Seit mehr als drei Jahrzehnten sorgen Converge für musikalische und emotionale Katharsis, ob es nun ihr bahnbrechendes Album «Jane Doe» aus dem Jahr 2001 oder ihre Zusammenarbeit mit Chelsea Wolfe, «Bloodmoon: I», aus dem Jahr 2021 ist. In all den Jahren haben nur wenige Bands einen grösseren Einfluss auf die Underground-Szene gehabt als der Vierer. Jeder der zehn Songs bewegt sich mit einer Kraft und Zielstrebigkeit, die ihre menschlichen Ursprünge in den Schatten stellt und die Wut, den Schmerz und die Frustration der Moderne zum Ausdruck bringt. «Love Is Not Enough» ist gnadenlos ehrlich und roh. Während zehn Tracks gibt es keine Special Guests, keine Studiotricks, kein unerbittliches Beschönigen menschlicher Unvollkommenheit, nur um den perfekten Take zu produzieren.
Dies war für die Band ein Grundsatz, der leicht umzusetzen war, da kein Geringerer als Gitarrist Kurt Ballou für die Produktion zuständig war. Die Platte wurde im God City in Salem (Massachusetts) aufgenommen und gemischt, mit technischer Unterstützung von Zach Weeks. Bandleader Jacob Bannon übernahm kurzerhand das Artworkdesign und schuf für jeden Song ein Bild sowie ein eindrucksvolles Plattencover, das einen himmlischen Zeugen einer brennenden Welt zeigt. «Love Is Not Enough» ist von der Eröffnungssalve des Titelsongs bis zum abschliessenden Orkan von «We Were Never The Same» eine klangvolle Balance aus Vitalität und Bösartigkeit, die das Chaos und die Unsicherheit der Zeit, in der wir leben, eindrucksvoll widerspiegelt.
Oliver H.