Samstag, 24. Februar 2024

Metal Factory since 1999

Freitag, 23 Februar 2024 04:42

Ist es wirklich schon wieder fünf Jahre her, seit BORKNAGAR «True North» veröffentlicht haben? Puh…, time is running! Auf jeden Fall haben sie mit diesem Album die Messlatte verdammt hochgelegt, denn die Kritiken waren damals fantastisch und bei vielen landete das Werk in den Jahres-Bestlisten 2019. Nun folgt also das insgesamt zwölfte Album der Norweger, welches den eingeschlagenen Pfad weiter verfolgt.

Vom Black Metal der Anfangs-Jahre haben sich Borknagar schon ein Weilchen entfernt, aber sie holen auch immer mal wieder den Hammer heraus, und gewisse Teile der Songs besitzen nach wie vor diese schwarze Kälte, wie sie Norweger wohl am besten hinkriegen. Doch die Einflüsse aus Folk, Viking und Progressive mit einer gehörigen epischen Note sind auch auf «Fall» allgegenwärtig. «Summit» startet atmosphärisch kommt aber mit Blastbeasts schnell auf den Punkt und bezeugt noch einmal die Black Metal Essenz. Doch auch Midtempo Parts und die traumwandlerischen Melodien sowie der Gesang von ISC Vortex und Lars Nedland machen den Acht-Minüter zu einem epischen und grandiosen Opener.

Dann folgt ein Stilbruch, da mit «Nordic Anthem» ein minimalistischer, aber nicht minder eindrücklicher Song folgt. Die folkige Hymne nimmt einen sofort mit auf eine Reise nach Norwegen und verursacht jede Menge Gänsehaut! Mit «Afar» wird es wieder hart, aber nie ohne die Atmosphäre zu vernachlässigen, bevor «Moon» fast schon eine psychedelische Aura besitzt. Auch auf der zweiten Hälfte werden die Highlights nicht weniger. «Stars Ablaze» startet ruhig, ja fast Hard Rock mässig, dann wird es balladesk-folkig, bevor unvermittelt die Kälte des norwegischen Black Metal zuschlägt. Die Stärken der Skandinavier manifestieren sich im verhältnismässig kurzen «Unraveling». Atemberaubende Wechsel zwischen den beiden Gesangs-Stilen, Gitarren die einen sofort im Dreieck springen lassen und mit einem Refrain, der so mancher Power Metal Band gut zu Gesicht stehen würde.

«Northward» ist mit nahezu zehn Minuten der längste Track, und auch hier bleibt einem schier die Spucke weg. Konzentriert Euch hier mal speziell auf die Gitarren von Oystein G. Brun und Jostein Thomassen, welche hier eine Glanzleistung abliefern. «Fall» ist vielleicht noch ein wenig verspielter als der starke Vorgänger, aber auch wieder etwas härter. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, denn das hier ist einfach ein Meisterwerk. Besser und packender kann man das wohl nicht mehr spielen, allerdings habe ich das eigentlich schon bei «True North» gedacht. Ein Album das zum Träumen einlädt und aufgrund seiner Vielschichtigkeit sicher auch den Langzeit-Test überstehen wird. «Fall» ist eine Platte, die man einfach immer wieder gerne auflegen wird.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7hxKHRqCRdA

Freitag, 23 Februar 2024 04:40
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v. 10 Punkten: 8.5

2024 scheint ein Jahr für Comebacks zu werden und ein bestimmtes wird vermutlich mehr Interesse hervor rufen, als all die anderen. Die Rede ist vom lang erwarteten neuen Album der Death Metal Wiederkehrer JOB FOR A COWBOY.

«Moon Healer» heisst das gute Stück und es ist das fünfte Werk der Truppe aus Arizona. Doch was hat sich getan in den zehn Jahren Pause? Die Frage ist deshalb berechtigt, weil vor ihrer Pause, in der anspruchsvollen Technik und der aufwühlenden Intensität des karrierebestimmenden «Sun Eater» klar wurde, dass die Band daran interessiert war, ihren Sound in eine immer unorthodoxere und unvorhersehbarere Richtung zu treiben, als dem Druck von aussen nach zu geben. Obwohl es nun fast ein volles Jahrzehnt her ist, seitdem die Cowboys das letzte Mal ausgeritten sind, besteht kein Zweifel daran, dass sie mit «Moon Healer» den fortschrittlichen Weg noch weiter beschreiten werden. Ein mutiger Schachzug, an die kreativ komplexeste und wohl beliebteste Arbeit etwas weniger Zugängliches und noch Anspruchsvolleres anzuhängen. Genau das haben Job For A Cowboy aber getan.

Nicht, dass die acht Songs keine Hooklines hätten – der stimmungsvolle Mittelteil von «Grinding Wheels Of Ophanim» oder die tödlich ansteckenden Leadmelodien, die sich durch Tracks wie «Etched In Oblivion» und «Into The Crystalline Crypts» ziehen, sind ebenso stark wie augenöffnend. Allerdings geht es JFAC aber eher darum, «fesselnd» als «eingängig» zu sein. Das trifft sich insofern gut, denn «Moon Healer» ist nicht die Art von Album, die man in nur einem Durchgang verdauen kann. Schon der Opener «Beyond The Chemical Doorway» macht deutlich, dass weitgehend auf Standard-Songstrukturen und Traditionen verzichtet und stattdessen ein frei fliessender und organischer Ansatz gewählt wird. Zum Glück ist die kollektive Chemie des Fünfers noch immer so stark wie damals, trotz der vielen tatenlosen Jahre und des Hinzufügens des vorübergehenden wie ultratalentierten Entheos Schlagzeugers Navene Koperweis.

Das komplexe Zusammenspiel zwischen dem treibenden, druckvollen Riffing von Al Glassman und Tony Sannicandro, sowie den funkigen Basslinien von Nick Schendzielos bleibt während der gesamten Spielzeit ein durchgängiger Höhepunkt. Schliesslich rundet Frontmann Jonny Davy, dessen glühendes Sperrfeuer aus phlegmatischem Knurren und gallegurgelndem Krächzen, die sich ständig weiterentwickelnden Geschichten von existenzieller Angst und halluzinatorischem Horror ab. All dies summiert sich letztendlich zu der möglicherweise anspruchsvollsten Arbeit, in der fast 20-jährigen Karriere der Band. Zudem beweisen Job For A Cowboy mit ihrem neuen Werk «Moon Healer» einmal mehr, dass Ablehnung durch die Herde nicht immer ein Todesurteil sein muss. Manchmal bringt es auch die Freiheit, seinen eigenen Weg zu gehen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SywCGhiwNyw

 

Freitag, 23 Februar 2024 04:35

Ich muss gestehen, dass ich jeweils ein paar Bands kaum auseinander halten kann. Dazu gehören Buckcherry, Black Stone Cherry und eben BLACKBERRY SMOKE. Stilistisch könnte man noch Rival Sons und The Black Crows dazu zählen. Letztere stammen übrigens, wie Blackberry Smoke (BBS) auch, ebenfalls aus Giorgia, Atlanta. Alles Amis also, die schon eine Weile unterwegs und vor allem in der Heimat ordentlich erfolgreich sind.

In unseren Breitengraden hat sich das Interesse, respektive die Fanbase für diese Combos ebenso wie spürbar konstituiert, und BBS-Leadsänger Charlie Starr bestreitet mit seinen Jungs jährlich um satte 250 Konzerte herum! Kein Wunder also, ist man entsprechend präsent. Das gilt nicht nur für die bemerkenswerten Live-Aktivitäten, sondern seit dem Debüt «Bad Luck Ain't No Crime» von 2003 sind immerhin sieben weitere full-lenght Alben veröffentlicht worden. Nun steht, drei Jahre nach «You Hear Giorgia», das neunte Werk beim Local Record Dealer Eures Vertrauens bereit. Der kernige Opener «Dig A Hole» lässt dabei durchaus Rock-Vibes der Südstaaten aufkommen, die von einer dezent auftretenden Hammond Orgel zusätzlich verfeinert werden. Der anschliessende, fluffige Country-Rocker «Hammer And The Nail» geht dann mehr in die Richtung von Lynyrd Skynyrd oder den frühen 38 Special.

Der dabei sehr organisch und stets nicht überladen klingende Sound geht auf das Konto der Live-Einspielung im Studio zurück, wo sich alle Instrumente, inklusive der Amps, im gleichen Raum befanden. Während «Be So Lucky» anschliessend mit einigem Flair der Fab-Four (!) daher kommt, fährt «Azalea» noch feinere Tunes auf, und spätestens jetzt wird gewahr, dass BBS insgesamt nicht so heftig ans Werk gehen wie die meisten der oben genannten Truppen. Dennoch versprühen die Jungs eine schöne Ladung Groove mit dem herrlich nach den Rolling Stones klingenden Highlight «Little Bit Crazy». «Barefoot Angel» setzt schliesslich einen wunderbar balladesken Schlusspunkt. Wer sich also neben Molly Hatchet alternativ mal "gesitteteren Southern Rock" zu Gemüte führen will, kriegt mit "Be Right Here" genau das geboten, und mir mundet das chillige Teil mit jedem Durchgang mehr.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/K77BhxdpNjM

 

Donnerstag, 22 Februar 2024 04:43

Je kürzer die Trackliste, desto heftiger der Doom. Das ist eine Faustregel, die ich mir selbst gesetzt habe und auf «Sparagmos» wieder einmal bewahrheitet wird. Mit nur vier Songs, alle um die 10-Minuten-Marke herum, kann man erahnen, dass es bei SPECTRAL VOICE diabolisch schleichend zu und her gehen wird.

Dies ist erst der zweite Release der US-Amerikaner, doch sie sind alles andere als Anfänger im Doom Departement. Lange Doom-Tracks laufen immer Gefahr, langweilig zu werden, wenn sie nicht mit genügend Nuancen geschmückt werden. Dies haben Spectral Voice erkannt und liefern uns einen kurzweiligen Langspieler ab. Das gelingt ihnen vor allem durch die gut geplanten Death Metal Elemente, die sie kreuz und quer im Album verteilen. Mit massiven, gigantischen Riffs versetzen sie den Hörer in eine Art Trance. In dieser wird man aber immer wieder durch die plötzlichen Death Metal Einschübe wachgerüttelt. Ein gutes Beispiel dafür ist der Anfang von «Sinew Censer». Das Screaming könnte von dabei einer oldschooligen Black Metal Platte entsprungen sein.

Gepaart mit dem tiefen Growling, welches gut mit dem langsamen Tempo harmoniert, sind die Vocals von Eli Wendler wirklich Spitzenklasse. Der Closer «Death's Knell Rings in Eternity» ist das Highlight ihres Werkers. Er beginnt langsam, entwickelt sich aber schon bald zu einer gewaltigen Soundwand. Gerade wenn man denkt, die Musik könnte nicht grösser sein, setzten sie noch einen drauf und dieser wahre Behemoth von einem Riff überwältigt einen. Die Schreie sind derart verzerrt, dass sie absolut nichts Menschliches mehr an sich haben. Der Song verblasst sehr langsam und bietet dem Zuhörer die Gelegenheit, nochmals über die rohe, kolossale Musik von «Sparagmos» reflektieren zu können.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/BAgP9svBZNo

Donnerstag, 22 Februar 2024 04:36

Lösten bei mir die Yawning Balch genannte Kollaboration zwischen Fu Manchu Klampfer Bob Balch und ihnen noch eher mässige Begeisterung aus, sieht es beim Kollektiv BIG SCENIC NOWHERE aus verschiedenen Vertretern der Stoner und Desert Rock Szene schon ganz anders aus.

Was Bob Balch (Fu Manchu), Gary Arce (Yawning Man), Tony Reed (Mos Generator) und Bill Stinson (Yawning Man) unter dem Big Scenic Nowhere Banner auf ihrer mittlerweile dritten Scheibe musikalisch zusammen schustern, hat nicht nur herzlich wenig mit dem Sound der genannten Stamm-Bands zu tun, sondern unterscheidet sich streckenweise auch leicht und doch hörbar von den beiden Vorgänger-Alben «Vision Beyond Horizon» (2020) und «The Long Morrow» (2022). Diesmal fehlen Hardcore  typische Ausbrüche genauso wie 20-minütige Titelsongs, dafür hat man aktuell mit dem Hall And Oates Cover «Sara Smile» das Experiment eines sehr souligen Seelen-Schmeichlers gewagt, was dank der gefühlvollen Umsetzung und dem dunklen Timbre in Tony Reeds Stimme hervorragend funktioniert. Was sich hingegen wie ein roter Faden durch alle Big Scenic Nowhere  Releases hindurch zieht, sind die gerne eingesetzten Reminiszenzen an Pink Floyd, welche für die nötige Portion progressiv-psychedelischer Atmosphäre sorgen. Diese klangliche Konstante ist nicht zuletzt dem Umstand geschuldet, dass die Band gerne auf Songs zurück greift, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben und aus dem Fundus gemeinsamer Jam-Sessions stammen. Vor diesem Hintergrund können sich alle, die schon das bisherige Schaffen von Big Scenic Nowhere ansprechend fanden, auch «The Waydown» ruhigen Gewissens zulegen.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/OIDVgZmb12U

Donnerstag, 22 Februar 2024 04:26
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v. 10 Punkten: 8.5

Der Australier ROB TOGNONI lässt es auf seinem neuen Werk wieder ordentlich krachen. Songs wie das coole «Eyes Wide Open» erinnern an ZZ Top sind roh und energiegeladen, mit starkem Wah Wah-Solo.

Nach dem feurigen, bissigen und groovenden «Primeval Baby Tribal» folgt eine aufgemotzte Version des traditionellen irischen «Whiskey In The Jar», bekannt geworden durch Thin Lizzy, sehr starke Cover-Version. Das quirlige «Move Along» kommt dann wieder mit ordentlichem ZZ Top Grove, herrliche Nummer, die kräftig mitreisst. Auch stark, das funky, groovige «Here To Stay». Der Tasmanier hats nach 35 Jahren als Musiker immer noch voll drauf. Die entspannte Rock-Nummer «Little Things» erinnert mich etwas an die coolen D-A-D. Und auch wenn es mal etwas ruhiger wird wie mit dem von akustischen Gitarren dominierten «Orion», glänzt Rob durch seinen melodiösen Gesang, ein sehr schöner Track. Beim rockigen «A Mystery Man» kommt sogar etwas Feeling der Rolling Stones auf. Die zweite Cover-Version wäre dann die David Bowie Nummer «Rebel Rebel», auch sehr gelungen, einfach etwas kantiger gespielt als das Original. Auch das instrumentale «2050» ist eine kurzweilige, tolle Rock-Nummer. Das rockige «Assholes And Opinions» (cooler Titel!) erinnert mich an Thin Lizzy, gefällt sehr gut. Rob bietet auf «Rebel» eine ausgewogene Mischung aus Blues, Rock und Blues Rock. Siebzehn Songs, über eine Stunde lang, ohne Ausfälle, durgehend spannend und sehr unterhaltsam. Sehr starkes Album des Australiers!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PD8xLyQUKMo

Mittwoch, 21 Februar 2024 04:23
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v. 10 Punkten: 7.0

Obwohl die Schweden ihre Band tAKiDA 1999, also schon vor einem Vierteljahrhundert (!) aus der Taufe hoben, hatte ich die bisher nie auf dem Radar. In ihrer Heimat fuhr die Truppe aus Ånge in Västernorrland zwischen 2007 und 2016 mit fünf Alben Platin und Gold ein. Danach liess der Erfolg spürbar nach, den man nun mit dem neunten Longplayer, zumindest in Deutschland in den Top-10, wieder anzukurbeln versucht.

Was mit den Alben in Sachen Edelmetall geholt wurde, manifestierte sich über die Jahre ebenso erfolgreich auf der Seite von diversen, veröffentlichten Singles. «You Learn» von 2011 (ab dem Album «The Burning Heart) holte dabei gar 4-fach Platin ab. Solche Zahlen lassen erstmal aufhorchen und zeugen davon, dass die Mucke wohl ziemlich massenkompatibel sein muss. 2023 spielten tAKiDA die bisher ausgedehnteste Tour ihrer Geschichte, die sie einerseits über fette Arena-Shows in ihrem Heimatland und andererseits an weitere, grosse Festival-Auftritte führte, darunter gar ein Stelldichein auf der Mainstage am "Wacken Open Air"! Soweit so gut, aber wenn ich mir den Opener «Third Strike» zu Gemüte führe, ist sofort klar, warum beides so ist, also inklusive obiger Einleitung.

Der Mix aus The Rasmus und Sunrise Avenue fährt breitwandigen Gesang auf einem möglichst melodiösen Teppich auf und lässt die Gitarren, wie bei «The Other Side», immerhin noch etwas schrammeln. Doch spätestens mit «Sacred Spell» geht man Hand in Hand mit Samu Haber & Company, und ob sowas wirklich den Nerv des Wackener Stamm-Publikums trifft, wage ich zumindest anzuzweifeln. Insgesamt setzt der Gitarren-Sound dann und wann weitere rockige Akzente («In Time»), aber mit dem pianounterlegten «Your Blood Awaits You» befindet man sich wieder zu hundert Prozent im Pop-Fahrwasser von Sunrise Avenue und erreicht damit sicherlich ein jüngeres und eher weiblich ausgerichtetes Zielpublikum. Für mich findet sich auf «The Agony Flame» viel zu viel Mainstream, sprich Plüschiges.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SJAINflbS_s

Mittwoch, 21 Februar 2024 04:18

Uffa..., schwierig, schwierig. Könnte man einfach als "Kunst" abhandeln, und fertig wäre die Chose. Das würde aber diesem Werk kaum Rechnung tragen, denn was THE GREAT ALONE hier bieten, ist effektiv eine für mich mehr als nur gelungene Mischung aus Rock, teilweise auch etwas härter, mit viel Ambient, und man lässt den Songs genug Raum, sich zu entfalten.

Wenn sich Nightwish oder Within Temptation (um Bands zu nennen, die vermutlich jeder kennt) mehr in Richtung Alternative bewegten, den Pomp nur gezielt einsetzten, dann gelangt man in Richtung von TGA. Der Gesang aber, meine Freunde, der reisst alles noch mehr heraus, als es die Songs als solches eh schon tun. Da wird geflüstert, geschrien, gesungen in höheren und tieferen Lagen - irgendwie habe ich teilweise Flashbacks in Richtung Xandria oder Tapping The Vein. Also nochmals, die Songs sind vielleicht nicht sofort eingängig, aber wenn man sich mal hat einfangen lassen, will man sich immer mehr davon anhören. Zumindest mir geht es so, und ich hoffe, diese Band findet mit ihrem anregenden Album «Perception» auch bei Euch mindestens ein offenes Ohr. Geheimtipp!
Toby S.


https://www.youtube.com/embed/px7AbKF16uA

Mittwoch, 21 Februar 2024 04:09
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v. 10 Punkten: 6.5

Warum diese Scheibe den Weg zu uns gestandenen Metallern gefunden hat, ist mir eigentlich ein Rätsel, denn "rocken" tut das Ding, bis auf einen einzigen Song, überhaupt nicht!

Doch um was geht es hier? PATRIC PLEASURE (was für ein Synonym!) ist ein Schweizer Musikproduzent und DJ, der seine eigenen Ideen nach acht langen Jahren und unter Mitwirkung vieler Guests wie Studio-Profis in Form einer knapp stündigen Radio-Sendung nun veröffentlicht hat. Als Vergleich im Sinne des Konzeptes, sprich anmoderierte Songs mit Jingles dazwischen, fällt einem hier natürlich umgehend das 80er-Meisterwerk «The Spliff Radio Show» ein, aber das wars dann auch gleich. Stilistisch wird hier nämlich ein bunter, grooviger Mix geboten und wurde, ohne Frage, top produziert, aber das fiktive «Rocket Radio» im Ami-Style 70er "spielt" während knapp einer Stunde vor allem Pop, RnB, Soul, Funk, Disco und gar eine Country-Nummer! Einzig «Rich Mofo (feat. Giovanni Giorgio)» versprüht schliesslich doch noch etwas Rock'n'Roll mit Vibes von Rhino Bucket. Unter dem Strich schiesst das Ganze jedoch klar an unserem Ziel-Publikum vorbei, aber mir persönlich mundet dieses Potpourri noch. Wer zwischendurch über den Tellerrand guckt, kann es ja mal riskieren.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cmSApxaayYA

Dienstag, 20 Februar 2024 04:56

HIRAES warten dieser Tage mit ihrem Zweitling «Dormant» auf, der es ganz schön in sich hat. Das Debüt der deutschen Melodic Death Metaller vermochte mich nicht vollends zu überzeugen, aber was es mit der neuen Platte auf die Lauscher gibt - mein lieber Mann!

Der Opener «Through The Storm» baut schnell Spannung auf, bevor Frontröhre Britta Görtz mit ihrem Knurren einsetzt. Eine Explosion von Blastbeats und Schleuder-Trauma verursachenden Grooves wird entfesselt und der Reigen ist offiziell eröffnet. Mit «We Owe No One» folgt bereits mein persönlicher Favorit an zweiter Stelle. Er gibt einen guten Einblick in das Potenzial der Band, erinnert einerseits an Amon Amarth, ist aber dynamischer, und andererseits durch die hohe Oktanzahl ein spassiger Song! «Red Soil» ist ein ebenfalls starker Track, der einige der tiefsten Growls aus dem görtzschen Arsenal bereithält und etwas ähnlich klingt, wie Arch Enemy in der Gossow-Ära. Der Rausschmeisser und Titeltrack des Albums entpuppt sich als wahrer Geniestreich. Es ist ein ausgewogenes Stück, geschaffen aus Ebbe und Flut, zwischen schnellen und langsameren Segmenten.

Der Osnabrücker/Hannoveraner Metal-Formation, bestehend aus ehemaligen Mitgliedern von Dawn Of Disease (Lukas Kerk, g) - (Oliver Kirchner, g), (Christian Wösten, b) und Mathias Blässe, d) und Critical Mess (Britta Görtz, Vocals) ist mit «Dormant» ein fettes Melodic Death Metal Album gelungen, das wie die perfekte Verschmelzung der Grundpfeiler des Genres klingt und sich von Bands wie Arch Enemy, Dark Tranquillity, At The Gates oder Amon Amarth inspirieren lässt. Besonders erwähnenswert finde ich ebenfalls das von Insomnium inspirierte Album-Cover. Es ist frei von klischeehaften Symbolen, Runen oder Schlacht-Szenen, sondern zeigt einen dunklen (Schicksals-)berg, der sich ruhend (engl. dormant) im angrenzenden Gewässer spiegelt. Ein Motiv, das ich mir als Shirt mit Sicherheit zulegen werde, sobald es im Handel ist. Hiraes erfinden mit «Dormant» das Rad sicherlich nicht neu, fügen aber dem Genre-Katalog einen hochwertigen Silberling hinzu. Berufene Melodeath-Fans sollten sich also keinesfalls zurückhalten, sondern das Album direkt kaufen. Es strahlt diesen besonderen Reiz aus, der schon beim ersten Ton geweckt wird.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/yBPApjAl8h8

 

Dienstag, 20 Februar 2024 04:52
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Omen gehörten zu den kreativsten und hoffnungsvollsten Truppen im US Metal Bereich. Was sie mit den Alben «Battle Cry» (1984), «Warning Of Danger» (1985) und «The Curse» (1986) veröffentlichten, blockierte in den Achtzigern lange meinen Plattenspieler.

Hoffnungsvoll und ohne Testhören legte ich mir 1988 «Escape To Nowhere» zu. Immerhin hatte Paul O'Neill (Savatage) seine Finger im Spiel, und dank Gitarrist Kenny Powell sowie der Rhythmus-Maschine Jody Hendry (Bass) und Steve Wittig (Drums) konnte sicherlich nichts schief gehen. Gesanglich war Coburn Pharr, der Nachfolger von J.D. Kimball, eine gute Wahl. Allerdings hatten die Songs nicht mehr viel mit dem brachialen und urwüchsigen Cobra Sound der Jungs zu tun. Dies zeigte auch das Cover, auf der die Schlange einer blonden und sonnenbebrillten Lady weichen musste. Der US Metal wurde verlassen und wich einem orchestraleren wie melodischeren Sound. Allein der Titel-Song hätte eine Offenbarung sein können, hört sich aber noch heute eher belanglos an. Das Ganze hätte man durchaus wundervoll finden können, hätten sich die Jungs einen anderen Bandnamen zugelegt. Die Lieder sind nicht schlecht, erklingen als eine theatralische Mischung aus alten Alice Cooper und (logischerweise) Savatage («Cry For The Morning», «Thorn In Your Flesh», «King Of The Hill»). Nochmals erwähnt, gesanglich schreit sich Mister Pharr die Seele aus dem Körper, aber für die damaligen Fans war das Album ein Schlag ins Gesicht. Wer aber auf die oben erwähnten Bands steht, muss hier unbedingt reinhören.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/ZDLmIc9tXIs

Dienstag, 20 Februar 2024 04:38
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Also irgendwie reicht es jetzt einfach. Seit nunmehr sieben Jahren wirft Ex-Kyuss und Ex-Queens Of The Stone Age Basser NICK OLIVERI im Zuge seiner «N.O. Hits At All» - Reihe unermüdlich CDs auf den Markt, die Songs aus zahlreichen Neben-Projekten und Kollaborationen sowie bisher unveröffentlichtes Material, Cover-Versionen et cetera enthalten.

