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Würden die Finnen von TEMPLE BALLS immer dermassen grossartig wie mit dem von Slide-Gitarren unterstützten «Lethel Force» losrocken, könnten die Jungs um Sänger Arde Teronen schon lange zu meinen Lieblingen gehören. Der kernige Rock der Nordländer hat definitiv mehr zu bieten als bloss schöne Musiker-Gesichter und rhythmische Hüftbewegungen.
Mit «Forebode» kehren SAILLE nicht nur mit einem neuen Album zurück, sondern auch mit einer bewussten Bekräftigung ihrer Identität. Nach fünf Jahren relativer Stille konzentriert sich die niederländisch- belgische Epic Black Metal Band wieder auf die Atmosphäre, die ihre frühere Ära geprägt hat, präsentiert sie jedoch durch eine moderne, kraftvolle Produktionslinse. Das Ergebnis ist ein Album, das sich sowohl retrospektiv als auch erneuert anfühlt.
Auf BIG BIG TRAIN bin ich aufmerksam geworden, als sich Drum-Virtuose Nick D'Virgilio den Proggies anschloss. Die Band besteht aus Mitgliedern aus den USA, England, Schottland, Italien, Schweden und Norwegen. Ein bunter Haufen, der hier sein sechzehntes Studiowerk präsentiert und zum ersten Mal ein Konzept-Album.
Es gibt diese 10/10 Alben, die einen still und leise umhauen. «Weapons Of Beauty», JAY BUCHANANs zweites Solo-Album und sein wahrer künstlerischer Durchbruch ausserhalb von Rival Sons, gehört eindeutig in diese Kategorie. Hierbei handelt es sich nicht um einen Rock-Sänger, der sich nebenbei mit Nebenprojekten beschäftigt, sondern um ein vollendetes Statement einer der emotional fesselndsten Stimmen seiner Generation.
Die Schweden HÄLLAS nehmen den Zuhörer gleich zu Beginn ihres vierten Werkes mit auf eine 21 Minuten lange Reise mit «Above The Continuum» in ihre wunderbare Welt des Progressive Rock. Die Musik schwebt, die Orgeln wabern, der Gesang zieht den Zuhörer in seinen Bann, erinnert mich etwas an Procol Harum.
Als ich DRAMATIST beim "Wacken Open Air" 2025 zum ersten Mal entdeckte, als wir eines Abends zur "Wasteland Stage" durch den Schlamm wateten, beeindruckte mich nicht nur die Energie der Band, sondern auch das Gefühl, dass jeder Song sein eigenes Gewicht und seine eigene Intention hatte. Dieses Gefühl kommt auf ihrem Debüt-Album «Wasting Words» voll zur Geltung.
Mit «Monochrome» präsentieren HÉR ein Album, das weniger wie eine Sammlung von Songs wirkt, sondern vielmehr wie ein langsamer, anspruchsvoller Ritus. Das in Danzig gegründete polnische Ensemble schöpft tief aus der poetischen Edda, jenem Fundus altnordischer Weisheitsdichtung, der auch Tolkien inspirierte, als er sein eigenes tragisches Legendarium schuf ("..Thurin" nicht "Der Hobbit"). Wie bei Tolkien werden diese alten Quellen nicht als Museums-Stücke behandelt, sondern als lebendige Materie: dunkel, zerbrochen und unangenehm menschlich.
Im noch jungen Jahr 2026 schreibe ich nun meine erste Rezension. Wenn weiterhin solche coole Musik daherkommt, wird es ein starkes Jahr werden. BENTREES sind ein Duo, dessen Sound jedoch wie ein vollwertiges geologisches Ereignis wirkt.
Wer sich den Podcast «Churz & Knackig» anhört, hat mich bereits grosse Töne spucken hören. Nämlich dahingehend, dass das neue, damals noch ungehörte, neue Album von MEGADETH für mich schon jetzt das Werk des Jahres sein wird. Im Hier und Jetzt höre ich mir «Megadeth» an und kann bestätigen, dass ich mit meiner grossen Schnauze recht hatte.
Vor dreissig Jahren legten die Schweden RITUAL ein wunderbares Stück Musik vor, das nun remastered neu aufgelegt wird. Wir hören hier eine grossartige Mischung aus Art / Progressive Rock mit Folk-Einflüssen, in den 70ern verwurzelt. Jethro Tull hinterlassen hier ebenso ihre Spuren wie Queen in ihren Anfängen, vor allem im Gesang und den wunderschönen Chören.