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Metal Factory since 1999
2025 ist ein Jahr, auf das der gepflegte Metal-Fan mit gemischten Gefühlen zurückblickt. Nebst vielen tollen Veröffentlichungen hatte die Szene auch herbe Verluste zu verbuchen.
Zum einen ist Ozzy Osbourne, der legendäre "Prince of Darkness", von uns gegangen, zum anderen wurde dem Extreme Metal, Frontmann Tomas Lindberg geraubt. Die Stimme und das Gründungs-Mitglied der legendären Melodic Death Metal Pioniere AT THE GATES verlor leider seinen Kampf gegen den Krebs. Das neue Album «The Ghost Of A Future Dead» ist daher eine besondere Hommage an den charismatischen Sänger und Musiker. Das achte Studio-Album erblickt, mehr als zwei Jahre nach seiner Fertigstellung im Studio, endlich das Licht der Welt.
Die zwölf Songs wurden, während 24 Monaten, eng mit Tomas erarbeitet, jedes Detail besprochen und verfeinert, um sicherzustellen, dass wirklich nichts dem Zufall überlassen bleibt. Ganz gemäss Tomas' Wünschen, einschliesslich des Albumtitels, des Sound-Mixes (Jens Bogren/Fascination Street Studios in Örebro, Schweden), der Track-Reihenfolge, des Artworks (Robert Samsonowitz) und der Gesamt-Präsentation, bleibt «The Ghost Of A Future Dead» dem gewohnten Stil treu. Die Platte ist ein wunderschönes Biest, vereint die ungezähmte Energie und die mitreissenden Melodien, die das Herzstück von At The Gates ausmachen.
Das Werk startet von Anfang an mit «The Fever Mask» voll durch, und lässt innert Sekunden den unverkennbaren At The Gates-Sound erkennen, der eine ganze Bewegung mit seinem Einfluss, der praktisch den gesamten modernen Metal, von Metalcore bis Melo-Death umfasst, prägte. Nebst einer ordentlichen Portion Groove und Galopp sind aber auch Wut und Dunkelheit im Spiel, präsent in den extravaganteren und aggressiveren Momenten wie «Det Oerhorda», das ein dramatisches Gothic-Intro und eine absolut wuchtige Wand aus Gitarre sowie Bass erfolgreich miteinander verbindet.
Der Longplayer strahlt eine Vitalität und Unerbittlichkeit aus, ein Geniestreich, der Bands, die schon ewig in der Szene sind, nur noch selten gelingt. Die synthgetränkte Dramatik, inmitten charakteristischer Gitarrenriffs und tosender Drums, verleiht dem ganzen Album einen gewissen Schliff und Glanz, bringt der Platte allerdings auch einen Hauch Schwermütigkeit. At The Gates wurde ein wichtiges Mitglied genommen, wir Fans haben etwas Wichtiges gewonnen: ein Vermächtnis, das immer noch so klingt, wie es klingen muss und gleichzeitig Neuland betritt. Wenn «The Ghost Of A Future Dead» das letzte Album von At The Gates sein sollte, dann ist es ein verdammt guter Abgang! R.I.P. Tomas "Tompa" Lindberg.
Oliver H.