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Noch bevor die Nadel auf die Platte von LORD ELEPHANT fällt, weckt allein schon der Bandname bestimmte Erwartungen: etwas Massives, Langsames und Unübersehbares. Diese Erwartung wird erfüllt und prägt das gesamte Album. Links, zwei, drei, vier – Doom marschiert wie bei Colonel Hathi.
Die Musik entfaltet sich mit einer schweren, bedächtigen Präsenz. Die Riffs bewegen sich wie grosse Gliedmassen durch die dichte Luft: gemächlich, aber zielstrebig. Die Rhythmus-Gruppe verankert alles in einem tiefen, erdigen Groove. "Psychedelic Doom" ist die einfachste Bezeichnung, doch der Sound reicht noch weiter und bezieht bluesige Phrasierungen und die Lockerheit des Stoner Rock mit ein, ohne zerfahren zu klingen. Tracks wie «Electric Dunes» und «Smoke Tower» (gefällt sehr gut) wirken expansiv und physisch, während «Black River Blues» einen rohen, rauchigen Charakter hinzufügt und das Gefühl über die Präzision stellt.
Am auffälligsten ist, wie immersiv das Album ist, ohne sich auf den Gesang zu verlassen. Lord Elephant lassen Ton, Wiederholung und subtile Variationen die Geschichte erzählen. Die Gitarren-Linien kreisen und winden sich, anstatt zu dominieren; der Bass trägt echtes Gewicht, und das Schlagzeug bevorzugt Geduld gegenüber Effekthascherei. Die Produktion unterstreicht diesen Ansatz und klingt warm und organisch, als würde die Band im Raum spielen, statt durch Schichten von Studio-Polish.
«Ultra Soul» eignet sich am besten für Zuhörer, die es geniessen in den Klang einzutauchen, anstatt Hooks zu jagen. Es funktioniert gleichermassen gut als konzentrierte Reise mit Kopfhörern oder als langsam brennender Begleiter für das nächtliche Anhören. Ohne Hintergrund-Geschichte liefert das Album genau das, was sein Name verspricht: etwas Grosses, Bodenständiges und Soulvolles – Musik, die sich mit der ruhigen Zuversicht eines Elefanten bewegt und allein durch ihre Präsenz einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Lukas R.