Samstag, 08. Oktober 2022

Metal Factory since 1999

Freitag, 07 Oktober 2022 07:00

Ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Es war dieses ungehobelte, wilde Riff, es war dieser Knochen-spaltende Schrei und dieser ungebändigte Rhythmus, der mich für eine lange Zeit nicht mehr los liess. Der Song nannte sich «Queen Of The Reich» und die dazu gehörende Truppe Queensrÿche.

Die Amis aus Seattle hatten soeben ihre Debüt-EP veröffentlicht, und was darauf zu hören war, erinnerte an eine frische, amerikanische Mischung aus Iron Maiden und Judas Priest. Kurz darauf erschien das Debüt-Album, welches ich mit Sehnsucht erwartet hatte und «The Warning» enttäuschte mich zu keiner Sekunde. Was Sänger Geoff Tate, Bassist Eddie Jackson, Schlagzeuger Scott Rockenfield und die beiden Gitarristen Chris DeGarmo und Michael Wilton da ablieferten, schien nicht von dieser Welt zu sein. Lieder wie «NM 156», «Take Hold Of The Flame», «Child Of Fire» oder «Warning» hievten die Jungs nochmals näher zum Olymp. Speziell mit «Roads To Madness» katapultierten sich die Amis schlichtweg in mein Herz. Die Art, mit welcher verspielten Art, den sensationellen Melodien und der perfekt ergänzenden Härte, aber auch der sanften Art, suchte in dieser Form zu jener Zeit seinesgleichen.

Der Nachfolger «Rage For Order» blieb von diesem Zeitpunkt an das Meisterwerk der Herren. Dies lag nicht nur an der Dalbello Cover-Version von «Gonna Get Close To You», sondern auch an den vielen unsterblichen Hits, welche dieses Album beheimateten. Auch wenn «Operation: Mindcrime», das dritte Album und die Mutter aller Konzept-Alben den Jungs von Queensrÿche den grossen Durchbruch bescherte und mit «Empire» der kommerzielle Erfolg gefeiert wurde, hörte ich meine Helden danach nie mehr so perfekt wie auf «Rage For Order». Mit «Promised Land» begann für mich der Abstieg meiner Helden, der lange nicht mehr aufgefangen werden konnte. Was folgte, waren unschöne Szenen im Gericht zwischen Geoff Tate und dem Rest der Truppe (Chris hatte die Band schon früher verlassen). Es folgte, was folgen musste und Geoff verliess die Band. Jene Stimme, welche den Sound der Combo dermassen beeinflusste.

Mit dem ehemaligen Crimson Glory Shouter Todd La Torre fanden Michael, Eddie, Scott und Parker Lundgren glücklicherweise den geeigneten Sänger, der Songs wie «Queen Of The Reich» sensationell interpretieren konnte. Was nun folgen musste, war ein Album, das sich freischwimmen kann, sprich aus der Orientierungslosigkeit heraus führt. Zurück wieder zu den Tracks, welche sofort ins Ohr gehen, die mit der nötigen Härte vorgetragen und mit Finessen dargeboten werden. Die bisher erschienen Werke «Queensrÿche» (2013), «Condition Hüman» (2015) und «The Verdict» (2019) zeigten sicherlich eine wiedererstarke Einheit, die aber noch davon entfernt war, den Klassikern das Wasser reichen zu können. Allein der Umstand, dass die Musiker wieder den richtigen Pfad einschlugen, liess die Hoffnung nie erfrieren, dass man bald wieder mit einem weiteren Meilenstein rechnen konnte. Zumindest war «The Verdict» ein richtig cooles Werk, das sich in meinem CD-Schacht des Öfteren drehte.

Im Vorfeld des neusten Streiches machte das Gerücht die Runde, dass Scott sich mehr um seine Familie kümmern wollte. Was zuerst nach einer Auszeit aussah, entpuppte sich als Ausstieg aus der Truppe, die von seinem Schlagzeugspiel lebte. Sein Ersatz wurde ein Altbekannter. Casey Grillo feierte seine ersten Erfolg mit Kamelot und wurde vom Session-Tour-Trommler zum festen Mitglied der Seattler, bei welchen mittlerweile wieder Mike Stone die Gitarrensaiten zupft. Der Opener «In Extremis» des neuen Studio-Outputs lässt aufhorchen, überzeugt mit tollen Gitarrenmelodien und einem Todd in absoluter Höchstform. Auch Casey beweist, dass er einer der Besten seines Faches ist. Fazit: Zumindest der Einstieg passt perfekt und lässt die letzten drei Studio-Alben ziemlich blass erscheinen.

Auch «Chapters» lässt das Grinsen nicht aus dem Gesicht weichen. Die Band ist sicher weit davon entfernt neue Songs zu komponieren, welche auf die ersten beiden Scheiben gepasst hätten, aber was sie aktuell heraus pfeffern, ist ganz grosses Kino. Somit hätte «Lost In Sorrow» von seiner Attitüde her bestens auf «Operation: Mindcrime» gepasst, und das schnelle «Sicdeth» mit seinen Tempowechseln lässt alte Erinnerungen aufkeimen. Mächtig erklingt «Nocturnal Light» und die doppelten Harmonien der beiden Gitarristen zu Beginn bei «Out Of The Black» machen Lust auf mehr. Wahrscheinlich habe ich die letzten beiden Werke um einen fetten Punkt zu gut benotet, was der Freude, dass die Truppe wieder auferstanden war, geschuldet ist. Somit bleibt für «Digital Noise Alliance» eine faire 9er-Wertung, denn an die «Rebell Yell» Cover-Version von Billy Idol als Bonustrack muss ich mich zuerst noch gewöhnen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RcOYiGUr3Iw

Freitag, 07 Oktober 2022 06:52
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v. 10 Punkten: 8.5

Wenn eine Band ein Album mit dem Titel «The End, So Far» heraus bringt, wird auch gleich die Gerüchteküche angeheizt. Gerade einmal drei Jahre sind seit Slipknots letztem Album «We Are Not Your Kind» vergangen, und schon ist Album Nummer sieben da.

Allein der Albumtitel lässt auf einen Abschied schliessen, einen bittersüssen Abschied von einer Band, die seit ihrem Debüt in den späten 90ern immer noch auf dem Höhepunkt ist. Doch während die Hasser auf das Beste hoffen, ist die fast 25-jährige Regentschaft noch lange nicht zu Ende. «The End, So far» bezieht sich auf das Ende ihrer Partnerschaft mit Roadrunner Records, mit denen sie von Anfang an zusammen arbeiteten. Das neue Album ist also im Grunde nur der Abschluss eines Kapitels, um ein neues zu beginnen. Und dieses Kapitel beginnt sehr sphärisch mit dem Opener «Adderall», um direkt in die Trademarks zu springen, die jeder Slipknot-Fan erwartet. Corey Taylors charismatische Stimme, chaotische Percussions, Gitarren schärfer als ein Messer und Soundlayers, wie man sie sich von einer neunkäpfigen Band wünscht. Percussionist Shawn Crahan erklärte in einem früheren Interview, dass die Band an "God Music" als Beschreibung des neuen Albums arbeiten würde.

Nun, das ist eine grosse Ankündigung, aber wer Slipknot kennt, weiss, dass sie noch nie etwas unter dieser Messlatte abgeliefert haben, also wenn «The End, So Far» tatsächlich "God Music" ist, dann seid gut vorbereitet auf das, was als Nächstes kommt. Wenn die Apokalypse nahe ist, werden Slipknot mit Sicherheit den Soundtrack dazu liefern. Drei der zwölf Songs haben es bereits als Single an die Öffentlichkeit geschafft. «The Chapletown Rag», «The Dying Song (Time To Sing)» und «Yen» wurden allesamt begeistert aufgenommen und enterten die Charts. Nicht, dass wir das nicht erwartet hätten. Die restlichen Songs sind nun mit der Veröffentlichung des kompletten Albums zu hören, das, Sammler aufgepasst, in neun verschiedenen Versionen (!) erscheinen wird. Tja, das ist die Kehrseite einer neunköpfigen Band. Dies mag also womöglich das Ende einer Ära sein, aber definitiv nicht der Abschied von dieser Kult-Truppe. Lang sollen Slipknot noch leben!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UiewybO44n4

Freitag, 07 Oktober 2022 06:47
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v. 10 Punkten: 8.2

Die Musik der Herren aus Montana klingt ziemlich wild und teilweise etwas chaotisch, man höre sich da zum Beispiel «Attack Of The Gargantuan Moon Spiders» an. Was aber durchaus auch im positiven Sinn zu verstehen ist.

Selbst versteht man die eigene Musik aus einem Mix aus den Beatles, Parliament und Pentagram. Ich würde noch eine Prise Black Sabbath mit Ozzy dazu fügen. Die Musik ist schon ein wenig crazy, gut zu hören beim starken «Don't Zorp'n'Wrap». Wilde Parts werden abgelöst von ruhigen entspannten Passagen, sehr interessant. Dem entgegen steht das brachiale, kurze Instrumental «Space Chase» oder das chaotische, noch kürzere Synthie-Gewitter «Transmission», völlig schräg. Auch spannend die fast 8-Minuten Stoner-Nummer «Doom Machine Smoke Break», mit starker Black Sabbath-Schlagseite, natürlich aus der Ozzy-Phase, ganz geile Nummer. Auch toll zeigt sich das sehr ruhige «Diosa Del Sol», klingt sehr entspannt, bis man im letzten Drittel wieder voll aufdreht. Hört Euch da nur mal die coole Bass-Line an! Sehr stark, was die Jungs aus Montana hier abliefern. «Final Departure Part1: The Intergalactic Keep Of The Illustious Cosmic Woman» , was für ein Titel, ebenfalls eines der Highlights dieses lebendigen Werkes. Sehr kraftvoll donnert der Sound aus den Boxen, und auch hier hört man wieder viel von Ozzy heraus, bevor das Lied ruhig ausklingt. Zum Schluss folgt dann noch eine total abgespacte Synthie-Nummer, die knapp fünf Minuten dauert. Also langweilig wird es hier einem definitiv nicht. Echt coole Mucke, die hier auf «Space?: Issue No. 001» geboten wird.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XFz81uSwMZA

Freitag, 07 Oktober 2022 06:39
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v. 10 Punkten: 8.8

Die dänische Formation Meridian hat seit 2013 bereits drei Alben unter die Leute gebracht und steht nun mit «The 4th Dimension» entsprechend zum vierten Mal auf der Matte.

Ihr Label (ebenfalls aus Dänemark) verweist im Infoblatt mit unglaublich viel Pathos (More than fans, we were family, the heavy rock family) auf die goldenen Achtziger als musikalischer Hafen der Band. Als konkreter Anhaltspunkt wird, wen wunderts, das stilentsprechende dänische Aushängeschild Pretty Maids genannt, was keineswegs falsch ist. Meridian (wie auch die Pretty Maids) müssen aber definitiv nicht auf die Achtziger reduziert werden. Klar, der klassische Metal mag auf dieser Zeit basieren, die Jungs bleiben aber immer auch open minded für ein abwechslungsreiches, zeitgemässes Soundgefüge. In erster Linie wissen die fetten Gitarren wie die kristallklaren und trotzdem vielseitigen Vocals konstant zu gefallen. Spätestens dann muss unbedingt ein weiterer Querverweis in den Raum gestellt werden, nämlich Helloween, die von Meridian immer mal wieder (wahrscheinlich unbewusst) in den Fokus genommen werden, jedoch fernab von uninspiriertem Kopieren. Im Gegensatz zu seinen genannten Landsleuten verzichtet man auf Keyboards, was in einem erdigen, schnörkellosen und vollen Sound resultiert. Songtechnisch bleibt die Truppe ebenfalls dem Classic Rock / Metal treu und präsentiert pauschal rifforientierte, groovige Melodien ohne nennenswerte Ausfälle. Da muss man schon eine gute Ausrede bereit halten, um zu «The 4th Dimension» kein Ohr voll zu riskieren.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zserU6NnEL4

Donnerstag, 06 Oktober 2022 08:18
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v. 10 Punkten: 7.5

Frischer und unbekümmerter Power Metal ist auf dem Debüt-Album der schwedischen Evermore zu hören. Dabei passen CD-Cover und Band-Foto allerdings nicht wirklich zusammen. Suggeriert man beim Cover den hier tatsächlich gespielten Power Metal, transportiert das Foto eher ein Flair von Alternative und Sleaze Metal.

Das kann der Musik aber nichts anhaben, denn diese rockt auf gutem Niveau durch die Landschaft und verfügt über viel Melodien. Im Vergleich zur Konkurrenz ist hier eine deutlich höhere Grundhärte heraus zu hören, die aber leider immer wieder durch ein zu präsentes Keyboard geschwächt wird. Hier wäre es spannend, wie das Ganze ohne diese Keyboard-Teppiche klingen würde – sicher nicht schlechter. Hört man sich «Court Of The Tyrant King» ohne Vorwissen an, ist man auch total überrascht, dass es sich bei Evermore "nur" um ein Trio handelt, wobei hier Bassist Johan Karlsson für die Tastenklänge verantwortlich zeichnet. Neben guten Liedern haben mit «See No Evil» und «My Last Command» auch zwei kleine Hits den Weg auf das Album geschafft. Ansonsten regiert gefälliger Power Metal, der sein Publikum finden und insgesamt dennoch in der Masse unter gehen wird. Wer dieses Genre mag, kann gerne ein Ohr voll riskieren und wird garantiert nicht enttäuscht, wahrscheinlich aber auch nicht gerade in Jubelschreie und Euphorie verfallen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hypWzSvVGQY

Donnerstag, 06 Oktober 2022 08:10

Auch wenn man der schwedischen Sprache nicht mächtig ist, kann, zusammen mit dem Cover-Artwork, leicht erraten werden, was denn "Ström" auf Deutsch übersetzt heissen könnte. In eigener Sache läufts natürlich darauf heraus, dass die Truppe aus Växjö, bestehend aus Zdravko Zizmond (v), Calle Sjöqvist (g), Johan Siljedahl (g), Joel Carnstam (b) und Tomas Salonen (d) offenbar nichts anderes am liebsten tut, als heftig unter Strom zu stehen.

Mitunter geht das aus dem Info-Sheet hervor, das vollmundig ankündigt, dass sich die Mucke von Ström nach AC/DC, Airbourne, D-A-D, The Darkness, Hardcore Superstar, Andrew WK, Turbonegro, Bon Jovi (?) und KISS der 80er Ära anhört. Aha oder allenfalls oha, denn mit so einer Ankündigung hängen die verbotenen Früchte erstmal verdammt weit oben, könnten schnell beginnen zu faulen, herunter fallen und bald wieder auf dem harten Boden der Realität aufschlagen. Interessant ist auch die Tatsache, dass keiner der Musiker Namen trägt, die in der internationalen Szene bekännt wären, aber erstens waren Zdravko und Johan vorher bei einer Adaptation von Andrew Lloyd Webber's Musical «Jesus Christ Superstar» beschäftigt, und zweitens spielte die Band in der Heimat vor ausverkauftem Haus, ohne mal eine Single veröffentlich zu haben und supportete Nashville Pussy im Juni bei Gigs in Schweden und Norwegen! Nun denn, da scheint in der Tat ordentlich Fleisch am Knochen zu sein, was der erste Durchlauf des selbstbetitelten Debüts sogleich bestätigt. Das fängt schon beim Opener «Tiden Sjunger» an, der sich schwer nach AC/DC zu «Fly On The Wall» Zeiten (1985) anhört und den Bandnamen wie Albumtitel umgehend unterstreicht.

Dazu kommt der schneidige Gesang von Meister Zizmond, der sich, je nach Timbre und Intensität, mal nach Tom Keifer (Cinderella), Hell Hofer (Bullet) oder Dille Diedricson (Don Patrol) anhört. Des Weiteren fallen mir hierzu spontan noch die grossartigen Pendants Johnny Crash und Jackyl ein. Bei «Katapult» lassen dann KISS grüssen, und besonders die Backing Vocals holen einen sofort ab, was für eine starke Nummer! Auch «Ta Mig Tillbaks» haut voll rein, und spätestens hier wird Gewahr, dass sich Schwedisch und Englisch, zumindest an der Stelle, nicht wirklich auseinander halten lassen. Und so reiht sich ein Kracher nach dem anderen ein und macht Lust auf noch mehr! Man kann sich dabei gut vorstellen, wie sich diese Chose erst recht auf der Bühne anhören muss. «Ensam Ar Stark» begeistert zudem mit einer musicalmässigen Gesangs-Bridge, wo gleich ein ganzer Chor auftaucht, der den Song letztlich à la Les Humphries Singers ausklingen lässt, genial! «Ungt Blod (Genom Ett Gammalt Hjärta)» hätte auch Cinderella gut zu Gesicht gestanden, und wenn man sich Vibes von AC/DC gekonnt vor den Karren spannt, kommt dabei sowas Geiles wie «Hatet» heraus und markiert hiermit einen meiner Album-Favoriten. Erfrischend!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RRA1BmiD7LQ

Donnerstag, 06 Oktober 2022 08:05

Das französische Duo Acod bietet mit «Fourth Reign Over Opacities And Beyond» bereits sein fünftes Album zum Kauf an. Mal schauen, ob dieses Werk den Bekannheitsgrad von Jérôme "Salvation" Grollier (Bass, Guitars, Songwriting & Orchestration) und Frédéric "Malzareth" Peuchaud (Vocals) steigern wird.

Den Anfang macht «Sur d'Anciens Chemins» mit klassischer Musik und lässt die Spannung auf die Spitze treiben, was denn noch folgen könnte?! Und so verkommt der Opener im Endeffekt zu einem überdimensionalen Intro. Richtig zur Sache geht es dafür mit «Genus Vacuitatis», und da sprechen wir von angeschwärztem Death Metal. Destroyer 666 lassen an der Stelle schon mal grüssen, und so bauen auch Acod immer wieder langsamere Parts ein. Episch startet «The Prophecy Of Agony», worauf dann die Kadenz aber gewaltig zunimmt und der Song sich ins Nirvana groovt! Wie ein durchgehendes Pferd gebärdet sich anschliessend «Sulfur Winds Ritual». In wildem Galopp zieht diese Nummer sehr flott an einem vorüber. «Nekyia Catharsis» fällt hingegen sehr melancholisch und wesentlich ruhiger als seine Vorgänger aus.

Ein mysteriöses Zwischenspiel bietet «Infernet's Path», und mysteriös startet auch «Artes Obscurae». Es braucht danach seine Zeit, bis dieser Track richtig auf Touren kommt. Der Titeltrack «Fourth Reign Over Opacities And Beyond» hält sich untern anderem, wie sein Vorgänger, ebenfalls vornehm zurück. So bereiten mir Acod mir aber gar keinen Spass! Bedeutend besser, sprich wie ein Orkan, rauscht «Through The Astral Door» im Eiltempo an einem vorbei und sorgt mit diversen Breaks für Abwechslung. «Empty Graves/Kalabasis» kommt mit schliesslich mit sieben langen Minuten Musik im Midtempo-Bereich reichlich unspektakulär daher und beendet «Fourth Reign Over Opacities And Beyond» voller Licht und Schatten! Ob Acod nun mit diesem Album ihre Karriere spürbar voran bringen werden, sei mal dahin gestellt!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1iyy7hg3i-Q

 

Donnerstag, 06 Oktober 2022 07:56
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Norweger um Sänger Kjell Myran kommen hier mit einem sehr spannenden und melodiösen Album daher, das sowohl im Prog Rock, als auch im symphonischen 70er-Jahre Rock und etwas Folk angesiedelt ist.

Songs wie das spannende «Finally Knew» glänzen durch einen sehr interessanten Aufbau. Man hört hier Parallelen zu Jethro Tull heraus, genauso wie ältere Omega. Kjells warme, angenehme Stimme gefällt sofort und unterstreicht die melodiöse Musik der Norweger. Zusätzliche Abwechslung bringt die süsse Stimme von Elen Cath Hopen ein. Ihr Gesang erinnert mich an Indica, gut zu hören beim etwas ruhigeren «Absurd Scenes». Auch sehr schön das instrumentale «Inside Her Mind», das mich etwas an Lanvalls Solo-Werk «The Pyromantic Symphony» erinnert. Die Norweger setzen einfach etwas Besonderes in ihrer Musik frei, dem man sich nicht zu entziehen vermag. Das gilt auch für das etwas geheimnisvolle «Golden One». Auch hier spürt man den Geist von Omega deutlich heraus. Ganz stark, wie der Refrain von mystischen Synthie-Klängen begleitet wird. Die Mischung von 70er-Rock und Prog mit etwas Folk gelingt den Norwegern sehr gut, und so ist «Tales Of Belle Part 2» ein gelungenes Album, an dem Proggies sicher ihre helle Freude finden werden, well done.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZWFf5J7jVoc

Mittwoch, 05 Oktober 2022 07:23
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v. 10 Punkten: 8.0

Kauft man sich ein Album aus dem Pure Steel Records Stall, dann weiss man, dass der Sound die Treuen der Treuen begeistern wird. So auch die neue Band Hammerstar, welche mit dem SkullView Shouter Quimby Lewis einen begnadeten Shouter in den eigenen Reihen weiss.

Seine Stimme liegt irgendwo zwischen Mike Howe (Metal Church), James Rivera (Helstar) und Carl Albert (Vicious Rumors). Alles begnadete Shouter, welche den US Metal nachhaltig beeinflusst haben und mit ihren Bands die Metel Welt bereicherten. Dass eine Stimme allein aber nicht für packenden Metal sorgt, wissen wir nicht erst seit Hammerstar. Dies wiederum bedeutet nicht, dass die Jungs ein schlechtes Album abgeliefert haben. Nein, denn Lieder wie «Power Of Metal», «Midnight Ride» (ein kleiner Hit), «Path Of Brave» und «Divide And Conquer» lassen mehr als nur aufhorchen und bieten feinen Power Metal. Was den Herren aber fehlt, ist ein Hit wie «Down To The Temple» (Vicious Rumors), «Start The Fire» (Metal Church), «Me Against The World» (Lizzy Borden), «Thundersteel» (Riot) oder «License To Kill» (Malice). Für ein Debüt-Werk liefern Hammerstar trotzdem schon mal gewaltig ab. Lassen wir uns also überraschen, was wir von diesem Quartett nach dem selbstbetitelten Erstling noch alles zu hören kriegen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/m8Hg02Nv-Yo

Mittwoch, 05 Oktober 2022 07:16

Die Sängerin Scarlet Dorn begeistert auf ihrer neuen Platte «Queen Of Broken Dreams» mit kraftvollem Symphonic/Gothic Metal. Die fesselnde Stimme versprüht dabei eine Vielfalt an Emotionen, die von sanft und zart bis hin zu bedrohlich und düster reichen.

Frei von Genre-Grenzen singt sich Scarlet direkt ins Herz ihrer Zuhörerschaft. Von Industrial-Sounds über Rock-Balladen und elektronischen Beats nimmt die Band einen mit auf eine Reise durch komplexe menschliche Abgründe, die Welt der Hoffnung und der Trauer, aber auch direkt in die Arme des Lebens in all seiner Pracht. Scarlet Dorn verbinden damit stets eine unglaubliche Eleganz der Dunkelheit mit einer ganz besonders einprägsamen Eingängigkeit der Songs, von denen man einfach nicht genug bekommen kann. Sie verzaubert in ihren Liedern nicht nur durch ihren grossartigen Gesang, sondern auch mit hervorragenden Lyrics.  Das neue Album «Queen Of Broken Dreams» enthält zwölf brandneue Songs und erscheint als limitierte Vinyl-Edition, CD im Digipak sowie als Stream und Download.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NAGLgFRClJk

Mittwoch, 05 Oktober 2022 07:11
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v. 10 Punkten: 7.0

Sänger Alex Falk hat mit Fans Of The Dark eine Truppe am Start, welche sich im melodischen Hard Rock tummelt. Grundsätzlich klingen die Lieder spannend und lassen auf mehr hoffen, aber irgendwie fallen die Tracks direkt vor meinen Füssen zu Boden und packen mich nicht.

Selbst ein «The Pirates Of Maine», eine leicht schleppende Nummer oder das eigentlich knallige Eröffnungs-Riff von «Fantasia» lassen mich mit zunehmender Spieldauer einfach "kalt". Liegt es an der Produktion, dass mich selbst ein «Sick! Sick! Sick!» nicht an den Eiern packt? Nun, wären hier ein Michael Wagener oder ein John Mutt Lange an den Reglern gewesen, hätte der Sound auf der Scheibe anders geknallt. Auch das schnelle «The Goblin King» kann nicht halten, was es zu Beginn verspricht. Schade, aber vielleicht sollte ich «Suburbia» einfach mal eine Weile zur Seite legen und später nochmals reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R8h-7pCYAxA

 

Mittwoch, 05 Oktober 2022 07:06
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v. 10 Punkten: 6.9

Lybica sind eine Instrumental-Band aus Florida. Das coole Katzen-Cover macht Sinn, da auch das Wort Lybica einer Katzenart entlehnt ist. Stellenweise klingt die Musik der Amis jedoch etwas unausgereift.

