderen Material ist das hier schon Meditationsmusik und eine willkommene Abwechslung. Dass «The Shadow Vol.1» ein rein instrumentales Werk ist, muss man eigentlich gar nicht erwähnen. The Tronosonic Experience servieren hiermit sehr schwer verdauliche Kost, natürlich auf überaus hohem Niveau gespielt. Somit vor dem Kauf bitte antesten.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/prb97-3CkFg

 

Dienstag, 03 Mai 2022 07:02
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v. 10 Punkten: 9.3

Es gibt ja eine Unmenge an talentierten Bands da draussen, und alle hätten dabei grössere Erfolge verdient. Doch ob das jeweils wirklich eintrifft, hängt bekanntlich von vielen Faktoren ab. Fakt ist auf jeden Fall, dass die britischen Hard Rocker von Thunder eigentlich längst zu den ganz Grossen gehören sollten. Warum das bisher nicht passiert ist, wissen nur die Götter. Nach dem letztjährigen Killer-Album «All The Right Noises» folgt mit «Dopamine» bereits der nächste Wurf!

Eigentlich kam man sich an diesem genialen Rock-Sound ja kaum satt hören, und erst recht verdient «All The Right...» weiterhin grösste Aufmerksamkeit! Die Briten liefern ja eigentlich seit ihrem kultigen und nach wie vor absolut hörenswerten Debüt «Back Street Symphony» von 1990 nur Qualitätsware ab. Leider konnte der Schwung der Neunziger nicht in das nächste Jahrzehnt gebeamt werden, und so kam Sand ins Getriebe, das 1999 und 2009 zu offiziellen Auflösungen führte. Das Live-Feuer erlosch allerdings nie, und das ist die entscheidende Stärke dieser herausragenden Truppe. Damit einher geht auch das stabile Line-up, das seit 1998 mit Danny Bowes (Gesang), Ben Matthews (Gesang, Gitarre, Keyboard), Luke Morley (Gitarre), Chris Childs (Bass) und Harry James (Drums) Bestand hat. Die Corona-Pandemie sorgte nun dafür, dass der Londoner Fünfer, trotz quasi "noch aktueller Scheibe" einen Kreativ-Schub der Extraklasse hingelegt hat, der uns nun gar ein Doppel-Album beschert! «Dopamine» nennt sich der Doppeldecker, und obwohl die insgesamt sechzehn Songs mit knapp 71 Minuten Spielzeit locker auf einem Silberling Platz gefunden hätten, machte man geschäftstüchtig halt zwei mit je acht Songs daraus, na ja. Das kann aber die Freude über den Inhalt nicht schmälern, denn Thunder fügen dem sackstarken Vorgänger weitere Perlen an, als wäre das das Einfachste der Welt. Angeführt durch den nach wie vor kräftigen Gesang von Danny Bowes hangeln sich die Briten locker lässig von einem Highlight hin zum nächsten.

Tracks wie «One Day We'll Be Free Again», «The Dead City» oder «Dancing In The Sunshine» schreien förmlich nach dem anstehenden Sommer. Gemächlicheres wie Balladeskes gehört natürlich ebenfalls zum Repertoire, und da glänzen so wunderbare Dinger wie das fluffige «Even It Takes A Lifetime» mit Hammer-Refrain, das ruhige «Unraveling» oder «Last Orders», das nach getragenem Beginn hinten raus doch noch Fahrt aufnimmt. «Big Pink Supermoon» bringt derweil tragende Piano-Parts mit ein, die im Hintergrund noch dezente Orgel-Begleitung erhalten. «Across The Nation» lässt anschliessend die typischen Thunder erklingen, wie man sie kennt und liebt, um gleich nachher bei «Just A Grifter» den nächsten akustisch gehaltenen Song mit leicht melancholischer Note anzufügen. Wer nun denkt, dass gegen Ende allfällige Füller den bisherigen wie guten Eindruck trüben, lehren einen der Rocker «Disconnected» und «Is Anybody Out There» als weitere Piano-Ballade das Gegenteil. Genial schliesslich der Rausschmeisser «No Smoke Without Fire», dessen laut/leise Parts mit etwas Blues-Touch ausgewogen eingesetzt werden. Zudem hört man hier, wie zuvor auch gelegentlich, zusätzlich eingesetzte female backing vocals, die dem Ganzen noch mehr Tiefe verleihen. «Dopamine» wird seinem Titel von wegen "Neurotransmitter des zentralen Nervensystems" absolut gerecht, ist eigentlich der logische Nachfolger von «All The Right Noises» auf Augenhöhe und überzeugt, trotz Überlänge, ohne nennenswerte Hänger!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ln-yAgRZ1Bo

