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Die Band ALCATRAZZ hat in einer ausführlichen Stellungnahme auf jüngste Kommentare von Sänger Graham Bonnet reagiert, der in einem Interview Kritik am aktuellen Line-up der Gruppe geäussert hatte.
In dem Statement, das am 30. Dezember 2025 in Toronto veröffentlicht wurde, bedankt sich die Band zunächst ironisch für die Aufmerksamkeit, die Bonnet durch seine Aussagen erzeugt habe: „Graham, danke für die kostenlose PR… der Name Alcatrazz hat sich über die Feiertage ziemlich gut entwickelt.“
Kritik an Bonnets Aussagen zur musikalischen Legitimation
Bonnet hatte behauptet, das aktuelle Line-up verfüge „in seinen Augen“ über keine musikalische Berechtigung, unter dem Namen Alcatrazz aufzutreten oder Musik zu veröffentlichen. Die Band weist diese Darstellung zurück und verweist darauf, dass zwei Gründungsmitglieder weiterhin Teil der Besetzung seien – darunter der Musiker, der den Bandnamen ursprünglich erfunden habe. Zudem sei der aktuelle Gitarrist Joe Stump von Bonnet selbst im Jahr 2019 als „perfect for the Alcatrazz band“ bezeichnet und für das Album «Born Innocent ausdrücklich unterstützt worden.
Hinweis auf Verbindungen innerhalb der Musikszene
Die Band verweist ausserdem auf personelle Überschneidungen in der Szene, etwa darauf, dass Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinsons Keyboarder Maestro Mistheria gemeinsam mit Joe Stump in der Band Tower of Babel spiele.„Die Welt ist klein, nicht wahr?“
Vorwurf der Doppelmoral
Alcatrazz kritisieren, dass Bonnets eigene Solo-Band ebenfalls keine historische Verbindung zu den Songs habe, die er live performe – darunter auch Stücke aus seiner Zeit bei Rainbow oder der Michael Schenker Group. Zudem habe Bonnet viele seiner bekanntesten Songs nicht selbst geschrieben, etwa «Since You Been Gone», «All Night Long» oder «Only One Woman».
Die Band kommentiert dies mit dem Hinweis, dass Bonnets Argumentation, nur Songwriter hätten das Recht, Songs aufzuführen, nicht schlüssig sei.
Vergleich mit Bonnets Rainbow-Ära
Weiter heisst es, dass auch Bonnets Version von Rainbow sich deutlich vom ursprünglichen Sound der Band unterschieden habe, dies aber dennoch als legitim betrachtet worden sei. „Du scheinst die Regeln gerne so zu verschieben, wie es dir gerade passt.“
Reaktion auf Bonnets Kritik an Live-Auftritten
Bonnet hatte Live-Videos von Alcatrazz als „schrecklich“ bezeichnet. Die Band verweist darauf, dass Bonnet selbst öffentlich erklärt habe, auch seine eigenen Live-Videos nicht ertragen zu können. „Also nehmen wir an, dass es für keinen von uns viel Hoffnung gibt... Verdammte Videos!“
Vorwürfe zu Playback-Einsätzen
Ein weiterer Punkt betrifft Bonnets angeblichen Einsatz von vorab aufgenommenen Gesangsspuren während Live-Shows. Die Band behauptet, dies sei während der Zusammenarbeit mit Keyboarder Jimmy Waldo regelmässig der Fall gewesen. Alcatrazz fordert Bonnet heraus: „Würdest du einen Lügendetektortest machen… jederzeit!“
Auseinandersetzung um Songwriting und frühere Anschuldigungen
Die Band weist Bonnets frühere Behauptung zurück, Jimmy Waldo habe das Thema des Songs «Island in the Sun» von Van Halens «Jump» kopiert. Man verweist auf die zeitliche Abfolge der Veröffentlichungen und bezeichnet die Anschuldigung als falsch.
Hinweis auf gerichtliche Entscheidungen zum Markennamen
Alcatrazz betonen, dass drei internationale Markenrechtsinstanzen Bonnets Anspruch auf den Bandnamen abgewiesen hätten, da er die Band 2020 verlassen habe und Alcatrazz vertraglich nie sein Solo-Projekt gewesen sei.
Kommentare zu Besetzungen und Management
Die Band geht auch auf Bonnets Kritik ein, dass Sänger Giles Lavery gleichzeitig Manager der Band sei. Man bezeichnet diesen Vorwurf als widersprüchlich, da Bonnets eigene Bassistin zugleich seine Managerin und Lebensgefährtin sei.
Abschliessende Erklärung
Alcatrazz betonen, dass sie weiterhin erfolgreich international touren und veröffentlichen werden – unabhängig von Bonnet: „Wir nehmen weiterhin auf und touren international sehr erfolgreich ohne dich… du machst dein Ding, wir machen unseres.“