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Metal Factory since 1999
Mit «Determined To Death And Beyond» liefert das belgische Duo Archaic Oath ein Debütalbum, das sich wie eine bewusste Rückkehr zu etwas längst Vergessenem anhört. Verwurzelt in den Traditionen des melodischen Black Metal der 1990er Jahre, doch geschärft durch moderne Produktion und Erfahrung, schafft das Album einen Ausgleich zwischen Ehrfurcht und einem Gefühl der Vorwärtsbewegung.
Musikalisch ist dies ein dichtes und sorgfältig geschichtetes Werk. Tremolo-getriebene Riffs schwellen an und ebben ab über straffem, diszipliniertem Schlagzeugspiel, während subtile Keyboard-Texturen einen kalten, gespenstischen Schimmer hinzufügen, anstatt den Kernsound zu überwältigen. Der Gesang bewegt sich zwischen harten, schneidenden Schreien und distanzierteren, fast ritualistischen Tönen und verstärkt so die okkulte Atmosphäre des Albums. Es gibt deutliche Anklänge an skandinavische Vorläufer, doch die Band vermeidet es, in Imitation gefangen zu klingen; stattdessen formt sie vertraute Elemente zu etwas Zusammenhängendem und Immersivem um.
Was am meisten auffällt, ist das Tempo. Anstatt sich rein auf Aggression zu verlassen, lässt das Album Raum für Melodie und Stimmung. Die Tracks entwickeln sich allmählich und ziehen den Hörer tiefer in eine Welt hinein, die sich sowohl feindselig als auch seltsam majestätisch anfühlt. In der zweiten Hälfte lehnt sich die Band selbstbewusster an ihre eigene Identität an und lässt die Atmosphäre ebenso viel Gewicht tragen wie die Riffs wobei es für mich dann auch ein wenig eintöniger wird.
Fans von melodischem Black und Blackened Death Metal - insbesondere diejenigen, die neben Intensität auch Struktur schätzen - werden hier reichlich Stoff zum Wiederhören finden. Als Debüt bei AOP Records ist es ein starkes und überzeugendes Statement, auch wenn seine langfristige Einzigartigkeit davon abhängen wird, wie sich die Band von hier aus weiterentwickelt. Aber ein guter Anfang ist schon mal gemacht.
Lukas R.