Die Jungs punkten aber mit tollen Gitarren-Riffs und schönen Soli. Bei einigen Songs kann man sich geradezu sehr einfach Gesangsmelodien vorstellen. Schön auch das Gitarren-Twin-Solo bei «Manifest». Man wechselt musikalisch oft von ruhigen Parts bis hin zu starken Riffs, was das Ganze dann doch noch relativ ansprechend macht. Das kann man auch gut hören beim kurzen, sehr ruhigen «Linnaeus». Das folgende «Voltaic» führt das erst weiter, bevor dann eine mächtige Gitarre und schnelle Drums alles umdrehen. Das abschliessende, sieben Minuten lange «Charyou» vereint letztlich nochmals all die verschiedenen Stile in sich. Von atmosphärisch-ruhig bis zu harten Riffs und treibenden Drums geht die Bandbreite. Lybica sind durch ihre rein instrumentale Musik sicher nicht jedermanns Sache, aber durch die alternativen und Post Rock mässigen Einflüsse bleibt die selbstbetitelte Mucke trotzdem spannend.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BZoWnLtknWo

Dienstag, 04 Oktober 2022 06:49
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v. 10 Punkten: 7.8

«Under Water» ist das vierte Album der Italo-Proggies um Drummer / Sänger Giovanni Trotta. Was mir als Erstes auffällt, ist, dass alle Songs zwischen vier und fünf Minuten lang sind. Fast aussergewöhnlich für eine Prog-Band.

Auch halten die vier Musiker Prog-Gefrickel bewusst zurück. Man setzt dafür auf Melodien und oft ruhigere, fast andächtige Parts wie mystische Gesangsmelodien. Aber auch wenn die Songs mal Fahrt aufnehmen, was nie durchgehend vorkommt, klingt das ebenso sehr spannend. Trotta trägt immer etwas Melancholie in seinen Melodien, was das Material sehr interessant macht. Man hört auch immer wieder Einflüsse von Porcupine Tree, Leprous oder auch Opeth heraus. Mir gefallen die etwas treibenden Nummern wie «Time To Live» mit fetten Gitarren oder das härtere, mit Doublebass Drums beginnende «Promises». Und wenn es dann etwas ruhiger und atmosphärischer wird, kriegt man wieder dieses Porcupine Tree Feeling, heisst ein Hin und Her dieser beiden Parts. Zum Schluss folgt noch eine klasse Cover-Version von Pink Floyds «Astronomy Domine». Coole Idee, mal einen nicht so bekannten Titel der Briten zu covern. Starkes Album der Italos, das  zwar etwas Zeit braucht, bis sich die Chose den Zuhörern öffnen, aber dann kann man deren Musik auf «Under Water» in vollen Zügen geniessen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Ua8uYuRk3PY

Dienstag, 04 Oktober 2022 06:44
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v. 10 Punkten: 8.3

Sollte sich Tony Iommi auf seine alten Tage hin nochmal dazu durchringen, ein paar Standards aus der Black Sabbath – Hoch-Zeit («Paranoid» 1970 bis & mit «Sabotage» 1975) live in Original-Tonlage zu präsentieren, dann kann er getrost auf den hier agierenden TR Morton als Sänger zurück greifen, denn der Kerl klingt fast genauso wie Ozzy, als dieser noch imstande war, mit seiner Stimme beeindruckende Höhen zu meistern.

Aber abgesehen von der stimmlichen Segnung des Frontmanns haben die Amis noch mehr Substanzielles zu bieten, namentlich ziemlich coolen Heavy Rock in bester Siebzigerjahre-Tradition mit deutlicher Proto Metal Schlagseite, der trotz seiner gelegentlichen Schlenker in Richtung Steppenwolf kein bisschen altbacken oder gar verstaubt klingt. Was die ganze Sache noch abrundet ist die Tatsache, dass die Band auch dann einen hohen Wiedererkennungswert besitzt, wenn man die markante Stimme mal aussen vor lässt, und das erreicht sie erst noch, ohne sich dafür ständig selber kopieren zu müssen. Die gegebene Vorliebe für leicht psychedelische Sounds dringt immer wieder durch, woraus durchaus hypnotische Nummern wie beispielsweise «Desert Song» resultieren. Kompositorische Eintönigkeit kann man dem Quartett somit auf keinen Fall vorwerfen. Wer zu wenig Geduld aufbringt, um auf den nächsten Release von "Berlins Finest Kadavar" zu warten, kann hier bedenkenlos zugreifen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/QOosde75DGM

Dienstag, 04 Oktober 2022 06:38

Manchmal hilft der Zufall, ein Album besser zu machen, als es bei den ersten Hördurchgängen der Fall gewesen wäre. Beim dritten Terra Atlantica Album ist das definitiv der Fall. Denn was anfänglich niedlich vor sich hinplätscherte, entpuppt sich mit zunehmender Zeit als bärenstarkes Album. Dafür braucht es aber Geduld.

Und dieses "Mehrhören" fand für «Beyond The Borders» von Terra Atlantica wegen persönlichen Umständen statt. Und siehe da: Es ist eines der wohl besten Symphonic Metal Alben der letzten Jahre! Das liegt einerseits an den geschickten Arrangements, die zwischen Filmscore, Folk, Musical und Klassik wechseln, handkehrum aber auch an der Geschichte, die hier erzählt wird und am tollen Gesang. Geschickt greifen die Deutschen hier immer wieder eine sehr gute Melodie auf, variieren sie, und bringen sie zum Schluss beim grandiosen fast 9-minütigen Höhepunkt «The Great Escape» wieder ein. Dazwischen gibt es Knallhartes à la «Hellfire», eine Musical-Ballade mit dem Titel «Just One Look», das lustige «Pirate Bay» und das endgültig abschliessende «Take Us Home». Hier wird man tatsächlich auf eine musikalische Märchen-Reise geschickt, wobei die Bedeutung der Texte gar nicht so wichtig ist. Das Kopfkino spielt auch ohne grossartige Englisch-Kenntnisse super mit.

Dachte ich zuerst noch, es handle sich bei Terra Atlantica um einen Rhapsody Klon, muss ich dem heute widersprechen. Die Deutschen musizieren zwar in ähnlichem Fahrwasser, spielen aber im Vergleich deutlich direkter und weniger vertrackt. «Beyond The Borders» darf man sich gerne im Auto oder in einem ruhigen Moment konzentriert anhören. Live sehe ich für die Band aufgrund des (zu) grossen Playback-Potenzials jedoch keine Zukunft, denn wer will schon die gefühlt tausend zusätzlichen Spuren von der Bühne her hören. Da kriegt man mit der CD definitiv die bessere Soundqualität. Spannend wäre allerdings, wie «Beyond The Borders» roh und nur mit Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Klavier klingen würde. Da Konzerte ja wieder möglich sind, darf man gespannt sein, ob und in welcher Form Terra Atlantica ihr neues Werk überhaupt je auf die Bühne bringen werden. Fans von symphonischem Heavy Metal erhalten hiermit die optimale Vollbedienung.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/FXhIN9Pp9fA

Dienstag, 04 Oktober 2022 06:31
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v. 10 Punkten: 7.0

Einmal mehr hat Magnus Karlsson eine neue Truppe um sich geschart. Mit dabei sind diesmal Magnus Ulfstedt (Drums, ehemals Eclipse, Nordic Union), Jimmy Jay (Bass, H.E.A.T.) und Krystian Fyhr (Gesang, Seventh Crystal). Musikalisch befindet sich das Quartett irgendwo in der Schnittmenge ihrer (ehemaligen) Bands.

Logisch begeht Magnus nicht den Fehler, nur halbgares Soundmaterial zu veröffentlichen, und im Vergleich zu The Ferrymen geht der Gitarrist bei Ginevra auch melodischer ans Werk. Hervorragend ist einmal mehr die Gitarrenarbeit ausgefallen, die neben tollen Solo-Parts auch einprägsame Riffs bietet. Mit hymnischen Elementen und den entsprechenden Chören wirft «Apologize» einen grossen Schatten und kann mit der Ballade «Masquerade», zusammen mit Gastsängerin Chez Kane, ebenso punkten. Auch das flotte «Falling To Pieces» macht auf sich aufmerksam, wie das harte «The Fight». Im Grossen und Ganzen befinden sich auf «We Belong To The Stars» aber auch einige Tracks, welche den Notenschnitt nach unten ziehen. Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese schlecht wären, aber gewisse Wiederholungen sind nicht von der Hand zu weisen. Wer sich zu den Fans der oben genannten Bands zählt, kann hier bedenkenlos reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/r81S3qSGJv0

Montag, 03 Oktober 2022 06:51
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v. 10 Punkten: 8.5

In diesem Januar erschien die erste von zwei Tranchen der Akustik-Lieder der finnischen Power Metaller Sonata Arctica. «Volume Two» bildet nun den Abschluss, dem eine ausgiebige Tour folgen wird, die am Mittwoch, 16. November 2022, auch Halt im Z7 in Pratteln macht.

Fans werden da Zeugen von einer mehrheitlich melancholischen Stimmung, die aber auch mal fröhlich durchbrochen wird. Zurück aber zu «Acoustical Adventures – Volume Two»: Die hier präsentierten zwölf Lieder schliessen nahtlos an «Volume One» an. Das verwundert insofern nicht, da alle 24 Songs in der gleichen Session aufgenommen wurden. Auf der neuen CD sind aber mit «Full Moon» und «Letter To Dana» die noch grösseren Hits vertreten. Sonata Arctica spielen dabei nicht einfach nur ihre Lieder nach, sondern haben sie teilweise massiv umgestaltet. Das macht die Sache für Fans spannend, spricht aber auch Zuhörer an, welche die Band bisher nur flüchtig kannten. Wem hier vieles zu ruhig ist, wird beim leicht Country-mässigen «Flag In The Ground» wieder aufgeweckt. Wie bereits «Volume One», überzeugt auch sein Nachfolger mit seiner schönen Stimmung. Toll wäre letztlich, wenn auf der kommenden Tour ein Live-Album aufgenommen würde, und so eine noch dichtere Atmosphäre in die heimischen Stuben transportiert . Wobei das vielleicht doch zu einem "zu viel Akustik" bei den Finnen führen würde, wer weiss. Wer es neben dem üblichen "Metal-Lärm" mal gerne etwas ruhiger mag, kann mit diesem musikalisch hochwertigen Album nicht viel falsch machen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/plwUjCVlgww

Montag, 03 Oktober 2022 06:44
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v. 10 Punkten: 7.5

Grossen Werbeworten folgt ein gutes, aber nicht überragendes Album mit leichter Starbesetzung. Die Behauptung, dass "kaum eine andere neue Band in der Power Metal Szene der letzten Jahre gleich mit den beiden Erstlingswerken so viel Staub aufzuwirbeln vermag, wie die in Saarbrücken beheimatete Formation Mentalist, ist doch massiv übertrieben.

Mental-Wer? Zwei was? Genau! Besser würde man hier die Musik sprechen lassen und die Tatsache, dass «Empires Falling» bereits das dritte Album seit 2020 ist. Pandemie sei wohl Dank. Mit Ex-Blind Guardian-Schlagzeuger Thomen Stauch trommelt hier gar ein Promi. Die anderen vier Musiker der 2018 gegründeten Band waren dagegen bisher in Gruppen aktiv, für die man sehr tief im Untergrund graben muss. Das nimmt aber nichts von der Klasse, welche hier Mentalist auf ihrem dritten Werk präsentieren. Die Musik ist im leicht symphonischen Power Metal angesiedelt, darf mal über ernste Texte verfügen (zum Beispiel beim eingängigen «Solution Revolution» oder «Empires Falling»), aber auch einmal einfach nur Spass machen, wie zum Beispiel bei «Noahs Ark» oder «Heavy Metal Leia».

Wer jetzt aber auf Hits hofft, die sofort ins Ohr gehen, wird mehrheitlich enttäuscht. «Empires Falling» muss man sich, trotz teilweise tollen Melodien und Refrains, erarbeiten. Dann erst wirken die dreizehn regulären Lieder. Wobei «Bumblebee» ganz am Schluss derart speziell ist, dass es zur Aufheiterung schon viel früher hätte kommen dürfen. Unter dem Strich bleibt ein gutes, ambitioniertes, aber kein überragendes Album, dass trotz instrumentaler Klasse wohl nicht weit über die Power Metal Szene hinaus Wellen schlagen wird. Und selbst im eigentlichen Genre werden die Ausschläge aufgrund der starken Konkurrenz wohl nicht riesig sein. Reinhören darf man trotzdem gerne, denn schlecht ist definitiv anders, aussergewöhnlich toll, wie das neue Blind Guardian-Werk, aber "leider" auch.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/l3p-NHjp4c0

Montag, 03 Oktober 2022 06:39
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v. 10 Punkten: 8.0

Oliver Hartmann kennt man von Avantasia oder At Vance her. Der singende Gitarrist ist ein Rocker, wie er im Buche steht. Dies hört man den elf Tracks auch an. Dabei sind es die amerikanisch angehauchten Momente («One Step Behind»), die mit akustischer Gitarre und hartem Rock, sowie der kernigen Stimme zu begeistern wissen.

Dass bei einem solchen Album die feinfühligen Parts nicht fehlen dürfen, ist so klar wie das Amen in der Kirche. So gehen «In Another Life» und «Just Drive» unter die Haut, um mit «What You Give Is What You Get» feinsten Stadion Rock zu bieten, der mit leicht moderneren Klängen und ganz viel Blues zu gefallen weiss. Hier ist ein Vollblutmusiker am Werk, der sich um keine Trends schert, sondern das spielt, was in seinem Herzen schlägt. Damit wird er allerdings keine grossen Erfolge feiern können, aber allein die authentische Art des Deutschen muss gewürdigt werden. Aus diesem Grund: hört spontan in «Get Over It» hinein, und ich bin mir sicher, der eine oder andere Rock-Fan wird an dieser Scheibe Gefallen finden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/frNNUxf-uQw

Montag, 03 Oktober 2022 06:33
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Das Rotlichtviertel in Amsterdam ist vor allem berühmt für seine…, na ja…, Freuden des Fleisches. Eingebettet in dieses Viertel ist das "Paradiso", einer der berüchtigtsten Clubs der Welt, ein Ort voller Rock- und Metal-Geschichte.

Bereits 2006 betraten Epica diese Bühne, um ein monströses Set zu spielen, das jetzt als «Live At Paradiso» veröffentlicht wurde. Für Epica war dies ein entscheidender Moment. «Live At Paradiso» wurde noch nie zuvor veröffentlicht, denn es wurde für einen besonderen Anlass aufgehoben. Ein 20-jähriges Band-Jubiläum zum Beispiel und es zeigt Epica als eine der besten Symphonic Metal Bands. Die Truppe präsentiert sich geschlossener als eine U-Boot-Tür, Simone Simons feuert aus allen Rohren, während die Band alles zermalmt und Mark Jansen einige fantastisch kontrastreiche, harte Vocals liefert. Mit knapp zwei Stunden Spielzeit, verteilt auf zwei Discs, ist dies möglicherweise die ultimative Sammlung der frühen Epica, ohne dafür in eine Zeitmaschine steigen zu müssen. Darüber hinaus wird das Spektakel auch auf Blu-ray geliefert, das dem Audiovergnügen noch ein visuelles Element hinzu fügt. Was die Scheibe jedoch nicht vermag, ist Anti Symphonic Metaller zu bekehren. Fans von Epica, die diese Klänge lieben, werden «Live At Paradiso» jedoch als grossartiges Live-Album sehen und diese Momentaufnahme, am Rande ihres massiven Erfolges, bestimmt vergöttern.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/RD4eHNSl4yM

Samstag, 01 Oktober 2022 08:44

Unsettling..., unbequem oder auch Unwohlsein hervorrufend - diesen Begriff habe ich im Zusammenhang mit meinen Recherchen und dem Einverleiben des neuesten Opus von Paradise Lost Saitenvirtuose Greg Mackintosh gelesen. Er passt dabei wie kein anderer Terminus auf die Musik und das Gefühl, welches einen überkommt, wenn man sich die Lieder von Strigoi anhört.

Langsam, kriechend fast, dann wiederum schnell, beinahe galoppierend, so präsentiert sich «Viscera» als Gesamtkonzept der Vertonung aller unangenehmen Gefühle, des nicht fassbaren Zusammenzuckens der Seele selbst. Ein Abgrund, der abstossender und gleichzeitig lockender nicht sein könnte. Ich vermag hier nicht wirklich bestimmte Punkte aufzugreifen und zu präsentieren, zu eindrücklich ist dieses Werk vertonter Abwesenheit sämtlicher positiver Gefühle. Nicht wie im Falle von Depressive Doom beispielsweise, welcher einen von Anfang an niederwalzt, nein - die Schwärze schleicht sich an, überwältigt, zieht sich zurück, nur um dann Stück für Stück in die Seele selbst zu kriechen und sich dort auszubreiten. Kann man wirklich schlecht beschreiben, muss man selbst gehört und erlebt haben. Schwarz, drückend, bösartig und endgültig.
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/l16cVjDrjR8

 

Samstag, 01 Oktober 2022 08:40
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v. 10 Punkten: 8.8

Ohne Raven hätte sich die Metal-Welt in den achtziger Jahren nicht so schnell weiter entwickelt. Das Trio hat damals die Musik mit ihrer Geschwindigkeit und Rohheit nachhaltig geprägt und konnte, wie auch ihre kanadischen Freunde von Anvil, jedoch nie die verdienten Lorbeeren ernten, geschweige denn das Geld dafür auf das bandeigene Konto tragen.

Die 1974 (!) von den beiden Gallagher Brüdern gegründete Truppe steht noch heute für das ein, was sie berühmt gemacht hat. Schnörkelloser, nach vorne treibende, harter Metal. Ja, man muss das Organ von John mögen, denn seine Kreischstimme ist nicht jedermanns Sache. Mit den Riffs von Mark und dem fetten Drumming von Mike Heller hämmern Raven erneut ihre Lieder auf Tonträger. Dabei ist aber nicht alles neu auf «Leave 'Em Bleeding», sondern besteht zur Hälfte aus bekannten Tracks der letzten beiden Scheiben «Metal City» und «ExtermiNation», plus einem Livetrack von «Screaming Murder Death From Above». Die andere Hälfte ist bestückt mit Songs wie dem Montrose Klassiker «Space Station #5» oder dem Thin Lizzy Evergreen «Bad Reputation».

Unabhängig von den Covers zeigen sich Raven hier noch immer von ihrer unbekümmerten Seite. Nach wie vor ist es den Jungs aus Newcastle ziemlich schnurzpiepegal, ob ihre Tracks nun Mainstream sind oder nicht. Sie gehen ihren Weg konsequent weiter, hauen uns ihren authentischen Metal um die Ohren, und wem es nicht gefällt, soll einfach weghören. All ihr Iron Maiden, Metallica, Slayer, Saxon Fans da draussen..., wenn ihr wirklich wissen wollt, wer auf all diese Truppen einen nachhaltigen Einfluss ausgeübt hat, dann kommt man an Raven nicht vorbei. Wer noch immer dem Spirit der ersten beiden Iron Maiden Scheiben nachtrauert, sollte hier zwingend mal reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/XLn12GvSqJ0

 

Samstag, 01 Oktober 2022 08:36

Heute nehmen wir Algebra etwas genauer unter die Lupe! Nein, nicht die mathematische Disziplin, die Zahlen durch Buchstaben ersetzt. Algebra, das Schweizer Thrash Quartett, das seit vierzehn Jahren zusammen knüppelt.

«Chiroptera» heisst ihre neue Veröffentlichung, und die Platte ist ähnlich komplex wie die mathematischen Formeln. «Chiroptera» kommt komplex daher, ist schwer zu verstehen und muss erst geistig verarbeitet werden, um den vollen Hörgenuss zu erzielen. Die elf Songs auf dem Album schreddern und wechseln mit Leichtigkeit zwischen den Riffs hin und her, sodass ein Gefühl von nahtlosen Übergängen entsteht, was die volle Konzentration der Musiker und deren Zuhörer einfordert. Der Opener «Resuscitation» verkörpert genau dieses Konzept. Wenig Wiederholungen und technische, progressive sowie aggressive Musik, die Riffs nach Belieben austauscht.

Die Stimme von Sänger und Gitarrist Ed Nicod erinnert stellenweise an Helmets Page Hamilton. Der Gesang auf «Chiroptera» ist hart, zäh und unversöhnlich. Der Titeltrack führt schliesslich geschichtete Gitarrenarbeit ein, die auf «Suspect» experimentell weitergeführt wird, gepaart mit Griffbrettklopfern. Zusammenfassend ist «Chiroptera» von Algebra eine clevere, gut verarbeitete, manchmal dunkle Platte, die Schatten und Licht mit aufhellenden Riffwechseln vermischt, verbunden mit hörbar brüllenden Vocals. Algebra haben mit ihrem neuen Silberling sicherlich kein Mainstreamteil abgeliefert, sondern eine Scheibe, die die volle Aufmerksamkeit erfordert, um die Facetten und Botschaften heraus zu hören. Eine Platte mit Tiefgang.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NGA7IJcNxGQ

 

Samstag, 01 Oktober 2022 08:30

Mit «Phosphorus Vol.1» steht schon das siebte Album von Hetroertzen zum Hörgenuss bereit. Ursprünglich in Chile gegründet, haben Hetroertzen ihr Basislager nun nach Schweden verlegt.

Mit dem kosmischen Intro «The Arrival» kann der Spass beginnen. Garstig und rasend schnell, kommt «Sea In Black» aus den Boxen angerauscht und Hetroertzen zeigen sich schon von Beginn an in blendender Form! Aber es wird nicht nur auf Geschwindigkeit gesetzt, sondern auch grosszügig Atmosphäre frei Haus geliefert! In «The Hall Of Wonders» wird es zappenduster und man gerät unweigerlich in den Sog eines unheimlichen Strudels! Eine gespenstische Stimmung verbreitet «Absorption Of The Current I» und setzt in der Folge auf unerbittliche Geschwindigkeit, die aber auch mystische Momente zulässt! Auch die Fortsetzung «Absorption Of The Current II» ist eine epische Hymne, die durch Mark und Bein geht.

Mit einem genialen Riff startet «Vultus Satani» und macht mächtig Dampf! Vor allem wenn in den höchsten Gang geschaltet wird und der Song voll abgeht! In «Et In Arcadia Ego» wird das Gaspedal am Anfang mächtig durchgedrückt, aber dann mutiert das Ganze zu einer epischen Hymne! Industrial im Sinne von "Blut aus Nord", wird mit «I Am Sickness I Am Death» geboten. Hetroertzen haben wirklich verschiedene Facetten anzubieten! Eine düstere Hymne, die nicht mit Geschwindigkeit zu überzeugen versucht, ist «Pantokrator». Mit «The Conjuring Of The Seven Spirits» wird nochmals alles auf die Karte Geschwindigkeit gesetzt, und so endet ein hervorragendes Album in gebührendem Rahmen. Hetroertzen haben mit «Phosphorus Vol.1» ein heisses Eisen in Sachen Black Metal geschmiedet!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jokhAoX6uVs

 

Freitag, 30 September 2022 07:26

The Dead Daisies kommen mit ihren siebten Studio-Album ums Eck, und bereits der Opener «Face Your Fear» ist ein reinrassiger Deep Purple Kracher, der mit Härte, Schwere und einer fantastischen Leistung von Gitarrist Doug Aldrich losbricht.

Natürlich darf man dabei die nach wie vor unglaubliche Stimme von Glenn Hughes nicht vergessen. Mehr Hard Rock der 70er in die Neuzeit zu transportieren, geht nicht. Es sind diese Free, Whitesnake, UFO und Purple Elemente, die gekonnt zu einer eigenen Mischung vermischt werden und dabei die eigene DNA nicht vergessen lassen. Allein wie Glenn bei «Hypnotize Yourself» beim Refrain los schreit, ist ein Gänsehautmoment der Sonderklasse. «Shine On» lässt alle Fans des TDD-Klassikers «Long Way To Go» vor Freude aufheulen. Da die Herren bei jeden Track eine andere Gangart einschlagen, ist es fast logisch, dass beim Titelsong beinahe ein Black Sabbath artiger und zähflüssiger Song aus den Boxen quillt. Richtig rockig wird es bei «Born To Fly» und bluesig bei «Kiss The Sun». Balladeskes findet sich hingegen beim Rausschmeisser «Roll On», der das Album perfekt beendet. Hier sind absolute Meister ihres Fachs zu hören, und wenn man einen Trommler wie Rückkehrer Brian Tichy in den eigenen Reihen hat, dann kann sowieso nichts anbrennen. «Radiance» ist ein Wahnsinns-Album geworden, das die Rock-Welt in einen Freudentanz versetzen wird!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Da_0l8HmICg

Freitag, 30 September 2022 07:22
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v. 10 Punkten: 8.5

Ein Bass-Intro leitet das nunmehr achtzehnte Studio-Album der Frankfurter Thrash Könige ein. Der Vorgänger «One Foot In The Grave» wurde 2017 veröffentlicht und legte die Messlatte damals ziemlich hoch.