Dienstag, 03 Mai 2022 06:58
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v. 10 Punkten: 8.7

Wieder einmal hauen uns die schwedischen Proggies ein anspruchsvolles Stück Musik unter dem Titel «Urskog» um die verwöhnten Ohren. 67 Minuten lang wird feinster Prog von der bereits 1975 gegründeten Band geboten.

Keyboarder und Songwriter Hans Lundin hält das Banner seitdem unverwüstlich hoch. Mit dabei: Langzeit-Basser Jonas Reingold und Sängerin Aleena Gibson. Sechs Nummern bieten die Schweden den Zuhörern:innen, meist überlang, wie gewohnt. Und auch auf dem neuen Rundling sind tonnenweise instrumentale Spielereien auszumachen, vor allem zu finden bei den langen Songs wie «The Frozen Dead Of The Night»mit knapp neunzehn Minuten und «The Bitter Setting Sun» mit einer Viertelstunde Spielzeit. Den Gesang teilen sich Aleena und Patrik Lundström, und ab und zu bringt sich auch Hans Lundin ein. Wer Kaipa kennt, weiss, was die Schweden musikalisch zu bieten haben, nämlich sehr verspielten Prog mit 70er-Flair. Und das ändert sich natürlich auch mit dem vierzehnten Studio-Album «Urskog» nicht. Laut Hans wurden die meisten Songs schon 2018 geschrieben, während er an seiner 6-CD-Box «The Solo Years 1982-1989» arbeitete. Wie oft bei diesem Genre, brauchen die zum Teil extrem verspielten Songs Zeit, um vollumfänglich verstanden zu werden. Kaipa-Fans werden diese Scheibe ebenso lieben, und man kann nicht viel mehr als das darüber schreiben. Kaipa muss man sich einfach reinziehen und geniessen. Wie immer bieten die Proggies sehr anspruchsvolle Musik, that's all.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hx3YiKJbpkA

 

Dienstag, 03 Mai 2022 06:53

Wer Lust auf knusprigen Melo-Death hat, braucht nicht mehr länger zu warten. Die Stuttgarter Formation Credic steht mit ihrem neuen Album «Vermillion Oceans» bereit, der geneigten Hörerschaft die Lauscher zu massieren.

Wie so oft, ist die musikalische Zuordnung in der Überschrift nur eine grobe Einordnung, denn Credic haben ebenfalls ihre eigene Art entwickelt, Metal zu spielen. Der Opener «Tides Disharmonized» macht sofort klar, was der Fünfer auf dem Kasten hat. Neben brachialer Härte öffnet sich eine mystische Tiefe, in die man durch eine finstere Kraft hinein gezogen wird. Diese Kraft zeigt sich anhand zerstörerischer Growls, diabolischen Riffs und brutalen Drums. Ein dumpfer Bass sorgt für die eruptiösen Schwingungen - dazu werden harte Breakdowns geschmettert! Plötzlich findet man sich in einer Phase von sphärischen Keyboardklängen wieder. Natürlich hat die Truppe damit ihr Pulver aber noch nicht verschossen, denn sie legen mit dem Titeltrack «Vermillion Oceans» energetisch nach. Die Platte bietet verdammt harte Nummern, die aber nicht blind durchgepflügt werden, sondern immer ein variables Riffing aufweisen und technisch auf einem hohen Level gespielt werden. Die Jungs grasen auf «Vermillion Oceans» auch auf fremden Wiesen und befinden sich teilweise im Grenzbereich zum Metalcore oder Black Metal. Auch die langsameren Parts wie «The Path» sind druckvoll und erinnern nicht selten an Dark Tranquillity. Trotzdem setzen die Deutschen gegenüber den Letztgenannten die Vocals anders an – kein Klargesang! Ich vermisse ihn auch nicht, denn Stefan Scheu, der alles andere als scheu ist, präsentiert seinen gutturalen Gesang sehr facettenreich und vermittelt mit seiner Stimme die passenden Vibes zu den Songs. «Vermillion Oceans» ist ein 10-Song harter Volltreffer! Credic ist mit «Vermillion Oceans» das Kunststück gelungen, ein kraftstrotzendes Album voller Atmosphäre zu erschaffen, das sich mit einem hohen Level an Eigenständigkeit und Professionalität nicht hinter den Grossen der Szene zu verstecken braucht.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hCJr0MTnTdI