Und mag der Gute bei den ersten paar Releases dieser Art noch so vielseitig erschienen sein, spätestens jetzt sollte selbst der begriffsstutzigste Zeitgenosse realisieren, dass bei aller Abwechslung das Grundrezept dieser Veröffentlichungs-Reihe schlussendlich immer dieselbe ist. Man nehme ein bisschen Hardcore Punk hier, ein Quäntchen dissonanten Noisecore dort, dazu noch eine Prise leicht schräge Lagerfeuer-Akustik, einen Hauch Alternative Rock sowie einen Schuss knackigen Garage Rock, und fertig ist das nächste Album «N.O. Hits At All – Volume XY». Wie bei praktisch allen ihren Vorgängern, bleibt mir auch bei diesen beiden Scheiben nur noch die abschliessende Feststellung, dass Herr Oliveri immer dann am besten gefällt, wenn er mit seiner Mannschaft von Mondo Generator drauflos rotzt. Der Rest ist danach, trotz zum Teil prominenter Schützenhilfe (beispielsweise Slash beim Titel «Chains And Shackles»), wirklich nur noch Geschmacks-Sache, respektive für unverbesserliche Komplettisten interessant.
Mirko B.

 

Montag, 19 Februar 2024 04:50
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die ganze Thrash Welt liegt in den Händen der Amis und der Deutschen. Nicht ganz, denn ein unbeugsames und zähes Trüppchen aus Dänemark hat sich seit 1982 zum Ziel gemacht, den allmächtigen Truppen gehörig in die Suppe zu spucken. ARTILLERY ziehen ihre Superkräfte nicht aus einem Zaubertrank, sondern entfesseln diese mit den unglaublich geilen Riffs und dieser nach wie vor vorantreibenden Power, welche das Quintett um Bandleader Michael Stützer mit Lockerheit ins Publikum pfeffert.

Aufgenommen wurde diese Livescheibe, wie es der Titel erahnen lässt, am "Copenhell Festival 2022". Hört man sich die Gitarren-Harmonien, Solos und Riffs an, könnte es dem Zuhörer schwindlig werden. Auf der brachialen und energiegeladenen Rhythmus-Sektion von Bassist Peter Thorslund und Schlagzeuger Josua Madsen können sich Michael und Kraen Meier mit ihren Sechs-Saitern nach Herzenslust austoben. Ein weiterer Pluspunkt ist Sänger Michael Bastholm Dahl, der mit seiner kraftvollen und trotzdem melodischen Stimme dem Ganzen die Krone aufsetzt. Mit Krachern wie «By Inhertiance» (als zweiten Song), «The Face Of Fear», «Bomb Food», «In Thrash We Trust», «Legions» und «Terror Squand» kann nichts schief gehen.

Die Dänen zeigen erneut, welche Klasse-Tracks sie in den letzten 42 Jahren gezimmert haben und leider von den meisten Fans missachtet wurden. Dies bremst aber die hier heraus zu spürende Spielfreude nicht aus. Vielmehr motiviert dieser Umstand Artillery noch mehr es allen zu zeigen, welches Elf-Gang-Feinkost-Menü sie da zu bieten haben. Mit «Khomaniac» wird der wohl grösste Hit der Jungs auf die "Copenhell" Meute losgelassen und verwandelt die Anwesenden in ein bangendes, Fäuste schwingendes und laut mitsingendes Meer aus ausrastenden Maniacs. Grandioses Live-Album einer noch grandioseren Truppe mit den grandiosesten Nummern, die man sich als Metal-Fan wünschen kann. Wie war das noch? Woher kommen all die genialen Thrash Bands?
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/R5Ljejf66i0

 

Montag, 19 Februar 2024 04:44
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v. 10 Punkten: 9.0

Aktuell nimmt man ROBERT HART als aktuellen Sänger der Manfred Mann's Earth Band wahr. Ältere Rockfans wissen aber bestimmt, dass der Brite zwischen 1994 und 1998 auch mal bei Bad Company war. Dazu kommen weitere Karriere-Stationen bei der Jones-Gang und bei Company Of Snakes. Dabei hat Robert seine Wandlungs-Fähigkeit mehrfach, sei das zu AOR, Hard Rock oder Blues Rock, unter Beweis gestellt. Vier Jahre nach «Pure» folgt nun sein viertes Solo-Album.

Wer als Profimusiker und Member einer Band Lust verspürt, etwas Eigenes auf den Schlitten zu stellen, kann das entweder in Eigenregie realisieren oder sich im Kollegenkreis umhören, wer gerade Zeit und Lust hat. So geschehen für Harts neues Solo-Werk «Circus Life», dessen zwölf Songs alle aus der Feder von Steve Overland (FM, Lonerider) und Steve Morris (Heartland, Lonerider, Ian Gillan) stammen. Weitere illustre Guests sind Robert Sall (Work Of Art, WET), Chris Childs (Thunder, Lonerider), Harry James (Thunder, Shadowman), Keith Atack (Atack, Bonnie Tyler) und Steve Mann (MSG, Ousey Mann, Lionheart). Was auf dem Papier schon schwer nach einer "Supergroup" riecht, klingt auch entsprechend so.

Veredelt durch Roberts prägnanten Gesang, der ab und an mal etwas an Bruce Springsteen oder Rod Stewart erinnert, strahlt das ganze Album in gleissendem Licht und vesetzt Fans der oben genannten Bands in hellste Freude. Dabei überzeugt nicht nur der Leadgesang, sondern auch passend eingesetzte Backing-Vocals sowie die Instrumentierung allgemein. Dazu gehören natürlich auch (halb-) balladeskere Momente, die zum Beispiel mit «To Much On My Hands» wunderbar in Szene gesetzt werden. Allerspätestens an der Stelle wird auch die zeitgemässe Top-Produktion des Songwriter-Duos gewahr, das sich bei der töften Gitarren-Arbeit ebenso nicht lumpen lässt. Genre-Fans sollten, nein müssen hier zuschlagen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/8FFFSV5eziw

Montag, 19 Februar 2024 04:36
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v. 10 Punkten: 7.8

Die junge Band aus Island startet sogleich in vollem Tempo, ohne Bremsen, mit dem Titeltrack. Das Leitmotiv ist ein Vulkan-Ausbruch, welchen man auch förmlich spüren kann, nicht zuletzt durch den semi-cleanen Gesang oder eher Schreie, welche vor Männlichkeit nur so strotzen. Dieser aufbrausende und emotionsreiche Black Metal von NYRST widerspiegelt die Gewalt eines solchen Ausbruches.

Der Album-Titel «Völd» bedeutet so viel wie "Macht". Diese lässt allerdings beim zweiten Track etwas nach, und das Endprodukt liegt eher auf der progressiven Seite. Die Energie des Openers wird aber bei «Hrímvíti» wieder aufgenommen. Für Black Metal sind die Melodien, durch die verhältnismässig geringe Verzerrung der Gitarren, klar zu hören. Die Double-Bass-Drum ist nicht zu stark im Vordergrund, verleiht dem Gesamtpaket aber trotzdem einen gewissen Drive. Zu diesem Zeitpunkt im Album, ist der Vulkan bereits ausgebrochen und dessen Zerstörung ist, soweit das Auge reicht, zu sehen.

Um dieses Bild zu verinnerlichen, kommt ein kurzes Intermezzo, eine Art Verschnaufpause vor diesem brutalen Black Metal. Übersetzt heisst dieses Interlude «Der Berg atmet». Der zweite Teil des Albums, also mit den längeren Tracks, befasst sich nun mit der unmittelbaren Zerstörung, welche in der ersten Hälfte stattgefunden hat. Beginnend mit dem abwechselnd ruhigen und intensiven Track «Eilíft Eldhaf», was übersetzt «Ewiges Feuermeer» bedeutet. Darauf folgt das fast elfminütige Stück «Drottnari Nafnlausra Guða». Die Stimmung wirkt verzweifelt, so als ob man gerade eine herbe Niederlage erlitten hat.

Abgerundet wird das Album mit einem Song, der eher an die erste Hälfte des Werkes erinnert, sprich mit mehr Energie und Gewalt. Im Grossen und Ganzen ist Nyrst diese musikalische Umsetzung eines ausbrechenden Vulkanes durchaus gelungen und bietet auch eine breite Palette an möglichen Interpretationen. Allerdings ist die Musik nicht ganz so spannend wie die Themenwahl ausgefallen. Sie ist durchaus nicht schlecht und beinhaltet auch die eine oder andere interessante Facette, wird aber wohl kein Meilenstein im Genre Black Metal werden.
Erik N.

cede



https://www.youtube.com/embed/Yjr7fTJXhjQ

 

Medien

Samstag, 17 Februar 2024 06:15
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v. 10 Punkten: 8.9

Doom-Bands wie THE OBSESSED haben es traditionell nie besonders eilig, weder beim Spielen noch beim Veröffentlichen. Mit wieder mal rundum erneuerter Mannschaft (abgesehen von Drummer Brian Costantino) meldet sich der kauzige Doom Metal – Pionier nach sieben langen Jahren mit neuem Stoff zurück. Wobei die Eigenschaft "kauzig" nicht nur auf den Haupt-Akteur zutrifft, und zum Thema «neuer Stoff» werde ich am Schluss auch noch ein paar Worte verlieren.

«Gilded Sorrow», und darüber bin ich sehr froh, knüpft genau dort an, wo «Sacred» aufgehört hat, was bedeutet, dass wir es hier wieder nur marginal mit dem zu tun haben, was man heute gemeinhin unter Doom Metal versteht. Ich bin dem Genre an sich zwar sehr zugetan, aber dennoch finde ich den Ansatz, den The Obsessed mit ihrer Musik verfolgen, sehr originell. Anstatt sich auf standardisierte und risikofreie Genre-Trademarks zu beschränken, gibt sich die Band in ihren Kompositionen stilistisch offen und zugleich recht kauzig, was ihr in der Szene ein Alleinstellungs-Merkmal verleiht, wie es zuletzt vielleicht die Herren von Pentagram innehatten.

Egal ob nun düster, emotional-melancholisch, flott rockig oder bekifft und sumpfig, die Klang-Palette dieser Band präsentiert sich vielseitig aber dennoch in sich konsistent, was schlussendlich der Verdienst von Scott Weinrichs eindringlichem Gesang ist. Man hört ihm zwar an, dass sich inzwischen eine leichte, altersbedingte Patina auf die Stimmbänder gelegt hat, aber ich empfinde ihn lustigerweise gerade deswegen noch intensiver und emotionsgeladener als auf früheren Releases. Es mag zwar nicht jeder der neun neuen Tracks ein absoluter Killer sein, aber richtige Stinker sind auf «Gilded Sorrow» auch nicht vertreten, insofern können alte Fans auch diesmal bedenkenlos zugreifen, und für The Obsessed Neulinge eignet sich die Scheibe als wertiger Einstieg allemal.

Apropos neue Tracks, alte Fans und Neulinge: Ich bin zwar absolut kein The Obsessed Nerd, aber da ich bereits das Vergnügen hatte, den Vorgänger «Sacred» zu besprechen, ist es mir doch aufgefallen. Das Grundriff des Openers «Daughter Of An Echo» und das markante Gitarrenl-Lick des sehr stimmigen «Realize A Dream» basieren auf Songs, die ursprünglich auf dem 2017 veröffentlichten Comeback-Album «Sacred» erschienen sind, namentlich geht es um die Instrumentals «Interlude» sowie «Cold Blood». Ist solches Riff-Recycling überhaupt erlaubt? Ich bin der Meinung ja, einer wie Scott "Wino" Weinrich darf das.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pvP2T6hdogY

Samstag, 17 Februar 2024 06:10
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v. 10 Punkten: 8.4

Der Opener «Put It Right» der Proggies zeigt mal wieder die musikalische Nähe zu Steven Wilson oder Riverside. Das im Refrain treibende «Rubicon» schlägt in die gleiche Kerbe und ist eine spannende, lebendige Prog-Nummer. Und dank Sänger Bruce Soord besitzen alle Songs wieder diese melancholische Seite, die halt immer wieder an Steven Wilson erinnert.

Das vielseitige «The Frost» deckt fast alles ab, was TPT ausmacht. Vom treibenden, harten Gitarren-Riff über ruhige Keyboard-Passagen bis hin zu verspielten Instrumental-Parts. «All That's Left» entwickelt sich vom traumhaft ruhigen, fast poppigen Anfang gegen Ende zu einem Gitarren-Feuerwerk, ein klasse Nummer, mit viel Gefühl gespielt und gesungen. Laut Sänger, Gitarrist, Keyboarder und Band-Kopf Bruce Soord waren die fast drei Jahre, in denen die britischen Prog-Profis an ihrem fünfzehnten Studio-Werk gefeilt haben, die intensivsten Sessions seit Bestehen der Gruppe.

Irgendwie kann man das auch hören, dass viel Arbeit in den acht Songs steckt. Die meistens sehr filigranen Drums werten das Ganze zusätzlich noch auf. Die einzelnen Songs weisen oft einen einzigartigen und spannenden Aufbau auf. Ich denke, wer Porcupine Tree und Riverside mag und The Pineapple Thief noch nicht kennt, sollte sich deren neuestes Werk «It Leads To This» unbedingt anhören. Die Fans der Proggies werden das Teil sowieso lieben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lbTx2GzAKkc

Samstag, 17 Februar 2024 06:04
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v. 10 Punkten: 8.0

Den Jungs von HONEYMOON SUITE muss nicht mehr gesagt werden, wie man Songs zu schreiben hat! Sänger Johnnie Dee sowie Gitarrist Derry Greham haben bereits zwischen 1984 und 1988 drei Scheiben veröffentlicht, die jeden Rock-Fan von den Stühlen riss.

Single Hits wie «New Girl Now», «What Does It Takes», «Love Changes Everything» sowie die Übernummer «Feel It Again» gehören in jede gut sortierte Platten-Sammlung, und liessen nicht nur den Schreiber dieser Zeilen am "Sweden Rock 2022" das Tanzbein schwingen (ganz abgesehen davon, dass ihn die Emotionen bei «Feel It Again» übermannten). Nun gut, nach fünf weiteren Scheiben steht nun «Alive» zum Kauf in den Läden. Noch immer rockt sich das Quintett durch die zehn neuen Lieder hindurch, die auch wieder ihre sanften Seiten, wie bei «Not Afraid To Fall», gekonnt zum Vorschein treten lassen.

Ein weiterer Hit könnte «Tell Me What You Want» werden, das mit seinem rockigen und ansteckenden Rhythmus sofort in die Beine geht. Leider bleibt das neue Material unter den Grosstaten der Jungs zurück, was aber nicht bedeutet, dass man sich Tracks wie «Broken» nicht anhören sollte. Dafür sind sie noch immer zu gut, können aber den selbst erschaffenen Legenden-Status nicht festigen. Einen krönenden Abschluss bietet das emotionale und balladeske «Doesn't Feel The Way». Honeymoon Suite zeigen sich dabei von einer überaus guten Seite und werden die Hard Rock Fans mit «Alive» sicherlich mehr als nur zufrieden stellen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0d3PSFqx7wI

Freitag, 16 Februar 2024 04:28

Der deutsche Metaller Eugen Dodenhoeft, der unter Flagge von FAR BEYOND läuft, kehrt lautstark seinem ihrem dritten Studio-Album «The End Of My Road» zurück. Dafür hat er eigens vom alten Label hin zu Prosthetic Records gewechselt.

Die neue Scheibe ist eine ehrgeizige und sorgfältig kuratierte Mischung aus Melodeath, Symphonic und Power Metal. Sie dient als kathartisches Ventil für Gefühle ruheloser Unzufriedenheit, ergo Depression und Not. Far Beyond wurde Anfang 2000 gegründet und ist das Solo-Projekt von Master Dodenhoeft. Seine musikalische Geschichte ist von einer stetigen künstlerischen Weiterentwicklung geprägt. Die Alben «An Angel's Requiem» (2005) und «A Frozen Flame Of Ice» (2016) zeigen Dodenhoefts Vorliebe für nahtlos wechselnde Dynamiken von Gothic- und Death Metal-Symphonien. Nachdem Eugen sich von seinem in Deutschland und in Neuseeland ansässigen Melodic Death Metal-Projekt Euphoreon getrennt hatte, schlug er nach zwei Veröffentlichungen das nächste Kapitel in der Existenz von Far Beyond auf.

«The End Of My Road» wurde über einen Zeitraum von Jahren fertig gestellt, wobei Teile des Albums bereits 2018 geschrieben und selbst produziert wurden. Die Platte ist vom Design her üppig komplex und glänzt in seiner Songwriting-Struktur. Im Laufe der 43 Minuten Spielzeit werden insgesamt bis zu 140 Ebenen aus Gesang, Synthesizern und Orchester-Texturen zusammen gestellt. Obwohl es sich bei «The End Of My Road» im Kern um ein Solo-Projekt handelt, hört man auf «Tempus Fugit» und dem Titeltrack kollaborative Gitarren-Soli von Lukas Grässlin von Nathram, sowie zusätzliche Synthesizer-Verzierungen von Ari Ahrendt. Für das Mixing und Mastering wurden die sieben Songs in die Hände von Patrick Stäudle von den "Glaswald Studios" im Schwarzwald gelegt. «The End Of My Road» ist eine Einladung, sich in den Klangwelten von Far Beyond zu verlieren und einen Moment des Friedens wie der Inspiration zu finden.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/HcgcnzLeg8w

Freitag, 16 Februar 2024 04:23

Steve ist ein Meister seines Fachs, und auch auf seinem dreissigsten Solo-Album schickt er den Zuhörer einmal mehr auf eine wunderbare Reise. Mit allen Nuancen des Prog verwöhnt der ehemalige Genesis-Gitarrist seine Fans.

Schon gut zu hören beim Opener «People On The Smoke». Unglaublich, wie seine Gitarre zärtlich beim kurzen Instrumental «These Passing Clouds» "singt". Eines der Highlights ist sicher das traumhaft schöne «Ghost Moon And Living Love», wunderschön gesungen von Steves Dauersänger Nad Sylvan, der erneut von Amanda Lehmann unterstützt wird. Steve hat das Gespür für solche Songs, bei denen immer die Melodie und der Gesang im Vordergrund stehen, auch wenn immer ein fantastisches Gitarren-Solo das Ganze ergänzt. Exotisch wird es dann in «Circo Inferno» mit orientalischen Melody-Lines und treibendem Drums.

Ebenfalls stark kommt das sehr melodiöse «Wherever You Are» daher, und hier glänzt Nad mit unglaublich schönem Gesang. Im Mittelteil hauen die Jungs dann einen wunderbaren Prog-Part heraus, ein weiteres Highlight dieses Werkes. Dem gegenüber stehen das düstere Stück «Into The Nightwhale» oder das rockige, kurze, instrumentale «Breakout». Neben den oben erwähnten Vokalisten ist natürlich auch Drummer Craig Blundell, Keyboarder Roger King und Rob Townsend am Saxophon wieder mit dabei. Zudem darf Nick D'Virgilio als Gast-Drummer nicht fehlen. Der Zuhörer wird hier auf eine abwechslungsreiche Prog Rock Reise mit Weltmusik-Einflüssen geschickt, die auch immer wieder den Geist von Genesis atmet. Wiederholt bietet der ehemalige Genesis-Gitarrist seinen Fans grosses Prog-Kino mit viel Gefühl und starken Melodien.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6LwYc8_orY8

Freitag, 16 Februar 2024 04:17
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Drei neue Tracks («Two Shots At Glory», «Sword And Stone», «Invincible») und einige neu eingespielte Hits der Schweden CRAZY LIXX bilden das Fundament dieser Scheibe.

Speziell «Invincible» entpuppt sich als kerniger Rock-Track, der sich bei den Fans als zukünftiger Live-Klassiker etablieren könnte. Während man «Sword And Stone» von Bonfire kennt, welche diesen Track bekanntlich von Paul Stanley bekamen. Grossartig natürlich die leicht abgeänderten Versionen der Hits wie «Whisky, Tango, Foxtrot», «In The Night», «Church Of Rock» und die Mega-Ballade «Only The Dead Knows». Lieder, die man von «Riot Avenue» her kennt. Crazy Lixx rocken und dies nicht zu knapp, lassen die Gitarren aufheulen und gehen mit dem nötigen Pfeffer an Rhythmen ins Rennen. Dass dabei die mächtigen Chöre nicht fehlen dürfen, kennt man von den Schweden. Darum gilt «Two Shots At Glory» als Kaufempfehlung, die sich jeder Hard Rock Fan bedenkenlos ins Regal stellen, respektive in den CD-Player legen kann.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7AjZL1u-IZU

Donnerstag, 15 Februar 2024 05:08
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v. 10 Punkten: 8.1

Während Fernseh-Serien wie «Vikings» und «Last Kingdom» auf den heimischen Bildschirmen Hoch-Konjunktur haben, scheint auch die Faszination und Sehnsucht zuzunehmen, mehr über diese alten Kulturen und ihre Lebensweisen zu erfahren. Dies ist vielleicht auch der Grund, weshalb sich Bands wie Wardruna und Heilung zu phänomenal erfolgreichen Acts entwickelten.

Sie dirigieren ihren Sound stark in die musikalisch traditionelle Richtung und vermengen ihn mit etwas «Heavy Metal». Dadurch entsteht ein Paket, das den Wunsch nach Tradition und das Bedürfnis nach Metal befriedigt. So ist also auch der Aufstieg von ROMUVOS nicht weiter erstaunlich, obwohl Klang und Texte eher auf den baltischen Traditionen unterliegen. Seit fast zehn Jahren, als Ein-Mann-Projekt von Velnias (Gesang, Gitarre, Keyboard) begonnen, folgen Romuvos, mittlerweile eine komplette Band, ihrer Vision. Das Album beinhaltet acht Songs, die oftmals eine bedrohliche Atmosphäre verbreiten. Stets ruhig im Tempo, ein langsames Aufkommen traditioneller Gesänge und Volks-Instrumente, die nicht zu überhören sind. Im Gegensatz zu den oben genannten Schergen bricht auf «Spirits» der Metal allerdings ein wenig mehr durch.

Besonders «Become As One» verschwendet keine Zeit und überwältigt die Sinne sofort mit einigen knallharten Riffs. Gute, altmodische Doom-Grooves, die Klang-Fanatikern das Wasser im Mund zusammen laufen lassen wird. Diese einfachen, aber umwerfend wirkungsvollen Riffs dominieren den Song und sorgen in Kombination mit den traditionellen Pfeifen-Instrumenten für einen klanglichen Rausch. «Spirits Of The Oak» wäre mit seinem Intro bestens für Wikinger-Filme geeignet, denn je öfter man es sich anhört, desto mehr steigt das Bedürfnis, sich Streitaxt und Helm zu schnappen! Nach diesem Dopamin-Kick in Form entzückender Klanglandschaften, heisst es Abschied zu nehmen und langsam in die Realität zurück zu kehren. Romuvos bieten mit «Spirits» eine Reise in die Welt von damals und ein unvergleichliches Hörerlebnis. Man möchte immer wieder zurück kehren und sich neu überwältigen lassen!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9ky0NGX34wU

 

Donnerstag, 15 Februar 2024 05:02

Seit 1989 im Geschäft, einige Line-up Wechsel hinter sich und immer noch imstande, eine Art Trance hervor zu rufen. Hypnotisch und dennoch stellenweise hart, so könnte man die neue Scheibe von KILL THE THRILL kurz zusammen fassen. Eine Stunde lang abwechslungsreiche Entspannung für die Ohren, und das darf man sich ruhig mal gönnen.

Auch das mit den Genres sehen die Franzosen nicht so strikt. In ihrer beachtlichen Karriere gab es schon einige Schwenker, heisst mal mehr Goth, dann mal mehr Alternative Rock. Letztlich macht das auch die Magie der Band aus. «Autophagie» ist das erste Studio-Album seit fast zwanzig Jahren und leitet den Zuhörer mit Leichtigkeit in eine verträumt-düstere Welt. Abgesehen von turbulenten, aber dennoch harmonischen Klang-Landschaften schaffen die französischen Texte ein besonderes Wiedererkennungs-Merkmal. Trotz einiger Besetzungswechsel wird das Herzstück des Teams noch immer durch Nicolas Dick und Marilyn Tognolli gebildet. Es ist stets spannend, wenn eine Band es schafft, mehrere Genres abzudecken und verschiedene Nischen gleichzeitig anzusprechen. Das schafft einen Sound, der vielleicht weniger eingängig, dafür aber emotional viel ansprechender ist. Diese Vielfältigkeit ist es, die schon seit Jahren eine kult-ähnliche Fanbase ermöglicht. Einfach mal probehören, denn es werden verschiedenste Stile angesprochen. Wer nur auf einer Schiene fährt, verpasst schlicht und einfach die vor einem liegende Schönheit.
Mona

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lQ1qrMAiNMM

 

Donnerstag, 15 Februar 2024 04:55

Obwohl die aus Malta stammenden WEEPING SILENCE bereits seit dem Jahr 1995 aktiv sind, ist dies erst ihr fünfter Studio-Release. Es zeigt sich, dass Qualität halt einige Zeit in Anspruch nimmt. Vielleicht tue ich dem Werk unrecht, in dem ich es einfach als Studio-Arbeit betitle, denn dieses Album ist weit mehr als einfach nur eine beliebige Veröffentlichung, sondern eine wahre Reise in zwei Abschnitten, unterteilt in acht Kapitel.