Bereits mit dem Titelsong als Opener lassen es die Deutschen ordentlich krachen. Eine schnelle Thrash Harke eröffnet die Scheibe und wird mit einem grossartigen Solo von Andy abgerundet. Dass die Hopfenfreunde auch immer für einen textlichen Seitenhieb gut sind, beweist «Ex Fluencer». Mit «Diary Of A Nihilist» haben Tankard eine neue Hymne geschrieben, die sich sicher im Live-Set wieder finden wird. Wie auch «Veins Of Terra», das sich sehr gut zum Bangen eignet und bei «Metal Cash Machine» empfiehlt sich nicht nur die klasse Musik. Wer glaubt, dass mit den feinen Intro zu «Dark Self Intruder» eine balladeske Nummer startet, sieht sich nach knapp einer Minute eines Besseren belehrt. Und ob «Lockdown Forever» wirklich eintreffen wird, werden wir noch sehen. Die neuste Tankard geht vielleicht ein bisschen thrashiger zu Werke, hinterlässt aber nur glückliche Fans des Bierkrugs. Der Spass steht dabei noch immer, wie auch die Musik, im Zentrum des Geschehens. Fazit: Wer die Jungs liebt, wird auch dieses Album ins Herz schliessen, denn der gradlinige Thrash lebt nach wie vor von den Bassläufen von Frank, dem Drumming von Olaf, der wirklich tollen Gitarrenarbeit von Andy und der beseelten Darbietung von Gerre, der dem Ganzen mit seiner unkopierbaren Art etwas Besonderes verleiht.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eNJQ4Hnjp0I

Freitag, 30 September 2022 07:17
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Als Dankeschön für die durch Corona bedingte, lange Wartezeit schmeissen Rage kurz vor der Tour, zusammen mit Brainstorm, noch eine EP auf den Markt.

Darauf sind drei Songs zu hören («To Live And To Die», «Spreading The Plague», «The King Has Lost His Crown»), welche aus der Session der letzten Studio-Scheibe «Resurrection Day» stammen, bislang aber noch nicht veröffentlicht worden sind. Auch wenn die Truppe um Bandleader Peavy Wagner nun schon seit 1986 am Musizieren ist, hat das zum Quartett erweiterte, bisherige Trio nichts von seiner Bissigkeit verloren. Mit dem Opener «To Live And To Die» präsentieren Rage einen reinrassigen Metal-Track mit kleinen Querverweisen zum amerikanischen Thrash, so wie Peavy in den früheren Achtzigern komponiert hat.

Dabei ist diese Nummer kein Aufguss, sondern das Produkt von einigen Jahrzehnten Erfahrung. Wie auch «The King Has Lost His Crown», das mit einer unglaublichen Energie losbricht und vom Drumming von Vassilios "Lucky" Maniatopoulos lebt. Sensationell auch die Gitarrenarbeit von Stefan Weber (ehemals Axxis) und Jean Borman. Die akustische Version von «A New Land» geht ganz schön unter die Haut, während die neue Version von «The Price Of War 2.0» mit einer beeindruckenden Härte vorgetragen wird. Als Abschluss erklingt «Straight To Hell» von einem Livestream vom Juli 2020. Rage sind schon länger wieder da angekommen, wo sie hingehören, nämlich zur Spitze des deutschen Metals, und was noch bedeutend wichtiger ist, sie können sich da auch behaupten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/mV3QAV-Dius

Freitag, 30 September 2022 07:10

Die brasilianische Krawalltruppe Power From Hell gibt mit «Shadows Devouring Light» ihren Labeleinstand bei Debemur Morti Productions. Seit 2001 sind Power From Hell aktiv, und das neue Album ist ihr siebter Streich.

Mit dem Intro «Forsaken By The Father» wird melodramatisch in dieses Album gestartet. Klirrende Gitarren empfangen uns mit «Silence» und fertig ist es mit der Ruhe! Der Drummer zerlegt sein Drumkit nach allen Regeln der Kunst und der Sänger trumpft mit extremem Hall auf. Mit Epik überrascht «The Serpent's Earthly Throne», und so bieten Power From Hell geniale Musik an, die weit entfernt von früherem Rumpelsound ist! Der Titeltrack «Shadows Devouring Light» startet verstört und mystisch, aber nach einer Minute kommt der Song langsam in Fahrt und baut gekonnt eine knisternde Spannung auf, um dann doch noch voll abzugehen, ein weiteres Highlight! Langsam wie eine Planierraupe überrollt uns «Primordial Impurity». Durch das reduzierte Tempo wirken die Riffs umso massiver und gewaltiger!

Richtig heftig wird es mit «Mother Of Abominations» und Power From Hell spielen sich hier in einen wahren Hochgeschwindigkeits-Rausch hinein! «Wings Of Perdition» ist ein weiteres Glanzstück, das formvollendet in rasendem Tempo daher kommt. Ein massiver Stampfer ist dagegen «Eve’s Holy Vulva», und dazu gibt sich dieser Song noch abgrundtief düster! «Adversary Of Creation» hat derweil eine bedrohliche Stimmung zu bieten. Mit gewaltigen Riffs punktet «Summoning The Abjection». Ganz viel Atmosphäre wird hierbei geboten, und so wird ein grossartiges Album würdig zu Ende gebracht. Power From Hell liefern mit «Shadows Devouring Light» ein Meisterwerk in Sachen Blackened Thrash Metal ab!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/AquYicF-Q9A

Donnerstag, 29 September 2022 09:02
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v. 10 Punkten: 9.0

Der Name Talas ist unweigerlich mit Billy Sheehan verbunden. 1974 gegründet, war die Truppe das Sprungbrett zu seinem internationalen Erfolg. Mit dem Mitwirken in David Lee Roth's Soloband und vor allem als Member von Mr. Big kam der Mann dann zu Ruhm und Ehren.

Billy hat das aber auch verdient, zählt er doch zu einem der weltbesten Bassisten überhaupt. Sein virtuoser Stil ist legendär und brachte ihm die Bezeichnung "Eddie Van Halen des Bass" ein. Nun, für die Reunion von Talas haben sich die Original Mitglieder, Drummer Mark Miller, Sänger Phil Naro und eben Mr. Sheehan mit Neuzugang Kire Najdovski an der Gitarre musikalisch zurück ins Jahr 1985 begeben. In diesen Jahren nämlich entstanden die Tracks, mit Ausnahme des einzigen neuen Titels «Black And Blue», die für ihr viertes full-lenght Album angedacht waren, hätten sie sich nicht aufgelöst. Was lange währt, wird wird nun endlich gut. Das Album ist zwar (oder zum Glück) komplett oldschool, aber eben auch unglaublich authentisch. Geboten wird schnörkelloser, knackiger Hard Rock, der einem schlicht ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

In den Achtzigern war die Rock'n'Roll Welt eben noch unkompliziert. Coole Songs mit nachvollziehbaren Strukturen und eingängigen Refrains genügen, um für Aufmerksamkeit zu sorgen. Von diesem Standpunkt aus gesehen eigentlich unverständlich, dass Talas nicht ein grösserer Erfolg beschert war. Die Geschichte hätte nun weitergeführt werden sollen, doch leider verstarb Frontmann Phil Naro letztes Jahr an Krebs, der mit einer grossen Portion Individualität ein wichtiger Bestandteil des Sounds ausmachte. Somit bleibt die Zukunft der Band ungewiss. «1985» ist auf jeden Fall ein starkes Stück Musik und keinesfalls nur eine Sammlungsergänzung. Daher sollte dieses Album definitiv käuflich erworben werden, nicht zuletzt wegen dem saucoolen Cover mit dem legendären DeLorean (ja genau, das Auto mit der rostfreien Stahlkarosserie und den Flügeltüren).
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Z2eB2MiTigM

Donnerstag, 29 September 2022 08:55
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v. 10 Punkten: 8.0

Der erste Schrei beim Opener «A Smile That Does Not Exist» widerspiegelt genau den Titel des siebten Longplayers der amerikanischen Metalcore Band Miss May I.

«Curse Of Existence», wir sind dazu verdammt, zu existieren. Dies passt perfekt in das aktuelle Weltgeschehen hinein, wo man sich tagtäglich fragt, "WTF"? Was tun wir hier eigentlich? Was ist unsere Aufgabe? Sind wir bloss alles Marionetten in einem schlechten Puppenspiel? Miss May I liefern den Soundtrack zur Apokalypse hinzu. Wobei dies zwar die falsche Umschreibung dafür ist, da die ja irgendwann mit einem Knall vorbei wäre. Der Fluch der Existenz scheint unendlich und schmerzhaft zu sein. Miss May I brettern entsprechend daher, als gäbe es kein Morgen mehr und beweisen mit «Curse Of Existence» zudem, dass hier eine Band mit jahrelanger Routine und gutem Gespür für coole Riffs wie tolle Melodien am Werk ist.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qdZwbGtlgXY

 

Donnerstag, 29 September 2022 08:51
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v. 10 Punkten: 6.0

Die Kanadier von Razor machen immer noch genau das, was sie seit 1984 tun, nämlich mit ihrem schnörkellosen Thrash Metal alles nieder zu schmettern!

Der Sound, der irgendwo zwischen Celtic Frost, Slayer und Kreator (in ihren Anfangstagen) liegt, weiss nach wie vor eine feste Fangemeinde hinter sich, die aber der Truppe nie zum grossen Durchbrich verhelfen konnte. Dies schien die beiden Bandgründer Dave Carlo (Gitarre) und Mike Campagnolo (Bass), sowie Langzeit Sänger Bob Reid nicht zu hindern, ihren kompromisslosen Weg weiter zu gehen. Selbst «Cycle Of Contempt» macht da keine Ausnahme. Das neunte Album lässt die Snare erzittern und die Doublebass Drums donnern, den Bass elektrisch zucken und die Gitarren-Salven alles niedermähen. Mit der wütenden Stimme wird dem Sound noch das Sahnehäubchen aufgesetzt. Die Tracks poltern im knappen 3-Minuten-Takt aus den Boxen und gewähren Zuhörern kaum eine Verschnaufpause. Wer auf brutalen, ungebremsten und durchwegs authentischen Thrash steht, kommt an Razor nicht vorbei. Den Testament oder Death Angel Fans sei an der Stelle gesagt, dass filigrane Parts oder Abwechslung bei Razor kaum Bedeutung finden. Doch allein für die gnadenlose Power muss den nicht mehr ganz so jungen Herren für «Cycle Of Contempt» definitiv ein Kränzchen gewindet werden.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Sna4H_cByHk

 

Donnerstag, 29 September 2022 08:43

Bei «Lunar Mist» handelt es sich um das zweite instrumentale Album des Vater-Sohn-Duos VIRGIL & STEVE HOWE, wobei Gitarren-Virtuose Steve Howe das musikalische Erbe seines 2017 tragischer Weise verstorbenen Sohnes Virgil zum Abschluss bringt.

Geboten wird, wie erwartet, eine Mischung aus seichtem Prog Rock und Ambient-Music. Zum Teil etwas, na ja, sagen wir mal, nicht so spannend. Versteht mich nicht falsch, Steve ist ein unglaublicher Musiker und hat Grossartiges geleistet in seinem Leben. Wenn ich mir zum Beispiel «More Than You Know» anhöre, kann man spüren, wie wunderschön Steve Gitarre spielt. Ebenso bei «As If Between», einem der interessantesten Tracks dieses Albums. Aber es hat halt auch Songs, die bloss nach Hotelbar Hintergrund-Musik klingen. Gut gefällt mir hingegen das mit Elektro-Gitarre vorgetragene «Free Spirit», eine wunderschöne Nummer. Auch «Dirama» lebt von schönen elektrischen Solo-Gitarren, sehr gefühlvoll gespielt, Howe eben. Ich denke für Steve ist dieses letzte Werk, das er zusammen mit seinem Sohn eingespielt hat, sehr wichtig. Obwohl auf « Lunar Mist» nicht alles überzeugt und es teilweise gar etwas langweilig klingt, dürften Howe-Fans das Teil trotzdem lieben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rrJnGZ0TxWE

Mittwoch, 28 September 2022 08:41

Spielmannsmusik aus Berlin? Ohne Zweifel zählen Corvus Corax zu den kreativsten Vertretern aus dem Bereich der Mittelaltermusik. Die Band hat das Genre in den letzten 33 Jahren vorangetrieben, auch wenn sie bis heute nicht zu den beliebtesten zählt.

Gründungsmitglied Castus Rabensang blickt auch immer mal wieder gerne über die Genre-Grenzen hinaus, wie das Beispiel Tanzwut zeigt. Nun, «Era Metallum» ist das neueste Werk der Spielleute aus Deutschland. Ganz neu, ausser «Vikingar», sind die Songs allerdings nicht, denn es handelt sich dabei um eine Art Best-Of der nordischen Album-Trilogie – nur diesmal als Metal-Platte. Die Songs haben ordentlich Biss und bestechen durch ein neues Viking Metal Gewand. Kritiker könnten der Truppe nun unterstellen, dass in zwei Jahren Zwangspause mehr Kreativität und neue Songs möglich gewesen wären.

Da müsste man ihnen fast recht geben, und dennoch hat die Truppe, als Kompensation für fehlende Neuerungen, eine Bonus-Disk eingespielt, die vor Gastmusikern nur so strotzt. Zu ihnen zählen unter anderem Hansi Kürsch (Blind Guardian), Doro Pesch, Billy Gould (Faith No More), Sabina Classen (Holy Moses) oder Alan A. Nemtheanga (Primordial). Diverse Grössen der Metal-Szene sind aber noch kein Garant für einen guten Song, und so fallen auch diese Nummern nicht alle gleich stark aus. «Béowulf is mín nama», das Duett mit Doro Pesch, ist eher zu vernachlässigen, während « Lá í mbealtaine» mit einem gälisch singenden Hansi Kürsch gewaltig daher kommt. Als Fan sowohl des traditionellen Sounds von Corvus Corax, als auch nachfolgender Nebenprojekte hat «Era Metallum» die perfekte Mischung zu bieten, um einen verirrten Fan mit offenen Armen und Dudelsäcken zurück zu locken.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jCd7Cd8aYnU

 

Mittwoch, 28 September 2022 08:36

Der Teufel ist auch in Zeiten der Krise ein dekadenter Zeitgenosse und trägt noch immer Prada. Dem ist nichts zu schade, wie auch der amerikanischen Band mit selbigem Namen nicht.

«Color Decay» ist bereits das achte Album der im Jahre 2005 gegründeten Band. Was hier an Härte und eingängigen Melodien verschmilzt, ist schlichtweg unfassbar. True to the Metal-Fans und super eingängig für die Alternative Radios. Der perfekte Mix für eine unglaublich breite Zuhörerschaft. Wenn es Bring Me The Horizon geschafft haben, den Spagat in den Mainstream zu schaffen, dann sollte dies The Devil Wears Prada eigentlich genauso gelingen können. Die 45 Minuten Spielzeit sind im Nu vorbei und schreien nach mehr.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ClX9IxPbKTI

 

Mittwoch, 28 September 2022 08:31

Die deutsche Band Child Of Caesar wurde 2011 von Gitarrist André Marcussen mit dem Wunsch gegründet, den Geist des Gothic Metal der späten 90er Jahre wieder zu beleben.

Offenbar hat das die Band auf ihrem Debüt-Album «Love in Black» (2015) gemacht. Der Sound dieses Albums lag irgendwo zwischen Crematory, Paradise Lost und ähnlichem. Sieben Jahre später kehren Child Of Caesar mit neuen Musikern und einem deutlich erweiterten Sound-Repertoire zurück. Bei «Spirit & Liberation» ist Gothic Metal, Doom und etwas moderner Gothic Rock nach wie vor vorhanden. Erweitert wird es aber durch Elemente von Death- und Black Metal, um den Sound von einem Song zum nächsten abwechslungsreich zu gestalten. Es beginnt mit «Scorpion» und einer gewaltigen Hookline, die ein wenig an Death Metal oder Melodic Death Metal erinnert, mit etwas Gothic Metal Flair aus den 90ern und klingt eher wie Hypocrisy oder Amon Amarth aus der Mitte der Zeit, gekreuzt mit etwas Crematory.

Dann wandelt sich der Sound bei «Your Eyes On Me» zu einem Midtempo-Groover, der ein bisschen mehr Alternative Metal mit Gothic Rock verbindet. «Ritual Summer» bietet sanfteren, stimmungsvollen Rock, der in einem dröhnenden Refrain explodiert. Songs wie «Exitus» gehen voll auf Punkrock, und bei «Seven» finden sogar Anteile von Industrial. Ob dieser "Mix" alle begeistern wird, steht noch in den Sternen. Child Of Caesar haben sich auf ihrem zweiten Album deutlich verändert. Ob verbessert oder nicht, soll jeder mal für sich selber entscheiden. Die Band greift ihre Gothic Metal und Rock-Wurzeln auf, um sie in Richtung einer Mischung aus Gothic, Metal und Punk zu verschieben. Das Ganze zeigt sich zwar nicht immer ganz ausgeglichen, denn die Songs gehen in den Schnittstellen zwischen den Ideen nur teilweise auf. Es sind aber genug starke Momente vorhanden, um «Spirit & Liberation» so zu empfehlen, dass man vor einem Kauf reinhören sollte.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/zILtJl2u3FE

Mittwoch, 28 September 2022 08:26
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums ihres Debüt-Albums «The Phantom Agony» legen die niederländischen Symphonic-Metaller Epica es in einer hübschen Box, neben den Fortsetzungen «Consign To Oblivion» und «The Score» aus den frühen 2000er Jahren, sowie einem Bankett mit zusätzlichem Material neu auf.

Dabei gibt es die herrlichen Studio-Blaupausen und Live-Favoriten wie «Cry For The Moon», «Trois Vierges» oder «Solitary Ground» zu hören. Für Hardcore-Fans der Band wird «Live At Paradiso» wohl der grösste Schatz sein. Ein professionell aufgenommenes Konzert und Live-Album, das 2006 in Amsterdam aufgenommen, aber aus unerklärlichen Gründen nie zuvor veröffentlicht wurde. Eine raffinierte Aufnahme und ein grösstenteils exzellentes Set mit zurückhaltender Pyrotechnik, oben ohne Feuerspuckern und mehreren Gästen aus der Progressive Metal Szene.

Zu den Highlights gehören sicherlich «Force Of The Shore», das klingt, als ob Rammstein Sparks covern würden und ein majestätischer Quietus, dessen donnernder Sludge Metal Wälzer von anmutigen keltischen Folkmelodien überlagert wird, die praktisch nach Zwergen schreien, die um ein Miniatur-Stonehenge tanzen. «We Will Take You With Us» ist also nichts Neues, sondern bloss eine neue Auflage von Altem. Für eingefleischte Fans der Niederländer sicherlich ein gefundenes Fressen, für Kritiker blosse Abzocke. Spielt allerdings keine Rolle, denn kaufen kann noch immer, wer will.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qU1q7uOFXUI

Dienstag, 27 September 2022 07:45

Eine der weltbesten Deep Purple Tribute Bands, wenn nicht die Beste, die sich mit dem Namen "Purpendicular", der dem fünfzehnten gleichnamigen Studio-Album von 1996 entliehen wurde, schmückt, kann gegenüber allen anderen Truppen in gleicher Mission einen unschlagbaren Trumpf ziehen: Ian Paice! Die Drum-Ikone der britischen Rock-Legende sitzt nämlich, wenn er Zeit findet, seit 2012 gleich selber hinter den Drums und erhält sich so die Fitness.

Diese für beide Seiten glückliche Fügung geht zurück auf den irischen Frontmann Robby Thomas Walsh, der Ian Paice bereits 2004 kennenlernte, als man in Wien eines der ersten Konzerte spielte. Während die ersten Setlisten hauptsächlich nur die Ära Steve Morse abdeckten, erweiterte sich das Ganze nach dem Mittun von Master Paice. Wer hier in der Schweiz im Z7 in Pratteln oder vor allem in der Mühle Hunziken in Rubigen (BE) schon mal Zeuge einer dieser begeisternden Live-Performances wurde, weiss um die Stärke dieses talentierten Kollektivs. Seit 2015 besteht das Set aber nicht nur aus vielen Perlen des Purple'schen Backkataloges, sondern mit dem Debüt-Album «#1 - This Is The Thing» fanden auch eigene Songs Einzug, und müssig zu erwähnen, nach was sich dieses Material anhört. Als Gitarrist fungierte damals, auch live, Frank Pané (Bonfire), und Ian Paice steuerte sein Spiel zu einem einzelnen Track bei. Das gleiche Szenario wiederholte sich beim Zweitling «Venus To Volcanus» (2017), wo dann als Studio-Gitarrist Helmut Bucher aufgeführt ist, live aber nach wie durch Frank Pané vertreten wurde.

Nun folgt mit «Human Mechanic» als drittem eigenem Werk der Bandhistorie, und wegen Corona zwei Jahre verspätet, die Krönung, denn hier hat Ian gleich das ganze Album eingetrommelt! Besser gehts nicht, und auch Helmut liess sich im Studio erneut nicht lumpen. Bis auf das Instrumental «Passing Through» als Ausklang von «Human Mechanic» triefen die anderen neun Songs nur so vor Purple-Vibes vom Allerfeinsten! Da der Timbre der Gesangsstimme von Robby eher rauer, aber zumindest teilweise nicht so weit weg von Ian Gillan (in jüngeren Jahren) liegt, macht auch dieses Album zu einem Festessen für die Zielgruppe. Gut möglich, dass nun seit dem festen Einstieg vom Simon McBride, der Steve Morse in diesem Jahr ablöste, ein allfälliges weiteres Studio-Album von Deep Purple, zusammen mit dem aktuellen Sound von Purpendicular, markant an Griffigkeit gewinnen, respektive zulegen könnte. Bis es soweit ist, bietet sich hier die bestmögliche Alternative, und da auf «Human Mechanic» jeder Song einen Punkt abkriegt, ist das Fazit zur Summe eindeutig wie unmissverständlich: "Kaufempfehlung!"
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xCxXpQfCmgQ

Dienstag, 27 September 2022 07:38

Für die einen sind Electric Callboy (formerly known as Eskimo Callboy) der grösste Witz der Metalgeschichte. Alle anderen erkennen die Ironie und respektieren die Band als eine der wenigen Künstler, die ihren Weg ohne Skrupel durchziehen und alles daran setzen, so gut wie möglich zu polarisieren.

Warum es die Truppe nicht an den "Eurovision Song Contest" geschafft hat und weshalb es da draussen Leute gibt, die sich gegen einen Auftritt gewehrt haben, ist mir bis heute schleierhaft. Der Mix aus knallhartem Electro-Metalcore mit grandiosen 80er Jahren Melodien ist schlichtweg einzigartig. Dass sie sich selber nicht ganz ernst nehmen, sieht man in ziemlich jedem Videoclip, und das ist gerade das Geile an dieser Band. Ob nun Eskimo oder Electric, es sind immer noch dieselben grandiosen Trademarks, die die Band ausmachen. «Tekkno» geht da den konsequenten Weg weiter und wird Electric Callboy einmal mehr in steter Regelmässigkeit in den Charts aufblitzen lassen. Wer die Truppe hingegen nicht mag, soll doch einfach weghören, alle anderen bitte unbedingt weiter abfeiern!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7_TqLc-vETs

Dienstag, 27 September 2022 07:29
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v. 10 Punkten: 8.5

Hurra, hoch die Tassen, Flogging Molly sind nach fünf Jahren Album-Abstinenz endlich wieder zurück und knüpfen dort an, wo sie aufgehört haben, nämlich beim Versprühen von gute Laune Punk.

Man fühlt sich gleich im nächsten Irish Pub mit einem frisch gezapften Guinness sitzend und zu den neuen Songs mitschunkelnd. Die Band hat wieder mit Produzent Steve Albini zusammen gespannt, der schon die Klassiker «Swagger» und «Drunken Lullabies» verdedelt hat. Der Vibe von damals ist spürbar oder vielleicht liegts auch am vierten Guinness, welches ich mir beim Schreiben dieser Zeilen bereits gönne. Spass beiseite, die neuen Songs machen natürlich auch im nüchternen Zustand Spass. Zum Glück gibt es noch Bands wie Flogging Molly, die mit ihrer Musik ein wundervolles Gefühl von Freiheit versprühen.
Pat

cede


https://www.youtube.com/embed/vqWWq2j-qoo

Dienstag, 27 September 2022 07:22

Aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana entstammend, formiert sich diese Combo um Miha Šinigoj (Bass), Jaka Črešnar (Guitars), Andrej Čuk (Guitars, Vocals) sowie Matjaž Winkler (Drums) im Death Metal-Sektor, um ihr Debutalbum namens «Eldritch Anatomy» mit den neun veröffentlichten Tracks zu promoten und präsentieren.

