Freitag, 17. April 2026

Metal Factory since 1999

LP/CD-Reviews (5809)

SODOM, die in meinem Augen nach wie vor beste Thrash-Band aus Deutschland, kommen mit einer weiteren Wiederveröffentlichung ums Eck. Nachdem schon 2024 mit «Tapping The Vain» (erschienenen 1992) eine nicht mehr erhältliche Scheibe das Licht der Welt erneut erblickt (dies in einer schmucken Box), steht nun «Get What You Deserve» (1994) in den Verkaufs-Regalen.
Das nunmehr dritte Album von NECROFIER ist weniger ein starres Konzept-Album als vielmehr eine sich ständig verändernde Reise. Die Platte durchläuft eindeutig verschiedene Phasen - Entzündung, Zusammenbruch und schliesslich Aufstieg -, doch die Band unterbricht diesen Fluss bewusst mit eigenständigen Tracks und Instrumentalstücken, die das Ohr vor der nächsten Intensitätswelle zurücksetzen.

ZEPTER – Zepter

Dienstag, 10. März 2026
ZEPTER stammen aus Linz in Österreich, haben sich vor zwei Jahren gegründet und gleich mit einer EP auf sich aufmerksam gemacht. Nun hat man es also geschafft sich bei High Roller einen Vertrag zu sichern, für traditionelle Metal Bands bekanntlich ein sicherer Hafen. So viel zu den Fakten, doch wie klingen sie denn nun?
Innovation und die Fähigkeit, mühelos, zahlreiche musikalische Einflüsse in seinen Sound einzuflechten ist ein Segen, birgt aber auch Risiken. Des einen geliebte Reinheit, ist des anderen Langeweile. Nun, bei der deutschen Metalcore Formation OUR MIRAGE scheint die Formel aufzugehen.

BLACK SWAN – Paralyzed

Montag, 09. März 2026
Was unterscheidet eine Newcomer Truppe von einer neuen Band? Eine Newcomer-Combo ist neu im Business, während eine neue Gruppe sich ihre Sporen schon abverdient hat.
BELZEBONG klingen mit ihrem «The End Is High», als hätte Satan ein veganes Restaurant eröffnet, dessen Speisekarte ausschliesslich verbotenen Spinat enthält. Warum? Weil dieses Album nicht auf eine kirchenverbrennende Art und Weise böse wirkt. Es wirkt böse, als hätte man vergessen welcher Tag heute ist, und die Lava-Lampe wäre zum Lebensberater geworden.

EXHUMED – Red Asphalt

Montag, 09. März 2026
Die letzten Alben von Exhumed waren Reisen durch Schottlands Friedhöfe und Operations-Säle, durch die Horror-Abteilungen der Videotheken ihrer Jugend und durch die eigene Band-Geschichte. Dieses Mal geht der Trip an einen Ort, den die Menschheit unverhältnismässig oft besucht - die amerikanischen Strassen.
DISPYRIA Chefdenker Jürgen Walzer schafft mit «Redemption Part 1 - Twisted World» im Vergleich zum Vorgänger-Album von 2023 einen grossen Schritt vorwärts. Waren damals bereits einige Lieder gut, überzeugte das Werk leider als Gesamt-Paket nicht. Die Geschichte wirkte schlicht nicht stimmig und zusammenhängend. Beim neuen Album macht jetzt Walzer sehr vieles richtig.
Mit «Forever Beyond» verfeinert das Heavy Psych Trio BLACK LUNG aus Baltimore seinen Sound und macht ihn schlanker, dynamischer, punkiger und emotionaler. Weniger "Stoner", dafür mehr "Punk". Das fünfte Album der Band fühlt sich wie eine Neukalibrierung an: eine Erweiterung der fuzzgetränkten Grundlage von «Dark Waves», nun angereichert mit breiteren Texturen und einem schärferen thematischen Fokus.