Das Konzept ist hervorragend, die Gliederung der Tracks äusserst gelungen und musikalisch gibt diese Platte auch ordentlich was her. Sie nimmt den Zuhörer mit auf eine Wanderung, nur durch den vollen Mond beschienen und begleitet von tiefster Melancholie. Die zwei Abschnitte bestehen aus jeweils vier Songs, welche alle in sich abgeschlossen, aber trotzdem Teil des Ganzen sind. Somit finde ich den Begriff "Kapitel" passend. Sie werden durch ein kurzes Interlude voneinander getrennt. Das Album schreit förmlich danach, vom Anfang bis zum Ende durchgehört zu werden. Nun aber zur Musik: Der erste Track «The Watcher On The Walls» gewährt einen guten Einblick in das, was noch folgen wird. Epische Keyboard-Hits begleiten die restlichen Instrumente, welche mit dem tiefen Growling harmonieren. Bald wird der Gesang aber clean, und passend dazu wird auch die Stimmung etwas langsamer und bedrückter. Dieses Zusammenspiel von Growling und clean gehaltenen Vocals zieht sich durch die ganze Platte hindurch.

Der Aufbau der einzelnen Titel ist sehr progressiv, ihre Musik gedeiht aber vor allem durch die Doom-Elemente, welche als Krönung der Finsternis fungieren. Der Höhepunkt der ersten Hälfte ist klar das über zehnminütige Epos «The Beast And The Harrow». Dieses startet intensiv und hält diese Atmosphäre bis etwa zur Hälfte der Laufzeit aufrecht. Dann experimentiert die Band mit ominösen Geräuschen, welche den Zuhörer in komplette Dunkelheit einhüllen. Zum Schluss wird es wieder melodiöser, aber die Düsternis steht immer noch im Zentrum. «The Legend Of Matteo Falzon», den absoluten Höhepunkt des Werkes, will ich gar nicht spoilern, denn hier erhält das Ganze seine volle Wirkungskraft, wenn man sich alle bisherigen Titel vorher zu Gemüte geführt hat. Wer Konzept-Alben mag, wird beim Anhören von «Isles Of Lore» wahrlich auf seine Kosten kommen. Die Scheibe ist abwechslungsreich, voller Erfindungs-Geist und zum Teil auch ziemlich gewagt. Die Laufzeit von über einer Stunde ist auf jeden Fall begründet.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/SLECTK_j1U8

 

Mittwoch, 14 Februar 2024 04:58
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v. 10 Punkten: 7.3

Dieses Werk macht seinem Titel alle Ehre. Brutalität wird auf dem zweiten Studioalbum der US-Amerikanischen Band VITRIOL gross geschrieben. Von 2005 bis 2013 waren sie unter dem Namen Those Who Lie Beneath bekannt und spielten damals noch Deathcore, allerdings ohne cleane Vocals.

Die Aggression und Verzweiflung ist auch heute noch auf ihrem Death Metal Album zu finden, dafür ist ihre Musik nicht mehr so sehr auf Drops ausgerichtet und hält die Energie konstant auf einem sehr hohen Level. Die Riffs folgen Schlag auf Schlag, das Mixing ist voll und wirkt sehr mächtig. Gut zu hören ist das auf dem Titel «Survivals Careeing Inertia», bei welchem man in den letzten Takten ein Keyboard zu vernehmen ist, das aber so gemischt wurde, damit es die Gitarren untermauert und diese nicht übertönt werden. Diese kleine Finesse macht den Titel noch intensiver. Die Vocals sind gesättigt mit Aussichtslosigkeit wie Schmerz, und dieses Detail hat den Genre-Wechsel offensichtlich überlebt. Das sorgt wenigstens für ein bisschen Abwechslung, welche dem Werk in manchen Punkten leider fehlt. Die Riffs mögen während der ersten Hälfte des Albums noch interessant wirken, allerdings merkt man bald, dass Überraschungen ausbleiben und man sich relativ schnell an den Sound gewöhnt. Dies sollte aber nicht heissen, dass vereinzelte Riffs nicht technisch hochstehend sind, sie fallen lediglich alle in die gleiche Sparte. Dieses Album ist perfekt für Fans von Deathcore, welche aber die clean gesungenen Passagen und die übermässige Emotionalität nicht ertragen. Die einzigen Gefühle, welche auf «Suffer & Become» vermittelt werden, sind Aggression, Hass und Abscheu.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/lmfP04bZSl0

Mittwoch, 14 Februar 2024 04:51

Gemäss buddhistischer Tradition ist VIPASSI der 22ste von den 28 Buddhas. Die Band mit demselben Namen ist ein wilder Haufen mit Musikern aus Australien, Frankreich und Grossbritannien.

2017 betraten sie mit ihrer ersten EP «Śūnyatā» (2016) erstmals die musikalische Weltbühne. Sie spielten instrumentalen Progressive Extreme Metal, der technisch anspruchsvoll und dennoch melodisch war, gleichzeitig luftig und ruhig wirkte. Seit der Trennung von Brendan Brown (Ex-Ne Obliviscaris) und dem Einstieg von Arran McSporran (Virvum) am Bass fällt auf, dass sich der Vierer für «Lightless» etwas von seinen frühen Einflüssen getrennt hat. Das Gleichgewicht zwischen Komplexität und emotionaler Fliessfähigkeit ist organischer. Die Art und Weise, wie die verschiedenen Abschnitte miteinander harmonieren und eine akustische Erzählung schaffen, fällt immens auf. Auch thematisch scheint sich die Band über die buddhistischen Traditionen und Philosophien hinaus erweitert zu haben, was sich an Liedtiteln wie «Shapshu» und «Promethea» zeigt.

Diese beinhalten kanaanäische wie griechische Mythologien, sprich beackern Licht und Dunkelheit so, dass sich alles zu einer grossartigen Klang-Ästhetik wandelt. «Lightless» stellt mit seinen acht Tracks auch eine erhebliche Verbesserung von Produktion und Mix dar. Der Fretless-Bass (bundlos) ist erwartungsgemäss spektakulär und sticht auf dem gesamten Album hervor. Die Gitarren von Ben Boyle und Benjamin Baret (Soli) passen prächtig dazu, und das Schlagzeug-Spiel von Gründungs-Mitglied Daniel Presland ist technisch ausgeklügelt, respektive bildet ein wichtiges Rückgrat, das alles um sich herum antreibt. Obwohl es sich grösstenteils um ein Instrumental-Album handelt, finden sich einige, süsse Akzente ätherischer Gesangs-Harmonien und Kehlkopf-Gesang («Neon Rain»), die den Genuss des Albums steigern. Vipassi gehen mit «Lightless» definitiv über ihre Wurzeln wie Einflüsse hinaus und schaffen sich eine ganz eigene Identität.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/57YmrVajeGU

Mittwoch, 14 Februar 2024 04:45

SOVEREIGN werfen Fragen auf, so viel ist klar. Weshalb man sich einen Bandnamen sucht, den schon viele andere Bands benutzen, ist eine davon. Weshalb es ganze sechs Jahre von der Gründung bis zum Debüt gegangen ist, eine andere. Die Norweger zocken darauf eine Mischung aus Thrash wie Death Metal und können mich damit aber nur bedingt begeistern.

Die ganze Sache ist mächtig auf Oldschool getrimmt, lässt Einflüsse von früheren Sepultura und Obituary erahnen und hat nur sieben Songs an Bord, wobei diese auf eine Spielzeit von etwas über vierzig Minuten kommen. Das Ganze ist technisch einwandfrei vorgetragen und wie aus einem Guss. Doch auch nach mehreren Umdrehungen bleibt am Schluss nicht viel hängen. Solider 08/15 Stoff ist wohl die treffende Umschreibung. So startet der Opener und gleichzeitig Titeltrack durchaus vielversprechend mit guten Ideen, verliert sich aber ab der Mitte des Songs in durchschnittlichem Geprügel. Das abschliessende Opus «Absence Of Unity» spielt derweil geschickt mit Tempo und Effekten, respektive sorgt dafür, dass man wenigstens diesen Track als Album-Highlight bezeichnen kann, auch wenn es auch hier gegen das Ende hin etwas zu langatmig wird. Der Rest ist solid und fällt weder ab noch auf. Es ist sicher nicht zu leugnen, dass der Vierer mit Eifer bei der Sache ist, aber bei der wöchentlichen Überflutung von neuen Alben versinkt man halt irgendwo im Mittelfeld. Geschmack beweist man hingegen mit dem gelungenen Artwork von «Altered Realities».
Rönu

cede


https://www.youtube.com/embed/Cn50XVz-vRg

Dienstag, 13 Februar 2024 04:40

Die Deutschen RITVS aus Aschaffenburg kommen hier mit knackigen Prog-Songs, nota bene auf Deutsch gesungen, um die Ecke. Die Lieder klingen spannend wie frisch zugleich, und es macht von Anfang an Spass, der Musik der Proggies zu lauschen.

Verspielte Orgel-Soli vermischen sich mit starken Gitarren-Läufen, auch mal zusammen als Twin, sehr interessant. Mal versprüht man etwas älteres Uriah Heep Feeling, dann erinnert es eher an Eloy. Sänger Tobias Ritter macht seine Sache gut und singt sehr passend zur Musik. Natürlich versprühen die Aschaffenburger hier viel 70er-Jahre Prog Feeling, aber sie machen das sehr gut. Die Verspieltheit eines Songs wie «Russ und Feuer» ist sehr gelungen, und nach den sieben Minuten Spielzeit wird er Drang verspürt, den Song gleich nochmals anzuhören. Auch gut das mit Twin-Gitarren beginnende «Abstinenz», erinnert etwas an Blue Öyster Cult. Bei «Obsession» kommt sogar etwas Rainbow-Feeling der 70er auf, klasse Song. Das abschliessende «Erde unter meiner Hand» erinnert dann stark an die leider fast vergessenen Deutsch-Proggies Traumpfad. Also mir gefällt sehr, was die Jungs hier mit «Der Tag Naht» abliefern. Prog Rock zum Abheben und träumen. Schön, dass es noch solche Bands gibt. Geneigte Proggies sollten hier unbedingt reinhören!
Crazy Beat

cede


https://www.youtube.com/embed/aTnEv9NQHP8

Dienstag, 13 Februar 2024 04:35
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v. 10 Punkten: 7.4

Unter hartgesottenen Schwarzfärbern und Liebhabern des satanischen Metals sind NECROWRETCH aus Frankreich eine gängige Nummer. Sie lassen musikalisch ein Höllenfeuer der bösesten Art auf die Erde niederregnen. Der Vierer geht stets an die Grenzen dessen, was klanglich möglich ist und führt seit drei Alben einen unheiligen Krieg gegen die Menschheit.

Jetzt ruft Iblis aus der Tiefe, und mit ihm lauert im Schatten seiner Tarnung Dajjal. Seine Schwerter der Täuschung erheben sich im Licht des göttlichen Fluchs. Im Gegensatz zu Necrowretchs Vorgänger ist «Swords Of Dajjal» ein tieferes Eintauchen in die Welt des geradlinigen, zeitgenössischen Black Metals. Die Death-Elemente von «The Ones From Hell» rücken noch weiter in den Hintergrund, um den Weg für den wahren Black Metal zu ebnen. Dies geschieht aber nicht mit blinder Raserei, sondern mit Leidenschaft, viel Aggression und kontrollierter Wut. Konzeptionell widmen sich die acht Songs auf «Swords Of Dajjal» der islamischen Eschatologie, die das Kommen des Dajjal beschreibt – das Kommen der grossen Betrüger, der falschen Propheten, der Antichristen. Eine willkommene Abwechslung zur bisherigen Anzahl, an auf der Kabbala basierenden Alben, und natürlich der üblichen Flutwelle an teuflischem Material, das heute so veröffentlicht wird.

Zu den Höhepunkten der Platte gehören die seltenen, melodischen Passagen, die das Intro und den Refrain des Eröffnungs-Stücks «Ksar Al-Kufar» bilden, die äusserst filmische Atmosphäre und die Necrophobic-anbetende Gitarren-Arbeit in «Numidian Knowledge» und der Einsatz verschiedener Saiten-Instrumente. Neben der traditionellen Gitarre sind auf der gesamten Scheibe Kombinationen mit anderen Instrumenten zu hören, die dem Zuhörer, mit brodelnder Aggression, ein facettenreiches Black Metal Erlebnis bescheren. «Swords Of Dajjal» bringt den beissenden Gestank des Verrats und den Schwel der Zerstörung mit sich. Während knapp vierzig Minuten werden die Zuhörer von bösen Gestalten umgarnt, die sich in verschiedenen Erscheinungs-Formen präsentieren und ein stürmisches Armageddon vorbereiten. Dies sind die sagenumwobenen Tage des Weltuntergangs, und es gibt wohl momentan keine Platte, die den Soundtrack des Ganzen besser widerspiegelt als «Swords Of Dajjal».
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/GTE_a_SZkXU

 

Dienstag, 13 Februar 2024 04:30

Immer wieder erstaunlich, wo Dying Victims die obskursten Bands findet. KONTACT stammen aus Kanada und nennen ihren Stil Cosmic Metal, was erstaunlich gut passt. Es ist nach der EP «First Contact» von 2022 das zweite Lebenszeichen, diesmal aber über die volle Distanz.

Schon die Pseudonyme (The Alien oder Morh Morf Xela, um nur zwei zu nennen) lassen erahnen, dass die Band eine grosse Affinität zum Thema Science-Fiction besitzt. Auch den Songs wurden kosmische Zwischen-Sequenzen beigemischt, und das macht die Sache insgesamt ziemlich abwechslungsreich und nicht vorhersehbar. Musikalisch wandelt man auf den Pfaden von Bands wie Crimson Glory, Traveler oder Manilla Road. Mit dem starken «Doppelgänger» und «Heavy Leather» offenbaren die Kanadier ihr Potenzial, wenn da nicht die Stimme wäre! Die ist mehr als gewöhnungsbedürftig, klingt sehr nasal und wurde mit viel Hall aufgenommen, was natürlich zum Konzept passt, aber eben auch sehr nervig sein kann. Es ist sicher ein Alleinstellungs-Merkmal und hebt die Band aus der Masse. Ich gebe zu, der Gesang ist nicht mein Ding, die Musik wäre es jedoch durchaus. Wer das Label und seine Bands kennt, respektive mag sowie kein Problem mit aussergewöhnlichen Stimmen hat, dürfte auch mit Kontact warm werden.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iycp9gYxmig

Montag, 12 Februar 2024 04:45

Die australischen Prog-Virtuosen CALIGULA'S HORSE versprühen auf ihrem neuesten Werk deutlich mehr düstere Atmosphäre. «I Pray» könnte zum Beispiel auch von Steven Wilson sein. Melancholische Ruhe, aber trotzdem melodiös, gepaart mit einem etwas stoischen Gitarren-Riff, leitet den Song.

Ebenso der zehn Minuten dauernde Opener «The World Breathes With Me». Hier findet sich von ganz zarten Melodien bis hin zum Metal-Riff alles, und klasse, wie die Australier hier die Stimmungs-Wechsel ineinander fliessen lassen. «Charcoal Grace» kann man als progressives Werk zwischen dunkelster, erdrückender Verzweiflung mit einem immer wieder aufkeimenden Hoffnungsschimmer beschreiben. Von ganz ruhigen Klängen wie bei «III Vigil», bei dem der gefühlvolle Gesang voll überzeugt, bis zu eher schwerer zugänglicher Musik wie bei «IV Give Me Hell» verbraten die Australier hier ein breites Stück Musik. Auf den ganzen Rundling ausgelegt ist die Musik jedoch schon etwas zu düster und schwer zugänglich. Oft empfinde ich die Songs als etwas anstrengend. Auch für Proggies wird der Zugang zu «Charcoal Grace» nicht einfach sein, aber entscheidet selbst.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qlIlXhxJWLM

Montag, 12 Februar 2024 04:39

Vor drei Jahren veröffentlichten BLOOD RED THRONE ihren Giganten in Form von «Imperial Congregation». Schnell wurde klar, dass es sich dabei wahrscheinlich um den grössten Output in der bisherigen Band-Geschichte handelt. Jetzt ist der Fünfer mit neuem Material und Platte Nummer elf zurück.

«Nonagon» macht dort weiter, wo das letzte Album aufgehört hat. Der Longplayer vereint das Gemetzel von Panzerchrist, das unerbittliche Riffing von Old Man's Child und die melodischen Feinheiten von Hypocrisy. Die Besonderheit an «Nonagon» ist jedoch definitiv die neue Stimme am Mikro. Nachdem Yngve "Bolt" Christiansen an vier Alben mitgewirkt hat, machte er einen Abflug, und an seine Stelle trat Sindre Wathne Johnsen von Deception. Das Ergebnis ist eine grössere stimmliche Vielfalt, da Johnsen gerne seine geschwärzten Stimmbänder spielen lässt. Aber auch das Beton sprengende Bellen und die fiesen Kehllaute, für die Bolt berühmt war, bereiten Johnsen keinerlei Probleme - im Gegenteil! Sie fügen dem Trommelfeuer, das durch Bass, Schlagzeug und Gitarren entsteht, eine weitere Ebene hinzu. Maschinengewehr-Tremolos treffen auf leckere, headbangbare Grooves, und in den Riffwechseln findet stets ein melodisches Zwischenspiel seinen Platz.

Der Titeltrack ist eher ein langsamer Cruiser mit einigen interessanten Momenten, der etwas Schlagseite hin zu At The Gates aufweist. Zum Meckern geben Blood Red Throne sicherlich keinen Anlass. Müsste man aber doch etwas bemängeln, dann wäre es vielleicht der fast siebenminütige Rausschmeisser «Fleshrend». Er ist geradezu eine Flut an inkonstanten Riffs, die sich endlos aneinander reihen. Wenn es dann so klingt, als sei der Höhepunkt erreicht, ändert der Track erneut die Richtung. Wahnsinn hat eben einen Namen, und auch wenn es nicht offensichtlich ist, stellt jeder Titel eine andere Ebene der Hölle aus "Dantes Inferno" dar. «Nonagon» ist ein starkes Album, das meines Erachtens nicht ganz an seinen Vorgänger heran reicht, jedoch auch nicht viel hinter «Imperial Congregation» zurück liegt. Im Endeffekt spielt dies aber auch keine so entscheidende Rolle, denn die Band besticht bei ihren Auftritten stets mit einem überzeugenden Song-Mix.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xGF_d_rD3EU

 

Montag, 12 Februar 2024 04:33
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v. 10 Punkten: 7.5

Also, nach dem Beachten des Artworks hätte ich hundertprozentig auf eine Death Metal Kapelle getippt, aber ABHORIA  sind auf ihrem zweiten Album klar in den Black Metal zu schubladisieren. Einzig der Gesang pendelt zwischen den beiden Welten und sorgt für eine angenehme Abwechslung.

Die Amerikaner sind auch keine Band die alles plattwalzt, was ihnen in den Weg gestellt wird. Sie sind deutlich gemässigter unterwegs und auch packenden Melodie-Linien nicht abgeneigt. Etwas speziell ist die Wahl des Openers «Emergence», der nicht mal zwei Minuten dauert. Ansonsten pendeln sich die Songs nämlich zwischen viereinhalb und sechseinhalb Minuten ein. Abhoria verstehen es dabei ziemlich gut, die Songs nicht langweilig werden zu lassen und sorgen immer wieder für atmosphärisch dichte Momente. Eine Ausnahme bildet da «They Hunt A Night», indem hier durchgehend aufs Tempo gedrückt wird. Technisch gehören die Jungs zur gehobenen Klasse, und ein gewisses Niveau wird während der ganzen Spieldauer nicht unterschritten. Was hingegen fehlt, sind die Ausreisser nach oben. So bleibt am Schluss ein solides, gutes Black Metal Album mit einer leichten Affinität hin zum Death Metal, vor allem natürlich des Gesangs wegen. Als Anspieltipp würde ich auf «Depths» den Track «Devour» empfehlen, denn hier höre ich sogar Paradise Lost zu «Gothic» Zeiten heraus.
Rönu

cede

 

"https://www.youtube.com/embed/3vuMrLj6ViQ

 

Samstag, 10 Februar 2024 06:59

Was für ein Brett! MORBID SAINT sind mit ihrem dritten Album zurück und das nach langer, langer Zeit. Das 2015 erschienene «Destruction System» wurde bereits 1992 geschrieben, somit haben wir es mit den ersten neuen Songs seit über dreissig Jahren zu tun. Das Material klingt zwar modern, atmet aber auch den Spirit der Achtziger.

Die Amerikaner bieten dem Zuhörer so einige Killer-Riffs und loten die Grenze von Thrash und Death Metal definitiv aus. Dazu kommt ein alles in Grund und Boden stampfender Schlagzeugsound. Die Vocals sind knallhart und erinnern mich in diversen Tonlagen an Mille von Kreator. Man ist ziemlich gerne im schnellen Bereich unterwegs, drosselt das Tempo aber immer rechtzeitig, was der Langeweile keine Chance einräumt. So bieten Songs wie «Rise From The Ashes», «Fear Incarnate» oder «Fuck Them All» zwar nichts Neues, machen aber aufgrund ihrer mitreissenden Instrumentierung einfach nur Spass.

Das Album ist dermassen kompakt und griffig, was aufgrund der Tatsache, dass das neue Werk im kreativen Fern-Austausch entstand, nicht in dieser Form und Stärke zu erwarten war. Ebenfalls ins Schwarze trifft man mit dem Artwork. Wer hier an Megadeth erinnert wird, liegt nicht falsch, denn dahinter steht Ed Repka, der bereits für Dave Mustaine oder Chuck Schuldiner zeichnete. Morbid Saint sind lautstark zurück auf der Bühne. Gitarrist und Mitbegründer Jim Fergades lässt sogar Hoffnung für Live-Aktivitäten aufkommen: "Wir freuen uns jetzt über alle Möglichkeiten, und je nachdem, welche sich uns bieten, kann eine Menge passieren."
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/7pLhx7BUgC0

Samstag, 10 Februar 2024 06:50
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Mit Cover-Versionen ist das immer so eine Sache. Grundsätzlich sind diese erst mal als Hofknicks vor den Urhebern der Originale zu verstehen, wodurch sich dann selbst gestandene Musiker, trotz des eigenen Erfolges, immer noch als einfache Fans outen, was durchaus sympathisch wirkt.

Langweilig oder gar anstrengend wird es aber praktisch immer dann, wenn der einzige Unterschied zwischen Original und Cover naturgegeben aus dem Gesang besteht und sich die Instrumentalfraktion ansonsten eng an die Vorlage hält. Ich finde es einfach ungemein origineller, wenn die ehrerbietenden Bands den nachgespielten Songs ihren ureigenen Stempel aufdrücken, und das möglichst bis zur schieren Unkenntlichkeit. Type O Negative beispielsweise haben mehrfach gezeigt, wie man Songs aus fremder Feder gekonnt durch den musikalischen Fleischwolf dreht. Genau diesen Ansatz verfolgt Bob Balch von Fu Manchu mit diesem Doom Metal – Projekt.

Im Zuge einer Gitarrenlektion, in der er einem seiner Schüler Slayers «South Of Heaven» beibringen wollte, hatte er realisiert, dass Slayer-Songs ganz schön doomig klingen, wenn man sie stark verlangsamt spielt. Er liess die Idee eine Handvoll Jahre ruhen, bis er sie endlich wieder hervorkramte und sie mit Hilfe von Esben Willems (Monolord, Drums), Peder Bergstrand (Lowrider, Bass), Amy Barrysmith (Year Of The Cobra, Gesang), Scott Reeder (Kyuss, Bass) sowie Laura Pleasents (Kylesa, Gesang) in die Tat umsetzte. Was dabei herausgekommen ist, lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen.

Fünf Slayer – Standards mit einer Gesamtlänge von zwanzig Minuten wurden auf die doppelte Länge gestreckt. Berücksichtigt wurde dabei vor allem das 1990er Album «Seasons In The Abyss», das mit «War Ensemble», «Blood Red» und «Dead Skin Mask» vertreten ist. «The Antichrist» vom Debüt und der Ursprung der ganzen Idee, «South Of Heaven», vervollständigen den Doom-Brocken. Auf das Was folgt das Wie, und diesbezüglich zeigen meine Daumen ganz klar nach oben. Esben Willems’ donnernde Drums, die höllisch tief gestimmten, Fuzz-lastigen Gitarren und der kontemplative Gesang der engagierten Sängerinnen lassen die den meisten von uns bestens bekannten Songs in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Slayer – Songs sind ja per se nicht gerade Optimismus versprühende Lila Launebär – Liedchen, aber die Doom – mässige Umsetzung verleiht ihnen nochmal einen ordentlichen Zacken Bedrohlichkeit und Tiefgang. Ich meine, einen Nackenbrecher wie «War Ensemble» auf fast elf Minuten auszudehnen oder aus einer kurzen Nummer der jugendlichen Sturm und Drang Phase wie «The Antichrist» ein achtminütiges, schleppendes Monster mit einem langen, atmosphärischen Soloteil zu machen, setzt schon ein gewisses Mass an Selbstbewusstsein und Fachkenntnis voraus. Diese Scheibe wird nicht jedermanns Sache sein, insbesondere bei puritanischen Slayer – Sittenwächtern habe ich gewisse Zweifel in Bezug auf deren Akzeptanz. Da ich hingegen für Slayer dieselben Gefühle hege wie für unkommerziellen Doom Metal aus dem Underground, bin ich dieser Scheibe sehr zugetan. Und den zusätzlichen Bonus – Zehntelpunkt gibt es on Top für die originelle Namenswahl!
Mirko B.

2. Meinung:  Die Geschichte hinter dem Projekt SLOWER geht auf Fu Manchu Gitarrist Bob Balch zurück, der vor Jahren mal einem Schüler «South Of Heaven» von Slayer beibringen wollte. Da dieser aber ein Anfänger war, wurde das Tempo entsprechend herunter geschraubt. Bob fand danach irgendwie Gefallen daran, nahm Drums dazu auf, stimmte die Klampfe noch herunter und meinte, dass dies "irgendjemand aus der Community" so veröffentlichen sollte.

