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Aus dem Schatten von Goatess tretend, geben die Stockholmer GODDESS mit «Ritual Of The Cloven Hoof» ziemlich cooles Debüt ab. Die Band bleibt den traditionellen Doom Metal Wurzeln treu, vermeidet es jedoch, bekannte Genreformeln einfach zu wiederholen.
Im Kern ist dies ein Album, das auf Wucht und Geduld aufgebaut ist. Massive Riffs bewegen sich mit langsamer Zuversicht, eingehüllt in Schichten aus warmem Fuzz und psychedelischem Dunst. Doch unter der erdrückenden Schwere verbirgt sich ein Gefühl von Bewegung und Atmosphäre, das die Songs vor Statik bewahrt. Der Gesang schwebt mit einer fast rituellen Qualität über der dichten Instrumentierung und verleiht dem Album eine grössere emotionale Bandbreite als viele riffgetriebene Doom-Veröffentlichungen.
Tracks wie «Blood Fever» demonstrieren die Stärke der Band, Spannung durch Wiederholung zu erzeugen, ohne dabei Melodie oder Stimmung zu opfern. Es gibt offensichtliche Anspielungen auf das Genre-Fans von klassischem schwedischem Doom, Vintage-Sabbath-Verehrung und der hypnotischen Seite des Stoner Metal werden das Terrain sofort verstehen – aber Goddess bringen genug eigenen Charakter mit, um nicht wie ein Museumsstück zu klingen. Auch ein Song wie «To Be King» ist super cool und für das Doom-Genre überraschend abwechslungsreich. Oder auch «Born Again Heathen», der längste Song des Albums, überrascht mit viel Fuzz und Sprechgesang.
Zuhörer, die Geschwindigkeit, Experimentierfreudigkeit oder dramatische stilistische Wendungen erwarten, werden hier kaum Überraschungen finden. Doch diejenigen, die eindringliche, langsam aufbauende Schwere schätzen, werden mit «Ritual Of The Cloven Hoof» voll auf ihre Kosten kommen, denn das Album liefert genau das, was es verspricht: einen dichten und befriedigenden Abstieg in dunklen, groovigen Doom. Goddess versuchen gar nicht erst, die Daniel Düsentriebs des Doom zu sein – stattdessen zeigen sie, dass starke Songs und echtes Gespür selbst altbekannte Pfade frisch wirken lassen. Mir gefällts.
Lukas R.