Die Songs klingen wie Ausflüge in pechschwarze Dunkelheit, die nicht leicht zugänglich ist. Aber angeblich verlangen die acht Tracks bloss Zeit und Verständnis, um die Geheimnisse durch wiederholtes Anhören zu lüften. «Mercury Off Axis» ist der erste, der dissonant und chaotisch daherkommt. «Santuario» beginnt dafür mit einem festen, marschierenden Groove, bevor er über die Klippe in die Dunkelheit springt.
«The Great Gate Theory» kriecht dunkel mit einigen progressiven Elementen vorwärts, die das tiefe Gefühl versprühen, in etwas Verbotenes hineinzublicken. Schrecklich dissonante Töne sind bei «Total Heavenly Desolation» zu hören, als wäre der Folterer mit einer neuen Vielzahl von Gerätschaften zurückgekehrt. «The Third Eye Burning» ist aggressiver und der Gesang gleicht eher einem Schreien mit kehligen Lauten. «Suffer The Spectacle» beginnt mit klaren Gitarren, bleibt aber dennoch in der Seele sehr düster.
Danach wird geschrien, gejammert und gebrüllt, aber die Folter hört nie auf. «As Absence Expands Over Everything» beginnt mit einem tiefen und langsamen Riff, das selbst Granit zu Sand zermahlen könnte. Im Anschluss nimmt die Raserei wieder an Fahrt auf und die Klavierklänge fügen eine Textur hinzu, die man deutlich spüren kann. Mit «Catechismus For The Plagued» endet die musikalische Folter, die lange und ausgedehnt alles aus dem Körper reisst, was noch vorhanden ist.
Insgesamt haben Lea Lavey (Gesang) und Sima Sioux (alle Instrumente) ein schreckliches Album geschaffen, das den Begriff "Dunkelheit" neu definiert. Um auf die eingangs gestellte Frage nochmals zurückzukommen: «Death Obvious» ist mehr als beunruhigend! Die Schwärze des Albums bleibt noch lange nach seinem Ausklingen bestehen und der Sound klingt nach Folter in ihrer reinsten und bösartigsten Form. Definitiv nichts für ein idyllisches Familien-Picknick!
Oliver H.