AUSTEN STARR – I Am The Enemy

Samstag, 07. März 2026
Die Sängerin AUSTEN STARR aus Boston veröffentlicht über Frontiers Music ihr Debüt-Album «I Am The Enemy» und wird die jüngeren Rock-Fans aus den Socken hauen. Musikalisch liegt man irgendwo zwischen Halestorm und vage The Warning. Allerdings hat die bildhübsche Shouterin ein Ass im Ärmel, das auf den Namen Joel Hoekstra getauft ist.
Manowar sind längt mehr eine Persiflage von sich selbst, als eine ernstzunehmende Band – und ich vergöttere die Scheiben bis «Triumph Of Steel»! - aber zum Glück gibt es eine Handvoll Griechen die kurz davor sind, den Thron des verwaisten Epic Metals Königreichs zu erklimmen. Was TRIUMPHER auf ihrem mittlerweile dritten Album abliefern, ist einfach sagenhaft und phasenweise kaum in Worte zu fassen.
Nach fünf Jahren ohne neues Album kehren VREID mit «The Skies Turn Black» zurück. Die Band klingt fokussiert, motiviert und voll engagiert.
Natürlich wird es immer noch eine Fraktion geben, welche der ehemaligen Sängerin Liv Kristine nachweint, aber die Nachfolgerin Elina Siirala ist nun auch schon seit zehn Jahren an Bord. In dieser Zeit hat Mastermind Alexander Krull mit «Sign Of The Dragonhead», «The Last Viking» und «Myths Of Fate» drei Alben mit LEAVES' EYES veröffentlicht, welche zu den besten Vertretern der Diskographie gehören.

BIZARREKULT – Alt Som Finnes

Donnerstag, 05. März 2026
BIZARREKULTs «Alt Som Finnes» strebt nicht die theatralische Grösse vieler Post Black Metal Alben an, sondern wirkt fast schon besonnen. Es ist wie ein Tagebuch, in dem jeder Track ein privater Gedanke ist, der zufällig verstärkt wurde.

CYCLONE – Known Unto God

Donnerstag, 05. März 2026
CYCLONE? Moment, da war doch was? Genau, die Jungs aus Belgien hatten 1986 mit «Brutal Destruction» ihr erstes Lebenszeichen in die Erdumlaufbahn geschossen. Was damals verheissungsvoll begann, wurde 1993 zu Grabe getragen. Still und heimlich reformierte sich der Fünfer erst 2019 wieder.
Als ich mich mit der neuen EP «Atoned In Metamorphosis» von PREDATORY VOID beschäftigte, erwartete ich, ehrlich gesagt, von ihrem Versprechen der Konfrontation und Katharsis mitgerissen zu werden (Der Infotext der Band liest sich wie ein von AI geschriebener, akademischer wie wissenschaftlicher Text).

FUATH – III

Mittwoch, 04. März 2026
Andy Marshalls zweite musikalische Identität stand immer im Schatten seines bekannteren Projekts Saor - aber auf «III» wird dieser Schatten selbst zur Landschaft. Während Saor Erinnerungen, Traditionen und ferne Horizonte malt, fühlen sich FUATH näher, kälter und einsamer an. Das sind nicht die Highlands bei Sonnenaufgang, sondern die Highlands nach Mitternacht.

SLAUGHTERDAY – Dread Emperor

Mittwoch, 04. März 2026
Im Schnitt alle drei Jahre gibt es ein neues Album der Niedersachsen auf die Ohren. «Dread Emperor» ist das fünfte Werk der beiden Protagonisten Jens Finger (Gitarre, Bass) und Bernd Reiners (Gesang, Schlagzeug). Auf knapp vierzig Minuten spendieren einem SLAUGHTERDAY die Vollbedienung für alle Oldschool Death Metaller.

LOMOR – Sabouk Rouge

Mittwoch, 04. März 2026
Aus Saint-Pierre stammt das Trio LOMOR. Hört man sich den derben und wilden Thrash Metal an, muss das Leben auf dieser wunderschönen Insel ziemlich schrecklich sein, wenn man sich die musikalischen Attacken der Jungs zur Brust nimmt. Da hätte ich eher auf einen stimmigen Reggae getippt, als auf diese zerstörerischen Melodien.
Gerade mal fünfzehn Monate ist es seit dem Debüt-Album «King Of Gods» her. Ob das neue Werkvon AEON GODS wohl mit dem Vorgänger mitzuhalten vermag? Kaum mit dem Anhören begonnen war klar: Ja, es kann! Power Metal in seiner epischen, hymnischen Form mit Bezug zur ägyptischen Mythologie.