 

Dienstag, 03 Mai 2022 06:47

Das dritte Album der Schweden bringt diesen typischen Heavy Rock ans Tageslicht, der von vielen metal-begeisterten Jungmusikern gespielt wird.

Im Vergleich zu Enforcer gehen Aerodyne aber mit mehr Rock im Blut an die Tracks heran und lassen mit «Angband» als Opener aufhorchen. Speziell die Stimme von Frontmann Marcus Heinonen weiss zu gefallen und hinterlässt einen mehr als nur guten Eindruck. Die Lieder kommen mit Druck aus den Boxen, die Riffs erinnern an Riot oder Judas Priest, und das Schnörkellose der Musiker überzeugt mit viel Enthusiasmus. Auch wenn Aerodyne nicht an den Qualitäts-Level ihrer Kollegen Ambush heran reichen, so packt einen «Innocent Lost» mit seiner schwerfälligen Art, wie auch «Whirlwind Of Fire» mit seiner Schnelligkeit und «Endgame», das an Bullet erinnert. Mit dem thrashigen Titelsong und «Days Of Death» ergänzen die Jungs ein sehr abwechslungsreiches Album. Metal Fans, hier müsst Ihr reinhören, denn die Doppel-Leads machen auf «The Last Days Of Sodom» definitiv keine Gefangenen!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Gh7PQIOzg2c

 

Montag, 02 Mai 2022 06:49

Dieser Bandname geht hier tatsächlich, und das ist beileibe nicht immer Fall, auf ein Mitglied der Truppe aus Los Angeles zurück. Gemeint ist damit die stimmgewaltige Dorothy Martin, die einst in Budapest das Licht der Welt erblickte. «Gifts From The Holy Ghost» ist nach einer ersten selbstbetitelten EP (2014) und zwei weiteren Studio-Alben («Rock Is Dead», 2016 und «28 Days In The Valley», 2018) die Reifeprüfung der Amis.

Nimmt man sich zuerst die Tracks der EP zur Brust, die mehrheitlich noisig wie alternativ nach den 90ern klangen, ebnete spätestens «28 Days...» das Terrain in Richtung Rock mit deutlichem Flair der 70er. Was nun aber das brandneue Werk auffährt, klingt nach einem ordentlichen Befreiungsschlag! Angeführt von den hammergeilen Leadvocals fällt einem der Opener «Beautiful Life» gleich mit der Türe in Haus und bläst wie ein Wirbelsturm durch die Küche hindurch. «Big Guns» ist danach nicht etwa ein Cover von Skid Row, sondern ein tempomässig etwas gemächlicher gehaltener Rocker mit Southern Vibes, der wiederum von Dorothys äusserst beeindruckendem Gesang angeführt wird. Auch «Rest In Peace» verursacht nichts als eine fette Gänsehaut, und man saugt jeden Ton bis zum Schluss gebannt auf. Wenn ich mir vorstelle, wie das live noch einen Zacken heftiger daher kommen könnte, fiebere ich jetzt schon der Live-Premiere entgegen.

