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Die finnischen Monster-Rocker LORDI stehen mit ihrem zwölften Studio-Album in der Startreihe und eröffnen erwartungsgemäss mit dem Spoken-Intro «SCG XIX The Hexecutioners» das Rennen. Erwartungsgemäss deshalb, weil die Herren und die Dame dies danach mit weiteren «SCG»-Überleitungen wiederholen und dem Album so den nötigen, gruseligen Einstieg verleihen.
Wer denkt, dass den ehemaligen ESC (Eurovision Song Contest) Gewinnern so langsam die Ideen ausgehen, wird schon mit dem schmissigen Opener «Legends Are Made Of Chliches» eines Besseren belehrt. Wie man es von Lordi kennt, sind es die mitreissenden Chor-Passagen, die von Beginn weg den Weg in die Gehörgänge der Fans verbreitern. Zum Glück weichen Mr. Lordi und sein Ensemble keine Sekunde vom erfolgreichen Rezept ab. Das Solo von Kone zeigt, dass mit ihm mehr Bruce Kulick statt Ace Frehley (sein Vorgänger Amen) in die Truppe eingekehrt ist.
Musikalisch bewegen sich Mr. Lordi, Kone, Hisi (Bass), Mana (Drums) und Hela (Keyboards) noch immer auf den melodischen Momenten von KISS und Alice Cooper, als diese damals mit «Crazy Nights», «Trash» und «Hey Stoopid» für viel Aufsehen und grossen Geldregen sorgten. «Syntax Terror» ist bestes Beispiel dafür, wie man das Tasteninstrument gekonnt einbringen kann, um damit Akzente zu setzen und der Gitarre zu keiner Zeit die Luft zum Atmen zu nehmen. Im Vergleich zum Vorgänger «Screem Writers Guild» vermögen die elf Tracks (mit fünf Intros) bedeutend schneller einen Bezug zum Zuhörer aufbauen.
Mit «Skelephant In The Room» beschwören Lordi den Disco-Sound der Achtziger, ohne dabei langweilig zu wirken. Das durch die Keyboards leicht verspielt erklingende «Killharmonic Orchestra» (was für ein grandioser Refrain!) hat ebenso (s)einen verdienten Platz auf dem neusten Output gefunden. Mit der Ballade «Collectable» können die Hard Rock Zombies überzeugen, wie auch mit «Retropolis», einer Nummer, die Danger Danger nicht besser hingekriegt hätten.
Das mit Klavier und sanften Klängen startende «Frighteousness», das beim Refrain schneller in die Kerbe haut, um dann im Strophen-Part wieder seinen melodischen Part zu finden, ist eine Hommage an alte Alice Cooper Nummern. Das Spannende an dieser Truppe ist, dass man anhand der Covers und der Bühnen-Kostüme vermuten könnte, dass Lordi eine tiefschwarze, alles vernichtende Killer-Maschine sind. Hört man sich jedoch die Songs an, entpuppen sich diese aber als bestens tanzbar und machen aus der Truppe eine wundervolle Hard Rock Band.
Tinu