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Dass ein Zusammenschluss von drei hervorragenden Musikern nicht immer absolut weltbewegende Musik ergibt, ist nichts Neues. Bei diesem italienischen Projekt unter dem Banner THE 7TH GUILD kommt dabei aber immerhin ein gutes Album zustande, dass durchaus stark klingt, aber trotzdem nicht restlos überzeugen mag.
Aber von Anfang an: 2021 fing Skeletoon Sänger Tom Fooler an, seine Vision für eine Art "die drei Tenöre" des Heavy Metals umzusetzen. Dafür konnte er Giacomo Voli (Rhapsody Of Fire) und Ivan Giannini (unter anderem Derdian und Ex-Vision Divine) dafür begeistern. Herausgekommen ist jetzt ein Album voller Power Metal, auf dem oft englisch, aber auch mal italienisch gesungen wird und das natürlich vor allem von den drei Sängern geprägt wird. Diese zeigen gerne, dass sie sehr hoch singen können, und genau da orte ich für mich ein Problem, da mich diese Höhen mit der Zeit nerven. Dies, obwohl es immer wieder auch ruhige Momente gibt, die für dieses extreme Album sehr wichtig sind.
So folgt nach dem an DragonForce erinnernden und Bandnamen gebenden Stück mit «Glorious» ein sich langsam steigerndes Epos, das zu Beginn die Ohren der Zuhörer etwas schont, bevor es wieder anstrengend wird. Einen ähnlichen Aufbau weist «La Promessa Cremisi» auf, wobei sich im Detail beide doch stark voneinander unterscheiden und mit hervorragenden, musikalischen Ideen glänzen. Teilweise könnte man gar schon von fast schnellen Progressive Power Metal sprechen, womit wir wieder bei DragonForce sind. The 7th Guild klingen naturgemäss und aufgrund der Stimmen über weite Strecken aber eher wie die Hauptband als wie die Briten, zumal die Italiener auch mit epischen Keyboards und mächtigen Chören nicht sparen.
Grundsätzlich sind es aber die ruhigeren und melancholischen Klänge, in denen sich das Potenzial dieses Projektes am meisten entfaltet. So etwa nachzuhören bei «Time». Hier kriegt man wirklich das Gefühl, dass der Song im Mittelpunkt steht und nicht die Demonstration des zweifellos vorhandenen Könnens der beteiligten Musiker. Wie so oft, wäre auch bei The 7th Guild weniger mehr gewesen. Und so bleibt mir, trotz vieler guter Ansätze, unter dem Strich einfach zu wenig hängen. Das ist schade, offenbart aber, dass die grösste Schwäche hier beim Songwriting liegt und nicht bei den Beiträgen aller Beteiligten. Trotzdem ist «Triumviro» ein gutes Power Metal Album, das den Freunden dieses Genres durchaus munden sollte.
Roger W.