Soundtechnisch decken Ensanguinate die Bandbreite von Possessed, Morbid Angel, Death, als auch Watain, Dissection problemlos ab, da nebst den deathigen Hauptmomenten eben auch die blackigen wie speedigen und thrashigen Momente hinzugefügt werden. Ja, die Roots sind eindeutig in den 80er wie 90er zu finden und suchen. Ein herrliches Coverartwork von Gorgoroth's Atteringer a.k.a. Khaos Diktator, eine druckvolle, messerscharfe Produktion und der Erstling rollt unhaufhaltsam bollernd daher. Ein breit gefächertes Songwriting, will schreiben abwechslungsreich, vom klassischen 80er Metal bis hin zu den modernen Blasts, alles ist enthalten und klingt dementsprechend auch recht erfrischend, unverbraucht, freischnäuzig und direkt. Ja, etwas skandinavischer Old School-Death ist auch auszumachen, ... je länger man diesem Scheibchen zuhört, desto mehr entdeckt man, ist wie eine Pilgerfahrt ins Valhalla.

Die Gitarren sind anständig distortioniert, da hört man jedes Riffing klar und sauber raus. Die Soli tendieren in die melodiöse Ecke, so à la eben des Old School-Death's aus Skandinavien. Melodiöse Sequenzen werden gekonnt eingesetzt, eben gepaart mit den herrlichen Soli, sehr durchdacht gespielt und ausgearbeitet. Der Tieftöner greift von unten an, solide, banddienlich, kommt klar wummernd durch, hat ab und an seine solodesken Parts ebenfalls zugesprochen, passt so mal für's Erste. Vor allem bei den Soli kommt halt der Bass sehr gut zum Tragen. Die Drums doublen-bassen meistens, ab und an mit groovigen, 80er-Metal-Patterns, danach wieder voll speedig, thrashig, blastend, deathig und blackig gehalten, meist einfach nach vorne gehalten, solide, mit einigen Breaks, die Cymbals häufiger eingesetzt als die Toms, die Snare klar und sonor nach vorne treibend, vor allem bei den thrashigen Momente kommt dies klar und brutal rüber. Die Vocals sind angenehm tief im Gutturalen zu finden, verständlich, bösartig und eben tief gehalten, passend zu den melodesken Momente. Anspieltipps wären da alle neun Songs, doch «Gaping Maws Of Cerberus», «Lowermost Baptisms» und «Death Vernicular» wären da welche. Ein abwechslungsreiches, interessantes und sehr deathig-variantenreiches Debut, was eindeutig gelungen ist.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kftWc-xmDtw

Montag, 26 September 2022 08:11

Seit dem letzten Studio-Album «Eternal» sind nicht weniger als sieben Jahre vergangen und «Survive», der Titel des neuen und mittlerweile fünfzehnten Longplayers, könnte nicht besser gewählt sein. Eigentlich ist man nach so einem Unterbruch international weg vom Fenster, und das ist im Fall von Stratovarius kaum an Tragik zu überbieten, denn die Finnen hätten es ab Ende der 90er in der Hand gehabt, in den Metal-Olymp aufzusteigen.

Dass es letztlich nicht dazu gekommen ist, hat mitunter mit stilistischen Korrekturen, aber vor allem mit Songwriter und Gitarrist Timo Tolkki zu tun, der sich 2004 mit Frontmann Timo Kotipelto verkrachte, anschliessend psychisch erkrankte und das bisherige Line-up auseinander brach. Nach dessen Genesung nahm man bereits im Jahr darauf zwar nochmals Anlauf und brachte ein selbstbetiteltes Album, das aber nicht mehr an die alten Zeiten anknüpfen konnte. 2008 war dann definitiv Schluss, sprich Master Tolkki ging definitiv von Bord und wurde durch Matias Kupiainen ersetzt, der heute noch dabei ist. In den folgenden Jahren wurden einige weitere Alben veröffentlicht, die jedoch, obwohl qualitativ nach wie vor anspruchsvoll, nicht mehr über die Durchschlagskraft des Levels der «Visions Tour» von 1997 verfügten und der einstige Stern somit in der öffentlichen Wahrnehmung tief sank und schliesslich verglühte.

2018, also noch bevor der ganze Corona-Wahnsinn über die Welt herein brach, releaste man die Digital-Single von «Unbreakable» vom Album «Nemesis» (2013) als remasterte Version, die bei Spotify aktuell fast 24 Millionen Klicks aufweist! Im Frühsommer des gleichen Jahres spielte die Band unter anderem am "Sweden Rock Festival" auf, wo sie gerade noch eine Randnotiz wert war. Nun besteht aber die berechtigte Hoffnung, das Steuer final herum reissen oder auf jeden Fall eine markante Kurskorrektur vornehmen zu können. Das gelingt im Wesentlichen dadurch, dass das symphonische und vom Synthie her zu dominierte Element, das die Mucke auf dem Vorgänger «Eternal» mehr in die Nightwish Ecke drängte, wieder deutlich härterem Gitarren-Sound in Richtung melodischem Power Metal mit dezent progressiven Vibes weichen musste. Das geniale Cover-Artwork setzt dabei weitere, wenn auch etwas düstere Akzente.

Zur raumfüllenden Opulenz gehört ausserdem der nach wie vor hammermässige Gesang von Timo Kotipelto, der nach dem brettharten Titeltrack als Opener gleich anschliessend bei «Demand» nachlegt, und das ebenso hart galoppierende «Broken» ist etwas vom Besten, was Stratovarius je heraus gehauen haben. Dass das Ganze besonders hier etwas bei Royal Hunt in metallenem Gewand fischt, stört keineswegs. Auch das hochmelodische «Frozen In Time» beweist, dass man es immer noch drauf hat und vereinzelt hohes Tempo, wie beim abwechslungsreich gehaltenen Speedster «Glory Days» und dem thrashigen «Before The Fall, völlig ausreicht. Ausserdem ergänzen sich Matias Kupiainen (g) sowie Jens Johansson (keyb) kongenial und brillieren. Timo und seine Jungs haben den Höhepunkt auf «Survive», dem fulminanten Comeback, clever ans Ende gepackt und ziehen mit dem über 11-minütigen Epos «Voice Of Thunder» nochmals alle Register!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/KV7Zao8LSP4

Montag, 26 September 2022 08:04

Nach vier Jahren Funkstille sind die Australier von Parkway Drive mit ihrem mittlerweile siebten Album «Darker Still» zurück. Die vergangenen vier Alben wurden alle mit Gold zertifiziert, und auch das aktuelle Werk zielt genau in diese Richtung, wenn nicht sogar darüber hinweg.

Inzwischen weg vom klassischen Metalcore erinnern mich die neuen Songs eher an den Vibe von In Flames, heisst also Melodic Metal. Dazu passt auch die Aussage von Tom Waits: "I want beautiful melodies telling me terrible things" (ich möchte wunderschöne Melodien, welche mir schreckliche Dinge erzählen). Dieser Spruch ziert ein Magnet an einem Kühlschrank in Parkway Drives Proberaum und könnte passender nicht sein. Der Mix aus wunderschönen Gitarrenmelodien, gepaart mit destruktiven Vocals und brutalen Drum-Beats wie Gitarren-Riffs, fassen diese Aussage perfekt zusammen. Parkway Drive haben sich schon länger in der Kategorie Headliner etabliert, und da stösst man sie mit so einem Knaller-Album wie «Darker Still» auch nicht mehr vom Sockel herab!
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/CxvMf9PnImQ

Montag, 26 September 2022 07:59

Die kultige Band Sigh aus Japan zeigt sich mit ihrem neuesten Output «Shiki» von ihrer besten Seite, und das ultrakurze Intro «Kuroi Inori» eröffnet den musikalischen Reigen der avant-gardistischen Black Metaller aus Tokyo.

Richtig beginnt das Ganze aber erst mit «Kuroi Kage» und deutet an, dass das Material komplett auf japanisch eingesungen wurden. Schwermütig zieht dieser Song von dannen und der aggressive Gesang in japanischer Sprache setzt allem die Krone auf! Das geniale Gitarren-Solo ist dabei erste Sahne! «Shoujahitsumetsu» zeigt sich als rabiate Black Metal Nummer mit maximaler Verwüstung, die unerbittlich aus den Boxen flirrt. Wie eine epische Hymne startet «Shikabane» und bietet dann punkigen Metal! «Geshi No Ato» ist hingegen sehr orchestral gehalten, und die Härte wird durch den japanischen Gesang erzeugt! Ansonsten wird genialer und epischer Heavy Metal der Spitzenklasse geboten! Ein weiterer Kracher folgt mit «Fuyu Ga Kuru» und das mit groovendem Metal, der sich immer mal wieder romantische Auszeiten gönnt! Mit elektronischem Geflimmer startet «Shouku», bleibt aber nur kurz elektronisch, um dann in Highspeed Black Metal über zu gehen, der immer wieder hin zu traditionellem Metal wechselt! Zu erwähnen an der Stelle wäre auch noch das irrwitzige Orgel-Solo! Ein regnerisches Zwischenspiel stellt «Kuroi Kagami» dar. Traditionell japanisch beginnt «Mayonaka No Kaii» und entwickelt sich in der Folge zu einem progressiven Metal-Song. Zum Schluss kommt dieses atemberaubende Album mit «Touji No Asa», und das ist pure japanische Meditationsmusik! Sigh ist mit «Shiki» ein ausgezeichnetes Album gelungen, und ich empfehle allen Fans von spezieller Musik, unbedingt in dieses Meisterwerk rein zu hören!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ikER7txirXQ

 

Montag, 26 September 2022 07:52
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die floridianischen Urgesteine Obituary aus Gibsonton, knallen uns ihrem Erstling namens «Slowly We Rot» in Live-Form, also genannt «Slowly We Rot Live & Rotting», was denn sonst, um die Ohren.

Also das komplette Live-Album in livehaftiger Form auf uns niederprasselnd, mit Hinzunahme von drei Bonus-Tracks, namentlich «Redneck Stomp», «Dethroned Emperor» und «A Dying World» sowie einem «Intro», gerottet und geröchelt, selbstverständlich. Die pure floridianische Verzombifizierung kommt in den insgesamt sechzehn Tracks auf «Slowly We Rot Live & Rotting» brutal herüber, und die Songs haben nichts, aber auch gar nichts an Brutalität, Intensität oder Death verloren, im Gegenteil, denn in der aktuellen Besetzung mit Donald Tardy (Drums), Trevor Peres (Rhyhtmguitars), John Tardy (Vocals), Terry Butler (Bass) und Kenny Andrews (Leadguitars) knallt einem soviel Energie und Power an Kultsongs um die Ohren, dass es ein wahres Festmahl, nein, eine Festorgie wird und ist. Herrlich, einfach nur herrlich. Da wird der gethrashte Death einfach nur zelebriert, ohne Kitsch, ohne Firlefanz. Die doomigen Parts wechseln sich mit den schnelleren Parts gekonnt ab. Man kann das seinerzeit - und immer noch aktuelle - Songwriting lesen und verstehen, man hört das Original - eben Obituary - heraus und kann die möglichen Klone der Amis klar trennen. Klingt hart, ist aber so. Oft kopiert und doch niemals erreicht, das sind eben Originale, so wie Obituary!

Anyway, Plagiate hin oder her, wenn das Original wahr- wie livehaftig immer noch existiert, wieso sollte man auf eine Kopie ausweichen? Eben! Schnelles Riffing, herrliche Soli, gnadenloser Tieftöner, Double-Bass Drum-Attacken en masse, bösartige Shouts and Screams, klare Growls. Ja..., das Thrashdeathige halt, das Kultige und Groovige, was im Genre Death Metal halt - nebst ungehaltenem Gebloche - auch noch existiert und wohlweislich die Nackenmuskeln stärker und heftiger beansprucht. Ryhtmuswechsel aus dem Effeff, also keine unnötigen Breaks zwischendurch, nein, sondern einfach aus dem Spiel heraus mal den Rhythmus wechseln, spielerisch einwandfrei, denn gekonnt ist gekonnt. Böse? Ja, der Sound, der ist sehr böse. Das geniale Ur-Cover, sprich Kult-Cover kommt ebenso rüber wie die messerscharfe, klare Live-Produktion. Somit sind Vergleiche, sofern zulässig bei so einem Original, hin zu Death, Autopsy, Asphyx, Jungle Rot, Six Feet Under, Bolt Thrower, Benediction, Massacre sowie weiteren Combos dieses Genres nicht abwegig von der Hand zu weisen. Wie bereits erwähnt, setzt es dafür eine zehn von zehn auf der Richterskala ab, denn dieses Erdbeben erzeugt Wirkung. Somit empfiehlt sich «Slowly We Rot Live & Rotting» als absolute Pflichtkeule für alle Deather/-innen, ohne Wenn und Aber. Doch schlussendlich entscheidet Ihr, ob man diesem Anspruch gerecht wird und habt somit die freie Wahl, ihr Todes-Sehnsüchtigen.
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/53S32ZqvTKc

 

Samstag, 24 September 2022 21:02
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v. 10 Punkten: 8.6

Die Schweizer Formation GurD zählt seit ihrer Gründung in den 90er Jahren zu den beständigsten und dennoch oft unterschätzten Metal-Bands. Woran das liegt, lässt sich meiner Meinung nach nur schwer erläutern.

Ein Grund könnte sein, dass sich die Truppe um Musiker und Produzent V.O. Pulver nie auf ein Genre festgelegt hat. GurD fischen in Thrash- oder Hardcore-Teichen, mischen die Speise mit ordentlich Groove oder anderen Subgenres, und am Ende des Tages ist es doch wieder Heavy Metal, von dem ihre Art Musik lebt. Für die Mitglieder der Truppe aber kein Grund traurig zu sein, denn nach acht Jahren, die seit dem letzten regulären Studio-Album vergangen sind, ist es wieder an der Zeit, die Gitarren sprechen zu lassen. Ihr bereits elftes Album «Hallucinations» knüpft an ihr bisheriges Material an. Beim ersten Hördurchgang wirkt es vielleicht nicht ganz so aggressiv, wie einige Sachen ihrer Anfangstage. Musikalisch ist die Band aber fit, und das Songwriting so stark wie eh und je. Sie singen über Wahnsinn, korrupte Politiker und andere soziale Themen. Dennoch sehen sie sich nicht als Moral-Prediger, sondern vertreten eher den Ansatz von "scheiss drauf, lass uns Spass haben!"

Dies hört man den Songs auch an, und mit den Singles «Merry Go Round» und «To The Floor» bestätigen sie dies gleich zu Beginn des Albums. Auch die zweite Hälfte von «Hallucinations» lässt mit «Ghosts Of Black Holes», «Out Of Hand», «Ship In Distress» und «Taste For More» keine Langeweile aufkommen. GurD sind konsequent von Anfang bis Ende. Die Platte enthält auch mehrere Gastauftritte, die für Band und Fans der ersten Stunde nostalgische Züge enthalten. Die ehemaligen GurD-Gitarristen Tommy B. (erste zwei Alben) und Bruno Spring (1999-2004) geben sich die Ehre, diverse Soli beizusteuern. «Hallucinations» wurde in Pulvers eigenem "Little Creek Studio" aufgenommen, wo auch Bands wie Destruction, Burning Witches, Pro-Pain und natürlich Poltergeist einen Grossteil ihrer Alben aufgenommen haben. GurD-Fans werden von «Hallucinations» erfreut sein und dürften der Band sogar eine musikalische Verbesserung attestieren.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R54fmvfDkcE

 

Samstag, 24 September 2022 09:06

Eine sehr interessante Mischung bieten uns Kings Of Mercia, hinter denen sich Sänger Steve Overland (FM), Gitarrist Jim Matheos (Fates Warning) Bassist Joey Vera (Armored Saint, Mercyful Fate) und Schlagzeuger Simon Phillips (TOTO) verstecken.

Wie gewohnt, wenn Jim seine Finger im Spiel hat, liefert der Musiker beste Qualität ab und geht dieses Mal sogar den Weg, dass er sehr melodisch und "einfach gestrickte" Perlen in die Umlaufbahn schiesst. Der Opener «Wrecking Ball» darf man als Mixtur aus FM und Fates Warning sehen und wird mit einer gewissen Härte ausgestattet, sodass die Herren nie in AOR-Gefilde abdriften. Kings Of Mercia bieten bestes Futter für alle Rocker und Metaller, bei denen handwerkliches Geschick im Vordergrund steht. Sie werden zum Beispiel mit «Sweet Revenge» bestens bedient. Prog-Fans werden hier kaum auf ihre Kosten kommen, dazu sind die zehn Tracks zu "simpel" geschrieben worden. Was überrascht, ist, dass Steve mit seiner Stimme bestens zum Sound von KOM passt. Was wiederum belegt, welch begnadeter Shouter er ist. So liegt «Set The World On Fire» auch näher bei FM, denn als bei Armored Saint. Wunderschön die akustischen Klänge von «Too Far Gone», einer Ballade, die unter die Haut geht und mit einem fein eingestreuten, irischen Flair feuchte Augen beschert. Flott geht es mit «Liberate Me» und «Is It Right» ans Werk, und damit wird ein wirklich sehr spannendes wie unterhaltsames Album final abgerundet.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/e9oJrJ4g27U

 

Samstag, 24 September 2022 08:56

Mit dem dritten Streich namens «Mirage» präsentieren die Portugiesen von Gaerea ihre Interpretation von rasend schnellem Black Metal. Sanfte Klänge umspielen mit «Memoir» zu Beginn all unsere Sinne, aber nach fast drei Minuten gibt es fast kein Halten mehr, und so brechen sämtliche Dämme, weil hier Black Metal in Hochgeschwindigkeit zelebriert wird.

Natürlich wird das Tempo immer mal wieder zurück genommen, um dann im selben Atemzug wieder in die Vollen zu gehen. Wie ein Wirbelsturm fegt «Salve» über uns hinweg und hinterlässt nur noch verbrannte Erde! Geheimnisvoll beginnt «Deluge», und man tappt im Dunkeln, wohin die Reise gehen soll. Dieser Song explodiert aber schon bald und bietet High Energy Black Metal vom Feinsten dar. Gaerea spielen sich fast um den Verstand, und das Resultat ist einfach nur Spitzenklasse! «Arson» bietet zu Beginn ebenfalls Ruhe, aber auch hier folgt anschliessend ein gewaltiges Gewitter! Trotzdem wird ganz viel Wert auf Melodien gelegt! Mit Vollgas kommt «Ebb» aus den Boxen geschossen, und es ist beachtlich, wie Gaerea imstande sind, diese Intensität über fünf Minuten hoch zu halten!

Als nächstes ist der Titelsong «Mirage» an der Reihe und bietet einmal mehr hyperschnellen Black Metal von höchster Qualität! Genial ist zudem, dass immer wieder atmosphärische Momente zu geniessen sind. Die Tradition mit den ruhigen Anfängen wird auch mit «Mantle» weiter geführt, doch danach detoniert dieser pechschwarze Speedster förmlich, und das Gaspedal wird unerbittlich bis zum Anschlag durchgedrückt! Mit «Laude» wird abermals Hochgeschwindigkeit geboten, und man findet keine Gelegenheit mehr, ruhig durch zu atmen! Bei «Dormant» handelt es sich um den Bonus-Track der Digibook CD-Version. Dieses zusätzliche Schmankerl ist aber absolut ebenbürtig zum regulären Material hin und stellt einen klaren Mehrwert dar. Gaerea haben mit «Mirage» ein formvollendetes Meisterwerk erschaffen!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PJC2CM4Z7Oo

Freitag, 23 September 2022 08:04
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v. 10 Punkten: 9.3

Venom Inc. kehren nach fünf Jahren Pause und dem ziemlich guten «Ave» von 2017 auf die Bildfläche zurück. Seit damals hat sich allerdings einiges verändert. Jeffrey «Mantas» Dunn musste ernsthafte Herzprobleme überstehen, Anthony «Abaddon» Bray hat die Herde verlassen und wurde durch den amerikanischen Drummer Jeramie Kling ersetzt, während Tony «Demolition Man» Dolan so standhaft wie eh und je an der Spitze steht.

«Ave» war ein solides Album, das aber ein paar Probleme machte. Diesmal geht die Band aufs Ganze und verzichtet auf industrielle Akzente oder stimmungsvolle Ästhetik – es sei denn, diese Stimmung ist Wut. «There's Only Black» ist durch und durch schmutzige Wut. Motörhead auf Steroiden mit bis ans Limit gefeuerten Marshall-Stacks, Drums, die bis an die Grenze der Belastungsgrenze hämmern und Dolans Gesang, so vital und düster wie eh und je. Die Gitarrenarbeit ist durchgehend fantastisch. Die Leadbreaks bei «Infinitum» zeugen davon, und das schnelle wie furiose Riffing von «How Many Can Die» geben das Tempo vor sowie den Ton an. Das klingt wie eine Band, die effektiv live spielt.

Es ist roh, es ist laut, es ist voller Biss! Im Verauf des Albums wird klar, wofür die Band sich entschieden hat: Geschwindigkeit und Aggression. Alle zwölf Tracks sind unerbittlich, und man kann jeden Titel abspielen - «Man As God», «Inferno», «Rampant» - und du weisst immer, um welche Band es sich handelt. Es ist die körnige, lederummantelte Explosion aus echtem Metal. Venom Inc. sind auf Platte das geworden, was sie live immer schon waren – eine Wucht! «There's Only Black» ist sehr zu empfehlen, und momentan ist es schwer vorstellbar, wie diese Stärke durch irgendeine Version von Venom, ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart, überflügelt werden könnte.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iEDPyhZF3B0

 

Freitag, 23 September 2022 07:53
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v. 10 Punkten: 8.9

Für mich wird Spice für immer und ewig derjenige sein, der mit seinen charakteristischen, kraftvollen Vocals die ersten vier Alben der Spiritual Beggars veredelt hat. Und auch wenn mich sein Weggang von Michael Amotts Stoner Rock Spielwiese immer noch schmerzt, gönne ich ihm von Herzen die musikalische Verwirklichung in seiner eigenen Truppe, auch wenn diese in puncto Opulenz weit bescheidener agiert als die erstgenannte Band.

Diesem «Makel» entgegnet die Band Of Spice mit einer stilistischen Vielseitigkeit, die so gross ist, dass sie im ersten Moment fast verwirrend wirken kann. Aber dass wir uns jetzt bloss nicht falsch verstehen, wenn ich in Zusammenhang mit diesem bärtigen Trio von Vielseitigkeit spreche, dann bewegt sich diese immer innerhalb der Grenzen der lauten und harten Stromgitarrenmusik. Und laut und hart ist auf dieser Scheibe wahrlich manches. Abgesehen von den Spice-Standards, die gewohnt geschickt zwischen knackigem Stoner Rock, Hard Rock und Heavy Metal hin und her pendeln, sind diesmal mit «Control» und «Offside» gar thrashige Klänge zu hören. Als Gegengewicht dazu hat man mit «Descending» einen waschechten Doom-Brocken aufs Album gepflanzt, der allerdings meines Erachtens viel zu kurz ausgefallen ist (in einem ordentlichen Doom Rock Song dauert alleine schon das Intro jene 04:14 Minuten, in die «Descending» gepresst wurde). Nichtsdestotrotz erweist sich «How We Play The Game» als ebenbürtiger Nachfolger des letztjährigen, zuweilen subtil experimentellen Langdrehers «By The Corner Of Tomorrow». Diese Beständigkeit wird konsequenterweise mit der gleich hohen Wertung und einer erneut dringend empfohlenen Hörprobe honoriert.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/B3-0xg8sKBo

 

Freitag, 23 September 2022 07:43
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v. 10 Punkten: 8.5

Bald zwanzig Jahre ist es her, als jeder und jede den Song «In The Shadows» aus dem Goldalbum «Dead Letters» hoch und runter spielte. Schon damals hatten The Rasmus aber bereits vier Alben im Rücken, bevor sie diesen Riesenhit landeten.

