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Äusserst sympathisch wirken die Süddeutschen PhallaX auf ihrem vierten Album. Nur schade, dass der präsentierte Heavy Metal zwar routiniert und abwechslungsreich klingt, aber bei mir keine Euphorie auslöst. Woran das liegt, ist sehr schwer zu sagen.
Denn eigentlich machen PhallaX alles richtig. So lotsen sie zum Beispiel die Grenzen des Heavy Metal gekonnt aus, in dem sie mal fast stampfend modern («Silent Tragedy» und «I Shit On Your Parade»), rockig sleazig («Rocksolution»), thrashig («Scratch App») oder klassisch («Jornsack Newton») vorgehen. Bei «Sei du das Licht» wagen sie gar ein auf Deutsch gesungenes Lied. «Echoes» dagegen verfügt über einen starken Savatage-Einschlag , der an deren Ära mit Zak Stevens erinnert. Sympathisch auch, dass die Produktion dieses Albums verzögert wurde, weil Sänger Jogi Bürgermeister seines Ortes wurde. Dieser Ort darf sich nun definitiv «Rock City» taufen. Apropos Sänger: Dieser erinnert teilweise an John Bush von Armored Saint (und Ex-Anthrax). Er könnte aber auch der Grund sein, wieso mir das Album nicht ganz so gut gefällt, wieso es eigentlich sollte. Denn in den höheren Tönen presst er seine Stimme derart, dass da Klänge entstehen, die bei mir leichte Kopfschmerzen auslösen. Da dieses Empfinden bei jedem anders ist, sollte man dieser Band als Heavy Metal Fan unbedingt eine Chance geben. Denn schlecht ist definitiv anders. Mit «Lex Concordia» dürften die Süddeutschen künftig auf allen Bühnen für Furore sorgen. Das Material hat zwar nicht das Zeug zum grossen Durchbruch, ist aber Feinschmecker-Kost für ausgesuchte Liebhaber. Ein vorgängiges Reinhören wird allerdings dringend empfohlen, um das eigene Ohr mit dem Klang dieses Album anzufreunden.
Roger W.