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Jedes Mal, wenn UNDEROATH die Chance kriegen, etwas Sicheres zu machen, werfen sie alles über den Haufen und fordern sich stattdessen selbst heraus. Ihre zwei Gold-Alben und drei Grammy-Nominierungen stehen in krassem Gegensatz zu ihrem Katalog aus Härte, Lärm und Aggression. Aber der Fünfer beherrscht Atmosphäre ebenso gekonnt, wie Melodie.
Ihr neues Album «The Place After This One» erfindet das Gleichgewicht zwischen Chaos und Harmonie wieder neu. Ihre Kompositionen, die aus kreativer Spannung entstehen, werden zu ikonischen Hymnen. Der Kern ihres Sounds, der nackte Verletzlichkeit mit mitreissender Kraft und cineastischer Üppigkeit verbindet, ist in vielen Bands zu hören, aber Underoath weigern sich vehement, Stillstand zu zelebrieren. Was mit «Erase Me» (2018) eingeführt und durch «Voyeurist» 2022 verbessert wurde, findet nun mit «The Place After This One» seine logische Fortsetzung.
Mit geradlinigen Riffs und zarten Melodien eröffnet der Fünfer wieder eine Welt, die fast erhaben und dennoch nicht frei von bekenntnishafter Verzweiflung ist. Spencer Chamberlain (Vocals), Tim McTague (Gitarre), Chris Dudley (Keyboards), Grant Brandell (Bass) und Aaron Gillespie (Schlagzeug/Gesang) würdigen die unverzichtbare Chemie zwischen den Band-Mitgliedern und machen sich diese Verbindung mit einer feierlichen, triumphalen Katharsis zunutze.
So werden auch die zwölf neuen Songs zu einem experimentellen und kreativen Meilenstein, der die US-Amerikaner nochmals auf ein neues Niveau ihres Genres hebt. «The Place After This One» taucht noch tiefer in die chaotische Dunkelheit ein, ohne dabei auf einprägsame Hooks zu verzichten. Es scheint, als wäre dieses Werk das düsterste und bedrohlichste ihrer Karriere. Auf einer künstlerischen Gratwanderung zwischen Zugänglichkeit und isolierter Andersartigkeit beherrschen Underoath den Raum sowohl auf der Platte, als auch auf der Bühne.
Oliver H.