Mittlerweile wurden weitere vier Alben veröffentlicht, und seither ist eher ruhig geworden um die Band. Bis jetzt und ihrem Auftritt am "Eurovision Song Contest", an dem sie den Überhit «Jezebel» zum besten gaben. Dies war nur ein Vorbote auf das neue Album «Rise», welches mit Produzentenlegende Desmond Child (Aerosmith, KISS und viele andere) aus dem Boden gestampft wurde. Die Nachfolge-Single, beziehungsweise der Titeltrack «Rise», wird bereits in den Radios wiederholt gespielt. Wenn dieses Album The Rasmus nicht wieder auf den Olymp hochpusht, dann weiss ich auch nicht. Klar, die Musik spaltet die Gemüter, sprich den einen ist es zu poppig, für die anderen schlicht grossartig. «Rise» ist auf jeden Fall ein sehr gelungenes Album.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4YD6kymdp6c

Donnerstag, 22 September 2022 07:22
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v. 10 Punkten: 7.0

Die Trennlinie zwischen Metal und Symphonic ist in letzter Zeit ziemlich fliessend verlaufen. Was in den Achtzigern als Metal Reinheitsgebot ins Regal gestellt wurde, hätte damals nie den Stempel für eine Band wie The Erinyes errungen. Heute gilt eine solche Truppe jedoch als "Heavy Metal", weil sie irgendwo zwischen Nightwish und Battle Beast ihr Zuhause findet.

Der Bandname entsprang der griechischen Mythologie und lässt aus dem Rachen des Drachens drei Sängerinnen ans Tageslicht entfliehen, die sich gesanglich bestens ergänzen. Würde man dem Ganzen mehr Gitarren verleihen und mit einer traditionellen Produktion versehen, könnte der Metal hier neu definiert werden und sich auf dessen Olymp wieder finden. So bleibt eine Band, welche sich vielleicht auch ein wenig bei den Burning Witches Fans punkten könnte. Das soll jetzt aber nicht heissen, dass die Mädels ähnlich kräftig ans Werk gehen wie die Helvetierinnen, aber ab und zu findet man kleine Parallelen bei den Chören. Den Keyboardanteil zurück schrauben sowie die Gitarren mehr in den Mittelpunkt stellen..., und "boom"..., die neue Metal-Sensation wäre geboren!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/woP9je76CPA

Donnerstag, 22 September 2022 07:17
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die beiden Gitarren-Asse Adrian Smith (Iron Maiden, A.S.A.P.) und Richie Kotzen (The Winery Dogs, Ex-Poison, Ex-Mr. Big) müssen kaum näher vorgestellt werden. Im letzten Winter erschien anlässlich des "Records Store Days" eine feine 4-Track Vinyl-EP des neu gebildeten Duos, die innert kürzester Zeit vergriffen war! Im März zuvor erschien das full-lenght Debüt. Nun werden die vier EP-Tracks, ergänzt um fünf Live-Schmankerl, auch auf CD nachgereicht.

Damit schliesst sich die Tonträger-Lücke sowohl für die glücklichen Vinyl-Besitzer wie CD-Liebhaber, wobei Letztere, wenn sie die Vinyl-Version trotzdem gerne gehabt hätten, nun dennoch was Handfestes davon haben. Geboten wird Hard Rock der gehobenen Klasse, wobei Mr. Kotzen seinem Kompagnon gesanglich überlegen ist. Nichtsdestotrotz kann diese Kollaboration bisher, sprich studiomässig, voll überzeugen. Erste UK-Gigs, die heuer im Februar/März stattfanden und teils "sold out" waren, machten keine Gefangenen. Erste Shows in der Schweiz (zum Beispiel in der Mühle Hunziken in Rubigen wäre ideal!) bedingen halt, dass sich vor allem Mr. Smith dafür eine Zeitnische einrichten kann, weil Iron Maiden nächstes Jahr bekanntlich erneut unterwegs sein werden. Bis dahin, sprich zur ersten CH-Live-Sause mit den beiden Ausnahme-Musikern, entschädigt «Better Days...And Nights» immerhin etwas.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kG1I7UTPl9o

Donnerstag, 22 September 2022 07:06
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v. 10 Punkten: 7.5

Diese portugiesische Band bietet schweren Doom, der alles einschüchtert, erstickt und zermalmt, was seinen Weg kreuzt. 45 Minuten lang unterwerfen Slaves Beneath The Sun die Zuhörer mit einer Flut von Elend.

Der Opener «Demons» ist eine brennende Lunte, die die Spannung anschwellen lässt und sich zu einem katastrophalen Fieberpegel aus Verachtung und Wut aufbaut. Diese Energie geht nahtlos in «Scars» über, das sich als ein besonderes Highlight der Platte erweist. Die Vocals von Hugo Santos sind am bissigsten und eindringlichsten, während die Gitarren-Riffs von Santos und Nuno David das Tempo hoch halten und die Rhythmusgruppe wie eine stumpfe Klinge alles durchschneidet. Es gibt ein Element des Albums, das etwas lästig ist, vor allem wegen des Gesangs, der sich durchweg monoton anfühlt. In Kombination mit der unerträglichen Schwere des Ganzen könnte man sagen, dass es Slaves Beneath The Sun an Dynamik mangelt. Wer jedoch bis zum zweiten Durchhören durchhält, wird beginnen, die darin verborgenen Momente zu entdecken.

«Victims» bahnt sich seinen Weg wie eine Lokomotive, die keine Bremsen hat und Feuer speit. Das Riff ist hier voll von kneifenden Obertönen, und der scheppernde, rollende Bass verleiht dem Track eine schmutzige Note. Das Schlagzeug scheint im Mix lauter zu liegen und lässt ein zusätzliches Mass an Kataklysmus entstehen, während der Gesang wieder einmal mit genug Kraft durchschlägt, um Steine zu zermalmen. Der Schlusssong «Host» bietet die grösste Abwechslung und beendet das Album mit einem 11-minütigen Epos.  Mit «Slaves Beneath The Sun» haben Process Of Guilt in der Tat das Elend vertont. Es gibt zwar Momente, in denen sich die Ausführung insgesamt etwas zweidimensional anfühlt, aber dennoch können Doomster hier zugreifen.
Roxx

cede

 

https://www.youtube.com/embed/h91AdM2-a5g

Mittwoch, 21 September 2022 07:06
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Irist bringen mit «Gloria» eine EP unters zahlende Volk. Den Auftakt macht der Titeltrack «Gloria» und es dringt vertrackter Post Metal ans Ohr. Gespielt ist das schon sehr geil, und man zelebriert gekonnt das Spielchen von laut und leise!

«Heal» ist vertrackt und leicht dissonant, aber wie am Morgen der Tag immer wieder erwacht, so gibt es stets fabelhafte Melodien zu entdecken! Mit «III» folgt ein kurzes Zwischenspiel. Ganz verträumt kommt «Surging Ablaze» daher und nachher folgen Riffs, die glatt von Voivod stammen könnten! Mit ordentlichem Gepolter beendet «Watchful Eye» diese EP bereits, heisst leider viel zu früh! Neben sehr geilen Riffs, wird nochmals das Wechselspiel von laut und leise aufgezogen. Irist liefern mit «Gloria» eine sackstarke EP ab, die enorm Lust auf mehr Sound der Amis aus Atlanta auslöst!
Roolf

 

https://www.youtube.com/embed/TpcGRglTy4M

Mittwoch, 21 September 2022 07:00
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Das vierte Album der Norweger beinhaltete einmal mehr diese verspielten Tracks, die von der gigantischen Stimme von Roy Khan getragen wurden.

Was der Junge hier ablieferte, ist und bleibt Weltklasse. Das war dann auch der Grund, wieso er von Thomas Youngblood zu Kamelot abgeworben wurde und ihnen zu grossem Erfolg verhalf. Ein Track wie «Gethsemane» schlägt gekonnt die Brücke zwischen Prog und dem traditionellen Metal. Hier entfalten sich die technischen Fähigkeiten der Instrumentalisten, um dann im Refrain locker zu sich zu finden. Was sich hier jetzt nach einer Jazz-artigen Auswucherung anhört, ist nichts anderes, als dass die Jungs technisch ganz einfach versierter als viele ihrer Kollegen spielen. «A Virtual Lovestory» ist dabei ein kleiner Hit, der mit der Moderne flirtet und dabei aber nie seine Seele verleugnet.

Mit «Cry» hatten die Jungs einen balladesken Track im Gepäck, die so anders war und dennoch für Gänsehaut sorgte. Mit welcher Abwechslung die Norweger unterwegs waren, zeigt auch «Tell Me When I'm Gone». «Hold On» markiert darauf die beste Ballade, die Kamelot erst noch schreiben müssen. Trotz aller Komplexität ist «Cardinal Sin» ein reinrassiger Metal-Track, der sofort in die Beine geht, und mit «Sundown» wird ein Flamenco-artiger Track präsentiert. Conception waren ihrer Zeit immer voraus, was ihnen letztlich das Genick brach und sie sich nach diesem Album für einige Zeit auflösten. Erst 2005, also ganze sieben Jahre später, flackerte auf, was seit 2018 nun wieder definitiv am Leben ist.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yq2G6laGqf0

 

Mittwoch, 21 September 2022 06:54
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v. 10 Punkten: 8.8

Würde man die alten Bon Jovi mit Sunrise Avenue mischen…, ja..., Juraya könnten die Schnittmenge daraus sein. Griffiger Hard Rock, der sofort ins Ohr geht und den Anspruch an internationales Level erfüllt.

Herausragend zeigt sich dabei Sänger Peter Urfer, der mit seiner warmen Stimme vor allem Zuhörerinnen sofort begeistern wird. Feiern Megawatt Erfolge, dann sollte dieser auch Juraya gegönnt und vergönnt sein. Die Melodien sind griffig ausgelegt, auch wenn das Quintett aus Bern mit «I Wanna Stay» ganz schön heftig ans Werk geht. Seien wir ehrlich, bei den Jungs passt einiges zusammen, wonach andere Truppen auch nach Jahrzehnten noch suchen, nämlich überzeugendes Songwriting! Metal Fans werden der Truppe zwar kaum eine Chance einräumen, aber der geneigte Hard Rock Fan sollte hier unbedingt reinhören. Die Gitarren- technischen Künste lassen nicht nur aufhorchen, sondern begeistern gar, wie beim rockigen «Memphis»! Verantwortlich dafür ist Gian Carlos Monn, und mit einem Einstieg wie bei «Mon Amie Mon Amour» sollten die helvetischen Musikhörer in wahre Freudenstürme ausbrechen. Dieses leicht melancholische, das mit dem farbigen Regenbogen, sprich dem warmen Sommerregen und der strahlenden Sonne begierig auf Zuhörer wartet, hat schon einige Male die Charts gestürmt. Wenn nicht mit diesem Lied, dann mit den Streichern in «Change Of Strings» oder mit der Ballade «After All». Genügend Hits haben Juraya in den eigenen Reihen, sprich «After All» ist ein tolles Album geworden, das hoffentlich genügend Gehör finden wird!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pY2EOb2CW7w

Dienstag, 20 September 2022 07:17

Dies ist das Debüt-Album der schweizerisch-italienischen Proggies. Mit dem zwanzig Minuten langen Titeltrack fahren die Jungs gleich das volle Prog-Programm auf, sprich nach einem ruhigen Klavier- und Synthie-Intro geht es handfest zur Sache und mündet in einen mächtigen Prog Metal Song.

Immer wieder hört man dabei Parallelen in Richtung der grossen Dream Theater. Nur Sänger Marco Pastorino überstrahlt hier mit seiner kräftigen, variablen Stimme das Ganze noch etwas. Gitarrist Valerio Æsir Villa haut derweil ein geiles Solo nach dem andern heraus. Wirklich sehr gelungen wie ebenso interessant der Einstieg dieser hochkreativen Musiker in dieses variable Album. Aber die Jungs kommen mir etwas vor wie ein ungeschliffener Diamant. Virtual Symmetry besitzen unendlich viel Potenzial, und es macht auch großen Spass, ihnen zuzuhören. Sie müssen es nur noch schaffen, ihre Fähigkeiten in verdauliche Songs zu komprimieren und sich selbst etwas zu zügeln. Sänger Marco glänzt aber mit wirklich variablen Gesangslinien, mal hart, dann wieder sehr melodiös und gefühlvoll. So deckt er das ganze Spektrum ab, was einen guten Prog-Shouter ausmacht. Ich denke, beim nächsten Album wird man schon etwas reifer an die Sache heran gehen. Für ein Debüt markiert «Virtual Symmetry» aber trotzdem ein sehr starkes Stück Musik.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/rGKEBQdynR8

 

Dienstag, 20 September 2022 07:12
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v. 10 Punkten: 5.5

Ken Hammer kennen sicher einige unserer Leser als Gitarristen der Pretty Maids. Dass bei "den Mädels" aktuell ein kleiner Zickenkrieg herrscht, hat sich mittlerweile ja herum gesprochen. Während Ronnie Atkins, sein ehemaliger "partner in crime", mit melodischeren Solo-Alben und der Band Nordic Union (zusammen mit Erik Mårtensson) auf sich aufmerksam macht, ist es um den Axt-Meister lange still geblieben.

Nun hat Mister Hammer, der für seine knallharten Riffs bekannt ist und mit seinen Solos so manchen Konzertsaal zum Kochen brachte, einen neue Truppe am Start. Mit dabei ist unter anderem Sänger Christoffer Stjerne (H.E.R.O.) - Zusammen bilden sie Taboo, und irgendwie ist der Bandname Programm. Nix mit fetten Riffs, nix mit virtuosen Solos und nix mit knallhartem Metal. Ken bedient sich stattdessen modernerem Hard Rock, der zwar in die heutige Zeit passt, mit einem überzeugenden Sänger veredelt wird und bei mir trotzdem kaum punkten kann. Ja ich weiss, wieso darf Ken nicht seinen eigenen Weg gehen und einfach die Scheibe veröffentlichen, wenn ihm danach ist? Vielleicht weil der Däne mit Liedern wie «Red, Hot And Heavy», «Future World», «We Came To Rock», «Leathal Heroes» und vielen anderen Top-Tracks meine musikalische Welt nachhaltig geprägt hat. Taboo bieten hingegen alles andere, aber nicht das, was ich von ihnen erwarte. Sollte ich dem Album mehrere Chancen geben? Will ich das? Es wird dennoch genügend Leute geben, die Gefallen am selbstbetitelten Debüt finden werden, weil sie nicht wissen, wer Ken Hammer ist. Eigentlich habe ich mich sehr auf dieses Werk gefreut, wurde aber bitter enttäuscht, leider.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/F_hoUkB2cww

 

Dienstag, 20 September 2022 07:08

Das griechische Trio von Lunar Spells haut mit «Demise Of Heaven» sein zweites Album heraus. Mit «Nocturnal Flames Above The Sacred Trinity» als Opener wird sehr mystisch gestartet, um danach einem Geschwindigkeitswahn zu verfallen.

Schade dabei ist, dass die Keyboards derart zuckersüss eingesetzt werden, dass der Gesamtsound dadurch extrem verwässert wird. «Drowning In Sulphurous Blood» schafft eigentlich ein weiteres wie neues Genre, nämlich den Happy Black Metal! Der Drumsound kann auch als sehr speziell bezeichnet werden. Ebenso fröhlich kommt auch «Aversion To Theurgy» daher und wäre so die ideale Mucke für eine Kindergeburtstagsparty! Mit stilgerechtem Gepolter und Gekeife macht «Ejaculate The Masses Of Holiness» auf sich aufmerksam und das Tempo wird massiv erhöht, doch mit dem erneuten Einsatz der Keyboards ist es auch gleich wieder vorbei mit dem Fürchten! Pure Heiterkeit versprüht «Damnation Of The Heavenly Sun», während «Ceremonial Oath Of Sanctified Profanation» mit viel Holtertipolter beginnt und dieses "fröhliche Album" mit einer ausgiebigen Portion Happy Black Metal abschliesst! Lunar Spells haben für «Demise Of Heaven» leider ein ganzes Silo an Zucker verbraucht, und so wundert es mich letztlich nicht, dass mein Blutzucker-Spiegel nach dem Anhören dieses Albums ins Uferlose angestiegen ist!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6keLiXpeo2o

 

Montag, 19 September 2022 06:32

Sehr nett, was die Jungs da auf «Shockwave» auftischen. Irgendwie kann ich mich nicht zwischen Aerosmith, den Scorpions, etwas Alice In Chains oder gar Motörhead entscheiden - hier wird alles geboten, was eindeutig ein sehr vielfältiges Album ausmacht.

Sehr schön ist das Stück «Rain», das eindeutige Anleihen an Lynyrd Skynyrd aufweist. «Preacher» verweist zwischen den Zeilen ziemlich deutlich an Aerosmith, sehr gelungen, kann man nix gegen sagen. «Spiders» hingegen krabbelt über Alice In Chains hinweg..., und ich denke, man kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass Dead City Ruins ein Album erschaffen haben, welches sich nach allen Seiten etwas streckt und tastet, jedoch ohne die Eigenständigkeit zu verlieren. Somit wird alles kein blosser Klon, sondern verweist einfach gerne auf dieses und jenes. Somit kann «Shockwave» wirklich allen empfohlen werden, welche sich gerne unterschiedliche Stile der Rockmusik anhören. Stark!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6HR2ATupkgQ

 

Montag, 19 September 2022 06:26
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Hört man sich den Opener des dritten Album «In Your Multitude» an, dann fällt auf, dass «Under A Mourning Star» eigentlich ein reinrassiger Power Metal Track ist. Was Gitarrist Tore Ostby hier abliefert, sucht seinesgleichen.

Auch «Missionary Man» ist eher bei Metal Church als bei Dream Theater anzusiedeln. Das melodische «Retrospect» ist ein zeitloser Klassiker, der auch heute noch in jedem Rock Radio gespielt werden könnte. Allein die gesangliche Leistung von Roy ist wieder einmal nicht von dieser Welt. Wie auch auf dem Nachfolger wechseln die Jungs gekonnt die Rhythmen und Emotionen. Dadurch erklingt «Guilt» sehr schwerfällig und träge, während «Sanctuary» eine wunderschöne Akustik-Ballade abgibt, «A Million Gods» einen vertrackten und verspielter Song markiert, «Some Wounds» schon fast mit moderneren Tunes und einem melodischen Klangbild überzeugt und der Titelsong mit einem mächtigen Gitarren-Riff sowie vielen Breaks überzeugt. Auch hier sassen die Norweger zwischen Stuhl und Bank. Für die einen zu einfach, für die anderen zu komplex. Die musikalische Welt war noch nicht offen für diese begnadete Truppe. Das Quartett versuchte immer wieder innerhalb der Lieder mit anderen Parts zu glänzen. Was bei Iron Maiden und «Rime Of The Ancient Mariner» problemlos funktioniert, wollte sich bei Conception niemand anhören. Hört Euch das Remaster von «In Your Multitude» aufmerksam an, wendet ein bisschen Zeit dafür auf, und ihr werdet begeistert sein.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/W5ElZOmNVuo

 

Montag, 19 September 2022 06:20
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Das Original des Live-Albums wurde ja von Phil Collins eingesungen, nach dem Abgang von Peter Gabriel. Nun bringt Steve Hackett ein weiteres Werk auf den Markt, in dem er diesen alten Songs wieder neues Leben einhaucht.

Die einzelnen Songs sind allesamt ausserordentlich gut gelungen. Steve hat eine tolle Live-Mannschaft um sich versammelt, wie Jonas Reingold am Bass, Roger King an den Keys, Craig Blundell an den Drums und natürlich Nad Sylvan, der auch hier wieder einen unglaublich tollen Job abliefert. Kernstück ist natürlich mal wieder das 25-Minuten-Epos «Supper's Ready», eine Lehrstunde des Prog. Ich denke, dass dieser Song sehr viele jüngere Prog-Bands beeinflusst hat. Einfach grandios, dieses geniale Werk so geniessen zu können. Mit «Held Of The Shadow» lässt Steve unter anderen auch Songs von seinem neuesten Solo-Werk «Surrender Of Silence» einfliessen. Ob es überhaupt Sinn macht, «Second's Out» neu zu interpretieren, sei dahin gestellt. Ich finde, dass diese alten Klassiker sehr frisch klingen und sich Steve und seine Mitmusikanten sehr nahe am Original halten. Und ich denke, es ist ok, solch grandiose Lieder wie «Dance On A Volcano» und «Los Endos» erneut den Genesis- und Hackett-Fans zu präsentieren. Das am 24. September 2021 in Manchester aufgenommene Konzert ist auf jeden Fall sehr hörens-, beziehungsweise sehenswert. Es bereitet nach wie vor unheimlich Spass, diese bald fünfzig Jahre alten Songs erneut zu geniessen.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/5hDktUIzoQo

 

Samstag, 17 September 2022 08:25
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v. 10 Punkten: 8.8

2022 ist wieder ein Jahr, um sich die deutschen Melodic Death Metal Legenden Battlesword in Erinnerung zu rufen. Mit ihrer brutalen und doch süchtig machenden Form der Aggression greifen sie mit ihrem Neuling «Towards The Unknown» unsere Trommelfelle an.

Nach 23 Jahren Death-Power, wissen sie genau, wie sie unser Leben in einen Rausch aus Haaren, Schweiss und Jeans-Westen verwandeln können. Auf dem neuen Material bricht sich die geballte Ladung an Erfahrung in Form einer energiegeladenen Dampfwalze, die alles unter sich zu begraben droht, was sich ihr in den Weg stellt. Mit ihrem markanten Mix aus Melodic Death und skandinavischem Old School schafft es die Band auch anno 2022 scheinbar mühelos Songs zu schreiben, die vom ersten Riff an über Klassiker-Potenzial verfügen. Als straff und donnernd könnte man dieses Album beschreiben. Ein vollendet herunter gestimmter und kreischender Albtraum.

Thematisch haben Battlesword für die zehn Songs ein eher nautisches Thema gewählt. Die Band versteht es, sich geschickt durch die Strudel hindurch zu navigieren und eine puristische Melodic Death Platte abzuliefern. Sie hat Neuland gesichtet und ihre Flagge in den fruchtbaren Boden eines neuen musikalischen Territoriums gerammt. Battlesword haben sich von der Schlitzohrigkeit ihrer Jugend entfernt und ein sehr intelligentes wie brillant ausgeführtes Album geschaffen. Es ist wirklich schön Bands zu hören, die gerne die Grenzen ausdehnen und über die Genre-Starre hinaus aktiv werden.

Die Tracks bewegen sich in gutem Tempo, sind vielschichtig und spannend texturiert. Die Platte wurde im April/Mai im "Big Easy Studio" von Michael Haas aufgenommen und produziert. Für das Mastering hat sich die Band diesmal an einen Meister des Genres gewandt, und so hat niemand Geringerer als Dan Swanö das Album veredelt. Zusätzlich zum neuen Material enthält «Towards The Unknown» als Bonus die Songs der bereits seit vielen Jahren restlos vergriffenen «The 13th Black Crusade» Maxi, die zu diesem Zweck auch nochmal einem Re-Mastering unterzogen wurden. Ein einmaliger Hördurchgang wird nicht helfen, um alles Musikalische aufzunehmen. «Towards The Unknown» ist die Art von Platte, zu der man nach ihrer Veröffentlichung immer mal wieder zurück kehrt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/THEOxoJuw_A

Samstag, 17 September 2022 08:20
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v. 10 Punkten: 8.0

Sänger James Christian und Gitarrist Jimi Bell sind von der letzten Scheibe her noch übrig geblieben. Statt BJ Zampa an den Drums haut nun Johan Kohleberg in die Felle, und mit Keyboarder Mark Mangold wurde das Line-up komplettiert. Bleibt nur die Frage, wer den Bass eingespielt hat?

Schon beim Titelsong sind die typischen House Of Lords Elemente wieder zu vernehmen. Packende Chorpassagen, die sofort ins Ohr gehen und die Leads von Jimi, welche einmal mehr unglaublich filigran und songdienlich klingen. Was in meinen Ohren jedoch störend hängen bleibt, ist, dass den Keyboards mehr Platz eingeräumt wird und man, statt wie damals bei «Sahara» mit fetten Sounds zu gefallen wusste, die Songs mit zu feinen dünnen Keys nun eher auf "lieblich" trimmt. Dies lässt den Tracks nicht den gleichen Glanz anhaften, wie noch bei den Vorgängern. Ist «Saints And Sinners» deswegen schlecht geworden? Nein, aber meine Helden der Vergangenheit tendieren damit mehr hin zum AOR, statt dem Hard Rock, auch wenn James gesanglich noch immer zu überzeugen vermag. Da sind kommende Klassiker wie «Mistress Of The Dark» und «Roll Like Thunder» eher die Ausnahmen, denn die Regel. Obwohl die Scheibe gegen den Schluss hin etwas zulegt, sind es die ersten Tracks, welche "gewöhnungsbedürftig" sind. Was machen wir da in der Not? Wir vergeben neutrale acht Punkte und hören uns umgehend die Klassiker Scheiben an.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HZ7fv5i5ga4

 

Samstag, 17 September 2022 08:14

Aus Asche geboren - zur Sonne gewandt! Vogelfrey sind zurück und breiten ihre brennenden Flügel aus. Durch C-Massnahmen ausgebremst, erhebt sich der Sechser nun zu einem musikalischen Höhenflug, der alle Lauschenden vom Sessel peitscht.