Soweit die nicht ganz komplette Kurzversion der Geschichte, die letztlich für die folgenden fünf Klassiker der Amis gilt: «War Ensemble» (10:39), «The Antichrist» (08:13), «Blood Red» (06:30), «Dead Skin Mask» (06:08) und eben «South Of Heaven» (07:11). Die bewusst angegebenen Spielzeiten in den Klammern lassen erahnen, dass sich hier Unheilvolles dahinter verbirgt, denn was Amy Barrysmith (v, Year Of The Cobra), Bob Balch (g, Fu Manchu), Peder Bergstrand (b, Lowrider) und Esben Willems (d, Monolord) hier verbrochen haben, ist ebenso für den Arsch wie die absolut grauenhaften Covers, die Six Feet Under unter dem Banner der «Graveyard Classics» heraus gehauen haben. Darunter war übrigens auch «At Dawn They Sleep». Mein Rat: Bloss Finger weg von diesem Sound-Müll!
Rocklave

cede


https://www.youtube.com/embed/XQIzSunaN38

Samstag, 10 Februar 2024 06:43
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v. 10 Punkten: 7.0

René, Simone et François vont a Paris. Wer kennt es nicht noch aus der Schulzeit, wir haben es gehasst, aber auch auf eine schräge Art geliebt. CELESTE aus Frankreich werden dieses Lehrbuch wohl kaum kennen, schliesslich wurde ihnen die französische Sprache in die Wiege gelegt.

Es gibt also definitiv einen spannenderen Weg, sich Französisch anzueignen oder sich darin zu vertiefen. Zum Beispiel mit dem brandneuen Album »Assassine(s)« von Celeste. Der Genre Begriff Alternative aus dem Press-Sheet ist sehr verwirrend. Ich hätte mir darunter was ganz anderes vorgestellt. Stattdessen beballern uns die Herren hier mit einem Gemisch aus Gojira und Samael. Wenn dies Alternative ist, nun denn, offenbar eine dehnbare Bezeichnung. Nichtsdestotrotz bohren sich die acht Tracks unermüdlich in die Gehörgänge und hämmern sich dort fest. »Assassine(s)« knallt von Beginn weg, braucht aber definitiv ein paar Anläufe, um effektiv hängen zu bleiben.
Pat

cede

https://www.youtube.com/embed/6K6T_dNgdFY

 

Freitag, 09 Februar 2024 05:01
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v. 10 Punkten: 8.5

Fleissig sind sie, die drei von der Tankstelle. Deen Castronovo (Gesang, Schlagzeug), Jeff Pilson (Bass) und Joel Hoekstra (Gitarre) veröffentlichen kaum ein Jahr nach dem letzten Output («Eagle Flight») schon den nächsten Longplayer unter dem Banner REVOLUTION SAINTS.

Die Drei haben eine lange musikalische Geschichte, die sich in Bands wie Dokken, Journey, Whitesnake, Night Ranger, Foreigner, The Ned Machine oder Iconic niederschlägt. Revolution Saints gehen aber ihren eingeschlagenen Weg konsequent weiter und werden alle Journey Fans zu Freudentränen treiben. Auch wenn der Gesang dieses Mal eine Spur kerniger ausfällt und die Melancholie nicht mehr so stark im Vordergrund steht. Die Jungs lassen glücklicherweise die Bremse gelockert, wie zum Beispiel bei «Fall On My Knees». Klar, dass eine tränentriefende Ballade nicht fehlen darf («Can't End It Right Now») oder ein knackiger Rock-Track das Album verfeinert («Lost In Damnation»). «Show Me Your Light» bringen selbst Journey nicht besser ans Tageslicht, und mit «Been Said And Done» haben die Herren einen kleinen Hit geschrieben. «Against The Winds» gefällt mir um einiges besser als sein Vorgänger, und dies aus dem einfachen Grund, weil Castronovo, Hoekstra und Pilson hier mehr rocken.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Jeo61O2v_Ss

Freitag, 09 Februar 2024 04:55
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v. 10 Punkten: 8.7

Das Projekt METAL DE FACTO geht (endlich) in die zweite Runde. Nachdem man sich im ersten Album der römischen Geschichte widmete, ist nun Japan an der Reihe. Bekanntestes Mitglied der Band ist sicher Sami Hinkka von Ensiferum. Der Rest spielt bei Bloody Hell und Everfrost. Dazu gibt es News von der Transferfront, denn Aitor Arrastia hat das Mikro von Miael Salo übernommen.

Der Erstling war schon ein wirklich starkes Statement in Sachen Power Metal, und auch «Land Of The Rising Sun Part 1» überzeugt auf vielen Ebenen. Der Opener «Rise Ameratsu» ist ein rassiger Song mit viel Melodie. Die Keyboards sind angenehm, begleiten die Gitarren und pflastern diese nicht zu. Nachdem auch «Code Of The Samurai» gut ins Ohr geht, folgt mit «Heavier Than A Mountain» der Oberknaller. Episch, hymnisch, stampfend bleibt der sofort im Gehörgang kleben. So muss Power Metal sein! Da man mit «To Tame The Steel» und «Superstars» sind nach demselben Muster gestrickt. Als Abschluss folgt mit dem über 12-minütigen «47 Ronin» das bisherige Magnum-Opus der Skandinavier. Neu-Vokalist Aitor macht seinen Job sehr gut und ist ein würdiger Nachfolger des bärenstarken Mika. Gibt es denn tatsächlich nichts zu bemängeln? Doch! Die Produktion ist leider sehr steril ausgefallen, heisst der neue Longplayer hätte vom Sound her definitiv fetter sein müssen. Trotzdem, wer Bands wie Stratovarius oder Bloodbound liebt, sollte hier definitiv zuschlagen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PTenQy5ocbY

Freitag, 09 Februar 2024 04:48
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v. 10 Punkten: 8.0

Dem vierten Album der Dänen SOLBRUD liegt eine interessante Grund-Idee zu Grunde. Jedes Band-Mitglied sollte eine Seite des Doppel-Albums komponieren und schreiben. Sänger und Gitarrist Ole Luk verliess die Band zwar, ist aber ebenfalls noch auf «IIII» vertreten und zu hören.

Mit 94 Minuten Spielzeit verlangt das Album einiges von den Zuhörern ab, und so nebenbei lässt sich dieses Opus nicht verdauen. Atmosphärisch, eindringlich und dynamisch sind die Attribute der Platte, dessen Herzstück «Nar Solen Brydes» die Marschrichtung vorgibt. Das vierteilige Stück kommt auf über 24 Minuten und schafft es, nie Langeweile aufkommen zu lassen. Neben den kalten Screams sind auch klar gesungene Chöre zu vernehmen. Ruhige Passagen, verträumte Melodien und alleszerschmetternde Midtempo-Rhythmen sind ebenso enthalten, wie die typischen Black Metal Attacken. Lyrisch ist man ebenfalls der «Vier» treu geblieben und widmet sich den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft. Dass die Band ausserhalb des gängigen 08/15 Black Metal Fahrwasser rudert, zeigt übrigens schon der Opener «Hvile», der sogar Raum für eine Akustik-Gitarre bietet. Solbrud haben ein ehrgeiziges, viertes Album am Start, welches trotz der unterschiedlichen Songwriter in sich stimmig ist, kaum Schwächen aufweist und sowohl für Ambient, Post, Prog und Atmospheric Black Metal Fans von Interesse sein könnte.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/G3rFrxheZYE

 

Donnerstag, 08 Februar 2024 04:56
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v. 10 Punkten: 8.2

Kennt ihr per Zufall die japanische Band Gyze? Nun, hier haben wir es mit der Nachfolgeband zu tun, die sich nach dem japanischen Drachengott des Meeres benannt hat. Man hat sich gleich einen Deal bei einem Branchen-Riesen gesichert, was natürlich die Erwartungs-Haltung nach oben schraubt. Das Debüt von RYUJIN vereint Melodic Death, Power Metal und traditionelle, asiatische Musik.

Dabei kommen auch viele japanische Instrumente wie Shamisen, Drachenflöten, Erhu oder Taiko zum Einsatz. Das Ganze kommt auf Platte ziemlich spektakulär daher und klingt irgendwie nach Ensiferum auf asiatisch gedreht. Während bei den ersten Songs «Gekokujo» und «Dragon, Fly Free» diese kongeniale Mischung aus Death und Folk zu Begeisterungs-Stürmen hinreissen lässt, kommt danach ein Stilbruch. Matthew Heafy von Trivium, der nicht nur als Produzent tätig war, sondern auch bei einigen Songs mitwirkt, übernimmt den Klar-Gesang und das Ganze erinnert plötzlich mehr an neoklassischen Power Metal. Man höre sich nur «Kunnecup» an…, Yngwie wäre stolz auf die Burschen. Mit der Bandhyme «Ryujin» folgt auch in der zweiten Hälfte noch ein Melodic Death Leckerbissen. Ryujin veröffentlichen ein Album, das enormes Potenzial aufweist, aber auch ein wenig den roten Faden vermissen lässt. Die Band ist dann am stärksten, wenn sie auf das Gaspedal tritt. Der Power Metal Anteil ist nett und solid, aber die harschen Songs überzeugen dann doch eine ganze Ecke mehr. Dass die Band auch live funktioniert, davon konnte ich mir anlässlich der Tour von Pain und Ensiferum bereits ein Bild machen. Leider war das Ende Oktober 2023 und das Album damals noch nicht fertig. Spass macht die Band auf jeden Fall, und ich bin sehr gespannt, was uns die Japaner noch bieten werden. Ein guter Start ist «Ryujin» auf alle Fälle!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UFK7RqYR3TM

 

Donnerstag, 08 Februar 2024 04:49
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v. 10 Punkten: 6.5

Aus Schweden stammt das Trio THE VICE, welches drei Jahre nach dem Debüt «White Teeth Rebellion» mit dem Nachfolger aufwartet. Die Band in eine Schublade zu stecken, ist nahezu unmöglich. Die Band wirft Black, Alternative, Pop, Gothic, Doom und Rock'n'Roll in einen Topf und köchelt daraus eine einzigartige Suppe.

Der Opener «Another Future» ist ein Opener, der den Weg aufzeigt. Im Midtempo angesiedelt und mit interessanten Gitarren-Melodien sowie harschem Gesang erzeugt er eine Atmosphäre, welche man nicht allzu häufig zu hören bekommt. Das mit Piano-Klängen startende «Lit De Parade» entwickelt sich zu einem melodiösen Stampfer, der mit seinen Chören im zweiten Teil der melancholischste Song ist. «Be Afraid» ist ein Stück, welches am ehesten an skandinavischen Black Metal erinnert. The Vice haben ein Album am Start, dass seine Freunde finden wird. Es ist nicht alltäglich, und deshalb braucht es auch ein paar Umdrehungen. Dabei treffen nicht alle Songs meinen Nerv und darum ist die Bewertung diesmal wirklich nicht allzu vielsagend. Hört am besten selber rein und macht Euch ein eigenes Bild von «Dead Canary Run».
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/vYr8K1juK5U

 

Mittwoch, 07 Februar 2024 05:04
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v. 10 Punkten: 7.8

GRAND veröffentlichen ihr zweites Album «Second To None» und schippern mit ihrer Musik irgendwo zwischen den Stage Dolls und Von Groove. Bedeutet, dass die Schweden mit ihrem Sound feine Melodien präsentieren, die sofort ins Ohr gehen, mit einer guten Stimme (Mattias Olofsson) brillieren können und die Metal wie Thrash-Fans damit kaum begeistern werden.

Dabei geht das Trio einen sehr süsslichen Weg, den man mögen kann, aber nicht muss, da mit der Zeit alles sehr soft wird. Dennoch werden sich Melodic Rock Fans an diesen Liedern kaum satt hören können. Fetzig wird es mit «Sweet Talker», rockig mit «All Or Nothing» und balladesk mit «Lilly». «Second To None» ist kein schlechtes Album geworden und bietet gutes AOR-Kraftfutter. Kommen ich zu den eingangs erwähnten Von Groove, haben die Jungs mehr gerockt und gingen mit erhöhtem Groove-Anteil ins Rennen, während die Stage Dolls grundsätzlich die besseren Songs schrieben. Darum antesten und selbst entscheiden, ob es für einen Kauf ausreicht.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/na0b1vUXtNI

 

Mittwoch, 07 Februar 2024 04:57

Aus Reichenbach in Sachsen stammt der Fünfer BOUNDLESS CHAOS, der nach einer EP und zwei Split Veröffentlichungen nun mit dem ersten full-length Album aufwartet. Dabei macht die Band ziemlich schnell klar, was einen erwartet, nämlich schwarz angehauchter, räudiger Oldschool Thrash und Death Metal.

Sofort schiessen einem Bands wie Sodom, Destruction, Possessed oder Venom durch den Kopf, wenn die Deutschen mit «Down» loslegen. Untermalt von galoppierenden Drums übernimmt die Gitarre schnell den Lead, bevor Sänger E.M. mit seinem rauen Gesang dem Song die Richtung vorgibt. Nach dem schnellen «High Tension» und der Abrissbirne «Arson From Beyond» wird aber auch schnell klar, dass die ganze Scheibe zwar Laune macht, aber rein gar nichts Bahnbrechendes bietet. Die Riffs bleiben kaum lange im Gedächtnis, und ich bin mir nicht sicher, wie oft man das Album danach noch einmal auflegen wird, weil es einfach bessere Referenz-Werke gibt. Mit Ausnahme von «Blasphemous Rupture», welches eine ganze Stufe über den anderen Songs anzusiedeln ist. Hier glänzen Boundless Chaos mit wirklich guten Ideen und starken Gitarren. Die Band scheint auf jeden Fall Spass an der Sache zu haben, denn man geht energetisch an die Sache heran, und live dürfte hier einiges mehr gehen. Allerdings ist man mit «Sinister Upheaval» noch auf der Suche nach einer eigenen Duftnote.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/U9MgQYR_jqE

Dienstag, 06 Februar 2024 04:45
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v. 10 Punkten: 8.0

Die serbische Dreier-Sensation JENNER kehrt mit ihrem zweiten Werk «Prove Them Wrong» zurück, das durchaus zu überzeugen vermag und neuen Fans den perfekten Einstieg ins thrashige Metal-Genre bietet.

Ich gehöre nicht zu den grössten Thrash-Liebhabern da draussen, freue mich aber über jedes gelungene Stück dieser Stilrichtung. Jenner sind ein rein weibliches Trio, deren Wege sich 2013 gekreuzt haben und sie schliesslich zur Band werden liessen. Die Ladys nehmen gekonnt die wertvollen Elemente des Thrash und mischen sie mit melodiös klassischem Metal, den der Grossteil der Szene kennt und liebt. «Prove Them Wrong» beginnt mit einem langsamen Intro, bevor man direkt in die Platte eintaucht. Thrash-Riffing weicht geschicktem Doppelgitarren-Tapping, leckere Soli würzen viele Tracks und durch melodische Hooks kommt auch die Abwechslung nicht zu kurz. Einzig «Down In The Pit» ist überraschend sanft und wird dem Songtitel nicht wirklich gerecht. Ansonsten werden die neun Tracks von starken Gesangs-Melodien und Shredding getragen, was einfach bloss Spass macht. Mit «Never Say Die» steigt man wieder in den Thrash-Express direkt nach Moshville zu! 

Der Geschwindigkeits-Regler steht auf zehn, und man kommt kaum noch mit. Diese Scheibe kommt mit Schwung daher und fesselt die Zuhörer sofort, was mitunter der Leadgitarren-Arbeit von Sängerin/Gitarristin Aleksandra Stamenković geschuldet ist. Sie und ihre beiden Mitstreiterinnen Anja Mirković (Bass) und Selena Simić (Drums) haben sich einen eigenen Stil angeeignet, der sich wirklich hören lassen kann. Besonders die Leads sind der Anker, die diesem Album helfen, sich von ähnlichen, thrashinspirierten Kollegen abzuheben. Auch die stimmliche Darbietung von Aleksandra bietet Neues. Statt des üblichen Thrash-Gerotzes schafft die Sängerin den Spagat zwischen melodiösem Klargesang und einer etwas raueren Note spielend. Die Stimme ist stets passend. Mal schnell, dann melodisch oder stellenweise auch etwas heroisch. «Prove Them Wrong» ist ein intelligent produziertes Album mit viel Abwechslung in den Songs, die die Musik frisch hält. Wenn Jenner sich weiter auf ihre Stärken konzentrieren und gewisse Dinge künftig noch verfeinern, spielen sie bestimmt bald in der oberen Liga mit.
Oliver H.

https://www.youtube.com/embed/SwqdA0QcRFM

Dienstag, 06 Februar 2024 04:39
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v. 10 Punkten: 7.2

Die Melodic Rock Band CORVUS formierte sich 2012 im englischen Birmingham. 2015 erschien deren Debüt «Chasing Miracles», das in AOR-Kreisen auf positive Resonanzen stiess, wenn auch die Szene nicht gerade Kopf stand. Nach fast neun Jahren Wartezeit erwartete man die Formation eigentlich in den ewigen Jagdgründen.

Wider Erwarten liegt uns aber nun der Nachfolger «Immortals» zur Diskussion vor. Grundsätzlich ist dabei alles beim Alten geblieben. Man besticht durch einen satten Sound, der auf einer angenehmen Partnerschaft von Gitarren und Keyboards basiert. Sänger Cieran James ergänzt das Ganze mit seiner kraftvollen, warmen Stimme. Songtechnisch liefert man ebenfalls keinen schlechten Job ab und hat diverse Tracks im Gepäck, die einen gewissen Wiedererkennungs-Wert aufweisen. Generell springt der Funke allerdings nicht über, denn zu oft verliert man sich in der Belanglosigkeit. Die grossen Hooks sind zwar durchaus vorhanden, unter dem Strich aber eher selten, um über die gesamte Laufzeit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Individualismus und eine definierte Identität, wie sie zum Beispiel Toto oder Journey zweifellos besitzen, bleiben aussen vor. Wie schon der Erstling, wird auch «Immortals» bei den AOR-Fans erneut auf Wohlwollen stossen, links und rechts davon aber eher auf taube Ohren.
Chris C.

cede


https://www.youtube.com/embed/GL3n7A0UNqU

Montag, 05 Februar 2024 04:19
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v. 10 Punkten: 7.8

Die deutsche Truppe COBRAKILL verbindet Sleaze Rock mit Metal und Rock, hinterlässt einen ungezügelten wie wilden Eindruck und lässt musikalisch immer wieder Lichtblicke entstehen. Auch wenn die Stimme von Nick Adams frappant an Tigertailz erinnert, gehen die Jungs doch um einiges härter ans Werk als die Briten.

Der Opener «Above The Law» rockt schon mal kräftig los, und «Razor Blade» beweist das gute Gespür für einen mitreissenden Track. Trotz den guten Ideen fehlt es den Jungs beim zweiten Werk jedoch noch ein bisschen an einer gradlinigen Struktur. Eine Nummer wie «Same Ol' Nasty Rock'n Roll» feuert zwar aus allen Rohren, vergleicht man dieses Stück aber mit «Sweet Cheater» von Ratt, bemerkt der Zuhörer umgehend den Qualitäts-Unterschied und das unterschiedliche Hitpotential. Trotzdem sollten sich Sleazer unter Euch mit Hang hin zu härteren Klängen «Hungry Heart», «Silent Running» oder «Velvet Snakeskin» anhören. Was den Jungs zum Verhängnis werden könnte, ist, dass sich die Truppe stimmlich bei den geschminkten Truppen (Mötley Crüe, den erwähnten Tigertailz oder Tuff) eingliedert, während man musikalisch immer wieder versucht, bei Exciter (als vagen Vergleich betreffend der stetig aufkochenden Geschwindigkeit) zu landen. Ob die Fans dies rund um «Serpent's Kiss» herum akzeptieren, wird die Zukunft zeigen.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/4-Rto6DysMo

 

Montag, 05 Februar 2024 04:10
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Die Amerikaner ALLUVIAL verorten ihre Wurzeln im Progressive Death Metal, was man auch auf ihrer neusten EP gut heraus hört. So spielen sie noch Djent und verfügen über mehr oder weniger komplexe Drops. Der Gesang ist vielschichtig und gegrowlt. Einige kurze Soli bringen etwas Abwechslung in den ansonsten heftigen Sound.

Der Album-Closer «Death Is But A Door», welcher wohl auch das Aushänge-Schild ihrer EP ist, setzt cleanen Gesang stark im Vordergrund. Dies ist nicht das erste Mal, dass die Band sich dem Deathcore zuwendet. Auch auf ihrem letzten Album «Sarcoma» (2021) geschah dies auf vereinzelten Tracks. Die EP ist energiegeladen, allerdings gelingt ihnen die Mischung von Progressive Death Metal und Deathcore nicht wirklich, so dass sich ihr Werk anfühlt, als wären zwei voneinander unabhängige Seiten vorhanden.
Erik N.

https://www.youtube.com/embed/Rumy3t-hQXo

Samstag, 03 Februar 2024 06:45
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Once upon a time oder vor langer langer Zeit herrschten die Dinosaurier über die Erde, bis sie einem Feuerball und der damit verbundenen Eiszeit zum Opfer fielen. Alle Dinosaurier? Nicht ganz!

Eine Handvoll Dinos und ein Drache verschanzten sich in einer Höhle und drehten die Röhrenverstärker bis zum Anschlag auf, um ihre Körpertemperatur zu halten. Dies liegt nun 65 Millionen Jahre zurück und HEAVYSAURUS, wie sich die Truppe heute nennt, hat das Rocken gelernt und tritt mittlerweile für Familien auf, mit kindgerechten Texten und bombastischer Live-Show. Was mit «Rock'n'Rarrr Music» und «Retter der Welt» seinen Anfang nahm, findet nun mit «Pommesgabel» seine Fortsetzung. Die Pommesgabel kennen schon die kleinsten Fans: Zeigefinger und kleiner Finger ausgestreckt, Hand stolz nach oben gereckt – das Erkennungszeichen aller Rocker und Dino-Metalheads.

Ein absolut perfekter Name also, um Urzeit-Metal unters Volk zu bringen. Die zwölf Songs vermitteln den Kleinsten den Spass an Rock-Musik und Heavy Metal. Titel wie «Laser Ninja» oder «Super Monster-Auto» sind mit Sicherheit ein toller Türöffner. Musikalisch sind die Ur-Riesen im klassischen Heavy Metal zu verorten, wenn sie nicht gerade einen Pop-Klassiker verwursteln. Um das Album gebührend zu feiern, werden Heavysaurus (fünf Profimusiker, die in coolen Dino-Kostümen stecken und live spielen) ab Februar 2024 auf grosser «Pommesgabel» Tour sein, in über hunder Städten  (!) Halt machen, um den 3- bis 13-Jährigen und ihren Begleitern ein einzigartiges Konzert-Erlebnis zu bieten.

Vier Dinos und ein Drache auf grosser Bühne, mit Lichtspektakel, Nebel, Funkenregen, Luftballons und Konfetti. Und natürlich mit den Hits im Gepäck, die viele Kinder (und Eltern) schon lange mitsingen können, wie «Kaugummi ist mega», «Stark wie ein Tiger» und natürlich «Rarrr», der von vielen lachenden Mündern laut mitgerufene Kampfschrei der Ursaurier. Wichtige Info für die Eltern: Die Konzerte finden an Nachmittagen und mit angepasster Lautstärke statt. Wo immer möglich, gibt es vor der Bühne einen eigenen Kinderbereich mit bester Sicht auf die Bühne. Und keine Sorge, Heavysaurus bellen, aber beissen nicht.
Oliver H.

cede


https://www.youtube.com/embed/F4sYN2YeCtU

Samstag, 03 Februar 2024 06:35

Die Dänen MANTICORA steigern sich nach einer achtjährigen Pause nun seit 2018 von Album zu Album. Rang mir der der Wiedereinstieg «To Kill To Live To Kill» noch ein müdes Gähnen ab, klang der Nachfolger «To Live To Kill To Live» schon deutlich schlüssiger. Endgültig bei mir angekommen sind Manticora nun mit dem dritten Album der neuen Ära. Auf «Mycelium» stimmt plötzlich alles.

Die Album-Länge, die griffigen Lieder sowie der wilde und doch nachvollziehbar Mix aus verschiedenen Stilen. Dieser besteht aus Heavy, Power, Symphonic, Death und gar Black Metal. Wer sich nichts darunter vorstellen kann, höre sich nur mal das episch grandiose Lied «Demonday» an. Vom musikalischen Geist her kommen gar Erinnerungen an Blind Guardian hoch, auch wenn diese nicht wie Manticora klingen. Selten hat es aber eine Band, neben den Deutschen, verstanden, massive Härte derart gut mit Melodien zu verbinden. Natürlich möchte das fast jeder Vertreter dieses Genres. Dabei bedienen sie sich nicht mal ausschliesslich der Double-Bass Drum, sondern lassen mit «Angel Of The Spring» für ihre Verhältnisse auch mal ein paar deutlich ruhigere Klänge zu. Das alles kann jetzt unter Umständen noch nicht genug "fortschrittlich", sprich "progressiv" sein.

