Sogar einen Todesfall musste man verkraften (Bassistin Trish Doan starb mit nur 31 Jahren). Und eben, schlussendlich kam es sogar soweit, dass man musikalisch die Notbremse ziehen musste. Aber nicht wegen fehlendem Willen oder Mangel an Mitmusikerinnen, nein, es war ein ganz simpler Grund: Man verdiente nicht genug, um die Rechnungen bezahlen zu können - und dies, obwohl man sich den Arsch abspielte und immer wieder CDs veröffentlichte. Aber genug der Geschichte, den Rest kann man sich mittels der Bandgeschichte «Kittie: Origins/Evolutions» aneignen.
Die ist übrigens wirklich sehenswert und sehr informativ, mit viel Einblick hinter die Kulissen. Nun, der neueste Output, welcher die Rückkehr der vier Mädels ankündigt, nennt sich «Fire» - und genau so geht es in den Songs ab. Nur schon der titelgebende, erste Track versprüht Arschtritt-Mentalität pur. Im Sinne von: We're back! Und ja, ich kann und werde hier keine Sezierung der einzelnen Tracks vornehmen, denn das würde zu sehr viel Text führen und würde dem auch in keiner Hinsicht gerecht. Jedoch, einen einzelnen Song möchte ich gesondert hervor heben, da er meiner Meinung nach stellvertretend für die Qualität und Mentalität der Truppe aus Kanada steht.
«We Are Shadows» geht einerseits von Anfang an ins Ohr und krallt sich dort fest mit der absolut krachenden Mischung aus Melodie, Härte, Gesang sowie giftigem Gekeife, beziehungsweise Growlen - und einem Refrain, der einen aufwirft, niederschmettert, wieder aufnimmt und letztlich voll Karacho wieder in den Song zurück schmeisst. Kann man schlecht erklären, muss man erlebt beziehungsweise mitgemacht haben. Alles in allem: Kittie sind zurück, und ich persönlich wage zu behaupten, dass «Fire» das Album darstellt, welches man schon seit Ewigkeiten machen wollte - und genau deshalb dermassen zielsicher die Kauleiste poliert, sprich einen sprachlos zurück lässt. Uneingeschränkt empfohlen!
Toby S.