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“…somit war es für uns einfacher, zwei Meter daneben zu komponieren…“
Zum Tourstart von «Haus Of The Rising Fun» machten die fränkischen Fun-Metaller, J.B.O., Halt in der Kultstätte Mühle Hunziken. Das spassige Vierergespann traf bereits am frühen Nachmittag ein, um die kleine Bühne für den Abend vorzubereiten. Zwischen Abendessen und dem Beginn der Supportband QL, nahmen sich der Sänger und Gitarrist Veit «Vito C.» Kutzer sowie Schlagzeuger Wolfram Kellner Zeit, um mich zum Interview zu empfangen.
In einer charmanten Abstellkammer lernte ich schnell, was diese Band ausmacht: Humor, alles frei Schnauze und nochmals eine gehörige Portion Humor. Dazu die Faszination für Heavy Metal und Klamauk. Nach einer halben Stunde hatte ich Audioaufnahmen, die chaotisch kreuz und quer durch eine deutsche Musikkarriere verlaufen.
MF: Starten wir doch mit etwas persönlichem. Vor gut einem Jahr hatte Hannes einen Hirnschlag zu beklagen. Wie geht es ihm heute?
Vito: Du, er hat sich grösstenteils erholt und er steht wieder auf der Bühne und das ist es doch, worauf es ankommt. Halleluja!
Wolfram: Er könnte auch Gemüse sein, weisst du?
MF: Gerade deswegen die Frage, denn wenn man so lange zusammen ist, wie ihr vier, dann ist das schon Familie und…
Vito: …das hat uns wirklich Sorgen bereitet, klar, aber da steht er. Halleluja! Ich klopf auf Holz!
MF: Da sind wir alle dankbar! Jetzt aber für all jene, die euch noch nicht oder schlecht kennen. Wie kommt man in einem Metier, das als hart, fies und böse gilt, auf die Idee, lustig zu sein?
Vito: Das liegt einfach daran, dass wir selber die Musik mögen, aber blöd im Kopf sind. Da kommt man auf solche Ideen. Weisst du, wir mochten halt schon vorher Bands, die schon etwas in der Richtung gemacht haben oder Otto (Waalkes Anm. d. R.) oder what ever. So etwas, wie lustige Coverversionen hat es schon immer gegeben, ja? Wir mochten nun die harte Musik und haben uns eben da ausgetobt. Das ist jetzt nicht so, wie den tiefen Teller neu erfinden. Im Grunde war es für uns eine logische Konsequenz (lacht).
Wolfram: Wir stellen ja auch fest, dass ganz viele von unseren ernsten Kollegen, in den letzten Jahren ihre humorvolle Seite entdeckt haben. Da fällt mir gerade eine deutsche Band ein, die wirklich immer mehr und mehr dem Humor zugeneigt ist…
Vito: …ja, wen meinst denn du damit?
Wolfram: Ach so, ja, bei «Herzeleid» hat noch niemand an Humor gedacht, aber «Ich habe keine Lust», das ist ja ein megalustiges Video. (Gelächter)
Vito: (mit tiefer Stimme) Ich hab' keine Lust… sorry!
MF: Wenn wir gerade bei Rammstein sind: «Bussi» ist auch ein (Teil-) Cover. Wenn ihr euch für einen Song einer Band entscheidet; ist das als Hommage gedacht oder wollt ihr die Truppe durch den Kakao ziehen?
Vito: Du, vielleicht beides! Im Falle von Rammstein ist das so, wir hätten das schon gecovert, aber dafür kriegst du keine Genehmigung. (Themenwechsel) Wolfram, ich denke es ist schlecht für die Aufnahme, wenn du immer mit deinem Fuss gegen den Hocker trommelst…
Wolfram: Das glaube ich nicht. Das ist ein gummigelagertes Gerät. Das geht hervorragend (lacht).
MF: (Gelächter) Fühl dich frei…
Wolfram: Das ist ja kein Radiomitschnitt hier, oder? Das ist für dich ein Reminder, oder?
MF: Alles gut! Ich muss nur alles 1:1 abtippen, aber sonst…
Wolfram: Oh! Entschuldigung… (lacht). Um auf deine Frage zurückzukommen: somit war es für uns einfacher, zwei Meter daneben zu komponieren.
Vito: Genau!
MF: À propos Danebenkomponieren: «Woke On The Smater», ich hoffe, ich habe es richtig falsch ausgesprochen…
Vito: Ja, du hast es richtig ausgesprochen…
MF: Wie kommt man auf so eine verdrehte Idee? Das Hirn versucht während dem Hören, Text und Melodie richtigzustellen.
