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Auch wenn langjährige Fans dieses Subgenres beim Anhören des «Aberrations» Albums eigentlich eine "das habe ich doch alles schon gehört" Attitüde einnehmen müssten, wird es vermutlich anders kommen. Die schwedische Band XORSIST besticht auf ihrer dritten Platte nämlich mit feinen Details, die im vertrauten Stil verborgen sind.
Das Death Metal-Ensemble wurde erst 2020 gegründet und orientiert sich stark an Dismember, Entombed und Unleashed, was für Fans des Genres bereits ein Grund zur Freude ist. «Aberrations» startet bissig und energiegeladen mit «Rest Impending» und «Souls To Mourn», zwei Songs, die Liebhaber des Death Metals mit Freude empfangen werden. Beide zeigen eindrucksvoll das Potenzial der Truppe mit der nötigen Aggressivität. Kraftvoll, aggressiv und äusserst bissig. Bereits bei Track drei gibt es die erste Überraschung, denn «Draped In Sorrow’s Cloth…» ist ein, wenn auch kurzes, instrumentales Akustikstück, das später mit «…And Aged In Embers» noch eine Fortsetzung findet.
Kritiker könnten hier behaupten, dass die beiden Songs dem Album den Schwung nehmen, doch ich finde sie ziemlich gelungen, da sich die Titel vom Rest abheben. Die restlichen sechs Tracks sind ein gleichwertiges kraftvolles, aggressives und energiegeladenes Stück Musik, mit einer Portion bissiger Vocals. Obwohl mir persönlich eine hochtechnisierte Produktion nicht immer wichtig ist, da die Rohheit manchmal überzeugender sein kann, ist schwer zu leugnen, dass das Sound-Design an Klarheit und Präzision ein wahrer Segen ist.
Die Aufnahmen von Gustav Ryderfelt (g/v), Birk Castenmalm (b/v), Pavel Lindegren (g) und Alphonse Bouquelon (d) sind ein Traum, denn insbesondere die Rhythmus-Gruppe erhält wieder einmal eine idealisierte Bühne, auf der der Bass gut im Mix platziert ist und das Schlagzeug eine fast ebenso grosse Führungsrolle erhält, wie die Rhythmus-Gitarren, die das Ganze vorantreiben. Zudem ist die Gestaltung, das Seagrave-artige Cover-Artwork in schwarz und grau sowie das neue Logo, ein Upgrade für das Quartett. «Aberrations» profitiert von durchweg hohen Standards, was die auf Schwedentod eingestellten Fans überzeugen dürfte.
Oliver H.