OPPRESSION – No Safe Place

Dienstag, 03. März 2026
«No Safe Place» ist ein ziemlich geradliniges Black Metal Album, das genau das tut, was es sich vorgenommen hat: hart zuschlagen, scharf bleiben und niemals in atmosphärische Effekte um ihrer selbst willen abdriften. OPPRESSION halten die Dinge straff und fokussiert, setzen auf Geschwindigkeit, Direktheit und ein sehr klares Zielbewusstsein.
JAGGED CITYs Debüt «There Are More Of Us, Always» ist ein eher leises, aber trotzdem "rebellisches" Instrumental-Album: Es widersteht der Versuchung, den Zuhörer zu überwältigen und setzt stattdessen auf Geduld, Textur und emotionale Tiefe.
«Colours Of Pain» gehört zu der Sorte Album, die man den meisten Extreme-Metallern vorsetzen kann, und dabei auf offene Ohren stösst. Auch wenn sie es beim ersten Hördurchgang nicht lieben, werden sie es sicherlich nicht hassen.
Es ist schon eine stille Ironie, wie zuverlässig Italien immer wieder fesselnde Doom-Bands hervorbringt (siehe meine Rezensionen zu Messa und Epitaph). Ein Land, das man mit Sonnenschein und Wärme verbindet, liefert immer wieder grossartige Musik, die von Schatten, Schwere und Introspektion geprägt ist. «The Grotesque Within», das vierte Album des norditalienischen Quartetts OREYEON, fügt sich in diese Tradition ein, ohne sich davon einengen zu lassen.
Bands sind oft wie eine Familie und es gibt kaum etwas Schlimmeres zu verkraften, als wenn sich ein Familien-Mitglied das Leben nimmt. SHIELDS mussten dies zu Beginn des Jahres 2018 erleben und haben sich daraufhin kurzerhand aufgelöst. Nun sind sie wieder da, und ihre Widerstandsfähigkeit ist ein Beweis für ihre Fähigkeit, auch die schwierigsten Erfahrungen des Lebens gemeinsam durchzustehen.
ROB ZOMBIE ist in der Szene so etwas wie der kranke Bruder von Marilyn Manson und Al Jourgensen (Ministry), obwohl die zwei Letztgenannten vermutlich auch nicht ganz gesund sind.
THE HELLACOPTERS sind weit mehr als irgendeine skandinavische Kick Ass Rock'n'Roll Band. Vielmehr gehören sie zur Genre-Speerspitze und sind eine eigentliche High Energy Rock-Institution.
Obschon BITTERNESS schon seit 2001 dem Thrash huldigen, dürften nur Maniacs welche tief im Underground verwurzelt sind, die Deutschen kennen. Wir haben es hier aber bereits mit dem achten Album zu tun, eine eindrückliche Biographie.

SLAGMAUR – Hulders Ritual

Freitag, 27. Februar 2026
Mit «Hulders Ritual» setzen SLAGMAUR ihre eigene Interpretation des norwegischen Black Metal fort. Das stark konzeptorientierte Album wirkt wie ein fortlaufendes Ritual.
Ich denke es war ungewiss, ob Mike Portnoy nach der Rückkehr zu Dream Theater noch zur TNMB gehört, aber zum Glück ist es so. Mike Portnoy, Neal Morse, Randy George, Bill Hubauer und Eric Gillette sind ein unglaublich eingespieltes Team, und genau das beweisen sie auch hier wieder. Progressive Rock auf allerhöchstem Niveau.
Vinnie Appice, Tony Franklin, Jeff Scott Soto, Derek Sherinian und Girish Pradhan, das ist ein Line-up unter der Fahne von JOEL HOEKSTRA'S 13, das sich sehen und hören lassen kann. Dies auch, weil Girish hier nicht dermassen herumschreit wie bei seinen Chronicles.