Vito: Du, die Frage, wie kommt man auf eine solche Idee, die kann ich dir nicht beantworten. Das kann nicht einmal mein Neurologe beantworten. Keine Ahnung! Die Idee war so blöd, wir wussten einfach, dass wir das machen müssen. Dann beginnt man damit, alles zu machen. Dann ist man im Demo-Stadium und dann merken wir…
Wolfram: …dass es eine saudumme Idee ist!
Vito: …dass man diesen Weg weiter gehen kann, und dann machen wir das.
MF: Und wer von euch bringt die meisten Ideen ein?
Wolfram: Der Hannes.
Vito: Der Hannes ist der grosse Ideengeber.
MF: Und ihr seid dann die, die es brav abnicken?
Wolfram: Nein! Wir sagen oft: „Was ist das denn für ein Scheiss!“ (Gelächter). Wir sind eine typische Band. Jeder hat seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ideen. Bei einer Bepunktung von 1-10 bewerten wir nicht alle gleich. Wir raufen uns dann zusammen und oftmals gibt es auch Missverständnisse, und bei der Ausführung werden dann teilweise Kerne herausgearbeitet, die die eine Fraktion zu Beginn nicht so mag, aber vielleicht später auch mögen kann. Es gibt so viele Blickwinkel und Anhörmöglichkeiten.
MF: Gibt es das oft, dass ihr eingebrachte Ideen wieder verwerft?
Vito: Bei den Cover-Versionen kommt das eigentlich nicht so vor. Wir haben noch sehr viele, die wir in der Schublade liegen haben, für die wir nie eine Bewilligung kriegen. Es gab aber schon ein paar Songs, die wir angefangen haben, die wir aber dann nicht so geil fanden und deshalb verworfen haben.
Wolfram: Es gibt auch die Situation, dass wir uns einig sind, dass es zwar ganz geil klingt und wir es anpacken wollen. Mit dem Spielen merken wir, dass es doch nicht so toll ist. Ist nichts dran, die Idee ist verpufft! Das kommt auch vor.
MF: Du hast die Bewilligungen angesprochen. Müsst ihr wirklich für jeden kleinsten Teil eines fremden Tracks eine Bewilligung einholen?
Vito: Was meinst du mit "jedem kleinsten Teil"?
MF: Bei Stinkefinger zum Beispiel, da glaube ich zum Schluss des Songs…
Vito: Ach komm!
MF: …die bekannte A-HA-Melodie von «Take On Me», klar zu erkennen.
Wolfram: Das ist so. Es ist einfach ein Ausschnitt aus dieser Melodie und nein, dafür haben wir nicht angefragt. Um Gottes Willen, das machen wir nicht. Darin haben wir genug Erfahrung, dass wir wissen, dass uns dafür kein Ärger droht. Dafür ist diese Melodie zu wenig tragend (Gelächter).
MF: Das neue Album «Haus Of The Rising Fun», kommt inmitten der Tour heraus. Weshalb eine Veröffentlichung zu diesem Zeitpunkt?
Vito: Das ist eine gute Frage. Da spielt so viel mit rein, dass ich dir das gar nicht alles erklären kann. Das sind so viele Interna, Dinge die quer laufen, es ist einfach so. Wir machen es diesmal einfach so. Ende!
Wolfram: Das kann man schon einmal so machen. Wir haben jetzt schon vier Singles veröffentlicht und bald kommt die nächste. Wir haben schlicht den Veröffentlichungszeitraum nicht richtig ausgecheckt (lacht). Es ist aber wichtig, dass man dann dieses Datum als richtig akzeptiert und trotzdem so tut, als hätte man es ausgecheckt. Genau das ist wichtig!
MF: Ich fand die Idee auch spannend, weil Album-Tour-Album-Tour ist fast zu normal für euch.
Wolfram: Es ist eigentlich fast so wie früher, als wir noch kein Album draussen hatten und nicht wahnwitzig viel Material. Man musste einfach das spielen, was man hat. Man konnte es schon ziemlich gut spielen und die Leute kannten es auch schon. Dann gab’s das Album. Ganz so extrem ist es diesmal nicht, aber diesen Mechanismus, den gibt es ja, und damit waren wir, zumindest am Anfang unserer Karriere, erfolgreich (Gelächter).
MF: Um bei den Singles zu bleiben: «Ka-Fump!», «Bussi» und «Mein Arsch» sind eher gemächliche Songs. Eine spezielle Art, um als Metalkapelle auf eine Platte aufmerksam zu machen.
Vito: Moment! Nummer drei war «Stinkefinger».