Spätestens bei «Hurricane», wo der Gitarren-Sound eher etwas moderner klingt, erweisen sich die töften Backing Vocals als zusätzlicher Pluspunkt. Eine versierte Sängerin sollte jedoch nicht nur kraftvoll performen können, sondern ebenso mit Varianz glänzen, und genau das passiert beim wunderbaren «Close To Me Always». Hinten raus trübt nur «Touch By Fire» mit dem Touch der Anfangstage die bis hierhin makellos aufgebaute Bilanz leider ein wenig. Doch mit «Made To Die» finden Dorothy als Kollektiv den Rank wieder, und schliesslich sorgt der griffige Titeltrack zum Abschluss für eine absolut versöhnliche Note! Dass es hierbei textlich um eine letztlich gut ausgegangene tragische Geschichte aus dem näheren Umfeld der Band geht, bringt dieses Juwel nicht aus dem Tritt. Leute, ich kenne ja mittlerweile einige exzellente Sängerinnen dieser Szene, und ab sofort muss man sich diesen Namen ganz gut merken: Dorothy Martin!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/fRs8olywhS4

 

Montag, 02 Mai 2022 06:41
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v. 10 Punkten: 9.0

Yo, der Schreiberling erlebt zurzeit intensive, musikalische Gefühlswanderungen in Extremis, denn mit Hocico aus Mexico, dem Duo Infernale Racso Agroyam (Music) und Erk Aicrag (Lyrics, Vocals), bombastiert hier gewaltige Industrial- und Dark Electro Urgewalt auf unsere Zuhörer:innen geradewegs zu.

Beim Versuch, mehr zu erfahren - wahrscheinlich scheitert der Rezensent dabei geradeso kläglich - haben sich Hocico sich im Jahre 1993 formiert. Wenn man alles addiert ist, so scheint «HyperViolent» der 38. Release von Hocico zu sein, inklusive Demos, Minis, EPs, Singles, Live, Box-Sets et cetera. Dreizehn Tracks sind auf «HyperViolent» enthalten, welche dem gewählten Titel alle Ehre erweisen. Haltet Euch an Ministry, etwas Rob Zombie, dann seid ihr bei gewissen Tracks dabei, im Metallischen, wohl bemerkt. Der Rest ist Aggrotech im Feinen. Da überwiegen harte Beats, heisere Vocals, Instrumentals. Es ist eine musikalische Gratwanderung, welche der Schreiberling gerne unternommen hat und stets immer wieder unternehmen würde. Die Produktion ist fett und vor allem einfach nur hart. Das Cover-Artwork ist interessant gestaltet und lässt einen zu Spekulationen aller positiven Naturen hinreissen. Doch Vorsicht, es ist wirklich bösartig, unheimlich, einfach dark-aggressiv. Es ist wie ein Film-Soundtrack eines Science-Fiction- und/oder Post Mortem Knallers. Nicht depressiv, einfach nur bösartig groovig, hell yeah!

Ja, ich ringe mit mir, wie ich dies Euch beschreiben will, ausser diejenigen unter Euch, welche Hocico bereits kennen. Denkt eben an Ministry mit ein wenig weniger Gitarrensound und/oder Rammstein in purer Dark Aggro-Tech Version vor, ja, okay, Eisbrecher gehen auch noch. Sprachlich wird auch zwischen dem Spanischen und Englischen hin und her gependelt. Nun, die Anspiel-Tipps mit der metallischen Klampfe wären «N.W.O.», «Crown Of Knives» und mit der akustischen Klampfe «Peccata Mundi». Doch auch die anderen Tracks kommen gewaltig daher, halt einfach ohne die berühmte metallische Klampfe, welche jedoch auch ihren Reiz versprühen. Irgendwie kommt dieser komplette Aggro-Tech bei meinen jeweiligen Hirnhälften recht gut an und durch. Deshalb auch meine Bewertung dementsprechend: 7.5 Punkte fürs Reinhören, beziehungsweise Antesten vor einem möglichen Kauf, die zehn Punkte für Hocico als Koryphäe und Wegbereiter dieser Soundartstilrichtung sowie deren Fertigkeiten als Musiker wie auch Künstler.