AVALANCHE – Armed To The Teeth

Donnerstag, 26. Februar 2026
Die Australier AVALANCHE um Lead-Gitarristin Veronica Campbell und Bassist/Sänger Steven Campbell hauen hier ein cooles, rockiges Stück Musik heraus. Schon der Opener «On The Bags Again» ist ein interessanter Mix aus Krokus, Rose Tattoo und AC/DC, Musik einfach voll auf die Fresse.
In «Clisson, France», wurde ein Moment eingefangen, in dem Timing, Freundschaft und purer musikalischer Instinkt gut zusammenpassten. Aufgenommen beim "Hellfest 2016", heisst nach achtjähriger Live-Pause, klingt diese Veröffentlichung von HERMANO keineswegs wie ein Comeback, sondern wie eine Band, die nie vergessen hat, wie man gemeinsam atmet.

SWEATMASTER – More!

Donnerstag, 26. Februar 2026
Nach 15 Jahren Stille kehren SWEATMASTER mit «More!» zurück. Das Album fühlt sich wie eine Band an, die die Tür zum Proberaum aufstösst und sich direkt wieder an die Strom-Versorgung anschliesst. Mit einer Laufzeit von knapp 38 Minuten verschwendet das Album keine Zeit mit Nostalgie oder Studio-Glanz. Stattdessen liefert es vierzehn knackige Stücke, die von Dringlichkeit, Reibung und Schwung leben.

LEAD INJECTOR – Witching Attack

Mittwoch, 25. Februar 2026
Kaum zu glauben, dass es die drei Jungspunde aus Dresden auf ihrem Debüt-Album schaffen, so zu klingen als wären sie vor vierzig Jahren schon aktiv gewesen. Oldschool ist also das Stichwort, welches das Trio als LEAD INJECTOR auf ihrer Fahne tragen und damit wie ein Hybrid aus Desaster, alten Sodom und Venom klingen.
Wie ich unseren Cheffe dazu bringen konnte, mir ausgerechnet diese Scheibe von EYE OF MELIAN zur Review zu geben, werden sich einige Schwermetaller wohl fragen. Ich könnte nun argumentieren, dass hier Leute aus dem Delain-Umfeld mitwirken, dass es sogar ein Cover von Bruce Dickinson (Iron Maiden) gibt, dass ein starker Teil des Projekts aus Finnland kommt (zumindest die Stimme und die orchestrale Handschrift), dass es bei Napalm erscheint - und dass sich das Ganze thematisch um eine nahezu göttergleiche Gestalt aus Tolkiens Legendarium dreht: Melian, die Maia.

ELLEFSON - SOTO – Unbreakable

Mittwoch, 25. Februar 2026
Sänger Jeff Scott Soto hat sich mit dem ehemaligen Megadeth Bassisten Dave Ellefson zusammengetan. Die beiden veröffentlichen unter dem Banner ELLEFSON-SOTO eine Scheibe, die allerdings mehr Fragen aufwirft, als dass sie zu Begeisterungs-Stürmen führt. Das liegt auch an der eher leicht moderneren Produktion, bei der der Gesang von Jeff zwischenzeitlich "verfremdet" wird.

SYLOSIS – The New Flesh

Dienstag, 24. Februar 2026
Josh Middletons virtuose Abriss-Mannschaft SYLOSIS surft auch nach 25 Jahren noch immer auf einer Welle der Begeisterung und der überschwänglichen Resonanz der Fans. Ihr letztes Album «A Sign Of Things To Come» (2023) klingt stets frisch im Ohr, dabei steht schon die nächste Veröffentlichung vor der Tür. «The New Flesh» ist ein eindrucksvolles Zeugnis für zerstörerische Riffs, prägnante Melodien und raffinierte rohe Gewalt.
Jack Harlon ist keine reale Person, sondern eine fiktive Outlaw-Figur, erschaffen von Tim Coutts-Smith, dem Kopf von JACK HARLON & THE DEAD CROWS. Seit den frühen Veröffentlichungen dient Jack Harlon als erzählerisches Zentrum der Band: ein Western-Drifter in einem leicht futuristischen Grenzland, der reale Menschen, Erfahrungen und innere Konflikte widerspiegelt.