MF: Oh! Tut mir leid, dann Habe ich den wohl verpasst.
Wolfram: Genau, macht aber nichts. Wir haben aber wirklich nicht auf Gemächlichkeit geachtet, sondern es war so ein Zusammenwirken mit der Plattenfirma. Wir haben auch innerhalb der Band ganz unterschiedliche Meinungen. Den Opener finde ich zum Beispiel ein volles Ass, den ich persönlich, ganz gerne in der Kaskade der Singles gehabt hätte. Aber ich wurde überstimmt, wie es in demokratischen Gebilden eben ist.
Wir haben auch mit der Plattenfirma geschaut, weil wir noch nicht lange bei ihr sind und wir wissen, wie es mit Plattenfirmen so ist. So wichtig war es mir nun auch wieder nicht, dass ich da Stunk gemacht hätte, denn schliesslich ist es nur Business und Marketing. Es war mir dann nur halb so wichtig. Wenn sie der Meinung sind, dass ein anderer Song mehr zündet, dass sollen sie den eben nehmen.
MF: Dadurch kann man auch mal die Verantwortung abgeben, oder?
Wolfram: Genau, kann man! Scheisse gelaufen, selber schuld! (grosses Gelächter)
MF: Im Pressetext steht auch: «Haus Of The Rising Fun" ist nicht nur ein weiteres Kapitel in der erfolgreichen Geschichte von J.B.O., sondern vielmehr eine Antwort auf die verrückte und oft chaotische Welt da draussen." Wie ist das zu verstehen?
Vito: Irgendeinen Schwachsinn muss man ja schreiben im Pressetext.
Wolfram: Das ist richtig. Ich meine, die Kaskade der Verrücktheit kumuliert schon in den letzten Jahren und daraus ist das Album eigentlich entstanden. Nach der Coronazeit war der Release von «Planet Pink» und wir haben schon angefangen, erste Ideen und einen Veröffentlichungstermin für eine weitere Platte zu sammeln.
Vito: Wir haben 2023 angefangen mit dem Album und wollten eigentlich 2024 veröffentlichen. Und dann gab es aber Veränderungen der Plattenfirma, die uns im Grunde einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Dann haben wir alles erstmal verschoben. Die Tour, die eigentlich für diese Platte bereits gebucht war, haben wir kurzerhand umgerüstet in die «Explizite Lyrik»-Jubiläumstour, was durchaus nicht unerfolgreich war.
Die Tour lief wie Bombe, und schlussendlich haben wir das Album nochmals um ein gutes Jahr verschoben. Es hat ganz vieles reingespielt. Die Produktionsphase für dieses Album hat länger gedauert als normal. Wir haben mindestens ein Jahr daran rumgewurstelt. Zwischendrin haben wir alles liegenlassen, später den Faden wieder aufgenommen und gemerkt, ah, da ist ja schon einiges da und wir haben uns gefragt, was noch?
Wolfram: Da sind viele Sachen noch passiert in der Zwischenzeit, aber insgesamt ist es ein recht schönes und gutes Album geworden.
Vito: Und jetzt kommt es endlich. Zack! Fuck!
MF: Gibt es etwas völlig Neues auf der Platte, das ihr in 36 Jahren noch nie gemacht habt?
Wolfram: Wir haben die Drums, also nicht nur die Drums, wir haben in einem völlig neuen Studio aufgenommen. Wir haben eigentlich das Separate Sound Studio von unserem Produzenten Christoph Beyerlein in ein anderes Studio verlegt. Der Christoph hat seine ganzen Sachen gepackt und sie im Streetlife Studio, das ganz bei uns in der Nähe liegt, mit einer ziemlich opulenten Räumlichkeit, in der man die Drums richtig geil aufnehmen konnte, wieder eingerichtet. Das habe ich persönlich sehr genossen.
Schlagzeuger werden oft als erstes aufgenommen - final - und das färbt beim Recording oft ab. Man merkt es besonders gut, wenn andere Sachen auch noch dort stattfinden. Ich sag mal so, der Ortswechsel hat dem Album sicher gutgetan. Das ist ein wichtiger und markanter Punkt für uns. Gut, dass du die Frage gestellt hast, denn wir haben wirklich sehr sehr lange nicht mehr wo anders aufgenommen. Eigentlich seit 2003 nicht mehr. Saukrass, ja.
MF: Du hast das Neue angesprochen, du hast die Tour angesprochen. Gibt es noch etwas, das am Touren neu oder anders ist als vor 30 Jahren?