Das Ganze durch zwei geteilt, weil ja zwei Noten, so kommen wir auf 8.75 Punkte. Und weil das Ganze halt doch irgendwie verdammt groovig, monoton und mitreissend zelebriert wird, mitunter auch mit elektronisch gezauberter Double-Bass Drum, so à la «Firestarter» von Prodigy, einfach noch eine sehr grosse und gute Portion härter, runde ich diese Chose zu einer satten neun auf. So, die Dienststelle für allfällige Beschwerden soll mein Boss, der Roxx, sein und allenfalls wird, sprich soll er entscheiden, ob ich weiterhin schreiberisch für Metal Factory tätig sein soll und darf. Bis hierhin ein grosses Dankeschön an alle, die meinen Schreibstil mochten und auch nicht mochten, doch Hocico mit «HyperViolent» ist ein ganz goiles Teilchen für sich und nochmals, trotz meiner Punktevergabe, antesten ist stets das "A" und "O", wie auch "A" bis "Z", egal in welcher Musikrichtung Ihr unterwegs seid, denn nur Euer Geschmack zählt, niemals vergessen, bitte, danke. Aggrotech mit satten Metalgitarren kann verdammt goil sein, verdammt nochmals und hell yeah!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_x6Y86QdQeg

Montag, 02 Mai 2022 06:35
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Rein in die Fresse, Kinnladen zunageln, Augen ausdrücken, Hirnmasse fressen, Fleischerhaken in die Nase reinboren, yep, das ist Oldschool Death Metal.

Yo, und genau dieser wird von den Schweden Centinex um Henka Andersson (Vocals), Jorgen Kristensen (Guitars, Backing Vocals), Martin Schulman (Bass) und Florian Rrehn (Drums) monoton und fressenreif zelebriert. Vier Songs zieren die neue EP namens «The Pestilence», nämlich «Armageddon», «Evil Is Evil», «Tremble In Fear» und «Torture», zudem ist «The Pestilence» bereits die siebte EP, nebst elf Longplayern, drei Splits, einer Single, vier Demos seit der Gründung im Jahre 1990 in Hedemora, Dalarna, aktiv von 1990-2006, danach ab 2014 wieder omnipräsent, neu gegründet in Avesta, Dalarna. So, ein paar wichtige Fakten sind nun geliefert, good to know..., or not, egal und anyway, so sind Desultory, Dismember, Grave, Demonical, Entombed, Hypocrisy, Jungle Rot, etwas The Crown oder Dissection Anhaltspunkte, um den oldschooligen Death Metal von Centinex zu um-, beziehungsweise zu beschreiben, der in der Symbiose von Thrash und Death Metal lebt. Monoton, straight, ohne Firlefanz, einfach und direkt, ein kompromissloser Frittenschieber. Das Cover-Artwork schliesst sich dieser Einfachheit an, oldschoolig, wie auch die klare und rumpelnde Produktion, ergo back to the roots.

Die Vocals kommen demzufolge geshoutet, gescreamt und gegrowlt, in verständlichem Englisch daher, tief und böse. Die Drums rumpeln mit sattem, schnellen thrashigen Double-Bass, als auch groovenden, im Midtempo getrommelten Patterns daher geschliddert, ab und an Cymbals- und Toms-Einsätze, doch meist überwiegt die Einfachheit des Grund-Sounds. So ist die Snare trocken wie satt zugleich, und zusammen ergibt es ein polterndes Donnergewitter. Die Gitarre schrummelt und schrammelt, teils etwas thrashpunkig-riffig daher, kurze Soli, wenn überhaupt soliert wird, doch es erinnert an die gute, alte Zeit, so zu sagen. Der Tieftöner wummert parallel zur Klampfe gemütlich und genüsslich daher, ebenfalls simpel und treu dem Rhythmus-Feuer. Mit Vorsicht wäre dies eine 7.8 von zehn vom Schreiberling, so als Anhaltspunkt für Euch. Ihr entscheidet, und deshalb ist stets ein Anhören angeraten, egal ob Maximalpunktzahl oder eben nicht. Nun, ist es etwas Neues, was Centinex da intonieren? Nein, aber den guten, alten, rumpelnden Death Metal in die Neuzeit gebeamt und transponiert. Mehr nicht und mit zwei, drei grossen Hülsen verkommt auch diese EP namens «The Pestilence» zum ultimaten Saufgelage.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/adnZRfX4YXg