ROTH – Alles Endet

Dienstag, 24. Februar 2026
Was soll man noch gross zu ROTH sagen? Es ist bekannt, dass hier der Sohn von Eisregen Frontmann seine musikalische Vision verwirklicht, mit seinem Vater am Mikro. Dass es hierbei weder um Sonne, Regenbogen und Fröhlichkeit geht, mag auch beim zweiten Album nicht zu erstaunen.
Die Herkunft und kollektive Erfahrung des Todes-Geschwaders EYE OF PURGATORY ist zumindest in diesem Genre beeindruckend. Alle Namen dieser Band, Rogga Johansson (v/g), Jeramie Kling (b) und Taylor Nordberg (d/g/keys) sind aus vielen anderen Combos aus der Untergrund-Szene bekannt.
Mit voller Wucht und geballter Ladung Groove Metal schlagen FULL HOUSE BREW CREW zurück. Angeführt von Frontmann und Gitarrist Vagelis Karzis, derzeit auch Mitglied von Wolfheart und ehemaliger Gitarrist von Rotting Christ, ist die Band ready, ihren charakteristischen, amerikanisch inspirierten Heavy Groove Metal, mittels «Glasgow Grin», einem gespannten Publikum zu präsentieren.

FLECTOR – Hope

Montag, 23. Februar 2026
Schweizer Rock ist, wie ich finde, auf einem absoluten Hoch angelangt, heisst es finden sich in jedem Genre grossartige Bands. Bands wie FLECTOR sind daher passend und füllen das Void (R.I.P. Clepsydra) in der Sparte des progressiven, psychedelischen Hard Rocks mit Geduld, Fokus auf das Songwriting und einem unverkennbar persönlichen Charakter.

NYTT LAND – Aba Khan

Samstag, 21. Februar 2026
Unser Hund Naikyn stammt aus Sibirien - vielleicht versteht er diese Töne Musik besser als wir. «Aba Khan» verhält sich auch nicht so recht wie Musik, die wir einfach so konsumieren, sondern mehr wie ein Ort. Wind, Atem, Trommelfell und entfernte Stimmen bilden eine Umgebung, in die man eintritt, statt einer Sammlung von Titeln, denen man folgt.
Wird 2026 das Jahr des Thrash und Speed Metal? Kreator wie auch Megadeth haben schon fantastische Alben veröffentlicht, und schon steht mit Leatherhead eine vielversprechende Nachwuchsband in den Startlöchern, um zu den ganz Grossen vorzupreschen.
POWERWOLF braucht man an dieser Stelle nicht mehr vorzustellen, denn jeder kennt sie: all jene, die sie anbeten und auch jene, die sie Kacke finden.
Nach achtzehn Jahren ohne Album melden sich die Crossover-Pioniere Clawfinger lautstark zurück. «Before We All Die», so der nach Weltuntergang oder Bucketlist klingende Titel der Platte, wird über "Perception" vertrieben und ist laut, wütend, düster-humorvoll und vor allem brutal ehrlich.

DAIDALOS – Dante

Freitag, 20. Februar 2026
Mit «Dante» verwandelt Tobias Püschner seine Ein-Mann-Vision DAIDALOS in etwas, das einer inszenierten Reise gleicht. Es handelt sich nicht einfach um eine Sammlung von Songs, die von ‘Die Göttliche Komödie’ inspiriert sind, sondern eher um eine geführte Reise. Senke die Nadel auf das Vinyl, und du befindest dich nicht mehr ausserhalb der Geschichte, sondern wandelst an der Seite Dantes selbst in die Untiefen.
Nein, eigentlich ist es fast unmöglich dass CONVERGE im 35. Jahr (!) mit dem elften Album eines der besten Werke ihrer Karriere abliefern. Und doch: «Love Is Not Enough» könnte das Highlight ihrer jahrzehntelangen Reise durch den Mikrokosmos von Punk, Hardcore und Metal sein. Was Sänger Jacob Bannon, Gitarrist Kurt Ballou, Bassist Nate Newton und Schlagzeuger Ben Koller da geschaffen haben, ist ein eindringliches künstlerisches Statement über die Turbulenzen des Lebens, das ihre kollektiven Stärken bis zur Perfektion verfeinert.

