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Wer, wie ich, auf ein neues Album von King Diamond wartet, tut dies bereits seit «Give Me Your Soul… Please». Diese Scheibe wurde 2007 veröffentlicht. Das seit Ewigkeiten ankündigte neue Werk «Saint Lucifer's Hospital» lässt seit einigen Monden auf sich warten, sprich der Release wurde immer wieder verschoben.
Was macht man in dieser doch eher "ruhigeren" Zeit, schien sich Gitarrist Andy La Rocque zu denken und vertrieb sich die Zeit mit Pete Blakk (Gitarre), um ein paar Songs zu komponieren. Als Motörhead das Zeitliche segneten, war Schlagzeuger Mikkey Dee frei (die Scorpions Auftritte sind aktuell eher sporadischer Natur) und auch Bassist Hal Patino war bereit, wieder was auf die Beine zu stellen. Ergo hatte man die Instrumentalisten-Front des legendären «Them» Werkes von Kind Diamond wieder zusammen.
Was fehlte, war ein Sänger, und den fand man in Form des Pagan's Mind Shouters Nils K. Rue. Wie klingen nun LEX LEGION? Sicher nicht nach Kind Diamond, dazu ist die hohe Stimme von Nils zu wenig falsettartig, vermag aber dennoch Akzente zu setzen und zu überzeugen. Gitarrentechnisch erinnert (logischerweise) einiges an King Diamond, wie auch das göttliche Schlagzeugspiel von Mikkey, oder die gekonnt eingebauten Breaks, die bereits auf dem Opener «Sleep Eternally» zu hören sind.
Musikalisch findet sich alles im typischen Diamond-Sound wieder, ohne dabei ein Abklatsch oder eine schlechte Kopie zu sein. Dafür sind die Tracks zu stark ausgefallen. Einzelne Kompositionen herauszuheben fällt schwer, aber «When The Stars Align», «(I Am) The Resurrected», «Darkness», und der instrumentale Abschluss «Far Away» gewähren einen sehr guten Überblick, wie das Debüt des Fünfers klingt.
Interessanterweise halten sich die Tracks alle vier Minuten Spielzeit herum. Bedeutet auch, dass trotz der technischen Raffinesse der beiden Gitarristen, alles immer auf den Punkt gespielt wird und man sich musikalisch eher an die ersten Scheiben von King erinnert fühlt, statt den neueren Alben. Wer King Diamond liebt, wird «Lex Legion» von der ersten Sekunde an in sein Herz schliessen.
Wer sich bis anhin den Songs des Kings wegen seiner Stimme verweigert hat, bekommt seine Musik mit einem Sänger, der die Meinungen nicht dermassen spaltet wie der König. Grandioses Album von altgestandenen Musikern, die auf eine wundervolle Art beweisen, dass es heute noch immer möglich ist, ein fantastisches Werk zu veröffentlichen.
Tinu