Montag, 02 Mai 2022 06:29
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v. 10 Punkten: 6.5

Die Dänen waren schon zwischen 1981 und 1987 aktiv. Sie reaktivierten sich und haben 2019 ihr drittes Album veröffentlicht. Nun steht mit «The Haunted House» der vierte Streich in den Startlöchern.

So richtig packen kann mich dieser Metal nicht, auch wenn sie die Schwere von Black Sabbath mit der Verspieltheit von Mercyful Fate und King Diamond verbinden. Das klingt aber alles irgendwie zu… - Ich mag die Momente, in denen die Jungs mit akustischen Parts spielen und dann fulminant losbrechen («Nailed To The Cross»). Einiges klingt aber auch sehr ähnlich, und mit dem Gesang werden sicherlich auch viele Zuhörer:innen ihre Probleme haben. Ab und zu fällt es mir schwer, eine Truppe nicht zu mögen, das liegt aber sicherlich auch daran, dass ich mir nun seit 42 Jahren solchen Sound anhöre und ich glücklicherweise die Achtziger erleben durfte. Da, wo so vieles neu ausprobiert wurde und die Szene lebte. Wären Wasted damals nicht von der Bildfläche verschwunden und hätten «The Haunted House» veröffentlicht, wären sie im Sog der oben genannten Truppen sicherlich mit sehr viel mehr Aufmerksamkeit mitgeschwommen. Heute, da vieles schon zig Mal serviert wurde, ist dies ein eher schweres Unterfangen.
Tinu

cede

 

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Samstag, 30 April 2022 08:31

Die Begründer der "Neuen Deutschen Härte" rührten nach dem selbstbetitelten siebten Album, das im Mai 2019 erschien, mit der ganz grossen Kelle an und starteten kurz darauf die erste opulente Stadion-Tour, dessen Tickets innert kürzester Zeit wie Schnee an der Sonne wegschmolzen. Der angekündigten Fortsetzung der Tour im Jahr darauf folgte das identische Szenario, das aber, bedingt durch Corona, nun für zwei Jahre ausgebremst wurde.

Diese auferlegte Zwangspause brachte, wie für unzählige andere Bands und Künstler auch, mit sich, dass die Zeit dafür genutzt wurde, um neue Songs zu schreiben. Dies wäre ohne die Pandemie so sicher nicht geschehen, denn es wurde gemunkelt wie vermutet, dass es von Till Lindemann & Co. wohl kein neues Material mehr geben wird und nach den ultrapompösen Konzerten der Stecker ganz gezogen wird. Wie wir wissen, kam es anders, und kurz vor der Wiederaufnahme der verschobenen Tourdaten hat die Band nun gar ein brandneues Album mit im Gepäck. Wie schon der Song «Deutschland» vom Vorgänger, vermochte «Zeit» als erste neue Single ebenso zu überzeugen und schoss gleich an die Spitze der Charts. Das Video dazu schöpft dabei audiovisuell wieder aus dem Vollen, und spätestens seit dem erwartungsgemäss polarisierenden Live-Klassiker «Pussy» (2009), der ersten Nummer eins Single, darf das Thema Sex nicht fehlen. Allerdings stumpft sich das "provokante Thema" langsam aber sicher ab, was jedoch nicht der "Me Too"-Bewegung geschuldet ist. Wer Fan von Rammstein ist, dürfte sich überwiegend nicht nur am harten Sound laben, sondern auch den Texten Beachtung schenken. Die Kunst des Reimens in Perfektion wird dabei von kaum einer anderen Truppe so treffend und eigen umgesetzt, wie von Rammstein. So kann man sich beim Video der zweiten Single «Zick Zack», die den Schönheitswahn und dessen hirnrissige Auswüchse thematisiert, kaum ein Lachen verkneifen. Dabei ist schwer anzunehmen, dass den Berliner Industrial-Ikonen solche Video-Drehs selber Spass machen.