Deshalb finden sich ausserdem, wie bei «Golem Sapiens», ein paar merkwürdige Taktwechsel. Wobei dieses Lied zeitweise gar Hörspiel-Charakter besitzt. Das könnte auch ein Hinweis darauf sein, wohin die musikalische Reise zukünftig noch führen könnte. Ihren Status in der Szene wird die Truppe aus Hvidovre, Hovedstaden mit «Mycelium» stark steigern können, zumal sie mit diesem Werk stilistisch zu jeder Band im grossen Heavy Metal Universum passen. Was es jetzt noch braucht, sind ausgedehnte Welt-Tourneen. Es wird sich deshalb zeigen, ob die geplante Konzert-Reise durch Dänemark und die bisher bekannten drei Festival-Auftritte in Deutschland, Slowenien und Holland ausreichen werden. Zu gönnen ist es ihnen, und ja, wem das Album nicht gleich beim ersten Anlauf gefällt, der höre zwei bis drei weitere Male rein und wird den Unterschied feststellen.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YaKbLmb1ySE

 

Freitag, 02 Februar 2024 04:33

Von allen Alben, die MNRK in letzter Zeit veröffentlicht hat, ist das neue Werk von ENTERPRISE EARTH sicherlich eines der ambitioniertesten. «Death: An Anthology» ist der Nachfolger von «The Chosen» und auf diesem Werk schafft es die aus Spokane, Washington stammende Gruppe, das Konzept des modernen Deathcore weiter zu entwickeln.

Sie nahmen die Lehren von Djent und Progressive Metal Formationen auf und bauten diese Einflüsse in ihre Sound-Struktur ein. Der daraus gewonnene Sound hält jedem seismischen Schock stand. Die wichtigste Neuerung stellt mit Sicherheit der Einstieg des ehemaligen Infant Annihilator Frontmanns Travis Worland dar, der anstelle von Dan Watson zur Besetzung stiess und bereits ausgiebig live vorstellig wurde. Was zudem auffällig ist, ist die grosse Beteiligung verschiedener Gäste. Darius Terhani von Spite startet mit «The Reapers Servant» durch, das auf «Abyss» und «Face Of Fear» folgt. Neue Massstäbe setzen auch Ben Duerr von Shadow Of Intent und Wes Hauch von Alluvial, die den Adrenalinspiegel bei «King Of Ruination» bzw. «Malevolent Force» ansteigen lassen, während Matt K. Heafy von Trivium den Rausschmeisser «Curse Of Flesh» noch epischer macht.

Textlich ist das Album auf mehreren Ebenen mit dem Konzept des Todes verbunden. In bestimmten Songs sind die Lyrics gar autobiografisch oder zumindest mit persönlichen Erfahrungen verbunden. Andere Songtexte verurteilen die heutige Politik, die als katastrophale Grundlage der heutigen Gesellschaft zu Grunde liegt. Enterprise Earth Gitarrist Gabe Mangold hat sich persönlich um die Produktion gekümmert und die Gitarren sowie das Schlagzeug auf «Death: An Anthology» realer klingen lassen, als noch bei «The Chosen». Die Variationen sind jedoch minimal, da dem Sound von Enterprise Earth ein Live-Zynismus zugrunde liegt. Auf dieser Grundlage könnte es für die Truppe, auch im alten Kontinent, zu wichtiger Anerkennung kommen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/q2zDfkVMrz8

 

Freitag, 02 Februar 2024 04:28
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v. 10 Punkten: 8.0

NEW MODEL ARMY, die auch schon etwas älteren Herren aus Bradford, präsentieren uns hier ihr mittlerweile sechszehntes Studio-Album, und auch nach 46 Jahren Bandgeschichte (!) haben die Briten nach wie vor etwas zu sagen.

Ungebrochen setzen sie ihre Tradition tiefsinniger und aufrüttelnder Inhalte fort. In seinen Texten, die von politischen Missständen über gesellschaftliche Kritik bis hin zu tief persönlichen Themen reichen, nimmt Justin Sullivan entsprechend Stellung. Die musikalische Mischung aus Rock und Punk klingt frisch und knackig. Auch scheint immer etwas Melancholie in deren Musik mit. Sehr interessant ist zudem das von coolen Drums untermalte «I Did Nothing Wrong», eine sehr verspielte Nummer. Das etwas düstere «Cold Wind» erinnert mich irgendwie an Neil Young, vielleicht etwas vom Gesang und der Gesangslinie her, eine echt überzeugender Track. Auch «If I Am Still Me» lebt von sehr starken Drums, einem coolem Rhythmus und dazu melancholischer Gesang, klasse gespielt. Die Briten schaffen es, alte Trademarks ihr Material einfliessen zu lassen und trotzdem modern zu klingen. Auch nach über vier Dekaden sind die zwölf neuen Songs top, und Sänger Justin Sullivans Stimme ist immer noch ausdrucksstark. Fans von New Model Army werden somit auch «Unbroken» lieben.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/PCS_bsOUu0M

Freitag, 02 Februar 2024 04:21

Die Gothic Rocker und Postpunker ARTIFICIAL HEAVEN bringen zum Jahresstart ihr Debüt-Album «Digital Dreams» über My Kingdom Music auf den Markt. Das Werk, das uns die Italiener präsentieren, ist bereits auf dem Cover eine grossartige, künstlerische Arbeit von "D'Aria Art", die einen deutlichen Hinweis auf das Thema des Albums preis gibt - eine digitale, künstliche und fiktive Welt, die sich vor unseren Augen öffnet.

Ihr Sound zeigt eine Vielzahl von Einflüssen der Achtziger Jahre, von Bands wie The Cult, Bauhaus, Sisters Of Mercy, Fields Of The Nephilim, Killing Joke und Iggy Pop sowie der britischen Punkband The Lord Of The New Church. «Digital Dreams» ist eine sehr ehrgeizige Veröffentlichung, die zehn Songs sowie ein Cover der bereits erwähnten The Lord Of The New Church enthält. «Russian Roulette» ist eine klare Hommage an einen ihrer grössten musikalischen Einflüsse. Man muss sich nur den Original-Song anhören, um es zu verstehen. Ihre Musik strahlt eine düstere Atmosphäre aus, die aus tiefen Bass-Schlägen und kleineren Keyboard-Einschlägen gewoben ist, die in manchen Passagen sogar episch wirken. Die Gitarre begleitet mit süssen Melodien und das Schlagzeug wechselt von Song zu Song, aber ohne Zweifel sorgt Fabio Olivas dunkle wie tiefe Stimme für den gotischen Teil. Die Tracks bilden eine grandiose Postpunk-Landschaft, raffiniert und düster.

Ein weiterer Aspekt, den die Römer in ihre Musik stecken, ist ein psychedelischer Touch. Songs wie «Body Shaming» und «Digital Dreams» sind gute Beispiele dafür, obwohl es sich auch um etwas Transversales handelt. Zum Schluss möchte ich nochmals auf das eingehend erwähnte Cover des Songs «Russian Roulette» von The Lord Of The New Church eingehen. Es ist wohl das wichtigste Element, das die musikalischen Einflüsse der Band am deutlichsten hervor hebt. Der Song steht sozusagen Pate für den Sound des ganzen Debüts, verleiht der Platte von Artificial Heaven eine ganz eigene Note: eine raffinierte wie dunkle, hypnotische sowie psychedelische Atmosphäre, die allen Anhängern des Genres einen seltenen Stil im Postrock und Postpunk näher bringt. Die italienische Truppe hat bei ihrem Debüt «Digital Dreams» einen tollen und künftig vielversprechenden Job abgeliefert.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/m86EJ5JvCBE

 

Donnerstag, 01 Februar 2024 04:33
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v. 10 Punkten: 8.5

Wer sich schon immer gefragt hat, was aus den Musikern von Edguy geworden ist…, aber selbst wenn man Avantasia lieben kann, ist es eine Schande, dass man kaum mehr Nachrichten aus Fulda hört. Diese Truppe wurde bekanntlich von Sänger Tobi Sammet und Jens Ludwig aufgebaut.

Eben derjenige Gitarrist hat mit nun The Grandmaster ein neue Band am Start, die sich weiterhin dem Metal verschreibt und mit Peer Johansson einen aussagekräftigen Shouter in den eigenen Reihen stehen hat. Das schnelle «Black Sun» eröffnet die neue Scheibe und geht in das treibende «Watching The End» über. Mit Edguy kann man The Grandmaster nicht vergleichen, denn allein stimmlich unterscheiden sich die beiden Bands zu stark. Musikalisch werden die Edguy Fans aber sicherlich Freude an The Grandmaster und «Black Sun» finden. Speziell Nummern wie «Something More» und «Soul Sacrifice» sollte man sich anhören. Es ist noch nicht alles gesagt worden mit Edguy, sorry The Grandmaster, denn wer musikalisch mit einem dermassen hohen Level ins Rennen geht, hat noch einiges mitzuteilen. Was der Truppe allerdings noch ein bisschen fehlt, ist das eigene Gesicht, sprich etwas, das aus der Masse heraus sticht. Ansonsten haben The Grandmaster mit ihrem Debüt-Album «Black Sun» so ziemlich alles richtig gemacht. Sollte man sich unbedingt anhören!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/dZo1KbfcJ7U

 

Donnerstag, 01 Februar 2024 04:27
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Das neue Jahr fängt schon ganz schön laut an. Im Zuge der gerade gestarteten «Beneath The Desert Floor» – Serie veröffentlicht Ripple Music verloren gegangen geglaubte Stoner Rock – Juwelen aus den Neunzigern und frühen Zweitausendern. Den Start machen hierbei die Schweden von THE AWESOME MACHINE mit ihrem im Jahr 2000 erstmals erschienenen Debüt.

Dieses hatte es wahrlich in sich, denn meines Erachtens stand es nicht nur qualitativ auf Augenhöhe mit den damaligen Scheiben artverwandter Bands wie Spiritual Beggars, Clutch oder Monster Magnet, sondern übertraf einige von ihnen sogar noch in Sachen Härte, Rohheit und Räudigkeit. Massgeblich dazu beigetragen hat wohl auch Andy La Rocque (King Diamond), der als Engineer und Co-Produzent den Aufnahmen den nötigen Druck verliehen hat, ohne dabei die raue, splittrige Oberfläche zu sehr zu polieren. «...It's ugly Or Nothing» ist halt auch ein offensichtliches Produkt seiner Zeit, als der Loudness War auf seinen Höhepunkt zusteuerte, dementsprechend gnadenlos laut scheppert und knallt es aus den Boxen. Lediglich das sehr ruhige Instrumental «Cruise Control» und die ersten drei Viertel des Schlusslichtes «No Share» gönnen den Ohren etwas Ruhe. Das für Vinyl-Käufer irritierende Outro «Untiteld» (das typische Geräusch eines Tonarms, der am Ende einer LP nicht in seine Grundposition zurück kehrt) lasse ich mal unkommentiert. Apropos Plattenspieler: Wer sich das Ding jetzt ins CD-Regal stellen will, wird in die Röhre schauen, denn das Album wird lediglich auf Vinyl oder als Stream, respektive Download erhältlich sein.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/irbPscBZCmc

 

Mittwoch, 31 Januar 2024 04:58

Das, was ursprünglich mal zwischen 2012 und 2014 als Duo unter The Oath mit Linnéa Olsson (g, Maggot Heart) und Johanna Sadonis (v) kurzzeitig unterwegs war, ist längst in der international bestückten Truppe LUCIFER aufgegangen. Frontfrau Johanna, ursprünglich aus Berlin stammend, hat sich mit ihrem Tross mittlerweile in Stockholm, der Geburtstadt ihres Mannes Nicke Andersson (Hellacopters, Entombed, Death Breath), niedergelassen.

Der vielbeschäftigte Musiker sitzt bekanntlich auch als Drummer hinter den Kesseln von Lucifer, agiert mitunter als Produzent und leistet wahlweise weitere Beiträge als Gitarrist, Keyboarder wie Perkussionist, und zu guter Letzt steuert er zusätzlich noch Backing Vocals bei. Inspiriert durch Black Sabbath, Pentagram und Blue Öyster Cult sowie selbst Anleihen bei Ghost wurden bisher vier Alben veröffentlicht, die seit dem Debüt «I» von 2015 eine klare Aufwärtstendenz zeigten. Wie bei Avatarium (mit Jennie-Ann Smith) vermag auch Johanna Sadonis ihre engelhafte Erscheinung optimal mit dem okkulten Rock-Sound zu verschmelzen. Dass dies auch live funktioniert, konnte man zum Beispiel anlässlich des sackstarken Auftritts beim "Sweden Rock Festival" 2019 miterleben.

Drei Jahre nach dem vierten Werk erscheint nun der fünfte Longplayer, der ebenso simpel wie die Vorgänger betitelt wird, nämlich «V». Unter Beibehaltung der oben beschriebenen Roots, wobei sich hier nun unüberhörbare Vibes der Hellacopters breit machen, zelebrieren Lucifer neun frische Perlen, die einerseits vom Härtegrad etwas zugelegt haben, und hört man sich den flotten wie kernigen Opener «Fallen Angel» an, weiss man gleich, was es geschlagen hat. Dazu gehört vor allem die Frischzellen-Kur bezüglich der Gitarren, die wesentlich dominanter auftreten. Trotzdem vermag sich Johanna dazu bestens in Szene zu setzen und trägt auch ihren Teil dazu bei, dass Lucifer heller denn je leuchten! «V» rockt alles in Grund wie Boden und lässt die bisherigen Alben fast verblassen!
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/uOIA6RONj5k

 

Mittwoch, 31 Januar 2024 04:49
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v. 10 Punkten: 8.0

Eine schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Amanda Somerville ist nicht mehr dabei beim zweiten Album des Projektes EXIT EDEN. Verblieben sind Clémentine Delauney (Visions Of Atlantis), Anna Brunner (League Of Disortion) und Marina LaTorraca (Phantom Elite). Da die drei Sängerinnen mit ihren Haupt-Bands viel unterwegs sind, sind die fast sieben Jahre Wartezeit bis zum zweiten Album leicht zu erklären.

Waren auf «Rhapsodies In Black» nur Cover-Versionen zu hören, hat man nun sechs Eigenkompositionen und sechs Versionen bereits bekannter Hits. Mitverantwortlich für das Songwriting war unter anderem auch Hannes Braun von Kissin' Dynamite, was für eine gewisse Qualität bürgen sollte. Und tatsächlich: Der Opener «Femmes Fatale» ist ein famoser, bombastischer Song mit Ohrwurm-Qualitäten, der durch die drei phänomenalen Stimmen zu einem Symphonic-Leckerbissen reift. Mit «Run!» überzeugt auch der zweite eigene Song, der eine folkige Atmosphäre schafft und mit Gastsänger Marko Hietala (Ex-Nightwish) eine weitere, spannende Komponente bietet. Mit «Buried In The Past» trifft man ebenfalls ins Schwarze, da diese Nummer in seiner Machart am ehesten an Visions Of Atlantis erinnert. 

Bleiben noch die Cover-Versionen übrig: «It's A Sin» von den Pet Shop Boys wurde in ein symphonisches Gewand gesteckt und besitzt in der Tat seinen Reiz, allerdings hat mich die Version von Gamma Ray damals deutlich mehr überzeugen können. Weitere bekannte Songs von Journey («Separate Ways»), Alice Cooper («Poison») oder Heart («Alone») sind gut arrangiert, toll intoniert, bieten aber am Ende wenig Überraschendes. Als Fazit kann ich nur sagen: Mehr Hang Hang zu Mut täte Not Ladies! Beim nächsten Album bitte den Anteil der Cover-Versionen weiter reduzieren, denn das eigene Material auf «Femmes Fatales» ist wirklich, wirklich gut! 8.5 Punkte für das eigene Material und etwas reduziert 7.5 Punkte für die Cover-Versionen ergeben zusammen im Schnitt eine gute Acht!
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/NxK46TGtQYA

 

Dienstag, 30 Januar 2024 04:33

Die Veröffentlichungs-Kadenz des Schweden Mikael Erlandsson ist enorm. Fünf Jahre nach der Gründung erscheint mit «Tellus Timeline» bereits der fünfte Longplayer seiner Formation AUTUMN'S CHILD. Doch nebst einer hohen Quantität ist der Sänger, Songwriter, Gitarrist, Keyboarder und Produzent seit jeher auch Garant für beste Qualität.

Seit seligen Last Autumn's Dream Tagen führt kein Weg an Mr. Erlandsson vorbei, zumindest nicht wenn es um skandinavischen Melodic Rock geht. Dabei bleibt der Mann nach wie vor kreativ und abwechslungsreich, heisst das Melodic Genre wird gekonnt ausgelotet und eine sinnlose Wiederholung wird vermieden. Mit «Come And Get It» hat der bekennende Sweet und Slade Fan einen entsprechenden Siebziger Glam-Song im Gepäck, und für «Gates Of Paradise» holte er die schwedische Opernsängerin Karin Funk ins Studio, was der Nummer einen angenehm epischen Touch verleiht. Für «Juliet» wurde zusammen mit Jim Jidhed ein harmonisches AOR/Westcoast Duett aufgenommen. Aber auch bei der Analyse des restlichen Song-Materials können keine expliziten Schwachpunkte ausgemacht werden. Die ganz grossen Hooks bleiben zwar aussen vor, doch insgesamt glänzt die Band aber durch einen hohen Unterhaltungs-Faktor, lockere, frische Songstrukturen und eine hohe Variabilität zwischen AOR, Melodic und Hard Rock. «Tellus Timeline» steht sicher nicht für das beste Album von Mikael, ist jedoch jederzeit und kompromisslos empfehlenswert für Genre-Fans.
Chris C.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jIOCCZjyBPY

Dienstag, 30 Januar 2024 04:27
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v. 10 Punkten: 8.0

Vorab eine Warnung: Ich habe keine Ahnung, wieso diese Scheibe im Universum von Metal Factory Erwähnung findet, denn rein von der Instrumentierung her hat dieses Werk rein gar nichts mit Heavy Metal oder überhaupt mit Rock zu tun. Es klingt alles so, als wäre das Ganze, ausser des Gesangs, rein elektronisch entstanden.

Sieht man sich die Band-Besetzung von Eisfabrik an, tauchen im Line-up tatsächlich zwei Keyboarder, ein Schlagzeuger und ein Sänger auf. Und hey, damit fehlen nur noch ein Gitarrist und ein Bassist für eine Rock-/Metal-Band. Das Erstaunliche: Diese Szene-Fremdheit fiel mit zuerst gar nicht auf. Denn einerseits veröffentlicht diese Gruppe auf ihrem siebten Album wirklich ausschliesslich gute, wenn auch nicht hervorragende Lieder. Anderseits passt der melancholische Elektro-Industrial-Sound gut in die Gothic- und Dark-Szene. Gerade da berührt sich traditionell die Elektro- mit der Rock-Szene. So könnte «Götter In Weiss» durchaus Leuten gefallen, die auch die heimischen Kissin' Black gut finden. Ich selber mag rein elektronische Musik grundsätzlich nicht - fand das immer zu steril und nichtssagend. Ich und diese Szene funktionieren einfach nicht. Hier höre ich aber gerne zu. Die Lieder sind oft stoisch, unaufgeregt und melancholisch, bauen aber trotzdem oder gerade deswegen schöne Spannungs-Bögen auf. Zudem sorgen Eisfabrik für Abwechslung, in dem sie auch mal auf Deutsch und nicht ausschliesslich auf Englisch singen. Zumal die Texte gar nicht so schlecht sind. Aber eben: Mit Heavy Metal hat dieses Album gar nichts am Hut. Wer es trotzdem mag, schön.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/u7FBXXULcUo

 

Montag, 29 Januar 2024 04:44

Death'n'Roll, ein faszinierendes Mikro-Genre, erlebte zurecht, wie ich finde, in den letzten Jahren ein Revival. Als Fan aller schwedischen Dinge, sogar der IKEA-Möbel, ist die Aussicht auf eine «Wolverine Blues» erinnernde Entdeckung wirklich verlockend. HELLMAN, eine chilenische Band möchte diesen Nischensound mit ihrer Platte «Born, Suffering, Death» überzeugend wiedergeben.

Die Gitarren-Melodien bringen den beliebten schwedischen Kettensägen-Stil ranzig und ansteckend zum Ausdruck. Der Gesang ist nicht bahnbrechend, bringt aber den nötigen Groove mit sich, um der Scheibe den nötigen Dreck zu verleihen und die kurze Spieldauer des Albums trägt sein Übriges dazu bei. Wer die Einfachheit der alten Zeit vermisst, als jeder Track weniger als fünf Minuten dauerte, Metal-Songs eingängige Hooks aufwiesen, die die Essenz des Kassetten-Klangs einfingen, ist mit «Born, Suffering, Death» genau richtig bedient. Fast ohne Füllmaterial liefert der Dreier um Felipe Ferrada (Bass / Vocals), Sebastián Puente (Gitarre) und Pedro Puente (Drums) kraftvolle Gitarren-Hooks, satte Basslinien und bretternde Schlagzeug-Salven ab. Gerade die roh gehaltene Produktion, die während der zehn Titel seine hässliche und dreckige Fratze aufbehält, erinnert daran, dass nicht immer alles sauber und glattpoliert sein muss.

Hellman schaffen eine Balance zwischen der Wut und Brutalität des Death Metals und dem Oldschool-Groove des Rock'n'Roll. Nörgler würden sich vielleicht ein bisschen mehr Abwechslung wünschen, um das Gesamt-Erlebnis verbessern zu können, wenn man bedenkt, dass es sich im Wesentlichen um altes Entombed Material mit moderner Produktion handelt. Wenn wir schon bei den schwedischen Heroen um L.G. Petrov (Gott hab ihn selig) sind, mit «Out Of Hand» findet sich auch ein gelungenes Cover der «Wolverine Blues» Platte im chilenischen Repertoire. Hellman betreten mit ihrem Angebot sicherlich kein Neuland, bleiben aber für Liebhaber des schwedischen Todesbleis wild und interessant. «Born, Suffering, Death» ist ein unterhaltsames Hörerlebnis, das nur wenig Aufwand oder Geduld erfordert, um es zu würdigen. Grandioser Spass für alle, die in der metallischen Zeit zurück reisen wollen!
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/c__bQHIeRFE

 

Montag, 29 Januar 2024 04:35
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v. 10 Punkten: 8.9

Spock’s Beard, Transatlantic, Flying Colours, The Neal Morse Band und D'Virgilio, Morse & Jennings. Unglaublich, was dieser Mann, gemeint ist natürlich NEAL MORSE, in der Prog-Musikwelt leistet, und das alles immer auf höchstem Niveau! So geht es natürlich auch mit dem zweiten Teil seiner Joseph-Geschichte.

Wer hätte gedacht, dass eine Vertonung des alten Testaments so spannend sein kann?! Begleitet wird Neal auch hier wieder von vielen, bekannten Musikern wie Ted Leonard, Matt Smith, Nick D'Virgilio, Ross Jennings, Alan Morse, Jake Livgren, Mark Pogue, Talon David, Wil Morse, Bill Hubauer, Eric Gillette und einigen mehr. Der Opener «Cosmic Mess» erinnert dann sehr an Spock's Beards «The Light». Oder die fetten Chöre bei «My Dream» verweisen an einen Classic Rock Song der 80er. «Joseph 2» ist sehr variabel und vielseitig ausgefallen. Ich habe das Gefühl, die Melodien und Chöre sind noch stärker betont als beim ersten Teil. Oft wird der Prog-Anteil etwas zurück genommen. Neal ist und bleibt halt ein grosser Beatles-Fan. Gut zu hören bei der Rock-Nummer «I Hate My Brothers», eine Mischung aus Beatles und, ja, Bon Jovi, vor allem beim Refrain. sehr starke Nummer. «Guilty As Charged» trägt dann schon Musical-Charakter und zeigt mal wieder die Vielseitigkeit des Meisters. Bei «Everlasting» geben die Herren nochmals alles in Form einer sehr coolen Prog-Nummer, die alle Sänger erneut vereint. Jedes Instrument haut nochmals ein Solo heraus, einfachherrlich, da zuzuhören. Zum Schluss wird dann noch das entspannte «Dawning Of A New Day» kredenzt. Ein würdiges Ende für das grossartige Werk «The Restoration – Joseph: Part Two», vorgetragen von ausserordentlich talentierten Musikern.
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/OSFRI7kjIzk

 

Montag, 29 Januar 2024 04:28
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v. 10 Punkten: 7.0

Dieses Album hat nicht viel mit Heavy Metal zu tun. Es bietet vielmehr eine mystisch-schamanische Stimmung, die einen entweder einlullt oder ziemlich bald auf die Nerven geht. Letzteres wohl vor allem, wenn man entweder a) geistig nicht bereit für diese Musik ist oder b) keine Bewusstseins-erweiternden Substanzen zu sich genommen hat.

Mit Letzterem bin ich eher vorsichtig, weshalb mir dieses Album wohl schlicht zu wenig gibt. Ich anerkenne aber den künstlerischen Wert von «The Nature Out There», denn was die Amerikaner Kinit Her hier ihrer Zuhörerschaft zumuten, ist schlicht stimmungsvolle Lagerfeuer-Musik. Man fühlt sich sofort in einen dunklen Wald versetzt, in dem ausserhalb des Kerzenscheins alle möglichen Fantasie-Figuren umher schwirren und sich die Körper der Anwesenden in einem Tanz verbeugen, wie man es von Menschen nie für möglich gehalten hätte. «The Nature Out There» ist entsprechend alles andere als schlecht, aber etwas, das man vor dem Kauf unbedingt antesten sollte.
Roger W.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/qKe36XfplJE

 

Samstag, 27 Januar 2024 06:31

Wir befinden uns in ungewissen Zeiten. Wird es regnen oder schneien, kommt die Sonne oder wird es wieder kalt? Es bleibt uns wohl nicht viel anderes übrig, als uns immer wieder aufs Neue überraschen zu lassen. So ähnlich verhält es sich mit der neuen Platte von EXOCRINE. Jeder Track besitzt ganz persönliche Nuancen, und es ist kaum vorhersehbar, was als Nächstes kommen wird.

