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Sänger Scott Kennedy, die Gitarristen Craig Gowans und Steven Jones, Schlagzeuger Ali Richardson und Bassist Davie Provan, allgemein bekannt als BLEED FROM WITHIN, gelten seit langem als die wertvollsten Vertreter des schottischen Metals.
Nach zwanzig Jahren Band-Geschichte haben Bleed From Within ihren Zenit erreicht, könnte man meinen. Aber die Band aus Glasgow steht nicht vor dem Ende, sondern gehört zu den am härtesten arbeitenden Acts im Metal-Business, und so kommt es, dass bloss ihr siebtes Album den «Zenith» erreicht. Die elf Songs sind härter, eingängiger und unerschrockener als alles, was die Band bisher produziert hat. Ihre ersten Alben machten sie zu Aushängeschildern der Deathcore Szene, bevor «Uprising» ihre Palette mit Groove Metal Adrenalin und Melodic Death Fähigkeiten erweiterte. Fünf Jahre später kehrten Bleed From Within mit der wilden Platte «Era» zurück. Die beiden Nachfolger «Fracture» (2020) und «Shrine» (2022) erwiesen sich als ihre bisher grössten Triumphe. Mit dem Werk «Zenith», das im Vorfeld bei Tourneen mit Slipknot, Trivium und Bullet For My Valentine angekündigt wurde, ist das Quintett endgültig bereit für den Sprung in den Superstardom.
Während elf Songs erforscht «Zenith» die Parameter dessen, was pulsierender Metal leisten kann. «Violent Nature» ist der stärkste Opener, den die Band je geschrieben hat und steigert sich von einem verzerrten Intro zu einem Ansturm von Schlagzeug-Salven, Blitzkrieg-Riffs und schichtweisem Geschrei. Die Single «In Place Of Your Halo» lebt vom Kontrast, heisst der wuchtige Groove führt überraschend zu einem Dudelsackteil, der die Verbindung zur Heimat hält, während der Fünfer sich auf der Weltbühne behauptet. Von erfrischenden Streicher-Passagen bis hin zum finalen «Edge Of Infinity», das sich von akustischen Gitarren und Gesang zu einem gewaltigen Crescendo steigert, war der Horizont der Formation noch nie so breit gefächert. Genau deshalb fühlen sich ihre Songs so belebend an.
Dass BFW zu den aufstrebenden Metal-Helden gehören, beweist die Vielzahl der Gast-Beiträge, die auf «Zenith» zu hören sind. Ex-Periphery Bassist Adam Getgood kehrte zurück, um das Schlagzeug einzuspielen, während Sikth Gitarrist und gefeierter Produzent/Songwriter Dan Weller bei der Gesangs-Produktion half. Wes Hauch von den US-Death-Lieblingen Alluvial und die aussergewöhnliche Schredderin Rabea Massaad (Toska, Vower, Frog Leap Studios) steuerten einige Gast-Soli bei. Am auffälligsten und prestigeträchtigsten sind jedoch die Guest-Vocals von Alis Sylosis Bandkollegen Josh Middleton auf der neu abgemischten Single «Hands Of Sin» und Brann Dailor von den Prog-Idolen Mastodon auf «Immortal Desire». Wenn Bleed From Within erst einmal im Metal-Olymp angekommen sind, wird das Genre eine seiner kreativsten, aufregendsten und produktivsten Kräfte erleben!
Oliver H.