Somit alles wie gehabt? Nicht ganz, denn erstens fällt auf, dass Flake und seine Synthies insgesamt, wie unter anderem beim Opener «Armee Der Tristen», noch nie so dominant in Szene gesetzt wurden. «Zeit» beschwört hingegen eine nachdenklich stimmende Note mit Endzeit-Stimmung herauf, was aktuell und leider dem Zeitgeschehen ein Stück weit Rechnung trägt. Ins gleiche Horn bläst auch «Schwarz», während «Giftig» die gewohnten Riffwände auffährt und, je nach Vorstellung, eine menschliche oder tierische Schlange besingt. Kurze Titel und oftmals kurze Spielzeiten unter vier Minuten ist man gewohnt, aber dass «OK» zum Beispiel für "ohne Kondom" steht, käme kaum jemandem sonst in den Sinn. Des Weiteren zeichnet sich auch das achte Album durch den lyrischen Spagat zwischen düsteren und lüsternen Themen aus, wie das bei «Angst» und «Dicken Titten» der Fall ist. Ungewohnt mutet dafür der Einsatz von "Autotune" bei «Lügen» an, und ob der mit «Adieu» betitelte Schlusssong ultimativ doch das vorweg nimmt, was die Fans sicher nicht hören wollen, wird sich zeigen. Vorher wird es aber bald interessant zu sehen und zu hören sein (in der Schweiz ja am 30.05. und 31.05.2022 im Zürcher Letzigrund Stadion), wie die aktuelle Setliste bestückt und das Ganze in die Bühnenshow integriert wird. Wem die seit dem Debüt (!) jeweils immer elf regulären Songs pro Album zusagen, wird auch «Zeit» mögen, und der Rest eben nicht! Sollten Rammstein danach bald einmal tatsächlich abtreten, steht eine Band aus Schweden bereit, dereinst gewisse Lücken zu schliessen: Ghost!
Rockslave

cede

 

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Samstag, 30 April 2022 08:25

Wer im Metal zu Hause ist, weiss längst, dass die Finnen zu den kreativsten und produktivsten Köpfen der Szene gehören. Der Sechser Gladenfold ist noch eine Spur kreativer und mutet sich sogar zu, alles Stilübergreifende in ihre Songs zu packen.

Mutig, denn zu ihren Einflüssen zählen sie Grössen wie «Childern Of Bodom», «Wintersun», «Blind Guardian», «Gamma Ray» oder «Freedom Call». Jede Truppe für sich, allein stehend klingt wunderbar – und alles verpackt zu einem Ganzen? Eines ist definitiv schon mal gelungen. Das Cover-Artwork von «Nemesis» führt zwar rein optisch auch etwas auf die falsche Genre-Fährte, besticht aber durch Ausdruck des Bildes. Bereits beim Opener «Carnival Of The Hunter» haut es mich aus meinen Zuhörer-Latschen, denn die Nummer ist mit pompösen Orchestrationen, eingestreuten Gitarren-Leads und einem Mix aus typischen Power Metal Gesängen und Growls ganz schön heftig beladen. Gerade wenn das Gefühl hochkommt abzuhängen, verpasst das Gespür der Musiker für geniale melodische Widerhaken und Hooklines dem Song eine positive Wendung. «Chiara's Blessing» fährt dann deutlich heftigere Geschütze auf und bedient sich in Sachen Keyboards deutlich bei «Children Of Bodom».