Die Franzosen spielen, auf ihrem bereits sechsten Album seit 2013, grundsätzlich Technical Death Metal. Hinzu kommen progressive Elemente, zusammen mit Djent. Die Mixtur alleine würde schon für reichlich Abwechslung sorgen, wenn sie auf diesem hohen Level dargeboten wird. Doch dann streuen sie vereinzelte Aufnahmen hinzu, welche den Zuhörer noch mehr in den Bann das Albums ziehen. So ist zum Beispiel am Ende von «The Altar Of War» Geflüster auszumachen, nachdem ein elektronisches Intro am Anfang steht. Man bemerkt schnell, dass die Trickkiste randvoll ist. Es gäbe noch unzählige Facetten mehr, auf welche ich eingehen könnte, doch ich will Euch die Überraschung nicht verderben.

Die Stimmung wird durch eine ausserordentliche Aggression aufrecht gehalten, welche nicht zuletzt von den Djent-Einlagen getragen wird. Technical Death Metal leidet zum Teil unter dem Fluch, nicht gerade emotionsgeladen zu sein. Das ist hier überhaupt nicht der Fall. Es finden sich Passagen, welche so episch sind, dass sie einem unumgänglich in eine Kampf-Stimmung katapultieren, mit grosser Hoffnung auf den Sieg. Doch die meisten Emotionen werden durch die sanften Guitar-Soli von Sylvain Octor-Perez herüber gebracht. Es ist schwierig unter den Bergen von Death Metal eine Perle zu finden, aber «Legend» überzeugt wirklich auf ganzer Linie.
Erik N.



https://www.youtube.com/embed/A8fhLMXnghI

Samstag, 27 Januar 2024 06:25

Fünf Jahre nach ihrem letzten full-lenght Album «Marrow» veröffentlichen die fünf norwegischen Musiker von MADDER MORTEM nun am 26. Januar 2024 ihr neues Album «Old Eyes, New Heart». Und immer noch sind die Musiker um die stimmgewaltige Sängerin Agnete musikalisch schwer einzuordnen.

Der etwas chaotische Metal-Opener «Coming From The Dark» steht dem folgenden sehr entspannten, etwas bluesigen «On Guard», das mir sehr gut gefällt und mit Tiefe glänzt, entgegen. Dann das wilde «Master Tongue», hier sind die Drums und der düstere Bass besonders ansprechend. Dabei gibt Agnete wieder alles, und das geschickt gewählte Nebeneinander aus harten, tiefer gestimmten Gitarren und melodiösem Gesang verleiht den einzelnen Songs schon einen speziellen Touch.

Dem entgegen steht das sehr ruhige, etwas bedrohlich wirkende «Cold Hard Rain», das in der zweiten Hälfte nicht schneller, aber härter wird. Die zehn Songs sind sehr vielseitig und die Mischung aus Metal-Songs und ruhigen, smoothen Tracks könnte unterschiedlicher nicht sein. Die Norweger beherrschen ihre Instrumente, verstehen es, komplexe Songs zu schreiben und haben mit Agnete eine aussergewöhnlich starke Sängerin mit dabei. Die Musik ist sicherlich keine leicht verdauliche Kost, und es braucht schon einige Zeit, bis man den Zugang zu «Old Eyes, New Heart» findet.
Crazy Beat

cede


https://www.youtube.com/embed/mzf7cvrk3jU

Freitag, 26 Januar 2024 04:22

Das Bay Area-Quartett ALMOST DEAD feuert wieder aus allen Rohren! «Destruction Is All We Know» ist bereits das sechste Album der Band, jedoch das erste bei Innerstrength Records. Auf dieser Platte treiben die Kalifornier ihren Sound noch weiter in die Extreme, bauen auf all ihren früheren Einflüssen auf, integrieren neue und vergrössern damit ihre Reichweite sowohl international, als auch im Inland.

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 in Martinez, Kalifornien, produzieren Tony Rolandelli (Gesang), Zach Weed (Gitarre), Ryan Glick (Schlagzeug) und Felix Portillo (Bass) eine aggressive Mischung aus Thrash, Groove Metal und Hardcore. Der Sound der Gruppe ist von Künstlern wie Pantera und Sepultura beeinflusst,  sowie durchdrungen von denen ihrer lokalen Bay Area-Szene, sprich wie Testament oder Machine Head. Die Truppe lehnt aber auch modernere Einflüsse wie New England Metalcore und New York Death Metal nicht ab. Der Vierer hat seinen eigenen, originellen Stil geschaffen, der immer noch alle Elemente des Metals enthält. 

«Destruction Is All We Know» ist ein Stück stahlgetriebene Wut und blutspritzender Horror sowie atmosphärisch immer auf der Höhe. Almost Dead sind Meister der Kürze, der destruktiven Macht und diese Platte lässt die Zuhörer-Schaft terrorisiert und traumatisiert zurück. Die neun Songs bestechen durch eine unglaubliche Virtuosität und eine grosse Vielfalt an Riffs, die der Scheibe von Anfang bis Ende eine unbändige Power verleihen. «Destruction Is All We Know» wurde von Zac Orhen in den Sharkbite Studios (Exodus, Machine Head) in Oakland aufgenommen, gemischt und gemastert. Das Album-Cover ist ein Kunstwerk von Gragoth, von den "Luciferium War Graphics".
Oliver H.

cede



https://www.youtube.com/embed/FQxD1UoClTk

 

Freitag, 26 Januar 2024 04:17
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Spass Heavy Rock'n'Roller DUST'N'BONES sind zurück! Seit über zwei Dekaden lassen sich die fünf Schwaben in keine Konfektion pressen. Ihre energiegeladene Mixtur aus riffigem Punk Rock, düsterem Heavy Rock mit Metal-Attitüde und kompromisslos dreckigem Rock'n'Roll sucht, ebenso wie die ungewöhnliche Besetzung mit zwei völlig unterschiedlichen Sängern und dem erdig-tiefdreckigen Gitarrensound, ihresgleichen.

Bereits der Opener «Ur R'n'R», ein verrockter Elvis-Like-Song, gefällt schon ungemein und zeigt den Spass, mit dem die Deutschen ans Werk gehen, Hammer-Einstieg in ein ungewöhnlich cooles Album. Fans von The Ramones, Rose Tattoo, Danko Jones, Motörhead und Turbonegro kommen hier voll auf ihre Kosten. Geil sind das treibende «Move» oder das heavy «Remedy». Letzteres kommt mit ordentlich Druck daher. Das schnelle «Feel Good» erinnert dann stark an Motörhead. Mit «Earth Stood Still Today» hat man auch eine langsamere, sehr schwere Metal-Nummer mit dabei. Die Bones sind hart, laut und erzeugen jede Menge Stimmung mit ihrem neuen Album. Zudem ist das Cover dazu schon verdammt witzig umgesetzt. Klasse, was die Jungs hier mit «Mission Back To The Forbidden Planet» bieten. Coole Mucke und eben viel Spass, denn genau darum geht es doch in der Musik, oder? Gratulation!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/YcZ5e-wQoOw

 

Donnerstag, 25 Januar 2024 04:08
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v. 10 Punkten: 8.8

Schon der Opener gibt die musikalische Richtung unmissverständlich vor. Sehr melodiöser Hard Rock bei «The Sweetest Chaos», das schnell im Gehör hängen bleibt. Das Trio mit Neuzugang Markus Herzog an den Drums beweist ein sehr gutes Gespür für starke Melodien.

Die folgenden «Vulture's Cry» und «Rebel Again» führen diese Linie gnadenlos weiter. Sehr erfrischend die Musik des Trios. Oder hört Euch mal die Chöre und das Twin Guitar-Solo bei « My Imaginary Life» an. Dies ist grosses Melodic Rock Kino, besser gehts nicht. Markus Pfeffer legt hier ganz gross vor. Alle zehn Tracks befinden sich auf hohem Niveau, und es macht unheimlich Spass, die Songs zu geniessen, auch wenn es mal etwas ruhiger wird, wie beim wunderbaren «Beauty Among The Ruins». Beim flotten «Disaster Love» werden Erinnerungen wach an die Melodic Rock Helden Tyketto. Sänger Carsten "Lizard" Schulz (Ex-Domain) liefert hier einen Top-Job ab, passt perfekt zu den Songs und veredelt diese auf eine ganz besondere Art. Die drei machen hier alles richtig, und so bietet «Imaginary Life» hier zeitlose Nummern mit sehr viel Melodie-Anteil, starken Gitarren sowie Twin-Soli und fetten Chören. Unglaublich gelungener Start ins neue Jahr, sehr hörenswert!
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/95G4H6Pgcr4

 

Donnerstag, 25 Januar 2024 04:01

Nun ja Leute..., ich habe es echt versucht. Wirklich, aber ich kann diese Scheibe beziehungsweise diesen "Künstler", gemeint ist DAEMON GREY, einfach nicht ernst nehmen.

Das fängt nur schon beim klischeebeladenen Namen sowohl des Interpreten wie auch der Scheibe an. Dann gehen wir weiter zur "Musik", welche man umgemünzt auf die (immer noch vorhandenen) Glühwein/Fondue/Raclette-Buden mit ihrem Schunkel-Ländler-Sound genau so bezeichnen kann, heisst Standard, nicht innovativ oder gar wagemutig, Mainstream eben..., mehr muss ich glaub' gar nicht schreiben. Dasselbe gilt für die Texte. Obwohl, wenn man es sich überlegt - könnte es sein, dass sich der gute Herr selbst nicht allzu ernst nimmt und sich eventuell sogar über sich selbst amüsiert? Das werde ich wohl nie erfahren..., aber wie dem auch sei. Wer «Daemonic» hier als bare Münze nimmt, ist meiner Meinung nach selbst schuld, denn so viele Klischees, wie sie hier zu jeder Zeit aufgefahren werden, muss man erst mal suchen. Geschmackssache!
Toby S.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VVCD-gR5msw

 

Mittwoch, 24 Januar 2024 04:38
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v. 10 Punkten: 8.0

UPON STONE sind eine junge Band aus dem San Fernando Valley, welche sich bereits zu Teenager-Zeiten formiert und vor drei Jahren mit der EP «Where Wild Sorrows Grow» erstmals auf sich aufmerksam gemacht haben. Jetzt folgt das Debüt-Album, welches sich nicht auf den US-Death Metal fokussiert, sondern eher nach einer Band aus Schweden oder Finnland anhört.

Wer Melodic Death Metal liest, denkt erstmal sicher an Bands wie Arch Enemy, In Flames, Dark Tranquillity oder Insomnium. Upon Stone sind allerdings deutlich roher und aggressiver unterwegs als die genannten Bands und erinnern eher an Gates Of Ishtar oder At The Gates. Der Opener und titelgebende Song «Dead Mother Moon» glänzt durch cleveres Songwriting, startet sehr schnell und wütend, wird aber durch melodische Breaks immer mal wieder gebremst. Auch Tracks wie «Onyx Through The Heart» mit seinen geilen Stakkato Riffs oder «To Seek And Follow The Call Of Lions» mit seinem epischen Zwischenspiel wissen zu gefallen und bestätigen das Label die noch unbekannte Band unter ihre Fittiche genommen zu haben. Sicher ist der Erstling der Burschen kein Meilenstein, aber das Potenzial ist deutlich hörbar. Der Gesang von Xavier weiss zu gefallen und die Gitarren-Arbeit ist phasenweise absolut grandios. Mit dem Kauf von «Dead Mother Moon» machen Melodic Death Metal Fans jedenfalls nichts falsch.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/VYdcD6hd2yE

 

 

 

Mittwoch, 24 Januar 2024 04:32

IMPERIALIST präsentieren mit der EP «Quantum» fünf kurzweilige Songs. Das Intro «Gateway» ist dabei allerdings nicht erwähnenswert.

«Echoed Demise» kommt mit klirrend kaltem Black Metal daher, der mit genialen Melodien aufwarten kann! Geil gespielt ist auch «Quantum Annexation», und trotz Überschall-Geschwindigkeit verliert die Band nie den Spürsinn für ausgefeilte Melodien! In die gleiche Kerbe wie sein Vorgänger, haut auch «Call Of Vulcain» und ist somit ein weiterer Song mit Hitpotenzial! Zum Schluss wird mit «Quiscent Terror» nochmals eine Black Metal Splittergranate gezündet! «Quantum» im EP-Format ist absolut gelungen und sollte vor allem von Genre-Fans unbedingt angetestet werden!
Roolf

cede


https://www.youtube.com/embed/dkz7UPlpR7Y

Mittwoch, 24 Januar 2024 04:26

Es gibt Sängerinnen und Sänger, die aus einem irgendwelchen, respektive nicht zwingend klaren Gründen missfallen. Das ist bei mir bei Vanna Basso von den italienischen Dark Rockern ORDAHLIA NERA der Fall.

Da ich weder über eine Ausbildung in Musiktheorie noch über Gesangs-Unterricht verfüge, kann ich nicht mal sagen, ob Basso die Töne wirklich trifft oder nicht. Ich bewerte Alben jeweils aus der Sicht eines Fans. Tatsache ist aber, dass mir dieses oft dünne Stimmchen die Freude an der Musik von Ordahlia Nera nimmt. Dabei haben die Norditaliener einen lobenswerten Hang zu etwas sperrigen, und dadurch eigenwilligen Kompositionen, die oft düster klingen. Damit wollen sie wohl bewusst etwas anecken, aber auch Akzente setzen. Bestes Beispiel ist dafür die Cover-Version von Roxettes Hit «The Look». Anstelle es einfach etwas härter nachzuspielen, verändert es die Band so, dass ich deren Mut bewundere, das Original aber um Längen besser finde.

Die neun Eigen-Kompositionen verfügen dagegen über eine etwas düstere Stimmung, leichte progressive Schwenker und immer mal wieder über tiefen Männer-Begleitgesang. Dazu kommt ein Keyboard, welches schön im Hintergrund für zusätzliche Atmosphäre sorgt. Das rockt soweit gut vor sich hin, ohne das wirklich etwas hängen bleibt. Dazu kommt eine eher flache Produktion, bei der ich mir etwas mehr Kraft wünsche. Das Grund-Problem mit der Stimme bliebe aber wohl auch dann bestehen. Darum empfehle ich «Mast Of Broken Glass» nur Leuten, die im Dark Metal wirklich alles kennen müssen. Es gibt in diesem Genre und generell im Heavy Metal deutlich stärkere Scheiben, auch wenn hier nicht alles schlecht ist. Um für Aufsehen zu sorgen, reicht das Gebotene aber schlicht nicht.
Roger W.


https://www.youtube.com/embed/DLlnlrjmlEo

Dienstag, 23 Januar 2024 04:35
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v. 10 Punkten: 8.2

GREEN DAY gehörten noch nie zu denjenigen Bands, die Musik, in ihrem Fall Punk Rock, allzu drastisch revolutioniert haben, aber mit ihrer neuen Platte «Saviors» scheinen sie die Rückkehr zu alter Form anzustreben.

Es hört sich ganz so an, als hätten sie die Hives und Black Keys Impressionen von «Father Of All Motherfuckers» (2020) aus ihrem System gekickt, um wieder vollends wie Green Day zu klingen – erwachsen gewordene Green Day! Denn so stark «Saviors» sich auch dem Pop-Punk-Zuckerrausch anlehnt, den Billie Joe, Mike und Tré in ihren Spitzenjahren zum Besten gaben, gibt es doch ein paar Unterschiede. In den fünfzehn Songs sind ein paar Power-Balladen («Goodnight Adeline», «Father To A Son»), ein Ohrwurm-Riff-Rocker («One Eyed Bastard») und ein schriller Beatles Song namens «Suzie Chapstick» am Start. Zudem hält der Post-American-Idiot Green Day mit «The American Dream Is Killing Me» und «Living In The ‘20s» auch ein paar oberflächliche politische Parolen bereit, was so zu erwarten war. Aber wer das Trio kennt, weiss, dass es sein Herz am linken Fleck trägt und es gerne Trump-Anhänger verärgert, selbst wenn die Songs keine Wunder vollbringen können. Auch für tiefgründige Texte steht der Name Green Day normalerweise nicht, aber «Dilemma», in dem Billie Joe in die Kämpfe mit dem Alkoholismus eintaucht, unter denen er und seine Kollegen gelitten haben, bildet auf «Saviors» eine ernst zu nehmende Ausnahme.

Wenn Armstrong nämlich schreiend verkündet: "I don't wanna be a dead man walking", glaubt man ihm das wirklich. Man darf also nicht erwarten, dass der Dreier jemals wieder «Dookie» wird, aber das ist auch nicht nötig, denn er breitet seine Flügel über «Saviors» aus, ohne aufgebläht oder gekünstelt zu klingen. Es ist aber auch nicht das erste Mal in ihrer Geschichte, dass ein neues Album als das Beste seit «American Idiot» gefeiert wird, und es bleibt abzuwarten, ob der aktuelle Longplayer am Ende eine längere Lebensdauer mit sich bringt als beispielsweise «Revolution Radio». Aber im Moment kann ich mir ziemlich gut vorstellen, dass die Leute im Festival-Sommer 2024, einige dieser Refrains lautstark mitschreien werden, und einfach nur deshalb, weil es ihnen Freude bereitet. «Saviors» bringt auch eine Stadion-Tournee mit sich, bei der Green Day anlässlich ihres 20- beziehungsweise 30-jährigen Jubiläums «American Idiot» und «Dookie» in voller Länge spielen werden. Diese kombiniert die Schlagkraft des ersten mit dem Stadion-Pomp des zweiten Albums. Man darf also gespannt sein, was der punkige Dreier noch alles so auffährt.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/-r8KlG2tgf0

 

Dienstag, 23 Januar 2024 04:30
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v. 10 Punkten: 8.0

Fünf lange Jahre nach «The Brotherhood Of Metal» sind nun auch die amerikanischen Metal-Urgesteine THE RODS zurück und haben das brandneue, nota bene zehnte Studio-Album am Start.

Das Trio besteht aktuell aus den zwei Gründungs-Mitgliedern David "Rock" Feinstein (g/v), Carl Canedy (d/v) und Bassist Freddy Villano, der seit 2020 in die dicken Saiten haut. Die gleiche Formation ist übrigens auch auf dem letztjährigen Live-Mitschnitt «Live At Rose Hall» zu hören. Meine bisher erste und seither auch einzige, livehaftige Begegnung mit den Amis geht zurück ins Jahr 2011, wo The Rods in der Luzerner Schüür als Support von Anvil und The Dio Disciples aufmarschierten. Ihr oft etwas kauzig wirkender Heavy Metal mit permanenten Vibes von Rob Halford & Co. entfaltete auf jeden Fall seine Wirkung, und den einzigen Spotify-Hit «Let Them Eat Metal» (mittlerweile vier Dekaden alt!) mit gegen 2.7 Millionen Abrufen muss man als echter Metalhead einfach mal "in echt" erlebt haben.

Der Umstand, dass Master Feinstein bekanntlich ein Cousin des unvergessenen Ronnie James Dio ist, reichte jedoch nicht aus, um ebenso berühmt wie erfolgreich zu werden. Deshalb die Flinte ins Korn zu werfen, war allerdings keine Alternative, und so beglückt man eben den Szene-Untergrund schon seit Jahrzehnten mit sehr solidem, wenn auch nicht herausragendem Material. Das liegt zum einen daran, dass der (Lead-) Gesang nur mittelprächtig ist und die meisten Songs halt das Etikett "klingt wie dies und das" als Bürde tragen. Das gilt auch für das neue Material, wo sich der Opener «Now And Forever» gut auf «The Headless Children» von W.A.S.P. gemacht hätte und der nachfolgende Track «Wolves At The Door» womöglich die anstehende, neue Priest-Scheibe bereichern würde.

Herrlich hier aber der bollernde Bass-Sound und die knackige Produktion als solche. Dann der Longtrack «Cry Out Land», der zwar (auch textlich) nur so vor Manowar trieft, aber dennoch etwas an sich hat. Dazu gehört wiederum der prägnante Bass, den man so auch bei Phil Campbell And The Bastard Sons hört. Und der Titeltrack? Diesmal The Rods oder doch mehr Saxon? Sucht es Euch aus! Selbst Black Sabbath schimmern bei «Can't Slow Down» vom Tempo-Gerüst her durch, während «Metal Highways» diametral auf die Tube drückt und wahlweise bei Biff Byford oder dem Metal-God eine weitere Heimat finden könnte. Selbst Rainbow werden zitiert («Hell Or High Water») und abermals die Oberpriester bei «Play It Loud» bemüht. Wer all dies ausblendet, wird «Rattle The Cage» dennoch mögen.
Rockslave

cede

 

https://www.youtube.com/embed/kHEYKrwZzhs

 

Dienstag, 23 Januar 2024 04:24

Norwegen ist das Heimatland von INCULTER, welche mit «Morbid Origin» ihr drittes Album auf die Meute loslassen und jeden Fan von schwarz angehauchtem Oldschool-Thrash begeistern dürften.

Höre ich mir die acht neuen Songs an, denke ich unweigerlich an Venom, alte Sodom und Kreator, aber auch neuen Stoff wie Midnight oder Hellripper. Räudig und roh fräsen Songs wie «Death Reigns», «Chained To The Void» oder «Extinction» durch die Gehörgänge und verleiten immer wieder zum Kopfnicken. Inculter schaffen aber trotz aller Hingabe zu den Achtzigern den Spagat hin zur jetzigen Zeit. Das liegt zum einen an der starken Produktion, welche die Brücke von Oldschool zur Moderne elegant meistert und zum anderen an reichlich Facetten-Reichtum im Songwriting. Der Vierer verzichtet nämlich auf durchgehendes Gebolze und baut auch mal ruhige oder Midtempo-Parts ein. «Morbid Origin» ist ein solides, spassiges Blackened Thrash Album. Wer Innovation sucht, ist hier allerdings definitiv an der falschen Stelle, und an Göttergaben wie den neusten Alben von Hellripper und Knife kommt man ebenso nicht heran, aber «Morbid Origin» ist dennoch ein solides und ansprechendes Genre-Album geworden.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/sNKenbBH_YU

 

Montag, 22 Januar 2024 04:36
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v. 10 Punkten: 9.0

Die zweite Scheibe der Norweger NOTÖRIOUS schiebt gleich mal mit viel Spass in den Backen einen Laster zur Seite.

Der Opener «Manimal» bietet bestes Kraftfutter für alle Hard Rocker der Achtziger. Die Songs basieren auf einem coolen und einprägsamen Riff, tragen den Zuhörer mit der Stimme von Chris Höudini fort und lassen ihn mit den Solos von Gitarrist Nikki DiCato durchschütteln. Als Kinder der Achtziger darf ein Gastmusiker nicht fehlen, den die Norweger im ehemaligen Yngwie Malmsteen Shouter Mark Boals gefunden haben. Dieser unterstützt die Jungs bei «Ain't No Stoppin'». Mit massig Spielfreude und einem treibendem Groove knallt derweil «Ten Minutes» aus den Boxen. Die Jungs haben den Sleaze Rock der Achtziger mit der Muttermilch aufgesogen und gehen dabei aber nicht altbacken vor, sondern versuchen ihren Sound in die heutige Zeit zu transformieren. «Eternal Fire» geht dabei ebenso ins Blut der Zuhörer über, wie auch das schmissige «Remember You». «Marching On» ist ein extrem mitreissendes und packendes Album geworden, das sich nicht nur Sleaze Rocker und Hard Rocker anhören sollten.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/hZkFptCErKU

 

Montag, 22 Januar 2024 04:28

Wenn man alle Orte auf der Welt vergleicht, gehört Israel wohl nicht zu denen, die das grosse Glück gepachtet haben. Die Kunst findet aber bekanntlich immer einen Weg, selbst in der dunkelsten Stunde als helles Licht zu erstrahlen.

Die progressiven Black Metaller WINTERHORDE sind so ein Licht und schlagen mit ihrem, von Mythen geprägten Konzept-Album «Neptunian» zurück. Sie treten sozusagen die Flucht nach vorne an! «Neptunian» ist ein filmisches Album, das sich durch ganzheitliche, symphonische Arrangements und eine gewisse dramatische Qualität auszeichnet, die das Ganze durchdringt. Man spürt, wie die Spannung der Geschichte in der Musik abebbt wie abfliesst und dass jede Note mit Sorgfalt und purer Absicht platziert wurde (sogar ein Saxophon), als würde man sich einen Film ansehen. Die neun Songs sind kunstvoll, als lebendige Bilder vorgetragen und das in einem Genre, das normalerweise in nur eine Richtung schiesst. Winterhorde haben das Gleichgewicht und die Qualität gefunden, die viele Bands eines Progressive Metal Genres beim Schreiben ebenfalls anstreben sollten. Trotz Konzept reden wir noch immer über Musik.

Winterhorde spielen eine amorphe Mischung aus verschiedenen melodischen Black, Death, Symphonic und Progressive Metal Stilen. Sie zeigen deutliche Anzeichen von Emperor im Schlagzeugspiel und ihrem Black Metal Stil sowie Ähnlichkeit von Insomnium, was die melancholische Atmosphäre und gelegentliche Riffs angeht. Etwas schade ist jedoch, dass die klaren Vocals im Meer instrumentaler Gewalt untergehen und die Gastauftritte von Kobi Farhi (Orphaned Land) und Davidavi Dolev (Subterranean Masquerade, OMB) kaum hörbar sind oder zumindest keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. «Neptunian» ist ein Extreme Metal Album, das Prog als Würze verwendet. Nicht, dass dieser Aspekt einzigartig wäre, aber mit der Durchmischung, wie sie Winterhorde verwenden, finden sie ihren ganz eigenen Sound.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/abNtNmFcpNc

 

Montag, 22 Januar 2024 04:22

Die längste Nacht ist schon vorbei, und trotzdem ist unser Kontinent noch in drückende Dunkelheit getränkt. Passend dazu präsentieren die Kanadier PHOBOCOSM ihr neustes Projekt. Dabei handelt es sich um den Abschluss einer Album-Trilogie, welche mit ihrem Debüt «Deprived» 2014 begonnen hat.

