Das liegt einerseits daran, dass Thornbridge plötzlich verdächtig nach Ordan Ogan klingen (die ich musikalisch nie richtig mochte), anderseits aber auch an Härtegrad eingebüsst haben. Schlussendlich bleibt jedoch schlicht ein Höreindruck, der deutlich weniger Schlagkraft als noch beim Erstling aufweist. Das Handwerk beherrschen die Deutschen allerdings nach wie vor. Mit Bassist Tomi Göttlich (Rebellion, Ex-Grave Digger) begrüssen die Bajuwaren seit letztem Jahr gar eine kleine Heavy Metal Legende in ihren Reihen. Wer schliesslich für die fetten Chöre verantwortlich ist, wird beim Promo-Schreiben nicht klar.
Aus meiner Sicht verwässern diese den Gesamtsound. Wer diesen Umstand ignoriert, findet natürlich trotzdem noch harten, klassischen Power Metal auf «Daydream Illusion». So zum Beispiel bei «Sacrifice», während sie mit «Bird Of Salvation» ein kurzweiliges knapp 5-minütiges Epos erzeugen. Insgesamt hätte ich aber von dieser Scheibe deutlich mehr erwartet – was vielleicht auch ein Problem ist. Wer die Musik von Ordan Ogan mag, kann bei meiner Bewertung gerne einen halben bis einen ganzen Punkt dazu geben. Alle anderen sollten vor einem Kauf besser eine Runde reinhören.
Roger W.