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Rein vom Bandnamen her würde ich ARROGANZ nicht augenscheinlich in die todesmetallische Ecke stellen, aber siehe da, ihr siebtes Album «Death Doom Punks» liefert genau das. Die Brutalität von Oldschool Death Metal trifft auf die "leck-mich-Attitüde" und die ungeschliffene Direktheit des Punks.
Ein Album, das ungebremst in die Magengrube und ins Gesicht trifft. Nach einer Besetzungs-Änderung ist das Trio zurück, und die Death Doom Punks sind vollends bereit, richtig zuzuschlagen! Der ostdeutsche Dreier aus Cottbus, bestehend aus K (v/b), T (d) und B (g) hat seit 2008 seinen ganz eigenen Stil und Sound entwickelt. Was als aggressive und raue musikalische Einheit mit rasenden Blast-Parts und D-Beats begann, hat im Laufe der Zeit sein musikalisches Spektrum erweitert und umfasst nun auch düstere wie atmosphärische Momente sowie obskure Doom-Passagen.
Während den neun Tracks geben Arroganz 100% und vergessen dabei nie die Wurzeln des Oldschool Todesbleis. Ihre Kompromisslosigkeit wird von vielen Fans gefeiert, da Authentizität und Ehrlichkeit in jeder Hinsicht die wichtigsten Merkmale sind. Die Texte reflektieren das Persönliche, das Philosophische und das Soziale in einer aktuellen Weltlage, die alle Gewissheiten zunichtemacht und alle bequemen Lügen vom Tisch wischt. Auf diese Weise liegt die Dunkelheit stets auf der Lauer, und dies spiegelt sich auch in «Death Doom Punks» lautstark und fies wider.
Das deutsche Dreigestirn hat seine 15-jährige Erfahrung in ein Album einfliessen lassen, das zwar ihren charakteristischen Sound beibehält, aber sowohl im Songwriting, als auch im Storytelling selbstbewusster und ausgereifter wirkt. Auf «Death Doom Punks» scheuen sich Arroganz keineswegs, ihre Einflüsse durchscheinen zu lassen, da sie diese offensichtlich zu ihren eigenen gemacht haben. Angetrieben von einem schwer pumpenden Bass und unerbittlich bearbeiteten Trommelfellen stapelt das Trio massive Riffs übereinander und macht jeden verbleibenden Widerstand mit einer Salve tiefgrunzender Growls fertig.
Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, konnte Zingultus (Endstille, Nagelfar) für ein paar Gastvocals bei «Incubus Veins» gewonnen werden. Arroganz stehen zu dem, was man sieht und hört, denn genau das bekommt man: «Death Doom Punks» ist nicht bloss ein Albumtitel, sondern ein Bekenntnis und eine Absichtserklärung!
Oliver H.