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Nach fünf Jahren ohne neues Album kehren VREID mit «The Skies Turn Black» zurück. Die Band klingt fokussiert, motiviert und voll engagiert.
Mehr als dreissig Jahre nach ihren musikalischen Anfängen, die sie schliesslich geprägt haben, bleibt ihre Identität klar: Sognametal (Sognametal bezeichnet einen melodisch geprägten, aus der norwegischen Region Sogn stammenden Metal-Stil, der Black Metal mit klassischen Heavy- und Thrash-Elementen sowie einer starken landschaftlich-nordischen Atmosphäre verbindet), aufgebaut auf der kalten Intensität des Black Metal, verstärkt durch die Schwere des klassischen Heavy Metal und mit Anklängen an den Rock der 70er-Jahre. Das Ergebnis ist Musik, die in der Tradition verwurzelt ist und dennoch nach aussen drängt.
Die ersten Tracks schaffen eine weitläufige panoramische Atmosphäre. Die Gitarren klingen scharf, haben aber starke melodische Konturen, während sich die Rhythmus-Gruppe in Grooves einklinkt, die gelegentlich zu einem kraftvollen, rockigen Schritt neigen. «From These Woods» fängt diese Balance ziemlich gut ein. Der Song bewegt sich zielstrebig voran und kombiniert eisige Tremolo-Linien mit einer hymnischen Unterströmung, die ihm sowohl Kraft als auch Schwung verleiht.
«Kraken», der offizielle Soundtrack zum gleichnamigen norwegischen Film aus dem Jahr 2026 (noch kein Schweizer release), verleiht dem Album eine dunklere, dramatischere Energie. Die Riffs schieben sich mit thrashähnlichem Schwung voran und das Arrangement baut durch vielschichtige Melodien Spannung auf, die etwas Gewaltiges und Bedrohliches unter der Oberfläche heraufbeschwören. Auch ohne den filmischen Kontext steht der Track für sich allein und erweitert den Umfang des Albums. Kommentar eines Fans: "Sognemetal am Sognefjord, das macht wirklich Spass!"
Eine andere Nuance zeigt sich in «Loving The Dead», der 8-minütigen Zusammenarbeit mit Agnete Kjølsrud von Djerv. Ihre Präsenz verleiht dem Song eine eindringliche Dimension und er entfaltet sich geduldig, indem er zwischen zurückhaltenden Passagen und explosiven Höhepunkten wechselt. In die Komposition ist ein leicht surrealer Ton eingewoben, der dem Track eine emotionale Tiefe verleiht, die über einfache Aggression hinausgeht. Gefällt mir gut, da nicht so überproduziert. Mit «Smile of Hate» oder noch mehr «Echoes Of Live» hat es auch melodische Midthempo-Songs, die durchaus gefallen.
Die Produktion ist klar, ohne die rauen Kanten zu entfernen, die den Sound von Vreid ausmachen. Das Album bewegt sich selbstbewusst zwischen kraftvollen Black Metal Passagen und expansiveren, melodiebetonten Abschnitten. Fans des skandinavischen Extreme Metal werden die Wurzeln der Band erkennen, während Zuhörer, die genreübergreifende Härte schätzen, diese Platte besonders lohnenswert finden dürften. «The Skies Turn Black» zeigt eine Band, die ihre Geschichte versteht und sie konsequent weiterschreibt.
Lukas R.