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Manche Alben fordern die Zuhörerinnen und Zuhörer heraus, andere spalten das Publikum. «Maldorör Disco», das neunte Album von MASTER'S HAMMER, fällt zumindest für leider in eine vierte, weitaus seltenere Kategorie: ein Werk, das sich unmöglich anhören lässt.
Master's Hammer haben sich ihren legendären Status wohl irgendwann einmal redlich verdient. Ihre frühen Werke prägten - so nach Hörensagen - den tschechischen Black Metal, und ihre Karriere war oft vom Mut zu Ungewöhnlichem geprägt. Hier jedoch steigert sich die Exzentrik zu etwas, das - zumindest nach meinem Geschmack - unter seiner eigenen Seltsamkeit zusammenbricht. Vergesst Black Metal, vergesst Avantgarde Metal. Dies ist ein seltsamer Cocktail aus billig klingendem Electro-Disco, trägen Midtempo-Beats, skurrilen Gesangs-Schichten und entfernten, kaum wahrnehmbaren Gitarren. Die Musik erinnert eher an den unbeholfenen Soundtrack eines verwahrlosten, völlig ziellos dahinplätschernden Nachtclubs aus einem namenlosen Niemandsland - roh, holprig und ohne jede Aussagekraft - als an irgendetwas, das man als extreme Musik bezeichnen könnte.
Die Disco-Keyboard-Elemente sind das Einzige, was dieses Album davor bewahrt, eine glatte Null zu bekommen. Sie sorgen gelegentlich für Textur und Persönlichkeit in einer ansonsten verwirrenden Landschaft richtungsloser Experimente. Ich respektiere Master's Hammer dafür, dass sie nie auf Nummer sicher gehen, doch dieses Mal ist das Ergebnis weder mutig noch gewagt oder unterhaltsam. Es ist, ohne Übertreibung, die niedrigste Bewertung, die ich je in einer Rezension vergeben habe. Dennoch ist Kunst subjektiv. Einige werden dies zweifellos als weiteres Kapitel in der langen Tradition der Band begrüssen, einfach das zu tun, was ihnen gefällt. Für alle anderen: Seid äusserst vorsichtig, drückt auf Play und entscheidet selbst. Slogan: Nur für Sammler. Alle anderen: Hört es Euch an, aber auf eigene Gefahr!
Lukas R.