Vito: Weisst du, das Touren macht uns immer noch Spass und ich glaube das ist es, worauf es ankommt, dass du den Spass nicht verlierst. Wenn du auf die Bühne gehst und einfach Bock hast, einfach Bock, Krach zu machen. Das ist, glaube ich, sehr wichtig. Auf Tour ist schon vieles…, weisst du, du sitzt viel rum und gammelst und wartest…
MF: …und du bekommst dumme Fragen gestellt.
Vito: Jaaa…, du bekommst von einem hergelaufenen Deppen doofe Fragen…, nein, Spass!
Wolfram: Nein, man kann es natürlich auch anders machen. Ich erkunde oft die umliegende Landschaft. Hier habe ich mir dieses Hechtloch angeschaut und die renaturierte Aare. Das war sehr interessant. So etwas mache ich dann schon oft, denn das finde ich sehr bereichernd. Wir verschanzen uns eigentlich nie backstage und warten, bis uns der Tourleiter an der Hand nimmt und auf die Bühne schleift. Wir sind schon unser eigener Herr. Wir machen es schon so, dass es passt.
Vito: Ja genau. Wir machen es so, dass es für uns passt. Wir schauen, dass wir unseren Spass nicht verlieren.
MF: Damit der Spass, auch für euch, auf der Bühne bleibt: wie stellt ihr jeweils eure Setliste zusammen?
Vito: Uff! Da sagen wir dem Hannes, du musst endlich eine Setliste machen.
Wolfram: Genau! Und dann macht er das auch sehr gerne.
Vito: Ja, dann macht er das mit Freude und schickt sie herum und wir sagen ihm dann, was Scheisse ist (grosses Gelächter).
Wolfram: Nee Quatsch. Jetzt ist es ja so, dass wir heute unser erstes Konzert der Tournee spielen, und wir haben vier neue Songs dabei. Das ist eigentlich fast viel.
Vito: Ja, wenn ich in die Vergangenheit schaue, dann waren es oft nur drei oder zwei neue Songs, denn die Leute wollten noch immer viel von unserem alten Zeug hören. Ich kenne das von mir selber auch. Wenn ich eine Band sehe, die ich schon lange kenne und gut finde, dann will ich auch die alte Scheisse hören. So ist das halt. Natürlich kann man auch nicht daherkommen und sagen, nein, wir spielen nix vom neuen Album. Wir machen es ja gerne aber wir müssen auch nicht missionarisch das ganze neue Album spielen.
Wolfram: Wir haben ja wirklich genügend Songs. Da versucht man natürlich immer ein cooles Best-Of-Programm zu spielen und da passen dann jeweils ein paar neue Stücke gut hinzu.
“… ich erkläre dann den jungen Leuten schon hin und wieder, was denn der "Playboy" ist…“
MF: Habt ihr Songs in eurer Palette, die ihr nicht mehr spielt, weil sie euch mittlerweile peinlich oder zu lange her sind?
Vito: Zu lange her, nicht.
Wolfram: Du, wir haben gerade eine Tournee gemacht zu einem 30 Jahre alten Album und da haben wir uns schon Gedanken darüber gemacht, ob man das alles noch so spielen kann.
Vito: Und wir haben die Frage mit „Ja“ beantwortet.
Wolfram: Genau, wir haben die Frage mit „Ja“ beantwortet, und da der Wandel der Pubertät durch dieses Album, in uns und anderen, wieder erweckt wurde, haben wir dies als historische Wegmarke einfach so gemacht.
Vito: Klar, man kann es als historisch betrachten und ich finde, dass das Album echt ok gealtert ist. Ich kann also auch heute noch wunderbar «Walk With An Erection» singen, das ist gar kein Problem. Das ist so blöd, auch «Mei Alde is im Playboy drin»… ich erkläre dann den jungen Leuten, die an unserem Konzert sind, schon hin und wieder, was denn der Playboy ist. Als wir uns früher als Jugendliche, illegal den Playboy beschaffen mussten, um zu sehen, wie nackte Brüste aussehen…
MF: Bei jeder Zeitungssammlung gab es einen exklusiven Sammelpunkt, bei dem alles gehortet und anschliessend gerecht verteilt wurde…
Vito: Genau! Und heute kriegt man ja die nackten Brüste im Internet nur so um die Ohren gehauen. Dann müssen wir denen erklären, was es für einen jungen Mann eigentlich bedeutet, wenn seine Freundin im Mittelteil des Playboys ist, ja? Das erkläre ich dann immer so, dass es in etwa dasselbe ist, wenn deine Freundin einen Only Fans-Account hat (lacht). So ungefähr. Man muss mit den Leuten reden, man muss es ihnen nahebringen. Hin und wieder muss man historisch etwas erklären.