HOAXED – Death Knocks

Donnerstag, 19. Februar 2026
Drei Ladies aus Portland, Oregon, spielen sich mit einer etwas eigenwilligen Mischung durch die Lautsprecher. Eigenwillig sind HOAXED deshalb, weil es nicht klar definiert werden kann, was nun treibende Kraft sein soll - ist es Dark Rock? Nee, zu heftig, aber die Anleihen stimmen. Heavy Rock? Auch nicht, zu düster, beinahe schon atmosphärisch, singt man sich durch die Tracks hindurch

KARNIVOOL – In Verses

Donnerstag, 19. Februar 2026
KARNIVOOL, als Quintett aus Australien, kommen hier mit seinem neuen Longplayer «In Verses» um die Ecke. Schon beim ersten Song «Ghost» donnern die fetten, tiefergestimmten Gitarren aus den Boxen. Unterstützt von der starken Stimme von Ian Kenny, der es versteht, den Song mit einer starken Melodie zu ergänzen.

THE HIRSCH EFFEKT – Der Brauch

Donnerstag, 19. Februar 2026
Mit «Der Brauch» liefern THE HIRSCH EFFEKT ein Album, das von Anfang bis Ende lebendig und unvorhersehbar wirkt. Das Album umfasst neun sehr unterschiedliche Tracks, die den unermüdlichen Drang der Band widerspiegeln, ihren Sound über einfache Klassifizierungen hinaus zu erweitern, für mich ab und an zu weit, zu strange.

FROZEN OCEAN – Askdrömmar

Mittwoch, 18. Februar 2026
Nach langer Stille kehren FROZEN OCEAN mit «Askdrömmar» zurück. Das Album fühlt sich wie eine eine nächtliche Reise durch eine fremde Stadt an. Die langjährige Mischung aus depressivem Rock und atmosphärischem Black Metal von Vaarwel bildet nach wie vor die Grundlage, doch hier wurde sie zu etwas Fokussierterem zusammengefasst; mir kommen Beschreibungen wie sinnlich, umschliessend, raumgreifend, atmosphärisch in den Kopf.
URNE, die dreiköpfige Truppe aus London, wurden 2016 gegründet und haben seitdem drei Alben veröffentlicht, die mit Groove Metal sowie Einflüssen aus Extreme Metal und Hardcore gespickt sind.

VOIDCEREMONY – Abditum

Mittwoch, 18. Februar 2026
Technischer Death Metal ist ein Genre voller Nebenquests und Umwege. Man könnte Jahre damit verbringen, einem einzigen stilistischen Faden durch die jahrzehntelange Entwicklung zu folgen, und hätte dennoch nur an der Oberfläche gekratzt. Am Ende eines solchen Nebenstrangs stehen VOIDCEREMONY, die ihren besonderen Tech Death Stil systematisch mit einer düsteren Mischung aus progressiver Ideologie und subtilen Avantgarde-Elementen angereichert haben.

THERION – Con Orquesta

Dienstag, 17. Februar 2026
Mein Interesse an Symphonic Metal hat bekanntlich stark abgenommen, weil Nightwish plötzlich keine eingängigen Songs mehr hinbekommen und Within Temptation sowie Ad Infinitum in moderne Gefilde vorgedrungen sind. Bisher habe ich eigentlich nur Visions Of Atlantis und Leaves' Eyes noch die Stange gehalten, doch dabei vergesse ich glatt, dass es da ja noch eine Band aus Schweden gibt, die seit mittlerweile 38 Jahren immer für feinste Qualität bürgt. Aber irgendwie zähle ich THERION immer noch zum Death Metal, auch wenn das natürlich längst anders und keine Ahnung, wieso das so ist.

