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Arrrrrrghh! Wenn die britischen Death Metal Veteranen BENEDICTION neues Material ankündigen, steigt mein Blutdruck merklich an. Ihr Comeback-Album «Scriptures», das 2020 neue Musik und die Rückkehr des langjährigen Sängers Dave Ingram ankündete, war von durchschlagendem Erfolg bei Fans und Presse. Fünf Jahre später will es die Formation nun erneut wissen und veröffentlicht mit «Ravage Of Empires» Album Nummer neun.
Auf dieser mit Spannung erwarteten Platte ist erstmals der neue Bassist Nik Sampson zu hören, der Benediction, seit dem Ausstieg von Dan Bate, schon länger live am Viersaiter unterstützt. «Ravage Of Empires» kommt schnell zur Sache und verschwendet keine unnötige Zeit. Bereits der Opener «A Carrion Harvest» stürzt sich in ein Sperrfeuer aus unerbittlichem Riffing, hämmernder Schlagzeugarbeit und der teuflisch guten Stimme von Dave Ingram. Der Fünfer besitzt einen Groove, der völlig ohne Blastbeats auskommt und dennoch mitreisst. Ingrams tiefe, kehlige Growls klingen noch immer so bösartig wie früher und manövrieren sich gekonnt melodiös durch die schnittigen Oldschool-Riffs der Gitarren-Fraktion um Darren Brookes und Peter Rew.
Meiner Meinung nach besitzt die 1989 in Birmingham, England, gegründete Truppe einen musikalischen Code, dem sie all die Jahre gefolgt sind. Die Saiten-Fraktion legt, gemeinsam mit den Drums, den perfekten Grund-Sound, an dem sich Ingram gesanglich austoben darf. Die Produktion von «Ravage Of Empires» ist erneut stark ausgefallen und erweckt die typischen Benediction Sounds zum Leben, fast so, als wäre die rohe Energie der frühen Tage wieder angezapft worden. Die zweite Hälfte der elf Songs starken Platte erfährt sogar noch eine Steigerung mit den hintereinander folgenden Abrissbirnen «Crawling Over Corpses» und «In The Dread Of The Night», gefolgt vom nicht minder wütenden «Drought Of Mercy». Erstgenannte liefern eine erdrückende, fast hypnotische Wucht, die auch nach deren Ende noch nachhallen.
Der Rest des Albums setzt diesen Trend fort, wobei «Psychosister» eine dunklere Saite anschlägt, während der Titeltrack den Longplayer mit einer groovigen Note beendet. Nach 47 Minuten Spielzeit ist der Spass vorbei und man kann nicht anders, als «Ravage Of Empires» erneut zu starten. Wie bereits beim Vorgänger «Scriptures», hat sich die Zusammenarbeit mit Scott Atkins (Grindstone Studio) erneut ausgezahlt. Auch das Cover-Artwork stammt wieder von Wolven Claw Artist, das dem Album, mit seinen satten Farben, das gewisse Etwas verleiht. «Ravage Of Empires» setzt die makellose Diskographie der Engländer fort und verspricht, eines der unbestrittenen Highlights von 2025 zu werden, im Oldschool Death Genre bestimmt! Auch wenn die Hälfte der Truppe bereits ausgewechselt wurde, besitzt dieses Album einen harten Punch, ist energiegeladen, unterhaltsam und hält den Geist der Vergangenheit lebendig, was wohl der Schlüssel zum Erfolg ist.
Oliver H.