Musikalisch verbindet das Album scharfkantiges, rhythmisches Zusammenspiel mit weitläufigen Texturen und unerwarteten Klang-Verschiebungen. Das Trio bleibt nie lange in einem Stil: Kantige Riffs und komplexe Drum-Patterns reiben sich an ruhigen, beinah zerbrechlichen Passagen und manchmal scheint die Musik eher wie zeitgenössischer Art-Rock zu atmen als wie etwas, das streng im Metal verwurzelt ist.
Diese Offenheit hält die Zuhörer wach und regt dazu an, das Album wiederholt anzuhören, um jedes Mal neue Details zu entdecken. Tracks wie der Titelsong «Der Brauch» zeigen das Tendieren der Band für emotional aufgeladene, introspektive Texte, die dennoch in dynamischen Arrangements eingebettet sind. Andere Stücke wie «Die Brücke» oder «Das Nachsehen» erkunden kontrastierende Stimmungen und Texturen.
Wer sich zu Musik hingezogen fühlt, die kreatives Risiko und emotionale Bandbreite in den Vordergrund stellt, ist «Der Brauch» sicher ein positives Erlebnis. Es lässt sich vielleicht nicht eindeutig in ein Genre einordnen, aber genau darin liegt seine Stärke: ein progressives Werk, das sowohl eingefleischte Fans experimenteller Art Rock Musik als auch Neugierige, die erkunden möchten, wie Subtilität und Intensität auf einem Album koexistieren können, belohnt. Die Band wird am 26.02.2026 im KiFF in Aarau auftreten.
Lukas R.