Der Opener «Power Of This Song» gibt mit seinem erdigen Blues Rock Sound und einem fast rituellen Drive den Ton an. Seine rohe Energie fühlt sich an wie ein Handschlag mit der Rock-Geschichte, doch der Groove ist eher locker und lebendig als ehrfürchtig. «Dance And Die» hält die Dynamik aufrecht, bewegt sich aber in funkigeren Gefilden. Getragen von einer eindringlichen Rhythmus-Gruppe verwandelt der Song körperliche Bewegung in etwas Dunkleres und Dringlicheres und gipfelt in einem spannungsgeladenen, emotional aufgeladenen Gitarren-Höhepunkt.
Mit «Swimming in Trance» atmet das Album auf. Jazzige Rhythmen und psychedelische Texturen schaffen eine schwebende, introspektive Atmosphäre - einen der eindringlichsten Momente der Scheibe. Diese Ruhe wird durch «Dead Inside» zerstört, einen dichten, schweren Track, der eher von einem gnadenlosen Riff und einem Gefühl des inneren Zusammenbruchs als von äusserer Aggression angetrieben wird.
Das Herzstück «Calypso» erstreckt sich zu einer mythischen, progressiven Reise. Wechselnde Stimmungen, vielschichtige Harmonien und ein feuriges Solo machen ihn zum cineastischsten Statement des Ganzen. «The 9 Commandments Of Men» ist der seltsamste Titel – akustisch, beunruhigend und bewusst unangenehm - eine Mischung aus Folk, Blues und Bedrohung. «Long Drive» bringt emotionale Entspannung und baut sich von fragiler Intimität zu einem vollen Bandsound auf, der die Einsamkeit des Lebens auf Tours einfängt.
Der Titeltrack «Me And My Shadow» verbindet schliesslich alles miteinander und schliesst «Me And My Shadow» ab. Groove, Introspektion und explosive Entladung. Er fühlt sich an wie ein Manifest in Klang: unvorhersehbar, suchend und unverkennbar Dirty Sound Magnet. Am besten hört man sich dieses Album von Anfang bis Ende an, denn es belohnt Zuhörer, die Immersion mehr schätzen als Unmittelbarkeit.
Lukas R.