Schmeisst man Song eins und zwei zusammen, so erhält man im Durchschnitt genau das, was einem für den Rest der Platte erwartet. Gerade wenn man im Melodic Death gut unterwegs ist, brettert ein symphonischer Chorus von der Seite rein, ein Piano oder Gothic-Sprechgesang muss seinen Platz finden und Power Metal Hymnen werden gespickt mit ein paar Growls und Screams, samt knüppelharten Gitarren. «Gladenfold» beweisen durchaus kompositorischen Mut und auch spieltechnisch kann man sich vor so viel Raffinesse nur verbeugen. Man muss organisiertes Chaos mögen, und meines Erachtens ist «Nemesis» nur mit dem persönlichen Geschmack zu bewerten. Entweder liebt oder hasst man es! Dazwischen bleibt wohl nicht viel. Dabei könnte es das Sextett durchaus auch anders, wie die folkige Ballade «Saraste» eindrucksvoll beweist. Nun, Freunde des Pomps sollten unbedingt ein Ohr riskieren, denn es gibt viele Highlights zu entdecken – einfach über ganz «Nemesis» verstreut.
Oliver H.

cede

 

 

 

Samstag, 30 April 2022 08:18

Satte sieben Jahre sind seit der Publikation von «For The Greater Good» vergangen. Nun steht die schwedische Band Saffire eher überraschend mit ihrem vierten Longplayer «Taming The Hurricane» in den Startlöchern.

Bereits die Vorgänger liessen aufhorchen, das Selbe wird mit Bestimmtheit auch diesem Werk beschert sein. Die Musiker orientieren sich am klassischen Hard Rock / Heavy Metal der Siebziger, werfen dabei aber nicht bloss einen Blick zurück, sondern machen eben diesen Sound fit für die aktuelle Zeit. Durch die Hammond Orgel mässigen Keyboards liegt der Querverweis zu Deep Purple auf der Hand. Genau wie diese versteht man exzellent, das Tasteninstrument mit knackigen Gitarrenriffs und wunderbaren Vocals zu harmonisieren. Sicherlich haben die Jungs diesen Sound nicht (neu) erfunden, denn hie und da lässt sich auch ein bisschen Uriah Heep oder Rainbow heraus hören. Trotzdem bleibt man jederzeit eigenständig und authentisch. Nebst den fetten Gitarren,weiss auch der einzige Neuzugang am Schlagzeug Akzente zu setzen. Das Ganze resultiert in einem enorm druckvollen und dichten Soundgewand. Darin verpackt, entpuppen sich aber auch die Songs per se als ausgesprochen kreativ und vor allem eingängig. Diverse Melodien, die einem fesseln und viele Hooks die für Aufmerksamkeit sorgen, sind beinahe omnipräsent. Nebst Fans der Retro Rock Bewegung im Allgemeinen und den erwähnten Siebziger Ikonen im Speziellen kommen auch Europe und Whitesnake Liebhaber jederzeit auf ihre Kosten.
Chris C.

cede

 

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Samstag, 30 April 2022 08:13
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v. 10 Punkten: 9.0

Zum dritten Schlag holen die Amis von VANUM mit ihrem neuen Werk «Legend» aus. Den Beginn macht «Adversary» und zwar auf eine höchst epische Art. Wie ein Heldenepos wirkt dieser Song und man möchte unmittelbar die Segel des Drachenboots setzen!

Da grüssen Bathory aus Valhalla. Herber geht es mit «The Gateway And The Key» zur Sache und die Schlagzahl wird kontinuierlich erhöht. Mit diesem Sound in den Ohren, würde die Ruder-Mannschaft das Drachenboot zu einem Schnellboot umfunktionieren. «Frozen In Vile Illumination» ist ein episches Meisterstück. Der Titeltrack «Legend» poltert heftig vor sich hin und bietet pfeilschnellen Black Metal. Was auffällt, ist das trotz der Länge der Songs keine Langeweile aufkommt. Es wird sehr viel Wert auf Abwechslung gelegt. So werden hier zahlreiche epische Momente erzeugt. Der abschliessende Track «Beneath The Pillars Of Earth And Air» dauert eine Ewigkeit von über vierzehn Minuten. So wird die Spannung ganz langsam aufgebaut und durch verschiedene Tempi gekonnt aufrecht gehalten. So fasst diese Werkschau die Essenz von Vanum gekonnt zusammen. Wem epischer Black Metal gefällt, der sehr abwechslungsreich ist, sollte Vanum und ihrem neuen Album «Legend» unbedingt Gehör schenken!
Roolf

cede

 

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