Metallisch hart, gepaart mit folkiger Spielfreude, lassen die Hamburger auf ihrem sechsten Studioalbum «Titanium» heftig die Funken sprühen. Sie veredeln einmal mehr die Klänge aus Mittelalter und Moderne. Episch und bildgewaltig entzündet der Opener «Flammenvogel» das Schmiedefeuer mit leuchtenden Geigenmelodien, woraufhin «Stahlhammer» mit stampfenden Drums den Amboss erbeben lässt. Neben schmetternden Schalmeien und dem typischen Wortwitz, strotzt die Platte nur so von Feierlaune. Doch es gibt auch ruhigere Momente auf der Scheibe. Fast schon zart beginnt dagegen der Mythos vom schottischen Kannibalen «Sawney Bean», dem ersten Vogelfrey Song mit englischem Text. «Samael hilf» beschwört dann wieder mit hämmernden Gitarren-Riffs die inneren Dämonen, dicht gefolgt von «1000 Jahre Bier», einer Coverversion von Deichkind.

Als Duett-Partner fungiert kein Geringerer als Mr. Hurley von den Pulveraffen. «Unsterblich» ist schliesslich der orchestrale Rausschmeisser. Ein schwermütiges und epochales Finale. «Titanium» betont kraftvoll die musikalischen und textlichen Stärken aus achtzehn Jahren Bandgeschichte. Dabei limitieren sie sich aber nicht nur auf Gewohntes, sondern bringen auch neue Ideen mit ein. Als Bonus für die limitierte Box haben Vogelfrey sechs ihrer beliebtesten Songs komplett akustisch und "folksnah" eingespielt. Sie legen den Fokus erstmals vollständig auf die folkige Seite, und auch eingefleischte Fans werden an den brandneuen Klassiker-Versionen ihre helle Freude haben.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vyaxVIRs65s

 

Freitag, 16 September 2022 07:09

Mit dem zwölften Album «Opvs Contra Natvram» präsentieren sich Behemoth, wie gewohnt, mit ihrem Hochglanz Black Metal, der sensationell produziert ist.

So kommt schon das Intro «Post God Nirvana» wie eine Ansprache rüber, und es wird mit einer beschwörenden Rede auf sich aufmerksam gemacht. Bei «Malaria Vvlgata» bieten sich Behemoth so an, wie sie sich im Laufe der Jahre einen hervorragenden Ruf erspielt haben, nämlich mit rasend schnellem Black Metal, der sich immer mal wieder in die Nähe von Death Metal setzt! Hymnenhaft flirrt «The Deathless Sun» aus den Boxen, und das Dargebotene katapultiert sich in die Top-Klasse! Gekonnt wird das Tempo variiert und so für Abwechslung gesorgt. Behemoth wissen genau, wie man detailreiche Songs komponiert, auch wenn so die Spontanität auf der Strecke bleibt. Epik pur lässt «Oh My Herculean Exile» vom Stapel, und hier bewegt sich die Chose im Midtempo-Bereich. Behemoth suchen das Heil nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern sie wissen auch, wie man auf eine andere Art und Weise bedrohliche Stimmungen erzeugen kann!

Eine weitere Hymne markiert auch «Neo-Spartacvs», während «Disinheritance» heftig rasend, sprich schnell wie ein Tornado vorbei zieht und nichts als Verwüstung hinterlässt! In flottem Tempo gibt sich «Off The War!» die Ehre und entwickelt sich zu einer richtigen Schlacht-Hymne! Mit viel Groove kommt «Once Upon A Pale Horse» angetrabt und wieder verlassen Behemoth das enge Korsett des Black Metals! Mit «Thy Becoming Eternal» wird ein weiteres Highlight raus gehauen und massive Riffs erzeugen eine mächtig dunkle Stimmung! Mit «Versvs Christvs» wird dieses sehr gute Album zu Ende gebracht. Ganz langsam kriecht einem der Track in die Gehörgänge, und mit dem Wehklagen des Sängers wird zusätzlich für eine unheimliche Atmosphäre gesorgt! Natürlich wird das Tempo immer mal wieder angezogen, aber man begibt sich danach wieder in ruhigere Gefilde! Behemoth waren, sind und bleiben eine Macht, und das wird mit «Opvs Contra Natvram» eindrücklich unter Beweis gestellt.
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uWQYV9fhHIM

Freitag, 16 September 2022 07:03
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v. 10 Punkten: 8.7

Nun gut, Sumerlands sollen eine Mischung aus den Scorpions, Black Sabbath und Mercyful Fate sowie Pagan Altar sein. Die aus Philadelphia stammende Truppe, erinnert durch die Stimme von Brendan Radigan eher an eine nicht so verspielte Version von Lethal, die Band, welche mit ihrem Debütalbum «Programmed» nicht nur mich verzauberte.

Mit dem zweiten Streich zeigen sich die Amis aus Philadelphia tatsächlich als interessante Combo, die man sich anhören sollte. Die tollen Gitarren-Parts harmonieren perfekt, zusammen mit den fein eingestreuten Keyboard-Sounds. Dass dabei eine Atmosphäre aufkommt wie damals bei Black Sabbath und somit «Heavens Above» leicht schaurig erklingt, hat in der Tat was. Der schnelle Titelsong überzeugt dabei genau gleich, wie auch das schleppende «Night Ride». Die Amis verstehen es perfekt, Melodien mit Metal zu verbinden, so dass die Musik nie zu stark nach Glam Rock klingt und trotzdem immer einen feinen roten Faden aufweist. Die Gitarren-Solos gehören zu der Sorte der packenden Art und faszinieren ebenso wie die Stimme. Hört Euch «Force Of A Storm» an, besser kann man Metal nicht auf eingängige Art komponieren. Mit «Savior's Lie» kommen auch noch Mercyful Fate ans Tageslicht und lassen dieses Album zu etwas ganz Speziellem werden. «Dreamkiller» als Album wie Sumerlands als Band überraschen und überzeugen auf der ganzen Linie. Auch wenn es den Jungs wie vielen anderen davor ergeht, wird sich diese Qualität kaum durchsetzen. Aber um dem ein griffiges Argument entgegen zu setzen, solltet ihr nun schnurstracks in den Plattenladen Eures Vertrauens rennen und Euch die Scheibe anhören oder besser gleich zulegen.
Tinu

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ap2YdhQs3Fc

Freitag, 16 September 2022 06:58

Marco Mendoza ist ein verdammtes Tier am Bass, und wo er in die Saiten greift, darf man mit einem kräftigen Rhythmus-Teppich rechnen. So konnte er bei Whitesnake, Thin Lizzy, Ted Nugent, Black Star Riders, The Dead Daisies oder auch Blue Murder auf sich aufmerksam machen.

Mit seinem vierten Solo-Album besticht der Bassist nicht nur an seinem Instrument, sondern auch als toller Sänger. Dies belegt der Opener «Take It To The Limit», der gut und gerne auf einem The Dead Daisies Album seinen Platz hätte finden können. Mit viel Rock und einem kräftigen Schuss "ich spring dir gleich ins Gesicht" lässt der Amerikaner nichts anbrennen. Er hat diese Attitüde des US-Rocks schon mit der Muttermilch aufgesogen und überlässt nichts dem Zufall. Auch nicht, wenn er sich mit «I Just Can't Get Over You» genüsslich im Blues niederlegt. Wer Marco einmal kennenlernen durfte, weiss zudem, dass die Vibes, welche in den Songs an die Oberfläche gespült werden, das pure Lebensgefühl des Bassers widerspiegeln. Mit seiner freundlichen und unkomplizierten Art begeistert sein Wesen ebenso wie seine Musik.

Wenn man sich die balladesken Klänge von «Walk Next To You» anhört, hat man Bilder im Kopf oder ein deja-vu, weil allein die Musik das Kopfkino zu starten vermag. Mehr Tiefgang geht nicht. «Shoot For The Stars» verkörpert diese Leichtigkeit des Lebensstils der Amis und lässt Zuhörer träumen, tanzen und mitsingen. Mit leichten Jimi Hendrix Tunes erklingt «Can't Explain It», und als Schlachtruf für den Einstieg ins Wochenende hämmert einem «Scream And Shout» den Arbeitsalltag aus den müden Knochen. Mit leicht vernebelter Enuff Z'Nuff Schlagseite beendet der Titelsong dieses wirklich grossartige Album. Hard Rock Fans der ehemaligen Truppen von Mister Mendoza müssen hier zugreifen. «New Direction» ist ein grandioses wie geiles Werk, das in keiner Hard Rock Sammlung fehlen darf!
Tinu

cede


https://www.youtube.com/embed/neyBBy439U8

Donnerstag, 15 September 2022 06:44
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v. 10 Punkten: 7.5

Eine Musical inspirierte Truppe will die musikalische Welt erobern und neu anmalen. Die Spanier werden aber trotzdem in erster Linie die Abteilung "Symphonic Music" für sich gewinnen.

Dies liegt insbesondere an Sängerin Aylin, die mit ihrer klaren und hohen Stimme für Gänsehautmomente sorgt. Und ja, für Symphonic Metal ist der Sound zu farbenfroh, denn mit Liedern wie «Embrace», «Embers» und «Invicible» schlagen die Dame und die Herren einen ziemlich in Richtung Musical inspirierten Weg ein. Höhepunkt des Albums ist «Scarlet», das mit mächtigen und feinfühligen Elementen heraus sticht. Lunarian könnten was Grosses werden, wenn man der Truppe einen Platz an der Sonne einräumt.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Zk0JgR26X6c

Donnerstag, 15 September 2022 06:38
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v. 10 Punkten: keine Wertung

«Water Confines» eröffnet die zweite Scheibe von Conception und bietet klar strukturierten Heavy Metal, der mit einem mächtigen Chor überzeugt sowie mit einem Riff ums Eck fräst, das sich sofort in den Gehörgängen festkrallt.

Ganz abgesehen davon, was Mister Khan hier gesanglich vom Stapel lässt. Das verspielte Element kommt mit «Roll The Fire» ans Tageslicht und ist aber noch meilenweit von Prog Metal entfernt, wie man ihn auf dem vierten Album zu hören kriegt. Auch wenn diese Vibes beim orientalisch verzierten «And I Close My Eyes» mehr zum Ausdruck gebracht werden, ist es der songdienlichere Part, der überwiegt. Ebenso die wunderschöne Ballade «Silent Crying», die mit spanischem Touch wundervoll abgerundet wird. Dabei ist einmal mehr unglaublich, was Roy Khan da gesanglich abliefert. Bei solchen Liedern fragt man sich, wieso diese Truppe nie den grossen Erfolg verbuchen konnte.

Auch wenn der Titelsong eher im Prog-Bereich angesiedelt werden kann, ist es eine Nummer wie «Silver Shine», welche die Truppe damals am besten repräsentierte. Logisch brach das Talent von Tore (Gitarre), Ingar (Bass) und Arve (Drums) immer wieder durch, aber damals versuchten sie das Ganze eher noch zu verstecken. «My Decision» bietet einen Galeeren-artigen Rhythmus, der sofort in die Beine geht, während bei «Wolf's Liar» mehr aus Gas gedrückt wird. Herausragend ist das über neun Minuten lange Epos «Soliloquy», das mit vielen Elementen begeistert. Zusätzlich gesellen sich noch zwei Livetracks («Roll The Fire», «Parallel Minds») hinzu. «Parallel Minds» sollte man als Metal-Fan unbedingt angehört haben!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/_KKktF01GCE

Donnerstag, 15 September 2022 06:29
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v. 10 Punkten: 9.0

Wenn Muse etwas heraus bringen, wird es gross! Das neunte Album der Briten ist im Prinzip eine "Best-Of" Scheibe, aber mit neuen Songs. Vertraute Strukturen wie Vocals und dennoch komplett was anderes. Bereits der Titelsong besitzt Stadionhymnen-Potenzial, und das ist erst der Auftakt.

Gleich mit dem zweiten Song «Compliance» bekommen wir eine wahre Keyboard-Orgie spendiert, die zum Tanzen anregt und Matt Bellamys stimmliche Höhenflüge beglücken das Ohr auf angenehm unaufdringliche Weise. Mit jedem weiteren Song könnte man mehrere Vorteile und Pluspunkte aufzählen. Zwar teils poppig und mittreissend, aber dennoch hart und sorgfältig abgestimmt. präsentiert sich der Silberling und überzeugt auf voller Länge. Einem Genre kann man es nicht zuordnen. Rock als Überbegriff ist angemessen, doch es ist so viel mehr als das. Mal mehr Piano, dann mal mehr Guitars oder auch Orgelklänge sind zu hören, und alles perfekt in Einklang. Wirklich Metal-mässig ist keiner der Songs, doch die Qualität ist hör- und spürbar. Nicht umsonst ist dies eine im Mainstream angelangte Band, deren tolle Leistung wirklich niemand bestreiten kann.

Ein Highlight stellt der Song «Verona» dar, welcher etwas in die Welt des konzeptionellen Neo-Progs abdriftet. Vergleiche zu gewissen Genre-Pionieren, welche durch manche der grösseren Magazine vertreten werden, sind zwar leicht übertrieben, doch der Ansatz passt. Proggy wird es jedenfalls auch, ganz zum Vorteil der ohnehin schon abwechslungsreichen Scheibe. Den Abschluss kriegen wir mit dem frech klingenden doch sehr ernsten Ohrwurm «We Are Fucking Fucked» spendiert. Mitsing-Potenzial: gross. Amusement-Level: hoch. Dabei kommt der Song ziemlich seriös daher, Klimawandel und so. Eine würdige Hymne als Krönung dieses wunderbaren Werkes. Für Fans von Rock, leichterer Kost und alle die offen sind, ist «Will Of The People» ein absolutes Muss!
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/MClg7zpm6VQ

Mittwoch, 14 September 2022 07:57
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v. 10 Punkten: 7.0

Der Name der kalifornischen Band Trauma ist Programm. Allerdings nicht in erster Linie wegen ihrer Musik, sondern vielmehr wegen ihres Werdegangs. Die Truppe gründete sich 1980 und dümpelte in bekannten Bay Area Thrash-Gefilden, wie viele ihrer Kollegen damals auch.

Das erste Trauma erlitten die Amerikaner mit dem Ausstieg von Cliff Burton, der sie verliess, um sich Metallica anzuschliessen. 1984 erschein, bereits ohne Burton, das erste und bis zur zwischenzeitlichen Auflösung 1986 einzige Album «Scratch And Scream». Sie waren weg vom Fenster! Erst 2012 wurde die Combo von den beiden Gründungsmitgliedern Don Hillier und Kris Gustofson neu formiert, allerdings erneut ohne grosses Aufsehen zu erregen. «Awakening», wie die aktuelle Platte heisst, soll nun das Ruder nach vierzig Jahren herum reissen und den lang ersehnten Ruhm mit sich bringen. Die elf Songs sind thrashig, die Stimme sauber aber doch hörbar in die Jahre gekommen und die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik. Man kann die Einflüsse gut hören, die in ihrer Musik herum schwirren, wobei Flotsam & Jetsam die wohl prominenteste Referenz sind.

Die Tracks sind sehr solide, dennoch bleibt alles immer knapp unter dem Radar, was sehr schade ist. Mir stellt sich aber gar nicht die Frage, dass Trauma live eine Wucht darstellen und einen umhauen werden, aber «Awakening», der hier vorliegende Longplayer, bleibt durchs Band hinweg vorhersehbar. Es ist auch nicht etwa ein zu ruhiges Album geworden, nur wurde alles schon einmal gemacht und auch noch überzeugender. Das beweist, dass man auch als alter Hase im Thrash Metal noch kämpfen muss, um das Beste aus sich heraus zu holen. Am besten lässt es sich vielleicht wie folgt umschreiben: statt einen Fausthieb ins Gesicht abzukriegen, wird einem eine nasse Decke über den Körper geworfen. Bleibt nun die Frage, was man lieber mag.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/p4qVUXg46Xk

 

Mittwoch, 14 September 2022 07:46
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v. 10 Punkten: keine Wertung

«The Last Sunset» war das erste Lebenszeichen der norwegischen Conception. Die Band bestand immer aus Roy Khan (Gesang), Tore Ostby (Gitarre), Ingar Amlien (Bass) und Arve Heimdal (Drums).

Von Beginn weg spielte das Quartett immer verspielten (Power) Metal, der ab und zu mehr oder weniger im Prog seinen Platz suchte. Hört man sich «Building A Force» oder das mit einem Flamenco artigen Klängen startende «War Of Hate» an, bemerkt man sofort die musikalischen Qualitäten der Jungs. Hier hatten sich Musiker gefunden, die, weit weg vom Glam Metal, sich ihres Könnens bewusst waren und dieses nun in Songs ummünzen wollten. Die 1989 gegründete Truppe veröffentlichte ihr Debüt 1991. «The Last Sunset» war anders als das, was man zu dieser Zeit zu hören bekam. Irgendwie war die musikalische Landschaft auch noch nicht bereit für diesen Sound, in den man sich zuerst reinhören musste. Was hier nach vertrackten Elementen klingt, bedeutet nur, dass die Herren stetig einem roten Faden folgten, Abwechslung gross geschrieben wurde und die Musiker vor Breaks, Tempowechseln und anderen Elementen innerhalb eines Liedes nicht abgeneigt waren. «Bowed Down With Sorrow» könnte hingegen als reinrassige Doom-Nummer durchgehen, die mit «Another World» eine modernere Richtung verfolgt oder der Titelsong eine Nummer von Joe Satriani sein könnte. Verspielt und mit viel Melodie wie Tiefgang. Allein das über zehn Minuten dauernde «Among The Gods» mit seinen ekstatischen Momenten (Tore brennen die Finger), aber auch feinfühligen Parts, ist ein Paradebeispiel dafür, was Conception sind, waren und immer sein werden. «The Last Sunset» ist auf jeden Fall ein tolles Teil dieser remasterten Serie!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sTHbtFBboHg

 

Mittwoch, 14 September 2022 07:33

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Scheibe «Blood», welche ich damals rezensieren durfte. Sie gefiel mir so gut, dass ich gleich anschliessend eine physische Kopie erworben habe, das Digibook, um genau zu sein. Höre ich mir auch heute noch gerne an.

«Hunger» schliesst für mich direkt an «Blood» an, wirkt jedoch insgesamt aggressiver, ich denke sogar düsterer als «Blood». Dies mag den zeitlichen und weltlichen Umständen geschuldet sein, es bewirkt aus meiner Sicht jedoch vor allem eines: Der Sound erklingt direkter, aber auch facettenärmer. Das ist an sich nicht allzu schlecht als solches, aber meiner Meinung nach trumpfen Then Comes Silence vor allem dann auf, wenn sie Zwischentöne einbringen können. Dies geschieht auf «Hunger» ebenfalls, jedoch einfach weniger. Nichtsdestotrotz kann ich diese Scheibe allen ans Herz legen, welche eine neue Sisters Of Mercy Scheibe im Klanggewand des Postapokalyptischen vermissen. Ordentlich!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c9pTnxBMBgA

 

 

 

Dienstag, 13 September 2022 07:32

Crippled Black Phoenix, quo vadis? Nach dem wirklich wertigen Album «Ellengæst» (2020) verirrt man sich diesmal mit reduzierter Mannschaft (ich mag mittlerweile echt nicht mehr nachsehen, wer noch, nicht mehr, wieder oder neu dabei ist) im unendlichen Meer alternativer Klänge, die weder Songs mit Ohrwurm-Potenzial noch lang andauernde Seelenschmeichler Pink Floyd’scher Prägung zulassen.

Stattdessen säuseln abwechslungsweise Belinda Kordic und Joel Segerstedt ihre Weisheiten ins Mikrofon und erinnern dabei unfreiwillig daran, wie schmerzhaft der Weggang von Sänger Daniel Änghede wirklich ist (er verliess das Projekt noch vor den Aufnahmen zu «Ellengæst»). Irgendwie erinnert mich die Scheibe an meinen damaligen ersten Höreindruck von Pink Floyds «The Wall» (dafür wird man mich jetzt steinigen): Viel Depri-Sound, viel Selbsttherapie-Kram, viele Längen, wenige Lichtblicke («The Pilgrim», «The Scene Is A False Prophet»), und die ganze sperrige Geschichte verteilt auf anstrengende 01:37 Stunden. Natürlich kann man der Band, die man eigentlich gar nicht als solche bezeichnen kann, den Mut attestieren, sich mit jeder Veröffentlichung neu zu erfinden. Das verdient auch durchaus Anerkennung, keine Frage, aber dieses Mal habe ich den Eindruck, dass Mastermind Justin Greaves den Bogen wirklich überspannt hat, was sich mehr als deutlich im finalen Noise-Gewitter «No Regrets» als quasi musikalischen Mittelfinger manifestiert. For Hardcore-Fans only, was anderes kann ich dazu beim besten Willen nicht sagen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/07XHKXhfah0

Dienstag, 13 September 2022 07:27
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v. 10 Punkten: 6.6

Aus dem hohen Norden, genauer aus Finnland, wird die Melodic Band Bad Baron mit dem zweiten Album «Ace Of Hearts» vorstellig. Die Truppe um den singenden Bassisten Lauri Huovinen hat sich offensichtlich mit Haut und Haaren dem Achtziger Melodic Rock, sprich AOR verschrieben.

Songwritingtechnisch beweist man in der Tat ein erstaunlich versiertes Händchen und kann immer mal wieder mit hohem Wiedererkennungswert aufwarten. Diverse Refrains gehen zügig ins Ohr und animieren dezent zum Mitsummen. Leider entpuppt sich der Sound aber als extrem seicht. Je länger die Spielzeit, desto uninspirierter wirkt das Ganze. Man bewegt sich regelmässig gefährlich nahe an der Grenze zu schwülstigem Achtziger Pop, ohne Ecken und Kanten, glatt poliert und austauschbar. Klar, handwerklich überzeugt man zwar durchs Band und bewegt sich gekonnt über das Gitarren-Griffbrett und die Keyboardtasten. Lauri ist mit Sicherheit kein schlechter Sänger, seine voluminöse Stimme kann durchaus gefallen, aber es mangelt an Druck und Dreck. Was an der Basis eigentlich gar nicht mal so übel daher kommt, verliert sich letztlich in der Belanglosigkeit.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Wb0spwRp1Y8

 

Dienstag, 13 September 2022 07:19
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Piet Sielck, Kai Hansen (Helloween, Gamma Ray) und Thomen Stauch (ehemals Blind Guardian) gründeten Iron Savior im Jahre 1996.

Da Piet in der Vorgänger-Truppe von Helloween spielte, liegt es nahe, dass der Sound von Iron Savior sich irgendwo zwischen Helloween und Blind Guardian bewegt und interessanterweise nie den richtig grossen Durchbruch schaffte. Auch deshalb nicht, da die Songs immer wieder mit Anleihen bei Judas Priest und einer kräftigen Stimme ausgestattet waren. Zuerst stand die Truppe bei Noise Records unter Vertrag, und diesem Label haben wir es zu verdanken, dass nun «Reforged-Ironbound» das Licht der Welt erblickt. Schon der «Best Of» Vorgänger «Riding On Fire - Reforged» nahm sich den Tracks aus der Noise Ära an. Die ersten fünf Scheiben waren nicht mehr erhältlich, und aus rechtlichen Gründen konnte Piet die Alben nicht mehr neu auflegen. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht und die Lieder einfach neu eingespielt. So knallen 23 Songs mit einem neuen Soundgewand aus den Boxen und springen die Zuhörer wie ein wilder Tiger an.

Allein was die Gitarrenarbeit hier zu bieten hat, sollte alle Priest, Ray, und Ween Fans die Freudentränen in die Augen treiben. Dazu ein bisschen asiatischen Touch der ersten Blind Guardian Scheiben und ihr wisst, was euch erwartet. Zu Unrecht wurden Iron Savior immer stiefmütterlich behandelt, denn wer noch ihren Auftritt beim "ICE ROCK Festival" in den Ohren hat, weiss wie viel Metal in dieser Truppe steckt. «Protect The Law», «Paradise» oder «Thunderbird» sind Klassetracks und zeigen als Anspiel-Tipps, was man vom Quartett erwarten darf, bei dem heute neben Piet (Gesang, Gitarre), Joachim "Piesel" Küstner (Gitarre), Jan S. Eckert (Bass) und Patrick Klose (Schlagzeug) musizieren. Tolles Album, das eindeutig beweist, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen. Mit der Cover-Version von «Sweet Dreams» (Eurythmics) und dem Japan Bonustrack «Living On A Fault Line» befinden sich noch zwei sehr interessante Zugaben auf dem Album.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hMQt_ckSRYY

 

Montag, 12 September 2022 06:52
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v. 10 Punkten: 9.8

Nimmt man den Vorgänger «Dystopia», so weist der neuste Streich aus dem Hause Mustaine gewisse Parallelen auf. Schon das Cover erinnert an das Album aus dem Jahre 2016. Statt in Grautönen, sieht man Vic Rattlehead nun in einer tiefbraunen Landschaft.

