Jeder Song entspricht dabei einem Kapitel der historischen Dokumente und verwandelt Anschuldigungen, Verhöre und Urteile in einen düsteren Erzählbogen. Als thematisches Projekt ist es eines der fokussiertesten Werke von Windswept. Musikalisch liefert das Album genau das, was die Zuhörerinnen und Zuhörer von Roman Sayenkos roher Black Metal Ästhetik erwarten: scharfe Tremolo-Linien, unerbittliches Schlagzeug und eine kalte, schnörkellose Produktion, die den Wurzeln des Projekts treu bleibt. Der Sound überzeugt in seiner Absicht und die Atmosphäre bleibt durchweg düster.
Diese Konsistenz ist jedoch auch die Grenze des Albums. Trotz des starken Konzepts ähneln sich die sechs Tracks oft in Struktur und Tempo. Die Riffs verschwimmen zwischen den Songs und die emotionalen Höhepunkte, die das historische Material inspirieren könnte, kommen nur selten zum Tragen. Die Musik ist gut - solide, hart, ehrlich -, aber nicht besonders überraschend. «The Devil's Vertep» ist daher ein Album für Fans, die traditionellen, ungefilterten Black Metal und seinen dokumentarischen Ansatz schätzen. Die Geschichte ist packend, die Umsetzung kompetent.
Zuhörer, die wie ich Abwechslung oder herausragende Momente suchen, empfinden das Werk als eintönig. Obwohl das Album weithin als Konzeptwerk beschrieben wird, das auf Archivaufzeichnungen aus dem Schwarzen Buch der Burg Kremenets (1747–1777) basiert, bleibt unklar, ob die physischen CD- oder Vinyl-Ausgaben Begleittexte oder historische Anmerkungen enthalten. Als Rezensent würde ich solches Material als echten Bonus betrachten, insbesondere bei einer Veröffentlichung, die so tief in dokumentierten Ereignissen und narrativen Strukturen verwurzelt ist.
Lukas R.