MF: Unter den Metalfans grassiert gerne die Diskussion, was denn noch Metal ist und was nicht. Sind Battle Beast, Amaranthe und Co. wirklich noch Metal?
Vito: Blöde Frage!
MF: Richtig, aber genau deshalb möchte ich von euch als Spassmetaller darauf eine Antwort haben.
Vito: Phoa! Was ist denn Metal? Wie gesagt, eigentlich sind solche Diskussionen völlig überflüssig. Wenn es mir Spass macht und es rockt, dann los! Her damit!
Wolfram: Das kann ich grundsätzlich unterschreiben, aber Eier muss es schon haben. Aber das ist eben das Wesen der Musik. Sobald Metal Eier hat, dann ist es voll geil.
MF: In euren Songs zieht ihr gerne über andere, nichtmetallische Genres her. Hört ihr dennoch privat etwas, das nicht Metal ist?
Vito: Oh, da gibt es einiges…
Wolfram: Ich höre ganz vieles, das nicht Metal ist. Ich höre gerne Yacht Rock daheim, also Steely Dan oder so.
Vito: Also ich höre dann gerne mal so Trip-Hop. Wie heissen sie?
Wolfram: Das was bei deinem Sohnemann im Schrank steht?
Vito: Ja, genau! Ah, wie heissen sie denn? Das Album heisst «Mezzanine» und wie heisst die Band?
Wolfram: Ach so, ja Massive Attack.
Vito: Ja genau, Massive Attack, und ich höre auch gerne mal Tori Amos oder keine Ahnung. Aber ich habe auch Ton, Steine, Scherben gehört oder Udo Lindenberg. Den habe ich wirklich abgefeiert. Weisst du, das sind alles Sounds, die ich mir nach wie vor gerne anhöre. Oder Marillion…
Wolfram: Tower Of Power…
Vito: Scheissegal! Ich kann dir nicht einmal genau sagen, was es ausmacht. Für mich ist der Gesang schon sehr wichtig. Eine Stimme muss mich ansprechen, sie muss mich erreichen. Das kann auch dann passieren, wenn die Musik gar kein Metal ist. So wie mich Musik teilweise auch nicht erreicht, auch wenn sie eben Metal ist, ja? Das ist etwas völlig Individuelles und es ist doch scheissegal. Es gibt auch Musik, bei der du zugeben kannst, dass sie zwar hochwertig ist aber dir nicht gefällt. Es kommt immer darauf an, auf was ich gerade Bock habe. Ende!
MF: Finde ich auch!
Vito: Siehste! Sind wir uns einig!
MF: Absolut! Die Stimme ist mir persönlich auch wichtig, zweistimmigem Gesang kann ich kaum widerstehen. Deshalb ist auf eurer letzten Platte, «Einhorn» mein Favorit…
Wolfram: Schööön! Danke!
“…Schöngesang und Grölgesang haben wir bereits in der Band…“
MF: Meine Schlussfrage wäre dann noch: wenn ihr euch jemanden aussuchen könntet, mit dem ihr noch einen Song machen dürftet, wer wäre das?
Wolfram: Das ist wirklich eine gute Frage, die wir uns selbst auch noch nie gestellt haben.
Vito: Das sind immer so diese Kooperationsfragen, wegen Kooperationen und so… gute Frage… schwierig… Schöngesang und Grölgesang haben wir bereits in der Band. Bei Kooperationen braucht man ja eigentlich immer das Gegenteil von dem, was man in der Band schon hat. Aber wir haben grundsätzlich schon alles.
Wolfram: Frauengesang vielleicht?
Vito: Was für eine Frau? Die Doro vielleicht? Die Doro hat bereits einmal mitgewirkt beim «Killeralbum» 2011. Wir haben «Nein Mann» gecovert, da übernimmt Doro eine der Stimmen. Das musst du dir unbedingt einmal anhören. Das ist total genial. Also Doro ist eh der Hammer. Die ist fast für jeden Scheiss zu haben. Die ist einfach cool.
Noch so in der 80ern und Anfang der 90er dachte ich so, naja, aber mittlerweile, wenn ich sehe, was sie alles geleistet hat, finde ich sie wirklich arschcool! Punkt! Das wäre vielleicht wirklich nochmal eine Kandidatin. Mal schauen, ob uns noch etwas einfällt mit der Doro.
Wolfram: Die wäre wirklich super.
MF: Dann danke ich euch an der Stelle für das nette und unterhaltsame Gespräch, und freue mich auf euren Gig.
Vito: Gerne
Wolfram: Gerne doch und viel Spass!