Dieses lehnt eher in Richtung Death Metal, während ihr zweites Werk «Bringer Of Drought» (2016), welches aus nur vier Titeln besteht, klar in das Doom-Departement fällt. In ihrem neusten Werk sammeln sie nochmals alles zusammen, was sie aus den vorherigen Alben gelernt haben und fusionieren die beiden Genres. Grundsätzlich kann dieses Werk als Krönung der Trilogie betrachtet werden. Das Album weist einen guten Fluss auf, und die Titel folgen Schlag auf Schlag. Eingepackt sind die sechs Songs von einem Intro und einem Outro, welche zu einer Vollendung der Trackliste führen. Obwohl der Gesamt-Eindruck eher positiv ausfällt, fehlt doch eine gewisse Varianz. Die einzelnen Titel tönen alle sehr ähnlich, was bei intensiven Doom Metal leider manchmal der Fall ist. Das Album eignet sich gut dafür, sich in eine Endzeit-Stimmung zu befördern. Dass alle Songs mehr oder weniger gleich daher kommen, hat aber auch seine Vorteile, denn so bleibt das Ambiente vom Anfang bis zum Ende bestehen und man verspürt auf «Foreordained» die abgrundtiefe Dunkelheit über die gesamte Laufzeit.
Erik N.

cede


https://www.youtube.com/embed/BW0MZ1XLTMQ

Samstag, 20 Januar 2024 06:25

Sind nun Judas Priest oder Iron Maiden die wahren Könige des britischen Heavy Metals? Oder haben sich über all die Jahre doch SAXON diesen Platz auf den Thron gesichert?

Eines ist sicher, nämlich dass die Jungs um Sänger Peter "Biff" Byford in den letzten 45 Jahren kaum ein schlechtes Werk veröffentlichten und immer wieder klasse Tracks aus dem Ärmel geschüttelt haben. Dabei profitierte das Quintett immer von den Ideen ihres Ur-Mitglieds und Gitarristen Paul Quinn, der aber kürzlich überraschenderweise seinen Austritt aus der Band verkündete (wobei er ab und zu noch immer für Konzerte und im Studio zur Verfügung stehen soll) und nun Biff das einzige, verbliebene Urmitglied bei Saxon ist. Die Riffs, welche aus der Hitschmiede Quinn kamen, gingen immer sofort ins Metal-Heart und blieben dort für alle Ewigkeit.

Diese Frische geht auf dem neusten Album ein klein wenig verloren, was aber nicht bedeuten soll, dass Biff, Bassist Tim Nibbs Carter, Wunder-Trommler Nigel Glockler (was der mit seinen 71 Jahren noch immer raus haut, sucht seinesgleichen!) und die beiden Gitarristen Doug Scarratt und Quinn-Ersatz Brian Tatler (Diamond Head) ein nur im Ansatz schlechtes Werk mit dem neusten Album ans Tageslicht bringen. «Fire And Steel» und «Kubla Khan And The Merchant Of Venice» brennen wie ein unbändiges Feuer und gehen mit viel Speed wie Wildheit ins Rennen. Hier kommt die nach wie vor saustarke und kräftige Stimme zum Tragen, die nach wie vor mit einer gesunden Portion Aggressivität ausgestattet ist.

Derweil macht «There's Something In Roswell» mit einem Beat à la «Solid Ball Of Rock» auf sich aufmerksam, während «Pirates Of The Airwaves» treibend und mit viel Rock'n'Roll in der Seele aus den Boxen knallt. Dazu animiert «Super Charger» mit sehr viel Groove zum Mitbangen. Die Jungs haben nichts von ihrem Flair verloren, hauen einen Hit nach dem anderen heraus und werden mit «Hell, Fire And Damnation» keinen Saxon Fan enttäuschen. Dass die Herren nach über vier Jahrzehnten noch immer dermassen rocken, ist eines der Qualitätsmerkmale. Ein anderes, dass das Quintett aus Vollblut-Musikern besteht und somit gar nicht anders kann, als Qualität abzuliefern.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/UvJ1T_tGSBc

 

Samstag, 20 Januar 2024 06:18
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v. 10 Punkten: 8.9

Kaum zu glauben, dass LORD DYING aus Portland, Oregon ursprünglich als Sludge Metal Band angefangen haben. «Clandestine Transcendence» ist der zweite Teil einer Trilogie rund ums Thema Tod und Jenseits, in der die unsterbliche Hauptfigur «The Dreamer» entsprechende Erfahrungen sammelt.

Auf dem 2019 erschienenen ersten Teil (und Album Nummer drei der Band) «Mysterium Tremendum» wurde «The Dreamer» den Zuhörern erstmals vorgestellt, und bereits auf jener Scheibe zeichnete sich der angestrebte, musikalische Wandel von Lord Dying mehr als deutlich ab. Diese musikalische Metamorphose wird nun auf der aktuellen Scheibe mit aller Konsequenz und noch radikaler weiter geführt. Irgendwie erinnert mich diese Truppe an Bands wie Opeth oder Enslaved. Nicht unbedingt auf den Sound bezogen, aber auf den Mut, als ursprünglich im Extreme Metal beheimatete Gruppe zu Gunsten einer progressiveren Ausrichtung sämtliche Konventionen hinter sich zu lassen.

Und auch wenn einige Song-Abschnitte nicht so klingen, bleiben Lord Dying insgesamt eine kompromisslos extreme Band. Extrem in dem Sinne, als dass die leisen, filigranen Parts noch leiser und zerbrechlicher klingen als bis anhin, und im Gegenzug dazu die schnellen wie brachialen Ausbrüche noch härter sowie brutaler. Lediglich vereinzelte Ausflüge in die Welt des Gothic Rock deuten so etwas Ähnliches wie Kompromiss-Bereitschaft an, welche aber unmissverständlich nur selten und ausnahmsweise gewährt wird. Dass «Clandestine Transcendence» keine leichte Kost ist, versteht sich von selbst.  Es braucht schon einige Durchläufe, bis der Langdreher seine ganze Schönheit und Tiefe entfaltet.

Das ist bei zwölf anspruchsvollen Songs mit einer Spielzeit von fast einer ganzen Stunde kein einfaches Unterfangen. Aber die Mühe lohnt sich definitiv, erst recht, wenn man der Symbiose zwischen Sludge/Doom/Black/Death Metal und Progressive Metal zugeneigt ist. Übrigens: Dem Hauptakteur «The Dreamer» wird auf diesem Teil der Wunsch gewährt, sterben zu dürfen, damit er einen Blick ins Jenseits werfen darf. Ich bin wirklich gespannt darauf, welches Schicksal dieses fiktive Wesen auf dem letzten Teil der Trilogie ereilen wird und wie das amerikanische Quartett diese finale Story musikalisch umsetzen wird.
Mirko B.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/9RGY82xhUe0

 

Samstag, 20 Januar 2024 06:12

Habt Ihr noch lästige Überbleibsel des alten Jahres, die Ihr abschütteln möchtet oder gibt es jemanden, den man tanzend vermöbeln könnte? Dann ist vermutlich das mit Spannung erwartete Debüt-Album der australischen Death, Grind und Blackened-Kapelle RESIN TOMB genau das Richtige.

«Cerebral Purgatory» ist eine Sammlung von acht Songs, die der Band diejenige kreative Freiheit verleihen, um ihr ganz eigenes Ding zu machen. Der Fünfer aus Brisbane sorgte weltweit für Aufsehen, als er im September letzten Jahres die Single «Human Confetti» veröffentlichte. Mit ihrem einzigartigen Sound, einer zusammenhängenden Mischung aus dissonantem Death Metal, sind sie ein wahrer Angriff auf die Sinne. Mit der zweiten Single «Purge Fluid» bot die Truppe einen weiteren, dreiminütigen Einblick in ihr Denken und Schaffen.

Die brutalen Riffs der Gitarristen Brendan Auld und Matt Gordon sind einfach zu heavy, um sie zu ignorieren. Schon der Eröffnungs-Track «Dysphoria» sorgt von Sekunde eins für blutige Nasen. Danach geht es Schlag auf Schlag weiter, bis der ganze Körper schmerzt. «Cerebral Purgatory» ist eine Platte, die schonungslos heftigste Prügel verteilt und einfach immer weiter macht, auch wenn Matt Budge seine Stimmbänder schon längst überstrapaziert hat. Jeder Track ist bis zum Rand hin gefüllt mit verlockenden Riffs und Schädel zersplitternden Breakdowns, die die Musik straff und stets explosiv halten.

Imponierend finde ich ausserdem die Tatsache, dass der Sound der Aussies so mühelos klingt, dass sie keine Probleme haben, bei allen Songs eine stimmige Atmosphäre in ihre schroffe Musik einzubringen. «Scalded» ist ein gutes Beispiel dafür und zeigt neben dem Titeltrack eine dunklere, unheimlichere Seite der Band, die ihren rauen Sound durchzieht. Sehr zum Vorteil der Abwechslung und einer Verschnauf-Pause in Anführungs-Zeichen. Was Debüt-Alben angeht, ist Resin Tomb mit Sicherheit ein beeindruckender Anfang gelungen. Die Langrille dürfte dazu beitragen, ihren Sound in den Köpfen vieler verdrehter Seelen zu festigen.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/TB9HTJ2eyFY

 

Freitag, 19 Januar 2024 04:35

Ja, Ihr Lästermäuler, schon wieder ist Ronnie Romero bei einer neuen oder weiteren Band zu hören. Jetzt aber mal einfach so zu mitschreiben. Als am diesjährigen "ICE ROCK Festival" Voodoo Circle nicht auftreten konnten und Alex Beyrodt, zusammen mit Ronnie, einige Deep Purple und Rainbow Hits zu Besten gab, war dies schlicht Gänsehaut pur. Der Chilene besitzt einfach eine Gänsehaut-Stimme, die es auf dieser Welt nur noch selten gibt und ist zudem einer der freundlichsten Sänger ohne Starallüren. Punkt!

Also kommen wir nun zum ersten Album von GOTUS. Mandy Meyer, Gitarrist bei Krokus, ehemals Gotthard, Katmandü, Cobra und auch Asia hat sich mit seinen ehemaligen Krokus Musikern Pat Aeby (Drums) und Tony Castell (Bass) zusammen gefunden, um eine Truppe aus der Taufe zu heben, die mit mehreren Geheim-Waffen gesegnet ist. Einerseits das Gitarren-Spiel von Mandy (unter anderem geiler Slide-Part beim Opener «Take Me To The Mountain»), andererseits die Stimme von Ronnie und die Rhythmus-Sektion mit Pat und Tony. Ergänzt werden die vier von Alain Guy an den Keyboards. «Beware Of The Fire» versprüht diesen Scorpions Touch, der aber auch einer frühen Gotthard Nummer oder einem aktuellen Krokus Stück gerecht werden kann. «Love Will Find It's Way» ist eine unter die Haut gehende Ballade, die erneut vom Gesang und dem körperdurchschüttelnden Gitarren-Spiel geprägt ist.

«Undercover» ein mitreissender Song und «Weekend Warrior» eine sich zum Refrain hin steigernde Nummer. Also Leute, allein schon bis zur Mitte dieses Albums ist klar, dass diese Scheibe ohne Ende rockt und deshalb ganz einfach auf Platz #1 der CH-Charts landen wird, wetten?! «Children Of The Night» lässt einen zum Taschentuch greifen, und beim Gesang werden sich viele an Steve Lee erinnern. «When The Rain Comes Down» hätten selbst Bad Company nicht besser komponieren und intonieren können, ist in der Tat aber eine Katmandü Cover-Version. Melodisch gehts mit «Without Your Love» weiter, während «Reason To Live» (Gotthard Cover-Version) bekannt und gekonnt umgesetzt wird. Der absolute Kracher ist in meinen Augen jedoch der Abschluss mit «The Dawn Of Tomorrow». Gotus haben all meine Erwartungen locker übertroffen, und das selbstbetitelte Album eine klasse Scheibe, die man sich angehört haben muss!
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/abPdR_P1mZ0

 

Freitag, 19 Januar 2024 04:31
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v. 10 Punkten: 8.9

Finnischer Melodic Death Metal ist für mich ein so fester Bestandteil, wie das Schlemmermenü an besonderen Tagen. SWANSONG sind seit 2020 als Formation auf dem metallischen Radar und veröffentlichten Anfang 2022 ihr Debüt mit der «Winter Maiden»-EP.

Das Nachfolgewerk des Quintetts, der erste Longplayer namens «Awakening», kombiniert eine Mischung aus melodischem Death mit Folk-, Heavy- wie Oldschool-Elementen und könnte mit seinen ansteckenden Rhythmen, atemberaubenden Gitarren-Melodien sowie der brutalen Kombination aus dunklen Growls und giftigen Schreien viele Seelen berühren. Die elf Tracks aus zermalmenden musikalischen Komponenten, die ebenso aggressiv wie galoppierend sind, sorgen dafür, dass die Songs schon beim ersten Auftritt einen bleibenden Eindruck hinterlassen, der sich mit weiteren Wiedergaben immer stärker festigt.

Harte, spannungsgeladene Rhythmen verzweigen sich in schnellere oder kreisförmige, harmonische Läufe, wobei die Rhythmus-Gruppe in der Lage ist, sich auf ein solides Fundament aus Metal zu legen und bei Bedarf schneller zu agieren. Die Folk-Klänge kommen in mehreren Tracks vor, sind aber immer verzerrt und elektrisch im Ton. «Shot In The Heart» ist ein Parade-Beispiel dafür, da sich die epische Atmosphäre schnell in maschinengewehrartige Salven ändert, die zu den intensiven Vocals von Jemiina Helloise passen, bevor ein temporeiches Instrumental-Segment, die hohe Qualität Children Of Bodoms würdigt.

An anderen Stellen kommen traditionelle Akkord-Folgen zum Zug, die den Zuhörer mit «Maiden Of Death» zum Leben erwecken. Anschliessend die rasanten Passagen bei «Blood Widow», die eine Wendung zur moderneren Testament-Atmosphäre einläuten und im Handumdrehen zu einem geradlinigen, groovigen Death-Monster mutieren. Obwohl es in der Geschichte der Melodic Death Metal Bewegung etliche Tiefpunkte gab, scheint die Tendenz hochwertiger Veröffentlichungen stets anzusteigen. Dabei sind es nicht immer die Grossen die punkten, sondern vermehrt Newcomer wie Swansong. «Awakening» ist eine spannende Platte, die der Karriere der Band aus Kuopio, Pohjois-Savo hoffentlich Aufwind und kreativen Wohlstand beschert.
Oliver H.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/pg2ilkyLU20

 

Freitag, 19 Januar 2024 04:24
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v. 10 Punkten: 7.8

METALITE haben sich für ihr viertes Album viel vorgenommen und präsentieren ein 16-Song starkes Konzept-Album. Dabei wird die fiktive Geschichte des Lebens auf unserem Planeten im Jahr 2055 erzählt. Der gläserne Mensch ist bittere Realität geworden und körperliche wie psychische Erkrankungen bestimmen zunehmend unser Dasein.

Angeführt von fünf Kommandanten plant ein Team aus abtrünnigen Mitarbeitern von Geheimdienst, Militär und führenden Technologie-Unternehmen eine Überlebens-Expedition zu fernen Planeten. Ihre Mission: die Menschheit von der zerstörten Erde in eine neue Welt zu bringen, um neues Leben zu schaffen. Die Genre-Bezeichnung Power Metal ist mittlerweile mitunter irreführend, schliesslich liegt zwischen Jag Panzer und Beast In Black ein meilenweiter Unterschied. Wer also den europäischen, mit viel Keyboards und Effekten gespickten Power Metal der Marke Sabaton, Beast In Black oder Battle Beast nicht mag, darf getrost aufhören zu lesen, denn Metalite treiben das noch auf die Spitze. Zum Glück hat die Band dabei nicht «Paradise» als Opener gewählt.

Mit einem gesprochenen «Put Your Hands Up» und 80er Dance-Synthies könnte man glatt meinen, versehentlich eine Scheibe der deutschen Techno-Ikone Scooter erwischt zu haben. Metalite sind eigentlich eine Pop-Dance Truppe mit etwas härteren Gitarren. Dazu passt die Stimme von Erica Ohlsson, die folgerichtig aus dem Pop her kommt. Typischer Fall von "love or hate it" also. Was Metalite aber wie die oben erwähnten Bands perfekt beherrschen, ist die Fähigkeit, eingängige und mächtig melodiöse Songs zu schreiben. Kritiker werden an der Stelle nörgeln, dass dies zu viel Zucker wie Kitsch sei, und ich kann das sogar verstehen.

Aber verdammt, Songs wie «Aurora», «New Generation» oder «Blazing Skies» bleiben halt einfach im Ohr hängen und sind einfach gut gemachte "Euro Power Metal Hymnen". Dazu passt die wunderbare Stimme von Erica, welche die Songs mit ihrer angenehmen Klangfarbe veredelt. Mit fortschreitender Dauer zieht sich das Album aber etwas hin. Sechszehn Songs sind hinten raus einfach zu viel! Insgesamt ist «Expedition One» aber trotzdem ein Muss für alle Fans der Schweden. Metalite sind hervorragende Musiker mit einem Gehör für grosse Melodien. An das starke Debüt «Heroes In Time» reicht der neuste Streich trotzdem nicht heran. Weniger wäre in diesem Fall definitiv mehr gewesen.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Eqhx1e1vzh8

 

Donnerstag, 18 Januar 2024 04:40
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v. 10 Punkten: 7.8

RAVENSTINE veröffentlichten 2023 ihr Debüt-Album und biegen im neuen Jahr gleich mit dem zweiten Output ums Eck.

Dabei scheuen sie sich auch nicht deutsche Text-Passagen beim Opener «Black Is The Brightest Color» einzubauen und verleihen dem ersten Track des neues Werkes ein gewisses Flair von Rammstein. Dies aber nur akzentuiert, denn dafür ist der Living Colour Bass Groove dann doch zu übermächtig. Dieser tanzbare Part, der durch den Bass heraufbeschwört wird, zieht sich wie ein roter Faden durch die acht Tracks hindurch. «Easy Come Easy Go» verbindet die lockeren Rhythmen mit den feinen Gitarren-Parts, die den Liedern eine Eigenständigkeit verleihen, welche die Truppe aus dem Meer an Bands heraus heben kann. Ein kleiner Hit könnte «Fly Eagle Fly» werden, der mit feinen akustischen Parts und dank der sehr starken Stimme von John A.B.C. Smith aufhorchen lässt. Wie auch die Ballade «Signs By The Roadside», die in den akustischen Einstieg vom Rocker «In The Light» übergeht. Klar, man ertappt sich immer wieder und fragt sich, habe ich diesen oder jenen Part nicht schon mal gehört, aber Ravenstine vermischen diese Elemente dermassen geschickt in ihre eigenen Songs, dass man sich umgehend über die guten Rock- und Metal-Tracks freut. «2024» ist ein interessantes Album geworden, das man sich anhören sollte.
Tinu

cede


https://www.youtube.com/embed/-L2iSnFz92M

Donnerstag, 18 Januar 2024 04:34

Der Italiener Vittorio Sabelli ist ein wahrer Meister der Klarinette. Mit dem Projekt DAWN OF A DARK AGE bringt er nun Avantgrade Black Metal mit kräftiger Unterstützung seiner Klarinette in Form des Albums «Transcumanza» auf den Markt.

«La Scasala» kommt auf leisen Sohlen daher, mit Akustik-Gitarre und italienischem Sprechgesang. Dabei wird die Melancholie gekonnt durch die Klarinette verbreitet. «Transcumanza» schiesst derweil um einiges heftiger aus den Boxen und bietet ein avantgardistisches Allerlei! Zudem lässt sich eine jazzige Note nicht von der Hand weisen. Die zauberhafte Sängerin veredelt diesen Song auf ihre spezielle Art und Weise. Ein kurzes Intermezzo folgt darauf mit «Preghiera Pagana (dell’Abbandono)». Ein Black Metal Gewitter zieht anschliessend mit «Il Gran Tratturo Magno» auf! Nun wird die garstige und zugleich jazzige Seite von Dawn Of A Dark Age betont. Romantische Liedermacher-Kunst wird mit «Cantico Tra Cielo E Mare» gefühlvoll dargeboten. «Il Regi Tratturi» beendet die Romantik mit einem heftigen Black Metal Gewitter! Interessant ist, wie sich die Klarinette mühelos ins Soundbild einfügt! Folkig wird mit «Preghiera Pagana (del Ritorno)» wird das Ende herbei gebeten. Dieses Album ist voller Musikalität, zeigt sich aber auch durch die grosse Stilvielfalt in sich zerrissen! Wer sich bewusst auf Dawn Of A Dark Age einlässt, kann auf dem Album «Transcumanza» bestimmt einige Perlen finden!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/jigxq_L1Edk

 

Donnerstag, 18 Januar 2024 04:22
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v. 10 Punkten: keine Wertung

Im Mai 2023 erschien das mehr als ordentliche Debüt der Schweden von NIGHTHAWK, die in der Besetzung Robert Majd (g, Captain Black Beard, Metalite), Björn Strid (v, The Night Flight Orchestra, Soilwork), John Lönnmyr (Act Of Denial) sowie Christian Ek (Captain Black Beard) und Magnus Ulfstedt (Royal Hunt, Ex-Eclipse) ein überaus griffiges Melodic Rock Werk ablieferten, das sich nicht unerwartet im TNFO-Fahrwasser befindet.

Bevor nun im nächsten Jahr das neue, sprich zweite Studio-Album erscheint, hat die Band vorab vier Live-Songs vom Erstling «Prowler», aufgenommen in Stockholm am 02. Dezember 2022, bislang nur digital veröffentlicht. Was bereits ab Konserve funktioniert, entwickelt live noch etwas mehr Drive, und wer auf TNFO steht, kommt eigentlich an Nighthawk nicht vorbei. Der dabei stets präsent gehaltene Hammond Organ Sound, hier gespielt von Richard Hamilton, nistet sich zudem optimal im Gehör all derer Zuhörer ein, die auf Classic Rock mit massig 80er-Vibes von Deep Purple und Konsorten stehen. Gut möglich, dass diese Tracks auf der kommenden Japan-CD des neuen Longplayers als Bonus-Material auftauchen und so dann auch auf einem physischen Tonträger zur Verfügung stehen.
Rockslave

 

 

Mittwoch, 17 Januar 2024 05:00
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v. 10 Punkten: 7.5

Es war bloss eine Frage der Zeit, bis sich andere Bands aus Indien einen Weg ins Rampenlicht suchen. Die Vorreiter Girish And The Chronicles haben eine dicken wie gleichzeitig fetten Abdruck in der musikalischen Landschaft hinterlassen, und diesen muss man zuerst mal erreichen!

Nun gut, FIFTH NOTE sind bemüht, gehen aber weniger traditionell ans Werk und lassen mit moderneren Elementen und einem noch kreischenderen Shouter ihren Heimat Indien und den Rest der Welt erbeben. Wobei die Stimme von Samuel Thapa sehr nasal erklingt. «Here We Are» ist grundsätzlich ein gutes Debüt-Album, auf dem aber noch einige ausbaufähige Parts zu hören sind. Die Jungs mit Stryper zu vergleichen, finde ich ein bisschen sehr weit hergeholt, denn da sehe ich eher die neueren Scheiben von George Lynch als möglichen Vergleich.
Tinu

cede


https://www.youtube.com/embed/WoYEVc7HV8A

Mittwoch, 17 Januar 2024 04:54
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v. 10 Punkten: 6.7

Das Debüt-Album der dänischen Band PLAGUEMACE wirft ihre Zuörer kopfüber in ein Blutbad. Die Songs sind von mittlerer Länge, wirken allerdings viel kürzer, da sie sehr intensiv sind.

Der Titeltrack beschert uns einen Einblick in das Album: Die Riffs sind aggressiv, der Gesang gegrowlt, selten gescreamt und das Mixing dröhnt in den Ohren vor lauter Bass. Eine Auffälligkeit des Werkes ist der fast 9-minütige Titel «Venomous Ambrosia». Dieser beginnt mit einem gemächlichen Intro mit clean gespielten Gitarren, fährt dann mit einem verhältnismässig langsamen Riff fort, fällt dann aber bald wieder in die gewohnten Muster der brutalen Aggression. Ich würde ihn aber bei allem gebührendem Respekt nicht als Krönung des Albums bezeichnen, da man das Ganze durchaus auch kürzer hätte gestalten können. Nette kleine Interludes, wie «Warcries From the Crypt», unterbrechen kurz das musikalische Gemetzel und bereiten einen für den nächsten Kampf vor. Durch diese Einschübe fühlt man sich, als wäre man mit dabei auf dem Schlachtfeld. Die feindselige Stimmung aufrecht zu erhalten, bereitet den Dänen offensichtlich keine grosse Mühe, allerdings sind die Riffs nicht immer ganz so originell und werden von diversen anderen Death Metal Bands übertrumpft. Da es sich aber um ein Debüt handelt, haben sie noch grosses Verbesserungs-Potenzial. Wer findet, dass Bolt Thrower zu wenig Bass im Mixing bringen, sollte sich mal Plaguemace anhören. Von der Qualität her nicht ganz dasselbe, aber definitiv eine nette Abwechslung.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/y2bKLRfoAdY

 

Mittwoch, 17 Januar 2024 04:48

Aus den Niederlanden stammt die Band AUTARKH und wuchtet mit «Emergent» ihr zweites Album auf die Ladentheke.

