Susan Kay Quatro ist Sängerin, Songwriterin und Musikerin aus Detroit, Michigan, die in ihren Anfängen viele Musiker beeinflusst hat. Suzi entdeckte ihre Liebe zur Musik, nachdem sie im zarten Alter von sechs Jahren einen Auftritt von Elvis gesehen hatte. 1973 veröffentlichte Suzi ihr selbstbetiteltes Album und schenkte der Welt Klassiker wie «Can The Can» oder «Devilgate Drive». Suzi kann auf eine lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken, spürt stets den Hunger ihrer Anfangs-Tage, und ihr Sound zeigt sich nach wie vor bissig. Man braucht nicht lange in die dreizehn Songs reinzuhören um festzustellen, dass «Freedom» eine vom Blues Rock getränkte Platte ist.
Alles beginnt mit dem Titelsong. Danach rollt der Quatro-Zug unaufhaltsam in Richtung Ziellinie, die nach 47 Minuten auch erreicht wird. Ob «Little Miss Lovely» guter Wohnzimmer-Rock'n'Roll oder Gutter-Blues im Kleid von «Goin' Down» markiert, Suzi Quatro bietet ein Album, das randvoll mit Blues-Songs ist. Miss Q. gilt als waschechte Vorreiterin beim Abbau von Barrieren für Musikerinnen, und «Woman's Song» ist die Hymne für alle Frauen. Das Thema Freiheit kommt nirgendwo deutlicher zum Ausdruck als in diesem Song, der laut und stolz die Schwesternschaft verkündet.
Der "härteste Song" ist «Kick Out The Jams», ein Cover-Song von MC5, im Duett mit dem einzigartigen Alice Cooper. Wenn Suzi schimpft, hat dies schon eine Bedeutung. Der Track ist eine rasante Version des Originals, der keine Gefangenen macht. Die Nummer fügt sich perfekt in die Blues-Linie ein, die ansonsten auf diesem Album herrscht, dennoch ist sie insgesamt etwas rauer und kantiger in ihrer Produktion. Suzi und Alice haben sichtlich Spass an diesem Track, einer gnadenlosen Detroit-Kombination aus Sleaze und Attitüde.
Augenzwinkernd darf Cooper auch nochmal «School's Out» zum Besten geben, ein wirklich geiler Titel. Für die Überraschung des Albums dürfte allerdings der Raus-Schmeisser «It All Comes Down To You» sorgen. Er ist ein Bonustrack, eine Dance-Nummer, die sehr elektronisch daherkommt. Es unterscheidet sich stark vom restlichen Album-Material und ist aus meiner Sicht auch überflüssig. «Freedom», das neunzehnte Quatro-Album, ist eine raue Dosis Blues Rock, die eindrucksvoll zeigt, dass das Alter manchmal wirklich bloss eine Zahl ist.
Oliver H.