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Probieren geht bekanntlich über studieren, und diesen Leitspruch scheinen die Amerikaner FROZEN SOUL, bei der Produktion ihres dritten Albums «No Place Of Warmth», herzlichst berücksichtigt zu haben. Das Album ist nämlich ein frostiger Brocken Todesmetal geworden, der sehr überzeugend dargeboten wird.
So ging die Truppe um Chad Green (v), Michael Munday (g), Chris Bonner (g), Samantha Mobley (b) und Matt Dennar (d) mit einer Art unbeschriebenem Blatt ins Studio, schrieb jeden Abend und tagsüber in Midland, arbeitete mit dem renommierten Produzenten Josh Schroeder eng zusammen, um die Songs zu optimieren. Die Entscheidung der Band, nicht mehr zu viel nachzudenken und stattdessen instinktiv zu schreiben, wird schon ab dem ersten Track positiv bestätigt, denn der Titeltrack ist schnörkellos, fokussiert und extrem direkt.
Frozen Soul wissen genau, wie dieses Album klingen soll und was die Fans erwarten. Die elf Tracks haben eine kalte, schwere Atmosphäre, die dank der soliden Produktion und des Masterings gut zu ihren Texten passen. Diese erzählen von den Schattenseiten des Alltags. Das Album ist eine Art Bestandsaufnahme der Verwüstung ein offener Brief an ihre Fans, in dem sie die kalte Realität des Lebens anprangern, ihnen aber gleichzeitig die nötige Motivation und das Rüstzeug geben, um eigene Wege zu gehen. Das Ergebnis ist eine Klanglandschaft, die kraftvoll, aber manchmal zu einheitlich ist.
Während Konstante ein grosser Teil der Identität von Frozen Soul ausmacht, ist «No Place Of Warmth» so fest in seiner gewählten Ästhetik verankert, dass manche Songs schlichtweg miteinander verschwimmen. Das Bekenntnis der Band zum "maximalen Minimalismus" ist einerseits bewundernswert, schränkt andererseits aber manchmal den emotionalen und dynamischen Spielraum ein. Einziger Wermutstropfen meinerseits ist, dass Samantha Mobleys Bass, der live einen wichtigen Teil der Power-Show ausmacht, leider nur stellenweise zu hören ist und sich oft nicht gegen die dichten Gitarren-Wände durchzusetzen vermag.
Ein Schelm, wer nun an Metallicas «…And Justice For All» denkt. Dennoch hat das Quintett aus Dallas seine Identität zu einem mechanisierten Angriff verfeinert, der auf muskulösen Riffs, Hardcore-beeinflusster Aggression und unerbittlicher Kraft basiert. «No Place Of Warmth» ist die bislang reinste Destillation dieser Formel; unnachgiebig, voller Hooks und mit klinischer Präzision ausgeführt.
Oliver H.