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Spätestens seit dem Release ihrer EP «Pirate Scum» 2016 sind STORM SEEKER dabei, die Bühnen im In- und Ausland mit ihrer musikalischen Mischung aus klassischem Pirate Metal und folkigen Melodien zu erobern.
Nach dem Release ihres Debüt-Albums «Beneath In The Cold» 2019 gewannen Storm Seeker durch einen stürmischen Festival-Sommer an Erfahrung, Expertise und sicher auch Trinkfestigkeit. Im Frühjahr 2020 trotzte die verschworene Nautic Force, gemeinsam mit Mono Inc., den meist geschlossenen Häfen und der drohenden Flaute. Im April 2023 folgte das Erfolgs-Album «Nautic Force» und 2025 nun die grosse Überraschung: nach zwölf Jahren verlässt Gründungs-Mitglied Timo Bornfleth, respketive Timothy die Band. An seiner Stelle steht plötzlich Sean Graham alias Manuel Depryck, der eigentlich bei Tir Saor das Mikrofon würgt und vor einem Jahr mit seiner Crew die «Nautic Force» Tour anheizte. Stimmlich eine ziemliche Veränderung, die dem Sound von Storm Seeker erst einmal standhalten muss.
Erstaunlicherweise klappt dies ganz gut, denn gerade die schnelleren Piraten-Tracks auf «Set The Sails» sind wie gemacht für die tief raue Stimme Grahams. Wer bei Storm Seeker anheuert, darf also weder Tod noch Klabautermann fürchten. Entweder man hält der mitreissenden Strömung aus mehrstimmigen Chören, harten Gitarren-Riffs und betörenden Klängen von Drehleier und Flöten stand - oder man wird erbarmungslos fortgespült. Track wie «Old Maui» oder «Jack The Jolly Pirate» sind gute Beispiele dafür. Die Balladen «Stormiest Seas» und «Waking Of The Flood» gefallen mir persönlich, trotz mehrstimmigem Seemanns-Chor, weniger gut und hinterlassen weniger Spuren als die Party-Kracher der Band.
Mit seiner ebenso kraft- wie gefühlvollen Stimme hat Sean Graham aber den Kurs der fünfköpfigen Nautic Force aufgenommen und prägt die dreizehn Songs auf seine ganz eigene Art und Weise. Wer also auch nur entfernt etwas von Seemannsgarn, Piraten-Abenteuern und den Geschichten des rauen Nordens hält, darf sich auf alles freuen, was Storm Seeker in petto haben. «Galway Girl» ist übrigens keine Cover-Version, sondern ein punkiger Rock-Kracher, der gar nichts mit Ed Sheerans Mädchen zu tun hat. «Set The Sails» ist gerade in stürmischen Zeiten die Gute-Laune-Musik, die es braucht, um uns aus dem Alltagstrott zu holen und gute Stimmung zu verbreiten. Wer die Naturgewalt der Nautic Force auch live erleben möchte, muss damit rechnen, dass sie von ihren Abenteuern auf den Weltmeeren nicht zurückzukehren. Also Leinen los und «Set The Sails»!
Oliver H.