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Metal Factory since 1999
Ich vergöttere Crimson Glory für ihre ersten beiden Studioscheiben. Ob dabei nun das Debüt, oder «Transcendence» das besser Werk ist, darüber streiten sich die Metal Götter und deren Schüler.
In meinen Augen hat der Erstling klar die Nase vorne, denn allein «Dragon Lady» und «Azrael» sind Lieder, die man im Leben nur einmal schreibt und dies auch nur ein kleiner Prozentsatz aller Metaltruppen. Für das sagenumwobene Charisma der ehemaligen Maskenmänner war insbesondere Sänger Midnight verantwortlich. Seine unglaubliche Stimme, passte perfekt zu den leicht vertrackten Nummern und verlieh ihnen ein magisches und bezauberndes Flair. Dass diese Ausnahmestimme nicht mehr dabei ist, ist dem zu frühen Ableben des Amis zu verschulden. Mit Todd La Torre hatten Crimson Glory einen weiteren Meistersänger in den eigenen Reihen, bevor sich dieser in Richtung Queensryche verabschiedete.
In einer Karriere gleich dreimal einen Shouter dieses Formates zu finden ist unvorstellbar. Und dennoch präsentieren die Jungs mit Travis Willis einen Schreihals, der immer wieder die Vibes von Midnight ans Tageslicht bringt. Also, gesanglich alles in trockenen Tüchern. Musikalisch bewegen sich die neun neuen Tracks auf einem ähnlich hohen Level, wie bei den ersten beiden Scheiben. Verspielt, mit einem Schuss mystischem Flair, grossen Melodien und unter die Haut gehenden Metalrifffs. Ab und zu fehlt noch ein bisschen der Klassiker Touch, beziehungsweise braucht es einen oder zwei Durchläufe mehr, um das Potential der Tracks zu erkennen.
Das mit leicht arabischem Flair versehene «Broken Together», sowie das mit einer Akustikeinleitung startende, sich steigernde und Hobelspäne verursachende «Angel In My Nightmare» (setzt musikalisch den Text perfekt um) sind sehr gute Hörtipps. «Chasing The Hydra» ist eine überraschenderweise sehr starke Scheibe geworden, welche die alten Klassiker ins 21. Jahrhundert transportiert und dabei eine mehr als nur gute Figur abgibt. Dass die Originalbandmitglieder Jeff Lords (Bass), Dana Burnell (Drums) und Ben Jackson (Gitarre) noch immer coole Songs schreiben können («Beyond The Unknown»), beweisen sie mit dieser Scheibe (auch wenn die beiden ersten Scheiben unerreicht bleiben). Kompliment!
Tinu