Musikalisch wird die Reise, die «Dystopia» vorgab, konsequent weiter verfolgt. Dabei erklingen speziell die Gitarren-Parts, welche das beste Duo bei Megadeth spielt, sprich Mustaine und Kiko Loureiro, wie von einem anderen Stern. Was die Jungs beim schnellen «Life In Hell» auf dem Griffbrett hinzaubern, ist nicht von dieser Welt. Dabei flechten die Herren auch immer wieder geschickt Wechsel beim Tempo ein, bei denen man sich unweigerlich an die Frühphase («Peace Sells… But Who's Buying») erinnert fühlt. Klar werden sich die Kritiker wieder an der Stimme von Dave stören. Aber im Ernst, will der Megadeth Fan denn einen anderen Sänger als den Blondschopf? Bösartig versprüht «Night Stalkers» mächtig viel Gift, und dies zusammen mit Ice T., während die gefühlvolle Seite bei «Dogs Of Chernobyl» zu hören ist. Eine Nummer mit akustischen Gitarren und einem unglaublichen Aufbau, der sich in einem harten Midtempo-Track entlädt und am Schluss mit Doublebass Drum Gewitter beendet wird.

«Sacrifice» hätte seinen Platz auf «Countdown To Extinction» gefunden, und das verspielt mit fiesen Gitarren Attacken gespickte «Killing Time» wäre ein würdiger Part auf «Youthanasia» gewesen. «Soldier On» hätte man dagegen bestens bei «Rust In Peace» untergebracht, während «We'll Be Back» auf «Killing Is My Business… And Business Is Good» das Album bestens abrunden würde. Hat sich Dave kopiert? Nein, sondern er hat sich erneut seiner Stärken besonnen und dabei ein unglaubliches Album rausgehauen. Das Highlight ist jedoch «Célebutante». Ein Riffmonster, das in meinen Augen mit viel Geschwindigkeit der grösste Hit der Jungs werden könnte. Megadeth sind kein bisschen schlechter als auf dem Vorgänger. Nein, das Quartett bringt mit «The Sick, The Dying… And The Dead» ein Werk an den Start, das sicher zu den besten dieses Jahres gezählt werden kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xc_mfqPS2LY

 

Montag, 12 September 2022 06:47
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v. 10 Punkten: 7.5

Aufgrund der Pandemie und dem Sorgen bereitenden Gesundheitszustand des "Prince of Darkness" wurde dessen längst angekündigte Solo-Tour mittlerweile auf 2023 verschoben. So richtig daran glauben mag zwar eigentlich niemand mehr, aber Totgesagte leben bekanntlich länger. Zumindest liess das aktuelle Befinden von Ozzy Osbourne zu, dass er wieder ins Studio gehen konnte und wir nun mit «Patient Number 9» das dreizehnte Studio-Album in die Hände kriegen.

Von meiner Seite her kam dazu keine wirkliche Vorfreude auf, denn spätestens seit den 2000er-Jahren, also ab «Down To Earth» (2001) sank der kompositorische Stern unaufhaltsam und fand seinen bisherigen wie schaurigen "Höhepunkt" auf den letzten drei Alben «Black Rain» (2007), «Scream» (2010) und «Ordinary Man» (2020). Einher gehend mit diesem unpassenden, sprich auf modern getrimmten Rock Düster-Sound ging die knackige Heavyness der frühen Tage völlig flöten. Ganz zu schweigen davon, dass Ozzy auch stimmlich abgebaut hat. Klar spülte die Schmacht-Ballade «Dreamer» einige Kohle an Land, aber danach kam auch hier nichts mehr. Dann wenden wir uns nun also dem «Patient Number 9» zu und lassen das von Guests wie Tony Iommi, Jeff Beck, Eric Clapton, Mike McCready und Haus-Gitarrist Zakk Wylde ausgestattete Werk mal eine gute Stunde zu insgesamt dreizehn Songs laufen. Das theatralische Intro zum Titeltrack könnte dabei glatt von Hell stammen, ehe sich dann Mr. Beck zum ersten Mal die Ehre gibt und ausser beim ausgedehnten Solo eher anders als sonst klingt. Ozzy "singt" dazu ordentlich melodisch und oben weg kraftvoll dank Autotune. Live dürfte das allerdings nicht mal halb so gut daher kommen, aber ob das überhaupt noch geschehen wird?!

«Bei Immortal» rifft es mit Mike McCready eine Spur kerniger, und nebst dem bollernden Bass blitzen ein paar Synth-Guitar Tunes von Steve Stevens auf. Dafür taucht bei «Parasite» wieder dieser modern-düstere Schrammelsound auf, und erst beim Solo erkennt man Zakk mit seinen bekannten Verschnörkelungen, während unverkennbar Master Iommi «No Escape From Now» seinen Stempel aufdrückt. Das Gleiche geschieht beim etwas ruhigeren «One Of Those Days» mit Slow-Hand Eric Clapton, wo der Refrain mit Widerhaken auffährt, während «A Thousand Shades» den besseren der beiden Beiträge von Jeff Beck markiert und zu Vibes der Fab Four gar noch ein Streicherarrangement auftaucht. Nach zwei weiteren und ähnlich gelagerten Tracks, diesmal mit Zakk Wylde, lässt es dieser bei «Evil Shuffle» wieder mehr "krachen", und bei «Degradation» macht Tony Iommi ebenso keine Gefangenen, sprich lässt (wegen der Mundharmonika) Reminiszenzen an «The Wizard» wie die letzte Heaven & Hell Scheibe «The Devil You Know» (2009) aufkommen. Bei der Schluss-Triplette macht «Dead And Gone» mit leichten Anleihen bei Héroes del Silencio das Rennen. Unter dem Strich ist «Patient Number 9» weitaus besser als alles, was nach «Ozzmosis» (1995) kam, aber mit "Metal" hat das nichts mehr am Hut.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/h_6DfxA6LiI

Montag, 12 September 2022 06:38
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v. 10 Punkten: 8.0

Dass der ehemalige Millionen-Seller, beziehungsweise White Lion Shouter Mike Tramp seinen Sound entschlackt hat und lieber nur noch mit der Akustikgitarre musiziert, ist nichts Neues.

Auch wenn er noch immer mit fetten Riffs auf sich aufmerksam machen kann, so scheint der Däne seine Passion neu bei nachdenklicheren Tracks gefunden zu haben. Nun geht der Sänger seinen natürlichen Weg sogar so weit, dass er in seiner Heimatsprache singt, sprich mit dänischen Texten und zum Beispiel beim sehr feinfühligen «Det Jeg Far» und mit etwas rockigeren Parts zu «Vejkort». Mit diesem Werk ist vielleicht das mit Abstand am wenigsten zum Abrocken geeignete Album veröffentlicht worden. Die Scheibe kommt zwar mit sehr viel Tiefgang ums Eck, lässt die Zuhörer den Klängen jedoch besser auf dem Sofa lauschen und hat nichts mehr damit gemein, zu «Little Fighter» (Track vom White Lion Werk «Big Game») wild in der Stube herum zu tanzen. Der "Little Fighter" macht sich heute auf eine andere Art und Weise Gedanken, heisst über sich und seine Umwelt. Dies hört man «For Første Gang» von der ersten Sekunde an. Musikalisch tragen die Lieder den typischen Tramp-Stempel, keine Frage, aber alleine das Cover mit dem sehr nachdenklich aussehenden Mister Tramp spricht eigentlich Bände.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2YS_PEv0N6c

 

Samstag, 10 September 2022 10:11

April Art haben sich vorgenommen, das beste Album der Welt zu schreiben. Wow, das ist mal 'ne Ansage und die Messlatte somit ganz weit hoch gehängt. Na dann sind wir mal gespannt, ob die fünfzehn Tracks auf der "Deluxe Version" von «Pokerface» das halten können, was sie versprechen.

Der Titeltrack brennt sich auf jeden Fall schon mal gnadenlos ins Ohr. Ein packender Mix aus Crossover, Alternative, mit Electro-Elementen und einer sehr eigenständigen weiblichen Stimme. Hier findet man aber nicht bloss eine Rock Band mit weiblicher Schönheit, um Fans an Land zu ziehen, denn April Art sind eine Einheit, die ohne den anderen nicht funktionieren. Ohne Zweifel ist Sängerin Lisa eine Augenweide, doch sie besticht genauso mit einer unglaublichen Power in ihrer Stimme. Sieht man sich die aktuellen Promo-Fotos an, könnte die Band auch "Rotkäppchen und die drei bösen Wölfe" heissen, respektive, den Übernamen des grössten Fussballclubs aus Liverpool haben: The Reds. Die Farbe Rot zieht sich entsprechend auch durch alles hindurch. Mittlerweile sind wir bereits weiter bei den Album-Tracks, und ich muss schon sagen, respektive ob «Poker Face» für das beste Album der Welt taugt, bin ich mir nicht ganz so sicher, aber die Band ist doch ziemlich nahe dran.
Pat

 

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R-7d9tax078

 

Samstag, 10 September 2022 10:04

Valborg aus Bonn haben auch schon einige Jährchen auf dem Buckel und präsentieren mit «Der Alte» bereits das neunte Album. Das Trio beginnt das Album mit Kreischgesang und dem Opener «Asbach». Musikalisch wird harscher und eiskalter Todesmetal geboten.

Bedrohlich kommt «Hoehle Hoelle» einem entgegen, und das Geschrei des Sängers dringt bis ins tiefste Innere vor. Mit einem massiven Riff baut sich «Kommando aus der Zukunft» auf. Mit Sprechgesang wird «Urecho» garniert, und die Musik gibt monoton die Marschrichtung vor! Eine Soundwand, bestehend aus massiven Riffs, wird mit «Die Glut der ersten Stunde» erschaffen. Durch die Monotonie wird hier eine gewaltige Durchschlagskraft erzeugt. Heftig gehts zur Sache mit «Saturn Eros Xenomorph», und das wichtigste Werkzeug bleibt aber die endlose Monotonie! Im Stechschritt schreitet «Hektor» im Eiltempo vorbei! Der Titeltrack «Der Alte» braucht anschliessend ein wenig, bis er in die Gänge kommt, und so verharrt das Ganze in ruhigen Gewässern!

«Attacke» ist hingegen ein schwerfälliger Hassbrocken mit ordentlich Wutpotenzial. Erwartungsvoll startet «Sehnsucht nach Unendlichkeit», bleibt jedoch in einer Endlosschlaufe stecken und wartet noch mit eindringlichem Sprechgesang auf. Ein Gemisch aus Grindcore und Industrial bietet «Mortum» und artet so zu einer gewaltigen Krachorgie aus! Ungezügelt schiesst auch «Verdacht im Palast» aus den Boxen, während «Mutter des boesen Sterns» wiederum mit massiven Riffs auftrumpft! Valborg hauen mit «Der Alte» ein massives Album heraus, das mit deutschem wie derbem Sprechgesang aufwartet und Rammstein plus Konsorten wie einen Kindergeburtstag aussehen lässt!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/gJrxuDyGl6w

Samstag, 10 September 2022 09:58
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v. 10 Punkten: 10

Holla die Waldfee, was brettert einem da gleich zu Beginn um die Ohren? «Zombie Inferno» fängt langsam an, dreht dann aber gleich volle Kanne auf und schmeisst Zuhörer mitten ins Gemetzel. Da werden keine Gefangenen gemacht, ganz im Gegenteil - die erwachen als Untote und lassen ihren verfluchten Hunger sprechen.

«Putrefying Corpse» drescht gleich von der ersten Sekunde an einen ein, während Old Nick seine Stimme in die hintersten Winkel des Kellers schickt und so derb growlt, wie schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr. Brutal, blutig, desaströs und destruktiv bis zum Gehtnichtmehr. «Dead Parade» geht etwas gemächlicher zu Werke, was aber lediglich die Boshaftigkeit der Lyrics unterstreicht. «Malignant Maggot Therapy» lässt dann wieder in hohem Tempo die Untoten los, und ich persönlich denke, so brutal hat man Bloodbath seit «Nightmares Made Flesh» nicht mehr gehört. Bösartig, ja oder alles und jeden verfluchend, aber eine solche Schlachtplatte? Wird nur noch getoppt von der (vermutlich) zukünftigen Live-Hymne «Carved», welche absolut abgehen wird, da habe ich keine Zweifel - inklusive Texten, welche nur so vor Blut, Eiter, Schmerz und abgrundtiefem Horror triefen.

Hiermit ist der Höhepunkt der Platte erreicht, denn die folgenden Tracks bieten zwar mehr vom gleichen Stoff, aber prinzipiell nichts Neues - das ist nichts Schlechtes, ganz im Gegenteil! Das Splatter-Niveau wird konstant hoch gehalten, es wird gegrowlt, gedrescht und alles platt gemacht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist (und auch das hilft nichts!). Was aber besonders hervor gehoben werden sollte: «No God Before Me». Ein Song, wie er ruhiger, aber gleichzeitig nicht bösartiger, abgrundtiefer nicht sein könnte, vor allem, wenn dann gegen Ende nur noch der Titel und der konstant wiederholt wird, inklusive Kirchenglocken, um die Stimmung vollends in Richtung von endlosem Horror und der Endgültigkeit zu verfrachten. Geht unter die untote Haut wie nichts. Fazit: Ich kann diese Scheibe wirklich allen bedingungslos empfehlen, welche auf Death Metal mit einem gewissen Groove-Faktor und Texten stehen, welche aus irgendwelchen Splatter-Filmen stammen könnten. Blutig!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/a4UYW5Oty2o

Freitag, 09 September 2022 07:18

Holy Moly, da findet sich ein Kracher nach dem anderen, hell yeah! So stehen doch die Herren David Davidson (Guitars, Vocals), Brett Bamberger (Bass, Vocals) und Ash Pearson (Drums) mit ihrem mittlerweilen achten full-length Studioalbum namens «Netherheaven» und den neun darauf enthaltenen Killer-Traxx der Konkurrenz in Nichts nach.

Im Gegenteil, Revocation erarbeiten sich ellenlange Vorsprünge gegenüber anderen Combos. Nein, dies ist gar nicht hochnäsig oder abschätzend gewertet, im Gegenteil, es ist die pure Wirklichkeit, die wahre Ehrlichkeit, einfach "the matter of real facts". Weiss man doch, dass David Davidson auch am Berklee College of Music in Boston unterrichtet, ab und zu, so wie Joe Stump, John Petrucci und weitere Koryphäen des Saitenhexens. Selbstverständlich gibt es da auch bei anderen Instrumenten deren Koryphäen am Berklee, und so ist das neue Machwerk «Netherheaven» eben korrekt einzuschätzen, durch das Gezockte, Geschriebene, Dargebotene, ohne Wenn und Aber. Wiederhole ich mich? Ist mir sowas von scheissegal, denn es gibt ja prinzipiell keine schlechte Mucke, nur gefällt es oder gefällt es nicht?

Oh, schon wieder die alte Leier? Nope, es kann einfach nicht genug so erwähnt werden, denn schlussendlich seid ihr der Geigenzähler, entweder der schlägt aus oder bleibt stumm. Anno 2006 in Boston, Massachusetts, U.S. of A., gegründet, nebst eben den acht full-length Releases wartet man bis heutzutage noch mit einem Demo, drei Singles, einem Split-Album (mit Exhumed, Black Tusk, Tombs, Royal Thunder) und einer EP auf. Das neue Meisterwerk «Netherheaven» ist im nigelnagelneuen Studio von David Davidson, dem "HeatWave Studio" aufgenommen worden, ausser die Drums, die sind von Shane Frisby in den "The Brick Hithouse Sudios" in Massachussetts recorded worden, danach vom schwedischen Studioass Jens Bogren (Opeth, Kreator, et cetera) gemischt und gemastert worden, in seinen "Fascination Street Studios".

Das geniale Cover-Artwork stammt von Paolo Girardis "Hieronymus Bosch", da textlich in dieselbe Richtung geballert wird, und zwar eine Mischung von Dante Alighieris "Divine Comedy", Robert W. Chambers "The King In Yellow" und ein Teil aus 'America: The Farewell Tour' von Chris Hedges. Musikalisch ist «Netherheaven» das bislang anspruchvollste, progressivste, technischste, deathigste wie thrashigste Album ever von Revocation geworden, das sozusagen dunkelste und düsterste Album in deren Palmares. Ja, auf «Netherheaven» steht das Trio Infernale dem Death Metal näher, denn je zuvor. Die Produktion ist demzufolge druckvoll, messerscharf klar, bösartigst und heftigst ausgefallen. Dies scheint auch im Songwriting niederzuprasseln, denn Revocation verbinden nebst den hochstehenden, melodiösen und virtuosen Gitarrensoli auch gefrickelte, hochstehend musikalische Fingerakrobatiken, vertrackte wie verschachtelte Akkorde, brutales deathiges wie eben auch thrashiges Geriffe, vor allem die Midtempo-Parts grooven höllisch daher, und wichtig, da es sich eben um intelligentes Songwriting handelt.

Jeder Songs ist eigens, will schreiben, kein Song gleicht dem anderen Track, somit Abwechslung pur und ja, man muss sich die Zeit nehmen, sich hinsetzen, um sich die ganze Pracht von «Netherheaven» reinpfeifen zu lassen. Der Bass wummert angenehm, passend in der rhythmischen Sektion zur Gitarre von David, doch bekanntlich bei Revocation ist, dass selbst der Bass solodeske Pfade einschlägt, sich mit Lines schmückt und selbst in den rhythmischen Parts beinahe schon autark solodesk wirkt, ohne jedoch den Groove zu verlieren. Die Drums wirbeln heftigst mit den Double-Basses, selbst in den Grind- und Blastparts wirken die Drums harmonisch und verdammt groovig. Da sehr viel mit gelungenen Tempi- wie Rhythmuswechseln experimentiert wird, setzten diese Nadelstiche auch die progressiven wie hochstehenden technischen wie musikalischen Fertigkeiten noch ein Niveau höher. Die verschiedenen abstrakten und gekonnt eingesetzten Cymbals- wie Toms-Streicheleinheiten versetzten dem Gesamtsound stetig groovende Akzente.

Zu guter Letzt noch die trockene, treibende, harte Snare, welches sich unentwegt den Pfad vor sich wegräumt. Die Vocals sind bösartig, tief, thrashig screamend und shoutend, aber auch im gutturalen Level zu finden, stets brutal verständlich rüberbringend. Nun, Revocation sind Revocation, da gibt es keinen Weg daran vorbei. Doch um mögliche Vergleiche zu anderen Bands zu geben, so kommen Bands wie Martyr, Obliveon, Soreption, Necrophagist, Fractal Universe, Blotted Science, Beyond Creation, Gorguts, Atheist, Broken Hope und Konsorten in Frage. Anspieltipps wären alle neun Songs, welche ihr nun hier zu lesen bekommt, da wären «Diabolical Majesty», «Lessons In Occult Theft», «Nihilistic Violence», «Strange And Eternal», «GAlleries Of Morbid Artistry», «The 9th Chasm», «Godforsaken», «The Intervening Abyss Of Untold Aeons» und «Re-Crucified». Ohne dass der Schreiberling übertreibt, aber Revocation haben mit «Netherheaven» das Album des Jahres 2022 abgeliefert, egal was noch kommen mag, ist so. Punkt, aus, fertig!
Poldi

cede

 

https://www.youtube.com/embed/f9ljnukL26A

Freitag, 09 September 2022 07:12
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Helsinkis Goth'n'Roller The 69 Eyes sind seit mehr als dreissig Jahren im Geschäft. Die Band debütierte mit dem Album «Wasting The Dawn», das den Start einer mittlerweile beeindruckenden Karriere markiert.

Das letzte Studio-Album «West End» wurde vor drei Jahren veröffentlicht, und es war an der Zeit, die Fans mit neuem Material zu erfreuen. Dabei ist leider noch kein ganzes Album heraus gekommen, sondern erstmal die EP «Drive» mit drei neuen Songs. Der vierte Track «Two Horns Up» ist eine, als solche nicht zu erkennende Live-Version. Das Original stammt vom Album «West End» und erlebt mit dieser Veröffentlichung ein Revival. Interessanter sind jedoch die drei neuen Songs, die die Stärke des The 69 Eyes-Sounds ins korrekte Licht rücken. Ein Schlüsselelement des Sounds der Finnen ist sicherlich die raue und dunkle Stimme von Frontmann Jyrki 69. Sein ausdrucksstarker Gesang hebt die Band bis heute von vielen anderen Gruppierungen ab und macht sie immer noch zu einem besonderen Element. Der Opener «Drive» spiegelt dies auf schöne Weise wider, denn The 69 Eyes rocken die Hölle und umarmen weiterhin die Schönheit der Nacht. Im gleissenden Sonnenlicht kann man sich diese Truppe kaum vorstellen. «Call Me Snake» ist ein stampfender Rocker, gefolgt von «California», einem Song, der die leuchtenden Farben Kaliforniens wie ein dunkler Schal in einen grauen Schleier hüllt. Die Finnen haben ein gutes Gespür für eingängige Melodien, und «Drive» ist eine gelungene EP geworden. Der Fünfer aus dem hohen Norden schafft es, durch die Hitze der Nacht, die Zuhörer zu verzaubern und zum Schwitzen zu bringen.
Oliver H.


https://www.youtube.com/embed/76ls-EtQSMM

 

Freitag, 09 September 2022 07:07
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v. 10 Punkten: 7.5

Russel Allen (Symphony X) und Anette Olzon haben zusammen mit Magnus Karlsson ein Album veröffentlicht, das alle Melodic Metal Fans begeistern wird.

Die stimmliche Kombination zwischen Russel und Anette passt bestens zusammen. Dazu gesellen sich symphonische Elemente zu metallenen Parts («So Quiet Here») und lassen die Fangemeinde zwischen Nightwish und Symphony X vor Freude aufheulen. Dass bei «A Million Skies» dann noch zusätzliche Streicher erklingen, überrascht nicht. Auch nicht, dass diese Nummer ebenso auf ein Nightwish Werk gepasst hätte. Ja, «Army Of Dreamers» nimmt die Zuhörer mit auf eine träumerische Reise, lässt diese eintauchen in eine Welt klangvoller Elemente und wird keinen Fan der beiden Gesangs-Akrobaten enttäuschen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0_z0rCIvZjU

 

Donnerstag, 08 September 2022 07:31

Vor rund neun Monaten sinnierte ich noch darüber, wie wohl der dritte Teil der "Pandemie-Trilogie" aus dem Hause King Buffalo klingen würde. Die Antwort zu dieser Frage liefert eigentlich schon die obige Genre-Zuweisung.

Letztes Jahr hiess diese noch "Psychedelic Rock, Progressive Rock", es hat sich also wieder einmal was verändert im Sound des umtriebigen Trios aus Rochester NY, was eigentlich nicht wirklich eine Überraschung ist. «Regenerator», der Erneuerer, der Titel ist somit Programm, denn der Dreier präsentiert sich auf dem neuesten Output wieder deutlich rockiger und eingängiger als auf dem Vorgänger «Acheron». Beim ersten Anhören bereitete mir dieser Umstand noch etwas Mühe, zu sehr hoffte ich wohl auf einen stilistischen «Zwilling» der letztjährigen Veröffentlichung, welche mich durch ihre sphärische Ausrichtung eigentlich sofort in ihren Bann gezogen hatte. Einige Durchläufe später sah ich hingegen ein, dass das Trio genau das Richtige gemacht hat. Die sieben Tracks auf der neuen Scheibe lassen sich ganz grob in drei Kategorien unterteilen.

Die erste wäre die der lockerflockigen "Gute Laune-Songs", darunter beispielsweise der eröffnende Titeltrack, welche durch ihre ausgedehnten Jam-Parts für die nötige Spannung sorgen. Die zweite Kategorie umfasst ein paar zumeist etwas kürzere Nummern wie «Mercury» oder «Hours», in denen die Jungs demonstrieren, dass sie härtetechnisch durchaus ein paar Briketts mehr nachlegen und ordentlich rocken können, wenn sie nur wollen. In die dritte Kategorie fallen schliesslich die letzten drei Titel, meines Erachtens die heilige Dreifaltigkeit von «Regenerator». Diese langen («Mammoth», «Avalon») bis sehr langen («Firmament») Songs bestechen durch ihren epischen Aufbau. Ruhig und getragen in den ersten paar Minuten, explodieren sie gegen den Schluss hin förmlich in entfesselte Soli und mächtige Riffgewitter, so wie es sich für echte Grower gehört. Insofern ist es den Jungs schlussendlich gelungen, der "Pandemie-Trilogie" einen würdigen Abschluss zu gewähren. Für Fans der Truppe ist «Regenerator» ein klassischer Blindkauf mit Zufriedenheitsgarantie.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1JWxQswU-I0

Donnerstag, 08 September 2022 07:25
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v. 10 Punkten: 6.5

Wenn eine Band im heimischen Tonträger-Universum mit keinem Schnipsel vertreten ist, drückt dies unmissverständlich aus, ob man die jeweilige Mucke mag oder eben nicht. Obwohl keine andere Band wie King's X in der Geschichte Stile wie Hard Rock, Alternative, Metal, Progressive und Soul in eine Galaxie gebracht, respektive besetzt hat, haben mich Dug Pinnick (Bass, Gesang), Jerry Gaskill (Schlagzeug, Gesang) und Ty Tabor (Gitarre, Gesang) nie abgeholt.