STABBING – Eon Of Obscenity

Dienstag, 17. Februar 2026
Das Quartett aus Houston, Texas, bewegt sich nicht nur innerhalb der Grenzen des Brutal Death Metal, sondern sprengt diese mit Freude. STABBING bringen ihr zweites Album «Eon Of Obscenity» in Stellung, um sich als eine der zukunftsweisendsten Stimmen des modernen Brutal Death Metal zu positionieren.

BACKENGRILLEN – Backengrillen

Dienstag, 17. Februar 2026
Das selbstbetitelte Debüt-Album von BACKENGRILLEN wird wohl sicherlich nie auf einer "Kuschelrock" Zusammenstellung zu finden sein. Es tritt die Tür ein, weigert sich, sich zu erklären, und bewegt sich irgendwo zwischen Death-Metal-Abrasion, Free-Jazz-Kollaps, Hardcore-Dringlichkeit und Noise-Rock-Repetition.

TEMPTRESS – Hear

Montag, 16. Februar 2026
Achtung: Hierbei handelt es sich nicht um die gleichnamige italienische Band TEMPTRESS die auch schon hier bei MF (August 2025) besprochen wurde. Diese US Band Temptress waren schon vorher in den Nischen zwischen den Heavy-Genres zu Hause, aber auf «Hear» verwandeln sie diesen Grenzbereich deutlich in eine entscheidende Stärke.
Die Death Metal Kapelle HEIR CORPSE ONE kehrt mit ihrem wohl ambitioniertesten Kapitel zurück. Das neue Album «Destination: Domination» knüpft an die Geschichte des Debüts an, und folgt den untoten Überlebenden des verhängnisvollen Luxusjet-Absturzes, die sich auf eine groteske Mission ins Zentrum der Macht begeben. Ihre makabre Flucht löst eine Plage der Untoten über dem Land aus und verwandelt Farmen und Städte in Schlachtfelder. Geile Story!
Ähnlich wie Witchfinder General, Witchfynde oder Pentagram haben PAGAN ALTAR eigentlich erst im neuen Jahrtausend die Anerkennung erhalten, die sie eigentlich verdient haben. «Lords Of Hypocrisy» war das zweite full-length Album und erschien 2004, allerdings stammen die Songs alle aus den Jahren 1976 bis 1983.

TEMPLE BALLS – Temple Balls

Samstag, 14. Februar 2026
Würden die Finnen von TEMPLE BALLS immer dermassen grossartig wie mit dem von Slide-Gitarren unterstützten «Lethel Force» losrocken, könnten die Jungs um Sänger Arde Teronen schon lange zu meinen Lieblingen gehören. Der kernige Rock der Nordländer hat definitiv mehr zu bieten als bloss schöne Musiker-Gesichter und rhythmische Hüftbewegungen.

SAILLE – Forebode

Samstag, 14. Februar 2026
Mit «Forebode» kehren SAILLE nicht nur mit einem neuen Album zurück, sondern auch mit einer bewussten Bekräftigung ihrer Identität. Nach fünf Jahren relativer Stille konzentriert sich die niederländisch- belgische Epic Black Metal Band wieder auf die Atmosphäre, die ihre frühere Ära geprägt hat, präsentiert sie jedoch durch eine moderne, kraftvolle Produktionslinse. Das Ergebnis ist ein Album, das sich sowohl retrospektiv als auch erneuert anfühlt.

BIG BIG TRAIN – Wood Cut

Samstag, 14. Februar 2026
Auf BIG BIG TRAIN bin ich aufmerksam geworden, als sich Drum-Virtuose Nick D'Virgilio den Proggies anschloss. Die Band besteht aus Mitgliedern aus den USA, England, Schottland, Italien, Schweden und Norwegen. Ein bunter Haufen, der hier sein sechzehntes Studiowerk präsentiert und zum ersten Mal ein Konzept-Album.

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