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Dienstag, 13 Januar 2026 09:42

Burning Witches – Hammer King – Gomorra in Rubigen Empfehlung

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13. Januar 2026, Rubigen - Mühle Hunziken
By Rockslave

Nachdem die Hexen letztes Jahr ihr 10-jähriges Band-Jubiläum (!) feiern konnten und dabei bereits auf bewegte Zeiten zurückblicken dürfen, setzte man dem Ganzen noch die Krone auf und veröffentlichte im Spätsommer das sechste Studio-Album «Inquisition». Der Album-Einstand von Gitarristin Courtney Cox (Ex-Iron Maidens) hob die eh schon gereifte Chose auf ein noch höheres Level, was vor allem auch live zum Tragen kommt. Dort, also auf der Bühne, entfaltet die Band ihre wahre Stärken und baut ihre treu ergebene Fanbase laufend aus. Das kommt nicht von ungefähr wenn man sieht, wo Burning Witches auf der Welt schon überall aufgetreten sind! Die hohe Live-Frequenz ist mittlerweile das Markenzeichen schlechthin geworden.

Oft absolvieren die Witches innerhalb eines Jahres mehrere Kontinental-Wechsel, um sowohl die europäische Festival-Saison als auch US-Club-Touren abzudecken, und genau so geht das auch im neuen Jahr weiter! Nach drei Aufwärm-Gigs in Mailand (IT), Obertraubling (DE) und Zlin (CZ) stehen nicht weniger als neun Konzerte in der Heimat an, nota bene alle hintereinander, heisst ohne Day-off dazwischen! Dass die CH-Tour-Premiere dabei in der Mühle Hunziken in Rubigen abgehalten wurde, hätte nicht besser sein können! Als fester Support der Tour, die anschliessend nach UK, BE, FR, DE, NL, nochmals FR und ES führt (bevor es März/April wieder in die Staaten geht), sind Hammer King dabei und Gomorra zusätzlich für die CH-Gigs.

Gomorra
Dieses Package hatte es wahrlich in sich, und es wurde höchste Zeit, dass ich die Nachfolge-Band von Gonoreas endlich wieder mal live sehe! Mit ihren beiden knackigen Studio-Alben «Divine Judgement» (2020) und «Dealer Of Souls» (2022) hat das Quintett gleich zwei Hunderter-Nägel in die Planken gerammt. Der powermetallisch geprägte Heavy Metal geht voll auf die Zwölf, was auch heute Abend der Fall war. Obwohl der Platz zum Performen weniger als karg war, liessen sich Jonas Ambühl (v), Damir Eskić (g), Dominic Blum (g), Nico Ardüser (b) und Stefan Hösli nicht beirren und legten von der ersten Sekunde an wie die Feuerwehr los. Die Gitarren-Front poste wie die Weltmeister und irgendwie schaffte man es, sich gegenseitig nicht umzurempeln. Geht Metal auch in der Mühle?

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Die Antwort darauf heisst ganz klar "ja", und Gomorra spielten sich in einen wahren Rausch hinein. Getragen vom gut antizipierenden Publikum wurde das zweite Album mehr berücksichtigt als das erste, und mit «When Nobody Asked» ein neuer(er) Track vorgestellt, der sich bestens zum bestehenden Material einreihte. Leider gewährte man dem Opener des Abends nur eine halbe Stunde Spielzeit, was in heutigen Zeiten längst zur Norm geworden oder besser verkommen ist. So hätte die Setliste eigentlich noch mehr Songs hergegeben, die dann aber gestrichen wurden. Nichtsdestotrotz lieferte das agile Quintett volle Kanne ab und man muss der Mühle als Verantalter ein weiteres Kränzchen winden, dass sie es gewagt haben, die stilitische Bandbreite zu erweitern. Ein Gewinn für alle!

Setliste: «Intro» - «War Of Control» - «Rule Of Fear» - «A Chance For The Better» - «When Nobody Asked» - «Gomorra» - «Hope»

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Hammer King
Wenn man in der letzten Zeit mit Kollege Rönu unterwegs war, fiel der Bandname Hammer King immer wieder mal. Die deutschen Heavy Power Metaller aus Kaiserslautern wurden auch 2015 gegründet, also im gleichen Jahr wie die Hexen und haben heuer, im etwa gleichen Zeitraum wie diese, ihr mittlerweile siebtes Studio-Album mit dem Titel «Make Metal Royal Again» herausgehauen. Trotzdem flog die Truppe bei mir, zumindest bis anhin, völlig unter dem Radar durch. Das hat wohl damit zu tun, dass ich Bands aus dieser Ecke, also so wie All For Metal oder Brothers In Metal, nicht wirklich mag. Das oft aufgesetzte Pathos geht mir dabei ziemlich schnell auf den Senkel. So erwartete ich bei Hammer King eigentlich nicht viel, doch Rönus Enthusiasmus wirkte nach, und er hatte definitiv recht!

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Wie zuvor schon Gomorra, musste auch der zweite Support des Abends mit einem sehr eingeschränkten Bewegungs-Radius klarkommen. Durch zwei zusätzlich auf der Bühne postierte Metall-Podeste konnten sich jeweils zwei Musiker erhöht in Szene setzen, was optisch gut wirkte. Unter der Führung von Frontmann Patrick "Titan Fox V" Fuchs, der sonst zusätzlich noch Gitarre spielt, nahm die Show ihren Lauf. Begleitet von zwei Komparsen (Major Domus als Herold, der zuerst den Hammer schwingt, respektive den King ankündigt und The Queen, die im schönen Gewand die Gold-Dukaten bringt) lieferte die Band in der Tat eine reife Leistung ab, die sogar mich überzeugte und, da nichts vom Band kam (keinerlei Synthie-Sounds!) gar dazu führte, dass ich mir am Merchstand eine DCD (!) holte.