Schaut man sich das Palmares der Band, sprich die bisher veröffentlichten Alben an, kommt da schon einiges zusammen. Was mir von der Truppe von früher her noch einigermassen präsent ist, geht vor allem auf den Zweitling «Gretchen Goes To Nebraska» von 1989 zurück. Darüber berichtete die Szene-Journaille, und so war mir zumindest der Bandname bekannt. Wenn ich da jetzt zum Bespiel für ein paar Takte in den Opener «Out Of The Silent Planet» rein höre und weitere Songs anspiele, wird mir sofort wieder klar, warum ich diese Mucke damals links liegen gelassen habe. Das bratzt einfach zu wenig, klingt zwischendurch einfach "zu schräg", und der mehrstimmige Gesang als Markenzeichen war bereits die Domäne von Queen oder The Sweet. Kurz auf den Punkt gebracht war das für mich mit 25 Jahren, trotz der unbestrittenen Musikalität wie bei «The Difference (In The Garden Of St. Anne's-On-The-Hill)», einfach nix.

Über drei Dekaden später fällt das Urteil darüber etwas altersmilder aus, aber der erste Durchgang von «Three Sides Of One», vierzehn Jahre nach dem Vorgänger-Album «XV», reisst mich nach wie vor nicht vom Hocker. Trotz härterem und wuchtigerem Gitarren-Sound höre ich immer noch zu viel "alternatives Zeug" heraus, was meine musikalischen Geschmacksnerven überhaupt nicht nachhaltig zu elektrisieren vermag. Klar besitzt ein Song wie «Give It Up» Groove, aber die zugänglicheren Momente entstehen vor allem bei den getragenen Nummern wie «All God's Children», «Take The Time» und «She Called Me Home». Der Rest? Nicht so meine Baustelle! Wer die unbestrittenen handwerklichen Qualitäten des Trios aber schon länger schätzt, respektive würdigt, sollte sich zu «Three Sides Of One» mit Vorteil ein eigenes Urteil bilden.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/1rNqcKE2AOE

Donnerstag, 08 September 2022 07:16

Sieben Jahre ist es her, seit sich Pistols At Dawn zum gemeinsamen Musikmachen zusammengetan haben. Bis heute blieb mir das völlig unbemerkt, was doch sehr schade ist. Ihr Mix aus modernem und klassischem Rock entspricht nämlich genau meinem Gusto.

Die Produktion der acht Songs auf «Ascension» muss sich nicht verstecken, schliesslich zeigt sich niemand Geringerers als Sylvia Massy (Tool, System Of A Down, Johnny Cash) für die Veredelung verantwortlich. In den amerikanischen Alternative-Charts kann ich mir die Songs von Pitols At Dawn sehr gut vorstellen. Für den ganz grossen Durchbruch fehlt aber noch ein wenig die Eigenständigkeit, da es oft klingt nach bereits bekannten Bands aus dem Genre klingt. Nichtsdestotrotz ist die Band gekommen um zu bleiben und macht hoffentlich auch bald mal halt auf dem alten Kontinent, um zu beweisen, wieviel mehr noch in der Truppe steckt. Das Duell bei Sonnenaufgang ist noch nicht gewonnen, aber es ist auch noch nicht verloren.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/63paMlbL5oA

Mittwoch, 07 September 2022 07:20
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v. 10 Punkten: 6.5

Manifest aus Trondheim in Norwegen existieren schon seit 2005. In dieser Zeit veröffentlichte die Band total vier Alben, mit denen sie sich eine beachtliche Fanbase im Heimatland, aber auch ausserhalb erarbeiten konnten.

Was auf einem Studio-Album schon mit einer spürbaren Wucht daher kommt, stellt man sich natürlich live umso grandioser vor. Die Band kann nicht umsonst eine grossartige Bühnenreputation ausweisen, welche sie bereits mit Szenegrössen wie Napalm Death, Meshuggah oder Entomed teilen durfte. Da liegt es doch auf der Hand, für weitere Konzerte neues Material nachzuliefern. «The Sinking», das mittlerweile fünfte Album, liess sich im Studio so einfach zusammenbauen, wie Zement zu mischen. Die Einzelteile sind relevant und müssen in richtigen Teilen zusammengesetzt werden. Das Resultat ist dann aber eine undurchdringbare Wand, die Zuhörer schlicht umhaut. Nachdem man im Jahre 2022 ja wieder touren kann, bleibt zu hoffen, dass Manifest demnächst auch mal die Schweiz beehren.
Pat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/tgz8sZOVuPI

 

Mittwoch, 07 September 2022 07:15
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v. 10 Punkten: 8.8

Lugnet bedeutet im Schwedischen "Ruhe", womit die Herkunft der Band schon mal geklärt wäre. Gegründet wurde die Formation bereits 2009. Nach einigen Line-up Wechseln, dezenten Stilkorrekturen und zwei richtig guten Outputs steht man nun mit dem dritten Album in den Startlöchern.

Wie gehabt wird dem Classic Rock mit Schwerpunkt Siebziger Jahre gefrönt. Man schielt dabei offensichtlich, aber unaufdringlich in Richtung Deep Purple, Black Sabbath, Rainbow und Led Zeppelin. Das heisst es werden gekonnt Trademarks der genannten Bands integriert, dabei aber eine eigene Identität entwickelt, was wiederum bedeutet, dass Lugnet eine eigenständige Band mit einer grossen Portion Charisma sind. Die zehn Tracks glänzen grundlegend durch einen episch-emotionalen Grundtenor, bieten aber auch Abwechslung durch variierende Schwerpunkte. Zwischen organischen Orgelklängen und satten, druckvollen Gitarren-Riffs ist Vielseitigkeit und Dramatik jederzeit garantiert. Mit Roger Solander hat man zudem einen Shouter in den eigenen Reihen, der durch eine ausdrucksstarke Stimme der Formation einen zusätzlichen Qualitätsgarantie Stempel aufdrückt. Inwiefern das, in der Mitte platzierte Instrumental «Svarv» und der bloss aus Orgelklängen bestehende Rausschmeisser «Tasjö Kyrkmarsch» Sinn machen, bleibt allerdings eine offene Frage. Die restlichen acht Tracks aber können kritiklos stehen bleiben und eignen sich allesamt zum Antesten. Für Classic Rock Fans ist der Blick auf Lugnet schon fast zwingend!
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ls2MS3ZXqyk

 

Mittwoch, 07 September 2022 07:08
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v. 10 Punkten: 6.5

Ganz ordentlich, was da aus den Boxen schallt. Allerdings auch nicht ganz einfach einzuordnen. Man nehme einen Schuss Black Label Society, etwas Black Sabbath, Seether, füge Miles Kennedy hinzu und kriegt dann so ungefähr eine Ahnung, wohin die Reise gehen soll.

Zuweilen heavy as fuck, dann wiederum melodisch-zerbrechlich, treibend, um gleich im Anschluss wieder das Bremspedal zu betätigen. Ihr seht, man bekommt hier einiges geboten. Mir persönlich sind in den Songs zu viele Wiederholungen, und auch der Sänger streckenweise zu monoton, als dass mich Skypilot wirklich fesseln könnten. Zudem sind die Gitarren zuweilen arg stark verzerrt, so wirklich in Richtung Fuzz abtreibend, und das macht mich nicht wirklich an. Aber eben, jedem das seine. Reinhören vor dem Kauf ist Pflicht bei «Simple Beasts», würde ich mal sagen. Speziell!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7DpAZIQqrIE

 

Dienstag, 06 September 2022 07:19
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v. 10 Punkten: 8.0

Zuerst konnte ich es gar nicht glauben, aber es stimmt tatsächlich, was dem Info-Sheet zu dieser neuen Band zu entnehmen ist: "Vielversprechende Allstar-Combo mit ehemaligen Mitgliedern von Dream Theater, Guns N' Roses, Whitesnake und anderen" enthüllt Debüt-Album! Wie bitte?! Und jetzt noch die Namen dazu: Derek Sherinian (keyb), Ron "Bumblefoot" Thal (g), Tony Franklin (b), Brian Tichy (d) und..., Ray Alder (v)!! Echt jetzt?! Puhhh...

Jetzt wurde doch erst gerade der brillante, selbstbetitelte Erstling von A-Z mit einem überragenden Ray Alder in so zu sagen "gemässigter gesanglicher Mission", sprich mehr Rock als Metal wie üblich, veröffentlicht. Und nun kommt mit Figure Of Speechless schon die nächste "Supergroup" ums Eck geflitzt? Du heilige Scheisse, das kann ja heiter werden, sprich die Erwartungen an diese Combo steigen zumindest auf dem Papier erneut in höchste Sphären! Kann diese zweifellos interessant scheinende Truppe den sehr hohen Ansprüchen ebenso gerecht werden? "Let the music do the talking again!" bleibt da nur noch zu sagen. Vorab muss zusätzlich aber noch der mir bisher unbekannte Initiant des ganzen Unternehmens in der Person von Glen McMaster genannt werden, der nebst dem Beitrag seines Gitarrenspiels für das komplette Songwriting von «Tunnel At The End The Light» verantwortlich zeichnet. Aha..., nun denn, let's go!

Der Opener «Day And Night» geht in die Richtung Progressive Rock mit metallischen Vibes seitens der Gitarren, setzt hinten heraus Mr. Sherinian mit einem kurzen Solo in Szene, und über allem thront natürlich einmal mehr der geniale Ray Alder. Auch «Carve A Smile», untermalt mit weiteren Sherinian-Sounds (Piano und Keys), wird vor allem durch den grossartigen Ray getragen und geht im Gegensatz zu A-Z mehr in die Richtung Progressive Metal als Hard Rock mit progressiver Schaumkrone. Allerdings ist die Härte dosiert, sprich nicht zu ausgeprägt. Das kommt mitunter auch «Escape Hatch» zugute, wo sich der Gesang und die Instrumentierung die Waage halten. Wenn man sich alle elf Songs mit insgesamt über einer Stunde Spielzeit angehört hat, wird klar, dass A-Z und Figure Of Speechless, trotz den gemeinsamen Vocals, zwei Paar Schuhe sind. «Tunnel At The End The Light» braucht aufgrund der progressiveren Ausrichtung mehr Zeit, um sich den Zuspruch der geneigten Zuhörerschaft zu sichern. Fakt ist aber, dass Ray auch hier den entscheidenden Unterschied ausmacht!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/aIIjkDkD7dg

Dienstag, 06 September 2022 07:12

Und wieder wird ein typisches Pandemie-Album in die Verkaufsregale gehievt. Die Alternative-Rocker aus Palm Desert All Souls und ihre in L.A. situierten Desert Rock-Spezis Fatso Jetson (Tony Tornay spielt in beiden Bands Drums) haben das schwierige Jahr 2021 dazu genutzt, um in den "Total Annihilation Studios" in Los Angeles dieses Split-Live Album aufzunehmen.

Den Anfang machen All Souls, deren Alternative Rock nicht einmal so verkopft daher kommt, wie ich es eigentlich befürchtet hatte. Ganz im Gegenteil, den ruhigeren, häufig psychedelisch angehauchten Passagen lassen sie immer wieder gerne mit reichlich Verzerrung versehene Ausbrüche und entfesselte Soli folgen, die ich in dieser Heftigkeit nicht erwartet hätte. Das sorgt für Überraschungsmomente und viel Dynamik, was selbst einem Szene-Banausen wie mir ein interessiertes und anerkennendes Zuhören abringt. Fatso Jetson hingegen geben sich anders als ich sie bisher kannte, sprich deutlich entspannter und über lange Strecken hinweg geradezu gemütlich zurück gelehnt.

Dementsprechend lädt die zweite Albumhälfte eher dazu ein, den Motor runter zu fahren und sich in die zeitweise Jam-artig anmutenden Soundscapes fallen zu lassen. Alleine für sich hätte ich mit dem Beitrag von Fatso Jetson meine liebe Mühe gehabt, aber in diesem Kontext bildet er immerhin einen gelungenen Kontrapunkt zur etwas schwereren Kost von All Souls. Aber eben, wie soeben angedeutet ziehen Fatso Jetson, wie schon bei einer anderen Split-Veröffentlichung geschehen («FATSO JETSON, FARFLUNG - Split» von 2015), genau wegen dieser leiseren Gangart bei mir im direkten Vergleich zu All Souls knapp den Kürzeren. Da wären etwas bissigere Tracks, wie das hier vertretene Instrumental «Dream Homes», die bessere Wahl gewesen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/o8j2l28tS8g

Dienstag, 06 September 2022 07:06
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v. 10 Punkten: 5.0

Im Gegensatz zu Generation Radio, die zeitgleich mit ihrem Debüt-Album ans Tageslicht treten, ziehen die schwedischen Hydra klar den Kürzeren. Das liegt sicher nicht am handwerklichen Können, sondern am Songwriting.

Während Generation Radio die Tracks auf den Punkt bringen, "schwimmen" die Songs von Hydra so ein bisschen neben mir her. Ohne gross zu überzeugen oder mich zu packen. Das ist alles zu "lieblich" wie "nett", und der Rock kommt selten bis gar nie zum Vorschein. Ein solches Werk hätte vielleicht in den frühen Achtzigern in den Staaten kleine Erfolge feiern können, aber heute ist diese Zeit irgendwie vorbei. Mit Ausnahme von «Never Be The Same» und mit Abstrichen «The Most Wanted» berühren die Songs mein Herz nicht. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die Konkurrenz in diesem Bereich momentan einfach zu gross ist.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/2uJY9U9zgQE

 

Montag, 05 September 2022 07:10

Aus Los Angeles stammen Anthea, die mit «Tales Untold» ihr zweites Album veröffentlichen. Dieses bietet zehn Lieder, die ihre Wirkung erst nach einigen Hördurchgängen richtig entfalten.

Wobei die zweite Hälfte des Werkes noch etwas zwingender ist als die erste. Dies, weil in den eher typischen Power Metal auch Death  und Black Metal Elemente eingebaut werden. So hört man immer wieder kurze Stellen mit Gekeife. Auf «Tales Untold» haben sich die Amerikaner generell keine Stilgrenzen gesetzt. So klingen sie mal modern wie fast schon Industrial-mässig, dann wieder progressiv, fast poppig und schliesslich nach klassischem Heavy Metal. Einziges Manko ist die Stimme von Diego Valadez (früher bei Cellador), der die hohen Töne manchmal etwas arg heraus presst und da deutlich an seine Grenzen stösst. Ansonsten gefallen diese sehr dynamischen, ja gar dramatischen Lieder. «Song For A Winter» entpuppt sich an dritter Album-Stelle etwa als erster Höhepunkt, während das darauf folgende «The Deceiver» bereits diese mutige Mischung aus Black und Symphonic Metal aufgreift.

Mit orientalischen Klängen wird «Sapiens» eingeleitet, das dann trotz seiner fünfeinhalb Minuten wie ein 20-minütiges Epos wirkt und stimmungsmässig gar an Dream Theater erinnert. Ab und zu kommen einem auch Rhapsody Of Fire in den Sinn, wobei Anthea mit ihren Liedern deutlich zwingender und weniger kitschig unterwegs sind. Symphony X könnten teilweise ebenso Pate gestanden sein. Für einen ruhigen Moment sorgt das rein symphonische «Memoriam», bevor es mit «Looking Glass», nach einem epischen Anfang, wieder in die Vollen geht und «Empyrion» deutliche Thrash Metal Anleihen heraus kehrt. Unter dem Strich bleibt schlicht ein hervorragendes und mutiges Album, wenn man sich erst mal richtig reingehört hat. Hier stimmt einfach (fast) alles: Härte, Melodien, Eingängigkeit, Eigenständigkeit und Musikalität. Fans der aufgeführten Referenz-Bands sollten «Tales Untold» dringend antesten!
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/eWqBgT0CgFw

 

Montag, 05 September 2022 07:03

Abest brauen einen wilden Mix mit dem Album «Molten Husk» zusammen. In der Schnittmenge aus Hardcore und Metal entsteht im Endeffekt der Sound der deutschen Truppe aus Göttingen.

«Through The Veins» macht den Anfang von diesem speziellen Gebräu. Der Gesang kommt definitiv aus der Hardcore Ecke, während die Musik mehr in Richtung Metal tendiert, und diese Mucke groovt letztlich wie Sau! Garstig wird es mit «Narrative Subtracted», und der Hardcore-Faktor wird nun massiv in die Höhe geschraubt. Bei «The Twitched Veil» wird ein interessanter Mix von langsamen und schnellen Parts geboten. Der Titeltrack «Molten Husk» ist derweil ein massives Groove-Monster und punktet mit geilen Riffs! Rasant geht «Redition Of Truth» ab und erinnert mich ein wenig an die Frühphase von Voivod. Tribal-artiges Getrommel macht den Anfang von «Possessor». Dieser Track lässt auch noch Post Metal durch seine Venen fliessen und verzichtet vollständig auf den Gesang. Vollgas heisst es mit «Bulging Aversion» und leider wird hier zu wenig Abwechslung geboten. Geprügelt wird bei «Through The Concrete», aber auch für Riffs in Dauerrotation findet sich Platz an der Stelle! Noisig dröhnt «Into A Mirrored Hall» aus den Boxen und entpuppt sich dann als wahres Groove-Monster! «Cognitive Empathy» ist hingegen ein kurzer und heftiger Wirbelsturm. «Obliteration» läutet das Ende von «Molten Husk» ein, und nochmals wird auf die Karte Groove gesetzt. Das neue Album von Abest besitzt einerseits eine massive Durchschlagskraft, aber andererseits bleibt die Abwechslung leider auf der Strecke. Das bedeutet ab einem gewissen Zeitpunkt, dass die Chose oft wie stumpfes Geprügel daher kommt. Dennoch tut antesten definitiv Not!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UAwrqpkE_YA

 

Montag, 05 September 2022 06:57

Ich muss freimütig zugeben, dass ich mich bisher nie mit Caroline Breitler beschäftigt habe. Die ehemalige MusicStar-Kandidatin (der ersten Staffel 2003/2004), die es nicht mal in den Final der besten zehn schaffte, war bei mir bisher nie ein Thema. Deshalb nahm ich ihre weiteren Aktivitäten überhaupt nicht wahr, obwohl der Name im Zuge ihrer Debüt-CD «Courage» von 2020 dann und wann fiel oder was über sie zu lesen war.

Im Gegensatz zu vielen ihrer damaligen Mitstreiter:innen, und dazu gehören auch Sieger wie andere zumeist kurzfristige Erfolgsgeschichten, hat die damals 18-Jährige nie aufgesteckt und sich im Verlauf der Jahre klangheimlich beruflich wie musikalisch weiter entwickelt. Kurz darauf begann sie ein Studium an der Pädagogischen Hochschule Luzern in den Fächern Deutsch, Englisch, Sport und Musik, wobei der Schwerpunkt auf dem Musikteil lag. Nach sieben Jahren schloss sie das Studium mit dem Titel "Master of Arts in Education" ab und arbeitet nun als Lehrerin in diesen Fächern. Mit Talent war sie ohne Zweifel schon früh gesegnet, und das mündete schliesslich bis hin zu gemeinsamen Auftritten mit Marc Storace (Krokus) und gar einmal mit Anastacia in der Swiss Life Arena in Genf. Interessanterweise kam dann eines Tages Musiker, Produzent und Frontiers-Legende Alessandro del Vecchio ins Spiel, und das nota bene ausserhalb der "geschützten Werkstatt". Hört man sich zuerst das Debüt an, wird man zunächst von knackigem und melodischem Hard Rock empfangen, der durch Carolines Gesang veredelt wird.

Das Ganze weist dabei eine spürbare, aber nicht zu penetrante Country-Schlagseite auf. Zu «Dear Navajo» wurde unter anderem ein cooles Video in den Staaten abgedreht. Wer nun dachte, dass Miss Breitler als Schweizer Ausgabe von Shania Twain aufgebaut wird, kriegt mit «Mistaken», dem Opener vom neuen Album «The Guide Within», jedoch unvermittelt einen etwas auf modern getrimmten Rocker aufs Auge gedrückt! Auch «What You See» schiebt ordentlich nach vorne, und der neue Sound klingt nun deutlich "aggressiver" als vorher, was mitunter auch den Track «Rockstar» glänzen lässt. Mit bollerndem Bass empfängt einen «Love What Is», während das schleppendere «The Fray» eine gewisse Düsterheit wie Melancholie durchschimmern lässt. Die zweite Hälfte von «The Guide Within» präsentiert sich ähnlich, sprich auf dem gleichen Level, und Caroline Breitler gibt sich hier als absolut überzeugende Frontfrau, die der Chose auf der Bühne bestimmt noch mehr Energie zu entlocken vermag. Erst «The One That I Miss» als letzter Song greift die gemässigteren Vibes des Erstlings erneut auf. Coole Scheibe!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PmYRdzsBBFI

Samstag, 03 September 2022 08:36
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v. 10 Punkten: 8.0

Ja ja, die Lacrimas..., irgendwie sind die Jungs seit ein paar Alben an mir vorbei gezogen, und ich kann nicht mal genau sagen, warum. «Bleeding The Stars» war zwar sehr interessant, aber auch speziell, jedoch nicht mehr so eingängig wie beispielsweise «Ave End» oder auch «AntiAdore».

Nun, man ist offenbar kompromisslos den Weg weiter gegangen, den man eingeschlagen hat, wenn auch wieder mit Einschüben der ersten, doch sehr Doom/Death-lastigen Alben. Und das ist ein Punkt, der ein riesiges Plus ist an Lacrimas Profundere: Man ist sich immer treu geblieben und hat sich nie zugunsten irgendwelcher Trends verbogen. Der neueste Output ist ebenso kompromisslos wie speziell. Speziell deswegen, weil es meiner bescheidenen Meinung nach weder Fisch noch Vogel ist. Man mixt alles, was die Band bisher gespielt hat, quasi zusammen, um ein Potpourri zu kreieren, welches, so scheint es mir, alles abdeckt und alle zufrieden stellen soll. Gelingt persönlich gesagt nur bedingt.

Klar, es sind immer noch Lacrimas Profundere, hört man auch ab der ersten Note heraus, kein Thema. Aber irgendwie vermisse ich eine klarere Linie, einen deutlicheren roten Faden, welcher einen durch das Album führt. An der Technik, dem Können der Jungs muss man nicht mäkeln, das ist auf gewohnt hohem Standard, und der (nicht mehr ganz so neue) Sänger singt, schreit, brüllt und zittert sich souverän durch die Songs hindurch. Wer also genug Zeit und Geduld mitbringt, um diese Scheibe zu erforschen, der könnte noch erstaunt sein, was sich alles offenbart. Ich persönlich befürchte jedoch, dass in unseren schnelllebigen Zeiten genau dies ein Stolperstein sein könnte. Für Kenner und Geniesser, sag ich mal, interessant!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/N9vj9y7tJn8

 

Samstag, 03 September 2022 08:30
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v. 10 Punkten: 8.0

Das vierte Album der Schweden bringt Zuhörern Iron Maiden artige Sounds in die heimische Stube. Speziell Sänger Arthur W. Andersson hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Seine kräftige Stimme lässt sofort aufhorchen und verleiht dem Sound einen grossen Pluspunkt.

Die Doppel-Leads von Alexander Ellström und Andreas Johansson erinnern stark an eines der wohl besten Gitarren-Duos der Szene, sprich Adrian Smith und Dave Murray (Iron Maiden), können aber auch ein paar Querverweise zu Kai Hansen und Henjo Richter (Gamma Ray) nicht von der Hand weisen. Mit dem Tempowechsel bei «Thrice Great Path», wo es dann in ein famoses Solo übergeht, erinnert der Fünfer an die «Powerslave» Zeiten der Eisernen Jungfrauen. Was die Nordländer hier auf «Feed The Fire» zaubern, klingt sehr gut, und mit dem abschliessenden «The Crystal Sea» überzeugen Trial nochmals auf der ganzen Linie. Die Jungs weisen Potenzial auf, vermögen dieses aber noch nicht zu hundert Prozent auszuschöpfen, und einen Kracher wie «Rime Of The Ancient Mariner» oder «2 Minutes To Midnight» haben sie halt immer noch nicht geschrieben.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0prWROoYqpg

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