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Der Album-Titel ist Programm, denn mit neuem Line-up, runderneuertem Sound und mit neuem Label-Deal, haben WASTELAND CLAN in der Tat ein neues Zeitalter ihrer Bandgeschichte eingeläutet.
Was 2015, noch unter dem Bandnamen Dying Gorgeous Lies, seinen eigentlichen Anfang nahm, wurde bereits 2019 zu Dying Gorgeous Lies Wasteland Clan, woraus mittlerweile Wasteland Clan geworden ist. Drei Jahre nach dem letzten Release «The End Of Time» (2023) ist auch vom anfänglichen Bandgefüge nicht mehr viel übrig. Gerade Mastermind Mashl Jay Morningstar und Drummer Stony616 sind übriggeblieben. So meldet sich die Truppe mit «A New Era» runderneuert und frisch zurück. Neben den bereits erwähnten Musikern gehören Sängerin und Amateur-Kickbox/K1 Weltmeisterin Jessabell Blake, Bassist Stormrider und Gitarrist Scorpion zum neuen Line-Up. «A New Era» besteht aus zehn Songs, in denen sich die Bandmitglieder durchs postapokalyptische Ödland kämpfen.
Dies mit dem Ziel, die Bewohner im Metal zu vereinen, Tyrannen zu bekämpfen und die Schwachen zu schützen. Was nach einem mehrbesseren Videospiel klingt, muss nicht zwingend schlecht sein, kann aber durchaus Potenzial nach oben haben. Die Texte der Songs behandeln nämlich ernste Themen aus der realen Welt, die die Bayern in das postapokalyptische Szenario transferieren. Dies wird besonders bei Tracks wie «Unleash The Demon», «Jekyll And Hyde» und «Stronger Than Before» hörbar, in denen sich Fronterin Jessabell Blake intensiv mit dem Durchleben von Traumata, Flashbacks und den komplexen Folgeschäden beschäftigt. Dennoch wäre es gelogen, den Sound als grandios und apokalyptisch neu zu bezeichnen. Er kombiniert Elemente von Thrash mit modernem Metal.
Geschreddere und Melodien werden dabei nicht gescheut, was durchaus interessant ist, und trotzdem wirken die Songs manchmal flach. Und obwohl man sich mit Jessabell Blake besser nicht anlegen sollte, komme ich nicht drumherum, beim Gesang Kritik zu üben. Ich sage bewusst Gesang, denn die Growls und Screams klingen gut und vermitteln die richtige Stimmung. Der Klargesang ist für meinen Geschmack kontinuierlich zu dünn und drucklos, was die Songs in Schieflage bringt. Technisch spielt die Truppe auf einem ganz hohen Niveau, und jeder Song trägt Elemente, die mich zu packen vermögen. Wenn es künftig gelingt, nach der Namens-Scharade und dem Mitglieder-Ping-Pong der letzten Jahre, die einzelnen Schwachstellen noch auszumerzen, steht mit der nächsten Platte eine hochkarätige Band am Start.
Oliver H.