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Bevor das aber soweit war, musste mein positives Erlebnis von diesem soliden Auftritt zuerst erarbeitet und meine Gunst errungen werden. Obwohl der namensgebende und übergross geschwungene Hammer des Königs mehrfach in Songtiteln wie -texten verbraten wurde, blieb hintenraus doch einiges mehr hängen als gedacht. Die zweite Gitarre, sonst in Diensten von Master Fuchs, bedient auf die Tour hin Jungspund Marex van Ferum, der den ohnehin völlig kitschfreien Mix mit zusätzlichen Riffs optimal befeuerte. Trotzdem reichte die agile Performance am Schluss nicht ganz dazu aus, mich gleich nach dem ersten miterlebten Konzert als Fanboy von Hammer King zu outen. Dennoch muss man den Deutschen attestieren, dass sie ihre Sache klar beherrschen und mehr als nur gut machen.

Setliste: «Intro (The Last Kingdom) / King For A Day» - «Make Metal Royal Again» - «Kingdom Of Hammer And King» - «Pariah Is My Name» - «König und Kaiser» - «Hammerschlag» - «Danger Zone (Kenny Loggins Cover)» - «Kingdom Of The Hammerking» - «Outro (The Last Kingdom)»

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Burning Witches
Der letzte Auftritt im Estrich in Winistorf vom vergangenen Frühling war mir noch in bester Erinnerung, und so freute ich mich in der zwar nicht ausverlauften, aber doch gut besuchten Mühle auf den ersten CH-Termin der aktuellen Tour zum neuen Album «Inquisition», das in den Schweizer Charts erfreulich auf Platz #7 kletterte. Oberhexe Romana ist in der Zwischenzeit, neben Ex-Hexe Larissa, auch Mutter geworden und jetzt wieder zurück an ihrem angestammten Platz auf der Bühne, der während den Sommer-Konzerten von Ersatz Simone van Straten würdig vertreten wurde. Der so wieder vereinte Hexen-Zirkel fieberte deshalb, wie auch ihre loyalen Fans, mehr als freudig dem Tour-Beginn entgegen. Was gab es da Besseres als den heimatlichen Tour-Start in der Mühle? Eben!

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Neues Album und neue Tour heisst postwendend auch, dass sich die Setliste entsprechend in einem anderen Gesicht zeigt, respektive zeigen sollte, und bereits der wiederum galoppierende Opener «Soul Eater» bestätigte dies nach dem passenden Intro «Sanguini Hominum», gefolgt von einem meiner neuen Favoriten im Set: «Shame»! Damit befanden sich Burning Witches mitten im Set und liessen anschliessend den Klassiker «Dance With The Devil» vom Stapel, wo Laura die Maske des Gehörnten trug. Die Stimmung war entsprechend angeheizt, und die Fans in den ersten Reihen waren auf direkter Tuchfühlung mit ihren Heldinnen. Etwas, das so, auch wegen der niedrigen Höhe der Bühne, schweizweit wohl nur in der Mühle möglich ist und von den Bands ebenso geschätzt wird.

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Die Witches waren gut drauf und kamen sehr kompakt rüber. Laufend wurden die Standorte gewechselt und ordentlich einzeln wie zusammen gepost. Ein Blick auf eine der auf der Bühne angebrachten Setlisten offenbarte Handänderungen, wie sie im Verlauf der Tour immer wieder spontan gemacht wurden. Heute Abend liess man zum Beispiel «The Witch Of The North» weg und ersetzte den Track durch «Sea Of Lies», einen weiteren meiner Lieblings-Songs, was für eine Freude! Erfreulich war auch die agile Performance der Mädels an sich, getragen vom überaus kräftigen Gesang von Lady Guldemond, die sich in allen Lagen wohlfühlte. Voll motiviert zeigte sich auch Romana die, zusammen mit der wiederum mitreissend aufspielenden Courtney, für andauernd qualmende Saiten sorgte.

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Getragen wurde das Ganze durch die unermüdlich antreibende Rhythm-Section mit Bassistin Jay und Schlagzeugerin Lala, die den Hexenkessel fortwährend am Brodeln hielten. Dazu kamen zusätzliche Show-Elemente in Form von Kurzauftritten einer Hexe und der Figur des "Heinrich Kramer" als historisch verbriefter Hauptverfasser des "Hexenhammers" (Malleus Maleficarum), des einflussreichsten Werkes zur Rechtfertigung und Durchführung der Hexenverfolgungen. Vor der obligaten Zugabe «Burning Witches» wurde zusätzlich «We Stand As One», die zweite handgeänderte Nummer gespielt. Nach rund schweisstreibenden 95 Minuten verabschiedeten sich die Ladies nach dem ersten von neun CH-Gigs am Stück von ihrem begeisterten Publikum und werden morgen Abend in Brugg sein.

Setliste: «Intro (Sanguini Hominum)» - «Soul Eater» - «Shame» - «Dance With The Devil» - «Maiden Of Steel» - «The Dark Tower» - «Sea Of Lies» - «Intro / Inquisition» - «Release Me» - «Black Widow» - «Evil Witch» - «Lucid Nightmare» - «Intro / Hexenhammer» - «Wings Of Steel» - «We Stand As One» - «Burning Witches» - «Outro»

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