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HAVUKRUUNUS' «Tavastland» ist ein kolossaler Erfolg in der Black Metal Szene, der Elemente des Viking Metal, Folk und traditionellen Heavy Metal nahtlos zu einer monumentalen Reise verschmilzt, die sowohl langjährige Fans als auch Neulinge in ihren Bann ziehen wird. In den zwanzig Jahren ihres Bestehens hat die finnische Band ihren Sound immer weiter verfeinert, und dieses Album, ihr viertes in voller Länge, treibt diese Entwicklung auf die Spitze.
Das Konzept des Albums basiert auf dem historischen Tavastian-Aufstand von 1236-1237 und verbindet die harte Realität dieses dunklen Kapitels der finnischen Geschichte mit der für die Band typischen Atmosphäre aus Urgewalt und melodischer Erhabenheit. Dieser thematische Ansatz verleiht den ohnehin schon komplexen musikalischen Kompositionen noch mehr Tiefe, denn die Verschmelzung von Black Metal Wut und epischen Folk-Melodien schafft ein wahrhaft fesselndes Erlebnis.
Der Opener des Albums, «Kuolematon Laulunhenki», setzt den perfekten Ton - ein hymnischer Track, der explosiven Black Metal mit hochfliegenden cleanen Vocals und dramatischen Gitarrensoli verbindet und dabei Einflüsse von Bathory und Moonsorrow aufgreift, ohne den eigenen Stil von Havukruunu zu vernachlässigen. Die Mischung aus rasantem Tremolo-Picking und krachendem Schlagzeug mit majestätischen Wikingerchören wirkt wie eine Beschwörung uralter Mächte und stimmt den Hörer auf die bevorstehende Klangreise ein.
Jeder Track auf «Tavastland» ist sorgfältig ausgearbeitet und bietet eine grosse Bandbreite an Dynamik und Texturen. Von mitreissenden Refrains und klarem Gesang bis hin zu wütenden Blastbeats und urwüchsigem Riffing ist die Musikalität der Band tadellos. Besonders hervorzuheben ist die Arbeit der Gitarristen Henkka und Stefa, deren Duell-Soli und komplexe Melodie-Linien sich nahtlos durch das ganze Album ziehen. Ebenso beeindruckend ist Humös Bass-Spiel, das die Kompositionen mit seiner dröhnenden Präsenz erdet und den ohnehin schon kraftvollen Sound noch eindrucksvoller macht.
Während Stücke wie «Yönsynty» und «Havukruunu ja Talvenvarjo» zeigen, dass die Band atmosphärische Übergänge meisterhaft beherrscht, glänzt «Tavastland» auch in seinen ruhigeren Momenten. So wechselt «Unissakävijä» von schnellem Black Metal zu eindringlichen, melodischen Passagen, was die Bandbreite und emotionale Tiefe der Band zusätzlich unterstreicht.
Die Produktion ist kristallklar und lässt jede Klangschicht zur Geltung kommen, vom rasanten Schlagzeugspiel Kostajainens bis hin zu den Chören, die durchgehend erklingen. Die Bereitschaft der Band, verschiedene Klanglandschaften zu erkunden, von folkigen Passagen bis zu thrashigen Metal-Riffs, sorgt dafür, dass es nie langweilig wird. Der Rausschmeisser «De Miseriis Fennorum» ist ein passender Abschluss für dieses umfangreiche Werk, ein 11-minütiges Epos, das Thrash, Black Metal wie melodische Elemente zu einem Wirbelwind aus Emotionen und Kraft vereint.
Obwohl wir erst im März sind, glaube ich dass dieses Album auf dem besten Weg ist, eines der besten des Jahres 2025 zu werden, und wird zweifellos einen festen Platz im beeindruckenden Katalog von Havukruunu einnehmen. Egal, ob man Black Metal, Viking Metal oder episches Story-Telling mag, «Tavastland» ist ein Album, das die volle Aufmerksamkeit verdient. Havukruunu haben wieder einmal bewiesen, dass sie Aggression und Schönheit miteinander verbinden können und einen ebenso brutalen wie majestätischen Sound erschaffen.
Lukas R.