Mit «Open Focus» beginnt der neue Longplayer jedoch alles andere als spektakulär! «Strife» ist ebenfalls von der absolut unspektakulären Sorte! Geboten wird langsamer Industrial, der leider nur so vor einem dahin plätschert! Belanglos sind auch «Duhkha», «Trek», «Refocus», «Aperture», «Eye Of Hours» und «Countless Kaleidoscopes». Der letzte Track «Ka» ist ebenso kein Glanzlicht, und so geht «Emergent» genau so finster zu Ende, wie es begonnen hat!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/D67-_lGu_tk

 

Dienstag, 16 Januar 2024 04:43

JIM PETERIK hat sich mit vielen Freunden eine neue Plattform für seine Musik gefunden. Dabei verlässt der singende Gitarren- und Keyboard-Spieler seine Wurzeln nicht, welche er bisher mit Survivor ausgelebt hat.

Der 74-jährige Musiker beweist damit, dass man auch in Rentenalter noch immer grossartige Musik schreiben kann, die lebensfroh und mit einem unbändigen positiven Grundgerüst aus den Boxen rockt. Hier wird einmal mehr klar, wer ein richtgier Musiker mit Klängen, Melodien und Akkord-Folgen in den Venen ist. Hört Euch bloss mal «Before Anyone Knows Were Gone», hier sagt Jim alles, was man mit und in einem Track sagen muss. Oder wenn er mit Night Ranger Trommler Kelly Keagy bei «Mend Fences» einen Hit heraus haut, der sich gewaschen hat. Eine Nummer wie «Suddenly» beginnt, und man erkennt sofort das Hitpotenzial und nein, Jim schreibt nicht nochmals eine Nummer wie «Eye Of The Tiger», denn die hat er schon geschrieben. Mister Peterik hat mit «Roots & Shoots Vol. 1» ein fantastisches Album veröffentlicht, das alle AOR-Fans aus den 80er-ahren verwöhnen wird und definitiv in jede gut sortierte Plattensammlung gehört.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/EOZHZhfNzgc

 

Dienstag, 16 Januar 2024 04:37
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v. 10 Punkten: 8.0

Die Pagan Metaller HEIMDALLS WACH aus Ahlen feiern in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, nach sieben Jahren ihr mittlerweile achtes Album unter dem Titel «Mystagogie» (vom Griechischen: Geleit in die Geheimnisse) zu veröffentlichen.

Die Band hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich und musste sich in der Vergangenheit auch gegen Rechtsextremismus Vorwürfe wehren. Ist man nicht tief in der Materie des Pagan Metal, ist es mitunter schwierig hier Gut und Böse zu unterscheiden. Nun, Trollzorn Records ist ganz sicher kein rechtes Label, also darf die Play-Taste ohne schlechtes Gewissen gedrückt werden. Liest man sich durch die verschiedenen Kritiken zum neusten Werk, fällt auf, dass die Schere bei den Bewertungen ziemlich weit aufgeht. Was Heimdalls Wacht verdammt stark macht, sind die drei Sänger welche mit ihren unterschiedlichen Stimmen für mächtig Abwechslung sorgen. «On the Path Of The Ancient», «Das trunkene Lied von Ewigkeit» oder das beklemmende «Europa brennt» sind als Beispiele perfekt, denn hier treffen epische Chöre auf rasende, kalte Black Metal Rasereien und starke Melodie-Bögen. 

Leider sind manche Songs wie etwas zu lang geraten. So hätte aus «Hexeninsel des Teufels Buhlin» ein Highlight werden können, aber der Anfang und der gesprochene Mittelteil ziehen den Song etwas herunter. Auch das balladesk, folkige «Ich durchschnitt das Ruhnentor» zum Abschluss zieht sich unnötig in die Länge und langweilt eher. Das ist allerdings Jammern auf ziemlchh hohem Niveau. Auch wenn nicht alle Songs das Niveau halten können, bleibt am Schluss mit «Mystagogie»eine durchaus empfehlenswerte Pagan Black Metal Scheibe, die von Andy Classen mit einer Produktion versehen wurde, welche perfekt zur vor Kälte, Wut und Schmerz strotzenden Musik passt.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/Q_HLzmJhDGM

 

Dienstag, 16 Januar 2024 04:32
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v. 10 Punkten: 7.0

Die italienische Band SHERPA haut mit «Land Of Corals» ihr drittes Album heraus. Das Duo, das aus Matteo Dossena (Vocals/Gitarre) und Franz Cardone (Bass/Synthetizers) besteht, bringt nach fünf Jahren und einem Auftritt am "Roadburn-Festival" nun neues Material an den Start.

Und schon mit dem Opener «Silt» wird klar, dass es sich um gefundenes Fressen für Roadburn-Jünger handelt! Dieser Song ist abgespact und auch so ruhig, dass er schon eine meditative Aura ausstrahlt. Irgendwie unbeschwert und fröhlich wabert «High Walls» aus den Boxen, und hierbei wird Psychedelic Rock dargeboten. Tiefenentspannt geht es mit «Priest Of Corals» weiter, aber diese Musik ist leider sehr unspektakulär! Diese Nummer gerät zu einer reinen Sound-Collage und ist so wie geschaffen für "Roadburners"! Industrial-mässig scheppert «Arousal» derweil massiv dahin. Noch abgedrehter wird es mit «Coward_Pilgrimage To The Sun». Nun stellt sich die Frage: Ist das noch ein Track im herkömmlichen Sinne oder ein reiner Mix an Sounds?! Noch mehr Lust auf ein Stück ganz spezielle Musik? Dann ist «Path_Mud_Barn» zum Schluss genau das Richtige! Zuerst wird leise geflüstert, und nachher folgt entspannter Gitarren-Pop mit wiederum psychedelischer Schlagseite. Mir ist «Land Of Corals» einfach zu abgedreht und deshalb nur für die Zielgruppe der Besucher vom "Roadburn Festival" von wirklichem Interesse!
Roolf

cede



https://www.youtube.com/embed/Nd1buPCTu_I

 

Montag, 15 Januar 2024 05:06

Heftiger Black Metal aus Singapur wird seit 2005 von der Band INFERNAL EXECRATOR gnadenlos dargeboten. Auch mit dem dritten Album «Diabolatry» wird uns mächtig Dampf gemacht!

«Aeternalis Diaboli Satanas» kommt ohne langes Vorgeplänkel direkt auf den Punkt. Und so ist roher Black Metal mit viel Geballer angesagt! Erbarmungslos geht auch «Coporeal Adversaries» in die Vollen! Da ist «Infernal Storm Of Oblivion» schon fast eine Ballade, natürlich nur im Kosmos von Infernal Execrator. Fertig mit lustig, heisst es dann mit «Marauders Prayers Of Profantion» und «Terrorized Consecration». So wird erbarmungsloses Geballer leidenschaftlich dargeboten! Der Prügelfaktor wird auch mit «Asmodei Bestialust Conjuration» extrem hoch gehalten und die Intensität ist schlicht atemberaubend!

Die Energie scheint hinten raus ein wenig zu verpuffen, und so kommt «Blazing Acheronic Tyrants» im Midtempo-Bereich am Anfang daher. Aber nach rund einer Minute wird ein weiterer Wirbelsturm entfacht, und das Gaspedal anschliessend bis zum Anschlag durchgedrückt! Der Titeltrack «Diabolatry» kommt zum Schluss an die Reihe und zeigt keinerlei Ermüdungserscheinungen. Dabei wird nochmals aus allen Rohren gefeuert! Infernal Execrator holzen mit ihrem neuen Werk sämtliche Wälder ab, denn wo gehobelt wird, fallen bekanntlich auch massig Späne zu Boden! «Diabolatry» ist ein "muss-ich-haben" Album!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/C01j9QoA2T8

 

Montag, 15 Januar 2024 05:01
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v. 10 Punkten: 8.4

Spielen der ehemalige Great White Sänger Jack Russell und L.A. Guns Gitarrist Tracii Guns ein gemeinsames Album ein, dann steigen die Erwartungen ins Unermessliche, was der Besprechung einer  neuen Platte eigentlich nicht gerade förderlich ist.

Anyway, «Medusa» nennt sich nun die Kollaboration der beiden und besitzt tatsächlich viele, verdammt gute Momente («Next In Line», «Coming Down», «For You», «Give Me The Night», «In And Out Of Love» (mit Hammond-Orgel), «I Want You»), aber man merkt dem Album an, dass diese Kombination ein vom Label gezüchtetes Projekt ist. Schenkt man einem Interview mit den Musikern glauben, haben sich die Jungs nicht einmal im Studio gesehen, beziehungsweise wurde Jack zwei Minuten vor der Fertigstellung gefragt, ob er die Tracks einsingen kann.

Für Musiker, die sich noch schäbige Proberäume gewohnt waren und man als Einheit, respektive zusammen die Welt erobern wollte, eine Geschichte, die man (des Geldes wegen?) so angehen kann, die aber nicht mehr viel mit dem Spirit der Achtziger-Jahre zu tun hat. Lassen wir die musikalische Vergangenheit der beiden Protagonisten aussen vor, haben die Jungs mit «Medusa» eine wirklich interessante, sleazige, bluesige und rockende Scheibe veröffentlicht, die noch immer mehr zu bieten hat, als dies viele neue, junge Bands heutzutage tun.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/iq4uyvivbyQ

 

Montag, 15 Januar 2024 04:53
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v. 10 Punkten: 8.8

Der Melbourne-Fünfer FUTURE STATIC, einer der meistdiskutierten und bahnbrechenden Metal-Acts des letzten Jahres, freut sich, das mit Spannung erwartete Debüt-Album «Liminality» vorzustellen.

Um möglichst eindrucksvoll Promo zu machen, haben die Australier die emotional aufgeladene sowie knallharte Hymne «Roach Queen» mit passendem Musik-Video ins Rennen geschickt. Zeitgleich begab sich die Gruppe auf ihre allererste, internationale Reise nach Europa, wo sie Auftritte bei "The Omnific" sowie den legendären deutschen Festivals "Reeperbahn" und "Euroblast" absolvierten. Nachdem sie die australische Live-Szene im Sturm eroberten, soll nun der Rest der Welt folgen. «Liminality» ist eine angeborene Fusion aus Metalcore, Progressive Metal, Alternative Rock sowie Pop-Sensibilität und wird durch seine tiefgründigen Texte veranschaulicht.

Auch das atemberaubende Hauptgesangs-Tandem der Gruppe: Bassistin Kira Neil stellt neben der elektrisierenden, in Melbourne geborenen und in Barcelona aufgewachsenen Frontfrau Amariah Cook ihr Gesangs-Talent und ihre magische Chemie unter Beweis, unterstrichen vom progressiven Labyrinth «The Hourglass» und der Alt-Pop-Core-Sensation «Chemical Lobotomy». Die Platte stellt das Verweilen in einem Zustand der Schwebe und Leere dar, ein passender Titel für ein Album, das während des extremen Lockdowns in Melbourne geschrieben wurde. Inhalt und Cover-Artwork stellen den emotionalen Zustand der Band zu dieser Zeit dar. Für das Artwork zeigt sich Gitarrist Jack Smith verantwortlich.

Die Platte unterstreicht die Entwicklung und Kollaboration, bei der die einzigartigen musikalischen Melodien wie Stimmen aller Mitglieder in einem zusammenhängenden, aber dennoch vielfältigen, künstlerischen Statement präsent sind. Mit den unaufhörlichen Schichten aus aufsteigenden Lead-Gitarren, donnernden Riffs und dynamischen Cleans, begleitet von einzigartigen und gestapelten Gesangs-Melodien, für die Future Static bekannt sind, bewegt sich das Album durch eine Kombination verschiedener Genre-Inspirationen und Themen. «Liminality» wurde von Christopher Vernon (Windwaker, The Beautiful Monument) produziert, gemischt und gemastert. Die zwölf Songs sind die physische Darstellung von Freundschaft, Teamwork und einer bedingungslosen Liebe zur Musik!
Oliver H.

cede


https://www.youtube.com/embed/1SfS1sMSgB0

 

 

Samstag, 13 Januar 2024 06:01

Düster, hart und treibend startet das italienische Trio THE CLAMPS aus Bergamo in ihr neues Album. Der instrumentale Titeltrack erinnert dabei durch die Heavyness stark an Black Sabbath. Tja, Tony Iommi hat offensichtlich viele Metal-Kinder gezeugt.

«Megamouth», das dritte Album des Trios, spiegelt die Wut nach der Pandemie wieder und enthält zehn knallharte Tracks, die vor fetten, fuzzigen Gitarren, frechen pumpenden Basslines und wütendem Schlagzeug-Spiel nur so triefen. Die Musik mit tiefer gestimmten Gitarren und Lemmy-ähnlichem, wildem Gesang reisst den Zuhörer unweigerlich mit. So machen treibende Songs wie «Freedom To Run», eine Mischung aus Black Sabbath und Motörhead, einfach nur Spass. Auch das schnelle «Bill Jenkins», ein weiterer fast Motörhead-artiger Song, geht ab wie Sau, herrlich, da mitzugehen. Und immer wieder diese schweren Gitarren-Riffs wie bei «Cubo Medusa», einem weiteren Instrumental-Song. Und so rocken alle zehn Tracks ohne Verschnaufpause durch, und man könnte dazu schon fast sagen: "We are The Clamps and we play Rock'n'Roll!"
Crazy Beat

cede

 

https://www.youtube.com/embed/xbcMnl81ke0

 

Samstag, 13 Januar 2024 05:56

Mit dem zweiten Album «Skuld» bringt die deutsche Band NORNIR ihre «The Three Norns» Trilogie zu Ende. Mit dem Intro «Vigr» wird das Album auf eine sehr mystische Art und Weise gestartet. Dabei wird mit «Krigsrop» harscher Black Metal nordischer Prägung geboten.

Episch und zugleich mystisch zieht «Hel's Postulate» seine Fäden. Die ausgezeichnete Gesangs-Leistung der Sängerin Lethian muss hierbei unbedingt erwähnt werden! Klirrende Kälte macht sich mit «Dedicated To The Night» breit, und so kriegen wir geil gespielten Black Metal mit genialen Melodien serviert! Das Wardruna-Cover «Helvegen» ist nur am Anfang dem Original entsprechend ruhig, um dann in einen Black Metal Mantel gehüllt zu werden! Ein mystisches Intermezzo wird mit «Galdr» geboten. «Host, Du Ville Kraft» und «Pest» sind rasender Black Metal in Reinkultur! Die Intensität wird mit «Ere The World Falls» beibehalten, und so wird furiose Schwarz-Mucke mit Melodie gekonnt dargeboten. Den Schlusspunkt setzt schliesslich das ruhige Outro «Valr». Nornir ist mit dem Album «Skuld» ein ganz starkes Genre-Werk gelungen, und von dieser Truppe wird man in Zukunft bestimmt noch viel hören!
Roolf

cede

 

https://www.youtube.com/embed/a8eJqIY2z3g

 

Samstag, 13 Januar 2024 05:50
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v. 10 Punkten: 7.0

Die amerikanische Band RUTHLESS wurde bereits 1982 ins Leben gerufen, hat aber bisher noch keine grossen Stricke zerrissen. Das liegt sicher auch ein wenig daran, dass man veröffentlichungstechnisch immer ein paar Jahre braucht.

«The Fallen» ist erst das vierte Studio-Album, sprich das erste beim jungen Label Fireflash, das unter anderem auch talentierte Bands wie Tailgunner, Mezzrow oder Frantic Amber beheimatet. Ob allerdings mit diesem Album der Durchbruch gelingt, wage ich doch zu bezweifeln. Das soll nicht heissen, dass das Gebotene schlecht ist, denn mit «Soldiers Of Steel», «No Mercy» oder dem flotten «Dark Passenger» bieten Ruthless genügend Banger-Stoff in der Schnittmenge von Priest, Accept aber auch US-Metal Bands wie Vicious Rumors oder Iced Earth. 

Was allerdings der Game-Changer sein könnte, ist die Stimme von Sammy DeJohn, welche auf Dauer etwas eintönig durch die heimische Anlage schallt. Dafür sind auf «The Fallen» einige starke Riffs und Solos vorhanden. Wie sagt man so schön? Den Kaliforniern aus Los Angeles ist mit «The Fallen» auf jeden Fall ein solides Scheibchen gelungen, und wer die oben genannten Bands mag, darf hier ruhig mal reinhören. Um den grossen Wurf zu landen, ist es aber definitiv zu wenig und weist noch spürbar Luft nach oben auf.
Rönu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/0gfZNTcgKkE

 

Freitag, 12 Januar 2024 04:24
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v. 10 Punkten: 9.2

Still und mit einem Augenzwinkern feierten die Herren von Magnum 2022 ihr 50-jähriges Bestehen. Ohne grosses Aufsehen, so wie man es von den beiden Bandleadern Bob Catley (Gesang) und Tony Clarkin (Gitarre) kennt.

Die beiden haben nie mit Skandalen auf sich aufmerksam gemacht, sondern stets mit ihrer Musik. Alben wie «On A Storyteller's Night» (1985), «Vigilante» (1986), «Wings Of Heaven» (1988) oder «Into The Valley Of The Moonking» (2009) veredeln noch heute jede gut sortierte Hard Rock Sammlung. Magnum waren und sind bekannt für grosse Chöre und leicht epische Nummern, bei denen aber immer die Melodie gewinnt und der Hard Rock mit einem Lächeln ans Tageslicht kommt. Die Truppe ist wie ein Wein. Je älter, desto besser und ohne faden Nachgeschmack des Korkens. Auch mit dem 23. Studio-Album (rechnet man die beiden Hard Rain Scheiben nicht dazu, welche Bob und Tony zwischen 1997 und 1999 veröffentlichten) weichen die Herren nicht von ihrer Linie ab. Und das ist auch gut so! Der leicht melancholische und verträumte Titeltrack beinhaltet dieses mitreissende Flair, welches Magnum seit einem halben Jahrhundert stilistisch prägt.

Wie auch die Hymne «Some Kind Of Treachery», die mit Streichern veredelt wird. «Run Into The Shadows» ist ein flotter Opener, wie auch «After The Silence», bei dem die nach wie vor erhabene und grossartige Stimme von Bob bestens zur Geltung kommt. Der Geschichten-Erzähler hat nichts von seiner Magie eingebüsst. In fast Black Sabbath artigen Gefilden befindet sich «Blue Tango», eine der härtesten Nummern, welche Magnum in den letzten Jahren geschrieben haben. Logisch hört man auf «Here Comes The Rain» viele ruhigeren Momente, aber auch solche, die mit der britischen Härte umgarnt werden wie bei «I Wanna Live». Zusammen mit Keyboarder Rick Benton, Trommler Lee Morris und Bassist/Produzent Dennis Ward haben die beiden Leader erneut ein zeitloses und spannendes Werk veröffentlicht, das niemals langweilig wird. Wer die Band noch nicht kennen sollte (shame on you!), kriegt mit «Here Comes The Rain» den perfekten Einstieg in den musikalischen Kosmos von Magnum serviert.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/6buXeiFVOVE

 

Freitag, 12 Januar 2024 04:19

Über SCANNER eine kurze Review zu schreiben, ist eine nicht angebrachte Angelegenheit, da alleine die Musik zu vieles zu bieten hat, das erwähnt werden muss. Auch wenn viele die Deutschen um Mastermind und Gitarrist Axel Julis kaum kennen, haben die Jungs zwischen 1988 und 1989 (in ihrer Startphase) zwei fantastische Speed Metal Alben veröffentlicht, die logischerweise sofort mit Helloween verglichen wurden.

Das Debüt-Werk «Hypertrace» (1988) und der grandiose Nachfolger «Terminal Earth» (1989) gehörten damals in jede gut sortierte Platten-Sammlung und hatten neben einer sehr starken Gitarren-Front auch immer fantastische Sänger zu bieten. Leider drehte sich schon damals das Personal-Karussell, so dass sich kaum ein stabiles Line-up festigen konnte. Mit «Mental Reservation» (1995) und «Ball Of The Damned» (1996) verfolgten die Jungs um Axel ihren Weg konsequent weiter. Es dauerte aber sechs Jahre, bis «Scantropolis» veröffentlicht wurde, und dreizehn Jahre später mit «The Judgement» wieder ein Lebenszeichen der Deutschen zu hören war. Weitere knapp neun Jahre danach erscheint mit «The Cosmic Race» die siebte Scheibe einer Truppe, die noch immer viel zu sagen hat und beweist, dass Musiker in ihren Reihen stehen, welche ihr Handwerk verstehen.

Erneut hat von der letzten Besetzung, die man auf «The Judgement» zu hören bekam, nur Axel und Sänger Ehtimios überlebt, der erneut einen grandiosen Job abliefert. Musikalisch überrascht die Truppe mit eingestreutem, deutschen Gesang beim Opener «The Earth Song», bei dem nach dem Gitarren-Solo zudem indianische Rhythmen und Chorgesänge erklingen. Mit diesem Lied beginnt das Werk furios und geht durch einen frechen Klau bei Metallicas «Enter Sandman» Riff in «Face The Flight» über. Das leicht balladeske «Dance Of The Dead» weist mit der Hinzunahme der Keyboards einen feinen, orchestralen Part auf, welcher den Track sehr gut abrundet. Hier ist auch die solistische Darbietung der beiden Gitarristen (Axel und Dominik Rothe) zu erwähnen. Wie man es sich bei Scanner gewöhnt ist, dürfen Speed-Tracks nicht fehlen, und so fliegt «Scanner's Law» dem Zuhörer mit viel Geschwindigkeit um die Ohren.

Dieser Track wird mit Tempo-Wechseln interessant gehalten und sollte allen Metal-Fans die Freuden-Tränen in die Augen treiben. Das verspielt, leicht sphärische und langsam verträumte «A New Horizon» zeigt eine Band, die einen Text geschickt in Töne umwandeln kann und dabei die Zuhörer auf eine Reise mitnimmt, bei der man nie weiss, wann und wo der Song auf der Milchstrasse abbiegen wird und welchem Asteroiden er ausweichen muss. Grosses Kino ist das abwechslungsreiche «Farewell To The Sun», bei dem Text und Musik regelrecht ineinander verschmelzen und weit davon entfernt ist, eine 08/15 Nummer zu sein. Ein Grund, wieso Scanner nie zu den ganz grossen Truppen aufschliessen konnten, sind sicherlich auch die vertrackten Songs, welche dazu verleiten, das Album nicht nur oberflächlich zu konsumieren.

«Space Battalion» ist zum Beispiel eine dieser Nummern, bei der sich Rhythmik wie Melodien immer wieder ändern und man sich fragt, wie viele Songs hier in einem verwendet worden sind. Der grosse Vorteil eines solchen Werkes, beziehungsweise eines solches Albums, ist, dass es nie langweilig wird. Die Truppe findet dabei immer wieder den roten Faden, ohne in progressive Gefilde abzudriften. Wie auch beim Abschluss «The Last And First In Line», das mit leicht arabisch angehauchten Elementen veredelt wird. Metal- Fans, die nicht nur auf ein Riff oder einen Refrain warten, der sie packt, sondern sich in ein Werk einhören wollen, kriegen mit «The Cosmic Race» eine wundervolle Platte serviert, die gespickt ist mit vielen Melodien, Rhythmen und grandiosem Spiel, das es zu entdecken und erkunden gilt.
Tinu

cede

 

https://www.youtube.com/embed/JsOj3e5yGOg

 

Freitag, 12 Januar 2024 04:12

Die im Jahr 2014 gegründete Band DROWN IN SULPHUR aus Italien ist mit ihrem zweiten Album zurück. 2020 gab es einen fast kompletten Line-up Wechsel, welcher zu ihrem ersten Studio-Album führte.

Nach einem etwas verstörendem Intro mit stark verzerrten Geräuschen geht es die Truppe langsam, aber gehalttvoll an. Der epische Aufbau bereitet den Zuhörer auf den ersten Drop vor, welcher so intensiv ist, dass er etwas an Slam Death Metal erinnert. Damit ist aber noch nicht genug, denn sie haben auch Passagen, in denen ihre Musik an Symphonic Black Metal grenzt. Mit giftigen Screams und Keyboard-Hits verleihen sie ihrem Sound eine düstere, diabolische Note. Dieses Schema zieht sich durch die erste Hälfte des Albums hindurch. Dann folgt, völlig überraschend, der Track «Lotus», welchen sie schon vor dem Release ihrer Platte veröffentlicht hatten. Dieser beginnt mit cleaner Gitarre und leidendem Gesang.

Ab diesem Punkt bleiben sie genretechnisch eher auf der Core-Seite, sprich sie konzentrieren sich auf eine Mischung zwischen cleanem Gesang, Growling und Screaming sowie emotionsgeladenen Riffs. Zudem vergessen sie nicht, den einen oder anderen Drop einzubauen. Während die ersten drei Tracks durchaus auch von Death Metal Fans abgefeiert werden könnten, ist der Rest des Albums für Core-Fans ausgelegt. Im letzten Track «Shadow Of The Dark Throne» vereinen sie diese beiden Seiten von «Dark Secrets Of The Soul» und kreieren so einen gelungen Closer.
Erik N.

cede

 

https://www.youtube.com/embed/cvJyJxP8tMk

 

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